DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz Oktober 2009:Impfschutz auch gegen Meningokokken checken, Mögliche Folgen der Zeitumstellung, Impfungen gegen Kinderlähmung weiterhin „Pflicht“, Ich gehe nicht zum Zahnarzt, Oralphobie und wie man ihr begegnen kann, Patricia schwimmt mit den Delfinen, Spendenaktion für junge CMV-Patientin, Neue Stechmücke erobert Europa, Was ist eigentlich D-Ribose?, Mediterrane Kost schlägt fettarme Diät, Figur von „Apfel“ oder „Birne“: Gene spielen eine Rolle, Vitamin-D-Prophylaxe für Schwangere statt für Säuglinge?, Patientenverfügung: rechtzeitig Vorsorge treffen, Lebens-Lust: ein Projekt der besonderen Art
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz Oktober 2009:Impfschutz, Meningokokken, Folgen der Zeitumstellung, Impfungen gegen Kinderlähmung, Zahnarzt, Oralphobie, Patricia schwimmt mit Delfinen, Spendenaktion, CMV-Patientin, Neue Stechmücke, D-Ribose, Mediterrane Kost, Körperfigur, Gene, Vitamin-D-Prophylaxe, Schwangere,Säuglinge, Patientenverfügung, Vorsorge treffen, Lebens-Lust
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 50, 10 - 2009

Vorsorge ist Fürsorge
Impfschutz auch gegen Meningokokken checken
(2.602 Zeichen)

(dgk) Empfohlen sind die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U11 für Säuglinge und Kinder schon seit vielen Jahren. Auch für die Jugenduntersuchung J1 für die 12- bis 14-Jährigen besteht ein Angebot. Doch je älter die Kinder sind, umso weniger werden die Untersuchungen genutzt, zur J1 geht nur etwa ein Drittel der Jugendlichen.

Mit drei Jahren sind die Kleinen aus dem Gröbsten raus, ältere Kinder und erst recht Jugendliche sind seltener krank. Mit ihnen gehen die Eltern nur noch dann zum Arzt, wenn die Kinder akut erkrankt sind. Dabei ist das Vorsorge-Angebot ein echtes „Fürsorgeprogramm“, denn viele Störungen können frühzeitig erfasst werden. Und zwar bevor es zu ernsthaften und bleibenden Gesundheitsproblemen kommt.

Ein wichtiger Check gilt bei allen Vorsorgeterminen dem Impfstatus. Im Impfausweis so mancher Kinder und Jugendlicher tun sich Lücken auf, meist fehlen eine oder gleich mehrere Impfungen. Während die Impfraten der Hepatitis-B- oder Masern-Mumps-Röteln-Impfung zunehmend steigen, wird die erst seit 2006 empfohlene Meningokokken-Impfung noch viel zu selten genutzt. Unverständlich, denn die Meningokokken-Bakterien sind unberechenbar, wenn sie sich im Körper einnisten: Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) können ausbrechen.

Was sind die Folgen? Neben dem an sich schon dramatischen Krankheitsverlauf mit Erbrechen, hohem Fieber, Schmerzen und Bewusstlosigkeit, kann es zu irreparablen Schädigungen des Gehirns kommen. Folgen sind Lähmungen, Krampfanfälle, „Wasserkopf“ (Hydrocephalus) oder Taubheit. Breiten sich die Bakterien bei einer Sepsis über den gesamten Körper aus, kann es in der Folge auch notwendig sein, Amputationen vorzunehmen. Bei beiden Verlaufsformen können die Patienten sterben: Acht bis zehn Prozent der Erkrankten sterben an den Folgen der Meningitis, mindestens die Hälfte überlebt eine Sepsis nicht.

Regelmäßig bei Bekanntwerden eines solchen Falles ist die Umgebung in größter Besorgnis. Nicht zu unrecht, denn enge Kontaktpersonen des Patienten, sogenannte „Haushaltskontakte“, haben ein 400-fach erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.

In Deutschland werden die meisten Meningokokken-Erkrankungen von den Serogruppen B und C hervorgerufen. Gegen die Meningokokken der Gruppe C gibt es eine gut verträgliche Impfung, die von den Krankenkassen für Kinder und Jugendliche bezahlt wird. Aufgrund der Dramatik dieser Erkrankungen ist diese Impfung für die Altersgruppen empfohlen, die am häufigsten betroffen sind: Kinder und Jugendliche von 1 bis 17 Jahre. Geimpft wird mit einer einzigen Dosis eines Meningokokken-C-Konjugatimpfstoffes.

>> Mehr Informationen unter Opens external link in new windowwww.agmk.de


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Wer hat an der Uhr gedreht?
Die Zeitumstellung kann zu Symptomen wie beim Jetlag führen
(1.879 Zeichen)

Uhrzeitumstellung zum Ende der Sommerzeit
Die Sommerzeit ist zu Ende, die Uhren werden zurückgestellt. Das kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Foto: DGK / Nittner

(RaIA/dgk) Nachteulen und Langschläfer können sich freuen: In der Nacht auf Sonntag, 25. Oktober, wird die Uhr von drei auf zwei Uhr zurückgestellt. Doch das Ende der Sommerzeit hat auch seine Schattenseiten. Für alle, denen die Zeitumstellung Probleme bereitet, hat die Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ in ihrer Ausgabe 10B/2009 (erhältlich ab 15.10.09) hilfreiche Tipps zusammengestellt.

Vor allem Berufstätigen macht der verschobene Tagesrhythmus zu schaffen. Eine Umfrage der DAK ermittelte im vergangenen Jahr: Etwa jeder Fünfte fühlt sich müde und schlapp. Einige schlafen schlechter oder haben Konzen-trationsprobleme. „Berufstätige im mittleren Alter sind starken Belastungen und Stress im Alltag ausgesetzt. Kommt dann noch die Zeitumstellung hinzu, fällt es ihnen oft schwerer, ihren gewohnten Rhythmus wieder zu finden“, sagt DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer.

Bei manchen können Symptome wie bei einem Jetlag entstehen: Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit, Verdauungsstörungen, Schwankungen der Herzfrequenz, sogar eine erhöhte Unfallgefahr – bis sich die innere Uhr umgestellt hat.

Tipps für den neuen Zeittakt:

  • Anstatt sich morgens wach im Bett hin und her zu wälzen, lieber früher aufstehen und die Zeit für einen Morgenlauf oder Spaziergang nutzen.
  • An den ersten Tagen nach der Umstellung abends möglichst leicht essen, größere Mahlzeiten auf die Mittagszeit verschieben.
  • Wer abends unter Einschlafproblemen leidet, kann sich vom Arzt oder Apotheker zur Einnahme pflanzlicher Arzneien, beispielsweise mit Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Melisse, beraten lassen.
  • Bei müden Phasen tagsüber am besten eine kurze Pause einlegen. Optimal: ein kurzer Rundgang an der frischen Luft.
  • In der Woche nach der Zeitumstellung sollten Jetlag-Geplagte vorsichtig im Straßenverkehr sein und unfallgefährdete Tätigkeiten lieber verschieben.


Quelle:
„Ratgeber aus Ihrer Apotheke“, Ausgabe 10B/2009 (erhältlich ab 15.10.2009)


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Impfungen gegen Kinderlähmung sind weiterhin „Pflicht“
(2.704 Zeichen)

(dgk) Richtig ist, dass Europa seit 2002 poliofrei ist. Falsch ist, dass man deswegen nicht mehr zu impfen bräuchte. Denn schnell kann sich eine derart ansteckende Krankheit wieder ausbreiten, wenn der Impfschutz in der Bevölkerung nachlässt. Dies hat man vor Jahren gesehen, wo sich von Nigeria ausgehend die Kinderlähmung erneut ausbreitete. In Nigeria selbst waren die Impfraten in der Bevölkerung drastisch gesunken, aber die Viren konnten auch in Ländern, die schon seit Jahren poliofrei waren, wieder Fuß fassen. Das war etwa im Jemen oder auch in Indonesien der Fall.

Die Gefahr einer Wiedereinschleppung liegt auch bei uns nahe: 2008 unternahmen die Deutschen knapp 76 Millionen Auslandsreisen. Doch die hohe Mobilität ist nicht nur dem Austausch der Kulturen und Geschäftsbeziehungen förderlich, sondern eben auch der Verbreitung von Krankheitserregern.

Drei unterschiedliche Poliomyelitisviren gibt es, theoretisch kann jeder also drei Mal eine Kinderlähmung bekommen. Alle drei Viren zirkulieren mehr oder weniger stark in den Endemiegebieten Afrikas und Asiens. In Nigeria ist vorwiegend Typ 3 der Poliomyelitisviren für die Krankheitsfälle verantwortlich, aber auch Typ 1. In Indien ist die Situation ähnlich. Zwei Drittel der bisher in diesem Jahr registrierten 1.020 Erkrankungen wurden aus Nigeria und Indien gemeldet.

Tückisch ist, dass die typischen Krankheitszeichen nur bei jedem 100. bis 1000. Infizierten auftreten. Das bedeutet, die Zahl der möglichen Überträger ist um ein Vielfaches höher. Auch deshalb ist es auch in bereits poliofreien Ländern und Kontinenten (Europa, Nord- und Süd-Amerika, Australien) unerlässlich, lückenlos weiterzuimpfen. In Deutschland sind wir diesbezüglich nicht gut aufgestellt: Nach einer 2003 durchgeführten Befragung des EMNID-Institutes Bielefeld verfügen gut 90 Prozent der Erwachsenen nicht über einen belastbaren Polio-Impfschutz.

„Give me four“: Gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollte jeder Erwachsene über eine abgeschlossene Grundimmunisierung verfügen – das sind in der Regel drei Impfungen – und außerdem noch eine Auffrischimpfung bekommen haben. Ist dies der Fall, sind regelmäßige Wiederholungen nur erforderlich, wenn Fernreisen in Risikoregionen geplant sind. Wie wird geimpft? Falls keine anderen Impfungen anstehen, kann ein Einzelimpfstoff gespritzt werden, falls der Schutz gegen Tetanus, Diphtherie oder auch Keuchhusten erneuert werden muss, geht es einfach mittels Kombinationsimpfstoff. Wer seinen Impfausweis verloren hat, „hat Pech“, denn nur eine dokumentierte Impfung zählt. In diesem Fall heißt das, die Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung oder auch Keuchhusten komplett nachzuholen.

Quellen:
Opens external link in new windowwww.polioeradication.org, Empfehlungen der STIKO 2009 im Epidemiologischen Bulletin Nr. 30/2009


Au Backe – ich gehe nicht zum Zahnarzt!
Wenn Patienten extreme Angst vorm Dentistenbesuch haben und wie man dem begegnen kann
(3.252 Zeichen)

Angst vorm Zahnrarztbesuch?
Foto: imagesource

(dgk) Der Mund wird trocken, die Hände werden feucht, das Herz rast, und man wünscht sich, dass alles schon vorbei wäre – vielen Menschen ergeht es so vor einem Zahnarztbesuch. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse hat fast jeder fünfte Bundesbürger (19 Prozent) Angst vor jedem Zahnarztbesuch, und noch einmal 25 Prozent fürchten sich vor großen Eingriffen. Etliche Patienten vermeiden selbst dringend nötige Behandlungen. Doch selbst eine solche extreme Zahnbehandlungsangst – auch Dental- oder Oralphobie genannt – kann bei fachkundiger Hilfe erfolgreich bekämpft werden, denn es gibt heutzutage effektive Hilfen.

Entscheidend ist: Den ersten Schritt muss der Betroffene selber tun, indem er den Zahnarzt bzw. die Zahnärztin über seine Ängste und Sorgen informiert. Auch in leichten Fällen. Gut geschultes Praxispersonal wird individuell angepasste Unterstützung anbieten: Dem einen helfen entspannende Atemtechniken, autogenes Training oder beruhigende, meditative Musik, der andere profitiert von einer gründlichen einfühlsamen Aufklärung, wieder andere sind dankbar für Pausen während der Behandlung. Für Kinder gibt es spielerische Methoden, die vieles angenehmer machen.

Wenn sich aber das unangenehme Kribbeln im Bauch und die allgemeine Furcht vor Bohrgeräuschen, typischen Praxisgerüchen und anderen Begleitumständen zu einer übergroßen Angst steigern, sollte der Patient einen Fachmann aufsuchen, der sich speziell mit solchen krankhaften Angstzuständen beschäftigt. Bei den meisten Länder-Zahnärztekammem existieren Listen von besonders auf diesem Gebiet ausgebildeten Behandlern. So beschäftigt sich die zahnärztliche Psychotherapie mit den psychischen Problemen, die während oder durch die zahnärztliche Behandlung entstehen. Wichtig ist, dass dabei nicht ein Psychologe und ein Zahnarzt zusammenarbeiten, sondern ein zahnärztlicher Behandler in Personalunion über eine spezielle psychologische Ausbildung verfügt. Ihm steht eine ganze Palette von Therapieformen zur Verfügung, die als Anti-Angst-Training individuell eingesetzt werden.

Daneben gibt es heutzutage eine Reihe von Möglichkeiten, der Behandlungsangst auch während der Sitzung auf dem Zahnarztstuhl zu begegnen. Beispielsweise können der Einsatz von Sauerstoff/Lachgas zur Beruhigung, Akupunkturverfahren, die zu einer Schmerzverringerung und Ausschaltung eines möglichen Würgereizes führen, oder in zunehmendem Maße auch Hypnosebehandlungen durch entsprechend ausgebildete Zahnärzte gute Erfolge zeigen.

Zahnbehandlungsphobie ist laut der Bundesvereinigung der Gesetzlichen Krankenkassen eine offiziell anerkannte psychische Krankheit (ICD-10 GM 2006 F40.2). Daher tragen die Krankenkassen die anfallenden Kosten einer ärztlichen Behandlung, wenn der entsprechende Arzt bzw. Psychologe von der Krankenkasse zugelassen ist. Außerdem: Ist eine Behandlung wegen phobischer Zahnbehandlungsangst in lokaler Anästhesie nicht möglich, werden in bestimmten Fällen die Kosten für eine Vollnarkose von der Krankenkasse übernommen. Die Phobie muss aber von einem Fachmann attestiert werden. Denn das bloße flaue Gefühl im Magen vor einem Arzttermin ist weitgehend normal und ein weit verbreitetes Phänomen, das nicht vorschnell als Phobie bezeichnet werden kann.

Quellen und hilfreiche Web-Adressen:
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Die Angst vor der Zahnbehandlung, Opens external link in new windowwww.dgzmk.de/patienten/patienteninformation/

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Zahnbehandlungsangst und Zahnbehandlungsphobie bei Erwachsenen (wiss. Stellungnahme 2002), Opens external link in new windowwww.dgzmk.de/uploads/

Institut für Psychosomatische Zahnmedizin - Psychologie in der Zahnheilkunde und Zahnärztliche Psychotherapie, Opens external link in new windowwww.oralpsychologie.de/

Verein für Betroffene: Opens external link in new windowwww.oralophobia.de

Adressen Zahnärztekammern der Länder, Opens external link in new windowwww.bzaek.de/wir-ueber-uns/organisationsstruktur/

Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose (DGZH), Opens external link in new windowwww.dgzh.de/

Haben Sie Angst vor dem Zahnarzt? Forsa-Umfrage Juli 2009, Opens external link in new windowhttp://de.statista.com/statistik/daten/

Wenn der Bohrer kreischt: Fast jeder Fünfte hat Angst vor dem Zahnarzt,
Opens external link in new windowwww.zahn-online.de/presse/presse5224.shtml


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Patricia schwimmt mit den Delfinen
Behinderung ist Folge einer CMV-Infektion / Spendenaktion ermöglicht Therapie
(2.818 Zeichen)

(dgk) Das Engagement für die achtjährige Patricia aus dem Landkreis Kitzingen ist überwältigend. Mehr als 10.000 Euro sind inzwischen für die Aktion „Hilfe für Patricia“ gespendet worden. Die Spendensumme kommt neben vielen Einzelspenden u. a. von Bewohnern und Mitarbeitern des Caritas-Hauses St. Elisabeth in Kitzingen und von der Winzergemeinschaft Franken GWF. Darüber hinaus wurde die Aktion „Hilfe für Patricia“ von Radio Charivari mit regelmäßigen Spendenaufrufen unterstützt. Sie alle wollen Patricia helfen, denn das kleine Mädchen ist durch eine Infektion mit Cytomegalieviren (CMV), die ihre Mutter während der Schwangerschaft durchgemacht hat, schwerstbehindert. Durch die großzügigen Spenden wurde ihr gemeinsam mit ihrer Familie eine Delfin-Therapie in der Türkei ermöglicht.

Das Schwimmen mit Delfinen kann für geistig und körperlich behinderte Kinder zu einem Schlüsselerlebnis werden. Kinder, die im Alltag immer wieder an Grenzen stoßen und erfahren müssen, dass sie geistig und körperlich eingeschränkt sind, können so Freiheit und Selbstständigkeit erleben. Gemeinsam mit ihrem Gefährten – dem Delfin – bewegen sie sich im Element Wasser. Durch den Kontakt zum Delfin wird ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Oft bekommen die Kinder nach der Therapie einen anderen Zugang zur ihrer Umwelt und öffnen sich auch für weitere Hilfsangebote.

Cytomegalie ist eine Viruserkrankung. Sie kann beim Kind zu  körperlichen und geistigen Einschränkungen führen, wenn sich eine Frau während der Schwangerschaft erstmals  ansteckt und das Virus auch ihr ungeborenes Kind infiziert. Dies ist in Deutschland bei etwa 1.500 Kindern pro Jahr der Fall, die dann mit Seh- und Hörschwächen, geringem Geburtsgewicht, Trinkschwäche, Leber- und Milzvergrößerung, Lungenentzündung oder Verkalkungen im Gehirn mit nachfolgenden bleibenden Schädigungen zur Welt kommen können.

Mit einem einfachen Bluttest zu Beginn der Schwangerschaft kann man feststellen, ob die Mutter das CMV bereits in sich trägt, das heißt vor einer Erstinfektion geschützt ist (etwa 50 Prozent der Schwangeren). Da man Cytomegalie fast immer ohne Symptome durchmacht, wissen die meisten nicht, ob sie die Infektion bereits hatten. Hier gibt nur ein Test Sicherheit. Bei den übrigen 50 Prozent, also den Schwangeren, die nachweislich noch keinen Kontakt mit CMV hatten, sollte der Test alle sechs bis acht Wochen wiederholt werden. Bislang ist er noch nicht Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien und daher keine Kassenleistung. Er kostet etwa 20 Euro und wird beim Frauenarzt gemacht.

Findet während der Schwangerschaft eine Erstinfektion statt, so gibt es heute erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeiten, die das Kind vor schweren Folgen schützen können. Diese Therapie mit Immunglobulinen wird im Allgemeinen von den Kassen übernommen.

>> Mehr zum Thema Cytomegalie finden Sie unter Opens external link in new windowwww.dgk.de/cmv

Delfine als Therapeuten

Buchtipp zum Thema Delfin-Therapie:
Dr. med. Friedrich Wilhelm Steinweg, Karin Schutt:
Delfine als Therapeuten. Die Kemer-Methode: Behandlung in der Türkei – Nachsorge in Deutschland
ISBN: 978-3-932091-94-0,
Sonderpreis: 5 EUR,

Internet:
Opens external link in new windowwww.kilian.de/


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UMWELT UND GESUNDHEIT

Neue Stechmücke erobert Europa
(1.340 Zeichen)

(dgk) Die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) kann Viren übertragen, die eine Gehirnentzündung – Encephalitis – verursachen können, beispielsweise das für Menschen gefährliche West-Nil-Virus. In der Schweiz und in Deutschland hat das Insekt bereits eine Flä-che von 1.400 Quadratkilometern erobert.

Professor Alexander Mathis vom Institut für Parasitologie der Universität Zürich und sein Team untersuchten mögliche natürliche und künstliche Brutplätze auf das Vorhandensein von Larven der Asiatischen Buschmücke. Besonders groß war das Vorkommen in 38 Gemeinden der Kantone Aargau, Zürich, Solothurn, Luzern und Basel-Land, aber auch in grenznahen Gebieten in Südwestdeutschland. Als gut geeignet für Brutplätze erwiesen sich Blumenvasen auf Friedhöfen, die meist in großer Zahl vorhanden sind.

Ursprünglich in Japan, Korea und China zu Hause, wurde die Asiatische Buschmücke 1998 nach Nordamerika eingeschleppt, wo sie mittlerweile in 22 Staaten der USA und in Teilen Kanadas entdeckt wurde. Einige Larven dieser Art wurden im Jahr 2000 in Frankreich auf einem Lagerplatz für gebrauchte Reifen entdeckt. Dank der eingeleiteten Bekämpfungsmaßnahmen konnte die Mücken aber ausgerottet werden. In Belgien existiert seit 2002 eine Population dieser Mückenart lokal begrenzt auf zwei benachbarten Lagerplätzen, doch wurde keine weitere Ausbreitung beobachtet.

Quelle: idw - Universität Zürich, 31.08.2009 - DLO


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WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN

Was ist eigentlich D-Ribose?

(2.557 Zeichen)

(dgk) D-Ribose ist eine Zuckerart. Sie kommt überall in unserem Körper sowie in allen pflanzlichen und tierischen Zellen vor. Kleine Mengen D-Ribose nehmen wir daher mit fast allen Nahrungsmitteln zu uns. Im Körper wird D-Ribose unter anderem zur Bildung von Adenosintriphosphat (ATP) genutzt. ATP ist der wichtigste Energielieferant des Stoffwechsels, das heißt bei allen Prozessen im Körper, die Energie benötigen, wird ATP gebraucht. In Sportlerkreisen ist D-Ribose als Nahrungsergänzung seit Jahren bekannt. Denn die Muskeltätigkeit verbraucht relativ viel Energie. Der ATP-Vorrat in den Muskelzelle aber ist klein und die Nachproduktion ein kritischer Faktor.

Wird D-Ribose in größeren Mengen (ab 5 bis 15 Gramm täglich) zugeführt, kann sich die ATP-Produktion und damit die Regenerationsphase zwischen den Trainingseinheiten verkürzen. Und da D-Ribose – ähnlich wie Galaktose – völlig anders verstoffwechselt wird als andere Zuckerarten, bleiben unerwünschte Nebenwirkungen aus. So sinkt zum Beispiel der Blutzuckerspiegel nach der Einnahme von D-Ribose deutlich ab – auch bei Diabetikern (nachgewiesen erstmals 1957).

Während Bizeps, Trizeps und Co. auch mal ausruhen dürfen, zum Beispiel nachts, braucht das Herz pausenlos Energie, also ATP. Nachdem 1978 entdeckt wurde, dass das Herz die D-Ribose auf die gleiche Weise zur Energiegewinnung nutzt wie die Skelettmuskulatur, untersuchten zahlreiche Kardiologen den möglichen Einsatz von D-Ribose in der Behandlung von Herzerkrankungen. Eindeutige Ergebnisse erzielte beispielsweise 1992 ein klinischer Versuch am Klinikum Großhadern: Von 20 Herzinfarktpatienten und solchen, deren Herzmuskel wegen Gefäßverengung schlecht durchblutet war, bekam die eine Hälfte D-Ribose (vier Mal täglich je 15 Gramm in Wasser gelöst), die andere ein Placebo (Traubenzucker-Wasser). Bei allen Patienten, die D-Ribose geschluckt hatten, stieg die Herzleistung deutlich an, die ATP-Produktion beschleunigte sich um das Zehnfache.

Weitere Erkrankungen, bei denen der Einsatz von D-Ribose untersucht wird:

  • COPD: Eine Studie aus dem Jahr 2007 ermittelte, dass D-Ribose bei einem COPD-Patienten die Lungen- und Herzfunktion signifikant verbesserte.
  • Fibromyalgie und CFS (chronisches Erschöpfungssyndrom): Auf diesem Gebiet ist die Forschung mit D-Ribose erst wenige Jahre alt. Allerdings berichten Ärzte und Patienten von sehr positiven Behandlungsergebnissen (die Dosisbereiche liegen hier zwischen 10 und 20 g am Tag).
  • MAD-Mangel: D-Ribose lindert die Beschwerden bei Patienten mit dem Enzymdefekt Myoadenylate-Deaminase-Mangel.

Quellen:
Gross M, Reiter S, Zollner N (1989): Metabolism of D-ribose administrated continuously to healthy persons and to patients with myoadenylate deaminase deficiency. Klin Wochenschr 67: 1205-13.

Teitelbaum JE, Johnson C, St Cyr J. (2006): The use of D-ribose in chronic fatigue syndrome and fibromyalgia: a pilot study. J Altern Complement Med 12 (9): 857–62.

MacCarter D J, Shecterle L M, St. Cyr J A (2007): D-Ribose Benefits COPD. The Internet Journal of Pulmonary Medicine, Volume 7 Number 2

Pliml W et al (1992): Effects of ribose on exercise-induced ischaemia in stable coronary artery disease. Lancet, 340:507–10.

Teitelbaum, Jacob (2007): From Fatigued to Fantastic. A Clinically Proven Program to Regain Vibrant Health an Overcome Chronic Fatigue and Fibromyalgia. Penguin Books

Sinatra, Stephen (2005): The Sinatra Solution: Metabolic Cardiology. Basic Health Publications


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AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Gemüse, Obst, Nüsse, Olivenöl, Fisch: Mediterrane Kost schlägt fettarme Diät

(2.337 Zeichen)

(dgk) Und wieder ein Beweis dafür, dass es die Südeuropäer besser machen: Der Verzehr mediterraner Kost mit viel Gemüse, Obst, Nüssen, Olivenöl und Hülsenfrüchten ist effektiver für die Diabetes-Kontrolle als eine fettarme Diät, besagt eine neue Studie. Viel Getreide, Wein, Früchte, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, Fisch und Olivenöl – dafür weniger Milch, Fleisch und Junk-Food – sorgen für weniger Herzkrankheiten, schützen vor bestimmten Krebsarten und sorgen für ein längeres Leben.
Nach Einschätzung italienischer Wissenschaftler um Katherine Esposito von der Diabetes-Klinik der Azienda Ospedaliera, Universiät Neapel, unterstützt eine solche Kost auch übergewichtige Patienten mit Typ-2-Diabetes bei der Blutzuckereinstellung, verringert koronare Risikofaktoren und kann sogar die Notwendigkeit einer anti-hyperglykämischen medikamentösen Therapie verzögern.

Insgesamt wurden 215 Patienten mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes vier Jahre lang von Ernährungsberatern betreut und beobachtet. Sie erhielten entweder eine sogenannte Mittelmeer-Diät mit wenig Kohlenhydraten – aber vor allem mit Beta-Carotin, Vitamin C, Tocopherolen, Polyphenolen und essenzielle Mineralien – oder eine rein fettarme Ernährung. Beide Gruppen hatten nach Abschluss der Studie etwa 7 bis 8 Kilogramm Gewicht verloren, die Patienten in der Mittelmeer-Diät-Gruppe durchschnittlich sogar noch weitere 2 Kilogramm, und auch ihr Body-Mass-Index (BMI) hatte sich verbessert. Die Patienten, die die kohlenhydratarme Mittelmeer-Kost erhielten, zeigten außerdem weniger Riskofaktoren für Herzkrankheiten, die anhand von verschiedenen Markern festgestellt werden können. Am Ende der Studie benötigten noch 70 Prozent derjenigen Probanden, die die fettarme Ernährung erhalten hatten, ein Diabetes-Medikament zum Einstellen ihres Blutzuckerspiegels, bei der Mittelmeer-Diät-Gruppe waren es dagegen nur noch 44 Prozent.

Schätzungsweise haben bereits 25 Millionen Menschen in der EU Diabetes, das sind vier Prozent der EU-Gesamtbevölkerung, weltweit sind etwa 180 Millionen Menschen betroffen. Eine Mittelmeer-Diät könnte laut der neuen Studie all diesen Menschen helfen, weniger Medikamente nehmen zu müssen. Einig sind sich Wissenschaftler allerdings darin, dass eine medikamentöse Therapie immer noch die Hauptkomponente im Kampf gegen Typ-2-Diabetes bleibt.

Quelle:
K. Esposito, MI Maiorino, M. Ciotola, C. Di Palo, P. Scognamiglio, M. Gicchino, M. Petrizzo, F. Saccomanno, F. Beneduce, A. Ceriello, D. Giugliano: Effects of a Mediterranean-Style Diet on the Need for Antihyperglycemic Drug Therapy in Patients With Newly Diagnosed Type 2 Diabetes - A Randomized Tria. Annals of Internal Medicine, September 2009, Volume 151, Issue 5, Pages 306-314 , Opens external link in new windowwww.annals.org/cgi/

STICHWORT: „mediterran“

Mediterrane Ernährung („Mittelmeer-Diät“) ist

  • relativ reich an hochwertigen Fetten und Proteinen
  • arm an langkettigen gesättigten Fettsäuren (typischerweise in Fleisch enthalten)
  • reich an naturbelassenen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren
  • hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren (in Kaltwasserfischen, Leinsaat, Leinöl und Hanföl enthalten)

Das bedeutet konkret

  • viel und verschiedene Formen von Gemüse, Salat und Obst (liefert hochwertige Nährstoffe und Antioxidantien)
  • Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel mehrmals wöchentlich, dunkles Fleisch dagegen seltener
  • Milch und Milchprodukte, vor allem probiotische Produkte wie zuckerfreier Naturjoghurt
  • viel Olivenöl (positive Wirkungen kommen bei diesem Öl sowohl von der enthaltenen Ölsäure als auch von besonderen Begleitstoffen)
  • Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano und Basilikum
  • (Rot-)Wein in Maßen, am besten zum Essen
  • aber auch ein bestimmter Lebensstil, bei dem „mediterran“ u. a. für körperliche Aktivität im Alltag, Zeiten der Muße (Siesta), die große Bedeutung familiärer und anderer sozialer Kontakte sowie eine stressarme, relativ gleichförmige Lebensweise im Einklang mit der Natur bzw. Umwelt steht.


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„Apfel“ oder „Birne“: Formen Gene die unterschiedliche Figur von Mann und Frau?
Studie zur zentralen Fettleibigkeit brachte neue Erkenntnisse zum Geschlechterunterschied
(3.669 Zeichen)

(dgk) Unliebsame Pölsterchen machen Männern wie Frauen zu schaffen, doch in der Regel werden die Geschlechter verschieden dick, das heißt, die Fettverteilung formt uns unterschiedlich. So neigen Männer eher zur Apfelform mit dickem Bauch, während Frauen mit Fettpolstern um Hüfte und Oberschenkel eher einer Birne ähneln. Ein Grund für diese Unterschiede liegt vermutlich auch an den Genen, wie Münchener Forscher jetzt in einem großen Genomvergleich herausgefunden haben.

Zusammen mit einer Reihe von internationalen Kollegen haben die deutschen Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum München drei neue Genorte für die zentrale Fettleibigkeit identifiziert. Einer der Geneffekte tritt nur bei Frauen auf. „Damit haben wir erstmals einen genetischen Hinweis auf den verbreiteten Unterschied im Verhältnis zwischen Taille und Hüftumfang zwischen Männern und Frauen gefunden", sagt die Mitautorin der Studie Prof. Iris Heid (mittlerweile Universitätsklinikum Regensburg).

Erhebliches Übergewicht, medizinisch Adipositas genannt, ist einer der größten Risikofaktoren für Herzerkrankungen und Diabetes. Die Identifizierung neuer Gene kann dabei helfen, die molekularen Mechanismen zur Entstehung der Adipositas aufzuklären, hoffen die Wissenschaftler. Ein entscheidender Risikofaktor für chronische Erkrankungen ist insbesondere die erhöhte Fettansammlung am Bauch. Bei hohem Taillenumfang oder einem Taillen-Hüft-Verhältnis von über 1 spricht man umgangssprachlich von einem „Apfeltyp“. Insgesamt haben mehr Männer als Frauen mit dieser Form der Adipositas zu kämpfen. Frauen dagegen neigen eher zum „Birnentyp“. Die genauen Gründe dafür waren bislang nicht vollständig entschlüsselt.

Prof. Iris Heid und Kollegen aus Oxford und Innsbruck werteten die Daten von rund 40.000 Personen aus der sogenannten KORA-Bevölkerungsstudie des Helmholtz-Zentrums München in einer Meta-Analyse aus und brachten sie in Zusammenhang mit Taillenumfang und Verhältnis zwischen Taille und Hüftumfang bei den Studienteilnehmern. Für drei Varianten konnten sie letztlich einen klaren Zusammenhang mit Adipositas bzw. der Fettverteilung bestätigen. Zwei davon waren stark assoziiert mit zentraler Adipositas bezüglich des Bauchumfangs und scheinen die Adipositas insgesamt zu beeinflussen, während sich die dritte Gen-Variante zur Fettverteilung bezüglich des Verhältnisses von Bauch-Hüftumfang nur bei Frauen nachweisen ließ.

Die neuen genetischen Erkenntnisse sind für Mediziner sehr wichtig, denn Unterschiede zwischen Mann und Frau finden sich auch in der Verbreitung von Krankheitsbildern, die als Folge von Adipositas entstehen können. So treten Herzerkrankungen bei Frauen weniger häufig auf als bei Männern. Sicherlich spielen genetische Effekte für die Entstehung von Adipositas im Vergleich zu Ernährung und Bewegung eine nachgeordnete Rolle, betonen die Forscher. „Aber gerade für die Aufklärung möglicher geschlechtsspezifischer Ursachen bei der Entstehung von Adipositas und chronischen Folgekrankheiten wie Diabetes oder Herzerkrankungen bieten uns die gefundenen Genorte einen neuen und vielversprechenden Ansatz“, meint Heid.

Auf welche Weise der Zusammenhang zwischen den Erbgutvarianten und der Leibesfülle zustande kommt, ist noch unklar. Auch könnten die drei Varianten die beobachtete Figur-Vielfalt nur zu einem kleinen Teil erklären, betont Heid. Dies könne sich allerdings ändern, sobald man die Umgebung der Varianten genauer unter die Lupe genommen habe. Langfristig könnten die Forschungsergebnisse dazu beitragen, die Rolle der zentralen Adipositas für chronische Krankheitsbilder wie Diabetes oder Herzerkrankungen zu verstehen und so möglicherweise auch Therapieansätze zu entwickeln, hoffen die Forscher.

Quellen:
Lindgren CM, Heid IM, Randall JC, Lamina C, Steinthorsdottir V, et al. (2009) Genome-Wide Association Scan Meta-Analysis Identifies Three Loci Influencing Adiposity and Fat Distribution. PLoS Genet 5(6): e1000508. doi:10.1371/journal.pgen.1000508, Abstract: Opens external link in new windowwww.plosgenetics.org/

Helmholtz Zentrum München, Pressemitteilungen 2009, 24.07.2009, Zentrale Fettleibigkeit als Risikofaktor für Diabetes – Genetischen Hinweis für Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Bauchspeck gefunden, Opens external link in new windowwww.helmholtz-muenchen.de/presse-und-medien/


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Vitamin-D-Prophylaxe bald für Schwangere statt für Säuglinge?
Studie geplant: Werdende Mütter sollen ihre Muttermilch anreichern
(2.290 Zeichen)

(dgk) Muttermilch ist die beste Nahrung für das Baby. Sie liefert dem Kind alle Nährstoffe und Vitamine, die es braucht. Lediglich die Vitamine K und D sollten – nach bisheriger Meinung der Experten – zusätzlich als Prophylaxe gegeben werden.

Während das Vitamin K für die Blutgerinnung des Kindes unerlässlich ist, sorgt Vitamin D dafür, dass die beiden Mineralstoffe Kalzium und Phosphat resorbiert und in die Knochensubstanz des Kindes für ein gesundes Wachstum eingelagert werden. Bei einem Vitamin-D-Mangel kann es deshalb zu Knochenerweichungen, die zu Verformungen des Skeletts und generellen Wachstumsstörungen führen, der sogenannten Rachitis oder der „Vitamin-D-Mangel-Erkrankung“ kommen.

Schwangere sollten daher ausreichend mit Vitamin D versorgt sein. Die Vitamin-D-Prophylaxe bei Säuglingen ist vor allem auf das erste Lebensjahr des Kindes ausgerichtet. In Deutschland wird gewöhnlich eine Kombination aus Rachitis- und Karies-Prophylaxe ab dem fünften Lebenstag des Säuglings in einer täglichen Dosierung von mindestens 10 µg (400 IE) Vitamin D verabreicht. So erhält das Kleine über den Zeitraum von mindestens einem Jahr täglich eine Tablette, in der Vitamin D und Fluorid enthalten sind. Spätester Beginn für die Vitamin-D-Prophylaxe sollte der zweite Lebensmonat des Kindes sein.

Eine Studie an der Universität von British Columbia (UBC) will nun prüfen, ob eine Erhöhung der empfohlenen Dosis von Vitamin D für schwangere Frauen eventuell dazu führen kann, dass in der Stillzeit auch ihre Babys durch die Muttermilch ausreichend mit dem Vitamin versorgt sind und zusätzliche Gaben reduziert werden können.

Dr. Tim Green von der UBC-Abteilung Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit vermutet, dass Schwangere, wenn sie zusätzlich Vitaminpräparate zu sich nehmen, ausreichend genug Vitamin D an ihre Babys weitergeben und die Empfehlung für Säuglinge möglicherweise zu hoch ist.

Die UBC Studie, die in diesem Herbst beginnt, wird in Vancouver 220 Frauen untersuchen, die zu diesem Zeitpunkt zwischen 18 und 22 Wochen schwanger sind. Bis zu sechs Monaten nach der Stillzeit werden die Frauen verschiedene Dosen von Vitamin D erhalten. Die Wissenschaftler wollen dann messen, wie viel davon in der Muttermilch vorhanden ist und die Säuglinge tatsächlich erhalten haben.

Quellen:
Vitamin D recommendation for infants may be too high: Experts, Opens external link in new windowwww.canada.com/; Opens external link in new windowwww.ottawacitizen.com/health/Vitamin+recommendation+infants+high+Experts/1858894/story.html

Woo J, Green TJ et al.: Very high rates of vitamin D insufficiency in women of child bearing age living in Beijing and Hong Kong. Br J Nutr. Br J Nutr. 2008:1-5. 2008:1-5, Opens external link in new windowwww.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17961293


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MELDUNGEN

Rechtzeitig Vorsorge treffen für den Notfall

Erstes Patientenverfügungsgesetz seit 1. September 2009 in Kraft
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(dgk) Jeden kann es unvorbereitet treffen: ein Unfall, eine Krankheit, eine schwere Operation oder eine geistige, seelische oder körperliche Behinderung machen ein selbstständiges Leben unmöglich. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass in solchen Situationen Familienangehörige, Ehegatten, Geschwister, Kinder oder Lebenspartner einfach einspringen und Entscheidungen treffen können. Das ist nicht so, denn selbst nahe Verwandte benötigen eine Vollmacht, um Schwerkranke, die sich selbst nicht mehr äußern können, in Fragen der Untersuchung, Behandlung oder Pflege vertreten zu können.

Seit Jahren werden gesetzliche Vorgaben für solche Fälle insbesondere für eine konkrete, verbindliche Patientenverfügung diskutiert, in der man vorab Wünsche für eine mögliche künftige Behandlung im Notfall festlegt. Am 1. September nun trat das Patientenverfügungsgesetz in Kraft. Damit sind die schriftlichen Willenserklärungen von Kranken, die sich mündlich nicht mehr äußern können, erstmals gesetzlich geregelt. Die neue gesetzliche Regelung zur Patientenverfügung (offiziell: Drittes Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts) war im Juni nach sechsjähriger Debatte vom Bundestag verabschiedet worden. Danach sind schriftliche Patientenverfügungen für Ärzte und Angehörige nun verbindlich, unabhängig vom Krankheitsstadium. Das heißt, dass die Verfügung auch befolgt werden muss, wenn der Kranke noch nicht die Sterbephase erreicht hat. Fordert der Patient die Einstellung lebenserhaltender medizinischer Maßnahmen, muss der Arzt dies umsetzen.

Aber Achtung! Wer statt des Patienten die Entscheidungen am Lebensende treffen bzw. die Entscheidungen des Patienten durchsetzen soll, ergibt sich nicht aus einer Patientenverfügung. Das lässt sich nur in einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung regeln. Die Patientenverfügung ist insofern von einer Vorsorgevollmacht und einer Betreuungsverfügung zu unterscheiden. So wird in einer Vorsorgevollmacht verfügt, welche Person (als sogenannter Bevollmächtigter) medizinische oder andere Anordnungen treffen bzw., falls eine Patientenverfügung vorliegt, diese durchsetzen soll. Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ergänzen also einander und sollten nebeneinander erstellt werden.

Für den Ernstfall kann also jeder selber Vorsorge treffen. Die Vorsorgemöglichkeiten sind:

  • Vorsorgevollmacht
  • Betreuungsverfügung
  • Patientenverfügung.
Vorsorgemappe mit Patientenverfügung

>> Eine ausführliche Vorsorgemappe inklusive Patientenverfügung findet man beispielsweise unter Opens external link in new windowwww.shop.dgk.de/. Die Vorsorgemappe enthält eine informative Begleitbroschüre, die drei Vorsorgeverfügungen und ein Notfallkärtchen sowie Entscheidungshilfen zu jedem Regelungspunkt der Verfügungen. Alle Unterlagen sind juristisch und medizinisch auf dem aktuellen Stand des am 1. September 2009 in Kraft getretenen Gesetzes zur Patientenverfügung.


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Lebens-Lust: ein Projekt der besonderen Art
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(dgk) Ein außergewöhnliches Kunst-Projekt hat das Deutsche Grüne Kreuz ins Leben gerufen. Am Anfang stand eine Ausschreibung zum Thema Lebens-Lust an der Städelschule (Hochschule für Bildende Künste, Frankfurt a. M.). Inzwischen sind viele interessante und höchst unterschiedliche künstlerische Arbeiten entstanden.

Die Idee zu dem Lebens-Lust-Projekt entstand im Zusammenhang mit einer schweren seltenen Krankheit namens Hereditäres Angioödem (HAE). Ihre Problematik ist beispielhaft für viele seltene Erkrankungen. Die Odysseen der Patienten durch Arztpraxen, ihre Verzweiflung und Resignation, dann die neu entstehende Lebensfreude, wenn Diagnostik und Therapie stimmen: Diese Erfahrungen Betroffener haben den Impuls gegeben, ein Kunst-Projekt zum Thema Lebens-Lust zu starten. Kooperationspartner der Aktion ist die Firma CSL Behring.

Die teilnehmenden Künstler waren in der Ausgestaltung des Themas an keinerlei Vorgaben gebunden, auch nicht an die, sich auf die gesundheitlichmedizinische Dimension zu beziehen. So zeigt zum Beispiel ein Gemälde einen in einer Landschaft schwebenden Eisbecher und, eine Webmaschine wird zum Sinnbild der Mechanismen des modernen Gesundheitssystems. Die Skulptur „Disco Wheelchair“ greift Formen des Umgangs mit lebenslanger Krankheit und Behinderung auf, bei einer anderen Künstlerin werden Sonnenaufgang und blaue Stunde zu Metaphern, die ihren Ausdruck in einer Installation zum Thema finden.

>> Öffentliche Ausstellung, inklusive Vernissage, Lebens-Lust
6. bis 22. November 2009 in Frankfurt a. M.
Verein für Kunst und Kultur e. V., Raum 121,
Mörfelder Landstraße 121 B, 60598 Frankfurt a. M.
Öffnungszeiten: Do. und Fr.: 16 bis 19 Uhr, Sa. und So.: 16 bis 20 Uhr
Vernissage: 6. November 2009, 19 Uhr


>> Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.dgk.de/lebens-lust


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