DGK e.V. -Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) 12-2008, Dezember 2008: Das Broken-Heart-Syndrom: Warum Frauen das Herz bricht, Himmlische Genüsse ohne Verzicht: Drehen Sie selbst an Ihrer Altersuhr, Keine Angst vorm Zahnarzt: Behandlungsmöglichkeiten für ängstliche Patienten, Nebenwirkung Hörschaden: Was tun, wenn der Beipackzettel davor warnt?, AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG Wertvolles hinter harter Schale: Walnüsse,ERNÄHRUNG – FORSCHUNG – GESUNDHEIT Gans oder Karpfen – Gretchenfrage zu Weihnachten, GESCHENKTIPP: Für Körperbewusste: Schutz vor Zellstress - Lernen Sie, Ihre Alternsuhren richtig zu stellen, MELDUNGEN: Nobelpreisverleihung am 10. Dezember an Professor Harald zur Hausen, „Individuelle Prävention“ für jeden Einzelnen, Vaginalpilz: schnell erkennen, gezielt behandeln, Neue Broschüre: Generika – Medikamentenwechsel, CMV ist unberechenbar, Patientenverband Initiative Auge feiert Zehnjähriges, Ginkgohaltige Teeprodukte nicht ohne Risiko, DER DGK-SICHERHEITSTIPP: Weihnachtsvorbereitungen und Unfallgefahren, SERVICE
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) 12-2008, Dezember 2008: Broken-Heart-Syndrom, Frauen, gebrochenes Herz, WEihnachten, Fasten, Advent, Genüsse ohne Verzicht, Tipps, Altersuhr, Angst vorm Zahnarzt, Behandlung, ängstliche Patienten, Nebenwirkungen, Hörschaden, Hören, Ohr, Medikamente, Beipackzettel, Walnüsse, Gans, Karpfen, Weihnachten, Buchtipp, anti-Aging, Schutz vor Zellstress, Nobelpreis, Professor Harald zur Hausen, Individuelle Prävention, Vaginalpilz, erkennen, behandeln, Broschüre, Generika – Medikamentenwechsel, CMV, Patientenverband Initiative Auge, grüner Star, Glaukom, Ginkgo, Tee, Risiko, Weihnachtsvorbereitungen, Unfallgefahren
skip_nav

Suche

 

Service-Content


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Presse / Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) / 2008 - Jahrgang 49  / dgk, Jg. 49, 12 - 2008
Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 49, 12 - 2008

Das Broken-Heart-Syndrom

Warum Frauen das Herz bricht
(3.937 Zeichen)

Warum Frauen das Herz bricht
Foto: foto.fritz - fotolia.com

(dgk) Nicht nur in Kitschromanen, sondern auch in der Kardiologie gibt es das: Ein gebrochenes Herz. Plötzlich starke Schmerzen in der Brust, im Hals und linken Arm begleitet von Atemnot, Übelkeit und Schwitzen. Der Fall scheint klar: Herzinfarkt. Die 50-jährige Susanne wird mit diesem Verdacht in die nahe gelegene Uniklinik eingeliefert. Auch EKG und Ultraschall zeigen, dass die linke Herzkammer praktisch nicht mehr arbeitet. Die große Überraschung: Alle Herzkranzgefäße sind vollständig normal, offen und werden durchblutet. Von Verstopfung keine Spur. Es ist kein Blutgerinnsel nachzuweisen. Dafür aber zeigt sich eine Bewegungs- und Funktionsstörung der linken Herzkammer, eine Lähmung des Herzmuskels. Warum also streikt das Herz? Die Antwort: Es ist „gebrochen“. Eine dramatische Trennung von Susannes Ehemann war die Ursache.

Seit Anfang der 1990er-Jahre ist dieses Phänomen unter dem Begriff Tako-Tsubo- oder Stress-Kardiomyopathie, auch als „Broken-Heart-Syndrom“ (Gebrochenes-Herz-Syndrom) bekannt. Das Krankheitsbild wurde 1991 erstmals beschrieben. Auslöser der Symptome, die denen eines Herzinfarktes gleichen, können extremer Stress, ein heftiger Schock sowie außerordentliche emotionale oder körperliche Belastung sein, aber auch erfreuliche Überraschungen wie ein größerer Lottogewinn. Das Besondere daran: Die akute und oft schwerwiegende Funktionsstörung des Herzens verschwindet meist schon nach wenigen Tagen oder Wochen von alleine. Im Gegensatz zum Infarkt, bei dem Teile des Muskelgewebes unwiderruflich absterben, bleiben in der Regel keine Schäden zurück. Die Betroffenen müssen jedoch einige Tage auf der Intensivstation überwacht werden, da in dieser Phase gefährliche Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern oder Schock auftreten können. Solche Komplikationen sind allerdings selten: „Zwar wurden auch Todesfälle bereits beobachtet, doch liegt deren Häufigkeit mit geschätzten 1 bis 8 Prozent erheblich niedriger als beispielsweise beim Herzinfarkt mit nahezu 50 Prozent“, sagt Dr. Harald Kühl, Oberarzt am Universitätsklinikum Aachen.

Bekannt ist das Krankheitsbild erst seit wenigen Jahren, und Kardiologen rätseln immer noch, was genau dahinter steckt. Was man bislang weiß: Das Herz von Frauen „bricht“ öfter als das von Männern – durch Liebeskummer, die Trennung von einem geliebten Partner, den Tod eines nahestehenden Menschen, einen Unfall, den Verlust des Arbeitsplatzes, die Diagnose einer schweren Krankheit oder durch Gewalterlebnisse. In mehr als 90 Prozent der Fälle sind Frauen zwischen 50 und 70 Jahren betroffen, wie eine Fallserie im New England Journal of Medicine (NEJM 2005; 352: 539-548) zeigt. Warum das so ist, kann bislang niemand sagen. „Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass ein relativer Mangel an Östrogenen nach der Menopause zur verstärkten Aktivierung des sympathischen Nervensystems führt“, sagt der Kardiologe Professor Dr. Karl-Heinz Kuck vom Hanseatisches Herzzentrum Hamburg. In extremen Belastungssituationen schütten die Nebennieren zu viele Stresshormone aus.

Sicher ist: Den meist deutlich erhöhten Blutspiegeln von Stresshormonen, besonders den körpereigenen Noradrenalin und Dopamin, scheint eine entscheidende Bedeutung zuzukommen. Als Folge hört der untere Teil der linken Herzkammer einfach auf, sich zu bewegen, der Herzmuskel wird vorübergehend regelrecht in seiner Pumparbeit gelähmt. Möglicherweise ziehen sich dabei die winzigen Blutgefäße im Herzen als Reaktion auf die Stresshormone zusammen, möglicherweise wirken die Hormone aber auch giftig auf die Herzmuskelzellen – weder das eine noch das andere konnte bislang bestätigt oder widerlegt werden. Anders als beim Herzinfarkt trifft die Stress-Kardiomyopathie fast ausschließlich ältere Frauen. Warum das so ist, kann bislang niemand sagen.

Da die Patienten meist normale Herzkranzgefäße haben, steigt das Infarkt-Risiko im Sinne des klassischen Infarktes mit Verschluss der Herzkranzgefäße nicht. „Die Patienten sollten wie alle Personen, die vom Herzinfarkt gefährdet sind, nach einem solchen Ereignis ihre Risikofaktoren reduzieren, also beispielweise das Rauchen aufgeben, auf Blutdruck und Cholesterinwerte achten“, rät Prof. Kuck.

Eine gezielte Vorbeugung ist nicht oder kaum möglich, weil die Patienten plötzlich mit einer nicht vorhersehbaren, überraschenden Lebenssituation konfrontiert werden. Vor diesem „Herzschock“ kann man sich leider nicht schützen, aber im Akutfall schnell und buchstäblich beherzt handeln. Denn je früher ein „gebrochenes“ Herz therapiert wird, desto schneller heilt es auch wieder.

Quellen:
Grawe H et al.: Stress cardiomyopathy mimicking acute coronary syndrome: case presentation and review of the literature. Clin Res Cardiol (2006) 96: 179-185. Opens external link in new windowwww.ncbi.nlm.nih.gov/
Pilgrim TM, Wyss TR. Takotsubo cardiomyopathy or transient left ventricular apical ballooning syn-drome: A systematic review. Int J Cardiol. 2008 Mar 14; 124(3): 283-92. Opens external link in new windowwww.ncbi.nlm.nih.gov/
Schneider B: Tako-Tsubo-Kardiomyopathie - was steckt dahinter?. Kardiologie up2date (2006) 2: 131-136.
Wedekind H et al.: Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. Inzidenz bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom. Herz (2006) 31: 339-346. Opens external link in new windowwww.ncbi.nlm.nih.gov/
Ilan S. Wittsteinet al: Neurohumoral Features of Myocardial Stunning Due to Sudden Emotional Stress. NEJM 2005; 352: 539-548. Opens external link in new windowhttp://content.nejm.org/

Nach oben

Himmlische Genüsse ohne Verzicht

Drehen Sie selbst an Ihrer Altersuhr
(4.394 Zeichen)

(dgk) Die Weihnachtsfeiertage stehen bevor. Alle Jahre wieder schieben Festtagsmenü, Wein und Plätzchen die Ziffern unserer Altersuhr tüchtig nach vorne und – leider – die der Badezimmerwaage gleich mit. Dabei lässt sich beides verhindern. Ohne Verzicht auf Genuss. Selbstverständlich werden wir alle nicht jünger und die Zeit kann man bekanntlich nicht zurückdrehen. Aber wir können selbst regulieren, wie schnell unsere innere Altersuhr tickt. Die Alternsforschung hat nämlich inzwischen viele der Mechanismen entschlüsselt, die unsere biologische Alterung langsamer oder eben schneller ablaufen lassen. Nahrungsfaktoren stehen dabei ganz vorne. Die wichtigsten Hintergründe:

1. Wertvolle Fettsäuren wollen schonend behandelt werden

Nur beste Qualität: Genuss und Gesundheitswirkung gehen Hand in Hand. Beispiel Öle: Kaufen Sie nur kaltgepresste, in sehr dunkle Flaschen abgefüllte Öle, am besten zusätzlich mit Folie umhüllt oder in einem Karton angeboten. Die guten mehrfach ungesättigten Fettsäuren in hochwertigen Ölen sind nämlich äußerst empfindlich gegenüber Licht, Wärme und Sauerstoff. Werden sie diesen Faktoren ausgesetzt, was oft schon bei der Herstellung geschieht, oxidieren sie. Die so veränderten Fette lösen im Organismus eine Kettenreaktion aus, die unmittelbar Einfluss nimmt auf die Alterung von Gefäßen und Nervenzellen. Erst ein extrem oxidiertes Öl erkennen wir am Geschmack (scharf, bitter, ranzig), schlecht ist es lange vorher. Achten Sie also beim Einkauf auf die oben genannten Kriterien.

2. Nie auf leeren Magen Alkohol trinken

Aperitif und Wein: Ich koche gerne, und meine Lieblingsrezepte beginnen mit: Man nehme ein Glas Wein und gieße es in den Koch. Witzig, aber nicht nachahmenswert. Denn Alkohol vor einer Mahlzeit sorgt dafür, dass wir beim Hauptgang deutlich mehr essen. Unbewusst! Trinken wir aber das eingesparte Glas Wein zum Essen, entfällt die unbewusste Ess-Stimulation. Frauen haben dabei einen zusätzlichen Vorteil. Bei ihnen hilft der Wein zum Essen, übermäßigen Heißhunger im Zaum zu halten.

3. Warum kaltgepresstes Öl kaufen und es dann verbrutzeln?

Braten: Ob Fisch oder Fleisch, verwenden Sie zum Braten reines Butterfett oder reines Kokosfett. Das schmeckt gut, und Sie vermeiden die bei starkem Erhitzen von Ölen unweigerliche Oxidation und die Bildung schädlicher Trans-Fettsäuren – beides Beschleuniger von Alternsprozessen. Olivenöl nimmt eine Mittelstellung ein, da es wenig zur Trans-Fett-Bildung neigt. Freunde des grünen Goldes sollten dennoch einmal folgende Variante ausprobieren: Speisen mit Butterfett anbraten und erst kurz vor dem Servieren Olivenöl zugeben. So bleiben das mediterrane Aroma und die gesundheitlich hochinteressanten Begleitstoffe des Öls voll erhalten.

Gesünder backen
Foto: MEV

4. Gesünder backen

Kuchen, Plätzchen und Torten sind zwar nicht eben gesund, aber völlig auf süßes Gebäck zu verzichten, schaffen nur wenige. Da aber alle Kohlenhydrate, egal ob Zucker oder Mehl, aus Sicht unserer Altersuhr kritisch zu bewerten sind, brauchen wir ein paar Tricks beim Backen. Machen Sie sich die Erkenntnis zunutze, dass Gebäck mit 10 bis 20 Prozent weniger Zucker als im Rezept angegeben vielen Menschen besser schmeckt. Eine besonders raffinierte Möglichkeit ist, ein Drittel Zucker durch den „Zuckeralkohol“ Isomalt zu ersetzen. Geschmacklich ändert sich dadurch nichts. Aber die Altersuhr dankt es Ihnen. Noch ein Wort zur Butter: Die darin enthaltenen gesättigten Fette sind weniger schädlich als die gehärteten Fette und raffinierten Öle in Margarinen. In diesem Fall können Sie also gerne sagen: Hmm, Butter, bitte sehr!

5. Abends nur ein Betthupferl


Abendliche Snacks gefällig? Kurz vor dem Schlafengehen sollten Sie auf fett- und kohlenhydratreiches Essen verzichten. Sie könnten es sich sonst mit einem wichtigen Bleib-Schlank-Verbündeten verscherzen, dem Somatotropen Hormon (STH). Diesen Botenstoff produziert unser Körper in der Nacht und unterstützt damit den Erhalt der schlanken Figur. Allerdings wird das Hormon blockiert, wenn durch ein spätes Abendessen der Fett- und Zuckerspiegel ansteigt. Von Proteinen lässt sich das STH allerdings nicht erschrecken, daher müssen Sie auf späte Snacks nicht ganz verzichten. Obst, Karotten, magerere Käsesorten oder – wenn es ein bisschen exklusiver zugeht: Eischeiben mit einem Klecks Kaviar darf’s gern sein.

6. Nach dem Essen sollst du ruh´n oder tausend Schritte tun. Was stimmt?

Beides, je nach Blickwinkel. Ihr Körper mag nach einer Mahlzeit am liebsten „außen“ abschalten, damit er „innen“ in Ruhe arbeiten kann. Wenn Sie jedoch gegen Speckpolster kämpfen wollen, dann gehen Sie nach dem Essen lieber raus. Bei Bewegung produziert Ihr Organismus weniger Fettgewebe. Da klingt der gute alte Verdauungsspaziergang doch gleich ganz anders, finden Sie nicht auch?

Fazit: Wer abnehmen möchte (und gleichzeitig seine innere Altersuhr am Zügel halten will), muss seine Energiezufuhr reduzieren. Sprich: weniger essen. Wer sich aber über die Hintergründe bestimmter Stoffwechselvorgänge informiert, kann mit seinem Wissen und einigen Kniffen viele Klippen umschiffen und Altersuhren elegant und genussvoll ausbremsen!

Nach oben

Keine Angst vorm Zahnarzt

Behandlungsmöglichkeiten für ängstliche Patienten
(2.048 Zeichen)

 

(dgk) „Bohrt er oder bohrt er nicht?“, „Wird es weh tun, wenn ich eine Krone bekomme?“, „Muss ich wirklich nicht leiden, wenn ich eine neue Füllung bekomme?“ Diese und andere Fragen treiben viele Menschen um, bevor sie zum Zahnarzt gehen. Die erste Hürde ist oft schon die Terminvergabe, oft vergehen Monate – manchmal auch Jahre, bevor zum Telefonhörer gegriffen und ein Termin vereinbart wird. Wichtig ist, dass Zahnarzt und Praxisteam über die Angst des Patienten informiert sind. So kann im Vorfeld schon einiges getan werden: Zum Beispiel können die Wartezeiten verkürzt werden und der erste Kontakt mit dem Zahnarzt nicht auf dem Behandlungsstuhl stattfinden.

Ängstliche Patienten sollten sich vor Augen führen, dass nicht die Angst vor dem Zahnarzt, sondern die Angst vor der Behandlung im Vordergrund steht. Daher ist es gut, wenn der Patient vorab über die Behandlungsmöglichkeiten informiert wird und gemeinsam mit dem Zahnarzt bespricht, wie eine mögliche Behandlung aussehen kann. Unter Umständen ist im Vorfeld der Behandlung ein Beruhigungsmittel nützlich. Oft helfen auch gezielte Entspannungsübungen, Musik oder Hypnose. In schwierigen Fällen wie bei einer echten Zahnarztphobie ist eine psychotherapeutische Behandlung notwendig. Bei extrem ängstlichen Patienten, die längere Behandlungen benötigen, ist unter Umständen auch eine Vollnarkose angezeigt. Diese löst allerdings nie die Angstproblematik und sollte immer als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Wichtig ist jedoch für alle Patienten zu wissen, dass heutzutage eine zahnärztliche Behandlung nicht mehr weh tun muss: Schmerz- und Betäubungsspritzen senken das Schmerzempfinden. Gleichzeitig mindert eine optimale häusliche Mundhygiene, unterstützt durch professionelle Zahnreinigungen in der Praxis, das Erkrankungsrisiko.

Neuere Verfahren wie die Laseranwendung für die Entfernung von Karies können dies angenehmer gestalten, ohne dass dabei der Bohrer benutzt werden muss. Wichtig ist ebenso das rechtzeitige Erkennen von Erkrankungen der Mundhöhle. Dazu dient die regelmäßige zahnärztliche Kontrolle, die bei der Erkennung von Karies durch einen Laser, der bereits die für das menschliche Auge kaum erkennbare Schäden sichtbar machen kann, unterstützt wird. Dadurch kann frühzeitig mit der Kariesbehandlung begonnen werden und die Frage „Bohrt er oder bohrt er nicht“ wird immer seltener.

 Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.rundum-zahngesund.de

Mit modernen Laserverfahren lassen sich auch ängstliche Patienten behandeln.
Mit modernen Laserverfahren lassen sich auch ängstliche Patienten behandeln. Foto: KaVo Dental GmbH

Das Foto steht zum kostenlosen Download bereit unter Opens external link in new windowwww.rundum-zahngesund.de.

Redaktionen können das Foto auch kostenlos per E-Mail anfordern unter:  zahngesund(à)kilian.de

 

 

Nach oben

Nebenwirkung Hörschaden

Was tun, wenn der Beipackzettel davor warnt?
(1.938 Zeichen)

(dgk) Die möglichen Nebenwirkungen von Arzneimitteln verunsichern viele Patienten. Deshalb liest mancher die eng bedruckten Beipackzettel schon gar nicht mehr. Das sollte man aber, denn jeder muss für sich selbst Nutzen gegen Risiko abwägen. Hörschäden sind bei einigen Medikamenten wie auch bei bestimmten Antibiotika als Risiken aufgelistet. „Hier sollte man prüfen, ob man dieses Risiko wirklich eingehen muss“, sagt der HNO-Arzt Professor Dr. Dr. h. c. Roland Laszig, Geschäftsführender und Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Freiburg und Leiter der Sektion Gutes Hören im Deutschen Grünen Kreuz. „Wenn man einen Hörschaden vermeiden kann, sollte man es tun.“

Wenn es ein anderes Medikament gibt, das die gleiche Wirkung bringt, aber keine Gefahr für die Ohren darstellt, dann sollte man natürlich wechseln. Oft aber gibt es keinen alternativen Wirkstoff. Was dann? „Wenn ein anderes Medikament nicht möglich ist, muss man abwägen“, so Professor Laszig. Darüber muss man ganz offen und klar mit den Patienten sprechen. „Zu den eventuell gehörschädigenden Medikamenten gehören ja zum Beispiel auch viele Zytostatika, also Krebs-Medikamente. Wenn ich einen bösartigen Krebs habe, muss ich wissen, dass ich mit diesem Medikament, das mich potenziell heilt, aber eventuell eine Hörverschlechterung in Kauf nehmen muss.“

Doch auch wenn man ein bestimmtes Medikament nehmen muss, ist man den Nebenwirkungen nicht schutzlos ausgeliefert. Denn bei vielen Medikamenten kann man die Konzentration des Wirkstoffes im Blut messen und so feststellen, wann ein für die Ohren kritisches Level erreicht wird. „Mit diesem Monitoring“, so der HNO-Experte Professor Laszig, „kann ich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit verhindern, dass das Medikament eine ototoxische, also gehörschädigende Wirkung entfaltet. Das geht gerade auch bei verschiedenen Antibiotika.“ Der Pegel im Blut ist teilweise auch abhängig von der Funktion der Leber oder der Nieren. Denn die Stoffe werden entweder über die Nieren ausgeschieden oder über die Leber abgebaut. Wenn es dort Probleme gibt, bleiben auch schädliche Substanzen länger im Körper. „Gerade bei Funktionsstörungen der Leber oder der Nieren ist deshalb das Monitoring sinnvoll“, empfiehlt Professor Laszig.

Nach oben

AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Wertvolles hinter harter Schale

Studie: Walnüsse schützen das Herz und hemmen das Wachstum von Tumoren
(3.275 Zeichen)

Walnüsse. Foto: Klaus Hennig-Damasko / DGK
Foto: Klaus Hennig-Damasko / DGK

(dgk) Marzipan, Schokoladennikolaus und Christstollen oder lieber Apfel, Nuss und Mandelkern? Bei Letzterem dürfen Sie um die Feiertage ruhig eine Handvoll mehr nehmen. Besonders Walnüsse verbergen hinter ihrer harten Schale viel Gesundes und Wertvolles.

Walnüsse sind wegen ihres hohen Fettgehalts von 65 Prozent zwar regelrechte Kalorienbomben, aber dennoch sehr gesund. Sie unterscheiden sich von anderen Nussarten besonders dadurch, dass sie eine größere Menge mehrfach ungesättigter Fettsäuren enthalten, unter anderem auch die Alpha-Linolensäure. Diese gehört zu den Omega-3-Fettsäuren, die der menschliche Organismus unter anderem für die Entwicklung des Gehirns und der Nervenzellen benötigt. Walnüsse enthalten außerdem eine ganze Reihe gesundheitsförderlicher Substanzen wie Vitamin E, Folsäure, Pflanzenfasern, Polyphenole und weitere Gerbstoffe.

Die in den Nüssen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren schützen das Herz-Kreislauf-System vor Ablagerungen in den Blutgefäßen. Die Nussfette sind in der Lage, den Gehalt an schlechtem LDL-Cholesterin zu senken und damit Arterienverkalkungen vorzubeugen. Der cholesterinsenkende Effekt der Walnuss ist wissenschaftlich belegt. Zahlreiche Studien haben auch immer wieder den positiven Effekt des Walnuss-Konsums auf die Herzgesundheit festgestellt. Diese Ergebnisse haben nun die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Behörde zur Überwachung von Lebensmitteln und Medikamenten) dazu veranlasst, offiziell zu bestätigen, dass der tägliche Verzehr von etwa 50 Gramm Walnüssen, das entspricht etwa einer Handvoll, das Risiko von Herzerkrankungen senken kann. Sie sollten allerdings wegen des Fettgehalts nicht zu spät am Abend verzehrt werden.

Nach einer Studie der Marshall University verlangsamt der Genuss von Walnüssen in Snackportionen sogar das Krebswachstum, das ergaben zumindest Versuche bei Mäusen. Untersucht wurde die Entwicklung von Brustkrebs bei Mäusen, deren Kalorienbedarf teilweise mit Walnüssen gedeckt wurde, und bei Mäusen, deren Ernährung eher den in Industrienationen üblichen Essgewohnheiten entspricht. „Als wir die Mäuse mit Walnüssen fütterten, verlangsamte sich das Wachstum der Tumore in ihrem Körper erheblich“, fasst Dr. W. Elaine Hardman zusammen. Die Tiere wurden so ernährt, dass 18,5 Prozent ihres täglichen Kalorienbedarfs durch Walnüsse gedeckt wurden. Ergebnis: Die Tumorgröße in der mit Walnüssen gefütterten Gruppe verdoppelte sich nur halb so schnell wie in der Vergleichsgruppe. Nach Angaben der Wissenschaftlerin enthalten Walnüsse mindestens drei Bestandteile, die möglicherweise für die verlangsamte Krebsentwicklung verantwortlich sind. „Zunächst sind Walnüsse reich an Omega-3-Fettsäuren, die nachweislich das Tumorwachstum hemmen. Zudem enthalten sie Antioxidantien und Phytosterole, deren den Krebs verlangsamende Wirkung ebenfalls in anderen Studien belegt ist“, so Hardman. Während die Pilotstudie lediglich untersuchen sollte, ob und nicht warum Walnüsse eine Tumor hemmende Wirkung haben, weist die Forschung laut Dr. Hardman insgesamt darauf hin, dass die Menschen einen größeren Anteil ihrer Fettkalorien mit Fetten, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, zu sich nehmen sollten. Neben Walnüssen sind fetter Seefisch, Raps- und Leinsamenöl gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren.

Unser Tipp: Nüsse lassen sich auch außerhalb der Weihnachtszeit leicht in die tägliche Nahrung einbauen, etwa ins Müsli, in Joghurt oder als Nussbrot. Allerdings werden sie wegen ihres hohen Fettgehalts auch schnell ranzig. Zerkleinerte oder gemahlene Nüsse sollten daher am besten umgehend verzehrt  oder vorübergehend luftdicht verpackt im Kühlschrank oder Gefrierschrank gelagert werden. Selbst geerntete Nüsse halten sich an einem kühlen Ort in luftdurchlässigen Netzen dagegen etwa ein Jahr.

Quellen:
W. Elaine Hardman, Hyeong-Chan Jo, and Gabriela Ion: Effect of Walnut Consumption on Cancer Growth.  Department of Biochemistry and Microbiology, Marshall University School of Medicine, Hunt-ington, WV. Nutr Cancer. 2008; 60(5): 666-74. Opens external link in new windowwww.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18791931
Russel J. Reiter, L.C. Manchester , Dun-xian Tan: Melatonin in walnuts: Influence on levels of mela-tonin and total antioxidant capacity of blood. Nutrition. 2005 Sep; 21(9): 920-4. Opens external link in new windowwww.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15979282

Nach oben

ERNÄHRUNG – FORSCHUNG – GESUNDHEIT

Gans oder Karpfen – die Gretchenfrage zu Weihnachten

(2.692 Zeichen)

(dgk) Alle Jahre wieder stellt sich die Frage: Was gibt es zum Weihnachtsmenü? Dabei prallen in manchen Familien verschiedene Traditionen und Vorlieben aufeinander. So zum Beispiel die Frage: Gans oder Karpfen?

Die Gans ist sehr beliebt, aber auch „gans“ schön fettreich. Ihr Einsatz beginnt bereits am 11. November mit der Martinsgans. Früher folgte darauf die adventliche Fastenzeit und erst nach Heiligabend durfte wieder geschlemmt werden. Wer es sich leisten konnte, gönnte sich am ersten Feiertag erneut eine Gans. Gerade im Winter schätzten die Menschen den hohen Fettgehalt ihres Bratens. Und der hat es in sich: Eine mittlere Portionsgröße von 300 Gramm Gänsebraten mit Soße bringt es bereits – ohne Beilagen – auf 975 Kilokalorien (kcal)! Wem diese Kalorienbombe an Weihnachten trotzdem heilig ist, der sollte an anderer Stelle sparen. Ein knackiger Salat vorab oder ein fruchtiges Dessert (siehe Rezeptvorschlag anbei) haben wenig Kalorien, ohne den Genuss zu schmälern.

Tipps zum Gänsebraten: Gänse sollten schlachtfrisch beim Metzger oder Geflügelhändler gekauft werden – Vorbestellung nicht vergessen! Die Gans sollte keine Flecken, Federreste oder Risse aufweisen, die Brust fleischig wirken und nicht eingefallen. Gänsefleisch ist am schmackhaftesten, wenn das Tier bei der Schlachtung nicht älter als ein Jahr war.
Bei tiefgefrorenen Gänsen oder Gänseteilen darf die Verpackung nicht beschädigt sein. Die Garzeit einer Gans beträgt etwa drei bis vier Stunden – der Braten muss vollständig durchgegart sein. Das ist der Fall, wenn der beim Einstechen austretende Saft klar ist. Vor dem Zubereiten der Soße sollte man das Fett abschöpfen. Wer noch mehr Fett sparen möchte, isst die Haut nicht mit, denn darunter verbirgt sich der größte Fettanteil.

Auch der Karpfen zu Weihnachten hat eine lange Tradition: Im Mittelalter war der Heiligabend ein hoher Fastentag, an dem es kein Fleisch geben durfte. Da die Mönche in ihren Klöstern aber Karpfen züchteten, war dieser Fisch gut verfügbar und ein willkommener Eiweißlieferant in der Fastenzeit. Zudem ist der Fisch für Christen ein besonderes religiöses Symbol, daher wurde er zum traditionellen Essen am Heiligabend.
Karpfen gehört zu den mittelfetten Fischen. Er zeichnet sich durch hochwertiges Eiweiß aus, B-Vitamine, Vitamin D und vor allem durch die reichlich enthaltenen gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren. Fisch hat generell wenig Kalorien – hier kommt es auf die Zubereitung an: 250 Gramm panierter, gebratener Karpfen schlagen mit 470 kcal zu Buche, der zu Weihnachten beliebte „Karpfen blau“ hingegen nur mit 300 kcal.

Karpfen-Tipps: Der Geschmack und die Konsistenz des Karpfens hängen stark von den Haltungsbedingungen und der Fütterung ab. Zudem sollte der Fisch in den letzten Tagen in klarem Wasser leben, damit er nicht „schlammig“ schmeckt. Auch das Entfernen der schlammreichen Kiemen ist empfehlenswert. Am besten ist es, den Karpfen frisch beim Züchter oder Fischhändler zu kaufen, der kann ihn auch entschuppen und ausnehmen. Für die Zubereitung gibt es vielfältige Möglichkeiten: vom Braten über das Dünsten oder den „Karpfen blau“ – dann zieht er in einem würzigen Essigsud gar.

Obst-Mousse mit Weihnachtsstern

– für 4 bis 5 Personen –

1 süßer Apfel
2 reife Birnen
1 große, reife Banane
3 gehäufte EL feine Haferflocken
½ TL gemahlene Vanille
1 Prise Zimt
2 EL Zitronensaft
50 g geriebene oder gehackte Mandeln oder Haselnüsse
150 ml Sahne

Apfel und Birnen waschen und entkernen, Banane schälen. Mit den übrigen Zutaten (außer der Sahne) im Mixer fein pürieren.
Die Sahne sehr steif schlagen und 2/3 davon unter das Obstmus heben. Das Dessert in eine Schüssel füllen. Die restliche Sahne als dünne Schicht auf die Mousse streichen. So wird das Braunwerden verhindert und die weihnachtliche Dekoration mit Zimt oder Kakao hat ihre Grundlage. Besonders festlich: Eine Schablone mit einem Bethlehemstern ausschneiden, über die Mousse halten und dann Zimt oder Kakao durch ein feines Sieb aufstreuen. Nach Belieben am Rand mit Obststücken oder Nüssen garnieren.
Tipp: Wenn das Obst gut reif ist, wird keine weitere Süße benötigt. Ansonsten nach Geschmack noch etwas Ahornsirup oder Zucker zugeben.

Nach oben

GESCHENKTIPP

Für Körperbewusste: Schutz vor Zellstress
 
Lernen Sie, Ihre Alternsuhren richtig zu stellen
(1.259 Zeichen)

Handbuch Anti-Aging & Prävention

(dgk) Wer sich früh schützt, lebt länger – und vor allem besser. Doch was ist früh? Für Frauen heißt das: Start zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr und für Männer um den 40. Geburtstag. Das hätten Sie nicht gedacht? Dann geht es Ihnen so wie den meisten Menschen, für die Altsein jenseits der 50 oder 60 beginnt. Je nach Perspektive.

Dabei beginnen die ersten Systemausfälle – meist unbemerkt – bereits, wenn heutzutage gerade die Familiengründung ansteht. Und wenn das jetzt gezeugte Baby erwachsen ist, knirscht es schon deutlich im Getriebe unseres Körpers. Erschreckend? Ein bisschen schon. Aber man kann zu jeder Zeit in den Alterungsprozess eingreifen und ihn verlangsamen. Wer früh beginnt, hat klare Vorteile. Zum Beispiel Alterskrankheiten wie Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Die treffen den Vorausschauenden dann tatsächlich erst im hohen Alter. Und das erreicht er fit und gesund.

Was ist dafür zu tun? Man muss die inneren Alternsuhren kennen und die Taktgeber des Alterns stoppen. Davon gibt es rund 300 Einzelmechanismen. Aber keine Angst, Sie müssen nicht an alle Uhren drehen. Es reicht, wenn Sie die wichtigsten Mechanismen verstehen und an den richtigen Stellen einzugreifen lernen. Wie Altern abläuft und wie man die Abläufe lenken kann, das steht im intelligent und unterhaltsam geschriebenen „Handbuch Anti-Aging & Prävention“, das auf mehr als 500 Seiten alles erklärt, was man wissen muss, um den Zellschutz im Körper selbst veranlassen können.


Dr. Rüdiger Schmitt, Simone Homm:
Handbuch Anti-Aging & Prävention, 2008
ISBN: 978-3-932091-95-7
Seiten: 542, Preis: 42,- EUR
Größe: 17 x 22,5 cm, Broschur

Erschienen im VERLAG im KILIAN, Opens external link in new windowwww.kilian.de

Nach oben

MELDUNGEN

Nobelpreisverleihung an Professor Harald zur Hausen am 10. Dezember 2008

– von gewissenhafter Forschung und Unbeirrbarkeit –
(1.953 Zeichen)

Prof. Harald zur Hausen. Foto: DKFZ

(dgk) Schon so manchem Forscher schlug in der Vergangenheit eine Welle der Ungläubigkeit, des Desinteresses oder der Ablehnung entgegen, gerade wenn es um bahnbrechende Entdeckungen ging. So wurde auch der Mediziner Professor Harald zur Hausen (Foto: DKFZ) für seine Theorie angegriffen, bestimmte Viren, die humanen Papillomviren (HPV), könnten für das Auslösen bösartiger Zellveränderungen und schlussendlich Genitalkrebs verantwortlich sein. Beharrlichkeit in der weiteren jahrelangen Forschung haben zur Hausens Annahme bestätigt: Einige der gut 100 verschiedenen HPV-Vertreter sind ursächlich am Entstehen von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und bösartigen Veränderungen an der Vagina, Vulva, an Anus und Penis beteiligt. Schon in den 1970er-Jahren hatte er den Zusammenhang vermutet, eine erste Bestätigung gelang etwa zehn Jahre später mit der Isolierung der HPV-Typen 16 und 18 aus Gewebeproben von Zervixkarzinomen.

Auf der Basis dieser Grundlagenforschungen gelang es, wirksame Impfstoffe zu entwickeln, die gegen die beiden Hochrisiko-Viren HPV 16 und 18 gerichtet sind. Die Impfstoffe bestehen nicht aus den echten Papillomviren, sondern aus leeren Virushüllen, denen das genetische Material des Virus fehlt. Diese Eiweißkörper werden in Zellkulturen hergestellt, kommen also nie mit einem echten HP-Virus in Verbindung. Diese beiden Impfstoffe sind seit 2006 bzw. 2007 auf dem Markt. Eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission besteht für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Die Kostenübernahme für diese Impfung ist Pflichtleistung der Krankenkassen wie auch bei allen anderen in diesem Alter erforderlichen Impfungen, etwa die Auffrischimpfung gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten.

Der Virologe zur Hausen hatte Professuren an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Freiburg, bevor er 1983 für 20 Jahre Leiter des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg wurde. Für seine Entdeckung wird dem nunmehr 72-jährigen zur Hausen am 10. Dezember 2008 der Nobelpreis für Medizin verliehen. Dies ist die höchste Auszeichnung, die einem Forscher zuteil werden kann. Zur Hausen teilt sich den diesjährigen Preis mit den beiden Aidsvirus-Forschern Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier.

Nach oben

Gesundheit bewahren – Krankheitsrisiken minimieren
Das Konzept der „Individuellen Prävention“ bietet Vorsorge für jeden Einzelnen
(1.058 Zeichen)

(dgk) Möglichst lange gesund bleiben, auch im Alter noch körperlich und geistig aktiv sein, das wünschen sich die meisten Menschen. Die allseits bekannten Ratschläge zur Gesundheitsvorsorge lauten: Mehrmals täglich Obst und Gemüse essen, regelmäßig Sport treiben, auf Nikotin und zuviel Alkohol verzichten. Das seien zwar alles sehr wichtige Faktoren, der Einzelne könne aber gezielter handeln, um gesund zu bleiben, erklärt Dr. med. Sigrid Ley-Köllstadt vom Deutschen Grünen Kreuz e. V.

Die Ärztin hebt die Bedeutung von Mikronährstoffen bei der Prävention hervor: „Welche Bedeutung die ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen auf den Organismus haben kann, ist vielen gar nicht bewusst.“ Entscheidend für die Wirkung sei, dass die Zufuhr auf den tatsächlichen Bedarf des Einzelnen zugeschnitten ist. „Mit der Gießkanne die Mikronährstoffe auf alle gleich zu verteilen, kann nicht das richtige Konzept sein“, betont Dr. Ley-Köllstadt.

Wie der individuelle Bedarf am besten ermittelt wird und welche gesundheitlichen Vorteile der Einsatz von Mikronährstoffen noch bringt, können Sie unter www.dgk.de/podcast hören. Der Podcast mit dem Titel „Individuelle Prävention“ steht zum Download zur Verfügung.

Nach oben

Vaginalpilz: schnell erkennen und gezielt behandeln
(567 Zeichen)

(dgk) Etwa 75 Prozent aller Frauen haben laut Statistik mindestens einmal, meist sogar mehrmals in ihrem Leben einen Scheiden- oder Vaginalpilz, eine Infektion, die durch den Hefepilz Candida albicans hervorgerufen wird. Dieser kann mehr als lästig werden. Doch er lässt sich gut therapieren – und man kann ihm im Alltag vorbeugen. Hören Sie unter www.dgk.de/podcast das Beratungsgespräch einer Apothekerin mit einer Betroffenen. Die Symptome, Behandlungsmethoden und Diagnosemöglichkeiten des Scheidenpilzes wie beispielsweise ein neuer Selbsttest für Frauen werden in dem Gespräch erläutert. Mehr Informationen finden Sie zudem unter www.dgk.de/vaginalpilz.

Nach oben

Neue Broschüre: Generika – Medikamentenwechsel mit Bedacht
(1.823 Zeichen)

(dgk) Ob Wohnungswechsel, Arbeitsplatzwechsel oder der Wechsel des Deos. Schritte in neue, unbekannte Gefilde sollten wohlüberlegt sein. Oft erkennt man erst später, dass die Fenster der neuen Wohnung undicht sind, der neue Arbeitsplatz auch weniger Freizeit bedeutet oder dass das neue Deo schon nach wenigen Stunden versagt.

Besonders sorgfältig sollte der Wechsel von Medikamenten überlegt sein. Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) gibt deshalb eine neue Broschüre mit dem Titel „Generika – Medikamentenwechsel mit Bedacht“ heraus, die diese Problematik aufgreift und erläutert.

Generika, auch Nachahmer- oder Zwillingspräparate genannt, gibt es in Deutschland schon seit Mitte der 1970er-Jahre. Rund 55 Prozent der verschreibungspflichtigen Medikamente werden heute als Generika verordnet. Die Broschüre des DGK informiert über Kosten und Nutzen von Generika und zeigt auf, in welchen Fällen es sinnvoller sein kann, beim Originalpräparat zu bleiben. Anhand von Beispielen wird gezeigt, welche Rolle die Darreichungsform, der Aufbau und die Teilbarkeit von Medikamenten spielt. So haben auch Farbe, Form und Oberfläche einen Einfluss: Beispielsweise kann ein häufiger Wechsel von Medikamenten bei Menschen, die schlecht sehen, zu Verwechslungen führen oder eine raue Oberfläche kann Probleme beim Schlucken verursachen.

Generika unterscheiden sich vom Originalpräparat durch unterschiedliche Herstellungsverfahren, die sogenannte Galenik. Diese hat auch Einfluss darauf, wie der Körper die Wirkstoffe verarbeitet. Diese Hintergründe werden in der Broschüre ebenso anschaulich erklärt wie der Begriff Bioverfügbarkeit, und welche Rolle die Hilfsstoffe bei der Herstellung von Generika spielen.

Es gibt Erkrankungen, bei denen der Wechsel vom Originalpräparat auf ein Nachahmerprodukt zu Problemen führen kann. Dazu gehören unter anderem Herz-Rhythmus-Störungen, Asthma, Diabetes und Depressionen. Daher sollte ein Wechsel des Medikamentes sorgfältig mit dem Arzt besprochen und vom Apotheker begleitet werden. Man sollte vorher genau abwägen, welche Vor- und Nachteile ein Medikamentenwechsel mit sich bringen kann.

Broschüre GenerikaDie neue Broschüre „Generika – Medikamentenwechsel mit Bedacht“ kann dabei eine wichtige Hilfe sein. Sie kann ab Mitte Dezember 2008 kostenlos gegen einen adressierten und mit € 1,45 frankierten DIN-A5-Rückumschlag angefordert werden unter: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort: Generika, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg

Nach oben


CMV ist unberechenbar

(808 Zeichen)

(dgk) Viele Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens am Cytomegalie-Virus (CMV), aber meist verläuft die Infektion harmlos und wird nicht bemerkt. 99 Prozent der Erstinfektionen verlaufen ohne Krankheitszeichen. Doch wie alle anderen Herpesviren auch, bleibt das Virus nach der Infektion lebenslang im Körper, zum Beispiel in den Zellen der Speicheldrüsen oder der Lunge.

CMV-Infektionen in der Schwangerschaft dagegen haben ganz unterschiedliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Das Tückische daran ist: Oft sind die Erkrankungen bei der Geburt noch nicht feststellbar, sie entwickeln sich erst im Laufe der ersten Lebensjahre. Hören Sie unter www.dgk.de/podcast ein Interview mit Sabine Leitner von der bundesweit ersten Selbsthilfegruppe für Eltern von Kindern mit CMV. Dr. Thomas Kühn, Kinderarzt am Perinatalzentrum Neukölln, erläutert das Thema aus fachlicher Sicht. Mehr Informationen finden Sie zudem unter www.dgk.de/cmv.

Nach oben

Patientenverband Initiative Auge feiert zehnjähriges Bestehen
(1.797 Zeichen)

(dgk) Augenerkrankungen wie der grüne Star (Glaukom) oder die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) rauben langsam aber fortschreitend das Sehvermögen. In Deutschland sind davon einige Millionen Menschen betroffen. Nicht immer haben Ärzte ausreichend Zeit, die Patienten umfassend über alle Aspekte ihrer Krankheit zu informieren und sich der Sorgen und Ängste anzunehmen, die entstehen, wenn das Augenlicht ernsthaft in Gefahr ist.

Vor diesem Hintergrund beschlossen einige besonders engagierte Glaukom-Patienten im Dezember 1998 eine Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen, die sich zur Aufgabe stellte, die Informationslücken so gut wie möglich zu schließen. Die Initiative Glaukom holte sich Fachärzte und Wissenschaftler mit ins Boot, suchte und fand finanzielle Unterstützung bei Sponsoren und begann damit, eigene Informationsangebote für andere Glaukom-Patienten zu erstellen. Rasch wuchs die Mitgliederzahl auf heute mehr als 1.700, die in 14 regionalen Selbsthilfegruppen organisiert sind. 2006 öffnete sich der Selbsthilfeverband auch Patienten mit anderen Netzhauterkrankungen und wurde folglich umbenannt in Initiative Auge.

Die Initiative Auge kooperiert heute intensiv mit Augenärzten und dem Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) in Marburg. Gemeinsam führt man einmal jährlich eine bundesweite Auf-klärungswoche über Augenerkrankungen durch und informiert regelmäßig die Medien über neue Entwicklungen. Regionale Früherkennungsaktionen ergänzen das Aufklärungsprogramm der Initiative Auge. Ratsuchenden steht darüber hinaus eine Telefon-Hotline für Auskünfte zur Verfügung.  Nach zehn Jahren sind noch längst nicht alle Ziele erreicht. Immer noch wissen zu wenige Menschen gut genug Bescheid über die Risiken, die den eigenen Augen drohen können und wie sich diese durch eine gezielte Früherkennung vermeiden lassen. Der Initiative Auge wird die Arbeit also so schnell nicht ausgehen, zum Jubiläum freut man sich aber zurecht über das, was bisher geleistet werden konnte. Der Dank des Vorstandes geht an alle, die an diesem Erfolg aktiv und engagiert mitgearbeitet haben.

Ansprechpartner bei der Initiative Auge:
Geschäftsstelle der Initiative Auge e. V.
c/o medialog, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg
Internet: Opens external link in new windowwww.initiative-auge.de

Initiative Auge e.V.

Nach oben

Ginkgohaltige Teeprodukte nicht ohne Risiko
(1.823 Zeichen)

(dgk) Medikamente mit Blattextrakten des Ginkgobaums sind in der Bevölkerung beliebt. Verbessern sie doch die Konzentrations- und Gedächtnisleistung und lindern Durchblutungsstörungen sowie Ohrgeräusche bei gleichzeitig guter Verträglichkeit. Die Wirkungen dieser speziellen Pflanzenauszüge sind durch Studien belegt. Entsprechende Produkte erhalten aufgrund dessen die Zulassung als Arzneimittel. Neuerdings werden immer mehr Teemischungen und auch Nahrungszusätze in Lebensmitteln angeboten, denen in unterschiedlichen Mengen Ginkgoblätter zugesetzt sind. Dem Verbraucher wird suggeriert, dass das Trinken dieser Tees ähnliche positive Effekte erzielen solle wie Ginkgoextrakt-haltige Arzneimittel. Untersuchungen des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker (ZL) zeigen jedoch, dass mit diesen neuartigen und als solche ungeprüften Lebensmitteln Gesundheitsrisiken verbunden sein können.

Im ZL wurden neun verschiedene Ginkgoblätterhaltige Teeprodukte analysiert, die in Drogerien, Reformhäusern und Supermärkten erhältlich sind. Ergebnis: Alle untersuchten Teeaufgüsse enthielten unzulässig hohe Mengen an potenziell gesundheitsbedenklichen Ginkgolsäuren und dies in nur einer einzigen Tasse Tee. Die für Arzneimittel begrenzte höchste Tagesdosis an Ginkgolsäuren wurde in allen Fällen überschritten, im Extremfall um mehr als das 80-Fache. Dabei spielte es keine Rolle, wie hoch die Ausgangskonzentration der Ginkgolsäuren in der Teemischung war oder wie lange der Tee gezogen hatte. Bisher hatte man angenommen, dass der problematische Inhaltsstoff wegen seiner schlechten Löslichkeit in Wasser nur geringfügig in einen Teeaufguss übergehen würde. Zudem enthielten alle untersuchten Produkte neben Ginkgoblättern eine Vielzahl an weiteren pflanzlichen Drogen.

Kontakt: Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker forschungsgemeinnützige
GmbH, Abteilung Forschung und Entwicklung, Carl-Mannich-Straße 20,
65760 Eschborn, Mail:
info@zentrallabor.com

Nach oben

DER DGK-SICHERHEITSTIPP
Risiken – Produkte – Schutzvorkehrungen
Im Rahmen des Netzwerkes „IDB-Deutschland“ berichtet das Deutsche Grüne Kreuz regelmäßig über Verletzungsrisiken und empfehlenswerte Schutzvorkehrungen. *

Weihnachtsvorbereitungen – Typische Unfallgefahren vermeiden
(2.303 Zeichen)

(dgk) Jährlich erleiden 1,6 Millionen Kinder in Deutschland einen Unfall. Die meisten verunglücken nicht, wie viele glauben, auf der Straße, sondern im Haus oder direkt vor der Haustür, beim Spielen oder beim Sport. Zu den häufigsten Unfallrisiken im Kindesalter gehören Stürze, Ertrinkungs- und Erstickungsgefahren, Vergiftungen, Verbrühungen und Verbrennungen.
Mit den üblichen vorweihnachtlichen Erledigungen wie Geschenkeinkauf, Bastel- und Heimwerkeraktivitäten, der weihnachtlichen Wohnungsdekoration, dem Putzeifer, der Weihnachtsbäckerei und den Vorbereitungen des Festmahls sind besonders für Kinder zahlreiche Unfallgefahren verbunden. Daher sollten Eltern trotz der typischen Weihnachtshektik wichtige Sicherheitsvorkehrungen treffen.

  • Beim Kochen und Backen sollten sich kleine Kinder nicht in der Nähe des Herdes und Backofens aufhalten. Zur Vermeidung von Verbrühungen und Verbrennungen sind Herdschutzgitter und Backofentürsperren hilfreich.
  • Reinigungsmittel sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden, um Vergiftungen und Hautverätzungen zu verhindern. Schubladen- und Schranktürsperren bieten einen guten Schutz.
  • Beim Genuss von heißen Getränken ist Vorsicht geboten. Schon eine geringe Menge heißer Flüssigkeit kann schmerzhafte Verbrühungen verursachen.
  • Brennende Kerzen wecken bei Kindern ein großes Interesse. Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt in der Nähe der Flammen sein.
  • Auch elektrische Leitungen von Lichterketten und anderen Beleuchtungseinrichtungen sollten für Kinder unzugänglich verlegt und Steckdosen mit kindersicheren Schutzvorkehrungen versehen sein.
  • Bastelmaterial wie Klebstoff, Scheren, Perlen, Nadeln, Lacke und Kleinteile sollte nach der Bastelstunde weggeräumt und sorgsam verwahrt werden.
  • Einkaufstüten und Handtaschen können für Kinder zur Gefahr werden. Die Tragebügel können zu Stolperfallen werden, und im kindlichen Spiel stellen Plastiktüten eine Erstickungsgefahr dar. Handtaschen, in denen sich Medikamente befinden, sollten für Kinder unerreichbar sein, denn Tabletten könnten von Kindern für eine Süßigkeit gehalten werden.
  • Die Installation von Rauchmeldern sorgt für eine frühzeitige Alarmierung und bietet damit die Chance, schwelende Brände noch wirksam zu bekämpfen oder die Wohnung noch rechtzeitig zu verlassen.


„Wirksamer Schutz vor Unfällen beginnt mit der Vermeidung von Gefahren. Da für Kinder je nach Alter, Entwicklungsphase und Mobilitätsgrad unterschiedliche Unfallrisiken bestehen, ist die besondere Aufmerksamkeit der Eltern erforderlich, um kindliche Entdeckungsreisen sicher zu machen“, sagt Dr. Gabriele Ellsäßer vom Netzwerk IDB-Deutschland.

* Das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit dem Unfallgeschehen in den Lebensbereichen Haus und Freizeit, klärt über Risiken auf und entwickelt gemeinsam mit unterschiedlichen Partnerorganisationen geeignete Schutzvorkehrungen.
Auf der Grundlage einer vom Gesundheitsminister-Rat der Europäischen Union im Mai 2007 beschlossenen Richtlinie zur Verhütung von Verletzungen und deren Umsetzung in den Mitgliedsstaaten, beteiligt sich das Deutsche Grüne Kreuz an der Europäischen Strategie zur Vermeidung von Verletzungen. In einem neuen Netzwerk unter dem Titel IDB-Deutschland (IDB steht für Injury Database) kooperieren unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Gabriele Ellsäßer mehrere Kliniken und Institutionen, um datengestützt Verletzungsmuster aufzudecken und die an Verletzungsvorgängen beteiligten Produkte zu identifizieren.

Nach oben

Service

Fotos können von Redaktionen kostenlos per E-Mail angefordert weden unter: presseservice(à)kilian.de

Ansprechpartner

Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich gerne wenden an:
Gerolf Nittner, Telefon: 0 64 21 / 293 - 178, E-Mail: gerolf.nittner(à)kilian.de  
Andrea Ulrich, Telefon: 0 64 21 / 293 - 140, E-Mail: andrea.ulrich(à)kilian.de
Michaela Heck, Telefon: 0 64 21 / 293 - 155, E-Mail: michaela.heck(à)kilian.de

Nach oben

V.i.S.d.P.

Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Gerolf Nittner (verantw.)
Andrea Ulrich
Michaela Heck
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. med. Sigrid Ley-Köllstadt

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:
Deutsches Grünes Kreuz
Redaktion dgk
Im Kilian / Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 293 -140
Telefax: 0 64 21 / 2 93 - 740

Nach oben

 

Fusszeile / Impressum