DGK e.V. -Patienten-Selbsthilfeverband Initiative Auge e. V. - Glaukom: Patienten helfen Patienten
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Sondermeldung August 2005
Glaukom: Patienten helfen Patienten

Neues Beratungstelefon will Glaukom-Kranke zu mehr Selbstverantwortung motivieren

Neben seiner schon seit zwei Jahren außerordentlich rege genutzten Glaukom-Hotline bietet der Patienten-Selbsthilfeverband Initiative Auge e. V. ab dem 26. August 2005 ein weiteres Beratungstelefon an. Immer am letzten Freitag im Monat in der Zeit von 16.00 bis 18.00 Uhr können sich dann Glaukom-Patienten über die gebührenfreie Rufnummer 0800 / 0112 118 mit persönlichen Fragen an eine erfahrene Mit-Patientin wenden.

Es geht dabei weniger um eine medizinische Beratung. Viel mehr sollen Fragen zum täglichen Umgang mit der Krankheit beantwortet und praktische Tipps gegeben werden. Wer gesagt bekommt, dass er eine chronische Krankheit hat, mit der es fortan zu leben gilt, hat Kummer und macht sich Sorgen um die Zukunft. Viele halten es dann für ihre Pflicht, sich klaglos in das scheinbar Unvermeidliche zu fügen. Ärzte erwarten aber Fragen und die aktive Mitarbeit des Betroffenen bei der Therapie.

Grundsätzlich, so zeigt die langjährige Erfahrung der Initiative Auge e. V., kann man zwei Typen von Glaukom-Patienten unterscheiden:

Der Passive versucht die Diagnose so lange wie möglich zu ignorieren, er macht sich ein unrealistisches Bild von seiner Situation. Die Symptome und die möglichen Langzeitfolgen der Krankheit werden heruntergespielt oder ins Lächerliche gezogen. Die Verantwortung für die Therapie überlässt der Passive ganz dem Arzt oder anderen Personen; er selbst möchte damit möglichst nicht behelligt werden. Der passive Patient neigt daher dazu, seine Glaukommedikamente öfters zu vergessen, was dem Krankheitsverlauf natürlich nicht zuträglich ist, sondern die Probleme nur verschlimmert.

Der aktive Glaukom-Patient hingegen nutzt die Zeit, die ihm die chronische Krankheit bietet, um sich mit ihr intensiv auseinander zu setzen. Er spricht seine vorhandenen Ängste offen aus, sucht stets nach weitergehenden Informationen, die ihm helfen können, seine Erkrankung besser zu verstehen. Der Aktive will ein mündiger Patient sein, er will die Verantwortung für seine Behandlung selbst übernehmen und nicht einfach nur dem Arzt überlassen. Er weiß über die Notwendigkeit der konsequenten Anwendung der Augentropfen Bescheid, kennt den Nutzen regelmäßiger Augenkontrollen, führt einen Glaukom-Pass und informiert auch seinen Hausarzt über seine Krankheit.

Das neue Patienten-Beratungstelefon will Ansprechpartner für beide Patiententypen sein. Passiven Patienten fällt es womöglich leichter, anonym über ihre Krankheit und ihre Sorgen zu sprechen. Sie sollen motiviert werden, mehr Selbstverantwortung für den Erfolg ihrer Glaukom-Therapie zu übernehmen.


Die 0 800 / 01 12 118 - Beratungstermine bis Ende 2005:

26. August
30. September
28. Oktober
25. November
30. Dezember

(immer von 16.00 bis 18.00 Uhr)

 

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