DGK e.V. -DGK-Pressetexte Juli/August 2009 zu folgenden Themen: Sonnenschutz bei Sommersprossen und Vitiligo, Vaginalpilz, falsche Hygiene, Gefahren im Urlaub, Japanische Enzephalitis, IBERA, Was ist Nutrigenomik?, Blutdruck richtig messen, Löwenzahn gut für die Verdauung, B-Vitamine schützen die Augen, Placebos, Männerküche, Fibronektin-Test ermittelt Frühgeburtsrisiko, Glaukom-Hotline, neue Krankenkasse für Frauen, Nachdenken am Kopf kratzen
Gesundheitsinformationen zu:
DGK, Juli/August 2009,Sonnenschutz, Sommersprossen und Vitiligo, Vaginalpilz, falsche Hygiene, Gefahren im Urlaub, Japanische Enzephalitis, IBERA, Was ist Nutrigenomik?, Blutdruckmessen, Löwenzahn, Verdauung, B-Vitamine, Augen, Placebos, Männerküche, Fibronektin,Test, Frühgeburtsrisiko, Glaukom-Hotline, Frauen-Krankenkasse, Nachdenken, am Kopf kratzen
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 50, 7/8 - 2009

Helle Haut ist UV-Strahlen wehrlos ausgeliefert
Menschen mit Vitiligo oder Sommersprossen brauchen besonders guten Sonnenschutz
(3.107 Zeichen)

Sommersprossen brauchen Sonnenschutz
Sommersprossen brauchen besonderen Sonnenschutz. Foto: eyewire

(dgk) Jeder weiß, wie Sommersprossen aussehen: Rotbraun pigmentierte kleine Punkte. Sie leuchten unübersehbar auf Nasenrücken, Wangenpartie und Unterarmen von meist blonden oder rothaarigen Menschen. Weniger bekannt sind die Symptome von Vitiligo-Patienten: Weiße Flecken unterschiedlicher Größe erstrecken sich über die Haut. Die sogenannte Weißfleckenkrankheit wird meist als unschön empfunden, Sommersprossen hingegen sehen oft sehr hübsch aus. Für beide Erscheinungsformen sind Pigmentstörungen verantwortlich.

Sonnenbräune entsteht durch einheitlich verteiltes Melaninpigment. Melaninbildende Zellen liegen verstreut in der Oberhaut und geben den Farbstoff an umliegende Hautzellen ab. Dort legt er sich wie ein Schild vor die Zellkerne, adsorbiert die Sonnenstrahlen und verhindert, dass Moleküle im Erbgut in den Zellkernen angegriffen werden. Dieser Mechanismus ist der wichtigste Selbstschutz der Haut vor UV-Strahlen. Die Strahlung kann bereits nach wenigen Minuten überdosiert sein und die Erbsubstanz in den Hautzellen schädigen. Durch die gleichmäßig in der Haut verteilten Pigmente verlängert sich die Eigenschutzzeit aber etwa um das Fünffache. Nicht so bei sommersprossiger Haut. Die Sprossen sind ein Zeichen dafür, dass der Farbstoff an dieser Stelle nicht gleichmäßig verteilt werden kann. Schuld an den rotbraunen Punkten ist zudem das Phäomelanin, ein Pigment, das ohnehin schlechter vor UV-Strahlen schützt als braunes Melanin. Auch wenn die Haut vor lauter Sommersprossen sonnengebräunt aussieht – entscheidend sind die Bereiche zwischen den Sprossen. Sie bleiben hell und ungeschützt.

Noch höher ist der Bedarf an Sonnenschutz aber bei Menschen mit Vitiligo, übrigens weder eine Krankheit noch ansteckend. Die Haut verliert dabei aus noch weitgehend unbekannter Ursache stellenweise die Fähigkeit, Pigment zu bilden, oder aber das Pigment wird durch den ungewöhnlich hohen Wasserstoffperoxidgehalt dieser Hautbereiche gebleicht. Die weißen Hautbezirke sind den UV-Strahlen schutzlos ausgeliefert.

Menschen mit vielen Sommersprossen oder Vitiligo sollten beim Sonnenschutz deshalb besonders konsequent sein. Eine Nahrung reich an Carotinoiden (in Obst, Gemüse, Tomatenmark) und an der Aminosäure Tyrosin (in Käse, Hülsenfrüchten, magerem Fleisch) unterstützt die Hautfunktionen von innen. Von außen gehören Lichtschutzfaktoren über 30 und Sonnenschutzkleidung zur Grundausstattung für einen Tag im Freien – auch wenn er im Schatten stattfindet.

Tipp:
Zum diesjährigen „Tag des Sonnenschutzes“ hat sich im Juni ein breites Aktionsbündnis aus unterschiedlichsten Verbänden und Institutionen formiert, das über den richtigen Umgang mit der Sonne und über notwendige Schutzvorkehrungen berät.
Im Zentrum der gemeinsamen Aktivitäten unter dem Motto „Sonnenschutz? – Sonnenklar!“ stehen Informationen zum individuellen Sonnenschutz. Die Aktionen sind nicht auf den „Tag des Sonnenschutzes“ beschränkt; sie finden ganzjährig statt.

  • Weitere Informationen zum gezielten Sonnenschutz und einen Kalender mit allen Beratungsaktionen finden Interessierte im Internet unter www.tag-des-sonnenschutzes.info

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Scheidenpilz oft Folge falscher Hygiene?
(4.729 Zeichen)

(dgk) Die meisten Frauen leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter Vaginalpilz. Manche müssen die unangenehmen Symptome wie starkes Jucken, Brennen und Ausfluss auch häufiger hinnehmen. Bei ihnen kehrt die Scheidenpilzinfektion regelmäßig wieder und nimmt einen chronischen Verlauf.

Doch nicht immer ist der Vaginalpilz die Ursache der chronischen Beschwerden, wie Professor Dr. Eiko Petersen – ehemaliger Leiter der Abteilung für Infektiologie der Universitäts-Frauenklinik Freiburg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats im Deutschen Grünen Kreuz e. V. – weiß. Übertriebene Hygiene kann die empfindliche Haut im Genitalbereich
ebenfalls schädigen und die oben genannten Symptome auslösen.

Die Scheide besitzt ein spezifisches Milieu, in dem viele Laktobazillen, aber in geringer Menge auch Darmbakterien und Pilze zu den häufigen Bewohnern gehören. Bei einer gesunden Frau sorgen die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) für einen sauren pH-Wert, bei dem das Wachstum unerwünschter fakultativ pathogener Bakterien und Pilze gehemmt wird. Wird der pH-Wert neutralisiert, ist das Gleichgewicht gestört und Mikroorganismen können sich ausbreiten und eine Infektion auslösen. Ursachen für die Änderung des pH-Werts sind Blutungsstörungen und Hormonschwankungen, beispielsweise während der Pubertät, der Menstruation, in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren. Auch Stress, die Einnahme von Antibiotika, die leider ebenfalls die erwünschten Laktobazillen hemmen und das körpereigene Immunsystem verändern können, oder Grunderkrankungen wie Diabetes können die Scheidenflora negativ beeinflussen.

„Die Erfahrung zeigt“, so Petersen, „dass bei Patientinnen mit chronischen Problemen, insbesondere brennenden Beschwerden, im äußeren Genitalbereich die nachgewiesenen Pilze meist nur ein zusätzliches Geschehen sind oder schon gar nichts mehr damit zu tun haben, auch wenn die Symptome weiterbestehen.“ Oft stecken Hauterkrankungen oder eine Hautschädigung dahinter. Letztere ist unwissentlich oft selbst verursacht, nämlich dann, wenn die Körperpflege übertrieben wird, was bei den bestehenden Problemen nahe liegt: Nach jedem Toilettengang wird gewaschen, das Bidet benutzt oder werden Feuchttücher eingesetzt – das kann zu Hautschädigungen führen, gerade im sensiblen und zarten Genitalbereich, der wegen der Nähe zum Darmausgang stark mit Mikroorganismen besiedelt ist. Selbst durch winzige Risse in der Haut können die Keime dann in den Körper eindringen.

Am Anfang der Beschwerden kann auch tatsächlich eine Pilzinfektion vorliegen, die durch die Entzündung die Haut schwächt und verletzlich macht. Nach wiederholten Pilzbehandlungen ist bei manchen Frauen der Pilz beseitigt, nicht aber die Beschwerden, die jetzt weniger in einem Juckreiz, sondern eher in einem Brennen bestehen. Was für einen Pilz gehalten wird, ist inzwischen eine Allergie. In diesen Fällen bringt nur richtige Hautpflege eine Besserung. Professor Petersen empfiehlt: „Ganz wichtig ist Fetten, beispielsweise mit speziell für den Intimbereich entwickelten Pflegesalben. Das beugt Schäden vor und normalisiert empfindliche Hautzonen. Gelegentlich kann auch kurzfristig eine Kortisonsalbe eingesetzt werden.“ Sein bester Rat – nicht nur an Frauen – ist das Fetten der Haut des Ano-Genitalbereichs nach dem Waschen und vor allem vor jeder mechanischen Strapazierung wie vor dem Stuhlgang, vor dem Wasserlassen, vor dem Tamponeinführen etc.

Doch wie erkennt man, ob eine Pilzinfektion vorliegt oder nicht? Grundsätzlich verursacht eine Pilzinfektion Juckreiz. Nur bei zusätzlicher Hautbeschädigung tritt auch Brennen auf.
Wird bei Juckreiz aber immer nur an Pilz gedacht, so kann leicht eine im äußeren Genitalbereich vorhandene, ebenfalls mit Juckreiz einhergehende und auch relative häufige Hautkrankheit in ihren Anfängen übersehen werden. Da dieser Lichen sclerosus eine chronische Entzündung der Haut ist, kommt es bei zu später Behandlung zu erheblichen irreversiblen Hautveränderungen mit chronischem Juckreiz. Bei manchen Frauen beginnt sie schon in der Kindheit.

Selbstverständlich kann eine Pilzinfektion vom Gynäkologen ausgeschlossen oder festgestellt werden. Üblicherweise sind Pilzinfektionen akute Ereignisse, die mit einer Anti-Pilzsalbe auch selbst behandelt werden können. Wenn die Beschwerden aber chronisch geworden sind, muss unbedingt an eine Dermatose oder eine Hautirritation gedacht werden.

Inzwischen gibt es auch einen Test, der innerhalb weniger Minuten Auskunft darüber gibt, ob eine Infektion mit dem Pilz Candida albicans die Ursache der Beschwerden ist. Anhand des Testergebnisses kann dann das weitere Vorgehen genau geplant werden. Den Test gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

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Urlaub und Kindersicherheit – Gefahren fahren mit
(2.250 Zeichen)

(dgk) Urlaub heißt raus aus dem Alltag. Es gilt, neue Orte zu entdecken, ob am Meer, in den Bergen, auf Bauernhöfen oder Campingplätzen, bei Spiel und Sport manches neue Abenteuer zu bestehen. Gerade Eltern mit Kleinkindern sind da gefordert. Denn Spielen in neuer Umgebung bedeutet auch unbekannte Gefahrenquellen. Diese gilt es, gemeinsam nach der Ankunft zu entdecken nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“: die steile Uferböschung, der Bootsanleger, der Swimmingpool, die verkehrsreiche Straßenkreuzung vor der Tür, aber auch tiefe Burgen am Sandstrand, die nachrutschen können, oder die Viehtränke, die Dunggrube, die Heubodenluke auf dem Bauernhof.

„Vergessen wird häufig, dass das Feriendomizil oft nicht den gleichen Sicherheitsstandard wie zu Hause bietet, aber all unsere  Alltagsgefahren fahren mit in Urlaub“, so Dr. Jörg Schriever, Unfallbeauftragter des Berufsverbandes der Kinder und Jugendärzte (BVKJ). Stolperfallen wie Kabel, Teppichkanten und rutschende Matten sollten beseitigt, Steckdosen auf Kindersicherungen überprüft und auf freistehende Wasserkocher möglichst verzichtet werden. Sind Regale klettersicher angedübelt, Fernseher umsturzsicher aufgestellt, Grillanzünder, Lampenöle, Geschirrspülmittel, Medikamente, Spirituosen etc. kindersicher aufbewahrt? In mancher Ferienwohnung oder beim Campen ist das nur schwer oder gar nicht umzusetzen. Umso vorsichtiger muss man sein. Umso mehr muss man aufpassen. Unfälle sind bekanntlich keine Zufälle.

Die meist bunten Flaschen mit schäumenden Reinigungsmitteln zum Geschirrspülen und Waschen wie Shampoos etc. gelangen leichter in Kinderhand und stellen eine ständige Vergiftungsgefahr dar. Diese Sicherheitslücke kann weitgehend geschlossen werden, wenn Eltern beim Kauf darauf achten, dass diese Substanzen vom Hersteller durch Beimischung von Bitterstoffen über ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal verfügen. Bitterstoffe sorgen aufgrund ihres extrem bitteren Geschmackes dafür, dass in der Regel schon die kleinste Kostprobe sofort wieder ausgespuckt wird. „Das gilt umso mehr, da es experimentierfreudigen, geschickten Kindern immer häufiger gelingt, Kindersicherheitsverschlüsse von Reinigungsmitteln zu knacken“, so Klaus Afflerbach vom Deutschen Grünen Kreuz e. V.

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Neue Reiseimpfung zugelassen:
Impfung gegen Japanische Enzephalitis jetzt auch in Deutschland
(2.489 Zeichen)

(dgk) Der Erreger der Japanischen Enzephalitis (JE) gehört zur Familie der Flaviviren und ist damit ein Verwandter des FSME-Virus. Allerdings werden die JE-Viren nicht durch Zecken, sondern durch blutsaugende Mücken auf den Menschen übertragen, meist auf dem Umweg über Zwischenwirte wie Hausschweine oder Wasservögel. Bei etwa einem Prozent der Infizierten verläuft die Krankheit schwer und führt zu der Gehirnentzündung (Enzephalitis), die der Krankheit den Namen gegeben hat; neurologische Folgeschäden und auch Todesfälle sind dann keine Seltenheit.

Die Krankheit kommt natürlich nicht in Deutschland, sondern in vielen gemäßigten und tropischen Gebieten Asiens vor. Besonders betroffen sind Regionen, in denen ausgedehnter Reisanbau und/oder Schweinezucht betrieben werden: China und Korea; der indische Subkontinent (Indien, Bangladesh, Nepal, Sri Lanka); Südost-Asien (Myanmar = Burma, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, Indonesien, Philippinen).

In den gemäßigten Zonen Asiens tritt die Krankheit besonders im Sommer und Herbst auf, in tropischen und subtropischen Regionen während der Regenzeit; sporadische Fälle werden das ganze Jahr über beobachtet. Die Mücken sind besonders abends und nachts aktiv. Allgemeine Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen, wie sie auch in Malaria-Gebieten empfohlen werden, senken das Infektionsrisiko.
Touristen haben ein meist geringes Risiko, an der Japanischen Enzephalitis zu erkranken. Das Infektionsrisiko erhöht sich jedoch, wenn die Reise in ländliche Gebiete führt, von längerer Dauer ist und während der mückenreichen Jahreszeit stattfindet. Beruflich Reisende in Regionen mit Landwirtschaft und Viehzucht sind besonders gefährdet.

In Deutschland steht jetzt ein Impfstoff zu Verfügung, der inaktivierte (abgetötete) JE-Viren enthält und für Erwachsene (? 18 Jahre) zugelassen ist. Für eine vollständige Grundimmunisierung werden zwei Injektionen jeweils an den Tagen 0 und 28 verabreicht. Die Grundimmunisierung sollte mindestens eine Woche vor einem möglichen Kontakt zu JE-Viren abgeschlossen sein. Die Schutzdauer ist noch nicht bekannt. Die Impfung wird in der Regel gut vertragen. Wie bei jeder Impfung können Rötung, schmerzhafte Schwellung und Juckreiz an der Impfstelle vorkommen, gelegentlich auch eine Blutung. Fieber, Müdigkeit und grippeähnliche Symptome mit Kopf- und Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Hautreaktionen wie Ausschlag oder Juckreiz und sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen sind ebenfalls möglich.


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Geburtstag im Deutschen Grünen Kreuz
IBERA wird 20 Jahre – Individuelle Beratung großgeschrieben
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(dgk) Seit 20 Jahren beraten Apotheker und Ärzte mit dem Reiseberatungsprogramm des Deutschen Grünen Kreuzes. Eine computergestützte Reiseberatung war 1989 noch eine absolute Rarität und wurde vor allem in den Apotheken gerne genutzt.

IBERA ist die Abkürzung von Impfberatung, aber ganz wird der Name den komplexen Inhalten des heutigen Programms nicht mehr gerecht. Denn nicht nur über Impfungen informiert IBERA, sondern auch über Malariaprophylaxe, Schutz vor Durchfallerkrankungen, die richtige Zusammenstellung der Reiseapotheke, Bilharziose, Dengue-Fieber und vieles mehr. Aktuelle Meldungen und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes runden das Informationsangebot ab. Die IBERA-Updates sind inzwischen online nutzbar, wöchentlich wird das Programm gepflegt, sodass Apotheker und Ärzte stets mit den aktuellen Daten beraten können. Grundlage des neutralen, völlig ungesponserten Programms sind die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG), der Ständigen Impfkommission (STIKO) und des Auswärtigen Amtes.
Mit IBERA kann man schnell und einfach einen individuellen Ausdruck für einen Reisenden erstellen, kann Vorerkrankungen und den Impfstatus berücksichtigen und einen speziell für die Reise ausgelegten Impfplan zusammenstellen lassen. Zu allen Inhalten finden sich ausführliche Fachtexte als Hintergrundinformationen.

Zum Geburtstag gibt es natürlich auch Geschenke: Für jedes Jahr einen Euro! So ist IBERA für zwei Monate bis Ende August zum Geburtstagspreis von 55 € (sonst 75 €) zu bestellen bei
Deutsches Grünes Kreuz
z. Hd. Frau Koch
Schuhmarkt 4
35037 Marburg

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Was ist Nutrigenomik?
Neue Wissenschaft ist dem Geschmack der Gene auf der Spur
(5.930 Zeichen)

Laktoseunverträglichkeit
Das Paradebeispiel der Nutrigenomikforschung ist Laktose. Nur Menschen mit einer genetischen Veränderung vertragen Milch auch noch im Erwachsenenalter. Foto: imagesource

(dgk) Roher Fisch für den Japaner, Innereien für den Bayern – was für den einen köstlich ist, kann für den anderen die Hölle auf dem Teller sein. Je nach genetischer Ausstattung unterscheidet sich die Wirkung von Nährstoffen. Das ist die Ausgangsthese des noch jungen Forschungszweigs der Nutrigenomik, die das Zusammenspiel zwischen Genen und Ernährung untersucht. Es geht dabei vor allem darum, Zusammenhänge zwischen individuellen genetischen Anlagen, der Reaktion auf Nahrungsmittel und dem Auftreten von Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes aufzuklären. Dann könnte künftig jeder mit einem individuellen Ernährungsplan und den optimalen Lebensmitteln sein Erkrankungsrisiko senken.

Der Begriff Nutrigenomik setzt sich zusammen aus den Begriffen „Nutrimentum” (lateinisch: Nahrung) und „Genomik“, was so viel bedeutet wie "Erforschung der Erbanlagen". Kein Umweltfaktor wirkt so beständig auf unseren Körper und unsere Gene wie unsere Ernährung, und umgekehrt bestimmen unsere Gene, wie Nährstoffe wirken. Rund 99 Prozent der Gene jedes Menschen sind identisch. Und doch sind wir alle verschieden. Nicht nur im äußeren Erscheinungsbild: Auch unser Stoffwechsel funktioniert ganz individuell, jeder Körper passt sich anders an die Ernährung an. Mit diesem Zusammenhang zwischen Ernährung und genetischer Veranlagung beschäftigt sich die Nutrigenomik. Dazu analysieren Forscher die Genvariationen im Erbgut und die molekularen Anpassungsmechanismen des Stoffwechsels auf eine Diät. Damit soll es in Zukunft zum Beispiel möglich sein, für jeden einzelnen Menschen die ideale Ernährungsweise zum Gesundbleiben zu bestimmen.

Auch einer anderen Frage geht die Nutrigenomik nach: Warum können manche essen, was den anderen nicht bekommt? Und warum schlägt eine bestimmte Diät bei dem einen gut an, bei dem anderen aber nicht? Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts hat die Forschung bereits ein gutes Stück weiter gebracht. So weiß man heute, dass es vom individuellen Genprofil abhängt, wie gut der Körper bestimmte Nahrungsmittel auswerten kann.

Das Paradebeispiel der Nutrigenomikforschung ist Laktose. Nach jahrtausendelanger Milchviehzucht hat sich in Europa eine genetische Variante durchgesetzt, dank der wir auch als Erwachsene noch Milchzucker verdauen können. Milch gilt bei uns als gesund, manche Menschen wiederum vertragen keinen Milchzucker (Laktoseunverträglichkeit). Ihr Gen für das Verdauungsenzym Laktase, das den Milchzucker im Körper abbaut, wurde schon in früher Kindheit „abgeschaltet“, haben Forscher herausgefunden. Diese Genveränderung zeigt sich bei 15 Prozent der Europäer. Dagegen löst Milch bei vielen Afrikanern und Asiaten Übelkeit und Durchfall aus, da sie genbedingt keine Milchprodukte vertragen. Daher mögen die meisten Chinesen weder Milch noch Käse. Die Genprofile verschiedener Kulturen haben sich über lange Zeiträume dem jeweiligen Nahrungsangebot angepasst. Ein anderes Beispiel sind Amerikas Indianer: Sie sind besonders anfällig für Fettleibigkeit und Diabetes und vertragen keinen Alkohol. Laut der Forschung weisen sie besonders „alte“ Genvarianten auf, die die von den europäischen Eroberern importierten Lebensmittel nicht gut verstoffwechseln können. Unterschiede zeigen sich aber auch zwischen den Geschlechtern, zwischen verschiedenen Familien und Individuen.

Vordenkerin der Nutrigenomik in Deutschland ist Professor Hannelore Daniel vom Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der Technischen Universität München (TUM). Sie erforscht zusammen mit ihrem Team sowohl die Wirkungen einzelner Inhaltsstoffe der Nahrung auf unsere Gene als auch die sich daraus ergebenden Veränderungen im menschlichen Stoffwechsel. Viele Studien werden von ihr in enger Kooperation mit Partnern in anderen europäischen Ländern durchgeführt. Die Ernährungswissenschaftlerin ist überzeugt, dass die Nutrigenomik der Ernährungsforschung ganz neue Möglichkeiten verschaffen wird, vor allem in puncto Übergewicht und Diabetes. Denn Übergewicht ist weltweit eine Zivilisationskrankheit. 11,5 Millionen Deutsche sind fettsüchtig und damit Kandidaten für Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochddruck und Darmkrebs. „Früher musste ein Jäger und Sammler allein für die Nahrungsbeschaffung 1.200 bis 1.500 Kilokalorien täglich aufwenden. Heute müssen Sie den Mund zumachen, damit Ihnen die Kalorien nicht in Form von Hamburgern hineinfliegen“, so Daniel.

Das menschliche Genom hat sich in den vergleichsweise wenigen Generationen seit den letzten Hungersnöten noch nicht an das heutige Nahrungsüberangebot und den Bewegungsmangel angepasst. Die Lebensmittelindustrie denkt bereits über Möglichkeiten einer „personalisierten Ernährung“ nach: mit optimal auf den individuellen Gentyp abgestimmten Produktangeboten. Bis zum Jahr 2025 könnte es nach dem persönlichen Genom-Chip maßgeschneiderte Nahrungsangebote geben, hoffen die Forscher.

„Derzeit sind wir noch weit davon entfernt, Ernährungsempfehlungen zu geben, die die individuelle genetische Veranlagung einer Person berücksichtigen”, stellte Professor Hans-Georg Joost auf der fünften Europäischen Nutrigenomik-Konferenz 2008 in Potsdam klar. „Doch die bisher gefundenen Daten tragen schon wesentlich dazu bei, die funktionelle Wechselwirkung zwischen Ernährung und Genen zu verstehen.“ Bis handfeste Ergebnisse vorliegen, lautet die wichtigste Empfehlung zur Krankheitsvermeidung weiterhin: Vernünftig ernähren, Kalorienzufuhr reduzieren und Bewegung steigern. Denn dass eine gesunde Ernährung bestimmte Erkrankungsrisiken wie Diabetes, Krebs und Herzinfarkt senkt, ist längst bewiesen, jedoch nicht, wie das im Detail funktioniert und warum die positiven Effekte bei manchen Menschen ausbleiben.

  • Hintergrund:
    Mehr zur Nutrigenomik finden Sie auf der Website des Europäischen Netzwerks der Exzellenz für Nutrigenomik (www.nugo.org). Prof. Hannelore Daniel hat dieses Netzwerk mit 22 Partnern aus 13 Ländern und mehr als 300 Wissenschaftlern mitbegründet.

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Bluthochdruck: Richtig messen leicht gemacht
Regelmäßige Kontrolle ist bei Hypertonie unerlässlich
(4.189 Zeichen)

(RaIA/dgk) Bluthochdruck tut nicht weh – aber er kann lebensbedrohliche Folgen haben. Wichtig ist es deshalb, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Darauf weist die Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ in der Ausgabe 8B/2009 hin, die ab 15. August 2009 erhältlich ist.

Bluthochdruck, in der Fachsprache Hypertonie genannt, ist ein weltweites Problem, und die Zahl der Betroffenen wird immer größer. In Deutschland leidet jeder zweite über 65-Jährige an Hypertonie. Oft verursacht Bluthochdruck keine Beschwerden. Während sich der Mensch noch vollkommen gesund fühlt, richtet der hohe Druck im Körper bereits großen Schaden an – schädigt das Herz, die Blutgefäße und fördert Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Im Laufe der Jahre führt unbehandelter Bluthochdruck dann zu Herzschwäche, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Durchblutungsstörungen. Nur knapp die Hälfte der Betroffenen hat spürbare Symptome: Kopfschmerzen und Schwindelgefühle in den frühen Morgenstunden sind ernste Zeichen, den Blutdruck kontrollieren zu lassen.

Das Problem beim Blutdruckmessen: Weil viele Patienten in der Arztpraxis ein wenig aufgeregt sind, klettert der Blutdruck dort oft in die Höhe. Kontrollmessungen sind auf jeden Fall notwendig, damit sich der Arzt ein klares Bild machen kann. Möglich ist es auch, den Blutdruck stressfrei und in aller Ruhe in der Apotheke messen zu lassen.

Steht die Diagnose „Bluthochdruck“ fest, sollte der Patient seinen Lebensstil kritisch unter die Lupe nehmen. Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung müssen abgestellt werden. An regelmäßigem Körpertraining führt kein Weg vorbei. Für Hochdruckpatienten geeignete Sportarten sind Nordic Walking, Rad fahren, Laufen und Schwimmen. Blutdruckregulierend wirkt sich eine Ernährung aus, die weniger Kohlenhydrate und dafür mehr Protein (Fisch, Sojamilch, Tofu) liefert. Täglich viel frisches Obst und Gemüse gehören ebenso dazu. Wichtig ist die Zufuhr von gesunden Fetten aus Nüssen und Pflanzenölen. Zusätzlich sind täglich 1 bis 2 Gramm reines Fischöl, wenigstens aber 2 Mahlzeiten pro Woche mit fetten Nordmeerfischen sinnvoll. Hoher Blutdruck sollte regelmäßig kontrolliert werden, nicht nur in der Arztpraxis und in der Apotheke, sondern vor allem auch in den eigenen vier Wänden. Nur durch aussagekräftige Selbstmessungen und ihre Dokumentation kann beurteilt werden, ob die Behandlung anschlägt.

Blutdruck richtig messen

  • Zu Beginn einer blutdrucksenkenden Therapie sollte der Druck zweimal täglich – morgens und abends – kontrolliert werden. Sind die Werte ausreichend gesenkt und stabil, reicht es in der Regel, einmal täglich zu messen.
  • Für die Erstuntersuchung ist es erforderlich, an beiden Armen zu messen. Denn häufig ist der Blutdruck links und rechts unterschiedlich hoch. Dann gilt: Bei Abweichungen um mehr als 10 mmHg sollte für jede folgende Messung der Arm mit dem höheren Wert genommen werden. Größere Abweichungen von über 20 mmHg sind immer Anlass, den Arzt aufzusuchen.
  • Jede Blutdruckmessung sollte in Ruhe und stressfrei erfolgen. Das bedeutet: Sich hinsetzen, ein paar Minuten (nicht nur Sekunden!) entspannen und dann erst die Manschette anlegen. Alles was ablenkt, ist während der Blutdruckmessung tabu.
  • Das Messergebnis kann natürlich nur so genau sein, wie das Gerät es zulässt. In der Apotheke gibt es zuverlässige, vollautomatische Blutdruckmessgeräte – entweder für das Handgelenk oder für den Oberarm. Grundsätzlich sind beide Gerätetypen messgenau. Dennoch wird Bluthochdruck-Patienten geraten, zunächst Vergleichsmessungen vorzunehmen. Sind die Werte identisch, kann am Handgelenk gemessen werden, ansonsten ist ein Oberarmmessgerät zu bevorzugen.
  • Bei der Messung am Handgelenk müssen Patienten darauf achten, dass sich das Gerät exakt auf Herzhöhe befindet. Die Arbeit erleichtern Geräte mit Positionierungssensor, die zur richtigen Armhaltung dirigieren.
  • Wichtig ist es, dass die Manschette richtig sitzt und das Gerät der Wahl mühelos bedient werden kann. Ein übersichtliches Display und eine einfache Handhabung erleichtern die tägliche Blutdruckkontrolle. Am besten es, sich beim Kauf in der Apotheke ausführlich beraten zu lassen.

Quelle:
„Ratgeber aus Ihrer Apotheke“, Ausgabe 8B/2009 (erscheint am 15. August 2009)

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Pusteblume: mehr als nur Hasenfutter
Löwenzahn unterstützt die Verdauung
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Löwenzahn unterstützt die Verdauung
Löwenzahn unterstützt die Verdauung. Foto: DGK/Nittner

(dgk) Im Garten auf der schönen grünen Wiese ist Löwenzahn manchen ein Dorn im Auge. Am Wegesrand übersehen viele schlichtweg das gelb blühende (Un)Kraut. Kleine Kinder hingegen freuen sich über die fliegenden Samen der Pusteblume.

Und die Pflanze hat ihre guten Seiten: Als Küchen- und Heilpflanze leistet sie wertvolle Dienste. Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Löwenzahns sind Inulin, Cholin, Ascorbinsäure, Nicotinsäure, Retinol, Harze, Triterpene (Taxasterolderivate), ein hoher Kaliumgehalt sowie die Bitterstoffe Taraxacin, Taraxacerin, Taraxasterol und Taraxerol.

Die botanisch Taraxacum officinale genannte Pflanze aus der Familie der Korbblüter regt zum Beispiel mild den Gallenfluss an und lindert Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit. In der Volksheilkunde wird sie auch bei Rheuma eingesetzt.
Junge Löwenzahnblätter lassen sich feingeschnitten als Salat oder Kräuterzusatz verwenden. In geringen Mengen ist sogar der Stängel durchaus gesund. Löwenzahnsalat regt die Verdauung an und ist dank seiner vielen Vitamine gut für die Haut. Wem die Blätter zu bitter sind, der legt sie kurz in lauwarmes Wasser oder lässt den angerichteten Salat bis zum Servieren etwa eine halbe Stunde stehen. Das reduziert die Bitterstoffe.
Für einen Löwenzahntee werden Blätter und Wurzel genutzt. Für die Zubereitung werden ein bis zwei Teelöffel mit einem Viertelliter kaltem Wasser übergossen, kurz aufgekocht und nach 10 Minuten abgeseiht. Löwenzahn wirkt zudem stark harntreibend, weshalb man ihn in Süddeutschland auch „Bettseicherle“ oder „Seichkraut“ nennt.

Der Milchsaft des Löwenzahns in Stängeln und Blättern wurde früher zur Behandlung von Augenkrankheiten verwendet. Mit der Milch behandelt man in der Volksmedizin zudem erfolgreich Warzen. Nach Angaben der Informationszentrale für Vergiftungen der Universität Bonn kann es beim Verzehr größerer Mengen durch die Bitterstoffe, Harze und Triterpene im Milchsaft der Pflanze zu Magen-Darm-Beschwerden mit Bauchschmerzen, Brechreiz und Durchfall kommen. Eine kritische Dosis der Giftstoffe im Löwenzahn ist jedoch nicht bekannt.

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AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

B-Vitamine schützen vor Augenerkrankung im Alter
Studie: Risiko, an altersbedingter Makuladegeneration zu erkranken, um ein Drittel reduziert
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(dgk) Vitamine können die Sehkraft erhalten: Die tägliche Einnahme von Vitamin B6, B12 sowie B9 (Folsäure) schützt offenbar zu einem bestimmten Prozentsatz vor dem Risiko, an einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) – einer Schädigung der Stelle des schärfsten Sehens im Auge – zu erkranken, indem sie vermutlich die mitverantwortliche Substanz Homocystein im Blut reduzieren. Das bekräftigt eine aktuelle Studie aus den USA, die dazu entsprechende Daten von mehr als 5.000 Frauen auswertete.

Aus älteren Studien ist bekannt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Homocysteinkonzentration im Blut und dem Risiko für eine AMD besteht, mit der neuen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurde erstmals der Effekt einer Homocysteinsenkung bei AMD durch Vitamingabe deutlich belegt.

Die Wissenschaftler um Dr. William Christen von der Harvard Medical School in Boston (USA) untersuchten die Daten von 5.205 über 40-jährigen Frauen aus medizinischen Berufen, die an einer kardiovaskulären (Herz und Gefäßsystem betreffenden) Erkrankung litten oder mindestens drei Risikofaktoren dafür aufwiesen, jedoch (noch) keine AMD hatten.

Nach dem Zufallsprinzip erhielten die Probandinnen entweder täglich eine Kombination aus 2,5 mg Folsäure, 50 mg Vitamin B6 (Pyridoxinhydrochlorid) und 1 mg Vitamin B12 (Cyanocobalamin) oder ein Placebo (Scheinpräparat). Dann wurde ihre Gesundheit mehrere Jahre kontrolliert. Ergebnis: Nach einem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 7,3 Jahren wurden 137 Fälle von altersbedingter Makuladegeneration diagnostiziert: davon 55 in der Gruppe, die die Folsäure und die Vitamine erhielten, und 82 in der Placebo-Gruppe. Das bedeutet, dass die Frauen mit der täglichen Vitaminzufuhr ein um 34 Prozent geringeres Risiko für die AMD-Erkrankung hatten.

Die Effekte zeigten sich nach Angaben der Forscher etwa zwei Jahre nach Beginn der Studie und hielten bis zu ihrem Ende an. Ursache dieses Schutzeffekts ist vermutlich, dass die Vitamine die Plasma-Konzentrationen von Homocystein senken und damit einer Schädigung von Blutgefäßen entgegenwirken können. Nach Ansicht der Bostoner Ärzte sind diese Ergebnisse der bisher stärkste Beleg für die mögliche Schutzwirkung einer Nahrungsergänzung mit Vitamin B6, B12 und B9 gegenüber der Augenerkrankung.

Quelle:
Folic Acid, Pyridoxine, and Cyanocobalamin Combination Treatment and Age-Related Macular Degeneration in Women, William G. Christen, Robert J. Glynn, Emily Y. Chew, Christine M. Albert,  JoAnn E. Man-son,  Arch Intern Med. 2009; 169(4): 335-341,
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/abstract/169/4/335?etoc




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Wirksam ohne Wirkstoff?
Das Geheimnis der Placebos
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(dgk) Der Glaube kann Berge versetzen und sogar Schmerzen lindern. Wie kommt es dazu, dass Placebos, also Substanzen, die völlig wirkstofffrei sind, heilende Wirkungen erzielen können? Placebos enthalten nur Füllstoffe wie Milchzucker und Stärke. Zuckerkügelchen oder Kochsalzlösungen gaukeln dem Patienten Heilung vor. Der erzielte Effekt wird Placebo-Effekt genannt (lateinisch placebo, wörtlich: Ich werde gefallen).

Allgemein anerkannt ist, dass sich mit Placebos bis zu 50 Prozent der Wirkung eines „echten“ Medikamentes erzielen lassen, bei manchen Krankheiten sogar noch mehr. Placebos können sogar Nebenwirkungen verursachen. Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Erregung oder Depression sind die häufigsten Symptome, über die Patienten nach der Einnahme von solchen Scheinmedikamenten klagen. Es gibt Wirkungen von Placebos, die kurios klingen, aber tatsächlich vorkommen: Sehr kleine und sehr große Tabletten wirken besser als mittelgroße. Rote Tabletten helfen besser als weiße. Spritzen wirken besser als Tabletten. Wenn die Spritzen von Ärzten gesetzt sind, zeigen sie zudem mehr Wirkung als die von Krankenschwestern verabreichten.

Amerikanische Wissenschaftler um Jon-Kar Zubieta von der Universität Michigan in Ann Arbor untersuchten das Phänomen bezüglich seiner schmerzlindernden Wirkung und fanden heraus, dass Placebos das Gehirn zur Produktion körpereigener Schmerzmittel, sogenannter Endorphine, animiert. Diese setzen die Schmerzempfindlichkeit herab – auch dann, wenn gar kein zusätzlicher Wirkstoff verabreicht wird. Es gelang den Forschern, den sogenannten Placebo-Effekt auch sichtbar zu machen.

Das Ergebnis widerspricht der weit verbreiteten Annahme, dass der Placebo-Effekt rein psychologisch sei. Untersucht wurden zwei Versuchsgruppen, denen künstlich Schmerzen zugefügt wurden, indem sie eine Salzlösung in den Kiefermuskel gespritzt bekamen. Sieben Personen erhielten kein Medikament und sieben andere Personen ein Scheinschmerzmittel. Anschließend wurden sie in der Röhre eines Positronen-Emissions-Tomografen (PET), das den Hirnstoffwechsel sichtbar macht, untersucht. Mittels Handzeichen konnten die Probanden signalisieren, wie stark sie die Schmerzen spürten. Die Testpersonen der Placebo-Gruppe empfanden weniger Schmerzen als die Vergleichsgruppe. Interessant war das Ergebnis, das die Bilder des PET von der Placebo-Gruppe lieferten: Dort fand eine Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn statt, die die Wirkung von körpereigenen Schmerzmitteln haben. Dass die Psyche jedoch an diesem Prozess ebenfalls als Auslöser beteiligt ist, kann durchaus in Erwägung gezogen werden. Denn allein der Glaube und die Erwartung, ein schmerzlinderndes Mittel zu bekommen, könnte das Gehirn zur Produktion körpereigener Schmerzmittel, zur Bildung natürlicher opiumähnlicher Substanzen, animiert haben. Je höher die Aktivität des Endorphinsystems dabei war, desto ausgeprägter war auch die Schmerzlinderung.

Drei international anerkannte Experten aus der Placeboforschung haben sich nun zusammengetan, um allgemeingültige Aussagen über den Placebo-Effekt zu bekommen und zu klären, welche Prozesse im Gehirn genau ablaufen. Beteiligt sind Teams um Professor Dr. Manfred Schedlowski vom Universitätsklinikum Essen, Professor Dr. Paul Enck vom Universitätsklinikum Tübingen und Professor Dr. Fabrizio Benedetti von der Universität Turin, Italien. Das für drei Jahre geplante Forschungsprojekt umfasst Experimente zur Placebo-Antwort bei Übelkeit und gastrointestinalen Störungen (Enck, Tübingen), bei Immunreaktionen (Schedlowski, Essen) sowie bei Schmerzempfindung und beim Parkinson-Syndrom (Benedetti, Turin).

Quellen:
Jon-Kar Zubieta, Joshua A. Bueller, Lisa R. Jackson, David J. Scott, Yanjun Xu, Robert A. Koeppe, Thomas E. Nichols, and Christian S. Stohler: Placebo Effects Mediated by Endogenous Opioid Activity on µ-Opioid Receptors,The Journal of Neuroscience, August 24, 2005, 25(34):7754-7762
Forschung zum Placebo-Effekt, Journal Med, 14.11.2008


  • Ansprechpartner für nähere Informationen zur aktuellen Placeboforschung:

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Prof. Dr. Paul Enck, Diplom-Psychologe
Tel. 0 70 71 / 29-8 91 18
paul.enck@uni-tuebingen.de

Universitätsklinikum Essen
Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie
Prof. Dr. Manfred Schedlowski
Tel. 0201 723 - 4500
manfred.schedlowski@uk-essen.de

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BUCHTIPP

Was Männer länger gesund und fit hält – Anti-Aging-Rezepte für IHN
„MännerKüche“ aus dem VERLAG im KILIAN ist in 4. Auflage erschienen
(1.968 Zeichen)

MännerKüche

(dgk) Warum ein Kochbuch speziell für den Mann? Weil die Anti-Aging-Forschung herausgefunden hat, was Männer länger gesund und fit hält. Damit sie nicht mehr – statistisch gesehen – fünf Jahre früher sterben als Frauen. Jetzt ist das beliebte Buch „MännerKüche“ von Prof. Dr. Bernd Schmitz-Dräger, Prof. Dr. Thomas Ebert, Rebekka Höfer und Sabine Zaun in der 4. Auflage neu erschienen.

Die „MännerKüche“ liefert 86 köstliche, nach Anti-Aging-Prinzipien zusammengestellte Gerichte: tolle Imbisse, leckere Fischpfannen, saftige Braten und süße Sachen. Schon beim Lesen meint man den Duft mediterraner und fernöstlicher Köstlichkeiten zu riechen.

Zu allen Gerichten – und das gab es so noch nie – ist der Präventionswert angegeben. Außerdem ist ein „Lexikon der Prävention“ enthalten, das in verständlicher Form die wesent-lichen Informationen zu den wichtigsten Nahrungs-bestandteilen für den Mann enthält. Einkaufstipps und Küchentricks machen den Einsatz in der heimischen „Kocharena“ für das starke Geschlecht zum Vergnügen.

„Ich habe kein Problem damit, 50 zu werden. Was mich vielmehr bedrückt, ist die Sorge vor dem Verlust meiner Leistungsfähigkeit und vor Krankheiten.“ Zwei Sätze, die die Autoren – Urologen – häufig von ihren Patienten hören. Und genau dort setzen sie an. Aus der Anti-Aging-Forschung kennen sie die Nahrungsbestandteile, die zur Erhaltung der Gesundheit beitragen und körperlichen Verschleiß mindern, und die eher ungesunden Nahrungsmittel, die es zu meiden gilt.

Das Autorenteam kennt sich mit Strategien gegen Männerkrankheiten bestens aus. Männer jeden Alters fahren nach Fürth in die Euromedclinic, um sich von den Urologen und den Ernährungsberaterinnen bei der Umsetzung der Anti-Aging-Forschung im Alltag anleiten zu lassen. Das tägliche Essen spielt dabei eine große Rolle.

Prof. Dr. Bernd Schmitz-Dräger et al.
MännerKüche
Köstliche Anti-Aging-Rezepte für IHN
VERLAG im KILIAN, 4. Auflage 2009
176 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-932091-99-5
Euro 14,90


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MELDUNGEN

Schwangere: Neuer Test ermittelt Risiko für Frühgeburt genauer
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(dgk) Etwa 50.000 Kinder werden in Deutschland jährlich vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche entbunden. Die Zahl der Frühgeburten hat sich damit in den vergangenen Jahrzehnten nicht wesentlich verändert. Mit modernen Tests kann man heute aber in vielen Fällen früher vorhersagen, ob bei einer schwangeren Frau ein Risiko für eine Frühgeburt besteht und wie hoch dies ist. Darauf weist jetzt das Forum Frauengesundheit in Marburg hin.

Anzeichen für eine drohende Frühgeburt können das vorzeitige Einsetzen der Wehentätigkeit, ein vorzeitiger Blasensprung sowie Blutungen sein. In jedem Fall ist dann eine genaue Abklärung in einem Krankenhaus notwendig. Dort muss entschieden werden, wie hoch das tatsächliche Risiko für eine Frühgeburt ist. Davon hängt ab, ob ein längerer Krankenhausaufenthalt notwendig wird, wehenhemmende Maßnahmen eingeleitet oder Medikamente für eine schnellere Reifung der Lungen des Kindes gegeben werden müssen.

Bislang wird von den Ärzten zur Einschätzung des Frühgeburtsrisikos vor allem die Länge des Gebärmutterhalses mit Ultraschall gemessen. Ist dieser bereits verkürzt, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt. Deutlich verbessert werden kann die Risikoabschätzung jetzt durch einen zusätzlichen Test auf sogenanntes fetales Fibronektin. Dies zeigen verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen, die unter anderem auch an der Klinik für Geburtsmedizin der Charité in Berlin durchgeführt wurden.

Fetales Fibronektin ist ein Bestandteil der Eihäute und dient dazu, die Fruchtblasenhülle mit der obersten Gebärmutterschicht zu verkleben. Wenn die Hüllen, die das Kind und das Fruchtwasser umgeben, sich in Richtung einer bevorstehenden Geburt verändern, wird Fibronektion freigesetzt. Dieses kann dann im Scheidensekret mit einer einfachen gynäkologischen Untersuchung und einem Abstrich schnell, schmerz- und gefahrlos für Mutter und Kind nachgewiesen werden.

Selbst wenn noch keine körperlichen Symptome vorhanden sind, kann das Vorhandensein von Fibronektin auf eine drohende Frühgeburt hinweisen. Die Ärzte können dann gezielt geeignete Schritte zur weiteren Überwachung und Behandlung einleiten.

Fällt der Test hingegen negativ aus, ist also kein Fibronektin nachweisbar, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die Geburt innerhalb der nächsten 7 bis 14 Tage erfolgt. Diese Frauen können daher engmaschig ambulant betreut und überwacht werden. Sowohl der schwangeren Frau als auch dem ungeborenen Kind werden so unnötige Medikamente und ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus erspart.

Die Anwendung des Fibronektin-Tests in Kombination mit den bisher üblichen Untersuchungsmethoden stellt somit eine deutliche Verbesserung bei der Abschätzung des Risikos von Frühgeburten dar.


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Grüner Star macht Angst
Jeden Mittwoch: kostenlose Glaukom-Beratungs-Hotline 0800-0112118
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(dgk) Für Patienten mit Grünem Star (Glaukom), aber auch für alle, die sich über das Thema Glaukom allgemein informieren wollen, sich für moderne Früherkennungsmethoden oder aktuelle Fortschritte in der Therapie interessieren, hat das Deutsche Grüne Kreuz eine spezielle Telefon-Hotline eingerichtet. Das Glaukom-Beratungstelefon ist immer mittwochs von 13 bis 15 Uhr unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 - 0112118 zu erreichen.

Mehr als eine Million Bundesbürger leiden am Glaukom, einem heimtückischen Augenleiden, das – anfangs fast unbemerkt – im Laufe der Jahre das Sehvermögen der Betroffenen mehr und mehr einschränkt. Das Glaukom zählt trotz wirksamer Behandlungsmethoden immer noch zu den häufigsten Ursachen für massive Sehverluste. Der Grund: Die Chancen der Glaukom-Früherkennung beim Augenarzt werden in Deutschland entweder gar nicht oder erst viel zu spät genutzt. Tatsächlich sollten die Angebote zur Glaukomvorsorge ab dem 40. Lebensjahr in regelmäßigen Abständen wahrgenommen werden. Die moderne Medizintechnik erlaubt den Augenärzten heute eine immer bessere Diagnose.

Stellt der Augenarzt ein Glaukom fest, wird er auch rasch eine angemessene Therapie einleiten. Dafür steht ihm eine Reihe von Medikamenten in Form von Augentropfen zur Verfügung. Wirkstoffe wie zum Beispiel das weltweit mit am häufigsten eingesetzte Latanoprost sind in der Lage, den beim Glaukom erhöhten Augeninnendruck wieder auf ein verträgliches Maß zu senken und so Schäden am Sehnerven abzuwenden. Darüber hinaus stehen auch operative Verfahren zur Verfügung.

Trotz der guten Behandlungschancen sind viele Patienten nach der Diagnose Glaukom entsetzt und verunsichert. Häufig fehlt die Zeit zu einem ausführlicheren Gespräch mit dem Augenarzt. Und die wichtigsten Fragen tauchen auch oft erst auf, wenn man wieder zu Hause ist. Unter anderem in solchen Fällen kann und soll die Glaukom-Hotline eine erste Hilfestellung geben.


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Neue Krankenkasse speziell für Frauen

(dgk) Frauen beugen anders vor, werden anders krank und möchten anders behandelt werden. Dies zu berücksichtigen, hat sich die erste gesetzliche Krankenkasse für Frauen zur Aufgabe gemacht, die es seit dem 1. Mai 2009 in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern gibt.

Mit speziellen Gesundheitsangeboten und Zusatzleistungen will sie auf die Bedürfnisse von Frauen eingehen. So bietet sie  beispielsweise individuelle Beratung und Betreuung in den Bereichen Familienplanung, Gynäkologie, Onkologie, Schmerz- und Stressprophylaxe oder auch zu Essstörungen, psychischen Erkrankungen und Osteoporose. Da Frauen alternative Heilmethoden wie Akupunktur und Homöopathie bevorzugen, werden diese ohne Zuzahlung angeboten.

Die Frauenkrankenkasse versucht mit ihrem speziellen Angebot, auf in der Vergangenheit geäußerte Forderungen von Frauenverbänden, Selbsthilfegruppen und Medizin-Expertinnen einzugehen.

Nähere Informationen findet man im Internet unter www.salvina.de

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WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN

Warum kratzen wir uns am Kopf, wenn wir nachdenken?

(dgk) Als würde durch heftiges Grübeln ein Kribbeln auf der Kopfhaut verursacht: Wir greifen uns reflexartig an den Kopf, kratzen uns automatisch hinter dem Ohr oder an der Stirn, obwohl gar kein Juckreiz vorliegt. Die Bewegung ist allerdings eher eine unbewusste Verlegenheitsgeste als zielgerichtetes Verhalten. Das bestätigt Professor Onur Güntürkün, Biopsychologe an der Ruhr-Uni Bochum: „Es handelt sich um eine Übersprungshandlung, wenn unsere grauen Zellen besonders hart arbeiten und sich nicht entscheiden können: Löse ich die Aufgabe oder gebe ich auf?“

Solche Übersprunghandlungen sind besonders im Tierreich weit verbreitet. Manche Tiere beginnen beispielsweise während eines Kampfes plötzlich ihr Fell oder Gefieder zu säubern, andere picken nach imaginärem Futter. Schuld ist der innere Konflikt: Angriff oder Flucht? Ähnlich ist es mit dem Kopfkratzen, „entwicklungsgeschichtlich eigentlich eine Putzbewegung“, erläutert der Biopsychologe. Übersprungshandlungen oder Verlegenheitsgesten kommen eben auch bei Menschen vor.

Meistens kommt es zu Übersprungshandlungen, wenn sehr viele Informationen gleichzeitig in kurzer Zeit verarbeitet werden müssen. Oder wenn es einen Konflikt zwischen zwei gegensätzlichen Verhaltensoptionen (Instinkten) gibt, wie zum Beispiel zwischen Angriff oder Flucht. Eine andere mögliche Interpretation lautet, dass diese Handlungen unbewusst ablaufen, um Zeit zu gewinnen.



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Andrea Ulrich
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