DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 48, 6 - 2007 - Themen: So schützen Sie Ihr Baby vor Allergien: Neue Ergebnisse der GINI-Studie, Wenn der Gelenkersatz Allergien auslöst: Implantatregister soll Unverträglichkeit erfassen, Anstieg von Hantavirus
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 48, 6 - 2007 - Themen: So schützen Sie Ihr Baby vor Allergien: Neue Ergebnisse der GINI-Studie, Wenn der Gelenkersatz Allergien auslöst: Implantatregister soll Unverträglichkeit erfassen, Anstieg von Hantavirus-Infektionen: Folge des Klimawandels?, Gefahr für die Zähne:Wer Saures liebt, sollte vorsichtig sein, Nun schwirren sie wieder: Was tun, wenn Insekten zustechen?, Urlaub mit dickem Bauch: Reisen in der Schwangerschaft, Warum haben wir im Flieger Druck auf den Ohren?, Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall, Mittagsschläfchen ist auch gut fürs Herz, Sun-Tour 2007, Zecken-Hotline beim DGK, Down-Sportlerfestival am 22. September, Verantwortungsvoller Umgang mit Düften, Der Reinbeißer des Monats: Bohnen: Vielfalt in Form und Farbe, Neues aus dem Deutschen Diabtetes-Zentrum:: Bei Gewichtszunahme verändert sich Darmflora
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www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 48, 7/8 - 2007

Noch ganz Ohr?
Woche des Hörens vom 17. bis 21. September 2007
(1.582 Zeichen)

Woche des Hörens vom 17. bis 21. September 2007(dgk) Wann haben Sie zuletzt Ihr Gehör testen lassen? Vor zwei Jahren? Vor zehn? Oder noch nie? Dann ist es aber höchste Zeit für einen Hörtest!

Während der „Woche des Hörens“ vom 17. bis 21. September bietet die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) bundesweit kostenlose Tests und Informationen rund um das Thema Gutes Hören an.

Sie verstehen auf einem zugigen, lauten Bahnsteig immer nur „Bahnhof“? Ein Gespräch in der Disco will so recht nicht gelingen und während der Großen Pause haben Sie auf einem Schulhof noch nie eine Stecknadel fallen hören? Dann machen Sie sich erst mal keine Sorgen! Denn das ist nicht unbedingt ein Hinweis auf eine Hörminderung, sondern eher darauf, dass es an diesen Orten schlicht sehr laut ist.

Wenn Sie aber genauer wissen möchten, ob Sie noch ganz Ohr sind, ist die vom 17. bis 21. September stattfindende „Woche des Hörens“ der ideale Zeitpunkt. Zum zweiten Mal lädt die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) – in Kooperation mit dem Deutschen Grünen Kreuz e. V., dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. und dem Forum Besser Hören – zu kostenlosen Hörtests ein.

Überall in Deutschland, auf Marktplätzen, in Apotheken, Schulen, Rathäusern oder auch an ganz ausgefallenen Orten werden Hörgeräte-Akustiker neben der professionellen Überprüfung des Gehörs auch Informationen zum Thema Hören anbieten. Wer möchte, kann zudem an einem Quiz teilnehmen. Sie gewinnen dann nicht nur Klarheit über Ihre individuelle Hörfähigkeit, sondern mit ein wenig Glück zusätzlich einen der zahlreichen Preise.

Um zu erfahren, an welchem Ort Ihr Akustiker während der Woche des Hörens auf Sie wartet, können Sie ihn direkt fragen, oder informieren Sie sich im Internet unter www.woche-des-hoerens.de. Wer während der Woche des Hörens keine Zeit für einen Hörtest hatte, kann diesen auch jederzeit beim Hörgeräte-Akustiker oder HNO-Arzt machen lassen.


4. Kopfschmerzberatungswoche in Apotheken vom 10. bis 15. September 2007
(2.442 Zeichen)

(dgk) Eine Woche lang beraten rund 3.000 Apotheken in Deutschland unter dem Motto „Kopf-Schmerz-Frei“ über die richtige Selbstbehandlung bei Kopfschmerzen. Betroffene erfahren dort, welche Schmerzmittel helfen, bekommen Tipps zur Anwendung und können nach vorbeugenden Maßnahmen fragen.

Jeder zweite Deutsche leidet zumindest gelegentlich an Kopfschmerzen. In fast allen Fällen handelt es sich um Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Das ist ein dumpf-drückender Schmerz, der meist den ganzen Kopf betrifft. Um fit zu bleiben, greifen die meisten Geplagten zur Tablette. Der Schmerzmittelverbrauch liegt aktuell bei 52 Tabletten pro Kopf und Jahr. Zweidrittel davon kaufen die Patienten rezeptfrei in der Apotheke. Der Apotheker und sein Team sind deshalb nach Ansicht der Organisatoren vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) in Marburg die erste Anlaufstelle, um Verbraucher kompetent zu beraten.

Kopfschmerzen selbst behandeln, aber richtig
„Die Kunst bei der Behandlung ist, aus der Vielzahl der Medikamente die wirksamsten Mittel herauszufinden“, sagt Dr. med. Jan-Peter Jansen, Schmerzexperte und Beirat beim DGK. Das geht zwar auch durch Probieren, birgt aber die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen. „Betroffene sollten sich in der Apotheke vor der Selbstbehandlung über die Wirkung, Sicherheit und Einnahmevorschriften informieren“, rät Jansen.

Mit der richtigen Behandlung ist der Kopf schnell wieder freiMit der richtigen Behandlung ist der Kopf schnell wieder frei. Foto: Photo Alto

Eine vergleichende Untersuchung der gebräuchlichsten Substanzen konnte nämlich zeigen, dass eine Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein den Kopfschmerz am effektivsten bekämpft. Als Einzelsubstanzen waren die Schmerzmittel ASS und Paracetamol weniger stark wirksam. Den Vorteil von Kombinationspräparaten sehen Schmerzexperten in dem breiten Wirkprofil. Da die in der Kombination enthaltenen Substanzen unterschiedliche Wirkorte haben, also an unterschiedlichen Stellen des Schmerzgeschehens eingreifen, sind sie vielseitig einsetzbar. Mit nur einem Mittel lassen sich so fast alle selbst behandelbaren Kopfschmerzen lindern. Auch eine leichte Migräne ist damit zu bekämpfen.

Ursachen erkennen und gezielt vorbeugen
„Viele Menschen wollen möglichst wenig Medikamente einnehmen“, beobachtet Jansen immer wieder. Deshalb ist es wichtig, die Auslöser der Kopfschmerzen zu kennen, um sie zu vermeiden. Sehr häufig sind Stress und Muskelverspannungen die Ursache. Aus diesem Grund lassen sich Kopfschmerzen oft schon durch Entspannungsübungen, Spaziergänge an der frischen Luft oder einfach Ruhe beseitigen.

Wer nimmt teil?
Welche Apotheke an der Beratungswoche 2007 teilnimmt und Informationsbroschüren bereit hält, erfahren Interessierte unter der Telefonnummer 0 64 21 / 293 - 1 25 oder unter www.forum-schmerz.de im Internet. Unterstützt wird die Aktion von der MigräneLiga Deutschland e. V., der Stiftung Kopfschmerz und der Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“.


Weiser reisen im Alter
Tipps für die Reisevorbereitung für Senioren
(4.235 Zeichen)

(dgk) Ein Drittel aller Urlaubsreisenden ist älter als 60 Jahre. Senioren reisen deutlich häufiger als noch vor 35 Jahren. Um 80 Prozent sei die „Reiseintensität“ der deutschen Senioren gegenüber 1972 angestiegen, hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen ermittelt.

Dies liegt nicht nur an der veränderten demografischen Entwicklung, sondern auch daran, dass die Menschen ihre Reisegewohnheiten beibehalten, wenn sie älter werden. Die größeren Reiseerfahrungen und finanziellen Möglichkeiten sowie der bessere Gesundheitszustand machen die älteren Menschen zu einer aktiven Urlaubergruppe.

Allerdings verführt die breite Palette an Reiseangeboten, gerade in exotische Länder, oft zu spontanen und nicht gut vorbereiteten Urlauben. Da ältere Menschen länger brauchen, um sich an wechselnde klimatische Verhältnisse zu gewöhnen, ist eine etwas gründlichere Vorbereitung auf die Reise ratsam. Man sollte sich genug Zeit lassen, Informationen über das Reiseland einzuholen: Wie hoch sind die Temperaturen zur Reisezeit am Zielort? Gibt es extreme Tag-Nacht-Unterschiede? Ist gerade Regen- oder Trockenzeit (Insektenschutz)? Patienten mit Bluthochdruck, Kreislaufproblemen oder Diabetes sollten Klimaextreme meiden.

Wenn die Reise auf andere Kontinente führt und Zeitzonen zu überbrücken sind, braucht der Körper einige Tage, bis er sich an die neuen Bedingungen angepasst hat. Deshalb sind ein paar Tage Ruhe nach der Anreise vorteilhaft. Bei Städtereisen gilt: Pflasterlaufen, Besichtigungen und Museumsbesuche ermüden den Körper. Deshalb ist es ratsam, die Tage nicht mit zu viel Programm voll zu packen und Ruhephasen nach jeder Besichtigung einzuplanen, bevor es zur nächsten Sehenswürdigkeit geht.

Im Vorfeld informieren
Wer in den Urlaub fliegt, kann sich etwa eine Woche vor Reisebeginn bei den Fluggesellschaften erkundigen, wie Medikamente im Handgepäck mitgenommen werden dürfen und wie mit medizinischen Geräten verfahren wird. Viele Fluggesellschaften stellen an Bord Rollstühle zur Verfügung. Die Betreuung des Reisenden sollte aber eine Begleitperson übernehmen. Diabetiker können von den Fluggesellschaften mit spezieller Diabetikerkost versorgt werden, wenn sie diese vor Abflug anmelden. Generell gilt, dass Personen mit Infektionskrankheiten wie Hepatitis, offener TBC oder Windpocken von Fluggesellschaften nicht befördert werden.

Bei einem Hausarzt-Termin, etwa sechs Wochen vor der Abreise, kann der Impfschutz überprüft werden. Gerade Senioren benötigen einen ausreichenden Impfschutz, denn im Alter lässt die Immunabwehr häufig nach. Ältere Menschen haben zum Beispiel oft keinen Schutz gegen Diphtherie und Tetanus mehr. Darüber hinaus klärt der Arzt über weitere Impfungen auf, die für das jeweilige Reiseland empfohlen werden.
Grundsätzliche Informationen zu notwendigen Reiseimpfungen erhalten Sie kostenlos im Internet unter www.ibera-online.de.

In jeden Koffer gehört auch eine Reiseapotheke. Bei Flugreisen ist es besser, wichtige Medikamente in das Handgepäck zu stecken. Zur Grundausstattung gehören: Mittel gegen Durchfall und Erbrechen, Verbandsmaterial, ein Fieberthermometer, Schmerzmittel, Insektenschutz und eine Desinfektionssalbe.

Richtiges Verhalten am Urlaubsort
Auch am Urlaubsort sollten ältere Menschen Gesundheitsrisiken meiden, da sie anfälliger für Infektionen sind. Bakterien wachsen gut bei hohen Temperaturen und feuchtem Klima und können sich bei Hitze auf Fleisch, Fisch, Eis, besonders Softeis, Obst und Gemüse besonders stark vermehren. Daher die Regeln: kein rohes Fleisch oder rohen Fisch essen, Gemüse und Obst vor dem Genuss schälen, Eis und Softeis meiden, Getränke nur aus fest verschlossenen Behältern trinken. Viele Senioren trinken zu wenig, weil sie Angst haben, bei Bedarf keine Toilette zu finden und auch, weil das Durstgefühl nicht mehr so ausgeprägt ist. Dabei ist es für ältere Menschen besonders wichtig, ausreichend zu trinken, da ihr Organismus weniger gespeicherte Flüssigkeitsreserven enthält.

Beim Sonnenschutz darf es ruhig etwas mehr sein: mehr Schatten nämlich, denn ältere Haut braucht länger, um schützende Pigmente zu bilden. Deshalb ist es notwendig, ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor aufzutragen und sich eher in den späten Nachmittagsstunden in der Sonne aufzuhalten. Da die Blutgefäße nicht mehr so zuverlässig bei der Wärmeregulierung sind, kommt es bei älteren Menschen rascher zu einem Hitzestau. Auch hier helfen Schatten und das Tragen von Sonnenhüten und T-Shirts.

Übrigens kann es bei der Einnahme bestimmter Medikamente in Kombination mit der Sonneneinstrahlung zu so genannten photoallergischen Reaktionen kommen. Diese äußern sich in flächigen Hautausschlägen. Beispielsweise Antihistaminika, also Medikamente, mit denen man Allergien behandelt, können diese Hautreaktionen hervorrufen. Auch Sulfonamide, die in einigen harntreibenden Medikamenten oder Antidiabetika enthalten sind, lösen manchmal photoallergische Reaktionen aus.


Sind Sie ein Sonnentyp?
Sun Tour 2007 startet im Juli
(2.343 Zeichen)

Sind Sie ein Sonnentyp?Foto: Garnier Ambre Solaire Delial

(dgk) Sind Sie ein Sonnentyp? – Mit dieser Frage ist nicht gemeint, ob Sie gerne in der Sonne sind, sondern wie Ihre Haut reagiert, wenn sie der Sonne ausgesetzt ist. Haben Sie beispielsweise rote oder schwarze Haare, ist Ihre Haut im ungebräunten Zustand eher hell oder dunkel, haben Sie viele Sommersprossen oder gar keine?
Anhand dieser und weiterer Faktoren lässt sich Ihr individueller Sonnentyp bestimmen und damit auch die Eigenschutzzeit Ihrer Haut. Diese gibt an, wie lange sich Ihre Haut selbst vor UV-Strahlen schützen kann, ohne kurz- oder langfristig Schaden zu nehmen. Ein Beispiel: Sind Sie rothaarig und haben eine helle Haut mit vielen Sommersprossen, so gehören Sie dem Sonnentyp I an. Ihre Haut besitzt dann eine Eigenschutzzeit von nur fünf bis zehn Minuten.

Diese und viele andere interessante Informationen zum Thema Sonne, Sonnenschutz und Hautkrebsprävention erfahren Sie bei der Sun Tour von Garnier Ambre Solaire Delial in Kooperation mit der „Initiative für gesunde Haut“ des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK).

Bereits zum zweiten Mal fährt die Sun Tour durch Deutschland und besucht insgesamt zehn deutsche Städte. Bisher nutzten Tausende interessierte Besucher die Gelegenheit, sich kompetent kostenlos beraten zu lassen. Dermatologen des DGK und Experten aus dem Hause Garnier führen vor Ort UV-Checks und eine Bestimmung des Sonnentyps durch. Danach kann der entsprechend notwendige Lichtschutzfaktor (LSF) festgelegt werden. Tipps, Informationen, Produktproben und Anregungen gibt es für jeden Hauttyp: Ob es um die empfindliche Haut bei Kindern, den richtigen Umgang mit der Sonne für die reifere Haut oder auch den angemessenen Schutz bei Akne geht.

Die Sun Tour startete am 5. Juli 2007 in Köln auf der Breiten Straße.

Weitere Termine:

Datum

Standplatz

Uhrzeit

5. Juli

Köln: Breite Straße

11 - 20 Uhr

7. Juli

Friedrichshafen: Bodensee Center

11 - 20 Uhr

9. Juli

Konstanz: Augustinerplatz

10 - 19 Uhr

10. Juli

München: PEP Einkaufszentrum München-Neuperlach

11 - 20 Uhr

12. - 13. Juli

Leipzig: Shopping Center Nova Eventis

11 - 20 Uhr

14. Juli

Berlin: Spandau Arcaden

11 - 20 Uhr

15. Juli

Lübeck: Marktplatz

12 - 21 Uhr

17. Juli

Kiel: Schevenbrücke

11 - 20 Uhr

18. Juli

Hamburg: Hamburg del Mar Beach Club

12 - 21 Uhr

20. - 21. Juli

Oberhausen: Centro Oberhausen

10 - 19 Uhr



In der Packung muss drin sein, was drauf steht
Neue Health-Claims-Verordnung und Ampelkennzeichnung
(3.378 Zeichen)

(dgk) „Null Prozent Fett“, „leicht“, „gut für die Knochen“ – alles, was sich von Herstellerseite auf den Nährwert oder den gesundheitlichen Nutzen eines Lebensmittels bezieht, wird ab sofort genau unter die Lupe genommen. Die Europäische Union vereinheitlicht mit der Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Aussagen über Lebensmittel – kurz Health-Claims-Verordnung – die Anforderungen an die Verwendung nährwert- und gesundheitsbezogener Aussagen auf Lebensmitteln.

Sie wurde bereits am 1. Juli wirksam, es gelten aber noch einige Übergangsfristen. Die Verordnung ist unter anderem eine Reaktion auf folgenschwere Fehlentwicklungen, insbesondere durch energiereiche, einseitige Ernährung und Mangel an Bewegung. Die neuen Vorschriften gelten nicht nur für Werbeaussagen, sondern auch für entsprechende Angaben auf der Verpackung, für Abbildungen oder auch Markennamen.

Wenn nährwert- oder gesundheitsbezogene Angaben verwendet werden, muss eine genaue Nährwertkennzeichnung erfolgen. Der Aufdruck auf der Verpackung sieht die Deklaration von vier, acht oder mehr Nährstoffen vor: Der Gehalt an Energie, Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett, gegebenenfalls der Gehalt des Nährstoffs, auf den sich die Angabe bezieht (zum Beispiel Vitamin C bei der Angabe „reich an Vitamin C“), sind bei nährwertbezogenen Angaben anzugeben. Bei gesundheitsbezogenen Angaben sind zusätzlich die Gehalte an Zucker, gesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und Natrium anzugeben.

In Zukunft dürfen nährwertbezogene Angaben, wie zum Beispiel.„kalorienarm“ oder „fettreduziert“, nur verwendet werden, wenn sie in der so genannten „Positivliste“ im Anhang der genannten Health-Claims-Verordnung aufgeführt sind. So wird der Begriff „light“ gleichbedeutend mit „leicht“ bzw. „reduziert“ verwendet. Ein so gekennzeichnetes Produkt muss einen um 30 Prozent verminderten Wert zum herkömmlichen Vergleichsprodukt haben.

Bis 2009 legt die Europäische Kommission Nährwertprofile fest, denen Lebensmittel oder bestimmte Lebensmittelgruppen entsprechen müssen, um nährwert- oder gesundheitsbezogene Angaben tragen zu dürfen.

Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben sind erlaubt, wenn die Vorschriften der Health-Claims-Verordnung eingehalten sind. Zum Beispiel dürfen Wirkaussagen bezüglich bestimmter Nährstoffe wie „Kalzium ist gut für den Knochenaufbau“ dann verwendet werden, wenn sie in der für diese Aussagen zu erstellenden Gemeinschaftsliste enthalten sind. Darüber hinaus sind noch weitere Voraussetzungen zu erfüllen. Hinweise auf ein reduziertes Krankheitsrisiko bedürfen einer Genehmigung: Unumstrittene Wirkungszusammenhänge werden zugelassen, etwa die Aufschrift auf einem an Kalzium besonders gehaltvollen Lebensmittel: „Eine ausreichende Versorgung mit Kalzium verringert ein späteres Risiko, an Osteoporose zu erkranken.“

Davon unabhängig ist die Diskussion der „Lebensmittelkennzeichnung“. In den vergangenen Monaten haben sich zahlreiche Hersteller, der Handel, Interessenverbände und Fachgesellschaften zu Wort gemeldet. In aller Munde war der Begriff „Ampelkennzeichnung“ – auffällige grüne, gelbe oder rote Markierungen, für den Gehalt von viel, mittel oder wenig Energie, Zucker, Fett und Salz im Lebensmittel. Diese Transparenz erfolgt aber nun freiwillig.
Einige Konzerne und Hersteller haben sich in „Kennzeichnungsinitiativen“ zusammengefunden. Sie werden auf den Schauseiten ihrer Lebensmittel statt der „Ampel“ in einheitlichen Feldern Werte wie den absoluten Energiegehalt pro Portion sowie deren Anteil „am Tagesbedarf“ – einer umstrittenen Bezeichnung – abdrucken. Fachverbände bewerten diese Initiativen kritisch, weil Käufer damit weiterhin nicht vor zu viel Salz, Zucker oder Fett gewarnt werden. Aber auch die ursprüngliche Idee der „Ampel“ wurde von Experten nicht einhellig angenommen. Denn die gesamte Ernährung ist relevant, nicht nur einzelne Komponenten daraus.


Die „Pille für den Mann“ – Erfahrungen eines Engländers
Ein Gespräch mit Clint Witchalls
(2.013 Zeichen)

(dgk) „Die Pille für den Mann ist eine großartige Idee“, sagt Clint Witchalls, Londoner Medizinjournalist. Der Mann weiß, wovon er spricht, denn er hat die „Pille“ ein Jahr lang getestet. Clint Witchalls, Londoner Medizinjournalist

Kondom und Sterilisation? Beides nicht das Wahre, fand der dreifache Familienvater Clint Witchalls – und nahm an einer einjährigen Studie zweier Pharmakonzerne zu einem hormonellen Verhütungsmittel teil.

Studie mit Stäbchen und Spritzen
Die „Pille für den Mann“ ist allerdings keine Tablette, sondern ein Hormonstäbchen, das unter die Haut in den Oberarm eingesetzt wird. Dort verbleibt es ein Jahr lang und gibt in dieser Zeit ständig das Hormon Progesteron ab, das die Spermaproduktion verhindert. Weil es auch die Produktion des männlichen Hormons Testosteron drosselt, bekommen die Männer alle zehn Wochen eine Testosteron-Spritze zum Ausgleich.

Unbeherrschbare Gefühlslagen
Clint Witchalls litt in der Zeit der Hormongaben an extremen Stimmungsschwankungen, erkrankte an einer Depression, hielt aber bis zum Schluss der Studie durch – und schrieb ein Buch über seine Erfahrungen. Es ist im April 2007 unter dem Titel „Die Pille und ich“ in Deutschland erschienen.

Nicht nur der Autor selbst, auch seine Kinder und insbesondere seine Frau Sam mussten mit den wechselnden Stimmungen ihres Vaters und Mannes umgehen. Witchalls fühlte sich phasenweise voller Energie, er war durchsetzungsstark und optimistisch, sexuell potent. Dann wieder war er gefühlvoll und verletzlich, überempfindlich und passiv. Wie ertrug die Ehefrau diese ständigen Wechsel? „Zuerst genoss Sam meine zwei unterschiedlichen Seiten“, berichtet Clint Witchalls im Interview mit dem Deutschen Grünen Kreuz e. V. „Aber als die Stimmungsschwankungen immer stärker wurden, begann sie, mir übel zu nehmen, dass ich vor der Teilnahme an der Studie nicht ihre Zustimmung dazu eingeholt hatte. In der Tat war das ziemlich unfair von mir.“

Das Interview
Wurde Clint Witchalls von den Hormonen depressiv? Welches ist seine wichtigste Erkenntnis aus dem Experiment? Würde er das Mittel anderen Männern empfehlen? Und warum hält er die „Pille für den Mann“ trotz der Nebenwirkungen für eine großartige Idee?

Antworten auf diese und andere Fragen gibt der 41-jährige Engländer im Interview mit dem Deutschen Grünen Kreuz e. V., nachzulesen im Internet unter www.dgk.de.


Kleine Wunden – richtig versorgt
Tipps rund um die Hausapotheke
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(dgk) Kleine Verletzungen im Haushalt passieren schneller, als man denkt. Wie gut, wenn dann ein Griff in die gut sortierte Hausapotheke genügt, um die Blessur „fachgerecht“ zu versorgen und Schlimmeres zu vermeiden. Wie der „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ in der nächsten Ausgabe (15. Juli 2007) berichtet, gehören neben Medikamenten Pflasterstrips, sterile Kompressen, Mullbinden und anderen Verbandmittel, mit denen sich kleinere Wunden schnell und unkompliziert versorgen lassen, in jede Hausapotheke.

Und damit man im Ernstfall nicht eine böse Überraschung erlebt, sollte der Hausapotheken-Inhalt von Zeit zu Zeit überprüft und gegebenenfalls aufgefüllt werden. Experten raten, das Apotheken-Schränkchen mindestens einmal im Jahr einer Generalinspektion zu unterziehen. Dabei sollten nicht nur die Verbandmaterialien, sondern auch die Arzneimittel sortiert und „entrümpelt“ werden.

Ausmisten, aufräumen, auffüllen
So mancher Arzneischrank scheint noch aus Großmutters Zeiten zu stammen und gleicht eher einer Sondermülldeponie. Zwischen halbleeren Salbentuben, undefinierbaren Tabletten ohne Beipackzettel und nicht mehr klebenden Pflastern ist es schier unmöglich, etwas Brauchbares zu finden. Doch das Chaos lässt sich in kurzer Zeit wieder beseitigen.
Hier einige Tipps, die die Aufräumaktion erleichtern:

Trocken und kühl
Wo befindet sich Ihre Hausapotheke eigentlich? Wenn Sie Arzneimittel bisher im Bad oder gar in der Küche aufbewahrt haben, ist es höchste Zeit, ein neues Plätzchen zu finden. Denn feuchte, warme Luft vertragen Medikamente gar nicht. Ideal ist hingegen ein trockenes, kühles Klima, wie es im Schlafzimmer oder Flur herrscht. Wichtig ist natürlich auch, dass der Arzneischrank für Kinder unerreichbar angebracht und verschließbar ist.

Original verpackt
Wie sollten Arzneimittel aufbewahrt werden? Sie gehören immer in der Originalverpackung zusammen mit dem entsprechenden Beipackzettel in die Hausapotheke. Am besten ist es, das Datum des Behandlungsbeginns und den Namen des Patienten auf der Verpackung zu notieren.

Unbedingt aussortieren
Was hat in der Hausapotheke nichts zu suchen? Neben uralten und unbrauchbaren Arzneien und Verbandmitteln haben auch Tierarzneimittel und Haushaltsreiniger nichts in der Hausapotheke verloren. Verwechslungen können lebensgefährliche Folgen haben!

Das gehört in jeden Medizinschrank
Verbandmittel:

    • Wundpflaster in verschiedenen Größen
    • Heftpflaster
    • Mullbinden und elastische Binden
    • Sterile Kompressen
    • Brandwundenverbandpäckchen
    • Verbandwatte
    • Sicherheitsnadeln, Verbandklammern

Arzneimittel:

    • Schmerz- und Fiebermittel
    • Mittel gegen Erkältungen (z. B. Nasentropfen oder -spray, Lutschtabletten oder Gurgellösung gegen Halsschmerzen, Hustensaft)
    • Mittel gegen Magen-Darm-Infektionen (z. B. Zäpfchen gegen Übelkeit und Erbrechen, Tabletten gegen Durchfall)
    • Salbe gegen Prellungen und Verstauchungen
    • Salbe oder Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche
    • Wunddesinfektionsmittel
    • Wund- und Heilsalbe
    • Medikamente, die individuell verordnet wurden

Zusätzlich (bei entsprechender Veranlagung):

    • Augentropfen gegen trockene Augen oder Bindehautentzündung
    • Ohrentropfen
    • Abführmittel
    • Mittel gegen Sodbrennen
    • Mittel gegen Blähungen
    • Salbe gegen Lippenherpes

Sonstiges:

    • Fieberthermometer
    • Schere
    • Pinzette
    • Einmalhandschuhe
    • Anleitung für die Erste Hilfe bei Verletzungen, Liste der wichtigsten Notfall-Telefonnummern und ein Notdienstkalender


Quelle: „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ / Ausgabe 7B/2007 (15. Juli 2007)


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Frauen schlafen besser ohne Mann
Ihre innere Uhr tickt anders – empfindlichere Reaktion auf äußere Einflüsse
(2.787 Zeichen)

(dgk) Getrennte Schlafzimmer statt Doppelbett – das ist offenbar nicht nur für Schnarcher angesagt: Denn Verhaltensbiologen fanden jetzt heraus, dass zumindest Frauen ohne den Mann an ihrer Seite besser schlafen. Bei Männern dagegen verhält es sich genau umgekehrt: Sie schlafen ruhiger und erholsamer, wenn sie ihre Partnerin nachts neben sich wissen.

Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie „Geschlechtsunterschiede der inneren Uhr auf Umgebungsreize“, die ein Forscherteam um den Verhaltensbiologen John Dittami von der Universität Wien durchführte.

Nächtliche Beobachtungen
Gemeinsam mit Gerhard Klösch und Josef Zeitlhofer von der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Wien beobachtete Dittami zwischen November 2005 und
Juli 2006 zehn heterosexuelle Paare in ihrem Schlafverhalten. Versuchspersonen waren junge, unverheiratete und kinderlose Paare zwischen 21 und 31 Jahren. Beobachtet wurden sie in insgesamt 249 Nächten, wovon sie 123 alleine und 126 gemeinsam verbrachten. In 67 Nächten fand sexueller Kontakt statt, wobei festgestellt wurde: „Sex wirkt sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern positiv auf den Schlaf aus“, sagt Dittami.

In der Studie untersucht wurden das subjektive Schlafempfinden und die objektive Schlafqualität. Ein am Handgelenk getragenes Messgerät lieferte genaue Daten über den Schlaf-/Wachrhythmus. „Sowohl die subjektive Einschätzung als auch die Daten am Messgerät zeigten uns, dass Frauen in ihrem Schlafverhalten auf die Anwesenheit eines Bettpartners wesentlich sensitiver reagieren als Männer. Diese hingegen schlafen wiederum schlechter ohne Partnerin“, so John Dittami.

Evolution als Ursache?
Als Ursache dafür, warum der Schlaf von Frauen derart durch den Partner beeinflussbar ist, vermutet Dittami evolutionäre Gründe: In der Evolution vom Urmenschen bis zum modernen Menschen sei generell das Schlafen in Gruppen die Regel gewesen, erst mit der Entstehung von Privatheit und Intimität entwickelte sich das Paarschlafverhalten. „Die große Ausnahme bildete schon immer die Konstellation Mutter – Kind“, sagt Dittami. So reagiert die Frau deshalb möglicherweise auch auf den Mann; sie ist für jede Bewegung empfindlich. „Der Mann besitzt diese Empfindlichkeit nicht. Er reagiert auf den Paarschlaf wie auf einen Gruppenschlaf, in dem er sich besonders sicher fühlt“, so der Wissenschaftler.

Die Ergebnisse decken sich auch mit anderen Schlafstudien, die zeigen, dass 65 Prozent der Frauen unter Schlafstörungen leiden, im Vergleich zu nur rund 20 Prozent der Männer. Die österreichischen Forscher lieferten mit der evolutionären Theorie erstmals eine mögliche Erklärung für Schlafstörungen von Frauen.

In einem zweiten Teil der Studie wurde der Arbeitstag/Wochenend-Rhythmus von 23 Studentinnen und 13 Studenten untersucht. Auch dabei kam heraus, dass Frauen empfindlicher auf äußere Einflüsse als Männer reagieren, weil ihre innere Uhr anders tickt.
Über den Zeitraum von einer Woche wurde der Schlaf-/Wachrhythmus der 36 Probanden dokumentiert und eindeutig geschlechterspezifische Unterschiede festgestellt: Die innere Uhr von männlichen Versuchspersonen wies unter den beiden Bedingungen „Arbeitstag“ und „freier Tag“ weniger Schwankungen auf als die der weiblichen Versuchspersonen.

Quellen:
Pressemitteilung Universität Wien, 21.5.2007 (online auf: http://public.univie.ac.at/
Journal "Sleep and Biological Rhythms" (Vol. 5/Issue 4) (Homepage “Sleep and Biological Rhythms” - (Ausgabe noch nicht online)


Nur ruhig Blut
Wer sich ungerecht behandelt fühlt, bekommt eher einen Herzinfarkt
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(dgk) Eine neue Studie belegt erneut den Zusammenhang von seelischer Belastung und Herzinfarkt-Risiko: Wie britische und finnische Wissenschaftler herausfanden, bekommen Menschen, die sich ungerecht behandelt fühlen, eher Probleme mit dem Herzen. Sie können sich im Extremfall buchstäblich „zu Tode ärgern“.

Ein Wissenschaftlerteam um Dr. Roberto de Vogli vom University College London wertete für die Studie Daten von 5.726 männlichen und 2.572 weiblichen Teilnehmern zwischen 35 und 55 Jahren aus, die alle als Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in London beschäftigt waren. Die Beobachtungszeit erstreckte sich über durchschnittlich 10,9 Jahre.

Kriterium für die „Unfairness“ war die persönliche Einordnung der Aussage „Ich habe häufig das Gefühl, unfair behandelt zu werden“ auf einer sechsstufigen Skala. Ergebnis: Jene Teilnehmer, die sich häufig unfair behandelt glaubten, wiesen ein um etwa 55 Prozent erhöhtes koronares Risiko auf.

Die Studienteilnehmer waren in den Jahren 1991 bis 1993 zu ihren Lebensumständen und ihrer Gesundheit sowie der subjektiven Einschätzung, ob und wie stark sie sich ungerecht behandelt fühlen, befragt worden. Rund zehn Jahre später erfolgte die nächste Untersuchung. In diesem Zeitraum hatten insgesamt 528 Personen eine Angina pectoris entwickelt oder einen tödlichen bzw. nicht-tödlichen Herzinfarkt erlitten.

Im Detail fühlten sich Frauen deutlich öfter ungerecht behandelt als Männer. Das Gleiche galt für niedrigere Angestellte im Vergleich zu solchen auf höheren Verwaltungsebenen. Ferner war das Gefühl, unfair behandelt zu werden, ausgeprägter bei Rauchern, bei Menschen mit Übergewicht, mit Bluthochdruck und solchen, die wenig Sport trieben. Doch auch bei Berücksichtigung dieser Faktoren hatte der Zusammenhang zwischen empfundener Ungerechtigkeit und Herzrisiko Bestand.

Die Wissenschaftler weisen allerdings daraufhin, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um eindeutig den Faktor des Gefühls, ungerecht behandelt zu werden, von anderen psycho-sozialen Aspekten zu unterscheiden und um den genauen Mechanismus zu untersuchen, der zu dem Zusammenhang dieser Faktoren mit der Gesundheit bzw. dem erhöhten Risiko von Herzkrankheiten führt.

Gesünder lebt offenbar, wer Ärger nicht herunterschluckt, sondern richtig auslebt. Das fanden schon vor einigen Jahren Wissenschaftler aus Boston nach einer Befragung von über 23.000 Männern heraus: Wer ab und zu mal einen Wutausbruch bekommt - so die Quintessenz der Untersuchung -, erleidet seltener einen Schlaganfall oder eine Herzattacke.

Quelle:
Journal of Epidemiology and Community Health 2007, 61: 513-518, Abstract: http://jech.bmj.com/cgi/content/abstract/61/6/513
http://www.diagnoseklinik-muenchen.de/


Buchvorstellung: „Schmerz. Kunst + Wissenschaft“
(1.041 Zeichen)

(dgk) Was haben die folgenden Dinge gemeinsam? Ein Beißstab, eine Narkosemaske, eine Aspirinflasche aus dem 19. Jahrhundert, die Kunstwerke Crucifixion von Francis Bacon und zeige deine wunde von Joseph Beuys, spätmittelalterliche Altarflügel mit den Apostelmartyrien, Votivgaben und eine Gallenblase voller Steine? Sie alle eint das Thema „Schmerz“.

Physischer und psychischer Schmerz ist eine einschneidende und existenzielle menschliche Erfahrung, mit der sich nicht nur die Medizin beschäftigt. Schmerz in Literatur und bildender Kunst, in Musik, Philosophie, Religion und Mythos, von der Antike bis zur Gegenwart: Ein neues, hochwertig aufgemachtes Buch mit anspruchsvollen Aufsätzen und zahlreichen Abbildungen lässt das Thema Schmerz aus vielen verschiedenen Perspektiven in und jenseits der Medizin aufscheinen. Auch über Kurioses kann man als Leser staunen – beispielsweise über die Fotografie einer Szenerie, in der ein New Yorker Gerichtsmediziner in aufwändigen Versuchsreihen seinen Assistenten an ein Kreuz hängte, um die Schmerzen Jesu rekonstruieren zu können.

Schmerz. Kunst + Wissenschaft , herausgegeben von Eugen Blume, Annemarie Hürlimann, Thomas Schnalke, Daniel Tyradellis. DuMont 2007.


WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

Warum macht man beim Niesen die Augen zu?
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d-015-04-07-pt_Frau_mit_Schniefnase-rgb-kl(dgk) Ob man will oder nicht: Wer niest, ist für einen Augenblick „blind“. Denn beim Niesen macht man ganz automatisch die Augen zu. Selbst wenn man bewusst versuchen wollte, die Augen offen zu halten, gelänge das nicht. Denn Niesen und das gleichzeitige Augenschließen ist ein natürlicher körperlicher Reflex.

Foto: pixtal

Der Niesreflex kann durch Fremdkörper oder Entzündungen der Nasenschleimhaut, aber auch durch Schauen in helles Licht ausgelöst werden. Gelangt beispielsweise ein Staubkorn in die Nase, reizt es dort Sinneszellen. Die wiederum aktivieren das vegetative Nervensystem im Rückenmark als Schaltzelle der Reflexe: Ein Signal veranlasst einen Bewegungsimpuls im Zwerchfell, dessen Muskeln Luft zusammenballen und in die Stirnhöhle schicken. Dort entsteht ein Luftdruck, der sich beim Niesen wie eine Explosion entlädt. Da das Schließen der Augen ebenfalls ein Reflex ist, kann man nichts dagegen tun.

Bis heute weiß man nicht genau, wozu dieser Reflex eigentlich gut sein soll. Man vermutet, dass eventuell durch das Schließen der Augenlider die Augen vor Überdruck geschützt werden sollen, weil beim Niesen ein großer Druck entsteht. Wahrscheinlicher aber ist, dass mit dem Augenschließen einfach verhindert werden soll, dass im Nasensekret enthaltene Bakterien oder Viren in die Augen gelangen.

In jedem Fall kann der Niesreflex in bestimmten Fällen sogar unangenehme Folgen haben: Denn geschlossene Augen nach einer mehrmaligen Niesattacke zum Beispiel könnten beim Autofahren durchaus zu Unfällen führen. So sollen Allergiker ein bis zu 30 Prozent höheres Unfallrisiko im Straßenverkehr als gesunde Menschen haben. Heftiges Niesen und tränende Augen seien nicht nur lästig, sondern könnten auch zum Sicherheitsrisiko werden, warnt der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe, Erhard Hackler. Während der Fahrer ins Taschentuch niese, lege der Wagen viele Meter im Blindflug zurück.
Aber „Schnupfnasen“ sollten ja sowieso besser im Bett bleiben...


MELDUNGEN

Gesetzliche Krankenkassen müssen Schutzimpfungen bezahlen
Einheitliche Regelung soll rückwirkend zum 1. Juli gelten
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(dgk) Ein ausreichender Impfschutz gehört zu den wichtigsten Bestandteilen einer umfassenden Gesundheitsvorsorge. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert Koch-Institut veröffentlicht ein- bis zweimal im Jahr aktualisierte Impfempfehlungen. Seit
1. Juli werden die Kosten für alle Impfungen, die die STIKO empfiehlt, von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die jüngste Neuerung in den Empfehlungen der STIKO ist die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV). Seit März dieses Jahres gilt sie als Standardimpfung für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. HPV infizieren Haut- oder Schleimhautzellen und verursachen gutartige Tumoren, aber auch Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

Durch die Gesetzesänderung, die voraussichtlich rückwirkend zum 1. Juli 2007 in Kraft tritt, hat jedes Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren, das gesetzlich krankenversichert ist, einen Anspruch auf eine kostenlose HPV-Impfung. Das heißt, die Patientin wird gegen Vorlage ihrer Krankenkassen-Karte geimpft und muss nicht in Vorleistung treten, wie es bisher oftmals der Fall war.

Auch bei allen anderen von der STIKO empfohlenen Impfungen besteht nun Klarheit für die Patienten: Die Kosten für die Schutzimpfung übernimmt die Kasse. Das Impfen wird mit dieser Gesetzesänderung von einer freiwilligen Satzungsleistung der Kassen zu einer Pflichtleistung. Diese so genannte „Impfrichtlinie“ wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) am 21. Juni 2007 verabschiedet und bedarf noch der Zustimmung durch das Bundesministerium für Gesundheit.

Die privaten Krankenkassen passen ihre Leistungen in der Regel denen der gesetzlichen Kassen an. Dennoch sollten privat Versicherte vor der Impfung bei ihrer Kasse wegen der Kostenübernahme nachfragen.

Menschen, die unsicher sind, gegen welche Krankheiten sie sich mithilfe einer Impfung schützen können und sollen, hilft das Deutsche Grüne Kreuz e. V. Unter Impfen und Infektionen gibt es ausführliche Informationen zum Impfschutz.

Weitere Informationen finden sich auch auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de.


DGK-Gesundheitsbrief – verständliche Informationen per Mail
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(dgk) Wie schütze ich mich richtig in der Sonne? Was kann ich bei häufigen Kopfschmerzen tun? Wie lagere ich Medikamente richtig? Welche Impfung brauche ich, wenn ich verreisen will? Wie schütze ich meine Zähne vor Karies und Parodontitis?

Bei solchen und vielen Themen steht Ihnen das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) mit Rat und Tat zur Seite – auch mit dem DGK-Gesundheitsbrief, den Sie jederzeit kostenfrei abonnieren können. Dieser elektronische Newsletter bietet Ihnen monatlich aktuelle Informationen und hilfreiche Tipps rund um die Gesundheit und Vorsorge. Sie können den neuen Service kostenlos per Mail beziehen und auch jederzeit wieder abbestellen.

Anmeldung über: Gesundheitsbrief


Neuerungen im Impfpass
Neues Gelbfieber-Impfzertifikat und Extraseiten zu Impfungen für Jugendliche
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Neuerungen im Impfpass

(dgk) Seit dem 15. Juni 2007 schreiben die überarbeiteten internationalen Gesundheitsbestimmungen vor, die bisherige Gelbfieber-Impfbescheinigung durch ein neues Zertifikat zu ersetzen. Darin sollen nicht nur die Gelbfieberimpfung, sondern auch andere vorgeschriebene Impfungen oder Prophylaxe-Maßnahmen eingetragen werden können.

Zurzeit ist die Gelbfieber-Impfung die einzige, deren Nachweis im Internationalen Reiseverkehr von einigen Ländern bei der Einreise gefordert wird.

Eine Nachweispflicht besteht darüber hinaus nur noch für die Meningokokken-Impfung (gegen die Serogruppen A, C, W 135 und Y) vor Pilgerreisen nach Mekka (Hadj).

Falls kurzfristig auch anderweitige Impfmaßnahmen notwendig werden sollten, steht mit dem neuen Zertifikat eine Dokumentationsmöglichkeit zur Verfügung. Für eine Übergangszeit werden noch beide Bescheinigungen – die „alte” Gelbfieberimpfbescheinigung und das neue Zertifikat – im Impfbuch enthalten sein, bevor die neue Bescheinigung die alte ganz ersetzen wird.
Neu im Impfpass sind darüber hinaus zwei Seiten, in denen Impfungen für Jugendliche eingetragen werden können. Sie waren früher mit den Impfungen im Säuglings- und Kindesalter zusammengefasst. Damit umfasst das Impfbuch nun 24 statt wie früher 20 Seiten.


Gebärmutterhalskrebs – Früherkennung und Vorbeugung
Neuer Informations-Flyer der Projektgruppe ZERVITA
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(dgk) Rund 6.500 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an Gebärmutterhalskrebs, der durch bestimmte Typen Humaner Papillomviren verursacht wird. Etwa 1.700 Frauen sterben jedes Jahr an den Folgen. Und das, obwohl Gebärmutterhalskrebs zu den wenigen Krebsarten gehört, die man schon vor dem gefährlichen Stadium finden, behandeln und heilen kann! Aber nur etwa jede zweite Frau nimmt die regelmäßige kostenlose Früherkennungsuntersuchung wahr. In Deutschland haben alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf die Untersuchung. Für den so genannten Pap-Test wird ein Zellabstrich aus Muttermund und Gebärmutterhalskanal entnommen und auf mögliche Krebsvorstufen hin untersucht. Die Untersuchung ist schmerzlos und einfach durchführbar.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine vorbeugende Impfung, die vor einer Infektion mit bestimmten Typen Humaner Papillomviren (HPV) – den Hauptauslösern von Gebärmutterhalskrebs – schützt. Dies sind die Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18, die zusammen für etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind und auf sexuellem Wege übertragen werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die generelle Impfung gegen HPV 16 und HPV 18 für alle Mädchen vor Beginn der sexuellen Aktivität im Alter von 12 bis 17 Jahren, um einer Infektion mit diesen Viren-Typen vorzubeugen. Die Impfung kann die Früherkennungsuntersuchung (Pap-Test) jedoch nicht ersetzen, denn etwa 30 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden von anderen Humanen Papillomviren verursacht.

Was ist Gebärmutterhalskrebs? Wie infiziere ich mich mit HPV? Wie kann ich Gebärmutterhalskrebs vorbeugen und mich schützen? Wo kann ich mich informieren? Antworten auf diese Fragen gibt der neue Informations-Flyer der Projektgruppe ZERVITA „Gebärmutterhalskrebs – Früherkennung und Vorbeugung“.

Die Projektgruppe ZERVITA ist eine gemeinsame Initiative des Instituts für Frauengesundheit Baden-Württemberg (IFG), des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) und des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums. In der Projektgruppe haben sich Vertreter wissenschaftlicher Fachgesellschaften, Berufsverbände und Krebsorganisationen gemeinsam dem Ziel verpflichtet, in der Bevölkerung und in medizinischen Fachkreisen das Bewusstsein für Gebärmutterhalskrebs, für dessen Ursachen und Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung zu erhöhen und die Teilnahmerate an der Früherkennungsuntersuchung zu steigern.
Neuer Informations-Flyer der Projektgruppe ZERVITA
Der Informations-Flyer „Gebärmutterhalskrebs – Früherkennung und Vorbeugung“ kann – auch als Praxisbedarf – gegen Portoerstattung kostenlos angefordert werden bei:

ZERVITA-Pressestelle
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Im Kilian / Schuhmarkt 4
35039 Marburg
Fon 06421 293-152 / -173
Fax 06421 293-752 / -773
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sowie online unter www.zervita.de

Individuelle Informationen zum Thema auf www.zervita.de sowie unter der kostenlosen Telefon-Hotline des Krebsinformationsdienstes: 0800 420 30 40.


DER REINBEISSER DES MONATS JULI

Auberginen
Nicht nur in Öl gebraten ist die indische Eierfrucht ein Hochgenuss
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(dgk) Die vermutlich aus Indien stammende Aubergine ist eine so alt bekannte Frucht, dass heute niemand mehr mit Gewissheit sagen kann, wie ihr Name entstanden ist. Mit den arabischen Völkern eroberte das in der Botanik als Beere geltende Gemüse im Mittelalter den Mittelmeerraum. Erst in den vergangenen 20 Jahren wurde die Aubergine auch auf deutschen Tellern heimisch. „Zunächst konnte niemand so recht mit ihr umgehen“ erinnern sich die Ernährungsexperten vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) in Marburg.

Die Aubergine gehört wie Kartoffel, Tomate und Paprika zu den Nachtschattengewächsen. Sie enthält deshalb im unreifen Zustand Solanin, das Bauchschmerzen verursachen kann. Außerdem weist die Aubergine einige Bitterstoffe auf, die von den meisten Menschen abgelehnt werden. „Durch Salzen der geschnittenen Frucht lassen sich diese Stoffe leicht entfernen“, wissen die Marburger Ernährungsfachleute. Das Salz wird etwa nach einer halben Stunde wieder abgewaschen und die Frucht auf Küchenpapier abgetropft. Dadurch nimmt die Frucht dann beim Braten auch nicht so viel Öl auf.

Auberginen haben sehr wenige Kalorien. Bei den Vitaminen halten sie sich im Mittelfeld. Folsäure ist in etwas höherer Menge enthalten. Die Früchte sind aber natriumarm und kaliumreich, eine positive Eigenschaft, von der Patienten mit erhöhtem Blutdruck profitieren. Das große Plus der Auberginen ist aber eindeutig der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen. Die Bedeutung sekundärer Pflanzenstoffe wurde erst in den 1990er-Jahren entdeckt. Sie haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Auberginen enthalten besonders viele Flavonoide, die das Immunsystem positiv beeinflussen und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken sollen. In früheren Zeiten wurde der Aubergine auch eine Heilkraft bei Rheuma oder Nierenleiden zugeschrieben.

Gewöhnlich wird die Aubergine in viel Öl angebraten serviert. Wer auf den Energiegehalt achten muss, hat damit Probleme. „Dabei schmeckt die Aubergine auch gekocht ganz lecker“, meinen die Ernährungsexperten vom DGK. Zusammen mit anderen Gemüsen und lecker gewürzt, ist die Frucht optisch eine Bereicherung. Doch Vorsicht: Die für die Gesundheit so positiven Flavonoide sind zwar hitzestabil, werden aber in zu viel Kochwasser leicht ausgelaugt. Ein guter Rat ist es daher, das Kochwasser mit zu verwenden oder für die Zubereitung ein Dampfgargerät zu benutzen. Beim Dampfgaren bleiben Vitamine, Mineral- und sekundäre Pflanzenstoffe in deutlich größerer Menge erhalten.

Um Abwechslung auf den Tisch zu bringen, gibt es nachfolgend wieder ein leckeres Rezept mit dem Reinbeißer des Monats Juli, der Aubergine: Einen guten Appetit!

Tipp: Das Rezept können Sie auch im Internet bei www.miele-reinbeisser.de oder unter www.dgk.de herunterladen.

Gefüllte Auberginenhälften sind eine leckere und reichhaltige BeilageGefüllte Auberginenhälften sind eine leckere und reichhaltige Beilage. Foto: Miele

Hinweis an die Redaktionen:
Abdruck bei Fotovermerk Miele honorarfrei

REZEPT

Gefüllte Auberginen

Zutaten

4 Auberginen
100 g gekochter Schinken in Würfeln
100 g Schmelzkäse, zerteilt
Salz, Pfeffer
Petersilie
1 EL Olivenöl
1 Packung Bechamelsoße
20 g Parmesan, gerieben

Zubereitung für 4 Portionen als Beilage
Die Auberginen halbieren und aushöhlen. Die offenen Innenseiten mit Salz bestreuen und eine halbe Stunde ruhen lassen, danach abwaschen und trocken tupfen. Die Hälften in eine flache leicht gefettete Auflaufform legen. Das ausgehöhlte Auberginen-Innere mit den Schinkenwürfeln, dem Käse und den Gewürzen vermengen und in die Auberginenhälften verteilen. Die Bechamelsoße darüber gießen. Mit Olivenöl beträufeln, mit Parmesan bestreuen und offen garen.

Einstellung: Heißluft Ober-/Unterhitze
Temperatur: 170 -190°C 190 - 210°C
Schiene: 1. von unten 1. von unten
Garzeit: 50 - 60 Minuten 50 - 60 Minuten

Pro Portion: 1581 kJ/378 kcal, E 19 g, F 25 g, KH 18 g


zum Download: reinbeisser-rezept-auberginen.pdf


DER REINBEISSER DES MONATS AUGUST

Paprika
Vom spanischen Pfeffer zur süßen Vielfalt – ein Gemüse mit Tradition
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(dgk) Seit einem halben Jahrhundert erst bereichert die Paprika die deutsche Küche. Und doch ist sie auf den Speiseplänen deutscher Haushalte schon eine feste Konstante. „Das hat seinen Grund“, so die Ernährungsexperten vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg. „Kaum ein Gemüse ist so vielseitig einsetzbar, optisch ansprechend und dazu auch noch gesund wie die Paprika.“ Paprika hat wie die meisten Gemüse wenige Kalorien, dazu einen hohen Gehalt an Vitamin C. Außerdem enthalten die Früchte viel Vitamin A und E.

„Der Vitamingehalt ist umso höher, je reifer die Früchte sind“, erläutern die Marburger Experten. Eine reife Frucht ist an der Farbe erkennbar: Zunächst wächst die grüne Paprika am Strauch etwa bis zu ihrer endgültigen Größe heran. Dann färbt sich die Frucht zunächst gelb und anschließend rot. Rote Paprika ist deshalb am süßesten, enthält die wenigsten Bitterstoffe und am meisten Vitamin C.
Gezüchtet wurde die süße Paprika oder Gemüsepaprika einst aus ihren scharfen Vorläufern, den Peperoni oder Chilischoten. Begriffe und Sorten gibt es zahlreiche. Je nach Sorte enthalten die scharfen Paprika eine unterschiedlich große Menge an Capsaicin. Je mehr Capsaicin eine Frucht enthält, desto schärfer ist sie. In der Gemüsepaprika ist kaum noch Capsaicin enthalten. Während die Peperoni früher mangels Pfeffer und anderer Gewürzpulver zum Würzen der Speisen benötigt wurde, überwiegt nun das medizinische Interesse.

Capsaicin wird heute in Salben eingearbeitet, die gegen Muskelverspannungen, Hexenschuss, Arthrose und Neuralgien eingesetzt werden. Immer wieder wird auch eine Wirkung bei Migräne diskutiert. Scharfe Paprika soll den Gehalt an Körperfett verringern, meinen koreanische Wissenschaftler. In Mäusen sollen durch scharfe Paprika auch Prostatakrebszellen abgetötet worden sein.

Eindeutig belegen lassen sich die Vielseitigkeit der Paprika in der Küche und der typische und frische Geschmack, der den Speiseplan so bereichert hat. Paprika lassen sich in Soßen verarbeiten, mit allen möglichen Lebensmitteln füllen und kombinieren und sowohl roh als Fingerfood als auch gekocht als Gemüse genießen. „Roh ist die Frucht am wertvollsten“, betonen die Ernährungswissenschaftler des DGK. Hier bleiben alle Nährstoffe enthalten. Beim Kochen verliert das Gemüse relativ viel Vitamin C. Das Vitamin ist hitzelabil. Da Vitamin C zusätzlich wasserlöslich ist, sollte das Kochwasser sparsam verwendet werden. Eine gesunde Alternative für Paprika ist auch das Dampfgaren, bei dem mit weniger Vitaminverlusten zu rechnen ist als beim herkömmlichen Kochen.

Paprika mal wieder ganz anders auf den Tisch gebracht, damit beschäftigt sich unser „Reinbeißer des Monats“-Rezept in diesem Monat.

Tipp: Das Rezept können Sie auch im Internet bei www.miele-reinbeisser.de oder unter www.dgk.de herunterladen.

Die Paprikasuppe ist eine leckere leichte SommermahlzeitDie Paprikasuppe ist eine leckere leichte Sommermahlzeit. Foto: Miele

Hinweis an die Redaktionen:
Abdruck bei Fotovermerk Miele honorarfrei

REZEPT

Paprikasuppe

Zutaten (für 4 Portionen)

500 g rote Paprikaschoten
1 Zwiebel
20 g Butter
Salz und Pfeffer
500 ml Gemüsebrühe
1 Päckchen Kräuterfrischkäse

Zubereitung
Paprikaschoten und Zwiebel würfeln und zusammen mit der Butter in einen ungelochten Garbehälter geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Im Dampfgarer bei 100°C für 6 bis 8 Minuten garen. Steht kein Dampfgarer zur Verfügung, können die Zutaten auch in einer Schüssel in der Mikrowelle zubereitet werden. In diesem Fall zugedeckt bei maximaler Leistung etwa
8 Minuten garen.

Anschließend das Gemüse pürieren und die Gemüsebrühe dazu geben. Noch einmal abschmecken und zum Erwärmen für weitere 2 Minuten (100°C) in den Dampfgarer geben (Mikrowelle: 2 Minuten bei max. Leistung). Die Suppe in 4 Teller geben. Aus dem Kräuterfrischkäse mit zwei angefeuchteten Teelöffeln kleine Nocken abstechen und in die Suppe gleiten lassen.

Dazu passt gut frisches Baguette.

Pro Portion: 746 kJ/177 kcal, 6 g E, 14 g F, 6 g KH


zum Download: reinbeisser-rezept-paprika.pdf


DIE INITIATIVE „LOBBY FÜR DAS KIND“ INFORMIERT:

Säuglinge wachsen und lernen jeden Tag
Entwicklung des Babys in den ersten drei Lebensmonaten
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(dgk) Ein Baby kommt auf die Welt. Für die Eltern beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, der sehr viel Freude bringt und gleichzeitig mit vielen Anstrengungen verbunden ist. Insbesondere beim ersten Kind sind viele Eltern sehr verunsichert, ob sie alles richtig machen und ob sich ihr Kind normal entwickelt. Ein wichtiger Anhaltspunkt für das gesunde Wachsen und Gedeihen des Babys ist das Gewicht.
Säuglinge wachsen und lernen jeden TagFoto: Bananastock
Im Schnitt wiegen Säuglinge nach der Geburt zwischen 2.800 und 4.200 Gramm. Viele Eltern erschrecken, wenn ihr Baby in seinen ersten zwei bis drei Lebenswochen Gewicht verliert anstatt zuzunehmen. Dies ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung, sondern völlig normal. 10 bis 15 Prozent ihres Geburtsgewichtes verlieren Neugeborene in diesem Zeitraum, weil sie über Urin und Stuhlgang Flüssigkeit ausscheiden, jedoch noch verhältnismäßig wenig Nahrung zu sich nehmen. Im Mutterleib hat das Baby genügend Energiereserven angelegt, um diese „Hungerphase“ zu bewältigen.

Spätestens nach drei Wochen sollte das Geburtsgewicht wieder erreicht sein. Danach geht es mit dem Gewicht rasch aufwärts: In den ersten drei Lebensmonaten verdoppelt es sich – der typische Babyspeck wird angelegt. Nach der Geburt beträgt der Körperfettanteil nur 10 Prozent, nach vier Monaten sind es bereits 40 Prozent. Diese Fettreserven sind wichtig, denn Babys zehren davon, zum Beispiel wenn die ersten Infektionskrankheiten auftreten.

Der erste Monat: Schlafen und Reflexe
Im ersten Lebensmonat ist das Neugeborene hauptsächlich damit beschäftigt, sich an das Leben außerhalb des Mutterleibes zu gewöhnen. Es kann noch nicht besonders gut schlafen, da es sich erst an den Schlaf-Wachrhythmus gewöhnen muss. Im Schnitt schlafen Babys im ersten Monat trotzdem zwanzig Stunden pro Tag. Diese lange Schlafzeit ist für sie ein Selbstschutz, damit sie nicht von den vielen neuen Einflüssen überwältigt werden.
In den wachen Phasen sind Neugeborene bereits erstaunlich aktiv. Sie besitzen von Geburt an eine Reihe von Reflexen, die ihnen das Eingewöhnen in die neue Umgebung erleichtert. Einige dieser Reflexe wie der Such- oder der Umklammerungsreflex verschwinden nach einigen Monaten, weil sie unwichtig werden. Viele der unwillkürlichen Reflexbewegungen werden später von den Kleinen bewusst selbst gesteuert. Spielzeug ist in diesem Lebensabschnitt noch nicht nötig – das liebste „Spielzeug“ der Babys ist das Gesicht der Eltern. Die neuen Sinneseindrücke, das heißt Farben, Geräusche, Stimmen und Gerüche sind Anregung genug für die kleinen Erdenbürger.

Der zweite und dritte Monat: Lächeln und erstes Spielzeug
Im zweiten und dritten Lebensmonat schlafen Säuglinge nur noch rund 15 Stunden pro Tag. Es zeigen sich erste Ansätze eines Tag-Nacht-Rhythmus, jedoch dauern die Durchschlafphasen meist nicht länger als fünf Stunden. Weinen ist die wichtigste Art für Babys, sich mitzuteilen. Eltern finden meist relativ rasch heraus, welche unterschiedlichen Bedürfnisse Säuglinge mit ihrem Weinen ausdrücken möchten. Irgendwann in diesen ersten Monaten wird das Baby seine Eltern das erste Mal bewusst anlächeln. Für wenige Sekunden kann es seinen Kopf heben, wenn es auf dem Bauch liegt. In dieser Lage stützt es sich auch auf die angezogenen Knie und macht Kriechbewegungen.
Im zweiten Lebensmonat sind die Hände meist zu Fäusten geschlossen und das Baby umklammert alles, was man ihm gibt. Es strampelt, spielt mit seinen Fingern und beginnt, seine Füße zu entdecken. Die Eltern können nun auch gut im Gesicht ihres Nachwuchses seine Bedürfnisse und Stimmungen ablesen. Im dritten Lebensmonat wird die Körperhaltung des Babys entspannter. Die Hände sind nun häufiger geöffnet und Arme und Beine werden gestreckt. Jetzt haben die kleinen auch Spaß an ihrem ersten Spielzeug. Dafür eignen sich Rasseln, Beißringe oder weiche, waschbare (Frottee-)Tierchen.

Die ersten drei Lebensmonate des Säuglings sind also eine Zeit, in der sich zum einen die Eltern mit ihrem Nachwuchs vertraut machen und sich die Säuglinge zum anderen an das Leben außerhalb des Mutterleibes gewöhnen.


Hinweis für Redaktionen:

LOBBY FÜR DAS KIND hat sich die Information von (werdenden) Eltern über die Gesundheit ihres Kindes im Mutterleib und in der ersten Lebensphase zum Ziel gesetzt. In den letzten Monaten haben wir Sie mit Themen rund um eine gesunde Schwangerschaft und Geburt versorgt. Im zweiten Teil der Kampagne werden wir Sie nun in den nächsten Monaten über das gesunde Wachsen und Gedeihen des Kindes in der ersten Lebensphase informieren.
Die Initiatoren dieser Kampagne sind die Initiative des Kinderzentrums München, die Klinik für Geburtsmedizin der Charité Berlin, die Stiftung für das behinderte Kind und das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK).
Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.
Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)


Typ-2-Diabetes ist ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfall
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(dgk/DDZ) Menschen mit einem Typ-2-Diabetes sind häufig besonders frühzeitig auch von einer rasch voranschreitenden Arteriosklerose betroffen. Entsprechend ist das Risiko für eine Herzgefäßerkrankung (KHK) bei Diabetikern im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um etwa das Zwei- bis Vierfache erhöht. Rund 80 Prozent aller Typ-2-Diabetiker sterben an den Folgen einer Herzgefäßerkrankung. Neben dem Herzinfarkt ist auch der Schlaganfall eine bedrohliche und häufige Folge der frühzeitigen Gefäßschädigung

Ein Schlaganfall kann prinzipiell jeden treffen. Es gibt jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, die das Auftreten eines Schlaganfalls begünstigen. Neben Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, schlechten Blutfettwerten, Übergewicht, Rauchen und zu wenig körperlicher Aktivität gehört hierzu auch der Diabetes mellitus. Untersuchungen aus der Vergangenheit zeigen, dass 16 bis 24 Prozent aller Patienten, die sich mit einem Schlaganfallereignis im Krankenhaus vorstellen, einen bisher nicht erkannten Diabetes haben. Hinzu kommt, dass eine Diabeteserkrankung die Prognose nach einem Schlaganfall oft zusätzlich verschlechtert: Die Krankenhausaufenthalte sind länger, die Sterblichkeit ist höher und es kommt häufiger zu bleibenden Behinderungen.

Wissenschaftler aus den USA und aus Kanada haben bei 12.272 Typ-2-Diabetikern das Schlaganfall-Risiko in den ersten Jahren nach der Diabetes-Diagnose untersucht und mit den Zahlen in der Allgemeinbevölkerung verglichen. Die Ergebnisse wurden vor kurzem in der Fachzeitschrift Stroke veröffentlicht.

Das Team um den Neurologen Thomas Jeerakathil von der medizinischen Universität in Alberta (Kanada) schloss in die Untersuchung alle Patienten ein, die sich in einem bestimmten Zeitraum bei einem Arzt in der Region Saskatchewan vorgestellt und dort erstmals ein Rezept für ein Diabetesmedikament (Tabletten) erhalten hatten. Die Patienten wiesen zu Studienbeginn ein Durchschnittsalter von 64 Jahren auf. Während der fünf Folgejahre wurden sämtliche Fälle dokumentiert, die sich mit einem Schlaganfallereignis im Krankenhaus vorgestellt hatten.

Das Ergebnis: Insgesamt hatten 9,1 Prozent aller Diabetiker in dem fünfjährigen Beobachtungszeitraum einen Schlaganfall erlitten. Die altersstandardisierte Rate der Schlaganfall-Neuereignisse (Inzidenzrate) betrug während dieser Zeit 642 pro 100.000 Personenjahre. Im Vergleich hierzu lag die Inzidenzrate in der Allgemeinbevölkerung „nur“ bei 313 pro 100.000 Personenjahre. Mit anderen Worten: Die Schlaganfallhäufigkeit hatte sich bereits in den ersten Jahren der Diabeteserkrankung um mehr als das Doppelte erhöht.

Am stärksten betroffen waren die jüngeren Typ-2-Diabetiker: In der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen lag die Schlaganfallhäufigkeit um das 5,6-fache höher als bei gleichaltrigen Nicht-Diabetikern. Bei Personen über 75 Jahre war die Schlaganfallhäufigkeit immerhin noch um das 1,8-fache erhöht.

Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Jeerakathil T, Johnson JA, Simpson SH et al. Short-Term Risk for Stroke Is Doubled in Persons With Newly Treated Type 2 Diabetes Compared With Persons Without Diabetes. A Population-Based Cohort Study. Stroke May 2007; published online before print, doi:10.1161/STROKEAHA.106.481390

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de
Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf
Telefon: 02 11 / 33 82 - 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103
E-Mail: scherbaum(à)ddz.uni-duesseldorf.de


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