DGK e.V. -Deutsche Gesundheits-Korrespondenz Juli/August 2010: So wirken Deos gegen Nässe und Geruch, Windpocken und Gürtelrose – ein Erreger, Darmkrebs: Neue Broschüre zur Vorsorgeuntersuchung, Ansteckende Fußpilzsporen im Wäschekorb, SOMMERURLAUB 2010 spezial: TIPPS UND MELDUNGEN RUND UMS REISEN, Wenn Reiseübelkeit die Urlaubsfreude verdirbt, Herzgesundheit: Natürlicher Bypass statt Operation, Ingwer lindert Muskelschmerz, Pilzsubstanz als Waffe gegen hochresistente Keime, Schlaf schärft das Farbensehen, Beipackzettel für Blinde und Sehbehinderte zugänglich, Große Erfolge und neue Rückschläge in der Polio-Bekämpfung
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 51, 7/8 - 2010

Sommer, Sonne, Achselschweiß
So wirken Deos gegen Nässe und Geruch
(2.770 Zeichen)

Ein Blick auf die Deo-Rückseite zeigt die  Inhaltsstoffe. Foto: Ulrich / DGK
Ein Blick auf die Deo-Rückseite zeigt die Inhaltsstoffe. Foto: Ulrich / DGK

Schwitzen ist gesund, wird aber heutzutage nur noch in der Sauna geduldet. Selbst im Fitness-Studio soll es auf keinen Fall nach Schweiß riechen. Zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen sorgen bei Hitze und körperlicher Anstrengung aber nun mal für Achselnässe und „Salz auf unserer Haut“.
Der typische Schweißgeruch entsteht übrigens erst, wenn sich Bakterien an die Zersetzung des Sekrets machen. Daher sind antibakterielle Wirkstoffe in fast jedem Deodorant (lateinisch für „Entriecher“) zu finden. Dabei kann es sich um pflanzliche Wirkstoffe handeln, zum Beispiel aus Salbei oder Rosmarin, aber auch um aggressivere Substanzen wie etwa das umstrittene Triclosan. Dieser „Bakterienkiller“ ist nicht für den täglichen Gebrauch geeignet, denn er steht im Verdacht, Bakterien gegen Antibiotika resistent zu machen. Sanfter ist die antibakterielle Wirkung von Alkoholen, die in vielen Deos enthalten sind. Für Menschen mit empfindlicher oder frisch rasierter Haut gibt es aber mittlerweile fast ebenso viele Produkte, die ohne Alkohol auskommen. Einige dieser Deos enthalten stattdessen sogenannte Enzymhemmer (zum Beispiel Triethylcitrat), die den Bakterien die Zersetzungsarbeit erschweren.

Eine zweite Wirkstoffgruppe, ebenfalls in den meisten Deos zu finden, kämpft nicht gegen die Bakterien selbst, sondern sorgt dafür, dass diese nichts zu tun bekommen: Antitranspirante hemmen die Schweißbildung, indem sie die Poren der Schweißdrüsen verengen. Für diesen „Job“ bewährt haben sich verschiedene Aluminiumverbindungen. Je nach Zusammensetzung reduzieren sie die Schweißmenge mehr oder weniger stark. Die Verträglichkeit ist individuell sehr verschieden. Aluminiumsulfate (zum Beispiel Alaun in Kristall-Deos) gelten als sanfter, während es gegen Aluminiumsalze (zum Beispiel Aluminiumchlorid-Hexahydrat) Bedenken wegen möglicher Hautreizungen gibt.  

Da Haare das Bakterienwachstum begünstigen, wird Menschen mit unangenehmem Schweißgeruch häufig zur Achselrasur geraten. Ob diese Maßnahme den gewünschten Effekt hat, muss jeder selbst ausprobieren. Ein mögliches Problem bei regelmäßiger Rasur: Die Haut wird trocken, gereizt und entwickelt einen starken Juckreiz.

Für Menschen, die unter starker Schweißbildung leiden, gibt es in der Apotheke Antitranspirante mit einem deutlich höheren Anteil an Aluminiumsalzen als herkömmliche Deos. Einige davon sind nicht für den dauerhaften, täglichen Gebrauch bestimmt, sondern sollten wie eine Kur angewendet werden. Also unbedingt Packungsbeilage und Hinweise vom Apotheker beachten! Wer unter krankhafter übermäßiger Schweißproduktion leidet, sollte die Ursache vom Arzt abklären lassen. Die Bandbreite ist groß und reicht von Übergewicht über Hormonstörung bis zu genetischer Veranlagung oder neurologischen Erkrankungen. 


Windpocken und Gürtelrose – zwei Krankheitsbilder, ein Erreger
(2.787 Zeichen)

(dgk) Windpocken (Varizellen) sind eine weltweit verbreitete, sehr ansteckende Krankheit, die durch das Varizella-Zoster-Virus hervorgerufen wird. Dieses Virus kann außerdem eine Gürtelrose, auch Herpes zoster oder kurz Zoster genannt, auslösen. Doch wie kann ein Virus zwei verschiedene Krankheiten verursachen? Die Antwort: Eigentlich ist die Gürtelrose „nur“ eine erneute Aktivität des Windpocken-Virus.

Die Ansteckung mit Windpocken erfolgt von Mensch zu Mensch durch direkten Körperkontakt oder seltener durch Tröpfcheninfektion (Krankheitsübertragung durch Sekrettröpfchen aus der Atemluft). Doch wer das Virus einmal in sich trägt, wird es nicht wieder los: Die Symptome der Windpocken heilen zwar ab, und die Ansteckungsphase geht vorüber, aber die Viren überdauern in Schaltstellen von Nerven (Ganglien) und können vor allem im höheren Lebensalter oder bei Abwehrschwäche wieder aktiv werden. Das äußert sich in den Krankheitszeichen einer Gürtelrose.

Patienten mit Gürtelrose sind nur über die typischen Hautbläschen ansteckend (nicht wie bei den Windpocken durch Tröpfcheninfektion mit der Atemluft!), aber sie infizieren Ungeschützte nicht mit Gürtelrose, sondern mit Windpocken. Umgekehrt stellt ein windpockenkrankes Kind keine Infektionsquelle für eine Gürtelrose dar. An Gürtelrose kann also nur erkranken, wer selbst die Windpockenviren in sich trägt, und wenn diese von „innen heraus“ wieder aktiv werden.

Für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen: die Windpockenimpfung
Und das gleich zwei Mal! Seit Juli 2009 sollen auch Kleinkinder zwei Impfungen gegen Windpocken erhalten, damit sie sicher geschützt sind. Der Impfstoff besteht aus abgeschwächten, lebenden Viren (Varizella-Zoster-Viren), die sich im Geimpften begrenzt vermehren. Er wird unter die Haut gespritzt (subkutane Injektion).

Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten erhalten parallel zur ersten MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln) die erste Impfung gegen Varizellen, eine zweite Impfung soll im Alter von 15 bis 23 Monaten folgen. Die zweite Impfung sollte aber frühestens in einem Mindestabstand von vier bis sechs Wochen gegeben werden. Dies gilt ebenfalls, wenn ein Kombinationsimpfstoff verwendet wird. Alle Kinder, die nach der alten Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) bisher nur eine Impfung erhalten haben, sollten diese jetzt nachholen lassen. Dazu wird von den Impfexperten ein Einzelimpfstoff empfohlen.

Windpocken können auch für Schwangere, die bisher weder an Windpocken erkrankt waren noch eine Windpockenimpfung erhalten haben, gefährlich sein. Daher sollten alle Frauen mit Kinderwunsch ebenso wie bei Röteln wissen, ob sie geschützt sind. Ein Bluttest kann Sicherheit geben: Zeigt sich, dass die Frau seronegativ ist, kann sie ebenfalls die beiden notwendigen Impfungen erhalten.


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Darmkrebs: Früh erkannt, ist er zu 90 Prozent heilbar!
Neue Broschüre präsentiert Fakten und ruft zur Vorsorge auf
(3.382 Zeichen)

(dgk) Eine neue Broschüre informiert Patienten rund um das Thema Darmkrebsfrüherkennung und -vorsorge. Dabei wird erläutert, wie der Krebs entsteht, wie er verhindert werden kann, wer zu den Risikogruppen gehört und ab wann welche Vorsorgeuntersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten wird.

Darmkrebs ist eine Krebserkrankung, die sich durch Früherkennungsuntersuchungen beinahe vollständig verhindern lässt. Allein in Deutschland werden jährlich rund 69.000 Fälle von Darmkrebs diagnostiziert. Jedes Jahr sterben hierzulande circa 27.000 Menschen an dieser Erkrankung, weil sie nicht rechtzeitig erkannt wurde. Wird der Krebs jedoch früh, nämlich im ersten Stadium festgestellt, besteht eine Heilungschance von mehr als 90 Prozent!
Bei Darmkrebs gibt es meist erst dann Warnzeichen und Symptome, wenn er fortgeschritten ist. Deshalb ist es sehr wichtig, Krebsfrüherkennungsmaßnahmen durchführen zu lassen, auch wenn keine Beschwerden vorliegen.

Der Krebs entsteht fast immer im Dickdarm oder im Mastdarm. Die Mehrzahl der Karzinome entsteht aus Wucherungen der Darmschleimhaut, den sogenannten Polypen. Diese sind primär gutartig, doch je größer sie werden, desto höher ist das Risiko, dass in den Polypen Krebs entsteht. Je früher also ein Polyp entdeckt und entfernt wird, desto besser.

Die Darmspiegelung ist nach wie vor das beste und sicherste Vorsorgeinstrument. Sie ermöglicht eine umfassende Diagnose und bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten, wie das sofortige Abtragen von Polypen oder die Entnahme von Gewebeproben für weitere Laboruntersuchungen. Untersucht werden der Dickdarm und meistens die letzten Zentimeter des Dünndarms. Eine Darmspiegelung ist risikoarm und lässt sich im Allgemeinen schmerzfrei in 15 bis 20 Minuten durchführen. Sie ist aber nur dann sinnvoll, wenn der Darm vorher gründlich gereinigt wurde. Je sauberer der Darm ist, desto besser kann der Arzt auch kleinste Details in der Schleimhaut erkennen, und umso leichter und schneller lässt er sich spiegeln.

Die bisherigen Methoden der Darmreinigung empfanden viele Patienten als quälend, und dies führte nicht selten zum Abbruch der Vorsorgeuntersuchung. Die Patienten mussten vier Liter einer stark salzigen Abführflüssigkeit trinken, was für viele eine körperliche Belastung darstellte und häufig zu Übelkeit und Erbrechen führte.

Inzwischen erleichtern moderne Trinklösungen die Darmreinigung erheblich und werden von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) auch für Risikopatienten (Alter, verschiedene Vorerkrankungen, Schwangerschaft) empfohlen. Die Trinkmenge ist im Vergleich zu bisherigen Lösungen um die Hälfte reduziert. Die Patienten müssen nur noch jeweils am Vorabend und am Morgen der Untersuchung einen Liter des in Wasser aufgelösten, geschmacklich angenehmen Pulverpräparats zu sich nehmen. Ergänzend ist mindestens je ein halber Liter Flüssigkeit notwendig: Mineralwasser, Tee, Kaffee, Saft oder auch klare Brühe. Die Reinigung des Darms ist effizient und sicher und ermöglicht dem behandelnden Arzt, auch kleinste Veränderungen frühzeitig erkennen zu können.

>> Die neue Broschüre „Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge“ kann ab Mitte Juli beim Deutschen Grünen Kreuz bestellt werden. Interessierte schicken einfach einen frankierten Rückumschlag (1,45 €uro) an:
Deutsches Grünes Kreuz,
Stichwort „Darmkrebsbroschüre“,
Schuhmarkt 4,
35037 Marburg


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Vorsicht vor ansteckenden Fußpilzsporen im Wäschekorb!
Übertragung auf andere Textilien möglich / Socken getrennt lagern und bei 60 Grad waschen
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(dgk). Nicht nur im Schwimmbad oder in der Sauna, auch im heimischen Wäschekorb lauert die Ansteckungsgefahr für unangenehmen Fußpilz: Wenn beispielsweise Fußpilz-Socken mit normaler  Wäsche vermengt in der Waschmaschine landet und nicht bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, können die Pilzsporen überleben und sich andere Familienmitglieder über die Wäsche anstecken.

Wissenschaftler am Institut für Hygiene und Biotechnologie an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim sind diesem Problem in umfangreichen Versuchen auf die Spur gekommen. Um die Ansteckungsmöglichkeit über infizierte Textilien zu beurteilen, kultivierten die Forscher Fußpilz-Erreger auf künstlichen Nährmedien und simulierten mittels mit Fußpilz-Sporen infizierten Baumwoll-Läppchen die Wäscheaufbewahrung in einem typischen Haushalt. Es wurde geprüft, ob es im Wäschekorb zu einer Übertragung von Pilzsporen durch infizierte Socken auf unbelastete Wäsche kommt. Eindeutiges Ergebnis: Bei allen Proben hatte eine Übertragung der Keime auf die zunächst unbelastete Wäsche stattgefunden. Menschen mit Fußpilz sollten ihre Socken daher stets getrennt von anderen Textilien aufbewahren.

Außerdem fanden die Forscher heraus, dass die Fußpilz-Sporen beim Waschen in der Waschmaschine nicht unbedingt abgetötet werden. Entscheidend ist die Wassertemperatur. Bei Waschversuchen mit 30 Grad mit einem Vollwaschmittel überlebte ein Teil der Pilzsporen die Prozedur nahezu unbeschadet und war weiterhin infektiös. Erst durch weiteren Waschgänge bei 60 Grad wurden die Pilzkulturen abgetötet, und sämtliche Wäschestücke waren frei von Fußpilz-Keimen.

Anti-Fußpilz-Socke in Entwicklung
Für ihre Versuche setzten die Hohensteiner Forscher eine äußerst sensible Messmethode für Keime ein, bei der die Fußpilze radioaktiv markiert werden. Dies erlaubt es, einzelne Fußpilz-Sporen innerhalb weniger Minuten nachzuweisen. Die Forscher nutzen das neue Verfahren derzeit, um in Zusammenarbeit mit der Industrie eine Anti-Fußpilz-Socke zu entwickeln, die in naher Zukunft das Volksleiden Fußpilz lindern könnte.

In Deutschland leiden rund zehn Millionen Menschen unter Fußpilz. Die dabei auftretenden roten, schuppenden Stellen auf der Haut, die mit starkem Jucken oder Brennen einhergehen, sind äußerst unangenehm und schmerzhaft. Verursacht wird die Infektion durch spezielle Hautpilze, sogenannte Dermatophyten, in den meisten Fällen durch den Pilz Trichophyton rubrum. Fußpilz-Sporen fühlen sich im warmen und feuchten Milieu der Füße wohl und breiten sich bei ausbleibender Behandlung über den Fuß aus. Dabei schilfern sie von der Haut ab und lagern sich an den Fasern der Socken ab.

Tipps zur Vorbeugung
Zum Schutz vor Fußpilz-Infektionen sollte man

  • in besonders gefährdeten Bereichen wie im Schwimmbad, in der Sauna oder in Hotelzimmern Schuhe tragen.
  • die Ansteckungsgefahr im eigenen Haushalt mindern: Socken von Personen mit Fußpilz immer getrennt von der Wäsche der restlichen Familienmitglieder aufbewahren.
  • Wäsche täglich wechseln
  • luftundurchlässige Textilien meiden
  • Wäsche/Socken bei mindestens 60 Grad waschen


Quelle:
Lauert Fußpilz auch im Wäschekorb?, Presseinformation Hohenstein Institute, März 2010, Opens external link in new windowhttp://www.hohenstein.de/ximages/1403797_hohfusspil.pdf


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SOMMERURLAUB 2010 spezial:

TIPPS UND MELDUNGEN RUND UMS REISEN


Erst die Sonnencreme, dann das Insektenabwehrmittel in zeitlichem Abstand

(dgk) Wer im Urlaub in die Tropen oder Subtropen reist und sich dort mit Insektenabwehrmittel (Repellents) gegen Malaria übertragende Mücken schützen möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass er das Präprat nicht gleichzeitig mit Sonnenmilch oder -creme auf die Haut aufträgt. Wichtig ist die richtige Reihenfolge und ein zeitlicher Abstand, denn der Sonnenschutz könnte ansonsten beeinträchtigt werden. Der Schutzeffekt kann nach Angaben von Experten bei gleichzeitiger Anwendung mit einem Insektenabwehrmittel bis zu 30 Prozent vermindert werden. Grundsätzlich sollte immer zuerst das Sonnenschutzmittel und erst nach etwa 15 bis 30 Minuten das Repellent aufgetragen werden. Dies auch deshalb, weil in Repellents spezielle Duftstoffe die summenden Plagegeister abhalten sollen und der Geruch durch das Sonnenschutzmittelaroma überlagert werden könnte. Übrigens: Der beste Sonnenschutz ist eine geeignete langärmelige Kleidung, die möglichst wenig UV-Strahlen auf die Haut lässt, und eine Kopfbedeckung. Textilien aus Polyester oder Polyester-Mischungen sind dazu gut geeignet.

Reiseimpfungen rechtzeitig beginnen
(dgk) Impfungen können vor vielen Infektionskrankheiten schützen. Auf Reisen in ferne Länder ist dies besonders wichtig. Die Wirkung setzt jedoch nicht direkt mit dem Piks ein. Zum Teil sind für eine komplette Immunisierung auch mehrere Dosen erforderlich, die in bestimmten zeitlichen Mindestabständen nacheinander verabreicht werden müssen. Stehen mehrere verschiedene Impfungen an, sind unter Umständen auch zwischen diesen Gaben Fristen einzuhalten. Es empfiehlt sich daher, spätestens bei Buchung einer Reise von Arzt oder Apotheke einen Impfplan erstellen zu lassen und beizeiten mit der Prophylaxe zu beginnen.
>> Weitere Informationen zu Reiseimpfungen findet man zum Beispiel unter Opens external link in new windowwww.dgk.de/gesundheitsthemen im Kapitel „Impfen und Infektionskrankheiten / Impfschutz für Reisende" oder Opens external link in new windowwww.ibera-online.deOpens external link in new window

Regelmäßige Medikamenteneinnahme nötig: Zeitverschiebung beachten!
(dgk) Wer Medikamente zu einem festen Zeitpunkt einnehmen muss, sollte sich vor einer Fernreise erkundigen, wie groß die Zeitverschiebung ist. Einige Medikamente werden in ihrer Wirkung beeinträchtigt, wenn der Einnahme-Rhythmus nicht eingehalten wird. Beispiel Diabetes: Bei Reisen nach Osten verkürzt sich der Tag. Die Insulindosis muss entsprechend verringert werden. Als Faustregel gilt: Die innerhalb von 24 Stunden notwendige Dosis reduziert sich um den Bruchteil, der sich aus der Zeitverschiebung ergibt. Beispiel: Werden die Uhren bei einer Reise nach Asien um sechs Stunden vorgestellt, reduziert sich der Insulinbedarf um 6/24 (= ein Viertel). Bei Reisen nach Westen gilt Entsprechendes umgekehrt, das heißt die Insulinmenge muss nach derselben Faustregel vorübergehend durch eine zusätzliche Insulindosis erhöht werden. Lassen Sie sich unbedingt von Ihrem Arzt vor Reisebeginn beraten!

Kopfschmerzen auf Flugreisen vorbeugen: viel trinken!

(dgk) Als „Urlaubsweltmeister“ nutzen die Deutschen besonders die langen Sommerferien gerne für einen „Ausflug in die weite Welt“. Wer eine längere Flugreise plant, sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr im Flieger achten. Das beugt unangenehmen Kopfschmerzen vor und verhindert die Folgen eines Flüssigkeitsmangels (z. B. Schwindel, Schwächegefühl, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, niedriger Blutdruck). Die geringe Luftfeuchtigkeit in der Flugzeugkabine erhöht automatisch den Flüssigkeitsverlust während der Reise. In Verbindung mit der geringen Bewegung an Bord sinkt zudem der Blutdruck, und das verursacht Kopfschmerzen. Hinzu kommt, dass der niedrige Luftdruck an Bord zusätzlich die Sauerstoffaufnahme und -versorgung erschwert. Dadurch werden die Kopfschmerzen noch verstärkt. Abhilfe schafft, viel zu trinken. Zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfes sind Wasser (am besten still), Fruchtsäfte und Kräutertees zu bevorzugen. Empfehlenswert sind mindestens 150 Milliliter pro Stunde. Alkohol sollte als Durstlöscher vermieden werden, denn durch die mangelnde Druckwirkung von außen erweitern sich die Gefäße im Körper, das Blut zirkuliert schneller, und der Alkohol wirkt daher stärker.
>> Weitere Informationen zum Thema Kopfschmerzen/Schmerzen unter
 Opens external link in new windowhttp://www.forum-schmerz.de/

Dengue-Fieber in Ägypten und in Thailand
(dgk) Die Verbreitung des Dengue-Fiebers, das vornehmlich in tropischen und subtropischen Gebieten zu finden ist, dehnt sich immer weiter Richtung Europa aus. Anfang Mai erkrankten zwei italienische Touristinnen im Alter von 71 und 72 Jahren, die in Marsa Alam, Berenike und Asch-Schalatin am Roten Meer Urlaub gemacht hatten, nach ihrer Rückkehr an Dengue-Fieber. Beide Patientinnen sind mittlerweile wieder gesund. In den vergangenen Jahren wurden zwar keine Dengue-Fälle aus Ägypten gemeldet, aber schon seit einiger Zeit beobachten Experten eine epidemiologische Veränderung am Roten Meer, wo es auch schon in Jordanien zu Dengue-Erkrankungen gekommen ist. Experten gehen davon aus, dass das Infektionsrisiko für Reisende in dieser Region zunimmt. Daher ist ein ausreichender Schutz vor den die Krankheit übertragenden Mücken, die vorwiegend am Tag aktiv sind, ratsam. Auch im beliebten Ferienziel Thailand muss mit einem erhöhten Übertragungsrisiko für Dengue-Fieber während der Regenzeit von Mai bis Oktober gerechnet werden. Fälle wurden aktuell aus der Provinz Pattani im Süden des Landes gemeldet.

Vorsicht vor Masern in Bulgarien – Einschleppung bis nach München
(dgk) In Bulgarien haben aktuell Maserninfektionen stark zugenommen: Seit Jahresbeginn wurden rund 23.000 Masernfälle gemeldet, 24 Menschen starben. Bislang konnte die Epidemie noch nicht gestoppt werden. Besonders betroffen sind die Regionen Pazardjik, Vratsa und Plovdiv, die auch als beliebte Urlaubsziele gelten. Mittlerweile schwappte die bulgarische Masernwelle bis nach München, wo im Laufe des Monats Juni 34 Fälle gemeldet wurden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rechnet damit, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet. Experten raten daher dringend dazu, den Impfstatus bei Kindern, aber auch Jugendlichen und Erwachsenen zu überprüfen und nötigenfalls zu ergänzen. Masern sind hochansteckend. Bei Erwachsenen verlaufen Masern meist mit mehr Komplikationen als bei Kindern. Häufig werden sie von Lungen-, Augen- oder Mittelohrentzündungen begleitet. Außerdem besteht bei Erwachsenen und Säuglingen ein erhöhtes Risiko, dass eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhaut auftritt.
>> Weitere Informationen zu Masern findet man unter Opens external link in new windowhttp://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/krankheiten-von-a-bis-z/masern.html

Reiseapotheke: Ermitteln Sie Ihren individuellen Bedarf mittels Checklisten
(dgk) Fertige Sets sind zwar in Apotheken erhältlich. Doch ist es besser, sich seine Reiseapotheke mit pharmazeutischer bzw. ärztlicher Fachberatung persönlich zusammenstellen zu lassen. Denn die Bedürfnisse variieren oft erheblich und hängen zum Beispiel von Ziel und Art der Reise oder den eigenen gesundheitlichen Schwachpunkten ab. Anhand von Checklisten fällt die Auswahl leichter. Das DGK stellt verschiedene Listen zum Download gegen eine Schutzgebühr zur Verfügung.
>> Mehr unter Opens external link in new windowhttp://dgk.de/gesundheit/reise/reiseapotheke.html

Medikamente sind keine „Souvenirs“
(dgk) Um Medikamentenfälschungen aus dem Weg zu gehen, sollten Urlauber im Ausland möglichst keine Arzneimittel kaufen. Es besteht das Risiko, statt des benötigten Medikaments ein Plagiat zu erhalten, warnt die Bundesapothekerkammer. Arzneimittelfälschungen enthalten einen anderen Wirkstoff als deklariert, den angegebenen Wirkstoff in einer anderen Konzentration oder gar keinen Wirkstoff. Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 8 bis 10 Prozent der Medikamente gefälscht. In ärmeren Ländern ist das Risiko für Arzneimittelfälschungen besonders groß. Die Gefahr, im Ausland ein gefälschtes und damit unwirksames oder sogar schädliches Medikament zu kaufen, sei besonders auf Wochenmärkten oder bei fliegenden Händlern groß, so die Apothekerkammer. Eine Schnäppchenjagd auf Medikamente könne lebensgefährlich sein.


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„Ach wären wir doch schon endlich da!“
Wenn Reiseübelkeit die Urlaubsfreude verdirbt / Präparate und Tipps zur Vorbeugung helfen
(2.810 Zeichen)

(dgk) Endlich Urlaub – Sommer, Sonne und Ferien in fernen Gefilden! Doch bei manchen löst das gemischte Gefühle aus: Wie gerne würden sie verreisen, allein sie plagt stets eine unangenehme Reiseübelkeit, die ihnen den Start in die schönste Zeit des Jahres schnell vermiesen kann.

Eine kurvenreiche Auto-, Bus- oder Zugfahrt, eine schaukelnde Schiffsreise oder das Auf und Ab während einer Flugreise führen zu rasch wechselnden, widersprüchlich wahrgenommenen Sinneseindrücken: innen Ruhe, außen Bewegung. Das reizt die Gleichgewichtsorgane und aktiviert das Brechzentrum. Reiseübelkeit ist keine Krankheit, es handelt sich vielmehr um eine besondere Überempfindlichkeit des Körpers auf außergewöhnliche äußere Reize. Die Folge sind zum Beispiel allgemeines Unwohlsein, Blässe, Schwindel, kalter Schweiß, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In der Regel lässt die Reiseübelkeit schnell nach, sobald die auslösenden Reize nicht mehr vorhanden sind. Bei empfindlichen Personen können die Symptome aber auch länger anhalten.

Grundsätzlich kann die Reiseübelkeit jeden treffen. Doch die Anfälligkeit ist stark altersabhängig. Säuglinge sind normalerweise nicht von Reiseübelkeit betroffen, weil bei ihnen das Gleichgewichtsorgan im Innenohr noch nicht vollständig entwickelt ist. Am häufigsten ist das Phänomen bei Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren zu beobachten. Ab dem 50. Lebensjahr kommt die Reiseübelkeit eher selten vor.

Die Überempfindlichkeit lässt sich weitgehend unterdrücken. Ständig davon Geplagten empfiehlt sich, mindestens eine halbe Stunde vor Fahrtbeginn prophylaktisch ein sogenanntes Antiemetikum zu nehmen, das zugleich etwas müde machen kann. Antiemetika sind Medikamente, die Übelkeit und Brechreiz unterdrücken sollen. Es gibt sie unter anderem in Kaugummi-, Tabletten- oder Zäpfchenform sowie – auf Rezept – als Pflaster. Wem seltener schlecht wird, wartet ab und nimmt bei ersten Anzeichen die schnell wirksame, intensiv zu kauende Version. Helfen sollen auch Substanzen aus Ingwerwurzeln (z. B. als Tee). Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bei Auswahl und Anwendung eines Präparates  beraten.

Um während einer Reise gut gerüstet zu sein, können auch vorbeugende Tipps helfen:

  • Setzen Sie sich selbst nicht unter Druck, indem Sie auf die Übelkeit warten, sondern versuchen Sie ruhig und gelassen zu bleiben.
  • Setzen Sie sich in Bus oder Bahn in Fahrtrichtung.
  • Sehen Sie nicht aus dem Seitenfenster, sondern schauen Sie nach vorne und suchen sich einen weit entfernten Punkt am Horizont.
  • Lesen Sie nicht während der Fahrt.
  • Sorgen Sie für ausreichend frische Luft.
  • Treten Sie nicht mit leerem Magen die Reise an, vermeiden Sie aber schwer verdauliche, fette Speisen.
  • Unterbrechen Sie lange Fahrten möglichst häufig und legen Sie genügend Pausen zum Frische-Luft-Schnappen ein.



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Herzgesundheit: Natürlicher Bypass statt Operation?
(4.673 Zeichen)

(RaIA/dgk) Engpässe in den Blutgefäßen können zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Bisher wurden diese Schwachstellen durch operative Eingriffe behandelt. Doch mit etwas Unterstützung kann der Körper sich auch selber helfen und natürliche Bypässe ausbilden. Darüber berichtet die Zeitschrift Ratgeber aus Ihrer Apotheke in ihrer Ausgabe 8A/2010 (erscheint am 1. August).

Werden gefährliche Gefäßverengungen rechtzeitig erkannt, gab es bisher neben Medikamenten verschiedene Verfahren, sie zu behandeln: die Aufdehnung der verengten Stelle durch einen mit Medikamenten beschichteten Ballon (Ballondilatation), die Einführung eines feinen Maschendrahtgitters (Stent) in das Gefäß, um es offen zu halten, oder eine Bypass-Operation. Dabei wird der verengte Arterienabschnitt durch ein kleines Stück Vene oder Arterie von einer anderen Körperstelle ersetzt. Rund 70.000 solcher Bypass-Operationen werden jährlich durchgeführt. Sie gelten als Routineeingriff, sind jedoch nicht ohne Risiko: Bei der sehr aufwendigen Operation erleiden jährlich fünf Prozent der Patienten noch im Operationssaal einen Herzinfarkt, ein Prozent überlebt den Eingriff nicht.

Der Körper heilt sich selbst

Ein Forscherteam der Charité in Berlin hat in einer Studie untersucht, wie sich die Selbstheilungskräfte des Körpers nutzen lassen und ohne Nebenwirkungen bessere Erfolge versprechen. Jeder Mensch hat nämlich im Umfeld der großen Arterien ein Netz von Umgehungskreisläufen: feine, dünne Blutgefäße, die allmählich den Bluttransport übernehmen können, wenn die benachbarte Arterie verstopft ist. Es ist wie im Straßenverkehr: Bildet sich auf der Hauptstraße ein Stau, wird der Verkehr in die kleinen Nebenstraßen umgeleitet. Mit dem Unterschied, dass unsere feinen Blutgefäße (Kollateralen) durch die Schubkraft des Blutes allmählich zu großen Blutgefäßen heranwachsen können (Arteriogenese). Dr. Ivo Buschmann von der Charité Berlin berichtet, dass manche Menschen komplette Gefäßverschlüsse hätten, ohne etwas davon zu bemerken. Denn bei ihnen hatten sich allmählich „natürliche Bypässe“ herausgebildet. Wie funktionstüchtig diese sind, wird durch Erbanlagen, gesundheitliche Risikofaktoren und auch durch die körperliche Fitness beeinflusst. In jedem Fall bedarf es bestimmter Impulse, um den Wachstumsprozess der Kollateralen zu stimulieren.

Sport stößt Umbauprozess an
Zum einen spielen bestimmte weiße Blutkörperchen (Monozyten) eine wichtige Rolle bei der Vergrößerung der Umgehungsgefäße. Sie kreisen als mobile Umbautruppen im Blut und transportieren Wachstumsfaktoren in die Gefäßwände der feinen Umgehungsgefäße. Dieser Prozess lässt sich durch eine zusätzliche externe Gabe dieser Monozyten ankurbeln. Zum anderen ganz entscheidend ist die Beschleunigung des Blutstroms, der die feinen Gefäße durchfließt. Denn eine stärkere Schubkraft des Blutes bewirkt den allmählichen Ausbau der engen „Umgehungssträßchen“ des Blutes in leistungsfähigere Transportwege. Durch regelmäßiges Gehtraining oder anderen intensiven Ausgleichssport lässt sich die Schubkraft des Blutes erhöhen und dadurch das Wachstum der biologischen Bypässe anregen.

„Herzhose“ simuliert Bewegung
Ein regelmäßiges Gehtraining können allerdings nicht alle Patienten mit einer fortgeschrittenen Arteriosklerose absolvieren, zum Beispiel wenn sie an weiteren Erkrankungen oder Einschränkungen der Mobilität leiden. Um auch bei ihnen die Bildung natürlicher Bypässe anzuregen, haben Wissenschaftler die sogenannte „Herzhose“ entwickelt: Sie besteht aus sechs aufblasbaren Manschetten, die paarweise um die Unterschenkel und um zwei Stellen der Oberschenkel gelegt wird. Mit dem Herzschlag blasen sie sich auf und entlüften sich wieder. Durch das „passive Training“ wird der Blutkreislauf in Schwung gebracht und das Blut mit rhythmischem Druck zum Herzen gepumpt. Ähnlich wie beim aktiven Training wird bei diesem passiven Training durch den erhöhten Blutdruck der Ausbau der Kollateralen zum biologischen Bypass angeregt.
Weitere Studien sollen zeigen, ob die Herzhose auch bei Schlaganfallpatienten und bei Patienten mit verengten Beinarterien wie der sogenannten „Schaufensterkrankheit“ oder dem „Raucherbein“ (PAVK) greift.

Das Forscherteam der Berliner Charité um Dr. Ivo Buschmann möchte eine umfassende vorbeugende Therapie für Patienten mit Arteriosklerose und weiteren Risikofaktoren entwickeln. Denn für eine effektive Vorbeugung ist das zeitlich begrenzte passive Training mit der „Herzhose“ nicht ausreichend. Gefäßpatienten müssten regelmäßig Schubspannung zum Beispiel durch Gehtraining aufbauen, damit die biologischen Bypässe erhalten bleiben

Quelle:
Ratgeber aus Ihrer Apotheke/ Ausgabe 8A/2010 (1. August)


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AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Ingwer lindert Muskelschmerz

Studie: Täglicher Verzehr hilft bei leichten Beschwerden
(1.597 Zeichen)

(dgk) Ingwer hat sich seit längerem als Erkältungs- oder Magenmittel bewährt. Bislang war auch bekannt, dass Ingwer bei Mäusen Entzündungen hemmt und Schmerzen lindert. Eine Forschergruppe um Patrick O'Connor von der University of Georgia hat diesen Effekt nun auch beim Menschen getestet. Ergebnis: Täglicher Verzehr lindert zumindest leichten Muskelschmerz.

Die Forscher untersuchten die Wirkung von rohem oder gekochtem Ingwer bei insgesamt 78 jungen Erwachsenen im Vergleich zu Placebopräparaten. Elf Tage lang nahmen die Probanden zwei Gramm in Kapselform zu sich, zunächst ohne Muskeltraining. Am achten Tag mussten sie eine anstrengende Armübung ausführen: 18 Armbeuger-Dehnungen mit schweren Gewicht, die leichten Muskelschmerz im Arm auslösten. An den folgenden drei Tagen wurden Entzündungswerte gemessen, die Stärke des Muskelschmerzes mussten die Personen auf einer Skala angeben. 24 Stunden nach dem Sport war der Schmerz in der Ingwergruppe messbar erträglicher als in der Placebogruppe. Einen Unterschied zwischen rohem oder gekochtem Ingwer gab es nicht. Nach zwei bzw. drei Tagen war jedoch auch zwischen den Gruppen kein Unterschied mehr festzustellen.

Allerdings halten Experten vom britischen National Health System (NHS) eine Wiederholung in größerem Umfang für sinnvoll, um eindeutige Ergebnisse zu liefern. Rückschlüsse auf andere Schmerzen wie Arthritis oder Kopfschmerz seien ebenfalls nicht zulässig, kritisiert das NHS.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird Ingwer bereits seit langem zur Behandlung von Muskelschmerzen sowie von Rheuma und Erkältungen verordnet.

Quellen:
Christopher D. Black, Matthew P. Herring, David J. Hurley, Patrick J. O'Connor: Ginger (Zingiber officinale) Reduces Muscle Pain Caused by Eccentric Exercise. In: Journal of pain published online 26 April 2010, Opens external link in new windowhttp://www.jpain.org/article/S1526-5900%2809%2900915-8/abstract
UGA researchers find daily ginger consumption eases muscle pain
Opens external link in new windowhttp://www.uga.edu/news/artman/publish/100519gingermuscle.shtml
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Pilzsubstanz könnte neue Waffe gegen hochresistente Keime werden
(1.896 Zeichen)

(dgk) Viele Bakterien sprechen auf Antibiotika nicht mehr an. Vor allem gegen Methicillin-resistente Staphylokokken, sogenannte MRSA-Stämme, ist die Medizin mittlerweile fast machtlos. Plectasin, ein Wirkstoff aus Pilzen und niederen Tieren, könnte nun als schlagkräftige Waffe gegen gefährliche Bakterien eingesetzt werden – zumindest für eine gewisse Zeit. Das hoffen Forscher der Universität Bonn aufgrund ihrer gemeinsamen Forschungsarbeiten mit dänischen und holländischen Kollegen. Bei der Pilzsubstanz Pectasin  handelt sich um ein kleines Eiweißmolekül, das selbst hochresistente Keime zerstören kann.

Das Team um Dr. Tanja Schneider und Professor Dr. Hans-Georg Sahl fand heraus, dass Plectasin die Bildung der Bakterienzellwand stört, sodass sich die Erreger nicht mehr teilen können. Plectasin verhalte sich dabei wie „ein Dieb, der einem Maurer die Steine klaut“. Es hefte sich an den Zellwand-Bestandteil Lipid II und verhindere so, dass dieser eingebaut wird. Ohne Zellwand sind Bakterien jedoch nicht lebensfähig.
Einen ähnlichen Effekt hat Penicillin, das wohl bekannteste Antibiotikum: Es behindert ebenfalls die Zellwand-Synthese. Plectasin ähnelt jedoch in seiner Wirkung eher Vancomycin, das seit den 80er-Jahren als Mittel der Wahl gegen MRSA-Stämme galt. Inzwischen sind aber immer mehr Bakterien auch gegen Vancomycin resistent. Es sei jedoch stets nur eine Frage der Zeit, bis die Erreger mutieren und ihnen auch neue Medikamente nichts mehr anhaben können.
Plectasin gehört zu den sogenannten Defensinen; das sind körpereigene Aminosäuren, die vor allem in Tieren und höheren Pflanzen der Abwehr von mikrobiellen Erregern dienen. Der Mensch bildet Defensine auf seiner Haut und erstickt so viele Infektionen bereits im Keim. Defensine töten jedoch nicht nur Krankheitserreger, sondern alarmieren auch das Immunsystem. Daher setzt die Forschung in sie besonders große Hoffnungen.

Quelle:
Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie, 27.05.2010, Neue Waffe gegen hochresistente Keime, Opens external link in new windowhttp://idw-online.de/pages/de/news371440
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MELDUNGEN

Schlaf schärft das Farbensehen

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(dgk) Am nächsten Morgen sieht die Welt wieder anders aus. Diesen beruhigenden Spruch kann man wortwörtlich nehmen, denn tatsächlich verbessert sich offenbar zumindest unser farbliches Sehvermögen über Nacht. Eine neue Studie brachte es ans Licht: Schlaf bestimmt demnach mit, wie wir unsere Umgebung sehen und dass für uns Grau nicht immer gleich Grau bleibt. Abends sehen wir die Welt offenbar mit anderen Augen durch eine leicht „grünlich-gefärbte Brille“, morgens dagegen unverfälscht.

Forscher der University of Houston berichteten Anfang Juni auf der 24. Jahrestagung der US-Schlafforscher in San Antonio von ihren Versuchen, mit denen ihnen erstmals der Nachweis gelang, dass wir am Morgen nach dem Schlafen Farben neutral sehen, sich diese Wahrnehmung jedoch im Lauf des Tages mit der Dauer der Wachphase verändert.

Ein Team um den Computerwissenschaftler Bhavin Sheth zeigte in Experimenten freiwilligen Versuchspersonen verschiedene Tafeln mit leicht grünlicher oder leicht rötlicher Graufärbung. Die Probanden sollten in unterschiedlichen Testreihen angeben, in welche Richtung die gezeigte Farbe ihrem Empfinden nach von einem reinen neutralen Grau abwich. Überprüft wurde das subjektive Sehempfinden direkt vor dem Zubettgehen und beim Aufstehen nach einem durchschnittlich 7,7 Stunden langen Schlaf. Ergebnis: Graue Farbe erhält in unseren Augen im Laufe des Tages offenbar zunehmend einen leichten, jedoch messbaren Grünstich. Während des Schlafes in der Nacht dann wird dieser „Fehler“ korrigiert, am Morgen ist das grün-stichige Sehen verschwunden und Grau wieder Grau. Warum dies so ist, können die Wissenschaftler bislang nicht erklären.


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Beipackzettel jetzt auch für Blinde und Sehbehinderte zugänglich
Gebrauchsinformationen von Arzneimitteln in Großdruck oder zum Hören
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(dgk) „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage...“ – dies war Blinden und Sehbehinderten bisher nicht uneingeschränkt möglich. Der neue Onlinedienst „PatientenInfo-Service“ startete jetzt damit, die Arzneimittel-Gebrauchsinformationen von mehr als 20 Pharmaunternehmen nach und nach auf die Seite www.patienteninfo-service.de einzustellen.
Stetig kommen neue Medikamenten-Informationen hinzu, die blinde und sehbehinderte Menschen in verschiedenen Formaten im Internet aus einer A-Z-Liste abrufen können. Möglich sind zum Beispiel ein Großdruck über eine barrierefreie PDF-Datei, der Abruf als navigierbares Hörbuch im DAISY-Format und als Web-Site, die auch elektronisch vorgelesen werden kann. Eine Kontrastansicht soll Sehbehinderten das Lesen erleichtern, ist aber auch für Normalsichtige gut geeignet. Entwickelt wurde das System von der Rote Liste® Service GmbH in enger Kooperation mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV).

>> Weitere Informationen auf Opens external link in new windowwww.patienteninfo-service.de


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Große Erfolge und neue Rückschläge in der weltweiten Polio-Bekämpfung
WHO: Mehr Geld zur Ausrottung der Kinderlähmung nötig
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(dgk) In den kommenden drei Jahren entscheidet sich, ob es gelingt, die Kinderlähmung weltweit auszurotten. Das ist die Einschätzung von WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan. Sie appellierte an die internationale Gemeinschaft von Geldgebern, im Kampf gegen Polio nicht nachzulassen. Im Budget für den Strategieplan der „Global Polio Eradication Initiative“ für 2010 bis 2012, das  2,6 Milliarden US-Dollar umfasst, klaffe ein 1,3 Milliarden US-Dollar großes Loch, so Chan.
Neben großen Erfolgen in der Polio-Bekämpfung, zum Beispiel in Afrika und Indien, gab es in jüngster Zeit auch Rückschläge, so in Tadschikistan, wo im Frühjahr eine Polioepidemie ausbrach. Nach Angaben des WHO-Regionalbüros für Europa hatte Tadschikistan bis Dienstag, 22. Juni 2010, 643 Fälle der akuten schlaffen Lähmung (AFP) gemeldet. In 275 Fällen wurde im Labor das Poliowildvirus Typ 1 nachgewiesen. In 60 Fällen konnte der Verdacht entkräftet werden. Unter den 275 bestätigten Polio-Fällen waren 14 Todesfälle zu verzeichnen (5,1 Prozent). Das benachbarte Russland befürchtete – auch aufgrund vieler Wanderarbeiter aus den zentralasiatischen GUS-Staaten – eine Einschleppung des ursprünglich aus Indien stammenden Virus und traf daraufhin verschiedene Sicherheitsmaßnahmen. Dennoch starb Anfang Juni in Russland ein 26-jähriger Usbeke an den Folgen einer Polio-Infektion. Nach Angaben der Behörden war dies der erste Poliomyelitis-Todesfall seit Jahren in Russland.


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