DGK e.V. -Pressedient des Deutschen Grünen Kreuzes September 2007
Gesundheitsinformationen zu:
DGK, Schwangerschaft, CMV-Infektion, Cytomegalie, Gebärmutterhalskrebs, HAE. Hereditäres Angioödem, Karies, Herzinfarkt, Oralprophylaxe, Mundgesundheit, Bewegungstherapie, Broccoli, LOBBY FÜR DAS KIND, Kindervorsorge, Diabetes, Geburtsgewicht, Bluthochdruck
skip_nav

Suche

 

Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

Weitere Links finden Sie hier

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Presse / Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) / 2007 - Jahrgang 48 / dgk, Jg. 48, 9 - 2007
Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 48, 9 - 2007
In der Schwangerschaft kann eine Infektion mit dem Cytomegalie-
Virus schwerwiegende Folgen haben. Foto: stockbyte

Achtung in der Schwangerschaft
Eine CMV-Infektion kann schwerwiegende Folgen haben
(3.387 Zeichen)

(dgk) Tobias blickt stumm in die Runde. Er beobachtet gerne, redet aber nicht viel. Dass er schlecht hört, haben die Eltern zunächst nicht bemerkt. Auffällig wurde es erst in der Krabbelgruppe im direkten Vergleich mit den anderen Kindern.
Die Mutter hatte während der Schwangerschaft Erkältungssymptome, nichts Gravierendes und kaum wahrgenommen, nur leichtes Fieber, etwas Kopf- und Gliederschmerzen.
Für die Schwangere war die „Erkältung“ nicht tragisch, wohl aber für das Baby: Die werdende Mutter hatte sich während der Schwangerschaft mit dem humanen Cytomegalie-Virus (CMV) angesteckt, das diese Symptome ausgelöst hat.
Meistens jedoch merken die Infizierten gar nichts davon.

   
Das Cytomegalie-Virus gehört zu den Herpesviren. Die Erstinfektion erfolgt durch Übertragung von Körperflüssigkeiten wie Urin, Speichel, Blut, Sperma oder auch Muttermilch und verläuft häufig ganz ohne Symptome. In einigen Fällen kommt es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und einer Schwellung der Lymphknoten. Das Virus bleibt wie alle Herpesviren, z. B. das Herpes-simplex-Virus oder das Windpockenvirus, ein Leben lang im Körper und kann in bestimmten Situationen reaktiviert werden. Symptome treten dabei im Allgemeinen nicht auf, problematisch wird diese Reaktivierung aber z. B. für Menschen nach einer Organtransplantation.

Infiziert sich eine Frau erstmals während der Schwangerschaft, kann dies für das Kind in etwa 40 Prozent der Fälle schwere Folgen wie Wachstumsstörungen, Gehirnentzündungen, Leber- und Milzvergrößerungen, Schwerhörigkeit und Augenschäden haben. Manche  Symptome treten erst Jahre später auf. Mehr als 90 Prozent der infizierten Neugeborenen entwickeln dauerhafte Folgeschäden. Die Sterblichkeit liegt bei etwa 10 Prozent, 40 Kinder pro Jahr sterben daran.

Hat sich eine werdende Mutter mit dem Virus angesteckt, kann mit CMV-Immunglobulinen behandelt werden, was die Häufigkeit von angeborenen Schädigungen des Kindes deutlich verringert. Das Präparat ist zurzeit allerdings noch nicht für Schwangere zugelassen, sondern nur für transplantierte und immungeschwächte Patienten. Die Zulassung der Immunglobuline für Schwangere wird derzeit in einer Studie geprüft. Der Gynäkologe kann das Präparat aber in Absprache mit der Patientin „off label“ verabreichen, dass heißt außerhalb der Zulassung. Die ersten Behandlungen von Schwangeren mit Immunglobulinen sind sehr positiv verlaufen. Da in der Schwangerschaft keine Virustatika gegeben werden dürfen, ist diese neue Therapiemöglichkeit besonders wichtig.

Durch eine Blutuntersuchung beim Gynäkologen kann jede Schwangere feststellen lassen, ob sie mit dem Virus bereits Kontakt hatte. Trägt sie das Virus bereits in sich,  ist eine Schädigung des Kindes durch eine Reaktivierung sehr unwahrscheinlich. Ist sie negativ, sollte die Untersuchung während der Schwangerschaft etwa alle acht bis zwölf Wochen wiederholt werden. Die Kosten werden bisher allerdings nicht von den Krankenkassen übernommen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dgk.de/cytomegalie

Eine ausführliche Basispressemappe halten wir für Sie bereit:
Bestellung telefonisch unter
06421/ 293 - 120 oder per E-Mail an: anke.rabenau(à)kilian.de


Nach oben

DGK-Broschüre klärt über Cytomegalie auf

CMV – drei Buchstaben, die den meisten Menschen nichts sagen. Dennoch sind 40 bis 70 Prozent der Deutschen mit dem CytoMegalie-Virus (CMV) infiziert. Meistens verläuft die Infektion ganz unbemerkt ohne Krankheitszeichen. Bei Schwangeren kann CMV aber gravierende Auswirkungen für das Ungeborene haben. Am gefährlichsten für das Kind ist, wenn eine werdende Mutter sich erstmals mit CMV ansteckt (Erstinfektion).

Die Broschüre „Cytomegalie & Co. – Häufige Virusinfektionen in der Schwangerschaft“ informiert über alles Wissenswerte zum Thema.


Sie können sie gegen einen mit € 1,45 frankierten DIN-A5-Rückumschlag anfordern bei:

Deutsches Grünes Kreuz (DGK) e. V.
Stichwort: CMV
Schuhmarkt 4
35037 Marburg


Nach oben

Gebärmutterhalskrebs: 6.500 Neuerkrankungen,
1.700 Todesfälle jährlich

Früherkennung und Impfung bieten wirkungsvolle Vorbeugung
(5.254 Zeichen)

HPV025_500px_05.jpg
Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine generelle Impfung gegen HPV für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Foto: ZERVITA

(dgk) Bei keiner anderen Krebsart sind die Heilungschancen so hoch wie bei Gebärmutterhalskrebs – wenn er früh erkannt wird! Und das ist relativ einfach. Aber zu wenige Frauen nutzen die Möglichkeit der kostenlosen Früherkennung. Die Folge: 6.500 Neuerkrankungen und mehr als 1.700 Todesfälle jährlich. Das entspricht nach den Daten der Dachdokumentation Krebs am Robert Koch-Institut (RKI) einem Anteil von 3,2 Prozent an allen Krebserkrankungen und 1,8 Prozent an allen Krebssterbefällen bei Frauen.
Die Erkrankungshäufigkeit hängt stark vom Alter ab: Ein erster Häufigkeitsgipfel findet sich bereits bei Frauen zwischen 35 und 55 Jahren – im Vergleich zu anderen Krebsarten ein sehr frühes Erkrankungsalter. Ein zweiter Anstieg tritt im fortgeschrittenen Alter auf.

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den wenigen Krebsarten, die man schon im Vor- und Frühstadium feststellen und dann erfolgreich behandeln und heilen kann. Aber nur jede zweite Frau nutzt die Möglichkeit der Früherkennung. Und das, obwohl in Deutschland alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung haben. Die Untersuchung ist einfach und schmerzlos: Der Frauenarzt entnimmt einen Zellabstrich vom Muttermund und vom Gebärmutterhalskanal, der in einem spezialisierten Labor  auf mögliche Krebsvorstufen hin untersucht wird (Pap-Test). So können gefährliche Zellveränderungen frühzeitig erkannt und dann mit einem wenig belastenden Eingriff dauerhaft entfernt werden.

Seit der Einführung des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms im Jahr 1971 hat die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs in Deutschland um etwa zwei Drittel abgenommen. Im europäischen Vergleich ist die Erkrankungsrate allerdings immer noch relativ hoch: Schätzungen bewegen sich zwischen 10 und 13 Fällen pro 100.000 Frauen jährlich. „Ein organisiertes kostenloses Früherkennungsprogramm mit einer gezielten Einladung der Frauen in die Praxen der niedergelassenen Frauenärzte und mit festgelegten Qualitätskriterien, wie es in den meisten anderen europäischen Ländern etabliert ist, könnte in Deutschland die Zahl der Neuerkrankungen und Todesfälle noch weiter senken“, sagt der Tübinger Virologe Professor Thomas Iftner, Sprecher der Projektgruppe ZERVITA*.

Verschiedene Studien und die Praxis beispielsweise in Finnland und Schweden belegen, dass organisierte Früherkennungsuntersuchungen mit dem Pap-Test die Zahl der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs um 80 Prozent und mehr senken können. In Ländern, in denen die Abstrichuntersuchung zuvor unsystematisch („opportunistisch“) durchgeführt wurde, zeigte sich nach Einführung organisierter Reihenuntersuchungen (Screening) mit dem Pap-Test ein weiterer deutlicher Rückgang der Erkrankungshäufigkeit.

Auslöser von Gebärmutterhalskrebs sind bestimmte Typen humaner Papillomviren (HPV), die in der Regel durch sexuellen Kontakt schon in jungen Jahren übertragen werden und Schleimhautzellen am Gebärmutterhals befallen. Etwa sieben von zehn Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Meist bleibt die Infektion unbemerkt und verschwindet in der Mehrzahl der Fälle innerhalb von 6 bis längstens 24 Monaten wieder. Bekämpft das Immunsystem das Virus aber nicht erfolgreich und bleiben Infektionen mit so genannten Hochrisikotypen dieser Viren anhaltend bestehen, kann sich auf dem Weg über Vorstufen im Lauf von meist vielen Jahren Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

Mittlerweile ist eine vorbeugende Impfung gegen die Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18 möglich, die zusammen für etwa 70 Prozent der Erkrankungsfälle verantwortlich sind.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat im März eine Empfehlung für die generelle Impfung aller Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgesprochen. Am sinnvollsten ist die Impfung bereits vor dem ersten sexuellen Kontakt. Auch Mädchen zwischen 9 und 12 Jahren und Frauen, die innerhalb der Altersempfehlung der STIKO keine Impfung erhalten haben, können nach vorheriger Beratung durch den Arzt geimpft werden. Die Kosten der über 6 Monate verteilten drei Impfstoffinjektionen, die sich auf rund 465 Euro belaufen, werden für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren in der Regel von allen Krankenkassen übernommen.
 „Die vorbeugende Impfung bietet eine zusätzliche Chance, die Zahl der Neuerkrankungen zu senken, kann aber die Abstrichuntersuchung keinesfalls ersetzen, weil etwa 30 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs von anderen HPV-Typen verursacht werden“, erklärt Iftner. Nicht sinnvoll und nicht wirksam ist die Impfung mit dem Ziel, bereits vorhandene HPV-bedingte Zellveränderungen zu behandeln.

Die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge hat nun zwei wesentliche Säulen: die jährliche, kostenlose Abstrichuntersuchung (Pap-Test) zur Erkennung von Zellveränderungen und die vorbeugende Impfung gegen HPV 16 und 18, den Hauptverursachern von Gebärmutterhalskrebs.

  • Der Informationsflyer „Gebärmutterhalskrebs – Früherkennung und Vorbeugung“ kann kostenlos gegen Portoerstattung angefordert werden bei:
    ZERVITA-Pressestelle
    Deutsches Grünes Kreuz e. V.
    Im Kilian, Schuhmarkt 4
    35037 Marburg
    Fon 06421 293 152 / -173
    Fax 06421 293 752 / -773
    E-Mail:
    zervita-presse(à)kilian.de oder online unter www.zervita.de

*In der 2006 gegründeten interdisziplinären Projektgruppe ZERVITA haben sich Vertreter zahlreicher wissenschaftlicher Fachgesellschaften, Berufsverbände und Krebsorganisationen dem Ziel verpflichtet, für die Öffentlichkeit und medizinische Fachkreise qualitativ hochwertige und einheitliche Informationen zu Gebärmutterhalskrebs und dessen Ursachen sowie zu Früherkennungs- und Vorsorgemöglichkeiten zu entwickeln und breit zugänglich zu machen. Für individuelle Informationen zu Gebärmutterhalskrebs steht als Projektpartner der Krebsinformationsdienst KID unter der Rufnummer 0800-420 30 40 täglich von 8 bis 20 Uhr zur Verfügung. Die ZERVITA-Geschäftsstelle ist im Institut für Frauengesundheit Baden-Württemberg in Tübingen (IFG) (www.ifg-baden-wuerttemberg.de) angesiedelt.


Hinweis: Das verwendete Foto steht im Zusammenhang mit einer Veröffentlichung dieser Pressemitteilung zum kostenlosen Download zur Verfügung auf
  www.zervita.de
Redaktionen können das Foto auch kostenlos per E-Mail anfordern unter zervita-presse(à)kilian.de


Nach oben

„Heute weiß ich, was Leben heißt”
Zu häufig unerkannt: HAE (Hereditäres Angioödem)
(4.724 Zeichen)

HAE-Patienten wissen oft nicht, woran sie erkrankt sind. Lange Jahre bleiben sie ohne Diagnose und Therapie - mit verheerenden Folgen.
Foto: © foto.fritz - fotolia.com

(dgk - 9/2007) HAE-Patienten leiden oft lange, bis sie die richtige Therapie erhalten. Unnötigerweise, denn die Krankheit lässt sich problemlos diagnostizieren. Und behandelt werden kann sie auch. Nur: Das Wissen darüber ist wenig verbreitet – bei Betroffenen wie bei Ärzten.

„Seitdem ich richtig behandelt werde, weiß ich überhaupt erst, was Leben heißt!“, sagt Gudrun K.. Mehr als 30 Jahre lang wusste sie es nicht. Denn so lange litt sie immer wieder an Schwellungen im Gesicht, an Händen und Füßen. Vor allem quälten sie Bauchschmerzen mit heftigem Erbrechen und Durchfall. Eine Attacke verschwindet langsam von selbst, kommt aber wieder: bei Gudrun K. drei Mal die Woche. Erst 1998, als sie 37 Jahre alt war, wurde die richtige Diagnose gestellt und die richtige Therapie eingeleitet.

Die Kioskbesitzerin aus Norddeutschland ist kein Einzelfall. Auch Claus D. leidet an Magen-Darm-Attacken, auch er wurde lange Zeit gar nicht oder falsch therapiert. So schwer können solche Attacken sein, dass ein normales Alltagsleben nicht mehr möglich ist. „Ich habe mich kaum noch in die Öffentlichkeit getraut“, sagt der 51-jährige Angestellte rückblickend. Gudrun K. fiel irgendwann in eine schwere Depression.

Krankheit mit Todesgefahr
Die Krankheit, die Claus D. und Gudrun K. erfasst hat, ist selten und heißt HAE (Hereditäres Angioödem). Es kommt zu Schwellungen an den Schleimhäuten der inneren Organe oder an den Extremitäten. „Einmal“, beschreibt Gudrun K., „schwollen mein Gesicht und mein Hals so stark an und zu, dass ich kaum mehr Luft bekam.“ Sie hatte Todesangst. Die Schwellung ging zurück – die Angst aber blieb. Und auch diese Schwellung kehrte wieder. „Die ganze Zeit war so furchtbar, ich möchte am liebsten gar nicht mehr daran denken“, so die 46-Jährige heute. In Deutschland weiß man von etwa 1.000 HAE-Patienten, Experten schätzen die Dunkelziffer auf rund 5.000. Schwellungen im Kehlkopfbereich können den Erstickungstod zur Folge haben; etwa 30 bis 50 Prozent der Todesfälle bei unbehandelter HAE sind darauf zurückzuführen.

„Ich musste um die Therapie kämpfen“
Häufig wird die Krankheit falsch diagnostiziert: als Allergie, als Erkrankung der Bauchhöhle. „Mit neun Jahren bekam ich den Blinddarm herausgenommen“, erzählt Gudrun K., „später wegen der Schwellungen Cortison – was natürlich alles gar nichts genutzt hat.“ Doch selbst wenn HAE mittels einer Blutuntersuchung endlich festgestellt worden ist: die richtige Therapie zu bekommen ist nicht immer einfach. Denn das zurzeit einzige wirksame Medikament zur Behandlung akuter Attacken kennen, wie die Krankheit selbst, nur wenige Ärzte. „Ich musste regelrecht darum kämpfen, es zu bekommen“, sagt Claus D., eine Situation, die auch anderen Betroffenen vertraut ist.

Erbkrankheit und Enzymmangel
HAE ist eine Erbkrankheit. Ein Enzym – das Eiweiß C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH) – wird bei den meisten Betroffenen nur vermindert oder gar nicht gebildet. Andere haben es zwar in normaler Häufigkeit im Blutplasma, jedoch funktioniert es nur eingeschränkt. Die Folge sind physiologische Fehlsteuerungen, die zu den Schwellungen führen. Es gibt keine speziellen Auslöser; Stress, Infektionen, kleinere Verletzungen oder anderes können ihr Entstehen aber  provozieren.

Gibt es Hilfe?
Weil Claus D. nach der HAE-Diagnose nicht richtig behandelt wurde, wandte er sich an die HAE-Vereinigung e. V. „Hier empfahl man mir Spezialisten am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main“, schildert der Potsdamer. „Ich erhielt endlich die richtige Therapie und eine umfassende Betreuung. Ich würde jedem Patienten raten, sich an Experten zu wenden; die erfährt man über die HAE-Vereinigung.“ Auch Gudrun K. wandte sich nach Frankfurt: „Ich fühle mich da sehr gut aufgehoben und ernst genommen, das erste Mal in meinem Leben.“ Beide Patienten werden mit einem C1-Esterase-Inhibitor-Konzentrat behandelt. Es wird intravenös bei Ausbruch einer Attacke gegeben. Diese endet dann relativ schnell, das Ödem bildet sich zurück.
HAE ist nicht heilbar. „Man muss mit der Krankheit leben und sein Leben darauf einstellen“, fasst Claus D. zusammen, „doch die geeignete Therapie löst die körperlichen Probleme. Und natürlich soziale: Ich kann wieder häufiger unter Menschen gehen.“ Für Gudrun K. ist die Therapie lebensrettend; sie fügt hinzu: „Seitdem ich richtig behandelt werde, weiß ich erst, wie gut es einem gehen kann – ich wusste ja bis dahin gar nicht, was das eigentlich ist: es geht einem gut."

 

HAE im Überblick: Symptomatik, Diagnostik, Therapie

Beim „Hereditären Angio-Ödem“ (Ödem = Schwellung, hereditär = erblich, Angio = Gefäß) entstehen Haut- und Schleimhautschwellungen. Über 70 Prozent der Ödeme sind Schwellungen an Schleimhäuten innerer Organe. Sind Magen und Darm betroffen, kommt es zu Bauchkrämpfen, Erbrechen und Durchfall. Schwellungen an Gesicht, Hals, den Extremitäten, an Genitalien und Gesäß jucken selten, sind farblos bis weiß oder leicht gerötet und können sehr schmerzhaft sein. Die Ödeme bilden sich nach einigen Stunden oder nach zwei bis fünf Tagen von selbst wieder zurück. Sie kehren wieder, oft ohne Vorwarnung und in extremen Fällen mehrmals wöchentlich.

Eine Blutuntersuchung zeigt, ob zu wenig C1-INH (ein Eiweiß) im Blut ist. Der Spiegel liegt normalerweise bei 80 bis 120 Prozent, bei HAE-Patienten bei weniger als 50 Prozent.
Ob eine Funktionsstörung des C1-INH vorliegt, kann ebenfalls festgestellt werden.
Ein Konzentrat, das dem Blut des Patienten das fehlende Eiweiß zuführt, stoppt akute
Attacken.

Selbsthilfegruppe: HAE-Vereinigung e. V., www.schwellungen.de


Nach oben

AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Karies: Behandlungsalternativen für ängstliche Kinder und Senioren

(3.139 Zeichen)

Wird Karies früh erkannt, ist in vielen Fällen eine alternative Behandlung beispielsweise mit Ozon und anschließender Intensivfluoridierung möglich. Foto: KaVo Dental GmbH

(dgk) Vorbeugung, die frühe Erkennung und schonende, Zahnsubstanz erhaltende Behandlung von Zahnerkrankungen stehen im Fokus der modernen Zahnheilkunde. Im Zuge dieser Entwicklung gewinnen alternative Behandlungsmethoden immer mehr an Bedeutung. Bei der Therapie von Karies – insbesondere, wenn sie sich in einem frühen Stadium oder an empfindlichen Stellen wie freiliegenden Zahnhälsen (Wurzelkaries) befindet – muss nicht automatisch der von vielen Menschen gefürchtete Bohrer zum Einsatz kommen.

Wird eine Karies früh erkannt, noch bevor ein Loch entstanden ist, kann sie in den meisten Fällen ohne Bohren behandelt werden. Ziel der Behandlung ist es, ein weiteres Voranschreiten der Karies zu verhindern und die Heilung der Zahnoberfläche durch die Einlagerung von Mineralien, die dem Zahn bei einer Karies entzogen werden, zu unterstützen. Dazu werden üblicherweise hochkonzentrierte Fluoridpräparate auf den Zahn aufgetragen.

Zurzeit wird untersucht, ob die in der „aufgeweichten“ Zahnsubstanz befindlichen Kariesbakterien zunächst durch die Einwirkung von Ozon abgetötet werden können, um die Wiedererhärtung der Zahnsubstanz zusätzlich positiv zu beeinflussen. Studien (1) geben mittlerweile vielversprechende Hinweise, dass durch die schmerzlose Anwendung von Ozon in Verbindung mit einer intensiven Fluoridierung insbesondere ängstliche Kinder erfolgreich behandelt werden können.
Auch bei der Behandlung älterer Patienten ist die Ozonbehandlung eine mögliche Alternative zum herkömmlichen Bohren und Füllen kariöser Zähne. Bei Senioren wurde die Wirksamkeit von Ozon vor allem zur Behandlung von Wurzelkaries in Studien (2) nachgewiesen. Wurzelkaries nimmt heutzutage mit steigendem Alter deutlich zu, wie Ergebnisse der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) belegen.       

„Über den Einsatz dieser alternativen Behandlungsformen, die abhängig von der jeweiligen Mundsituation, dem Ausmaß der Erkrankung und dem Mundhygiene-Verhalten des Patienten sind, muss der Zahnarzt allerdings individuell entscheiden“, erklärt Professor Thomas Attin, Direktor der Klinik für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie der Universität Zürich. In jedem Fall setzen sie voraus, dass die zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen regelmäßig wahrgenommen werden: zum einen, um eine Karies möglichst früh zu erkennen, zum anderen, um den Heilungsprozess nach einer alternativen Behandlungsform zu überwachen.

Durch eine sorgfältige und regelmäßige Zahn- und Mundhygiene zu Hause ist es jedoch in jedem Alter möglich, Zahn- und Munderkrankungen erst gar nicht entstehen zu lassen. Auch dazu tragen die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in der zahnärztlichen Praxis zweimal jährlich bei. Abhängig vom individuellen Erkrankungsrisiko können zudem professionelle Zahnreinigungen notwendig sein, um die Entstehung von Karies zu vermeiden. Dabei entfernen der Zahnarzt oder sein Prophylaxe-Assistentin alle bakteriellen Beläge von den Zahnoberflächen. Diese bakteriellen Beläge (Plaque) sind zusammen mit Zucker die Hauptauslöser von Karies. Darüber hinaus geben der Zahnarzt und sein Team wertvolle Tipps zur individuellen Zahn- und Mundpflege.  
Weitere Informationen auf www.rundum-zahngesund.de
Detailliertere Informationen zu alternativen Behandlungsformen auf www.der-gesunde-zahn.net

Literatur
(1) J.E. Dahnhardt, T. Jaeggi, A. Lussi – Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin, Universität Bern, Schweiz, Am J Dent 2006, 19: 267-270

(2) J Holmes: Clinical reversal of root caries using ozone, doubleblind, randomised, controlled 18-month trial; Gerodontology 2003: 20 (2). 106-114



Nach oben

Herzinfarkt kann vererbbar sein
Wissenschaftler entdeckten Gene, die das Risiko für koronare Krankheiten erhöhen
(4.053 Zeichen)

(dgk) In Deutschland erleiden jedes Jahr schätzungsweise 280.000 Menschen einen Herzinfarkt, über 60.000 Menschen sterben an einem akuten Infarkt. Neben bekannten Risikofaktoren wie Alter, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Zigarettenrauchen oder Übergewicht spielen offenbar vererbbare Risikofaktoren eine erhebliche Rolle bei der Entstehung der zum Infarkt führenden Erkrankung. Das belegen neue Studien, an denen auch deutsche Wissenschaftler beteiligt sind.

Erst seit wenigen Monaten ist die gleichzeitige Analyse von 500.000 über das gesamte Genom verteilten Genvarianten, so genannter SNPs (Single nucleotide polymorphism), technisch durchführbar. Diese neue Methode hat die Suche nach vererbbaren Krankheitsursachen geradezu revolutioniert: In kurzer Folge wurde in jüngster Zeit über die Identifikation bislang unbekannter Gene bzw. Genabschnitte berichtet, die für Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Brustkrebs, Prostatakrebs, Fettsucht oder Gallensteine verantwortlich sind.

Ein vom Nationalen Genomforschungsnetzwerk (NGFN) und der EU finanziertes Konsortium unter Führung der Universität Lübeck hat vor kurzem die bislang umfassendste Analyse zur Vererbung des Herzinfarkts im „New England Journal of Medicine" veröffentlicht (18. Juli 2007). Dabei wurden völlig neue und besonders risikobehaftete Erbfaktoren identifiziert.

Die NGFN-Wissenschaftler analysierten zusammen mit deutschen, britischen und französischen Kollegen die genetischen Daten von knapp 3.000 Patienten und 4.500 gesunden Probanden aus zwei unabhängigen genomweiten Analysen zu koronarer Herzkrankheit und Herzinfarkt. Es handelt sich um die derzeit größte publizierte Studie dieser Art.

Die Forscher ermittelten dabei mehrere Regionen auf den Chromosomen, die allein oder im Zusammenspiel mit anderen das Risiko für koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt erhöhen können. Das menschliche Erbgut besteht aus insgesamt 23 Paaren von Chromosomen. „Wir analysierten kleine Varianten im Erbgut, sogenannte SNPs (Single nucleotide polymorphism). Bei diesen genetischen Mutationen ist jeweils nur ein einzelner Gen-Buchstabe an einer bestimmten Stelle des Erbguts verändert“, erklärt Dr. Jeanette Erdmann, Leiterin des molekulargenetischen Labors der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. „Eine dieser genetischen Varianten, die sich in einem bestimmten Bereich des Chromosoms 9 befindet, verdoppelt das Herzinfarktrisiko, wenn beide Kopien des Chromosoms betroffen sind“, so Erdmann.

Insgesamt fanden die Forscher nach Angaben von Professor Heribert Schunkert, Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, auf unterschiedlichen Chromosomen sieben genetische Varianten, die das Herzinfarktrisiko jeweils um etwa 20 bis 30 Prozent erhöhen. „Das zeigt, wie ungeheuer komplex Herzerkrankungen sein können“, betont Schunkert.

Bei einer genetischen Variante auf Chromosom 2 konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Herzinfarktrisiko, das von dieser Mutation ausgeht, auch von zusätzlichen Faktoren abhängt wie zum Beispiel Übergewicht oder Bluthochdruck. Diese Krankheit ist also nicht nur genetisch bedingt – eine gesunde Lebensweise ist und bleibt eine gute Vorsorgestrategie.

Wie die Gene im Einzelnen die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit beeinflussen, ist weitgehend noch unbekannt. In einem Fall scheint eine Variante des Lipoprotein-Lipase-Gens vorzuliegen, was den Risikofaktor Cholesterin verstärken könnte. In anderen Fällen vermuten die Wissenschaftler Gene, die das Zellwachstum und die Zellteilung stimulieren. Von der näheren Charakterisierung dieser Gene erhoffen sich die Forscher weitere Erkenntnisse.

Professsor Christian Hengstenberg, Kardiologe aus Regensburg und Mitautor der Arbeit, vermutet, dass genetische Ursachen jeden fünften Herzinfarkt erklären könnten. Es werde in Zukunft wesentlich genauer möglich sein, das Risiko für einen Herzinfarkt abzuschätzen. Und es wächst die Hoffnung, neue Entstehungsmechanismen für den Herzinfarkt zu finden und damit Medikamente zu entwickeln, die diesen verhindern können.

Quellen:
www.journalmed.de, 19.7.2007, Erbliche Grundlagen für die koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt/ Identifizierung von Hochrisiko-Personen möglich, www.journalmed.de

Deutsches Ärzteblatt, 19.7.2007, Neue Gene für Herzinfarkt und ruhelose Beine, www.aerzteblatt.de

Pressemitteilung des Nationalen Genomforschungsnetzes, 19.7.2007, Genetische Ursache für Herzinfarkt entdeckt, http://www.ngfn.de/18_834.htm

Genomewide Association Analysis of Coronary Artery Disease, in: The New England Journal Of Medicine, July 2007 (N Engl J Med 10.1056/NEJMoa072366), abstract: http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/357/5/443


Nach oben

MELDUNGEN

Moderne Oralprophylaxe erleben

Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P) wieder auf Tour
(2.130 Zeichen)

(dgk) Die Mundgesundheit steht in einer engen Wechselbeziehung zur Gesundheit des ganzen Körpers. Sie ist eine entscheidende Voraussetzung für Wohlbefinden und Lebensqualität bis ins hohe Alter, erhält die Leistungsfähigkeit und ist damit ein wichtiger Faktor in der ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge. Gerade im Berufsleben sind Gesundheit und Leistungsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Zudem sind abhängig vom Lebensalter unterschiedliche Risikofaktoren für die Zahn- und Mundgesundheit zu berücksichtigen, die spezielle Prophylaxemaßnahmen erfordern.

Umfangreiche Informationen und eine kostenfreie, individuelle Prophylaxeberatung rund um die Zahn- und Mundgesundheit bietet das Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P) der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. während einer Tour im Herbst. Zahnärzte machen auf Basis von Beobachtungen und Befragungen, unterstützt durch moderne Diagnostika, eine Momentaufnahme der persönlichen Zahn- und Mundsituation. Sie bildet die Grundlage für eine individuelle Prophylaxeberatung und die anschließende Aufklärung über geeignete Prophylaxehilfsmittel und Anwenderschulung durch Dentalhygienikerinnen.

Die Stationen im September:

  • A+A 2007, Internationale Fachmesse für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Düsseldorf, 18. bis 21. September 2007, B.A.D.-Messestand, Halle 5, Stand F05 (nur für Fachbesucher)
  • Tag der Zahngesundheit 2007, Thema „Zahngesundheit im Alter“, 25. September 2007, DuMont-Carré Köln, Breite Straße 80 - 89, Beratung von 10 bis 20 Uhr, in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln – Gesundheitsamt – und der Uniklinik Köln, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Der Aktionstag wird unterstützt von Kuraray Europe GmbH, Straumann GmbH, Wrigley Oral Healthcare Programs und der Ernst-Wendt-Stiftung.

Für alle, die nicht live bei den IM&P-Aktionen dabei sein können, bieten die aktualisierten und neu aufgelegten Drucksachen der Sektion Zahngesundheit wissenschaftlich fundierte Verbraucherinformationen rund um die Zahn- und Mundgesundheit.

Die Informationsbroschüre „Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem Alter“ und der Informationsflyer „rundum zahngesund – Infos, Tipps und Adressen“ können gegen Portoerstattung kostenfrei angefordert werden bei:

Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Sektion Zahngesundheit
Im Kilian, Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel. 06421 293-40
Fax 06421 293-719
E-Mail: zahngesund(à)kilian.de
online:
www.rundum-zahngesund.de


Nach oben

Wenn Stress Körper und Seele belastet
Im Oktober bundesweite Aktionstage zur Konzentrativen Bewegungstherapie
(1.566 Zeichen)

(dgk) „Stress ist nicht zu vermeiden – seine krankmachenden Folgen schon!“ Unter diesem Motto organisiert der Deutsche Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie (DAKBT) vom 6. bis 21. Oktober 2007 erstmals bundesweite Aktionstage.

Die Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) ist eine körperorientierte, psychotherapeutische
Methode. Durch Bewegung und Wahrnehmung am eigenen Körper soll psychisches Erleben neu erfahren und verstanden werden. Dabei geht die KBT von der Grundannahme aus, dass sich Wahrnehmung aus gegenwärtigen Sinnesempfindungen und den bisherigen Erfahrungen zusammensetzt. So nutzt die Konzentrative Bewegungstherapie Wahrnehmung und Bewegung als Grundlage des Handelns, Fühlens und Denkens.
Im konzentrativen Sich-Bewegen und Sich-Wahrnehmen werden Erinnerungen reaktiviert, die im Laufe des Lebens ihren Körperausdruck in Haltung und Verhalten gefunden haben. Gesunde Anteile sowie auch Störungen können durch die Konzentrative Bewegungstherapie direkt erlebbar und bearbeitet werden. Bei Hemmungen und Blockaden oder Stressproblemen lassen sich so neue Wege und individuelle Lösungen entwickeln.

Deutschlandweit sind die KBT-Therapeuten seit 1977 im Deutschen Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie (DAKBT) organisiert.

Während der ersten KBT-Aktionstage vom 6. bis. 21. Oktober werden bundesweit über 100 Veranstaltungen angeboten: Vorträge, Veranstaltungen mit praktischer Einführung in die
Arbeitsweise der KBT, Schnuppertage in ambulanten KBT-Praxen, Probestunden und telefonische Einzelsprechstunden.
Das Angebot richtet sich an alle, die sich für ihr privates und berufliches Leben einen gesünderen Umgang mit belastenden Situationen wünschen, sowie an alle im Gesundheitsbereich Tätigen. Das bundesweite Programm findet man auf www.dakbt.de.


Nach oben

DER REINBEISSER DES MONATS SEPTEMBER
Broccoli

Der „italienische Spargel“ ist vielfältig verwendbar, nährstoffreich und lecker
(3.218 Zeichen)

(dgk) Er wächst ähnlich wie Blumenkohl, ist aber tiefgrün bis blaugrün und irgendwie ganz anders: der Broccoli. Nur wenige Gemüse sind so vielfältig einsetzbar wie die Blütenstände und Stängel des italienischen Spargels, wie der Broccoli auch genannt wird. Roh und gekocht, als Salat, als Beilage zu Fleischgerichten, in Aufläufen, auf Pizzen oder als Schaumsüppchen –  Broccoli ist nicht nur schmackhaft, sondern auch optisch ein Hochgenuss.

Der Broccoli stammt aus Kleinasien, gelangte aber schon früh nach Europa. Die alten Römer kannten bereits die Vorzüge dieses Gemüses. Im 16. Jahrhundert beheimatete die aus Italien stammende französische Königin Katharina von Medici den Broccoli in Frankreich. Auch im übrigen Europa wurde die Pflanze bekannt, aber nördlich der Alpen nicht angebaut, weil sie nicht winterfest war. Inzwischen ist Broccoli ganzjährig verfügbar. Deutsche Röschen werden von Juni bis November angeboten.

Broccoli ist besonders reich an Vitamin C. Aber auch bei den anderen Vitaminen liegt das Gemüse mindestens im Mittelfeld. So ist der Gehalt an Vitamin A beachtlich. Auch Vitamin B2 ist reichlich enthalten. Genauso wichtig ist Broccoli aber auch für die Mineralstoffversorgung. Das grüne Gemüse enthält reichlich Kalium und Kalzium, Magnesium und trägt außerdem zur Jodversorgung bei – ein Spurenelement, an dem es in Deutschland mangelt. Für die übrigen Spurenelemente wie Mangan, Kupfer und Zink ist Broccoli ebenso ein wichtiger Lieferant. Meist wird das Gemüse gegart. Die Nährstoffverluste können dabei enorm sein. Sehr schonend ist das Dampfgaren, das auch die sekundären Pflanzenstoffe im Broccoli erhält.

Wegen des hohen Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen, besonders an Flavonoiden, wird dem Broccoli auch eine heilende Wirkung zugeschrieben. Er soll den Magenkeim Helicobacter pylori und seine schädliche Wirkung auf das Verdauungssystem bekämpfen. Außerdem soll er Infektionen des Urogenitaltraktes (zum Beispiel Blasenentzündung) vorbeugen.

Beim Broccoli schmeckt nicht nur der noch geschlossene Blütenstand. Auch die Stängel und zarten Blätter sind ein Genuss. Aber frisch muss er sein. Zur Beurteilung der Frische reicht ein Blick auf Farbe und Form: Die Blütenstände sollen noch geschlossen und saftig grün sein. Tritt eine gelbliche Verfärbung des Broccolis auf, ist er überlagert. Um die Blütenstände frisch zu halten, wird Broccoli meist in Frischhaltefolie verpackt. Die Folie erhält dem Gemüse die Feuchtigkeit. Nach dem Einkauf sollte Broccoli schnell verarbeitet werden. Im Kühlschrank hält sich das Gemüse in Folie verpackt und im Gemüsefach gelagert etwa zwei Tage ohne größere Nährstoffverluste. Broccoli kann auch gut im Tiefkühlfach aufbewahrt werden.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann gleich mit unserem Rezept-Tipp loslegen.



Der Salat aus Romanesco und Broccoli schmeckt auch zu Kurzgebratenem oder Gegrilltem.  Foto: Miele


Hinweis an die Redaktionen:
Abdruck bei Fotovermerk Miele honorarfrei



Broccoli-Romanesco Salat

Zutaten für 4 Portionen
250 g Romanesco
250 g Broccoli
3 EL Essig
2 EL Olivenöl
2 TL Senf
1 Becher Schmand
Salz, Pfeffer
Zucker
1 Paket gemischte Tiefkühl-Kräuter
1 Handvoll zerkleinerter Walnüsse oder Croutons

Zubereitung
Romanesco in kleine Röschen zerteilen und in einen ungelochten Garbehälter geben. Für zwei Minuten bei 100°C im Dampfgarer garen. In der Zwischenzeit den Broccoli in Röschen teilen und anschließend zum Romanesco in den Dampfgarer geben. Beide Gemüse für 6 Minuten bei 100°C garen. Steht kein Dampfgarer zur Verfügung, in zwei Töpfen jeweils Salzwasser zum Kochen bringen und die Gemüse getrennt garen (Romanesco etwa 8 Minuten, Broccoli etwa 6 Minuten).
In der Zwischenzeit aus den übrigen Zutaten eine Sauce herstellen. Die Tiefkühlkräuter dazu geben und das noch warme Gemüse unter die Sauce heben. Mit Walnüssen/Croutons bestreuen.

Tipp: Das Rezept können Sie auch im Internet bei www.miele-reinbeisser.de oder unter www.dgk.de herunterladen.




Nach oben

DIE INITIATIVE „LOBBY FÜR DAS KIND“ INFORMIERT

Vorsorge-Untersuchungen für eine gesunde Zukunft des Kindes

Kinderärzte überprüfen altersgemäße Entwicklung
(4.579 Zeichen)

Im Rahmen der U-Untersuchungen wird die Entwicklung des Babys überprüft. Foto: fotolia.com

(dgk) Die Früherkennung von Krankheiten oder von Entwicklungsstörungen bei Säuglingen und Kindern in den ersten Lebensjahren hat einen hohen Stellenwert. Denn je früher Störungen erkannt werden, desto erfolgversprechender ist die Behandlung und desto größer die Chance des Kindes auf eine gesunde Entwicklung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten.

Die neun Früherkennungsuntersuchungen (U1 bis U9) für Kinder sind ein freiwilliges Angebot, dessen Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Bereits am Tag der Geburt findet die erste Untersuchung statt, die letzte im Vorschulalter. Der Kinderarzt überprüft dabei die altersgerechte Entwicklung des Kindes und trägt die Ergebnisse in ein gelbes Untersuchungsheft für Kinder ein. Dieses sollte gut aufbewahrt und zu jeder Untersuchung, bei der die Eltern anwesend sein dürfen, mitgebracht werden.

U1: am Tag der Geburt
Der wichtigste Bestandteil der ersten Untersuchung ist der so genannte APGAR-Test, bei dem Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen und Reflexe des Neugeborenen überprüft werden. Er wird von der Hebamme oder dem Frauenarzt bei dem Kind jeweils eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt durchgeführt. Auch das Wiegen sowie die Messung der Körperlänge und des Kopfumfangs ist Teil der U1.

U2: dritter bis zehnter Lebenstag
Bei dieser Basisuntersuchung, die idealerweise am 5. Lebenstag stattfinden sollte, wird das Blut des Säuglings auf angeborene Stoffwechselkrankheiten hin untersucht. Dazu entnimmt der Kinderarzt aus der Ferse des Babys nur wenige Topfen Blut. Es wird außerdem erneut gemessen und gewogen, die Organe werden abgetastet und Herz, Lunge und die Hüften gründlich untersucht. Der Arzt kontrolliert zudem den Darmausgang, die Geschlechtsorgane und nochmals die Reflexe.

U3: vierte bis sechste Lebenswoche
Im Rahmen der U3 untersucht der Kinderarzt alle Körper- und Organfunktionen und testet Hör- und Sehvermögen. Gründlich überprüft wird auch das Skelettsystem, insbesondere Kopf und Fontanellen. Besondere Aufmerksamkeit widmet der Arzt nochmals den Hüften des Babys. Erkennt er auf der Ultraschallaufnahme des Hüftgelenks eine Fehlstellung, wird er eine Spreizbehandlung oder Krankengymnastik empfehlen.

U4: dritter bis vierter Monat
Neben der allgemeinen Überprüfung von Gewicht und Größe widmet sich die U4 besonders der körperlichen Entwicklung des Kindes. Der Kinderarzt stellt fest, wie gut das Baby bereits seinen Körper beherrscht. Dazu gehört, ob es seinen Kopf alleine halten kann, wenn es aus der Rückenlage hochgezogen wird, ob es Gegenständen und Menschen nachschaut und ob es nach Dingen greift.

U5: sechster bis siebter Monat
Bei dieser fünften Untersuchung geht es zum einen um die allgemeine körperliche Verfassung, bezogen auf Haut, Knochen, Organe, Muskeln, Reflexe, Größe und Gewicht. Zum anderen interessiert sich der Kinderarzt für die altersgemäße Entwicklung des Babys: Kann es seinen Kopf gut kontrollieren? Dreht es sich aus der Rückenlage von alleine auf den Bauch oder die Seite? Bildet es bei seinen Lauten bereits einfache Silbenketten? Auch die Augen sind erneut Gegenstand der Untersuchung.

U6: zehnter bis zwölfter Monat
Wie bei der vorangegangenen Untersuchung kontrolliert der Kinderarzt bei der U6 die körperliche Entwicklung und den körperlichen Zustand des Kindes. Zudem werden beispielsweise folgende Fähigkeiten getestet: Kann das Kind sitzen? Greift es gezielt? Zieht es sich zum Stehen hoch? Kennt es seinen Namen? Mag es Wort- und Fingerspiele? Zudem stellt der Arzt den Eltern Fragen nach den Ernährungsgewohnheiten ihres Babys.

U7: 21. bis 24. Monat

Da Kleinkinder in dieser Lebensphase meist ihre erste Trotzphase durchmachen, brauchen Eltern und Kinderarzt für diese Untersuchung viel Zeit und Geduld. Das Kind wird körperlich untersucht, und die Zähne werden kontrolliert. Die geistige und körperliche Entwicklung wird anhand folgender Fragen beurteilt: Spricht das Kind Sätze mit zwei Wörtern? Kann es mittels Festhalten am Geländer aufrecht eine Treppe hochsteigen? Schläft es durch? Meldet es volle Windeln? Isst es mit Gabel oder Löffel?

U8: dreieinhalb bis vier Jahre
Bei der U8 erfolgt erneut eine körperliche Untersuchung von Kopf bis Fuß. Durchgeführt wird diesmal auch wieder ein Seh- und Hörtest, und das Sprechen wird überprüft. Mit Hilfe einer Urinprobe können Harnwegsinfektionen festgestellt werden. Wichtig ist nun die Kontrolle des kindlichen Verhaltens: Spielt das Kleinkind mit anderen? Kann es sich von seiner Mutter trennen? Wie lange kann es sich mit Spielzeug alleine beschäftigen? Ist es tagsüber trocken?

U9: fünf bis fünfeinhalb Jahre
Bei dieser Vorschuluntersuchung kontrolliert der Kinderarzt die körperliche Gesundheit sowie Größe und Gewicht. Er versucht Fehlentwicklungen zu entdecken, die vor dem Schuleintritt noch behoben oder behandelt werden können. Von besonderem Interesse sind die Sprachentwicklung, die Feinmotorik und die Koordinationsfähigkeit der Vorschüler. Der Arzt möchte wissen, ob das Kind bis zehn zählen und Entfernungen grob abschätzen kann, ob es ein ungefähres Zeitgefühl hat sowie den eigenen Namen und seine Adresse kennt.

Um die weitere körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu beobachten und positiv zu beeinflussen, bieten Kinder- und Jugendärzte weitere Vorsorgeuntersuchungen nach dem sechsten Lebensjahr des Kindes an.

Hinweis für Redaktionen:

LOBBY FÜR DAS KIND hat sich die Information von (werdenden) Eltern über die Gesundheit ihres Kindes im Mutterleib und in der ersten Lebensphase zum Ziel gesetzt. In den letzten Monaten haben wir Sie mit Themen rund um eine gesunde Schwangerschaft und Geburt versorgt. Im zweiten Teil der Kampagne werden wir Sie nun in den nächsten Monaten über das gesunde Wachsen und Gedeihen des Kindes in der ersten Lebensphase informieren.  
Die Initiatoren dieser Kampagne sind die Initiative des Kinderzentrums München, die Klinik für Geburtsmedizin der Charité Berlin, die Stiftung für das behinderte Kind und das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK).
Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.
Internet:
www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: Lobby.kind(à)kilian.de



Nach oben

NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)
Niedriges Geburtsgewicht erhöht Risiko für Diabetes und Bluthochdruck

(2.813 Zeichen)

(dgk/DDZ) Es ist schon länger bekannt, dass Babys mit geringem Körpergewicht im späteren Leben häufig eine verminderte Glukoseregulation entwickeln. Auch weisen sehr kleine Frühgeborene mit einem Gewicht unter 1.500 Gramm oft eine verminderte Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) in der Kindheit auf. Hält dieser beeinträchtigte Glukosestoffwechsel bis ins Erwachsenenalter an, ist dies als erhöhtes Risiko für einen Diabetes mellitus zu werten. Finnische Wissenschaftler haben bei jetzt jungen Erwachsenen, die mit sehr geringem Geburtsgewicht auf die Welt gekommen sind, Glukosetoleranz, Insulinempfindlichkeit, Blutfette und Blutdruck untersucht.

Für die im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie wurden 163 junge Erwachsene, die zwischen 1978 und 1985 mit niedrigem Geburtsgewicht geboren wurden, untersucht: Es wurde ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT) durchgeführt, Blutglukose sowie Insulin zum Testbeginn und nach zwei Stunden gemessen. Als Kontrollgruppe wurden 169 Personen untersucht, die termingerecht und mit normalem Gewicht auf die Welt kamen. Hinsichtlich Alter, Geschlecht und Geburtsort waren die Gruppen vergleichbar. Bei 150 Untersuchten mit sehr niedrigem Geburtsgewicht und 136 Personen der Kontrollgruppe wurde die Körpermasse mittels einer speziellen Methode, der DEXA (Dual-energy X-Ray Absorptiometrie) bestimmt. Gemessen wurde so auch die sogenannte „Lean Body Mass“, die fettfreie Körpermasse.

Die Studie ergab, dass Probanden, die mit sehr niedrigem Gewicht auf die Welt kamen, gegenüber den Kontrollpersonen einen Anstieg von 6,7 Prozent der Glukosekonzentration im 2-Stunden-Wert des OGTT hatten, ebenso eine um 16,7 Prozent erhöhte Insulinkonzentration, einen Anstieg um 40 Prozent der Insulinresistenz nach zwei Stunden und einen Anstieg des systolischen Blutdrucks um 4,8 mmHg. Auch durch das Adjustieren auf den geringen Body Mass Index (BMI) in der Gruppe mit dem geringen Geburtsgewicht wurde dieser Effekt nicht abgeschwächt.

Fazit: Wer mit einem sehr niedrigem Gewicht geboren wird, hat öfter eine höhere Insulinresistenz, gestörte Glukosetoleranz und einen höheren Blutdruck. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Art „metabolisches Gedächtnis“ schon früh in der menschlichen Entwicklung geprägt wird und somit wahrscheinlich ist, dass Menschen mit geringem Geburtsgewicht auch ein erhöhtes  Risiko haben, einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Das haben auch frühere epidemiologische Studien nahe gelegt. Besonders interessant ist allerdings, dass sich beide Gruppen in punkto BMI, Taillenumfang und Körperfett nicht unterschieden, wohl aber die „Lean Body Mass“ bei Frühgeborenen erniedrigt war. Von welchem der therapeutischen Ansätze diese Frühgeborenen im Anschluss an die Geburt und auch später womöglich profitieren könnten, bleibt offen. Die Autoren legen eine frühzeitige Lebensstilverbesserung hin zu gesunder Ernährung, angemessenem Körpergewicht und körperlicher Aktivität nahe.

PD Dr. med. Nanette C. Schloot, Kirsten Lindloff, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität  Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Hovi P, Andersson S, Ericksson JG et al. Glucose Regulation in Young Adults with Very Low Birth Weight, N Eng J Med 2007, 356: 2053-2063

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de
Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum,
Ärztlicher Direktor des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ und
Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie
des Universitätsklinikums Düsseldorf,
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität,
Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf,
Telefon: 02 11 / 33 82 - 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103,
E-Mail: scherbaum(à)ddz.uni-duesseldorf.de

 


 

Nach oben

SERVICE

Bildmaterial

Die abgebildeten Fotos können von Redaktionen kostenlos per E-Mail angefordert werden unter: presseservice(à)kilian.de

Ansprechpartner
Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich gerne wenden an:

Gerolf Nittner
Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 178,
E-Mail: gerolf.nittner(à)kilian.de

Andrea Ulrich
Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 155,
E-Mail: andrea.ulrich(à)kilian.de




Nach oben

V. i. S. d. P.

Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:
Gerolf Nittner (verantw.)
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. med. Sigrid Ley-Köllstadt
Andrea Ulrich

Abdruck honorarfrei

Beleg erbeten an:
Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion dgk
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93 -140
Telefax: 0 64 21 / 2 93 - 740


 

Fusszeile / Impressum