DGK e.V. -
Gesundheitsinformationen zu:
skip_nav

Suche

 

Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Presse / Sondermeldungen / Zeit zu Fasten
Zeit zu Fasten
Foto: fotoexodo-Fotolia

(Februar 2015) Fasten hat in den vergangenen Jahren eine hohe Popularität erlangt. Das Wort „fasten“ stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet ursprünglich „festhalten“ - nämlich an den Geboten der Enthaltsamkeit.

Fasten ist nicht Hungern und mehr als Abnehmen. Es ist der zeitweise, freiwillige Verzicht auf feste Nahrung, der heutzutage oft mit einem Programm aus Bewegung und Entspannung begleitet wird. Aus den religiösen Wurzeln des Fastens ist eine breite Bewegung für mehr Gesundheit, innere Einkehr und geistige Regeneration geworden.

Positive Effekte auf den Körper

Der zeitlich begrenzte Nahrungsverzicht hat nachgewiesenermaßen vielfältige positive Auswirkungen auf den Körper: Zucker- und Cholesterinspiegel sinken, der Blutdruck normalisiert sich und der Darm wird gereinigt. Fasten hat zudem eine anti-entzündliche Wirkung, die z. B. bei Rheuma zur Schmerzreduktion führen kann. All dies kann verschiedene wohltuende und auch heilsame Prozesse im Körper anstoßen.

„Ich hatte Lymphdrüsenkrebs und bekam eine Chemotherapie. Als die Therapie vorbei war, war ich ständig krank. Ich habe jeden Infekt mitgenommen und hatte oft Fieber. Ich entschloss mich zu einer Heilfastenkur in einer Klinik. Während des Fastens nahm ich den Geruch der Chemotherapie wieder wahr. Ob Reste der Substanz mobilisiert und ausgeschieden wurden? Möglicherweise, jedenfalls leide ich nicht mehr unter Fieber und dauernden Erkältungen, ich fühle mich wohl.“
(
Heidrun S., 50 Jahre)


 Fasten als Startpunkt für ein gesünderes Essverhalten

Ein großer Vorteil des Fastens besteht darin, dass man das oftmals im Alltag entstehende ungesunde Essverhalten unterbricht, und damit möglicherweise eine langfristige Änderung einleiten kann. Nach dem Fasten schmecken gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse besser, die Lust auf eher Ungesundes hingegen nimmt ab. Der Nahrungsverzicht und die Erkenntnis daraus, nicht immer essen zu müssen, wenn etwas da ist, können zu einem neuen Bewusstsein in Bezug auf die tägliche Nahrungsaufnahme führen.
Auch die Psyche profitiert: Wenn Menschen fasten, so richten sie ihren Blick nach innen und arbeiten an sich selbst. Diese spirituelle Komponente des Fastens wird seit Jahrhunderten von verschiedenen Religionen genutzt.

Bewährt: Das Fasten nach Buchinger

Das bewährteste und am häufigsten in Deutschland ausgeübte ist das Heilfasten nach Buchinger. Es beginnt mit sogenannten Entlastungstagen. Während dieser Zeit nimmt man ausschließlich leichte Kost zu sich und bereitet sich auf das bevorstehende Fasten vor. Nach einer kompletten Darmentleerung beginnt das eigentliche Fasten über eine Dauer von etwa fünf Tagen. Über den Tag verteilt werden mindestens drei Liter Flüssigkeit aufgenommen. Dabei nimmt man neben Wasser und Tee etwa 0,2 Liter Gemüse- oder Obstsaft zu sich und trinkt ab und zu mal eine Gemüsebrühe.

„Über Jahre litt ich an wiederkehrenden Infekten, die regelmäßig zu einer Nebenhöhlenentzündung und schließlich zu einer Bronchitis führten. Das war schlimm, weil ich auch Asthma habe, das sich dann verschlechtert. Während des Heilfastens in einer spezialisierten Klinik wurde meine Nase erstmals wieder ganz frei, die Schleimproduktion hörte auf. Die behandelnden Ärzte rieten mir, auch später immer dann für ein paar Tage zu fasten, wenn eine Erkältung auftaucht, was ich auch tat. Der belastende Teufelskreis wurde dadurch dauerhaft unterbrochen. Erkältungen tauchen bei mir auf wie bei anderen auch, aber es kommt nicht mehr zu solchen Folgen wie früher. Sehr besonders war für mich das Erleben, mühelos sieben Tage lang ohne feste Nahrung auskommen zu können.“
(Nicole F., 35 Jahre)

 
Wer kann alleine fasten?

Jeder, der gesund und leistungsfähig ist und keine Medikamente benötigt, kann alleine fasten. Es empfiehlt sich, ein Buch zu Rate zu ziehen oder sich mit einem Fastenleiter abzusprechen. Hilfreich und oft auch befriedigender ist das Fasten in der Gruppe, vor allem, wenn es außerhalb des beruflichen Alltags durchgeführt wird. Wer sich ganz auf dieses intensive Erlebnis einlassen kann, macht in der Regel positivere Erfahrungen. Eine Liste mit geprüften Fastenleitern bzw. mit aktuellen Fastenkursen, z. B. Fasten in Kombination mit Wandern, Yoga oder Entspannungsübungen, findet man auf der Homepage der Deutschen Fastenakademie e. V. (dfa) unter www.fastenakademie.de.

 Fasten für Menschen mit gesundheitlichen Problemen

Fasten hat Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Funktion verschiedener Organe. So kann durch das Fasten beispielsweise der Harnstoffspiegel im Blut steigen – und bei Gichtpatienten einen Gichtanfall auslösen. Bei ihnen muss das Fasten daher modifiziert werden. Der Nahrungsentzug verändert zudem die Verstoffwechselung von Medikamenten: Einige Medikamente wirken während dessen doppelt so stark, andere muss man während des Fastens absetzen. Aus diesem Grund gibt es die strategische Teilung zwischen Heilfasten für Patienten und dem Fasten für Gesunde. Menschen mit Vorerkrankungen sollten nicht ohne fachliche Begleitung Fasten. Für Menschen mit Vorerkrankungen bietet sich das Heilfasten in speziellen Kliniken an.
Eine Liste solcher Einrichtungen findet sich auf der Homepage der Ärztegesellschaft Heilfasten & Ernährung e. V. unter aerztegesellschaft-heilfasten.de.

 

Interessante Fragen und Antworten zum Thema Fasten finden Sie auf unserer Homepage unter www.dgk.de.

 

Quellen:
(1) Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e. V. aerztegesellschaft-heilfasten.de
(2) Deutsche Fastenakademie e. V. (dfa) http://www.fastenakademie.de
(3) Steiniger, J. et. al.: Einfluss von therapeutischem Fasten und Ausdauertraining auf den Energiestoffwechsel und körperliche Leistungsfähigkeit Adipöser; Forsch Kompliment med. 2009; 16:
DOI: 10.1159/000258142

 

Fusszeile / Impressum