DGK e.V. -Informationsdienst Infektion und Prävention Spezial (ips), Jahrgang 7, Ausgabe 2 - 2001 Themen: Postexpositionelle Masernimpfung,Zoonosen,Moskitos,Meningokokken, Cholera-Impfung, Japan-Enzephalitis-Impfung
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Deutsches Grünes Kreuz, Postexpositionelle Masernimpfung,Zoonosen,Moskitos,Meningokokken, Cholera-Impfung, Japan-Enzephalitis-Impfung
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dgk 7/8-2010

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pgk 2-2010

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Infektion und Prävention Spezial
IPS, Jg. 7, 2 - 2001

Fragen aus der Praxis: Postexpositionelle Masernimpfung? (3392 Zeichen)
 

(dvv) Eine Mutter sitzt mit zwei Kindern in meiner Praxis, von denen das eine seit einer Woche symptomatisch erkrankt ist. Ich habe heute Masern diagnostiziert. Das Kind ist nicht geimpft. Bei der Mutter besteht eine leere Masernanamnese. Nutzt eine postexpositionelle Impfung bei ihr noch etwas? Das zweite Kind ist gegen Masern geimpft.


Laut DGPI und STIKO ist eine postexpositionelle Impfung bei gesunden Kindern bis zum dritten Tag nach dem Kontakt wirksam. Bis zum sechsten Tag nach der Exposition kann noch durch die Gabe von Immunglobulinen versucht werden, die Erkrankung abzuwenden. Unter Umständen wird jedoch nur die Inkubationszeit verlängert.

Im geschilderten Fall sind jedoch beide Fristen höchstwahrscheinlich abgelaufen: Die Ansteckungsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor Ausbruch des Exanthems bis etwa vier Tage danach. Das an Masern erkrankte Kind ist also bereits vor zehn bis zwölf Tagen ansteckend gewesen.

Die Inkubationszeit beträgt acht bis zwölf Tage. Masern sind hochkontagiös (98 Prozent), und der Manifestationsindex liegt ungefähr genauso hoch. Wenn das Kind tatsächlich an Masern erkrankt ist und die Mutter keinen Schutz hat, wird die Mutter mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in Kürze ebenfalls erkranken.

Anmerkung:

Die klinische Diagnose von Masern ist oft schwieriger, als es den Anschein hat. Zum einen ist die Gefahr der Verwechslung - zum Beispiel mit anderen exanthematischen Erkrankungen - groß, zum anderen verläuft diese Infektion heute durch die allmähliche Verschiebung der Erkrankung ins höhere Lebensalter oft untypisch. Die typischen Koplik'schen Flecken machen die Diagnose Masern sicherer, sie werden aber nur in etwa der Hälfte der Fälle gesehen. Beweisend für eine durchgemachte Infektion ist demnach nur ein positiver Laborbefund. Er kann durch kulturellen Nachweis aus Rachen, Konjunktivalabstrich, Urin, Blut oder Sputum erbracht werden sowie im Immunfluoreszenz-Test oder mittels PCR.

Serologisch wird die Immunität im Neutralisationstest, Hämagglutinations-Hemmtest (HHT) oder im ELISA nachgewiesen. Dabei spricht die Anwesenheit von spezifischem IgM für eine frische Infektion.

PCR und anschließende genotypische Charakterisierung der RNA lassen Rückschlüsse auf das spezielle Virusgenom zu, u. a. zur Unterscheidung zwischen Masern-Wild- und Impfvirus. Sie können bei Verdacht auf eine Impfkomplikation oder für epidemiologische Studien herangezogen werden (Nationales Referenzzentrum am Robert Koch-Institut; Tel.: 01888/ 754-2516).

Eine kausale antivirale Therapie gibt es nicht. Die Behandlung kann lediglich symptomatisch erfolgen. Bei bakterieller Superinfektion während einer Masernerkrankung (Otitis media, Bronchitis, Pneumonie) können geeignete Antibiotika eingesetzt werden.

Die Infektion hinterlässt eine wahrscheinlich lange, oft lebenslange Immunität.

Nach einer Erkrankung sind die Betroffenen bis zum Abklingen der klinischen Symptome von der Schule, aus dem Kindergarten oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen fernzuhalten, mindestens jedoch für fünf Tage nach dem Ausbruch des Exanthems.

Früher waren laut Bundesseuchengesetz bundesweit nur virale Enzephalitiden sowie der Tod an Masern meldepflichtig. Nach dem neuen Infektionsschutzgesetz ist jedoch jeder Masernverdacht und jede Masernerkrankung meldepflichtig.

Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie: "DGPI-Handbuch - Infektionen bei Kindern und Jugendlichen", 3. Auflage 2000, Futuramed-Verlag, München; Epidemiologisches Bulletin Nr. 29/2001


Mit gutem Beispiel voran? (3063 Zeichen)
 

(dvv) Die Eliminierung der Masern ist erklärtes Ziel unserer Gesundheitspolitik. Ausgesprochen kontraproduktiv aber war das Verhalten der Ärzte an einem Bundeswehrstandort.


Dort waren bei einem Bundeswehrangehörigen Ende des letzten Jahres die Masern ausgebrochen: Fieber, Husten, Schnupfen, makulopapulöses Exanthem. Der Bundeswehrsoldat - der Indexfall - kam von einem anderen Standort und absolvierte gerade einen Lehrgang, als er den Sanitätsdienst aufsuchen musste, wo Masern diagnostiziert wurden. Kein Grund zur Sorge für alle Kontaktpersonen, wenn man unverzüglich die notwendigen Riegelungsimpfungen bei mangelhaft Geimpften vornimmt, wie Experten und die STIKO dies empfehlen. Aber genau das ist - ausgerechnet in dieser staatlichen Institution - unterblieben. In der Folge erkrankten weitere 23 Bundeswehrangehörige, die entweder am Standort in die Krankenstation aufgenommen oder zur Pflege nach Hause geschickt wurden.

Bei dieser Masernwelle mutet es wie ein Wunder an, dass außer einem Otitis media-Fall keine weiteren Komplikationen wie Bronchopneumonien oder gar eine Masernenzephalitis aufgetreten sind. Bei Kindern liegt die Komplikationsrate schon bei 10 bis 15 Prozent, bei Erwachsenen nimmt sie mit höherem Lebensalter noch zu.

Bislang wird bei der Bundeswehr der Impfstatus - immerhin! - in Hinblick auf Tetanus und Diphtherie erhoben und nötigenfalls nachgeimpft. Wäre da nicht auch ein Blick auf die anderen empfohlenen Impfungen möglich, damit gleich bei der Einstellungsuntersuchung auch diese - falls sie noch fehlen - nachgeholt werden können? Allemal ließen sich dadurch Dienstausfälle oder bleibende Schäden verhindern, von Schadensersatzansprüchen ganz zu schweigen.

Deutschland gehört, im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten und den USA, immer noch zu den "Masernexporteuren", obwohl bereits seit 20 Jahren die Masern- Mumps-Röteln-Impfung von der STIKO empfohlen wird. Auch in den Niederlanden wurde von einem Masernausbruch berichtet, weil in einigen Gemeinden die Quote für die erste Impfung unter 90 Prozent lag.

Es gibt also auch in Europa noch Grund genug, dem weltweiten WHO-Programm zur Eliminierung der Masern Folge zu leisten. Dazu müssen die Durchimpfungsraten bei Kindern mehr als 95 Prozent betragen. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung tat die STIKO mit ihrer neuen Empfehlung insofern, dass die zweite Impfung MMR schon im zweiten Lebensjahr gegeben werden sollte; diese kann bereits vier Wochen nach der ersten Impfung erfolgen. So können Immunitätslücken frühzeitig geschlossen und ein vollständiger Impfschutz erreicht werden.

Empfehlungen sind nur so wirksam, wie sie auch angenommen und durchgeführt werden. So sind zum Beispiel Riegelungsimpfungen laut Empfehlung des RKI nach Ausbruch von Masern in Gemeinschaftseinrichtungen vorzunehmen. Man sollte erwarten können, dass die bundeseigenen Institutionen mit gutem Beispiel vorangehen, um alle nicht ausreichend geimpften Personen zu schützen und die Infektionskette zu unterbrechen.

Dr. Ute Quast, Marburg


Quellen:
Epidemiologisches Bulletin Nr. 20/2001, Nr. 29/2001 und Nr. 44/99;
Bundesgesundheitsblatt Nr. 8/2001, S. 830-843; Van den Hof et al. 2001. Measles outbreak in a commu-nity with very low vaccine coverage, the Netherlands. CDC Vol. 7, Nr. 3


Zoonosen erobern die Welt: das West-Nil-Virus (1896 Zeichen)
 

(dvv) Seit Urzeiten hat der Pesterreger die Menschheit bedroht: übertragen durch Flöhe von Ratten auf Menschen. Im Zeitalter wirksamer Antibiotika hat Yersinia pestis seine Schrecken verloren, dafür tauchen neue Zoonosen auf. Allen voran sind es RNA-Viren, die für mehrere Ausbrüche verantwortlich sind. Bekannte Beispiele sind Filoviren mit ihren Vertretern Marburg-Virus und Ebola-Virus. Ein weiteres Virus - das West-Nil-Virus - fordert mittlerweile verstärkt Beachtung.


Das West-Nil-Virus gehört zu den Flaviviren und ist mit dem Erreger der japanischen Enzephalitis verwandt. Die Symptomatik gleicht der einer Dengue- Virusinfektion mit Fieber, Myalgien, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, makulopapulösem Exanthem und Lymphadenopathie.

Erregerreservoir sind Vögel, für die Verbreitung der Viren sind Moskitos (Culex) verantwortlich. Das West-Nil-Virus kommt in Afrika, West- und Zentralasien, im Nahen Osten und in Europa vor. In den 90-er Jahren verursachte es in Rumänien, Marokko, Tunesien, Italien, Israel, Russland und in den USA zahlreiche Krankheitsfälle - auch einige Todesfälle. Weiterhin erkrankten und starben Pferde und unzählige Vögel.

Im Sommer 1999 starben in New York 6 von 62 erkrankten Menschen an dieser Virusinfektion. Vorausgegangen war ein zunächst rätselhaftes Vogelsterben. Als Folge dieses Ausbruchs verbreitete sich das Virus in New York, Conneticut, New Jersey und Maryland. Molekularbiologische Untersuchungen zeigten, dass der Erreger mit dem in Israel identifizierten Virus identisch ist. Dort war es möglicherweise durch Storchenschwärme aus Europa eingeschleppt worden.

Die Ausbreitung des West-Nil-Virus zeigt, wie leicht pathogene Erreger Regional- und Kontinentalgrenzen überwinden können und wie wichtig Überwachungsstrategien zur Vorbeugung und Kontrolle dieser Erkrankungen sind.

Quellen:
Emerging Infectious Diseases, Vol. 7, No. 3 Supp-lement, Juni 2001:
West Nile Virus: A Newly Emergent Epidemic Disea-se. S. 536
Intercontinental Transmission of West Nile Virus by Migrating White Stork, S. 540


Moskitos sind häufig Vektoren für Viren in Asien und Australien (5178 Zeichen)
 

(dvv) Die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) veröffentlichten im Juni die Berichte über Virusausbrüche der letzten zehn Jahre in Südostasien und dem West-pazifik, die australische und asiatische Wissenschaftler auf einer Tagung im Juli 2000 in Atlanta vorgestellt hatten.


Japan-Enzephalitis-Virus

Das Japan-Enzephalitis-Virus (JEV) gehört - wie das Gelbfiebervirus - zu den Flaviviren. Es ist in Südostasien und auch in Papua-Neuguinea verbreitet, und wird von verschiedenen Culex- und Aedes-Mücken übertragen. Seroepidemiologische Studien wiesen die Existenz des Virus in Papua Neuguinea seit 1989 nach, 1995 wurde es erstmals in der Inselregion "Torres Strait" diagnostiziert, die zu Nordaustralien gehört und an das Festland Papua Neuguineas grenzt. Inzwischen ist das Virus auch auf das australische Festland übergesprungen, eine weitere Verbreitung ist wahrscheinlich. Dabei ist für die Infektion von Menschen die räumliche Nähe von Brutstätten der Moskitos, Hausschweinen und menschlichen Behausungen entscheidend: Die Verlagerung der Schweinezucht vor die Tore der Dörfer und der Einsatz von JE-Impfstoffen konnte die Erreger-Ausbreitung lokal eindämmen.

Barmah-Forest-, Ross-River- und Chikungunya-Virus

Das Barmah-Forest-Virus (BFV), das Ross-River-Virus (RRV) und das Chikungunya-Virus (CHV) gehören zu den Alphaviren. Sie werden ebenfalls von Moskitos übertragen. BFV und RRV rufen epidemische Polyarthritiden hervor. BFV ist in großen Teilen Australiens verbreitet, RRV kommt überall in Australien, in Papua- Neuguinea und auf den Solomon-Inseln vor.
Das CHV führte seit den 60-er Jahren wiederholt zu kleineren Ausbrüchen in Süd- und Südostasien. Die Erkrankten bekommen Fieber über zwei bis fünf Tage, zeigen makulopapulösen Ausschlag an Rumpf und Extremitäten und leiden unter starken Rückenschmerzen und Arthralgien insbesondere der Interphalangealgelenke. Die letzten Ausbrüche wurden 1995 aus Thailand und 1998/99 aus Malaysia gemeldet.

Hendra- und Nipah-Virus
Das Hendra-Virus und das Nipah-Virus gehören zu den Paramyxoviridae. Sie zeigen aber gravierende genomische und morphologische Unterschiede zu anderen Vertretern der Paramyxoviridae, so dass sie einem neuen Genus "Henipavirus" zugeordnet wurden.

Das Hendra-Virus ist in Australien verbreitet, Flughunde und Fledermäuse sind vermutlich das Reservoir, da bei diesen spezifische Antikörper gegen das Virus gefunden wurden. Die Tiere selbst erkranken aber nicht, auch die Übertragungswege sind noch unklar: Menschen scheinen sich eher bei infizierten Pferden als durch Kontakt mit Flughunden anzustecken. Das Virus, das zunächst als Pferde- Masernvirus bezeichnet worden war, scheint zwar nicht sehr kontagiös zu sein, kann aber ein akutes respiratorisches Syndrom bei Menschen und Pferden - oft mit tödlichem Verlauf - verursachen.

Am Nipah-Virus starben von September 1998 bis April 1999 in Malaysia 105 von 265 erkrankten Personen und über eine Million Schweine. Die Schweine hatten Fieber sowie respiratorische und neurologische Symptome. Beim Menschen hingegen überwogen schwere Krankheitsbilder wie Enzephalitis mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schläfrigkeit, Orientierungslosigkeit, manchmal bis zum Koma innerhalb von 48 Stunden fortschreitend. Die meisten erkrankten Personen hatten direkten Kontakt mit Schweinen. Das Virus hat sich offensichtlich seit 1996 von der malaysischen Halbinsel aus verbreitet. Auch beim Nipah-Virus konnten neutralisierende Antikörper in verschiedenen Flughund-Gattungen gefunden werden.

Menangle- und Tioman-Virus

Das Mengangle-Virus gehört zur Gattung Rubulavirus in der Familie Paramyxoviridae. Es verursachte 1997 in Südostaustralien hohe kommerzielle Schäden, da bei Schweinen zahlreiche Totgeburten zu verzeichnen waren. Die Tiere hatten schwerste Missbildungen an Gehirn, Rückenmark, Versteifungen und Luxationen der großen Gelenke und Lungenhypoplasien. Während des Ausbruchs 1997 hatten sich zwei Arbeiter infiziert, die aber lediglich eine grippeartige Symptomatik und Hautausschlag zeigten. Flughunde sind sehr wahrscheinlich die primären Wirte.

Das Tioman-Virus gehört zur gleichen Gattung und wurde zufällig aus Flughunden isoliert, als man auf der Suche nach dem natürlichen Wirt des Nipah-Virus war. Thioman- und Menangle-Virus sind zwar verwandt, über eine etwaige Pathogenität des Tioman-Virus gibt es bislang keine Hinweise.

Australisches Fledermaus-Tollwutvirus

Der Genotyp 7 des Lyssavirus ruft bei australischen Fledermäusen und Flughunden die typischen Tollwutsymptome hervor. Flughunde bilden große Kolonien in der Nähe australischer Städte und stellen als Überträger somit eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit dar.

Das Virus führt auch beim Menschen zu tödlich verlaufender Enzephalitis, die Symptomatik entspricht der klassischen Rabies-Infektion. Da die verfügbare Tollwutimpfung einen ausreichenden Impfschutz erzeugt, werden nun alle gefährdeten Personen geimpft. Liegt der Verdacht auf eine Infektion vor, wird bei den betroffenen Personen eine postexpositionelle Tollwut-Immunprophylaxe durchgeführt.

Quelle:
Emerging Infectious Diseases, Vol. 7, No. 3 Supplement, Juni 2001: 497-504


ProMED-mail und Internet-Datenbanken der EU helfen bei der Überwachung ansteckender Krankheiten (2842 Zeichen)
 

(dvv) Wer sich über die aktuelle Situation von ansteckenden Krankheiten informieren möchte, findet dafür im Internet gute Möglichkeiten.


Das Internet-Forum ProMED-mail wurde 1994 mit der Unterstützung der "Federation of American Scientists" und SatelLife gegründet. Ziel ist es, Nachrichten über Ausbrüche ansteckender Krankheiten überall auf der Welt so schnell wie möglich zwischen lokalen, nationalen und internationalen Organisationen auszutauschen. Als Quellen dienen zum Beispiel die Medien inklusive Internet, Beobachter vor Ort und offizielle Berichte. Auch Abonnenten sind aufgefordert, Informationen beizutragen und an der Diskussion teilzunehmen.
ProMED-mail begann 1994 mit 40 Teilnehmern, heute sind es über 20.000 Interessierte in 160 Ländern, die das kostenlose Abonnement nutzen. Seit 1999 wird ProMED-mail von der "International Society for Infectious Diseases" verwaltet und hat seinen Standort in der "Harvard School of Public Health".

Im Gegensatz zur WHO und anderen Organisationen verwendet ProMED-mail auch vorläufige und inoffizielle Berichte. Der Wahrheitsgehalt der Meldungen wird nach Möglichkeit überprüft, aber es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Informationen übernommen. Der entsprechende Hinweis erscheint am Ende aller Beiträge.

Die WHO mit ihren offiziellen Datenbanken steht nicht in Konkurrenz zu ProMED- mail, denn dieses füllt als schnelles und unbürokratisches Informationssystem Lücken im Datenfluss, während die WHO nur Daten weitergeben kann, die ihr offiziell zugehen.

Auch innerhalb der Europäischen Union besteht eine leistungsfähige Infrastruktur im Internet, so dass mit diesem Medium Monitoring, Kontrolle und Prävention ansteckender Krankheiten möglich wird: Die wöchentlich und monatlich erscheinende Zeitschrift "Eurosurveillance", das "European Programme on Intervention Epidemiology Training" (EPIET) und das "European Union Public Health Information Network" (EUPHIN), zu dem die Datenbank "Extended Inventory on Resources of Communicable Diseases Control" (IRIDE) gehört. In dieser Datenbank sind Informationen aus den Mitgliedstaaten, aus Norwegen und der Schweiz sowie aus den Beitrittskandidaten der EU enthalten. Diese Informationsquellen im Netz erleichtern die Kommunikation zwischen den Mitgliedstaaten. Weiterhin sollen einheitliche Richtlinien für die Auswertung epidemiologischer Daten sowie für das Verhalten während Krankheitsausbrüchen erarbeitet werden, um Ausbrüche von Infektionskrankheiten in Europa besser bekämpfen zu können.

Für Ihre Suche im Internet:

http://www.promedmail.org
http://www.who.int/disease-outbreak-news/index.html
http://www.eurosurveillance.org
http://www.epiet.org
http://hsscd.euphin.org
http://iride.cineca.org

Quellen:
Emerging Infectious Diseases, Vol. 7, No. 3 Supplement, Juni 2001: 563
Eurosurveillance Weekly Vol. 5, Issue 25, 21. Juni 2001


Meningokokken: Serotyp W-135 auch in Europa (1214 Zeichen)
 

(dvv) Für Mekka-Pilger ist eine Impfung gegen Meningokokken zwar vorgeschrieben, dennoch infizieren sich in Saudi-Arabien jedes Jahr mehrere Hundert Menschen auf der Haddsch, überwiegend mit dem Serotyp W-135. Deshalb wird für Saudi-Arabien ab 2002 die Impfung mit dem Vierfachimpfstoff vorgeschrieben, der neben den Serotypen A, C und Y auch den Typ W-135 beinhaltet. Die Besucher können nach Rückkehr in ihre Heimatländer Erregerreservoir für Kontaktpersonen werden.


Diese Konstellation wird auch in Europa deutlich. So sind in den Veröffentlichungen der WHO zwei Fälle in Dänemark, zwei Fälle in Frankreich und vier erkrankte Personen in Norwegen aufgeführt. Dabei waren die meisten der bis Juni registrierten Personen selbst in Mekka gewesen oder hatten direkten Kontakt zu Pilgern. Auch in Deutschland werden jährlich einige Isolate vom Typ W-135 identifiziert. Im Jahr 2000 ließ sich laut Statistik des Nationalen Referenzzentrums für Meningokokken am Hygiene-Institut der Universität Heidelberg bei 15 Personen der Serotyp W-135 isolieren. Auch hier war in den meisten Fällen ein direkter oder indirekter Zusammenhang mit der Haddsch nachzuvollziehen.

Quelle:
ProMEDMail 23. Juni 2001; Epidemiologisches Bul-letin Nr. 23/2001


Neu erschienen: Merkblätter zur Aufklärung vor Cholera- und Japan-Enzephalitis-Impfung (843 Zeichen)
 

(dvv) Zwei besonders problematische Fälle in der reisemedizinischen Beratung sind jetzt mit Hilfe zweier neuer Aufklärungs-Merkblätter einfacher zu handhaben: Cholera und Japan-Enzephalitis.


Diese und andere Merkblätter zu verschiedensten (Reise-)Impfungen und einen Anhang zur Dokumentation der Einwilligung hat das Deutsche Grüne Kreuz in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG), der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) und dem Robert Koch-Institut erarbeitet.

Diese Merkblätter können bezogen werden über das

Deutsche Grüne Kreuz
-im Kilian-
Schuhmarkt 4
35037 Marburg,
Tel.: 0 64 21/2 93-1 23
Fax: 0 64 21/2 93-1 70

(Mindestabnahme 100 Stück - Einzelpreis DM 0,16)

 

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