DGK e.V. -Deutsche Gesundheits-Korrespondenz, Jg. 49, Juli/August 2008
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz, Jg. 49, Juli/August 2008: Kopfschmerzwoche im September 2008, Tetanusimpfung vor Gartenarbeit, Scheideninfektion durch Hefepilze, Sun Tour 2008, Reiseapotheke für gesunden Urlaub, Kariesbehandlung schmerzfrei und ohne Bohrer, Zöliakie, Nachwuchs trotz Tumorbehandlung, Das DGK wird 60, Tipps udn Tricks fürs Fruchtvergnügen, Grüner Tee verhindert Alzheimer, Ambrosie, Was ist eigentlich ein Glyxbrötchen
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 49, 7/8 - 2008

„Kopf-Schmerz-Frei“ durch Herbst und Winter
Apotheker und das Deutsche Grüne Kreuz beraten
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"Kopf-Schmerz-Frei" durch Herbst und Winter
Foto: PhotoAlto

(dgk) Wetterbedingte Kopfschmerzen werden unterschätzt. Deshalb steht die 5. bundesweite Kopfschmerz-Beratungswoche in diesem Jahr unter dem Motto „Kopf-Schmerz-Frei durch Herbst und Winter“. Vom 5. bis 12. September 2008 beraten über 2.000 Apotheken mit umfangreichem Info-Material zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten – von Akupressur bis Schmerzmitteln.

Wechselt das Wetter, reagieren viele Menschen mit Kopfschmerzen. „Der schnelle Wechsel von warm zu kalt ist eine biologisch kritische Phase. Viele Millionen Deutsche klagen dann über Kopfschmerzen“, berichtet Dr. Dietmar Krause, Schmerzexperte beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) in Marburg. Gerade im Herbst folgt einem Hoch mit angenehmen Temperaturen um 20 Grad oft ein Tief, auf dessen Rückseite Kaltluft einströmt.

Gefäße im Wetterstress
Ursache für die Kopfschmerzen sind sehr wahrscheinlich Regulationsprobleme der vielen kleinen Hirngefäße. „Schaffen es die Blutgefäße nicht, den Spannungszustand der Gefäßmuskulatur, den Tonus, anzupassen, kann das in Kopfschmerzen enden“, erklärt Dr. med. Jan-Peter Jansen, Ärztlicher Leiter des Ostdeutschen Kopfschmerzzentrums in Berlin. Meist helfen schon ein Spaziergang an der frischen Luft und, falls nötig, eine Schmerztablette. Allerdings sollte die Tabletteneinnahme nicht zu lange hinausgezögert werden. „Wenn man mit der Behandlung zu lange wartet, werden die Schmerzen nur schlimmer. Wichtig ist, die Schmerzkaskade rechtzeitig und effektiv zu unterbrechen“, rät der Experte. Bei Kopfschmerzen am wirksamsten sind erwiesenermaßen Kombinationspräparate. Sie enthalten die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. ASS und Paracetamol wirken beide schmerzstillend, haben aber einen unterschiedlichen Wirkmechanismus und somit ein breiteres Wirkprofil. Koffein beschleunigt die Wirkung.

Wetteranpassung trainieren
Die eigene Anpassungsfähigkeit an das Wetter lässt sich übrigens leicht verbessern. Gehen Sie so oft wie möglich raus ins Freie – egal bei welchem Wetter. Sauna und Wechselduschen trainieren die Gefäße, damit sie rasch auf unterschiedliche Temperaturreize reagieren können.

Wer nimmt teil?
Welche Apotheke an der Beratungswoche 2008 teilnimmt und Informationsbroschüren bereithält, erfahren Interessierte unter Telefon 0 64 21 / 293 125 oder im Internet unter www.forum-schmerz.de.

Unterstützt wird die Aktion des DGK von der European Headache Alliance, der MigräneLiga Deutschland e. V. und der Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“.


Keine Gartenarbeit ohne Tetanusimpfung
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Keine Gartenarbeit ohne Tetanusimpfung
Keine Gartenarbeit ohne Tetanusimpfung. Foto: eyewire

(dgk) Eine 86-Jährige, die für ihr Leben gern in ihrem Garten werkelte, starb nach einer eigentlich banalen Verletzung an Wundstarrkrampf. Sie war im Garten gestürzt und hatte sich Schürfwunden an der Lippe und am Unterarm zugezogen. Trotz Drängen des Sohnes, einen Arzt zu konsultieren, verließ sich die alte Dame auf ihre Selbstheilungskräfte – so wie sie es vorher auch immer getan hatte. Wäre sie ausreichend gegen Tetanus geimpft gewesen, hätte dieses Verhalten auch keine Konsequenzen gehabt, denn die Wunde heilte ansonsten komplikationslos ab.

So aber traten bei der bislang körperlich und geistig gesunden Frau plötzlich Sprech- und Schluckstörungen auf, das Öffnen des Mundes war schwierig. Essen und Trinken war nur noch sehr eingeschränkt möglich. Da nach der Klinikeinweisung die Diagnose „Wundstarrkrampf“ eindeutig war, wurde sofort die Therapie mit Tetanus-Antitoxin und Antibiotika begonnen und die Patientin intensivmedizinisch überwacht. Die Muskelkrämpfe nahmen dennoch zu, die Atmung war erschwert, und so musste die Patientin intubiert und beatmet werden. Dann stellten sich massive Herz-Kreislauf-Probleme ein. Unter der extremen Belastung durch die Infektion erlitt die Frau am nächsten Tag zusätzlich einen Herzinfarkt und starb bald darauf an Atmungs- und Kreislaufversagen.

Gerade ältere Menschen vernachlässigen die notwendigen Auffrischimpfungen gegen Tetanus. Wäre die Frau dem Rat ihres Sohnes gefolgt, sofort einen Arzt zu konsultieren, hätte sie dieser durch eine sofortige Gabe von Tetanusimmunglobulin und aktiver Impfung vor Erkrankung und Tod retten können. Vergeht aber nach der Infektion zu viel Zeit, in der sich die Bakterien vermehren und ihre Giftstoffe sich im Körper ausbreiten können, kommt die Behandlung – wie im geschilderten Fall – zu spät. Auch heute noch stirbt etwa ein Drittel der Tetanuspatienten – trotz Behandlung.

Die erste Tetanusimpfung erhalten Säuglinge mit zwei Monaten, die Grundimmunisierung ist im zweiten Lebensjahr abgeschlossen. Die erste Auffrischung bekommen Kinder vor Beginn der Schule, also mit fünf bis sechs Jahren (Kombinationsimpfung gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie und Keuchhusten), die nächste folgt im Alter zwischen 9 und 15 Jahren (Kombinationsimpfung gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung). Erwachsene sollten alle zehn Jahre eine Impfdosis erhalten, in der Regel mit einem Tetanus-Diphtherie-Impfstoff, gegebenenfalls auch mit zusätzlicher Keuchhustenimpfung. Diese Zehn-Jahres Regel gilt bis ins hohe Alter!

Quelle: Opens external link in new windowEpidemiologisches Bulletin Nr. 24/2008


Wenn’s brennt und juckt
Scheideninfektionen durch Hefepilze sind weitverbreitet
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(dgk) Der Hefepilz namens Candida albicans ist weitverbreitet: Bei 20 bis 50 Prozent der Erwachsenen hat er sich im Mund und im Verdauungstrakt angesiedelt. Der für das bloße Auge unsichtbare Hefepilz ist aber meist ein harmloser Mitbewohner. Solange er sich nicht zu stark vermehrt, spürt man ihn nicht, und er bedarf auch keiner Behandlung.
Bei etwa jeder fünften Frau im gebärfähigen Alter befinden sich Hefepilze in der Scheide, meist handelt es sich dabei um Candida albicans. Ist die Infektionsabwehr jedoch geschwächt, vermehrt sich der Pilz. Eine Entzündung entsteht, es kommt zu Beschwerden am Scheideneingang, in der Scheide und am äußeren Genitalbereich. Candida albicans kann sehr lästig werden. Doch die Pilzinfektion lässt sich gut therapieren – und man kann ihr im Alltag vorbeugen.

An welchem Symptomen können Frauen eine Pilzinfektion erkennen?

  • Juckreiz und/oder Brennen an den äußeren Geschlechtsorganen und am Scheideneingang.
  • Rötungen und/oder Schwellungen in der Vagina und im äußeren Genitalbereich
  • gelblich-weißer, bröckeliger Ausfluss
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Brennen beim Intimverkehr
  • teilweise Knötchen auf der Hautoberfläche

Es treten längst nicht immer alle Symptome auf. Grundsätzlich gilt: Bei solchen Anzeichen sollte frühzeitig eine diagnostische Abklärung erfolgen. Stellt sich dabei heraus, dass eine Hefepilz-Infektion vorliegt, ist eine medikamentöse Therapie mit Vaginal-Zäpfchen und/oder Salben erforderlich.

Wie lässt sich dem vaginalen Hefepilz vorbeugen oder eine erneute Infektion
vermeiden?

  • Vermeiden Sie zu seltenes, aber auch zu häufiges Waschen der Genitalien; einmal am Tag ist ausreichend.
  • Verwenden Sie dazu nur pH-neutrale Seifen. Bestens geeignet sind auch spezielle milde und parfumfreie Lotionen mit Milchsäurebakterien – sie gibt es in der Apotheke.
  • Vaginalduschen/Scheidenspülungen und Intimsprays sind nicht zu empfehlen.
  • Den Intimbereich trocken halten: Tragen Sie luftdurchlässige Unterwäsche und Klei-dung. Auch Slips und Binden sollten luftdurchlässig sein.
  • Slips und Handtücher bei 60 Grad waschen.
  • Toilettenhygiene: Reinigung von der Scheide zum After hin, nicht umgekehrt, da sonst Pilze vom Darm in die Scheide gelangen können.
  • Mit einer gesunden, vitaminreichen Ernährung und nur mäßig Süßigkeiten tun Sie sich etwas Gutes, nicht aber dem Candida-Pilz.


Der richtige Sonnenschutz wird immer wichtiger
Die Ambre Solaire Delial Sun Tour 2008 informiert in fünf deutschen Städten
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Sonnenschutz ist wichtig
Foto: Ambre Solaire Delial

(dgk) Ambre Solaire Delial startet im Juli wieder eine Infotour in Kooperation mit der „Initiative für gesunde Haut“ des Deutschen Grünen Kreuzes.

Vom 17. bis 22. Juli besucht die Sun Tour fünf deutsche Städte, um das Bewusstsein der Verbraucher für den richtigen Umgang mit der Sonne zu stärken. Rund um die Themen Sonne, Sonnenschutz und Hautkrebsprävention informieren Dermatologen des Deutschen Grünen Kreuzes und Experten von Ambre Solaire Delial. Die Besucher können UV-Checks, Hautanalysen und eine Bestimmung des Hauttyps machen lassen und erhalten eine kompetente Beratung darüber, welcher Lichtschutzfaktor (LSF) für sie der geeignetste ist. Darüber hinaus können sich Eltern Informationen dazu geben lassen, wie sie die empfindliche Haut ihrer Kinder vor der Sonne schützen können, und Senioren erfahren, was die reifere Haut in der Sonne braucht.

Ab Mitte Juli wird die Ambre Solaire Delial Sun Tour in folgenden Städten Halt machen:

Tabelle Sun Tour 2008


Medikamente möchten mit: die Reiseapotheke für einen gesunden Urlaub
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Erste-Hilfe-Material
Foto: DGK

(dgk) Urlaubszeit bedeutet Reisezeit: Ob in heimische Gefilde oder ins Ausland – die Deutschen sind gern unterwegs. Ins Urlaubsgepäck gehört dabei auf jeden Fall eine sorgfältig und gut sortierte Reiseapotheke. Die Ausstattung sollte nach dem Reiseziel, der Reisedauer und der Reiseart ausgerichtet sein.

Eine Basisausstattung mit Schmerztabletten, Mitteln gegen Reisekrankheit und Durchfall, Fieberthermometer, Verbandsmaterial einschließlich Mittel zur Wunddesinfektion sowie Insektenschutz muss ins Gepäck. Das ist unter anderem hilfreich, weil viele Arzneimittel im Ausland eine andere Zusammensetzung aufweisen und daher eventuell anders oder gar nicht vertragen werden. Und wer in Regionen mit schlechter medizinischer Versorgung unterwegs ist, wird vielleicht Probleme haben, überhaupt ein geeignetes Medikament zu bekommen. Die mitgeführte Reiseapotheke hilft, mit den häufigsten Beschwerden fertig zu werden. Praktischer Tipp: Prinzipiell sind Tabletten und Dragees für die Reise besser geeignet als zerbrechliche Saftflaschen oder Zäpfchen, die bei großer Hitze schmelzen können. Sinnvoll sind vor allem Lutsch-, Kau- oder      Schmelztabletten, die auch ohne Flüssigkeit genommen werden können.   

Checkliste für eine sinnvoll bestückte Reiseapotheke:

  • Verbandmaterial: Schere, Pinzette, Wundschnellverband (Pflaster), Mullbinden, elastische Binden, Heftpflaster, sterile Kompressen, Papiertaschentücher, feuchte Tücher, Mittel zur Wunddesinfektion
  • Fieberthermometer
  • Mittel gegen Reisekrankheit
  • Mittel gegen Durchfall
  • Schmerzmittel, fiebersenkendes Mittel
  • Juckreizstillendes Präparat bei Insektenstichen und Sonnenbrand (evtl. extra für Kinder geeignete Mittel)
  • Mittel gegen Magenbeschwerden
  • Abführmittel (z. B. Lactulose)
  • Medikamente gegen Erkältung (für Kinder speziell schleimlösender Saft, Nasentropfen, Salbe zum Einreiben der Brust)
  • bei Tropenreisen: evtl. Moskitonetz und Malariamedikamente, Mittel zur Wasserdesinfektion

Ergänzung: Schutz vor zu viel Sonnen und vor Insekten:

  • Sonnenschutzpräparat mit entsprechend hohem Lichtschutzfaktor
  • Lippenpflegestift mit Sonnenschutz (evtl. extra für Kinder geeignete Mittel)
  • Sonnenbrille, Sonnenhut
  • Mittel zur Insektenabwehr (Repellentien, evtl. für Kinder zugelassen)

Sind Sie mit Kindern unterwegs, sollten Sie auch Folgendes mitnehmen:

  • Wundsalbe
  • Elektrolytpräparat, um Flüssigkeits- und Salzverlust bei Durchfällen auszugleichen
  • Mittel gegen Erbrechen
  • Augentropfen
  • Ohrentropfen
  • Salbe gegen Pilzerkrankungen im Windelbereich

Individuelle Medikamente gehören ins Handgepäck
Wichtig: Individuelle Medikamente für den einzelnen Reisenden – zum Beispiel Medikamente gegen Allergien, Schilddrüsenerkrankungen, Herpes und zur Behandlung von Diabetes sowie die „Pille“ – gehören ins Handgepäck. Bei Mitnahme von Einwegspritzen und Kanülen ist eine Arztbescheinigung (möglichst in englisch) sinnvoll.

Regeln zur Selbstmedikation
Im Urlaub, vor allem wenn er im Ausland stattfindet, möchte jeder einen Arztbesuch soweit wie möglich vermeiden. Die mitgeführte Reiseapotheke hilft, mit den üblichen Beschwerden fertig zu werden. Allerdings sollte man bei der Selbstmedikation einige wichtige Regeln beachten:

  • Nicht immer gleich Medikamente schlucken, vieles heilt von selbst.
  • Voraussetzung der Selbstmedikation ist, dass man die Ursache der Gesundheitsstörung kennt.
  • Nur ein Medikament einnehmen, das gezielt die Beschwerden bekämpft.
  • Die Selbstmedikation sollte nie über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, so muss bei länger anhaltendem Durchfall ein Arzt aufgesucht werden. Da Kinder rasch austrocknen, ist bei ihnen ein Arztbesuch besonders wichtig (bei Säuglingen und Kleinkindern nach sechs Stunden mit wässrigem Durchfall). 
  • Die Einnahmevorschriften auf dem Beipackzettel des Medikamentes befolgen bzw. dieses nach den Anweisungen des Arztes oder Apothekers einnehmen.

Weitere Informationen zum Thema Reisen und Impfungen finden Sie im Internet unter Opens external link in new windowwww.ibera-online.de und Opens external link in new windowwww.dgk.de.
Die telefonische Impfsprechstunde des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. findet jeden Dienstag von  10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer  0  64  21 / 293 -  188 statt.


Kariesbehandlung – schmerzfrei und ohne Bohrer
Werden Zahnschäden früh erkannt, sind alternative Therapiemethoden möglich
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Kariesdiagnose
Werden Zahnschäden früh erkannt, ist meistens eine schonende Behandlung möglich. Foto: KaVo Dental GmbH

(dgk) Wenn der Zahnarzt Karies feststellt, muss dies nicht zwangsläufig den Einsatz des Bohrers bedeuten. Viele Zahnärzte legen mittlerweile im Zuge einer vorsorgeorientierten Zahnmedizin Wert auf eine schonende, minimalinvasive Behandlung.

Das Ziel ist, so viel wie nötig und so wenig wie möglich Zahnsubstanz zu opfern. Moderne Diagnose- und Behandlungsmethoden unterstützen diese Entwicklung. Werden Zahnschäden in einem frühen Stadium erkannt, ist oft eine Behandlung ohne Bohren möglich. Dies funktioniert allerdings nur, wenn die zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen regelmäßig wahrgenommen werden. Der Zahnarzt kann bereits eine beginnende Karies erkennen und frühzeitig behandeln. Besteht Unsicherheit, ob eine Karies vorliegt, können neben gezielten Röntgenaufnahmen moderne Laserverfahren Klarheit schaffen.
Mit deren Hilfe kann der Zahnarzt Karies auch an schwer einsehbaren Stellen wie den Zahnzwischenräumen und sogar unter einer scheinbar noch intakten Zahnschmelzoberfläche erkennen. „Völlig schmerzfrei für den Patienten und ohne Strahlenbelastung nutzt dieses Verfahren das unterschiedliche Reflexionsverhalten von gesunder und kranker Zahnsubstanz. Auf diese Weise erhält man auch einen Hinweis auf die Tiefe der Karies und kann eine entsprechende Behandlung einleiten“, erklärt der Prophylaxe-Experte Dr. Lutz Laurisch, Prophylaxepraxis Korschenbroich.

Wird eine Karies im frühen Stadium erkannt, noch bevor ein Loch entstanden ist, kann der Zahnarzt in den meisten Fällen das Fortschreiten der Erkrankung auch ohne Bohren stoppen und gegebenenfalls die Heilung der Zahnoberfläche durch die Einlagerung von Mineralien und vor allem Fluoriden unterstützen. Hierzu werden in der Zahnarztpraxis und auch zu Hause fluoridhaltige Präparate auf die kritische Stelle am Zahn aufgetragen. Zurzeit wird untersucht, ob die in der aufgeweichten Zahnsubstanz befindlichen Kariesbakterien zunächst durch Ozon abgetötet werden können, um dann durch entsprechende Fluoridzufuhr eine Wiedererhärtung der Zahnoberfläche zu unterstützen. Studien geben mittlerweile vielversprechende Hinweise, dass durch die schmerzlose Anwendung von Ozon auch ängstliche Kinder und erwachsene Angstpatienten erfolgreich behandelt werden können. „Diese Therapie setzt allerdings die Wahrnehmung der regelmäßigen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen – am besten zweimal im Jahr – und eine sorgfältige Zahnpflege und Mundhygiene durch den Patienten voraus“, betont Laurisch.

Eine individuelle Prophylaxe-Beratung und Informationen zu schonenden Behandlungsverfahren geben der Zahnarzt und sein Team.

Weitere Informationen auf Opens external link in new windowwww.rundum-zahngesund.de und Opens external link in new windowwww.der-gesunde-zahn.net


Wenn Brot krank macht
Zöliakie bleibt häufig unerkannt  
(3.043 zeichen)

Brotsorten
Foto: MEV

(dgk) Am 17. Mai 2008 trafen sich in Magdeburg etwa 700 Menschen, die alle eine besondere Gemeinsamkeit verbindet: Sie dürfen weder normales Brot vom Bäcker noch Schokolade oder Tütensuppe aus dem Supermarkt essen. Für diese Menschen ist das in vielen Lebensmitteln enthaltene Gluten, auch Klebereiweiß genannt, unverträglich und sogar gefährlich. Sie leiden an einer Krankheit namens Zöliakie.

Einmal im Jahr treffen sich Zöliakie-Kranke unter Koordination des Dachverbandes der europäischen Zöliakiegesellschaften (AOECS) in ganz Europa zum Tag der Zöliakie. In diesem Jahr lautete das offizielle Motto: „2 von 10 Zöliakiekranken sind diagnostiziert!“. Dieses Motto weist auf die hohe Anzahl Betroffener hin, die noch gar nichts von ihrer Erkrankung wissen. Darunter finden sich häufig Erwachsene, die als Kinder keine oder nur wenige gesundheitliche Probleme hatten, bei denen aber im höheren Alter Symptome auftreten.  

Die Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, die durch eine permanente Unverträglichkeit gegen das in vielen Getreidesorten vorkommende Gluten hervorgerufen wird. Essen Betroffene glutenhaltige Nahrungsmittel, entzündet sich die Dünndarmschleimhaut und die den Darm auskleidenden Zellen sterben ab. Die Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen ist dadurch schwer gestört, was zu Symptomen wie Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit führen kann. Gerade bei Kindern entsteht rasch eine Mangelernährung, die zu Wachstumsstörungen, Blutarmut und verringertem Kalziumgehalt der Knochen führen kann.

Zöliakie ist eine Mischform aus Allergie und Autoimmunkrankheit. Der Erkrankte entwickelt zuerst eine Überempfindlichkeit gegen Gluten, im darauffolgenden Entzündungsprozess bildet er Abwehrstoffe (Antikörper) gegen körpereigene Strukturen. Diese Autoantikörper sind wiederum für die Krankheitssymptome verantwortlich.

Forscher haben herausgefunden, dass nur Menschen mit bestimmten genetischen Merkmalen von der Zöliakie betroffen sind. Jedoch erkrankt nicht jeder Mensch mit diesen erblichen Merkmalen, es sind also weitere Faktoren für das Auslösen der Krankheit entscheidend. So wurde beispielsweise in einer Studie festgestellt, dass bei Babys ein frühes Zufüttern mit getreidehaltiger Beikost das Risiko für Zöliakie erhöht.

Die einzige Behandlung der Zöliakie besteht momentan aus einer strikt glutenfreien Diät. Auf Getreidesorten mit hohem Glutengehalt wie Weizen, Gerste und Roggen muss vollständig verzichtet werden. Da sich glutenhaltige Zutaten versteckt in vielen Fertigprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln befinden, ist für die Patienten eine genaue Kenntnis der Inhaltsstoffe äußerst wichtig. Es gibt zwar mittlerweile für viele Lebensmittel glutenfreie Ersatzprodukte, diese haben jedoch häufig den drei- oder vierfachen Preis.

So wurden beim Zöliakie-Tag in Magdeburg nicht nur eifrig Rezepte unter Betroffenen ausgetauscht, es fanden sich auch insgesamt 17 Stände von Nahrungsmittelherstellern, die glutenfreie Produkte anbieten. Das Symbol eines durchgestrichenen Weizenhalms auf der Packung signalisiert schon den Jüngsten unter den Betroffenen grünes Licht zum Zugreifen. Allerdings wird beklagt, dass es in Deutschland in Supermärkten noch keine eigenen Abteilungen für glutenfreie Produkte gibt – in Schweden und England beispielsweise gibt es das bereits.

Der „Tag der Zöliakie“ hilft, Zöliakie in der Bevölkerung bekannt zu machen. So kann vielleicht bei weiteren Betroffenen frühzeitig die richtige Diagnose gestellt werden.
Autorin: Anne Dwertmann

Links:

  • Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V.,(Opens external link in new windowwww.dzg-online.de) (telefonische Ernährungsberatung sowie umfassende Informationen über Zöliakie, Auflistung glutenfreier Nahrungsmittel sowie Kontakt zu Selbsthilfegruppen)
  • Zöliakie-Treff (Opens external link in new windowwww.zoeliakie-treff.de) (umfangreiche Internetseite mit detallierten Informationen über die Zöliakie und vielen Möglichkeiten des Austausches mit anderen Betroffenen)
  • Zöliakie-Info-Page (Opens external link in new windowwww.zoeliakie-info-page.de) (private Informationsseite mit vielen Erfahrungsberichten von Zöliakie-Kranken auf Reisen)

Quellen:
Drugs Today (Barc). 2008 Jan;44 (1): 75-88. (Celiac disease.)
Am J Clin Nutr. 2002 May; 75(5): 914-21. (Breast-feeding protects against celiac disease.)
Clin Gastroenterol Hepatol. 2007 Jan; 5 (1): 59-62.  (The iceberg of celiac disease: what is below the waterline?)
J Am Diet Assoc. 2008 Apr; 108 (4): 661-72. (Advances in celiac disease and gluten-free diet.)
Opens external link in new windowwww.aoecs.org (Association of European Coeliac Societies)


Nachwuchs trotz Tumorbehandlung?
Krebspatienten sollten mit dem Arzt über ihren Kinderwunsch sprechen
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(RaIA/dgk) Dank moderner Behandlungsmethoden können heute immer mehr Menschen von einer Krebserkrankung geheilt werden. Dabei beschäftigt die jüngeren Tumorpatienten auch die Frage, ob sie noch Nachwuchs bekommen können. Denn drei von vier Geheilten wünschen sich Kinder, berichtet die Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ in ihrer Ausgabe 8A (erhältlich ab 1. August 2008).

Krebs kann jeden Menschen in jedem Alter treffen, ist bei Jüngeren aber eher selten: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 65 bis 67 Jahren. Jährlich überleben bei uns 6.000 Erkrankte unter 35 eine bösartige Geschwulst. Ob sich danach ein Kinderwunsch realisieren lässt, hängt von der Art der Erkrankung, der Behandlungsmethode und nicht zuletzt von individuellen Faktoren ab.

In jedem Fall sollten junge Paare mit dem behandelnden Arzt eingehend ihre Familienplanung besprechen, denn Chemotherapie und Bestrahlung können nicht nur den wuchernden Krebszellen den Garaus machen, sondern auch die Fortpflanzungsorgane irreparabel schädigen.

Generell kann eine hoch dosierte Chemo- oder Strahlentherapie die Keimzellen so stark schädigen, dass die Betroffenen keine Kinder mehr bekommen können. Das ist zum Beispiel meist bei einer Leukämie oder bei einem Lymphom der Fall. Eine Bestrahlung des Gehirns kann bewirken, dass der Körper nicht mehr ausreichend Steuerungshormone für die weiblichen und männlichen Geschlechtshormone produziert. Auch das führt nicht selten zu Unfruchtbarkeit.

Bei manchen Patientinnen besteht die Möglichkeit, vor einer Bestrahlung des Beckens die Eierstöcke durch einen kleinen Eingriff aus dem Bestrahlungsfeld zu verlegen. Hinterher werden sie wieder an ihren richtigen Ort zurückgelegt. Wenn allerdings auch die Gebärmutter durch die Bestrahlung in Mitleidenschaft gerät, kann die Gebärmutterschleimhaut geschädigt werden und eine Schwangerschaft verhindern.

Vor einer Krebsbehandlung sollten Arzt und Patient über das Thema Kinderwunsch sprechen und die Risiken der Therapien erörtern, rät Dr. Michael von Wolff vom Deutschen Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapien (www.FertiProtekt.de). In dem Experten-Netzwerk haben sich mittlerweile 35 Universitätskliniken zusammengeschlossen. Gegründet wurde es 2006 mit dem Ziel, die bekannten Therapien zu optimieren, neue Behandlungsformen zu entwickeln und sie mit hohem medizinischem Standard flächendeckend in Deutschland anzubieten.

Info:
Ein kostenloser Ratgeber der Deutschen Krebshilfe geht anschaulich auf Fragen und Probleme rund um das Thema ein und enthält außerdem wichtige Adressen: Kinderwunsch und Krebs (Ratgeber Nr. 49), Deutsche Krebshilfe, Postfach 14 67, 53004 Bonn, Fax-Nr. 0228/72 990-11, im Internet zum Download www.krebshilfe.de.
Telefonische Auskünfte erteilt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums täglich von 8 bis 20 Uhr. Ein Anruf aus dem deutschen Festnetz ist kostenlos unter der Telefonnummer 0800-4203040, Infos im Internet: www.krebsinformationsdienst.de.

Quelle: „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“, Ausgabe 8A (erhältlich ab 1. August 2008).


Von der Käfersammelaktion zur individualisierten Prävention
Das Deutsche Grüne Kreuz feiert 60. Geburtstag / Vielfältige Aktivitäten zur Vorsorge
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(dgk) Was haben Kartoffelkäfer-Sammelaktionen nach dem
2. Weltkrieg, der obligatorische Sehtest für angehende Autofahrer, die einprägsame Polio-Schluckimpfungskampagne der 1960er-Jahre und der bekannte gelbe Internationale Impfausweis gemeinsam? Sie alle sind Ergebnis des breiten Aufgabenspektrums des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK), das in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert. Es ist damit die älteste nichtstaatliche Organisation für gesundheitliche Förderung und Aufklärung in Deutschland. Satzungsgemäßer Auftrag des DGK: sich einsetzen für Gesundheit. Das heißt: Bewusstsein schaffen und die Bevölkerung zur Gesundheitsvorsorge  motivieren.

1948: Sicherung der Ernährung im Vordergrund
Angefangen hatte alles am 28. August 1948. Der vorbereitende Organisationsausschuß des Grünen Kreuzes verfasste ein Flugblatt mit der Überschrift  Ein Beitrag zur Gestaltung des internationalen Hilfswerks gegen Hunger und bäuerliche Not. Es erschien anlässlich einer Landwirtschaftstagung in Frankfurt und widmete sich dem Thema Schädlingsbekämpfung. So wurden beispielsweise in den 1950er-Jahren Kartoffelkäfer-Sammelaktionen in der Bevölkerung initiiert, um die Schädlinge von den Feldern zu verbannen. Für eine Schachtel voll Erntefresser gab es einen kleinen Pfennigbetrag – eine besonders bei Kindern beliebte Aktion, um ihr Taschengeld aufzubessern.
Schon bald konkretisierte sich dann die Tätigkeit des DGK auf „vorbeugende Maßnahmen gegen Schädigungen der menschlichen Gesundheit“. Der Präventionsgedanke rückte in den Vordergrund. 1950 wurde das Deutsche Grüne Kreuz offiziell ins Vereinsregister eingetragen, seit 1952 hat es seinen festen Sitz in Marburg.

Nationale und internationale Partner aus Wissenschaft und Forschung
Im Laufe der Zeit arbeitete das DGK eng mit nationalen und internationalen Einrichtungen zusammen – zum Beispiel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europäischen Union, dem Bundesgesundheitsministerium, dem Robert Koch-Institut sowie mit Ärztekammern, wissenschaftlichen und berufspolitischen Fachgesellschaften. Wichtige Partner sind auch Apotheken, der Öffentliche Gesundheitsdienst und  Krankenkassen.

Wissenschaftliche Expertengremien begleiten die Arbeit
Seine Arbeit gliedert das DGK in derzeit 22 Sektionen zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen von A wie Allergie bis Z wie Zahngesundheit. Der Mitarbeiterstab besteht aus Ärzten, Apothekern, Naturwissenschaftlern, Ernährungsfachleuten sowie Journalisten.
Im Sinne einer größtmöglichen sachgerechten Wissenschaftlichkeit, Forschungsaktualität und Unabhängigkeit wird jede einzelne Sektion von einem ehrenamtlich tätigen, externen wissenschaftlichen Expertenbeirat fachlich unterstützt und beraten.

DGK-Plakat zur Polio-Aufklärungskampagne

Breite Aktionspalette der Öffentlichkeitsarbeit für Gesundheit
Die Zahlen von derzeit rund 70 festangestellten Mitarbeitern und etwa 300 ehrenamtlich Tätigen belegen, wie stark der Umfang der Gesundheitsarbeit des DGK seit seiner Gründung gewachsen ist.
So arbeitet das Deutsche Grüne Kreuz seit sechs Jahrzehnten mit viel Erfahrung, Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit im Dienste der Gesundheit: Es betreibt intensive Medienarbeit – zum Beispiel mit eigenen Pressediensten –, organisiert Aufklärungskampagnen, Veranstaltungen und Infomobil-Touren durch Deutschland zu verschiedenen gesundheitlichen Themen, führt Telefonberatungen durch, versendet Materialien an Ärzte, Apotheker, Institutionen, Journalisten und Privatpersonen und gibt Bücher heraus.


Plakat für die DGK-Aufklärungskampagne zur Impfung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) in den 1960er-Jahren.

Die Zukunftsaufgabe: individuelle Gesundheitsvorsorge
Als konsequente Weiterentwicklung seines satzungsgemäßen Auftrags baut das DGK seine Aufklärungs- und Informationsarbeit aus zur individuell zugeschnittenen Vorsorge. Unter dem Motto „personalisierte Prävention“ werden den Bürgern nun konkrete Hilfen und Angebote gemacht, mit denen sie Erkrankungen verhindern und sich bis ins hohe Alter gesund erhalten können. Die Angebote orientieren sich am neuesten wissenschaftlichen Stand der Alternsforschung. Damit will das Deutsche Grüne Kreuz dazu beitragen, dass mehr Menschen den Zugewinn an Lebensjahren in körperlicher und geistiger Gesundheit genießen können und zudem das Gesundheitssystem dadurch entlastet wird.

Tochterfirmen sichern wirtschaftliche Existenz
Seine Aktivitäten finanziert das Deutsche Grüne Kreuz e. V. durch seine Tochtergesellschaften, die mit dem Erlös ihrer Arbeit die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Vereins sichern: der VERLAG im KILIAN für gesundheitliche Fach- und Laienliteratur, die medialog GmbH, eine Agentur für Kommunikation und Marketing, und die Pro Preventa GmbH, ein Dienstleistungsunternehmen im EDV- und Internetsektor, sowie die DGK Service GmbH und DGK Förderergesellschaft.

Aus Anlass des 60. Geburtstags des Deutschen Grünen Kreuzes wird am Freitag, 29. August 2008, eine Veranstaltung für geladene Gäste im Marburger Rathaussaal stattfinden.


ERNÄHRUNG – FORSCHUNG – GESUNDHEIT

Marmelade: der Sommer im Glas

Tipps und Tricks fürs Fruchtvergnügen
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(dgk) Ob auf dem Frühstücksbrötchen, in Crêpes oder Joghurt – in Marmelade oder Konfitüre ist der fruchtige Geschmack des Sommers konserviert. Und das hat Tradition: Das Einkochen von Früchten mit Zucker ermöglicht es, das während der Sommermonate in großen Mengen anfallende Obst haltbar zu machen. Dafür verwendeten schon unsere Großmütter 1 kg Zucker für 1 kg Früchte. Der Zucker bindet das im Lebensmittel frei verfügbare Wasser und schränkt so die Lebensmöglichkeit für Mikroorganismen stark ein. Allerdings gehen durch das Erhitzen Vitamine verloren, beispielsweise etwa 10 bis 35 Prozent Vitamin B1 und 40 Prozent des Vitamin C. Wer die Fülle an Aroma und Vitaminen wenigstens für ein paar Tage genießen möchte, kann es mit einer kaltgerührten Konfitüre versuchen: Früchte mit der gewünschten Menge Zucker pürieren, eventuell mit Gelierzucker, der nicht gekocht werden muss, andicken oder mit Agar-Agar, einem Geliermittel aus Meeresalgen. Dieser kaltgerührte Aufstrich ist im Kühlschrank ein bis zwei Wochen haltbar.

Der neue Trend: Fruchtaufstrich statt Konfitüre! Viele Gründe sprechen dafür, es mal mit weniger Zucker als üblich zu probieren. Zum Beispiel die Argumente „Kalorien“ oder „Geschmack“. Denn je weniger Zucker der Aufstrich enthält, desto fruchtiger wird er. Darunter muss nicht mal die Haltbarkeit leiden, wenn die Konfitürenköche bei der Zubereitung besonders auf Sauberkeit achten. Gar keinen Zucker benötigt man für lang kochende Konfitüren, beispielsweise Pflaumenmus. Die Fruchtstücke werden über mehrere Stunden gekocht, bis das Mus eingedickt ist und durch den natürlichen Pektingehalt geliert. Dieses Vorgehen ist besonders bei reifem, zuckerreichem Obst geeignet.

Für Allergiker sind zuckerarme Fruchtaufstriche häufig besser verträglich als die sehr süßen Produkte. Eine weitere „Hürde“ stellt für manche Allergiker die Zitronensäure dar, denn sie ist in den meisten Gelierprodukten enthalten. Stattdessen kann zum Gelieren reines Pektin aus Äpfeln zum Einsatz kommen oder Agar-Agar aus dem Naturkostladen.

Lust auf Neues? Für die Experimentierfreudigen gibt es viele Möglichkeiten zur kulinarischen Verfeinerung: Ob Hochprozentiges, geröstete gehackte Nüsse oder raffinierte Gewürze – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. So bringt eine Prise Pfeffer, Ingwer oder Oregano Erdbeerkonfitüre in Feinschmecker-Form. Zwei bis drei mitgekochte Sauerkirschkerne verschaffen der Kirschkonfitüre ein besonders intensives Aroma, Cointreau passt toll zur Mirabelle, Kokosraspeln harmonieren mit tropischen Früchten.

So geht’s: Tipps und Tricks zum Konfitürekochen
1. Vorbereitung: Die Früchte waschen, verlesen, entsteinen und eventuell klein schneiden. Die Gläser kurz vor dem Verbrauch gut reinigen, am besten in der Spülmaschine, ansonsten mit heißem Wasser nachspülen. Vor dem Befüllen zum Abtropfen umgedreht auf ein sauberes Küchentuch stellen und nicht abtrocknen, um Mikroorganismen und Verunreinigungen draußen zu lassen. Sehr gut geeignet sind Gläser mit Schraubdeckeln. Die Deckel ebenfalls gründlich reinigen.
2. Zubereitung: Konfitüre entsprechend den Angaben im Rezept oder den Herstellerangaben des Geliermittels zubereiten. Die angegebenen Mengen nicht verändern, da sonst die Kochzeiten nicht mehr stimmen.
3. Gelierprobe und Schaum abschöpfen: Die Konfitüre ist gut geliert, wenn ein Tropfen davon auf einem Teller schnell ein dünnes Häutchen bildet und fest wird. Vor dem Befüllen den Schaum abschöpfen; er enthält Unreinheiten und bringt Luft in die Marmelade – beides senkt die Haltbarkeit.
4. Befüllen: Die Gläser auf ein feuchtes Tuch stellen, damit sie nicht springen. Konfitüre in die vorgewärmten Gläser randvoll einfüllen. Das geht besonders gut mit einem Messbecher, einem kleinen Krug oder einem speziellen Trichter mit weiter Öffnung. Mit den passenden Schraubdeckeln oder feuchtem Cellophanpapier und Gummiringen verschließen. Eine zusätzliche Pasteurisierung ist für zuckerärmere Konfitüren zu empfehlen: Gläser mit Schraubdeckeln auf den Kopf stellen und noch einige Stunden abgedeckt unter einem Handtuch ruhen lassen.
5. Lagerung: Die endgültige Gelierung dauert einige Tage. Während dieser Zeit die Gläser nicht schütteln. Konfitüre bei 15 bis 20 °C trocken und möglichst dunkel lagern.

Rezept: lukullisches Pflaumenmus
3,5 kg entsteinte, reife Pflaumen               
1 Zimtstange                               
2 Gewürznelken
10 Pflaumenkerne
100 g brauner Zucker
100g gehackte Walnusskerne
evtl.  2 Esslöffel Rum

Zubereitung:
Die gewaschenen, entsteinten Pflaumen mit den Gewürzen, den Pflaumenkernen und dem Zucker in einen Bräter geben und auf dem Herd aufkochen. Die gehackten Walnusskerne zugeben und das Mus im vorgeheizten Backofen bei 150 Grad etwa 3 Stunden einkochen lassen. Ab und zu umrühren. Die Zimtstange, Gewürznelken und Pflaumenkerne aus dem fertigen Mus nehmen. Eventuell – je nach persönlichem Geschmack – Rum unterrühren. Das Pflaumenmus heiß wie oben beschrieben in saubere Schraubdeckelgläser füllen und verschließen.

Marmelade darf nicht Marmelade heißen...
Der landläufig benutzte Begriff „Marmelade“ ist lebensmittelrechtlich ausschließlich einer Zubereitung aus Zitrusfrüchten vorbehalten. Das regelt die Konfitürenverordnung von 2004. Sie geht auf eine EU-Richtlinie zurück, deren englischer Einfluss unverkennbar ist.
Stattdessen greift nun die Bezeichnung „Konfitüre“. In der Schweiz schon immer üblich, kommt sie aus dem Französischen (confiture = Eingemachtes, Konfitüre) und bezeichnet einen aus Zucker und Fruchtstücken oder -mark zubereiteten Brotaufstrich.
Gelee hingegen enthält keine Fruchtstücke, sondern wird aus Saft gekocht und mit einem Geliermittel eingedickt (frz. gelée = erfroren, erstarrt).

Gelierhilfen:
Gelierzucker besteht aus Raffinadezucker, natürlichem Obstpektin und Zitronen- oder Weinsäure. Er süßt und geliert damit gleichzeitig. Normalerweise kommt auf 1 kg Früchte 1 kg Zucker.
Gelierzucker extra oder Konfitüren-Zucker eignet sich für fruchtige, aber weniger süße Brotaufstriche. Auf der Packung ist angegeben, wie viel Zucker für 1 kg Obst verwendet werden soll. Häufig ist Sorbinsäure als zusätzliches Konservierungsmittel zugesetzt.
Gelierzucker für kaltgerührte Konfitüre: enthält Zucker, ein kalt gelierendes Geliermittel, Zitronensäure und pflanzliches Öl.
Gelierpulver enthält meist Traubenzucker, Fruchtsäure und Pektin. In der Regel wird es für 1 kg Zucker und 1 kg Frucht eingesetzt, es gibt aber auch Produkte für einen geringeren Zuckeranteil.
Flüssiges Geliermittel besteht aus Apfelpektin in flüssiger Form, dadurch löst es sich sofort auf. Diesen Erzeugnissen liegt kristallisierte Zitronensäure bei, die es auch einzeln gibt.
Pektin: Geliermittel aus Apfel- oder Zitrusschalen. Es ist enthalten in Gelierzucker und anderen Gelierhilfen, aber auch einzeln käuflich, beispielsweise in Naturkostläden.
Agar-Agar: aus Meeresalgen gewonnenes Geliermittel. Erhältlich in großen Supermärkten, Reformhäusern und Naturkostläden.

Quellen:
aid-infodienst: www.aid.de
Belitz, H., Grosch, W., Schieberle P.: Lehrbuch der Lebensmittelchemie.
Rezept: Heike Brinkmann-Reitz


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Laborstudie bekräftigt: Grüner Tee verhindert Alzheimer und Parkinson

Der Inhaltsstoff EGCG schützt vor Plaquebildung – Erste Ergebnisse im Reagenzglas
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Grüner Tee
Foto: Stephan Ausmus (USDA)

(dgk) Die positive Wirkung von grünem Tee ist Wissenschaftlern schon lange bekannt – auch dass er wahrscheinlich beispielsweise vor der Alzheimer-Krankheit schützen kann. Nun haben deutsche Forscher die bislang vermutete Erklärung dafür erhärtet und in Laborversuchen gezeigt, dass die Schutzwirkung der im grünen Tee enthaltenen Substanz EGCG (Epigallocatechin-3-gallat) zu verdanken ist. Sie verhindert offenbar jenen Prozess, der Alzheimer oder auch Parkinson verursacht: EGCG bewirkt, dass statt der für die Krankheiten typischen giftigen Eiweißablagerungen (sogenannte Plaquebildungen) lediglich ungiftige und damit für die Nervenzellen harmlose kugelige Eiweißhaufen entstehen.

EGCG bildet den Hauptbestandteil des grünen Tees. In 100 Gramm grünem Tee sind 9 bis 13 Gramm EGCG enthalten. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin  (MDC) in Berlin entdeckten in ihren Versuchen nun, dass EGCG in einer frühen Phase direkt an sogenannte ungefaltete Eiweiße bindet und damit verhindert, dass sich Fehlfaltungen bilden. Solche Proteinfehlfaltungen führen in einem mehrstufigen Prozess letztlich zu gefährlichen Eiweißablagerungen, die für die Nervenzellen giftig sind und sie absterben lassen. So gelten Proteinfehlfaltungen als Auslöser von Parkinson, der Alzheimer-Krankheit und auch von Chorea Huntington. Zwar bildeten sich auch mit EGCG Proteinablagerungen, wie sie bei Alzheimer und Parkinson vorkommen, diese sind jedoch nach Angaben der Forscher offenbar harmlos, wie Tests ergeben hätten.
Die Berliner Wissenschaftler gehen davon aus, dass EGCG und ähnliche Substanzen für die künftige Entwicklung von Medikamenten gut geeignet sind, um sowohl gegen degenerative Nervenerkrankungen als auch weitere Krankheiten, bei denen sich Eiweißablagerungen bilden (wie Alzheimer oder Parkinson), eingesetzt zu werden.

Bereits in der Vergangenheit gaben mehrere wissenschaftliche Studien Hinweise auf die schützende Wirkung von grünem Tee und seiner Substanz EGCG. Seine vielen positiven Eigenschaften sind vermutlich auf seinen hohen Anteil an Antioxidantien zurückzuführen. Diese Stoffe sind in der Lage, sogenannte freie Radikale (kurzlebige, aggressive, sauerstoffhaltige Verbindungen) „einzufangen“, die im Körper gesundheitlichen Schaden anrichten können. Ein solcher effektiver „Radikalfänger“ ist das im grünen Tee enthaltene EGCG.

Quellen:
Max-Delbrück-Centrum: Substanz EGCG in grünem Tee verhindert tödliche Plaquebildung bei Parkinson und Alzheimer (PM Nr. 26, 30. Mai 2008), Opens external link in new windowwww.mdc-berlin.de/

Nature Structural & Molecular Biology 15, 558 - 566 (2008), doi:10.1038/nsmb.1437: EGCG redirects amyloidogenic polypeptides into unstructured, off-pathway oligomers, Opens external link in new windowwww.nature.com/

Dr. Petra Plößer, Wie grüner Tee das Tumorzellwachstum hemmt, Teatime ist gesund!, 30.04. 2004, Opens external link in new windowwww.thieme.de/


MELDUNG

Heuschnupfen: Jetzt fliegt die Ambrosie

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(dgk) Kaum hört der Regen auf, fliegen sie wieder und reizen bei Heuschnupfengeplagten Augen und Schleimhäute: Blütenpollen. Denn Heuschnupfen bzw. Rhinokonjunktivitis allergica bzw. Pollinosis ist eine Allergie vom Sofort-Typ.

In den Monaten Juli bis September fliegen die Pollen von Beifuß und der mit ihm verwandten Ambrosie. Die anspruchslose Pflanze wird auch Ragweed oder beifußblättriges Traubenkraut genannt. Mit ihren Widerhaken an Samen und Blütenpollen kam bzw. kommt sie mit dem internationalen Waren-, Reise- und Flugverkehr aus den USA und inzwischen auch aus Osteuropa hierher.

Wer auf Beifußpollen reagiert, reagiert möglicherweise auch auf die der Ambrosie. Die Pollen dieses Korbblütlers enthalten besonders starke Allergene. So lässt die „Neue“ viele Pollenallergiker die Luft anhalten: Eine einzige Pflanze bildet während der Blüte bis zu einer Milliarde Pollen. Wer stark sensibilisiert ist, reagiert bereits auf wenige dieser Partikel pro Kubikmeter Luft allergisch. Betroffene sollten die gängigen Vorsichtsmaßnahmen bei Pollenflug beachten:

  • Pollenvorhersage z. B. im Radio oder Pollenflugkalender (Apotheke) beachten
  • bei starkem Pollenflug der entsprechenden Pflanzen möglichst im Haus bleiben
  • Haare abends waschen, um Pollen zu entfernen
  • Pollenschutzfilter fürs Auto
  • Fenster und Türen nachts geschlossen halten (besonders in frühen Morgenstunden)
  • Brille/Sonnenbrille tragen
  • in fraglicher Zeit in nahezu pollenfreie Gebiete verreisen, z. B. Meer, Hochgebirge


WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN

Was ist eigentlich ein Glyxbrötchen?

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(dgk) In Deutschland werden 300 Brotarten sowie 1.200 Brötchen- und Feingebäcksorten gebacken. Da kann schon mal der Überblick verloren gehen. Selbst kleine Bäckereifilialen bieten oft rund 20 verschiedene Brot- und Brötchensorten an, darunter solche, deren Namen Gesundheit und Fitness versprechen. Doch manchmal sind die Namen so unverständlich wie die Beipackzettel von Medikamenten. Oder wissen Sie, was ein Glyxbrötchen ist?

Glyx ist die von der deutschen Ernährungswissenschaftlerin Marion Grillparzer eingeführte Abkürzung für den Glykämischen Index (GI). Diese Maßeinheit steht für die blutzuckersteigernde Wirkung von Kohlenhydraten. Nahrungsmittel mit einem hohen Glykämischen Index lassen den Blutzucker schnell ansteigen, dadurch wird viel körpereigenes Insulin freigesetzt, was die Fettspeicherung in den Zellen begünstigt. Nach dem Essen hält das Sättigungsgefühl nicht lange an, weil der Blutzuckerspiegel steil nach unten fällt.   

Die Kategorie des Glykämischen Index’ ist noch recht jung, sie wurde von Diabetesforschern in den USA und Kanada vor rund 30 Jahren entwickelt. Diät-Entwickler machten sich diese Erkenntnisse zunutze. Ihre Theorie: Ob Essen dick macht oder schlank, hängt nicht nur von der Kalorienmenge der Nahrungsmittel ab, sondern hauptsächlich von ihrer Auswirkung auf die Insulinausschüttung. Wer abnehmen möchte, muss danach also keine Kalorien mehr zählen, sondern stattdessen den Glykämischen Index kennen und Nahrungsmittel mit einem niedrigen Wert vorziehen. Der gesunde Effekt dieser Ernährungsweise: Hohe Blutzuckerspiegel werden vermieden, damit sinkt das Risiko, einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln.

Und hier kommt wieder unser Glyxbrötchen ins Spiel. Sie ahnen es bereits: Es hat – wenn es seinen Namen zu Recht trägt – im Vergleich zu den anderen Brötchen beim Bäcker einen niedrigen Glykämischen Index. Den hat aber auch ein „normales“ Roggenbrötchen im Vergleich zu denen aus Weizenmehl.

Übrigens werden vernünftige Glyx-Diät-Ratgeber keine Lebensmittel kategorisch verbieten. Wer aber zum Beispiel gern Baguettebrot (sehr hoher GI) isst, der sollte es nicht dick mit Butter bestreichen und Salami oder Marmelade obendrauf packen. Tipp: Statt Butter streichen Sie sich Magerquark unter den süßen Aufstrich oder Tomatenmark unter den herzhaften Belag. Tauschen Sie fetthaltige Wurstsorten (Streichwurst, Salami) gegen mageren Schinken oder Putenbrust.

Die Schlankmacher

Buchtipp:
Kein ausgesprochener Glyx-Diät-Ratgeber, aber mit vielen Informationen zum Glykämischen Index: Die Schlankmacher. Das Good-Aging-Programm für Spaß am Essen und Abnehmen, von Dr. med. Amineh Solberg und Dr. med. Michael Solberg, erschienen im VERLAG im KILIAN, 256 Seiten, 17 Euro. Das ideale Buch für alle, die gesund bleiben und schlank werden wollen.  




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