DGK e.V. -Frostschutzmittel bergen Vergiftungsrisiken, Arbeit kann krank machen – Arbeitslosigkeit aber auch, 100 leckere Rezepte gegen Darmbeschwerden, Zöliakie, Laktose- und Fruktose-Intoleranz, Kaufsucht: Shoppen, bis der Arzt kommt, „Studien belegen...“ – was heißt das eigentlich konkret? Chronische Erschöpfung und Fibromyalgie: Ein einfacher Zucker kann helfen,D-Ribose, Enddarmprobleme bei Frauen, Fasching: Verkleiden als Therapie?, Ärztefortbildung „Bioidentische Hormone“
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Frostschutzmittel, Vergiftungsrisiken, Arbeit kann krank machen – Arbeitslosigkeit aber auch, Rezepte gegen Darmbeschwerden, Zöliakie, Laktose- und Fruktose-Intoleranz, Kaufsucht, Studien belegen..., Chronische Erschöpfung, Fibromyalgie, D-Ribose, Enddarmprobleme bei Frauen, Fasching, Verkleiden als Therapie?, Ärztefortbildung Bioidentische Hormone
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 51, 1-2 - 2010

Süß und gefährlich
Frostschutzmittel bergen Vergiftungsrisiken
(2.412 Zeichen)

Autofahren im Winter
Foto: MEV

(dgk) Eine lange Wintersaison mit eisigen Temperaturen und matschig-nassen Straßen. Autofahrer sind in diesem Winter besonders gefordert, wenn es um die Winterfestigkeit ihres Fahrzeuges geht. Schon zu Beginn des Winters haben viele durch die Montage von Winterreifen und das Befüllen des Kühlsystems mit Frostschutzmittel Vorsorge getroffen. Eine eher lästige und regelmäßige Aufgabe ist das Nachfüllen der Scheibenwaschanlage mit frostsicherer Flüssigkeit, um für möglichst gute Sichtverhältnisse während der Fahrt zu sorgen. Mehr oder weniger kleine Depots von Frostschutzmitteln, Türschlossenteisern und Scheibenreinigern sind in Garagen, Gartenschuppen und offenen Carports anzutreffen.

VergiftungsrisikenKühlerfrostschutzmittel enthalten bis zu 100 Prozent Ethylenglykol, eine süßlich-scharf schmeckende Flüssigkeit, die sehr giftig ist. Schon ein Schluck kann zu Organschäden und lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Nach Einschätzung der Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg begünstigt der süßliche Geschmack die Aufnahme einer größeren Menge und verhindert, dass der Kühlerfrostschutz von Menschen und auch Tieren als gefährlich erkannt wird.
                                                                          Foto: Torsten Schon © Fotolia.com
Scheibenfrostschutzmittel und Türschlossenteiser enthalten weniger Glykole als Kühlerfrostschutz, dafür aber hohe Konzentrationen an Ethanol. Daher kann auch die Aufnahme dieser Substanzen zu Vergiftungen führen.

Aufgrund dieser Risiken sollten alle Frostschutzmittel und Enteiser insbesondere für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden und auf keinen Fall in offenen Carports stehen. „Besondere Umsicht gilt auch für die Reste in den Kanistern und Flaschen. Ein Umfüllen dieser Substanzen in andere Behältnisse, zum Beispiel Limonaden- oder Wasserflaschen, ist fahrlässig, weil dadurch das Verwechslungs- und Vergiftungsrisiko für Kinder, aber auch Erwachsene extrem erhöht wird“, warnt Klaus Afflerbach, Leiter des Forums Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz (DGK).

Zur Vermeidung von Vergiftungsunfällen sollten Verbraucher schon beim Kauf der Frostschutzmittel auf kindersichere Verschlüsse und den Hinweis auf Bitterstoffe auf der Produktverpackung achten. Wenn Hersteller Frostschutzmittel mit Bitterstoffen (zum Beispiel Bitrex) versehen, ist aufgrund des extrem bitteren Geschmacks dafür gesorgt, dass Kinder die giftige Substanz schon bei der ersten Aufnahme in der Regel sofort wieder ausspucken. Damit kann das Vergiftungsrisiko auf ein Minimum reduziert werden.


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Arbeit kann krank machen – Arbeitslosigkeit aber auch
Arbeits- und Sozialmedizin entwickelt Präventivmaßnahmen
(3.242 Zeichen)

(RaIA/dgk) Der Gesundheitsschutz in der Arbeitswelt ist ein Thema der Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ (Ausgabe 3A/2010, erhältlich ab 1. März 2010).

Bestimmte Arbeitsbedingungen können die Gesundheit nachhaltig schädigen und sogar die Lebenserwartung verkürzen. Das wissen nicht nur Bergleute, die unter einer Staublunge (Silikose) leiden, oder Bauarbeiter, die viele Jahre Asbeststaub einatmen mussten, bis dieser krebsfördernde Baustoff schließlich gesetzlich verboten wurde. Auch Maler, die häufig schädliche Lösungsmittel einatmen, Friseure, die sich durch den ständigen Umgang mit chemischen Substanzen Allergien einhandeln, oder Schichtarbeiter in Wechselschicht mit einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus müssen sich mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinandersetzen. Auch Lärmbelästigung ist ein hoher Stressfaktor. Man vermutet heute, dass er Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar die Entstehung von Lungenerkrankungen begünstigt.

Den häufigsten Anlass für Fehlzeiten am Arbeitsplatz liefern heute Rückenschmerzen und Depressionen. Starke oder einseitige körperliche Belastungen, zum Beispiel auf dem Bau oder in der Pflege, sind typische Ursachen für die weit verbreiteten Rückenbeschwerden. Der Anteil psychischer Erkrankungen hat seit 1997 um 70 Prozent zugenommen. Psychische Störungen sind Untersuchungen zufolge heute bei jedem fünften Erwachsenen nachweisbar.

Auch Arbeitslosigkeit kann krank machen
Wer seinen Job verliert, fühlt sich ausgegrenzt, verliert Kontakte und erlebt nicht selten einen schmerzhaften sozialen Abstieg – ein psychosozialer Dauerstress, der das Selbstwertgefühl der Betroffenen stark beeinträchtigt. Sie fühlen sich nicht mehr gebraucht, leiden an ihrem vermeintlichen Versagen und ziehen sich häufig schamvoll von sozialen Aktivitäten zurück.

Wie sich die seelische Dauerbelastung besonders auf Langzeitarbeitslose auswirkt, haben nun Sozialmediziner untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn ihr Gesundheitszustand ist durchweg schlechter als der von Berufstätigen und reicht vom Verlust der Lebensfreude über körperliche und psychische Erkrankungen bis hin zum markanten Anstieg von Alkoholproblemen: Arbeitslose Männer sind zehnmal häufiger von der Suchtproblematik betroffen als berufstätige Geschlechtsgenossen.

Sogar die Lebenserwartung nimmt ab, je länger die Arbeitslosigkeit andauert: Wer hoffnungslos ist und sich überflüssig fühlt, verkraftet ernste Erkrankungen schlechter und braucht auch länger, um wieder gesund zu werden. Ein Problem, für das die Politik noch Antworten finden muss. Denn für die spezifischen Gesundheitsbelastungen Arbeitsloser sind die Arbeitsämter und Sozialämter nicht oder nur bedingt zuständig.  

In Deutschland hängt das Selbstbild viel stärker von der Arbeit ab als in anderen Kulturen. Sozialmediziner raten, gezielt Kontakte aufzubauen und sich verschiedene Strategien für die Arbeitssuche zurechtzulegen, etwa nach dem Motto: Plan A für den optimalen Job, Plan B für nötige Kompromisse und Plan C für einen Minimalanforderungsjob, um den Anschluss nicht völlig zu verlieren. Eine weitere Möglichkeit, das Selbstbewusstsein aufzubauen, sind ehrenamtliche Aufgaben, in die man persönliche Interessen und Kompetenzen einbringen kann.

>> Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 3A/2010, erscheint am 1. März 2010.


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100 leckere Rezepte (nicht nur) gegen Darmbeschwerden
Neues Kochbuch für Menschen mit Zöliakie, Laktose- und Fruktose-Intoleranz
(4.091 Zeichen)

(dgk) Nur zwei von zehn an Zöliakie erkrankten Menschen kennen die Ursache ihrer Beschwerden und können mit einer Ernährungsumstellung gegensteuern. Bei Zöliakie handelt es sich um eine Erkrankung des Dünndarms. Tritt die Krankheit erst im Erwachsenenalter auf, wird sie auch „einheimische Sprue“ genannt. Zöliakie ist eine Kombination aus Allergie plus Autoimmunkrankheit. Die Betroffenen leiden unter einer Überempfindlichkeit gegen das Klebereiweiß Gluten, das sich vor allem in den Getreidearten Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel befindet.

Glutenhaltige Nahrung löst im Dünndarm der Patienten eine Reihe von entzündlichen und immunologischen Prozessen aus, die sich aber nur selten mit den zu erwartenden Symptomen Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen bemerkbar machen. Häufiger sind Beschwerden an anderen Organen und Körperregionen (Haut, Knochen, Zähne, Gelenke, Nerven) oder auch „nur“ ständige Müdigkeit. Ein kranker Darm kann eben den ganzen Menschen krank machen. Mit einer Dünndarmbiopsie wird die Krankheit sicher diagnostiziert. Doch wer – auch welcher Arzt – kommt schon auf die Idee, bei einem Patienten mit Arthritis oder kreisrundem Haarausfall den Darm zu untersuchen? Die große Mehrheit der Betroffenen schleppt sich daher von Arzt zu Arzt und leidet unter immer stärker und gefährlicher werdenden Symptomen.

100 Rezepte: glutenfrei, laktosefrei, fruktosearm - mit SteviaSo ging es auch Tanja Gruber. Die heute 31-Jährige hatte schon als Kleinkind Verdauungsbeschwerden. Ab ihrem 14. Lebensjahr war sie ständig in ärztlicher Behandlung – ohne Besserung. Im Gegenteil: Die Beschwerden wurden von Jahr zu Jahr schlimmer: krampfartige Bauchschmerzen, Durchfälle, Übelkeit, Blässe, Haarausfall, ständige Infekte. Hinzu kam eine bleierne Müdigkeit. Mit 20 war die Erkrankung der jungen Frau noch immer nicht diagnostiziert, sie war niedergeschlagen und ratlos – auch wütend, als sie den Rat bekam, sich psychiatrisch behandeln zu lassen. Zwei Jahre später hatte sie Glück im Unglück und traf – nachdem sie wegen anhaltender Übelkeit und Bauchkrämpfen zum Notarzt gebracht worden war – auf einen Internisten, der den richtigen Riecher hatte. Er veranlasste eine Biopsie, die ein eindeutiges Ergebnis hatte: Zöliakie. „Ich war unglaublich erleichtert! Endlich war klar, was mir fehlte! Endlich konnte mir geholfen werden“, schreibt Tanja Gruber im Vorwort zu ihrem Kochbuch „Lecker! 100 Rezepte: glutenfrei, laktosefrei, fruktosearm – mit Stevia“, das im Januar 2010 im VERLAG im KILIAN erschien. Zöliakie ist nicht heilbar – die Glutenunverträglichkeit bleibt lebenslang bestehen. Ein beschwerdefreies Leben ist nur möglich, wenn Gluten restlos aus der Nahrung verbannt wird.

Wenn man bedenkt, dass in allen „normalen“ Backwaren, Nudeln und Fertiggerichten Gluten drinsteckt, wird deutlich, dass eine Ernährungsumstellung kein leichtes Unterfangen ist. Doch Tanja Gruber hat es nach mehreren Jahren voller Koch- und Backexperimente geschafft, eine glutenfreie Feinschmeckerküche zu etablieren, die der ganzen Familie schmeckt: Hauptgerichte mit und ohne Fleisch, lockere Brote, saftige Kuchen, Suppen, Pasta und Soßen, Desserts und vieles mehr.

Da Tanja Gruber auch unter Fruktoseintoleranz leidet – eine häufige Folge der jahrelang unbehandelten Zöliakie – und ein anderes Familienmitglied keine Laktose verträgt, hat die junge Frau ihr Kochbuch „Lecker!“ für alle konzipiert, die sich glutenfrei, laktosefrei und fruktosearm ernähren und dabei auf den Genuss nicht verzichten möchten. Die Ökotrophologin Alexandra Renkawitz führt in einem umfassenden Theorieteil in das Thema ein und weist unter anderem auf das fruktose- und kalorienfreie pflanzliche Süßungsmittel Stevia hin. Praktische Tabellen zum Ausklappen zeigen, wo und wie viel Gluten, Fruktose und Laktose in unseren Lebensmitteln stecken. Im mit Farbfotos illustrierten Rezeptteil erklärt Tanja Gruber die Zubereitung von 100 garantiert verträglichen Gerichten für jeden Geschmack.

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Rezeptbeispiel: Kaiserschmarren
(für vier Personen)

KaiserschmarrenZutaten:   
300 g helles glutenfreies Mehl
6 Eigelb
3/8 l LF-Milch
2 EL Traubenzucker oder
½ TL Stevia-Pulver
1 Prise Salz
6 Eiweiß, steif geschlagen
Butterschmalz zum Ausbacken
Traubenzucker zum Bestreuen

Foto: Klaus Hennig-Damasko, Stuttgart
                                                   
Mehl mit Eigelb, Milch, Traubenzucker oder Stevia und Salz zu glattem Teig rühren. 20 Minuten quellen lassen. Eischnee locker unter den Teig ziehen. Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Teig portionsweise hineingießen, leicht anbacken lassen. Mit 2 Gabeln oder Holzschabern in kleine Stücke reißen und unter beständigem Wenden rasch fertig backen. Mit Traubenzu-ker bestreuen und heiß servieren.

pro Portion: Glukose 0,07 g · Fruktose 0,07 g · Verhältnis 1:1
zusätzlicher TZ im Rezept: 2,5 g

Buchtipp:
Tanja Gruber: Lecker! 100 Rezepte: glutenfrei, laktosefrei, fruktosearm - mit Stevia, ISBN: 978-3-941770-02-7, Preis: 17,- EUR, Seiten: 136,
Größe: 20,00 x 25,50 cm, Broschur,
VERLAG im KILIAN


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Kaufsucht: Shoppen, bis der Arzt kommt
Exzessiv, unnötig, wahllos
(4.264 Zeichen)

Schaufensterbummel
Foto: Frank-Peter Funke © Fotolia.com

(dgk) Kaufrausch, Kaufzwang, zwanghaftes Konsumverhalten oder „Kauforgie" gehören laut psychiatrischen Lehrbüchern (noch) nicht zu den Impulshandlungen. Tatsächlich überkommt aber heutzutage viele sogenannte „klinisch gesunde“ Mitbürger beiderlei Geschlechts immer öfter ein fast anfallsweise auftretender Kaufdrang. Schuhe, Taschen, Klamotten, Bücher, Kosmetika, Dekorations- oder Elektroartikel – egal, ob im Laden oder online, ob man es nun braucht oder nicht. Dass artet mitunter zu wahren Einkaufsorgien aus. Manche überziehen dabei ihr Konto, einige verschulden sich sogar ganz erheblich. In Deutschland wurden 2005 zwischen sechs und acht Prozent der Erwachsenen als kaufsuchtgefährdet eingestuft. Man spricht in Fachkreisen heute von 800.000 Betroffenen in Deutschland. Elf Prozent der Deutschen sind ausgeprägte kompensatorische „Shopper,“ sechs Prozent sind de facto kaufsüchtig. So die Ergebnisse der aktuellen Kaufsuchtstudie für Deutschland.

Wer viel kauft, ist nicht gleich kaufsüchtig. Entscheidend sind das Verhalten und das Gefühl beim Einkaufen. Ein Hinweis: Schnell nach dem Bezahlen geht das Interesse an dem Gekauften verloren. Wer seine ständige Kauflust nicht beherrschen kann, nicht mehr nur ab und an zum Trost oder zur Belohnung shoppt, hat möglicherweise ein ernstes, behandlungsbedürftiges Problem. Meist suchen Betroffene jedoch erst Hilfe, wenn die Schulden sie erdrücken oder die Partnerschaft zu zerbrechen droht. Psychologen sprechen dann vom „pathologischen Kaufen“. Oft benutzen die Betroffenen die erstandenen Dinge so gut wie nie, legen sie originalverpackt zur Seite, verheimlichen oder verstecken sie, mitunter vergessen sie sie dann sogar.

Im Unterschied zum gelegentlichen Schnäppchenwahn oder Frustkauf versuchen Kaufsüchtige, die negativen Konsequenzen ihres Verhaltens zu verharmlosen, zu rechtfertigen oder oft auch durch Lügen oder Betrügereien zu kaschieren. Wie auch andere Suchtkranke leiden Kaufsüchtige unter seelischen Belastungen, sie benutzen das Einkaufen zur Flucht vor ihren Problemen und Gefühlen. Auffällig ist, dass sie insgesamt locker mit Geld umgehen und nur schlecht einschätzen können, wie viel sie ausgegeben haben.

Von den Betroffenen, die sich in Behandlung begeben, leiden mehr als 90 Prozent an mindestens einer weiteren psychischen Erkrankung: Depressionen und Ängste sind mit etwa 80 Prozent am weitesten verbreitet; fast jeder Dritte leidet an Essstörungen oder einer weiteren Suchterkrankung – so eine Studie am Universitätsklinikum Erlangen. Daher fragen sich Experten mittlerweile, ob Kaufsucht überhaupt ein eigenständiges Störungsbild oder nicht vielmehr ein „Nebenprodukt“ anderer psychiatrischer Erkrankungen ist. Diese Frage konnte bislang noch nicht endgültig beantwortet werden. Auch das Wissen darüber, wie ein solches pathologisches Kaufverhalten entsteht, gibt es noch nicht. Die meisten Psychiater bezeichnen Kaufsucht (Oniomanie) als Zwangs- oder Impulskontrollstörung – wie Pyromanie, Kleptomanie oder krankhaftes Glücksspiel. Mit diesen Phänomenen hat die Kaufsucht beispielsweise gemein, dass der Patient die aufkommenden Impulse als unwiderstehlich erlebt und sein Verhalten nicht rational begründen kann. Außerdem setzen Kaufsüchtige ihre Handlungen trotz negativer Konsequenzen fort – dies spricht für eine Störung der Impulskontrolle.

Wie behandeln?
Eine Forschergruppe um den Psychiater James Mitchell von der University of North Dakota erprobt derzeit eine speziell für Kaufsüchtige entwickelte kognitive Verhaltenstherapie. An der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen wird eine modifizierte deutsche Version dieses Programms entwickelt, die teilweise auch schon angewendet wird. In zwölf Therapiesitzungen lernen die Patienten, ihre Kaufattacken zu reduzieren, indem sie deren Ursachen auf den Grund gehen. Auf dem Lehrplan stehen auch angemessenes Konsumverhalten, Finanzmanagement sowie die Bedeutung von EC- und Kreditkarten. In einer Studie an der Stanford University in Kalifornien wurde bereits eine Pille gegen die Kaufsucht mit Erfolg getestet. Das Medikament beeinflusst ganz gezielt den Serotoninspiegel im Gehirn. Serotonin ist ein wichtiger chemischer Botenstoff, der Reize zwischen den Nervenzellen überträgt.

Quellen:
Erstmals wirksame Therapie gegen Kaufsucht: Erlanger Uni-Klinikum weist Erfolg eines neuen Behandlungsmodells nach. uni mediendienst forschung Nr. 30/2008 vom 22.07.2008, www.uni-erlangen.de/infocenter/meldungen/2008/forschung/30.shtml
Müller, Astrid u. a.: A Randomized, Controlled Trial of Group Cognitive-Behavioral Therapy for Compulsive Buying Disorder: Posttreatment and 6-Month Follow-Up Results. In: The Journal of Clinical Psychiatry, Juli 2008, 1131 ff.
Sieglinde Zimmer-Fiene: Kaufsucht. Mein Leben durch die Hölle, Tinto, ISBN-13: 978-3-98108-496-2.
B. Croissant und D. Croissant: Compulsive shopping – current considerations on classification and therapy (Kaufsucht – Aktuelle Überlegungen zur Klassifikation und Therapie), In: Der Nervenarzt,
Volume 78, Number 5 / Mai 2007
www.kaufsuchthilfe.de/index2.html
psychische-erkrankungen-depressionen.suite101.de/article.cfm/pathologisches_kaufverhalten


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WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

„Studien belegen ...“ – was heißt das eigentlich konkret?

(4.059 Zeichen)

(dgk) Immer häufiger setzt auch die Werbung auf wissenschaftliche Glaubwürdigkeit. „Studien belegen...“ die Wirksamkeit eines Haarshampoos, die positiven Effekte eines Joghurts oder das Wunder gegen Gelenkschmerzen. Doch was bedeutet das tatsächlich? Was verbirgt sich hinter den unterschiedlichen wissenschaftliche Untersuchungen?

In einer klinischen Studie wird der Einfluss einer medizinischen Behandlung auf den Verlauf einer Krankheit erforscht. Die gängigste Form der klinischen Studie, die klinische Prüfung von Arzneimitteln, ist eine am Menschen durchgeführte Untersuchung, die dazu bestimmt ist, klinische oder pharmakologische Wirkungen von Arzneimitteln zu erforschen oder nachzuweisen oder Nebenwirkungen festzustellen (§ 4 Abs. 23 Arzneimittelgesetz [AMG]). Bei der Entwicklung neuer Therapieansätze (auch chirurgischer oder radiologischer Therapieansätze oder -kombinationen) stellen die klinischen Studien den letzten Schritt in der Entwicklung dar. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Pharma- bzw. medizinischen Forschung. In der Praxis geht es dabei meistens um Verträglichkeit (Tolerability) und/oder medizinische Wirksamkeit (Efficacy). Auch für Medizinprodukte, deren Design im Medizinproduktegesetz festgeschrieben ist, werden klinische Prüfungen durchgeführt.

Dabei bedeutet:

  • plazebokontrolliert: Zum Vergleich erhält eine Patientengruppe den Wirkstoff, die andere ein Scheinmedikament (Plazebo), das keinen Wirkstoff enthält.
  • aktiv kontrolliert: Eine Patientengruppe erhält den zu testenden neuen Wirkstoff, die andere ein etabliertes Medikament. Dabei werden Wirkung und Verträglichkeit miteinander verglichen.
  • doppelblind: Weder Arzt noch Patient wissen, ob es sich bei der angewandten Therapie um ein Plazebo, das eigentlich zu prüfende Mittel (Verum) oder eine mitgeprüfte Standardtherapie handelt. Alles andere jedoch, was zur Behandlung dazugehört, ist bei allen Gruppen gleich: die Betreuung durch die Ärzte sowie die aufgewendete Zeit. Erst wenn die Effekte der Therapie ermittelt und dokumentiert sind, wird aufgedeckt, wer die echte, die Scheinbehandlung oder die Standardtherapie bekam. Doppelblindstudien bieten so eine besonders sichere Basis zur Bewertung.
  • randomisiert: Die Entscheidung, welcher Patient welcher Therapie, der Behandlungsgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt wird, erfolgt nach dem Zufallsprinzip (random = Zufall). Die randomisierte kontrollierte Studie (RCT englisch: randomized controlled trial) ist in der medizinischen Forschung das nachgewiesen beste Studiendesign („Goldstandard“), um bei einer eindeutigen Fragestellung eine eindeutige Aussage zu erhalten und die Kausalität zu belegen. So lässt sich vermeiden, dass sich die Verumgruppe von der Kontrollgruppe in wichtigen Eigenschaften wie etwa Alter oder Geschlecht unterscheidet.
  • Cross-over: Die Teilnehmer an der Studie erhalten für einen bestimmten Zeitraum die Kontrollbehandlung und die zu testende Behandlung. Der Einfluss der neuen Behandlung kann somit für jeden einzelnen Patienten ermittelt werden.
  • Single dose: Ein Patient erhält die Behandlung innerhalb der Studie nur einmal.
  • Multiple dose: Die Behandlung erfolgt pro Patient mehrmals.
  • Metaanalyse: Dieses ist ein statistisches Verfahren, bei dem verschiedene Studien, die zur gleichen Fragestellung durchgeführt wurden, zusammengefasst und neu ausgewertet werden. So erhält man Aussagen über eine erheblich größere Anzahl von Studienteilnehmern als eine einzelne Studie sie liefern kann.
  • Multizenterstudie: Eine medizinische Studie, die an mehreren – mitunter weit entfernten – Orten durchgeführt wird. Diese Art der Durchführung hilft Fehler durch lokale Einflüsse zu vermeiden.


Übrigens: Wissenschaftler nennen ihr Ergebnis oft signifikant, das leider allzu leicht mit „bedeutend“ verwechselt wird. Bei einem signifikanten Ergebnis ist die Irrtumswahrscheinlichkeit kleiner als 5 Prozent (Statistiker schreiben: p < 0,05), der beobachtete Effekt höchstwahrscheinlich (nämlich mit 95-prozentiger Sicherheit) nicht durch Zufall zustande gekommen, also zu 95 % richtig.
 
Quellen: Opens external link in new window
http://de.wikipedia.org/wiki/;
www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/alternative-heilmethoden/wirksamkeit/studien/; www.gesundheit-heute.de/gh/ebene3.html


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AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Chronische Erschöpfung und Fibromyalgie: Ein einfacher Zucker kann helfen

Studien belegen: D-Ribose lindert Beschwerden komplexer Krankheitssyndrome
(3.722 Zeichen)

(dgk) Millionen Menschen leiden weltweit unter dem sogenannten chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS= chronic fatigue syndrome). Betroffen sind alle Altersgruppen, am häufigsten erkranken Menschen im Alter von 30 bis 45 Jahren, wobei Frauen mit zirka 75 Prozent überwiegen.

Typisch für CFS sind eine lähmende geistige und körperliche Ermüdung bzw. schnelle Erschöpfbarkeit verbunden mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamem Schlaf und Gelenk- und Muskelschmerzen. Es besteht eine Analogie zur Fibromyalgie, die – neben chronischen Schmerzen in verschiedenen Körperregionen – ebenfalls durch eine andauernde Müdigkeit bis hin zur Erschöpfung, allgemeine Schwäche sowie Schlafstörungen gekennzeichnet ist. Nicht selten treten bei Patienten beide Krankheitsbilder gemeinsam auf. CFS kann als eine „Energiekrise“ des Organismus betrachtet werden. Die Muskulatur von CFS- und Fibromyalgie-Patienten verfügt über 20 Prozent weniger Energie als normal, körperliche Anstrengungen werden daher schlechter toleriert, und es mangelt an Ausdauer. Eine Studie aus dem Jahr 2009 konnte belegen, dass Schweregrad der Erkrankung und Ausmaß der mitochondrialen Dysfunktion auf bemerkenswerte Weise korrelieren. Mitochondrien sind Zellstrukturen, die für die Energiegewinnung zuständig sind. Ein denkbarer und erfolgversprechender Behandlungsansatz ist demzufolge, den Körper wieder mit mehr Energie auszustatten. Und dabei gewinnt die D-Ribose als natürlicher Energielieferant an Bedeutung.

Für alle in den Körperzellen ablaufenden Prozesse wird Energie benötigt. Diese Energie wird in Form von ATP (Adenosintriphosphat) bereitgestellt. Bei einem durchschnittlichen erwachsenen Menschen entspricht die Menge ATP, die täglich in seinem Körper auf- und wieder abgebaut wird, etwa seinem Körpergewicht. So verbraucht ein 80 kg schwerer Mann etwa 40 kg ATP am Tag, die durch neu gebildete weitere 40 kg ersetzt werden. Der ATP-Durchsatz kann bei intensiver Arbeit auf 0,5 kg pro Minute ansteigen. Die ATP-Synthese erfolgt in den Mitochondrien über die oxidative Phosphorylierung in der Atmungskette. Dieser Prozess verläuft jedoch sehr langsam, und die ATP-Speicher in besonders beanspruchten Zellen (zum Beispiel Muskelzellen) sind schnell erschöpft. So reicht der ATP-Vorrat in sich kontrahierenden Muskelzellen nur für wenige Sekunden. Die Nachproduktion von ATP wird somit zu einem limitierenden Faktor. Ein Mangel an ATP kann demzufolge in der bereits genannten, der CFS möglicherweise zugrunde liegenden Energiekrise resultieren.

Als zentraler Baustein des hochenergetischen ATP liefert die D-Ribose einen Angriffspunkt, um die Bildung von ATP im Körper anzutreiben. Ohne Ribose kann die Zelle kein ATP synthetisieren. Verschiedene Untersuchungen konnten zeigen, dass Patienten mit CFS und/oder Fibromyalgie von einer optimierten Versorgung mit D-Ribose profitieren. In einer Studie aus dem Jahr 2006 erhielten 41 CFS-Patienten über ca. 3 Wochen dreimal täglich 5 Gramm D-Ribose. Anschließend mussten die Patienten einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen und ihren Zustand anhand einer visuellen Analogskala bewerten, die die Punkte Energie, Schlafverhalten, geistige Klarheit und Schmerzintensität umfasste. 66 Prozent der mit D-Ribose behandelten Patienten zeigten eine deutliche Verbesserung ihres Gesamtzustands und Wohlbefindens um durchschnittlich 30 Prozent und einen Energieanstieg um durchschnittlich 45 Prozent. D-Ribose reduzierte also signifikant die klinischen Symptome von CFS-Patienten und war dabei gut verträglich. Eine andere Studie kam 2004 zu dem Ergebnis, dass auch für Fibromyalgie-Patienten eine Supplementierung mit D-Ribose als Schlüsselkomponente in der Adeninnukleotidsynthese nützlich sein kann.

Studien:
Leonard J et al. (1999:) “A community-based study of Chronic Fatigue Syndrome.” Arch Intern Med 159: 2129-2137
Eisinger J et al. (1994): “Glycolysis Abnormalities in Fibromyalgia.” J Am Coll Nutr 13(2): 144-148
Bengtsson A und Henriksson KG (1989): “The Muscle in Fibromyalgia – a Review of Swedish Studies.” Journal of Rheumatology Supplement 19: 144-148
Myhill et al. (2009): “Chronic Fatigue Syndrome and mitochondrial dysfunction.” Int J Clin Exp Med 2(1): 1-16
Gebhart B and Jorgensen JA (2004) : “Benefit of Ribose in a patient with fibromyalgia.” Pharmacotherapy 24(11): 1646-1648
Teitelbaum et al. (2006): “The Use of D-Ribose in CFS and Fibromyalgia: a pilot study.”Journal of Alternative and Complementary Medicine 12(9): 857-862

>> Weitere Fachinformationen zu D-Ribose unter Opens external link in new windowdgk.de/fachleute/


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Pein in der Po-Zone
Enddarmprobleme bei Frauen – bei Zweifeln stets zum Proktologen
(3.786 Zeichen)

(dgk) Der weibliche Körper hat von Natur aus ein elastischeres Bindegewebe als der männliche, damit er sich der Schwangerschaft und der folgenden Geburt anpassen kann. Die Flexibilität bringt optisch und gesundheitlich auch einige Nachteile mit sich: Cellulite, Krampfadern und nicht zuletzt auch Hämorrhoiden (Plexus hämorrhoidalis) bzw. Hämorriden (griechisch haíma = Blut, rhéin = fließen). Probleme mit dem Allerwertesten sind auch in der jüngeren Bevölkerung kein Einzelfall. Jede zweite über 30Jährige hat Schätzungen zufolge hierzulande mit mehr oder minder vergrößerten Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) zu kämpfen. Vor allem Schwangere, Übergewichtige und Frauen, die schwere Lasten tragen müssen, sind für die Bildung von vergrößerten Hämorrhoiden anfällig. Besonders dann, wenn sie viel sitzen und sich wenig bewegen – was oft auch noch mit einer verlangsamten Darmtätigkeit einhergeht und zu Verstopfung führen kann.

Hämorrhoiden sind immer noch ein Tabuthema. Viele ignorieren erste Symptome, scheuen den Weg zum Arzt oder greifen beim ersten Jucken am Po zu einer Wund- oder Zinksalbe. Doch die bewährten Hausmittel bringen selten den gewünschten Erfolg. Leichte Blutungen, Brennen, Nässen und Juckreiz können auf vergrößerte Hämorriden hinweisen. Nur ein Besuch beim spezialisierten Facharzt (Proktologen) gibt Sicherheit: Die einfache rektale Tastuntersuchung ist kaum unangenehm und nicht schmerzhaft. Je länger man wartet, desto größer ist die Gefahr von Entzündungen und anderen Spätfolgen. Akute schmerzhafte Reizzustände lassen sich dann auch rasch und besser mit speziellen Proktologika, schmerzstillenden Salben oder Zäpfchen akut lindern. Nur diese sind in der Lage, entzündliche Hautveränderungen am und im After zu beseitigen. Entzündungshemmende Wirkstoffe sorgen dafür, dass das Gewebe abschwillt und das unangenehme Druckgefühl verschwindet.

Jeder hat sie!
Genau genommen besitzt jeder von uns Hämorrhoiden. Es ist ein spezielles Gefäßsystem und wichtiges Bestandteil des Darmverschlusssystems im Enddarm. Die ringförmig angeordneten, krampfaderartigen Schwellkörper dichten den Enddarm zum Mastdarm hin ab. Sie verhindern, unterstützend zum Schließmuskel, das unkontrollierte Austreten von Kot, Flüssigkeit und Gas. Nur: Fließt dauerhaft zu viel Blut zur falschen Zeit in den Schwellkörper, können sie sich unverhältnismäßig stark vergrößern. Sie treten nach und nach aus dem After hervor. Erst wenn sie Beschwerden verursachen, haben sie einen Krankheitswert. Je weiter Hämorrhoiden aus dem After gedrückt werden, desto häufiger kommt es auch zur Einschränkung ihrer Funktion als Feinverschluss des Afters. Darmschleim kann austreten, was als Schwitzen oder Nässen wahrgenommen wird. Um Hämorridalleiden vorzubeugen, ist eine sorgfältige und sanfte Analhygiene sehr wichtig. Regelmäßig viel trinken, ballaststoffreiche Kost und Bewegung können ebenfalls schützen.

ChilischotenÜbrigens: Scharfes Essen steht in dem Ruf, Hämorrhoidalleiden zu verschlechtern. Eine Gruppe italienischer Wissenschaftler rund um Donato F. Altomare wollte das genauer wissen: Sie gaben 50 Patienten mit einem Hämorrhoidalleiden 2. oder 3. Grades zweimal nach dem Mittagessen entweder eine Kapsel mit rotem Chilipulver oder ein Placebo. Die Hülsen mit Chili enthielten zehn Milligramm des scharfen Pulvers – so viel wie zwölf Profiköche, die die Forscher zu Rate gezogen hatten, im Schnitt für ein scharfes Essen verwenden. Die Menge entspricht etwa einer Messerspitze Chilipulver. Das Ergebnis der Studie: Weder sechs, 24 noch 48 Stunden später verschlimmerte das scharfe Essen die untersuchten Beschwerden (Blutung, Schwellung, Schmerzen, Juckreiz und Brennen) der vergrößerten Hämorrhoiden. Es gibt daher keinen Grund, Hämorrhoiden-Patienten von moderaten Gebrauch von Chili im Essen abzuraten.
Foto: Heck/DGK

Quelle:
Altomare D.F. et al. (2006): “Red hot chili pepper and hemorrhoids: the explosion of a myth: results of a prospective, randomized, placebo-controlled, crossover trial”. Diseases of the Colon & Rectum 49/2006


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MELDUNGEN

Fasching: Verkleiden als Therapie?

(1.799 Zeichen)

Clown
Foto: MEV

(dgk) Das Verkleiden in der Faschingszeit hat eine lange Tradition. Bereits die Germanen verkleideten sich in dieser Zeit und setzten sich Masken auf, um die Ernte vor bösen Geistern zu schützen. Während der „Narrenzeit“ schlüpfen Tausende Menschen in eine andere Rolle und genießen das ausgiebige Feiern. Da wird eine Bürofrau zur Punk-Lady, ein Lehrer zum Cowboy, das Model zur hässlichen Hexe ...

Psychologen behaupten, das Verkleiden an Fasching habe einen therapeutischen Effekt. Wenn Groß und Klein zu Karneval in die Rolle eines anderen schlüpfen, tun sie damit auch etwas für ihre Gesundheit. So jedenfalls sieht das beispielsweise die österreichische Psychologin Sonja Kinigadner. Eine Maske versteckt und schützt ihren Träger und gibt ihm die Möglichkeit, für eine Weile aus dem normalen Leben auszusteigen, sich als ein anderer zu probieren. Schön oder hässlich, lustig oder grässlich, Mann oder Frau, Mensch oder Tier – alles ist möglich. Verkleiden heißt, sich in eine andere Identität zu verwandeln – eine Identität, die man sich sonst nicht erlaubt, weil Beruf, Gesellschaft, sozialer Status das im Leben nicht zulassen, oder die man einmal ausprobieren möchte, so die Psychologin. Fasching sei nun eine „erlaubte Zeit“ für alle Rollen, alle Seiten, die man in sich trägt, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Manche Kostüme würden aber auch gewählt, um mit Dingen fertig zu werden, die einem fremd oder unbegreiflich sind, beispielsweise Verkleidungen als Nonne, Priester oder Monster. Kinder sollten ihr Kostüm übrigens selbst wählen dürfen und nicht in einen niedlichen Marienkäfer oder Teddybären verwandelt werden, obwohl sie es gar nicht wollen. Man sollte auch ihnen erlauben, in jene Rollen zu schlüpfen, die sie toll finden. Egal ob Supermann, Prinzessin oder Bob, der Baumeister.

Quellen: www.science.orf.at; www.planet-wissen.de


Ärztefortbildung „Bioidentische Hormone“
DGK-Akademie bietet kostenlose Fortbildung am 10. Februar 2010 in Marburg an
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(dgk) Beschwerden in den Wechseljahren belasten viele Frauen in Deutschland. Mithilfe einer Hormonersatztherapie (HRT) wurden diese Symptome lange Zeit behandelt. Aber es mehren sich kritische Stimmen gegenüber der HRT. Welche Alternativen gibt es für die Behandlung dieser Beschwerden? Welche Rolle können naturidentische Hormone wie zum Beispiel Progesteron spielen? Welche Erfahrungen haben Medizinerinnen und Mediziner (und ihre Patientinnen) mit dieser Therapie gemacht?

Am 10. Februar 2010 veranstaltet die DGK-Akademie in Marburg von 16 bis 18.30 Uhr eine Ärztefortbildung unter dem Titel „Neue Strategien bei Beschwerden in den Wechseljahren: Wie helfen bioidentische Hormone?“. Referent ist Dr. Jochen Armbruster, Allgemeinmediziner aus Darmstadt und Mitübersetzer des Buches „Die Hormonrevolution“ von Michael E. Platt. Anhand von Fallbeispielen aus seiner „Hormonsprechstunde“ wird er über diese Behandlungsmethoden berichten.

Die Veranstaltung wird nicht gesponsert. Gebühren entstehen nicht. Es werden drei Fortbildungspunkte vergeben. Anmeldeformulare finden Sie zum Download unter www.dgk.de/ veranstaltungen/ oder rufen Sie uns an: Telefon 06421 / 293 -120.


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