DGK e.V. -Deutsche Gesundheits-Korrespondenz März 2009: Der Frühling naht, die Zecken machen mobil, Wechseljahre: Früherkennung der Menopause möglich, Vorsorgepässe des DGK, Frauen leiden anders, Vitamin E gegen Migräne, Schmutz nutzt, Neues aus der Allergie-Forschung, Ballast abwerfen mit Ballaststoffen, Warum trinken so viele Tomatensaft im Flugzeug? Rundum geschützt... Impfungen ab 60, Frühjahrsputz – Hausapotheke für denVergiftungsfall ausrüsten
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 50, 3 - 2009

Der Frühling naht, die Zecken machen mobil
(3.555 Zeichen)

Zecke auf Grashalm
Foto: Prof. Mehlhorn, Düsseldorf/DGK

(dgk) Die Zecke lässt aufhorchen. Allerdings nur im übertragenen Sinn. Denn die Tiere leben geräuschlos. Noch nicht einmal der Zeckenstich wird bemerkt, denn er ist dank der zeckeneigenen „Betäubungsmittel“ schmerzlos. Erst dann, wenn man die Zecke fest- und vollgesogen entdeckt, denkt man an eventuelle Krankheitsfolgen.

Zecken sind bei niedrigen Temperaturen verlangsamt, so richtig aktiv werden sie meist erst ab etwa acht Grad Celsius. Die Zeit bis zu den frühlingshaften Temperaturen sollte man jetzt nutzen. Denn wer frühzeitig vorsorgt, kann sich zumindest gegen eine schwere, durch Zecken übertragene Infektionskrankheit zuverlässig wappnen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Wenn man die Kapriolen betrachtet, die die Meldezahlen des Robert Koch-Institutes in den vergangenen Jahren vollführt haben (s. Tabelle), spiegelt sich auch dort die Unberechenbarkeit der FSME wider. Im vergangenen Jahr sind wieder 20 Prozent mehr Krankheitsfälle gemeldet worden als im Vorjahr. Welchen Einfluss das Klima auf Zecken und damit auf die Übertragung von Krankheiten hat, das kann keiner abschließend erklären. „Fakt ist aber, dass solche Erkrankungen generell europaweit stark zugenommen haben“, so der Experte Professor Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut in Jena.
FSME-Tabelle
Tab.: Jährliche FSME-Erkrankungsmeldungen an das Robert Koch-Institut
(SurvStat, Opens external link in new windowwww.rki.de/SurvStat, Datenstand 17.02.2009)

FSME ist eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung. Erfasst werden in der bundesdeutschen Statistik die gesicherten Fälle, die meist schwer oder mit eindeutigen Symptomen verlaufen. Dazu addieren müsste man theoretisch auch diejenigen Infektionen, die zum Beispiel gar nicht bemerkt oder wegen unspezifischer Symptome nicht diagnostiziert werden. Die Dunkelziffer ist also hoch. Unberechenbar ist auch der Verlauf einer FSME-Infektion, die von fast unbemerkt über Sommergrippe-Symptome bis hin zu schwersten Verläufen mit Lähmungen und anderen Funktionsausfällen des Nervensystems führen kann. Manche Patienten behalten ein Leben lang Störungen zurück oder müssen sogar dauerhaft künstlich beatmet werden.

Einen sicheren Schutz bietet die FSME-Schutzimpfung. Dabei gilt es, die Impfung am besten noch in der kalten Jahreszeit zu beginnen. Nach dem regulären Impfschema müssen es zunächst zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen sein. Danach benötigt das Abwehrsystem weitere zwei Wochen, um den Schutz zuverlässig aufzubauen. Nicht vergessen darf man die dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten. Dann erst ist der Langzeitschutz aktiviert. Als Faustregel für die nachfolgenden Auffrischimpfungen gilt: Die erste „Erinnerung“ fürs Immunsystem ist nach drei Jahren fällig, alle weiteren nach jeweils fünf Jahren.

FSME gibt es nicht bundesweit, die meisten Risikogebiete liegen in Baden-Württemberg, außerdem in Bayern, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Dennoch muss erwähnt werden, dass auch in anderen Bundesländern einzelne Patienten eine FSME erworben haben. Das bedeutet, dass auch dort vereinzelt Zecken leben, die FSME-Viren beim Stich weitergeben können: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Sehr verbreitet sind „FSME-Zecken“ auch in Österreich, der Schweiz, in vielen Ländern Osteuropas und auch in Nordeuropa, zum Beispiel in Finnland und Schweden.

Vom 5. bis 13. Mai 2009 plant das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) eine Zecken-Infotour. Das Info-Mobil wird von Stuttgart aus sechs weitere Städte ansteuern: Frankfurt, Köln, München, Erfurt, Leipzig und Berlin.
An diesem Mobil gibt es für Jung und Alt anschaulich aufbereitete Informationen zu Zecken und zeckenübertragenen Erkrankungen wie FSME und Borreliose bei Mensch und Tier, außerdem Tipps und Beratung zur Vorbeugung. Das DGK wird dabei von mehreren Institutionen unterstützt, unter anderem vom Bundesverband der Ärzte des  Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V., dem FSME-Netzwerk Deutschland, dem Bundesverband der beamteten Tierärzte und dem Deutschen Volkssportbund.

Informationen zu FSME finden Sie unter Opens external link in new windowwww.dgk.de/fsme, weitere Informationen zur Zecken-Infotour ab Anfang April unter www.dgk.de/zecken-info-tour.


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Jetzt schon in den Wechseljahren?
Früherkennung ermöglicht rechtzeitige Behandlung
(2.180 Zeichen)

Schon in den Wechseljahren?
Foto: DGK

(dgk) Marianne ist schon seit Wochen gereizt und schlecht gelaunt. Aus jeder Kleinigkeit wird ein Drama: sei es der zu heiß gewaschene Pullover, sei es die kleine Meinungsverschiedenheit mit ihrer Nachbarin über das Blumenbeet im Vorgarten. Ihr Mann beschwert sich schon „Reg dich doch nicht immer so künstlich auf“ und findet „Du bist ja schlimmer als in deiner Schwangerschaft!“ Spielen vielleicht tatsächlich die Hormone eine Rolle? „Sollte ich etwa schon in die Wechseljahre kommen, mit 43?“, fragt sich Marianne. Über Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche klagt sie ja ebenfalls.

Abwegig ist der Verdacht nicht. Stimmungsschwankungen sind ein mögliches Symptom neben Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Herzklopfen oder depressiven Verstimmungen. Die Menopause oder die Wechseljahre sind eine normale, wenn auch nicht unproblematische Phase im Leben einer Frau. Es ist eine entscheidende Stufe im Alterungsprozess. Neun von zehn Frauen haben während dieser Zeit unmittelbar mit Menopausebeschwerden zu tun.

In der Regel setzt die neue Lebensphase zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein, kann jedoch auch bereits Mitte/Ende 30 beginnen. Jedoch weiß der Großteil der Frauen nicht, dass die Beschwerden durch die Wechseljahre verursacht werden. Obwohl diese Kenntnis doch sehr wichtig wäre. Denn Frauen, die wissen, dass sie in der Menopause sind, können Vorkehrungen treffen, um ihre unmittelbaren Symptome zu reduzieren und vor allem mögliche langfristige Risiken zu verhindern.

Mittlerweile gibt es Hormontests (zum Beispiel in der Apotheke erhältlich), die zu Hause einfach und unkompliziert durchgeführt werden können. So erhalten Frauen Informationen  über ihren menopausalen Zustand. Solch ein Test misst zum Beispiel die Konzentrationen von follikelstimulierendem Hormon (FSH) im Urin. Das FSH ist ein wichtiges Hormon im weiblichen Hormonhaushalt. Während des weiblichen Menstruationszyklus wird es von der  Hirnanhangdrüse produziert, um das Wachstum und die Reifung der Follikel in den Eierstöcken zu stimulieren. Mit Beginn der Menopause werden die monatlichen Blutungen unregelmäßiger, und die Funktion der Eierstöcke vermindert sich zusehends. Darauf reagiert der Körper mit einer vermehrten Ausschüttung von FSH, das seinerseits die sinkende Östrogenproduktion erhöhen soll. Steigende FSH-Werte sind ein deutlicher Hinweis auf den Eintritt der Frau in die Wechseljahre. Die Sicherheit, ob sich eine Frau in der Menopause befindet, ermöglicht ihr, den Symptomen aktiv zu begegnen.


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Früherkennung rettet Leben und verhindert Erkrankungen
Therapien können oft erst zu spät eingesetzt werden
(2.117 Zeichen)

(dgk) Krebs ist – früh erkannt – oft heilbar! Aber eine der Haupttodesursachen. Leider ist in vielen Fällen dafür nicht die fehlende Therapie verantwortlich, sondern die Tatsache, dass die Erkrankung zu spät entdeckt wurde. Für viele ernste Krankheiten gibt es inzwischen die notwendige Therapie, und täglich kommen weitere dazu. Doch die beste Therapie nützt nur dann etwas, wenn sie rechtzeitig eingesetzt wird.

Ein zu spätes Erkennen liegt unter anderem daran, dass gerade sogenannte Volkskrankhei-ten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes im Anfangsstadium kaum oder gar keine Symptome zeigen und deshalb nicht bemerkt werden. Immer wichtiger werden deshalb Früherkennungs- oder Vorsorgeuntersuchungen, um solche Erkrankungen mög-lichst zu einem Zeitpunkt zu erkennen, wo sie für den Betroffenen noch nicht durch Symptome spürbar sind. Nur so ist es möglich, eine zügige Behandlung und eben auch Heilung ein-zuleiten.  

In anderen Fällen ist es sogar möglich, die Krankheiten ganz zu vermeiden, indem die Risi-kofaktoren untersucht und schon im Vorfeld ausgeschaltet werden. Beispielsweise beim Darmkrebs: Er entsteht zu über 90 Prozent auf dem Boden von gutartigen Wucherungen der Schleimhaut, den Polypen. Scannt man den Dickdarm regelmäßig auf diese Polypen und trägt diese bei entsprechender Größe ab, kann erst gar kein Krebs entstehen.
Auch bei Herzinfarkt, die häufigste Todesursache in Deutschland, können Risikofaktoren rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Wer sich über die wichtigsten von den Krankenkassen geleisteten Vorsorgeuntersuchungen, über individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) und über Möglichkeiten der individuellen Prävention informieren möchte, dem bietet der Vorsorgepass des Deutschen Grünen Kreu-zes (DGK) einen guten Überblick.
Der Vorsorgepass zeigt, ab welchem Alter die Untersuchungen angeboten werden, wie oft und in welchen Abständen sie wiederholt werden sollten und was genau bei der Untersu-chung geschieht. Zusätzlich dazu gibt es freie Felder, in die der behandelnde Arzt einen kurzen Befund eintragen kann. So haben Patient und Arzt immer einen Überblick darüber, wann die letzte Untersuchung war, und können den nächsten Vorsorgetermin planen.

DGK-Vorsorgepass für Frauen                       DGK-Vorsorgepass für Männer
Die Pässe gibt es für Frauen und Männer. Sie können gegen eine Schutzgebühr von 3 € (plus Porto) bestellt werden bei

DGK Service GmbH
Deutsches Grünes Kreuz
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel: 06421  293 - 123
Fax: 06421 293 - 170


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Frauen leiden anders
Schmerzempfindungen und -empfindlichkeiten sind stärker als bei Männern
(4.201 Zeichen)

(dgk/RaIA) „Heulsusen“ oder doch das starke Geschlecht? Als Kind noch „abgestempelt“, scheinen Frauen als Erwachsene besser mit Schmerzen klar zu kommen als mancher „starke Mann”. Tatsächlich unterscheidet sich das Schmerzempfinden schon von Natur aus, berichtet die Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ in ihrer Ausgabe 4A/2009 (erhältlich ab 1. April):

Frauen erleben häufiger immer wiederkehrenden, starken und länger anhaltenden Schmerz, so die „International Association for the Study of Pain” (IASP). Typisch für Frauen sind Rückenschmerzen – hauptsächlich im Bereich von Hals, Schultern und Nacken. Männer trifft es dagegen eher an der Lendenwirbelsäule. Zu den klassischen Frauenleiden gehören auch Kopfschmerzen, insbesondere Spannungskopfschmerzen. Ein spezifisch weibliches Stresssymptom sind offenbar auch häufig Ganzkörperschmerzen ohne erkennbare organische Ursache.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Frauen zudem doppelt so empfindlich auf Schmerzreize reagieren wie Männer. Sie geben früher und häufiger Schmerzen an, denn die Schmerzen werden bei ihnen im limbischen System verarbeitet. Das gehört zum ältesten Teil des Gehirns, ist für Gefühle zuständig und weist bei der Frau doppelt so viele Schmerzempfänger (Rezeptoren) auf wie beim Mann. Bei „ihm” findet die Schmerzverarbeitung dagegen im Frontalhirn statt. Es steuert die analytischen Denkprozesse. Frauen leiden außerdem nicht nur mehr, sondern auch empfindsamer: „Sie können verschiedene Schmerzqualitäten wie ‚pochend‘ oder ‚dumpf‘ besser unterscheiden”, hat die Fachärztin für Schmerztherapie Dr. Magdalene Roth-Brons vom Schmerzzentrum Leer beobachtet: „Das liegt möglicherweise daran, dass sie durch Menstruations- und Geburtsschmerz eine natürliche, geschlechtsbedingte Erfahrung mit Schmerzen haben.”

Hormone und andere Einflüsse

Durch ihre unterschiedlichen Aufgaben für den Fortbestand sind Frauen und Männer verschieden programmiert. Dabei spielen die Hormone eine wesentliche Rolle: So steigert das weibliche Geschlechtshormon Östrogen die Empfindlichkeit der Nerven, während das männliche Testosteron eher dämpfend wirkt. Auch die hormonellen Veränderungen während der Menstruation und der Schwangerschaft beeinflussen das Schmerzempfinden. Veränderungen im Östrogenspiegel wirken sich offenbar auf die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn aus: Mit dem sinkenden Östrogenspiegel während der Menstruation verringert sich der Serotoninspiegel. Die Schmerzempfindlichkeit steigt, Kopfschmerzen treten häufiger auf. Das Auf und Ab der Hormone verändert auch die Schmerztoleranz des „schwachen” Geschlechts: Während der Geburt haben Frauen (für Männer unvorstellbar) große Schmerzen auszuhalten. In der Menopause lässt die Alarmbereitschaft weiblicher Nerven schließlich nach: Jenseits der 60 besteht zwischen den Geschlechtern kaum noch ein Unterschied. Auch kulturelle Unterschiede, die unterschiedliche Erziehung von Mädchen und Jungen und die persönliche Haltung beeinflussen die Schmerzwahrnehmung.

Nicht einfach aushalten

Und noch einen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt es in puncto Schmerzen: Frauen gehen besser mit ihnen um. Frauen nehmen eher medizinischen Rat und Behandlung in Anspruch, während Männer den Arztbesuch nur zu gern auf die lange Bank schieben und ihr Befinden verdrängen. „Frauen gehen zwar häufiger zum Arzt, erhalten aber in geringerem Umfang eine angemessene Behandlung”, sagt Dr. Roth-Brons. Sie werden mit ihren Befindlichkeitsstörungen weniger ernst genommen. Doch gerade bei der Schmerzbehandlung ist es wichtig, rechtzeitig entgegenzuwirken. Der Körper kann sich dann nicht nur schneller regenerieren: Ob Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Hexenschuss – wer bei Schmerzen immer nur die Zähne zusammenbeißt, riskiert, dass die Beschwerden chronisch werden. Wirksame und gut verträgliche Schmerzmittel sind in der Apotheke erhältlich.

Tablette ist nicht gleich Tablette
Frauen nehmen häufiger Schmerzmittel ein als Männer, vor allem Medikamente gegen Kopfschmerzen. Der weibliche Stoffwechsel arbeitet anders als der männliche. „Der Magen entleert sich hormonell bedingt langsamer”, erklärt Dr. Roth-Brons, „ebenso ist die Ausscheidung von Arzneimitteln über die Niere bei Frauen durch eine geringere Nierentätigkeit langsamer.” Deswegen wirken Schmerzmittel bei Frauen und Männern keineswegs gleich. Den Wirkstoff Acetylsalicylsäure zum Beispiel kann der weibliche Organismus nicht so schnell abbauen wie der männliche. Dadurch treten mögliche Nebenwirkungen wie zum Beispiel Magenbeschwerden bei Frauen öfter und stärker auf.
In der Apotheke kann man sich zum geeigneten Medikament und zur richtigen Dosierung beraten lassen. Rezeptfreie Schmerzmittel dürfen maximal drei Tage hintereinander und höchsten zehn Tage im Monat eingenommen werden. Wenn die Schmerzen nicht nachlassen bzw. regelmäßig wiederkommen, muss ein Arzt konsultiert werden.

Quelle:
Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 4A/2009 (1. April)


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Vitamin E gegen Migräne in der Menstruation

Iranische Studie belegt schmerzmindernde Wirkung / Weitere Forschungen erforderlich
(2.179 Zeichen)

Migräneschmerzen
Foto: PhotoAlto

(dgk) Viele Frauen durchleben während der Regelblutung aufgrund Hormonspiegel-Schwankungen ein Stimmungstief oder sind abgeschlagen; manche trifft es besonders hart, denn sie leiden in dieser Zeit unter unangenehmen, starken Migräne-Attacken. Diese menstruelle Migräne tritt typischerweise zwei Tage vor bis drei Tage nach Einsetzen der Blutung auf, häufig sind die Schmerzen heftiger als bei der normalen Migräne und zudem länger andauernd. Eine aktuelle Studie iranischer Wissenschaftler legt nun nahe, dass Frauen, die an einer Menstruationsmigräne leiden, möglicherweise von einer gezielten Einnahme von Vitamin E profitieren und ihre Schmerzen verringern können.

Dr. Saeideh Ziaei und sein Forscherteam von der Tarbiat Modarres Universität in Teheran untersuchten in ihrer placebokontrollierten Doppelblind-Studie insgesamt 72 Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, die an zyklusabhängigen Migränebeschwerden litten. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war, dass die Probandinnen mindestens drei Monate vor Studienbeginn keinerlei Hormonbehandlungen erhalten hatten.

Die Frauen bekamen zunächst über einen Zeitraum von zwei Monatszyklen ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff (Placebo), das jeweils fünf Tage lang – zwei Tagen vor bis drei Tage nach der Regel – eingenommen wurde. Die Scheinbehandlung endete mit einer einmonatigen „Auswaschphase“. Im Anschluss daran erhielten die Testpersonen ein Vitamin-E-Präparat (Vitamin E softgel (400 IU)). Es hatte das identische Aussehen wie das Placebo zuvor und wurde in den folgenden zwei Monaten auch genauso wie das Scheinpräparat angewendet.

In Fragebögen dokumentierten die Probandinnen während des gesamten Studienzeitraums, wie stark ihre Migräne und andere Beschwerden waren. Ergebnis: Es zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede: Während der Zeit der Vitamin-E-Einnahme registrierten die Frauen wesentlich weniger häufig Kopfschmerzen, und ihre funktionelle Behinderung, also das Maß ihrer Arbeitsunfähigkeit als Folge von Migräneanfällen, war stark reduziert. Außerdem berichteten die Frauen von einer deutlich geringeren Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm – Beschwerden, die eine Migräneattacke üblicherweise begleiten. Auch das migränetypische Symptom Übelkeit trat weniger ausgeprägt auf als unter der Placebobehandlung.

Nach Ansicht der Forscher ist die Gabe von Vitamin E offenbar ein geeignetes Mittel, um Frauen von Beschwerden bei Menstruationsmigräne zu entlasten. Allerdings seien weitere, umfangreichere Studien nötig, um die Effektivität dieser Behandlung zu festigen. Worin die Wirkung des Vitamins E begründet ist, müsste noch genauer untersucht werden. Es ist aber bekannt, dass durch die Einnahme von Vitamin E die Spiegel von sogenannten Prostaglandinen gesenkt werden können, einer Gruppe von Gewebshormonen, die offenbar beim Auftreten der Menstruationsmigräne eine Rolle spielen. Außerdem ist Vitamin E in der Lage, Arachidonsäure zu binden, das die Bildung schmerzhervorrufender Substanzen fördert. So werden Vitamin-E-Präparate mittlerweile als Ergänzungen in der Schmerztherapie von Migräne- und Rheuma-Patienten eingesetzt.

Quellen:
Ziaei S et al: The effect of vitamin E on the treatment of menstrual migraine; Med Sci Monik, 2009 Jan; 15(1):CR16-19, Opens external link in new windowwww.unboundmedicine.com/
MedWire News: Vitamin E may benefit menstrual migraine sufferers, 09 January 2009, Opens external link in new windowwww.medwire-news.md/


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Schmutz nutzt!
Neues aus der Forschung: Stallstaub kann Asthma vorbeugen
(1.904 Zeichen)

Kuhstallkeime helfgen gegen Allergie
Kuhstallkeime schützen vor Allergien. Foto: M. Kabesch, MH Hannover, R. Lau-ener, Uni Zürich

(dgk) Die Nase läuft, der Hals kratzt, die Augen jucken: Millionen von Menschen leiden unter Allergien, die zu Asthma führen können. Aktuelle Studienergebnisse machen nun Hoffnung auf mehr Lebensqualität.

Schon seit den späten 1990er-Jahren ist bekannt, dass Kinder, die im ländlichen Umfeld aufwachsen, Geschwister haben und Rohmilch trinken, seltener an Allergien und allergischem Asthma erkranken als  „Stadtkinder“. Ihr Immunsystem ist besser trainiert, weil es von Anfang an vielen verschiedenen Keimen ausgesetzt ist.

Doch auch auf dem Land stellen Forscher Unterschiede fest: Kinder, die auf Bauernhöfen mit Tieren aufwachsen, sind noch weniger allergie- und asthmaanfällig als ihre Spielkameraden, die im selben Ort leben, aber nicht auf dem Bauernhof aufwachsen. Das lässt vermuten, dass Staub und Schmutz, den die Bauernkinder täglich inhalieren, Inhaltsstoffe haben, die vor Allergien schützen. Ein Team von Wissenschaftlern aus Borstel, Marburg, München und Bochum untersuchte Schmutz an den Wänden von Kuhställen und fand zwei besonders häufig vorkommende Keime mit den exotisch klingenden Namen Acinetobacter Iwoffi und Lactococcus lactis.

Um zu beweisen, dass diese für den Schutz vor Allergien zuständig sind, ließ man Mäuse die beiden isolierten Keime aus dem Kuhstall inhalieren. Eine andere Gruppe von Mäusen tat das nicht. Danach wurden beide Gruppen allergieauslösenden Stoffen ausgesetzt. Die Mäuse, die vorher die Keime aus dem Kuhstall inhaliert hatten, zeigten keine Krankheitszeichen und waren gesund. Die Gruppe, die zuvor keine Stallpartikel in die Nase bekommen hatte, litt unter allergischen Reaktionen.

Die Ergebnisse der Forschung zeigen, dass es möglich ist, den Körper gegen Allergien zu immunisieren. Neu ist, dass die Forscher herausgefunden haben, welche der vielen Keime für den Schutz vor Allergien verantwortlich sind. Derzeit arbeiten Wissenschaftler unter der Leitung der Professoren Erika von Mutius (München) und Harald Renz (Marburg) an der praktischen Nutzung dieser Erkenntnisse. Möglicherweise wird es in einigen Jahren eine Art Impfung gegen Allergien geben. Juckende Augen, laufende Nasen und kratzende Hälse aufgrund von Allergien könnten dann der Vergangenheit angehören.

Quelle:
„Neues aus dem Kuhstall“ – Allergieforschung in Deutschland, Pressekonferenz (DGAKI und DGK) am 17.02.09, Berlin,Opens external link in new window www.dgk.de/veranstaltungen


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ERNÄHRUNG – FORSCHUNG – GESUNDHEIT

Ballast abwerfen mit Ballaststoffen

Pflanzenfasern unterstützen die Gewichtsabnahme
(2.394 Zeichen)

(dgk) Der Frühling naht – und jedes Jahr dasselbe Problem: Der Winterspeck passt nicht in die Kleidung vom vergangenen Jahr und schon gar nicht in den Bikini. Der Speck muss also weg! Aber wie? Wer abnehmen möchte, muss mehr Kalorien verbrauchen, als er zu sich nimmt. Das funktioniert am besten mit viel Bewegung, einer fettarmen Ernährung und reichlich Ballaststoffen. Sie sind optimale Verbündete im Kampf gegen überschüssige Kilos. Doch was sind Ballaststoffe eigentlich genau?

Unverdauliche Bestandteile aus pflanzlicher Nahrung heißen Ballaststoffe. Dabei handelt es sich entweder um Pflanzenfasern wie beispielsweise in Getreide (Zellulose) oder um quellfähige, wasserlösliche Substanzen wie Pektin im Apfel oder Guar aus der Guarbohne. Zu Beginn ihrer Erforschung schienen Ballaststoffe keinen Nutzen zu haben – so kamen sie zu ihrem Namen. Doch welcher Irrtum! Heute wissen wir um ihre vielfältigen gesundheitsfördernden Wirkungen, auch bei der Gewichtsabnahme.

So unterstützen Ballaststoffe das Abnehmen:

  • Sie liefern selbst keine oder nur sehr wenige Kalorien.
  • Pflanzenfasern müssen länger und intensiver gekaut werden. Deshalb machen sie besser und schneller satt und sparen auf diese Weise wiederum Kalorien.
  • Ballaststoffe quellen auf und vergrößern das Volumen der Nahrung. Auch diese Ausdehnung registriert das Gehirn als ein Signal für „Sattsein“.
  • Ballaststoffe verzögern die Aufnahme von Kohlenhydraten ins Blut. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Essen langsam an – und fällt auch wieder langsam ab. Plötzlich einsetzende Heißhungerattacken gibt es nicht mehr.

Doch nicht nur Menschen, die abnehmen wollen, profitieren von Ballaststoffen. Denn Pflanzenfasern & Co regulieren die Verdauung und stärken die Darmgesundheit. Sie binden im Darm unerwünschte Stoffe wie Cholesterin oder giftige Substanzen. Damit senken sie den Cholesterinspiegel und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie auch für Darmkrebs und andere Darmkrankheiten. Damit Ballaststoffe ihre positiven Wirkungen entfalten können, benötigen sie viel Flüssigkeit zum Quellen. Eine tägliche Trinkmenge von 2 bis 2,5 Liter ist beim Abnehmen mit vielen Ballaststoffen ideal, und zwar in Form von kalorienfreien Getränken wie Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetees.

Statt der empfohlenen 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag nehmen die Deutschen durchschnittlich nur etwa 24 Gramm zu sich. Diese Menge lässt sich mit pflanzlicher Nahrung steigern, zum Beispiel mit Müsli, Vollkornbrot, Naturreis, Salat, Gemüse und Obst. Ballaststoffträger können auch zusätzlich über das Essen gestreut werden wie Weizenkleie oder Leinsamen. Beim Abnehmen sind auch spezielle Mikronährstoffe hilfreich. Denn bei einer Diät verringern sich die Nahrungsmenge und damit auch die Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen.


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WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN

Warum trinken so viele Passagiere Tomatensaft im Flugzeug?

(2.003 Zeichen)

(dgk) Allein auf Flug 015 der Delta Air Lines von Frankfurt nach Atlanta werden von den rund 160 Passagieren durchschnittlich 32 Dosen Tomatensaft getrunken. Das bedeutet: Einer von fünf trinkt Tomatensaft. Drei Prozent des gesamten Jahresabsatzes von Tomatensaft werden über den Wolken getrunken. Bei Orangensaft macht der Anteil im Flugzeug nur etwa 0,4 Prozent aus. Im Flieger trinkt fast jeder Tomatensaft, sonst aber nie. Woran liegt das? Warum dieses Getränk in Supermärkten wie Blei im Regal liegt oder im heimischen Küchenschrank stets das Verfallsdatum überschreitet, jedoch auf Flugreisen so beliebt ist, bleibt ein Rätsel – das nur vorweg.

1993 hagelte es jedenfalls üble Beschwerden von Passagieren, als die Lufthansa das Getränk von der Bordkarte strich. Das Ergebnis: 48 Stunden später wurde wieder ausgeschenkt und zufrieden gerührt. Es existieren zahlreiche Theorien mit physiologischem (Veränderung des Geschmacksempfindens bei geringerem Druck, Elektrolyt-Theorie) und mit psychologischem Hintergrund: Der rote Saft macht satt und ist nahrhaft, beruhigt, lindert Flugangst oder befriedigt einfach den „Herdentrieb“. So beobachtet das Bordpersonal immer wieder eine Art Kettenreaktion: Bestellt sich einer Tomatensaft, wollen ihn plötzlich alle.

Nach Auskunft von Ernährungsexperten schwirren über den Wolken vermehrt oxidative Substanzen herum, besser bekannt als freie Radikale. Dagegen soll Lycopin schützen, ein Stoff, der in Tomaten reichlich vorkommt. Durch Erhitzung wird noch mehr freigesetzt als in der Tomate ursprünglich vorhanden ist. Außerdem ist sie reich an den Vitaminen A und C. Bei Durchfall wird der Saft als natürliches Elektrolyt empfohlen. Und zwei Gläser am Tag sollen sogar vorbeugend gegen Krebs wirken. Vielleicht will sich der fluggestresste Körper unbewusst etwas Gutes tun. Ein anderer Erklärungsversuch klingt weniger plausibel. Durch den Unterdruck in Flugzeugen leiden die Geschmacksnerven, sind in 10.000 Meter Höhe weniger empfindlich Der kräftige Tomatensaft, womöglich mit Salz und Pfeffer angerührt, sorgt in himmlischen Gefilden für eine willkommene Würze. Wissenschaftler haben im Übrigen rausgefunden, dass Tomatensaft Übelkeit lindert. Von Orangensaft, Apfelsaft und kohlensäurehaltigen Getränken wird in der Luft generell abgeraten, da sie Blähungen verursachen können.

Quellen:
Inflight-Logistik: Transport ist nur der Vorname. Mit Salz und Pfeffer , in: KPMG Clarity, 2002, S.10-17, Opens external link in new windowwww.wow.li/Resources/KPMG-KN.pdf

Stimmt's? Tomate im Flug, Opens external link in new windowDie Zeit 17.12.2003, Nr. 52


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MELDUNG

Rundum geschützt...

(1.463 Zeichen)

(dgk) ...vor gefährlichen Infektionskrankheiten sind Menschen ab 60, wenn sie den empfohlenen Impfschutz haben. Dass Impfungen „Kinderkram“ sind, ist ein Vorurteil, das sich hartnäckig hält. Doch nicht nur für die Kleinen ist die Unterstützung des Immunsystems durch Impfungen wichtig. Auch und gerade ältere Menschen sollten darauf achten, dass sie ausreichend geimpft sind. Denn auch das Immunsystem altert und kann durch Impfungen wirkungsvoll unterstützt werden. Auch wenn man die 60 überschritten hat, kann man noch „Kinderkrankheiten“ – Kinderlähmung, Keuchhusten oder Diphtherie – bekommen.

Viele dieser Infektionen sind heute sogar häufiger bei Erwachsenen zu finden als bei Kindern, zum Beispiel der Keuchhusten. Mehr als 70 Prozent aller Erkrankungsfälle in Deutschland treten bei über 15-Jährigen auf – eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht! Oft genug stecken Großeltern ihre noch völlig ungeschützten Enkel an, denn an Keuchhusten kann man mehrmals im Leben erkranken, beim zweiten oder dritten Mal oft mit so uncharakteristischen Symptomen, dass niemand dahinter Keuchhusten vermutet. Für die Kleinsten ist Keuchhusten aber eine sehr gefährliche Erkrankung.
Manche Impfungen sind explizit für Menschen ab 60 Jahre empfohlen. Dazu gehört die jährliche Grippe-Impfung – besser als Influenza-Impfung bezeichnet. Auch die Impfung gegen Pneumokokken, die vor Lungenentzündungen bewahrt, ist für alle ab dem 60. Lebensjahr empfohlen.

Ausführliche Informationen enthält die soeben erschienen Broschüre „Rundum geschützt“, die Sie gegen Einsendung eines mit 1,45 € frankierten und adressierten A-5-Umschlags beziehen können bei:

Rundum geschützt - Impfungen ab 60

Deutsches Grünes Kreuz
Stichwort 60+
Schuhmarkt 4
35037 Marburg


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DER DGK-SICHERHEITSTIPP
Risiken – Produkte – Schutzvorkehrungen


Im Rahmen des Netzwerkes „IDB-Deutschland“ berichtet das Deutsche Grüne Kreuz regelmäßig über Verletzungsrisiken und empfehlenswerte Schutzvorkehrungen. *

Frühjahrsputz
Hausapotheke für den Vergiftungsfall ausrüsten

(2.055 Zeichen)

(dgk) Vergiftungsgefahren sind vielfältig. Nicht nur Medikamente, Haushaltsreiniger, Kosmetika und Schädlingsbekämpfungsmittel, sondern auch Tabakwaren und Pflanzenteile bergen ein erhöhtes Vergiftungsrisiko für Kinder. Zur Vermeidung von Vergiftungsunfällen im Haushalt ist es deshalb dringend erforderlich, giftige Substanzen für Kinder unerreichbar zu verwahren und Behältnisse mit Sicherheitsverschlüssen zu verwenden.
Die elterliche Aufmerksamkeit und Sorgfalt ist aber auch beim täglichen Umgang mit Reinigungsmitteln erforderlich. Im Putzeifer kann das wiederholte Öffnen und Verschließen der kindersicheren Schutzkappen zwar durchaus lästig sein, für kleine Kinder ist die Versuchung jedoch groß, von den unbedacht abgestellten Reinigungsmitteln zu probieren. Für diesen Fall gibt es jetzt eine wirksame Schutzvorkehrung. Putzmittel und Haushaltschemikalien können von den Herstellern mit einem Bitterstoff (zum Beispiel Bitrex) versetzt werden. Dieser sorgt aufgrund seines extrem bitteren Geschmacks dafür, dass Kinder die giftige Reinigungssubstanz schon beim kleinsten Schluck sofort ausspucken. Damit kann das Vergiftungspotenzial auf ein Minimum reduziert werden.

Vergiftungen sind nicht immer sofort als solche zu erkennen. Plötzlich einsetzende Anzeichen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bewegungsstörungen, Schwindel, Schweißausbrüche und vor allem Bewusstlosigkeit legen den Verdacht einer Vergiftung allerdings nahe. Was ist aber zu tun, wenn es trotz aller Schutzvorkehrungen zu einem Vergiftungsfall gekommen ist und schnell gehandelt werden muss?
Generell gelten folgende Regeln:

  • Ruhe bewahren
  • Tee oder Wasser zu trinken geben, aber auf keinen Fall Milch und auch kein kohlensäurehaltiges Getränk
  • ein Erbrechen auslösen
  • Weitere Maßnahmen sollten erst nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Giftinformationszentrale erfolgen.

Schnelle Hilfe ist möglich, wenn die Hausapotheke für den Giftnotfall ausgerüstet ist. Neben pulverisierter Aktivkohle, die zur Bindung des Giftes eingesetzt werden kann, gehört dazu auch ein Entschäumungsmittel aus der Apotheke, mit dem Schaum aufgelöst und damit der Übertritt aus dem Magen-Darm-Trakt in die Lunge verhindert wird. Wer diese Mittel griffbereit hat und unter Anleitung eines Experten der Giftinfozentralen oder eines Arztes einsetzen kann, gewinnt im Ernstfall wertvolle Zeit.

* Das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit dem Unfallgeschehen in den Lebensbereichen Haus und Freizeit, klärt über Risiken auf und entwickelt gemeinsam mit unterschiedlichen Partnerorganisationen geeignete Schutzvorkehrungen. Auf der Grundlage einer vom Gesundheitsminister-Rat der Europäischen Union im Mai 2007 beschlossenen Richtlinie zur Verhütung von Verletzungen und deren Umsetzung in den Mitglieds-staaten beteiligt sich das Deutsche Grüne Kreuz an der Europäischen Strategie zur Vermeidung von Verletzungen. In einem neuen Netzwerk unter dem Titel IDB-Deutschland (IDB steht für Injury Database) kooperieren unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Gabriele Ellsäßer mehrere Kliniken und Institutionen, um datengestützt Verletzungsmuster aufzudecken und die an Verletzungsvorgängen beteiligten Produkte zu identifizieren.


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SERVICE

Bildmaterial
Die abgebildeten Fotos können von Redaktionen kostenlos per E-Mail angefordert werden unter:
presseservice(à)kilian.de

Ansprechpartner
Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich gerne wenden an:
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