DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 48, 3 - 2007 - Themen: CMV, Cytomegalie, häufige Virusinfektionen in der Schwangerschaft, Gesundheit nach Plan, Welche Vorsorgeuntersuchungen in welchem Alter, 4.000 Tonnen Arzneimittel landen auf dem Müll , Wi
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 48, 3 - 2007 - Themen: CMV, Cytomegalie, häufige Virusinfektionen in der Schwangerschaft, Gesundheit nach Plan, Welche Vorsorgeuntersuchungen in welchem Alter, 4.000 Tonnen Arzneimittel landen auf dem Müll , Wie entsteht Seitenstechen?, Tee ist ohne Milch gesünder, Zyklusabhängige Beschwerden – Allergie gegen köpereigene Hormone?, 20. März 2007: Tag des Vergiftungsschutzes, Sicherer Spielplatz - Aktionen, Gebärmutterhalskrebs: Neue Website von ZERVITA, Spülschwamm und Putzlappen in die Mikrowelle, Arztbesuch online - Rat im Internet, Initiative LOBBY FÜR DAS KIND, Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit, DEUTSCHES DIABETES-ZENTRUM (DDZ), Bei Gewichtszunahme verändert sich Darmflora
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 48, 3 - 2007

CMV – nie gehört!
(2.832 Zeichen)

(dgk) Das muss und wird sich ändern. Denn die Cytomegalie gehört zu den häufigsten Virusinfektionen, die Kinder während der Entwicklung im Mutterleib schädigen können. Schätzungen zufolge sind weltweit zwischen 0,2 bis 2,4 Prozent aller Neugeborenen mit CMV infiziert.

Hinter der Abkürzung CMV verbirgt sich das CytoMegalie-Virus. Obwohl es bei uns die häufigste Virusinfektion in der Schwangerschaft ist und damit noch vor den Röteln oder der Toxoplasmose rangiert, und obgleich es Möglichkeiten der Vorsorge gibt, können sich die meisten Frauen weder unter CMV noch unter Cytomegalie etwas vorstellen.

Von den jährlich etwa 700.000 Frauen, die ein Kind erwarten, ist rund die Hälfte seronegativ, d. h. hat noch keinen Kontakt mit CMV gehabt. Mindestens ein Prozent dieser Frauen steckt sich jedoch während der Schwangerschaft erstmals damit an, also etwa 3.400 Frauen.

Baby Das Risiko, dass auch das Kind infiziert wird, beträgt mehr als 40 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das: 1.500 Kinder stecken sich im Mutterleib an, 500 davon erleiden Wachstumsverzögerungen, Gehirnentzündungen, Leber- und Milzvergrößerung, Schwerhörigkeit oder Augenschäden. 40 Kinder sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen einer Erstinfektion ihrer Mütter während der Schwangerschaft. Das Tückische: Auch wenn Kinder infizierter Frauen bei der Geburt gesund sind, können sie trotzdem später noch erkranken, am häufigsten entwickeln sich Hörstörungen. Etwa 15 Prozent der Kinder sind davon betroffen.

Da ein Test auf CMV nicht in den Mutterschaftsrichtlinien enthalten ist, wird diese Untersuchung auch nicht routinemäßig angeboten (und im Allgemeinen auch nicht von den Krankenkassen bezahlt, er kostet ca. 13 €).

Erst wenn sich Symptome beim Kind zeigen, wird derzeit der CMV-Test durchgeführt. Beispielsweise wenn die Ultraschalluntersuchung zeigt, dass das Baby zu klein ist. Besser: Selbst die Initiative ergreifen und den Gynäkologen ansprechen. Eine einfache Blutuntersuchung gibt Sicherheit. Stellt sich heraus, dass die Frau seronegativ ist, also keine Antikörper im Blut hat, sollte der Test alle acht bis zwölf Wochen wiederholt werden.

Und die werdende Mutter sollte einige einfache Hygieneregeln beachten, um sich so gut wie möglich vor Ansteckung zu schützen:
Wer in Kinderkliniken oder in Kindergärten tätig ist, hat ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Bei Kleinkindern wird das Virus in 10 bis 30 Prozent in Urin und Speichel ausgeschieden, ohne dass bei ihnen Krankheitszeichen sichtbar wären. Daher wird regelmäßiges gründliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife empfohlen, z. B. nach Windelwechsel, Füttern oder Kontakt mit Speichel.
Tassen, Löffel, Gläser etc. möglichst nicht gemeinsam mit Kindern benutzen und Gegenstände und Oberflächen, die mit Urin und Speichel von Kleinkindern in Kontakt kamen, reinigen.

Laut Biostoffverordnung vom 12. Februar 2007 sollen sich Cytomegalie-seronegative Frauen in der vorschulischen Kinderbetreuung während der Schwangerschaft nur mit Kindern über drei Jahren beschäftigen und dabei engen Körperkontakt und den Kontakt zu Urin, Speichel und Tränenflüssigkeit meiden. Auch die Centers for Disease Control and Prevention in den USA geben eine ähnliche Empfehlung heraus.

Weitere Informationen finden Sie ab sofort auch online unter www.dgk.de/cytomegalie.

Eine ausführliche Basispressemappe halten wir für Sie bereit. (Bestellung telefonisch unter 0 64 21/ 293 – 120 oder per E-Mail an: anke.rabenau(à)kilian.de)

Cytomegalie-Virus (CMV) - Infektionen in der Schwangerschaft


Gesundheit nach Plan
Welche Vorsorgeuntersuchungen in welchem Alter?
(3.400 Zeichen)

(dgk) Mit Hilfe der Vorsorgeuntersuchungen sollen Gefahren für die Gesundheit rechtzeitig erkannt werden. Erkrankungen, die sich noch nicht einmal durch Beschwerden bemerkbar gemacht haben, können so frühzeitig erkannt und behandelt werden. Denn für viele Krankheiten gilt: Je früher sie diagnostiziert werden, desto größer sind die Heilungschancen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung sind Vorsorgeuntersuchungen wie die Untersuchung zur Früherkennung von Krebs, Schwangerschaftsvorsorge, der Gesundheits-Check-Up, die Untersuchungen zur Zahnvorsorge sowie Schutzimpfungen von der Praxisgebühr befreit.

Frauen

Ab 20: Frauen ab 20 Jahren wird einmal im Jahr eine gynäkologische Untersuchung bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt empfohlen. Hierbei sollten eine gezielte Anamnese (zum Beispiel Fragen nach Blutungsstörungen, Ausfluss), eine Inspektion des Muttermundes, ein Krebsabstrich und eine zytologische Untersuchung, eine gynäkologische Tastuntersuchung sowie die Beratung über das Ergebnis erfolgen.

Ab 30: Ab 30 Jahren sollten Frauen jährlich ihre Brust und die Haut untersuchen lassen – Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Bei der Krebsvorsorgeuntersuchung entnimmt der Arzt einen Abstrich, der auf Krebszellen untersucht wird. Die Brustuntersuchung erfolgt in Verbindung mit einer Untersuchung der Haut. Dazu gehören eine gezielte Anamnese (zum Beispiel Fragen nach Veränderungen/Beschwerden der Haut und der Brust), die Inspektion und das Abtasten der Brust und der regionären Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung sowie die Beratung über das Ergebnis.

50 bis 69: Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben alle 2 Jahre Anspruch auf Teilnahme am bundesweiten Mammographie-Screening. Dabei wird die Brust geröntgt, um eventuelle Tumore so früh wie möglich zu finden.

Männer

Ab 45: Männer ab 45 Jahren sollten jährlich eine Untersuchung des Enddarms, der Prostata und der Geschlechtsorgane vornehmen lassen, dabei wird zusätzlich die Haut kontrolliert. Dazu gehörtendann eine gezielte Anamnese (z. B. Fragen nach Veränderungen/Beschwerden), eine Inspektion und Abtasten der äußeren Geschlechtsorgane, das Abtasten der Prostata, eine Tastuntersuchung der regionären Lymphknoten und die entsprechende Beratung über das Ergebnis.

Frauen und Männer

Ab 35: Häufig auftretende Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-, Nierenerkrankungen sowie die Zuckerkrankheit werden beim Gesundheits-Check-Up „ins Auge“ gefasst. Frauen und Männer ab 35 Jahren können diesen „Körper-TÜV“ alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. Das umfasst unter anderem folgende Leistungen: Anamnese, insbesondere die Erfassung des Risikoprofils, klinische Untersuchungen (körperliche Untersuchung einschließlich Blutdruckmessen), Blut- und Urinuntersuchungen sowie die Beratung über das Ergebnis.

Ab 50: Dickdarm- und Rektumuntersuchung: Frauen und Männer ab 50 sollten einmal jährlich eine Untersuchung des End- und des Dickdarms durchführen lassen. Dazu gehörten eine Tastuntersuchung des Enddarms und die Untersuchung einer Stuhlprobe auf verborgenes Blut. (jährlich bis zum Alter von 55 Jahren).

Ab 55: Ab diesem Alter können Frauen und Männer zur Früherkennung von Dickdarmkrebs eine Darmspiegelung vornehmen lassen. Dabei können mögliche Vorstufen von Dickdarmkrebs entdeckt und entfernt werden. Die Untersuchung kann im Abstand von 10 Jahren zwei Mal in Anspruch genommen werden. Als Alternative wird empfohlen, alle zwei Jahre eine Stuhlprobe auf verborgenes Blut untersuchen zu lassen.

Die Zähne sollten bei Kindern und Erwachsenen in jedem Kalenderhalbjahr durch eine Zahnvorsorge-Untersuchung kontrolliert werden.

Hinweis: Die Übersicht zu Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen wird laufend aktualisiert. Weitere Informationen: www.die-gesundheitsreform.de


Gesundheit oder Tablettenfrust
Etwa 4.000 Tonnen Arzneimittel landen jährlich auf dem Müll
(2.290 Zeichen)

(dgk) Die beste Arznei nützt nichts, wenn man sie nicht nimmt. Wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu alarmierenden Ergebnissen: Nicht einmal jeder zweite Patient, der an einer gefährlichen chronischen Erkrankung wie Bluthochdruck oder Diabetes leidet, nimmt regelmäßig seine Tabletten. Die anderen setzen sie irgendwann ab. Mangelnde Therapietreue ist sogar unter Brustkrebspatientinnen verbreitet. Ein Jahr nach Behandlungsbeginn nehmen nur noch 77 Prozent der Patientinnen ihre Medikamente ein, nach vier Jahren sind es nur noch die Hälfte. Das hat eine Studie in den USA ergeben, berichtet der "Ratgeber aus Ihrer Apotheke" in seiner April-Ausgabe.

Tabletten im Mülleimer und nicht eingelöste Rezepte beweisen: Hier liegt offenkundig einiges im Argen. Viele fürchten sich vor zu vielen Tabletten, kommen mit den häufigen Einnahmezeiten nicht klar oder haben Angst vor Nebenwirkungen. Nicht selten wird die Tabletteneinnahme auch schlicht vergessen, insbesondere im fortgeschrittenen Alter sind manche Patienten mit den der Einnahme vieler verschiedener Medikamente leicht überfordert.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Der geschäftige Fließbandbetrieb in vielen Arztpraxen ermuntert nicht gerade zu vertraulichen Gesprächen. Oft fehlt die Zeit für eine ausführliche Erläuterung der Behandlung. Doch ein gutes Vertrauensverhältnis zum Arzt ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Teilen Sie ihm Ihre Vorbehalte mit, bestimmte Medikamente einzunehmen. Möglicherweise gibt es Alternativen. Wenn Sie nicht mehrmals täglich Tabletten einnehmen möchten, bieten sich vielleicht Kombinationspräparate mit längerer Wirkzeit an. Lassen Sie sich in jedem Fall den Sinn der Behandlung genau erklären. Haken Sie selbstbewusst nach, wenn Sie das Fachchinesisch nicht verstehen.

Machen Sie sich auch an anderer Stelle schlau über Ihre Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten: Ihr Apotheker ist immer ein kompetenter Ansprechpartner bei allen Fragen rund um Arzneimitteleinnahme und -wirksamkeit. In Selbsthilfegruppen finden chronisch Erkrankte sachkundige Gesprächspartner und viel Unterstützung. Nehmen Sie Ihre gesundheitlichen Probleme konsequent in Angriff, dann sind Sie ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert.

Eine Tablettenbox, die einmal in der Woche „gepackt“ wird, kann helfen, den Überblick zu wahren und das tägliche Leben zu erleichtern. Am besten steht die Box griffbereit auf dem Tisch, so dass die richtige Dosis zu jeder Mahlzeit nicht vergessen wird. Die Kassette ist auch auf Reisen praktisch. Noch ein Tipp: Die Beipackzettel bitte immer aufheben.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke,
Ausgabe 4/A 2007 (1. April)


WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

Wie entsteht Seitenstechen?
(1.724 Zeichen)

(dgk) Sobald sie einsetzen, wird der gute Vorsatz, wieder regelmäßig zu laufen, schnell über Bord geworfen: Seitenstiche machen nicht nur das Joggen zur Qual. Sie treffen meist untrai-nierte Laufanfänger oder Sportler in extrem hohen Belastungsphasen, zum Beispiel bei Wettkämpfen.

 Seitenstechen trifft oft Läufer, die sich überlasten Seitenstechen trifft oft Läufer, die sich überlasten. Foto: photodisc


Sportmediziner konnten die Ursache für Seitenstiche bislang nicht eindeutig bestimmen, nähern sich dem Thema jedoch mit folgenden möglichen Erklärungen:

Erstens: Die Milz könnte das Stechen verursachen. Denn die Milz speichert sehr viel Blut. Bei körperlicher Anstrengung benötigen die Muskeln auch mehr Blut. Daher zieht sich die Milz zusammen und pumpt mehr Blut in die Blutgefäße. Dadurch könnten dann die Stiche entstehen. Aber: Die Milz liegt im linken Oberbauch, Seitenstiche treten aber auch rechts auf. Zweitens: Durch falsche Atemtechnik oder zu schwache Bauchmuskeln verkrampft sich das Zwerchfell. Es ist mit Sauerstoff unterversorgt, und das macht sich durch lästiges Seitenstechen bemerkbar.

Diese beiden Theorien werden von der Empfehlung begleitet, zwei bis drei Stunden vor dem Sport keine feste Nahrung zu sich zu nehmen. Denn dann könnte die Milz in Verbindung mit der Leber, dem Magen und dem Darm für das Stechen verantwortlich sein. Diese Organe sind dann alle an der Verdauung beteiligt. Und auch das Zwerchfell ist in den Verdauungsvorgang eingebunden: Es ist mit den Verdauungsorganen durch viele verschiedene Bänder verbunden, so dass es durch das Gewicht der Organe nach unten gezogen würde.

Generell sollten Untrainierte mit geringer Belastung laufen. Als Faustregel gilt: Man sollte sich beim Laufen noch gut unterhalten können, denn auch die Atemmuskulatur muss sich langsam an das Training gewöhnen.

Wenn es doch mal stechen sollte, raten Experten und Betroffene: Langsamer laufen oder eine Pause einlegen, eine Hand auf die stechende Stelle legen und beim Ausatmen den Druck lösen, tief und regelmäßig atmen. Hilfreich kann es auch sein, beim Ausatmen die Arme hoch zu nehmen und den Oberkörper nach vorne zu beugen.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Tee ist ohne Milch gesünder
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(dgk) Der berühmte Fünf-Uhr-Tee ist weniger gesund als bisher gedacht: Berliner Kardiologen haben entdeckt, dass der von Briten heiß geliebte Tee seine positive Wirkung auf Herz und Kreislauf verliert, wenn er einen Schuss Milch abbekommt.

Schwarzer Tee kann bei regelmäßigem Genuss zum Beispiel vor Gefäßverkalkungen und Koronarer Herzkrankheit schützen, das Herzinfarktrisiko reduzieren und möglicherweise auch das Krebsrisiko senken. Die Ursache für diesen positiven Effekt vermuten Forscher in dem Inhaltsstoff Katechin, der Hauptbestandteil der so genannten Gerbsäuren im Tee ist.
Einer Studie von der Kardiologie an der Berliner Charité unter Leitung von Prof. Dr. Verena Stangl zufolge mindert Milch die gefäßschonenden Eigenschaften des Tees und damit die positiven Gesundheitseffekte des Getränks.

In ihrer Studie ließen die Berliner Forscher 16 Frauen jeweils einen halben Liter schwarzen Darjeeling-Tee pur, Tee mit Milch oder heißes Wasser trinken. Anschließend erhöhten sie den Blutdruck der Probandinnen künstlich und maßen den Blutfluss im Unterarm per Ultraschall. Dabei zeigte sich, dass nur bei den Frauen, die puren Tee getrunken hatten, die Gefäße erweitert waren. Bei den Frauen, die Tee mit Milch oder Wasser erhalten hatten, dagegen nicht.

Auch weitere Experimente mit isolierten Stücken von Ratten-Aorten (Aorta: Hauptschlagader) lieferten dieselben Ergebnisse: Schwarzer Tee erweiterte im Gegensatz zu Tee mit Milch und heißem Wasser die Gefäße und erhöhte die Konzentration des Enzyms eNOS um das Vierfache. Dieses Enzym ist für die Synthese des Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO) verantwortlich, der eine Erweiterung von Blutgefäßen bewirkt.

Wie die Wissenschaftler in weiteren Versuchen herausfanden, unterbinden die in der Milch enthaltenen Kaseine die NO-Produktion. Die Kaseine binden an bestimmte im Tee enthaltene Polyphenole, Katechine, die für die NO-Synthese eine wichtige Rolle spielen, vermuten die Forscher. Die Wissenschaftler nehmen außerdem an, dass Milch auch andere gesundheitsfördernde Effekte des Tees unterdrücken könnte wie etwa den Schutz vor Krebserkrankungen.

Quelle: Pressemitteilung der Charité Berlin: Wer auf die Milch im Tee verzichtet, lebt gesünder - Milch setzt gefäßschützenden Wirkstoff Katechin außer Kraft. (09.01.2007); PZ 3/2007 MEDIZIN, European Heart Journal(DOI: 10.1093/eurheartj/ehl442).


Zyklusabhängige Beschwerden – Allergie gegen köpereigene Hormone?
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(dgk) So manche Frau quält sich regelmäßig mit Menstruationsbeschwerden. Der texanische Wissenschaftler Dr. Richard H. Richardson und sein Team fanden nun heraus, dass für perimenstruelle Beschwerden (während der Periode) wie Migräne, Asthma oder Entzündungen der Haut eine Allergie auf die körpereigenen Hormone Östrogen und Progesteron verantwortlich sein könnte.

In der Studie wurde 368 Frauen mit perimenstruellen Beschwerden Blut aus der Vene entnommen. Die Kontrollgruppe umfasste 302 gesunde Frauen zwischen 24 und 47 Jahren. Tatsächlich wiesen die Frauen mit zyklusabhängigen Beschwerden signifikant erhöhte Werte der Antikörper IgG, IgM und IgE auf, immer zu genau den Zeitpunkten, wenn auch die Beschwerden auftraten. Erhöhte Werte von IgE-Antikörpern sind ein für Allergiker typischer Befund.
Eine Allergie auf Geschlechtshormone galt bisher als unwahrscheinlich. Die Moleküle seien zu klein, um Allergien auszulösen. Die Wissenschaftler aus Texas vermuten daher, dass per Sexualhormonbindungsglobulin (SHBG) gebundene Hormone für die allergische Reaktion verantwortlich sind. In dieser Form sind sie groß genug, um von den Immunzellen wahrgenommen und im Fall einer Allergie „bekämpft“ zu werden.

Fazit der Studie: In Zukunft können zyklusabhängige Beschwerden möglicherweise beim Allergologen hyposensibilisiert werden. Doch bis es so weit ist, werden weitere Studien und Untersuchungen zu diesem Thema vonnöten sein. Die Entdeckung der "Hormonallergie" könnte zukünftig eine Menge Krankheiten erklären.

Quelle: Russel R. Roby, M.D., Dr. Richard H. Richardson, , PhD Aristo Vojdani, PhD,: Hormone Allergy, American Journal of Reproductive Immunology, Vol. 55, Issue 4, April 2006


MELDUNGEN

Tagesmütter – engagierter Beitrag zur Unfallprävention
Informationstag „Vergiftungsschutz für Kinder im Haushalt“ am 20. März 2007
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(dgk) Mit dem bundesweiten Informationstag „Vergiftungsschutz für Kinder im Haushalt“ am 20. März 2007 macht das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) zum wiederholten Mal auf Vergiftungsgefahren im Haushalt aufmerksam. Mit dem kalendarischen Beginn des Frühlings wollen die Initiatoren insbesondere auf Vergiftungsrisiken im Zusammenhang mit dem alljährlichen Frühjahrsputz hinweisen.

In diesem Jahr sind die praktischen Empfehlungen zum Umgang mit Reinigungsmitteln und die Anregungen zur frühen Sicherheitserziehung auf eine besondere Zielgruppe zugeschnitten: Tagesmütter. „Wir haben diese Zielgruppe gewählt, weil wir den wertvollen Beitrag, den Tagesmütter mit der fachkundigen Betreuung von Kindern leisten, unterstützen wollen. Schon jetzt, also Wochen vor dem bundesweiten Informationstag registrieren wir großes Interesse von Tagesmüttern an unseren Tipps und Empfehlungen zum Schutz vor Vergiftungen in der häuslichen Umgebung. Diese positive Resonanz ist ein Beweis für das Engagement und das verantwortliche Handeln der Tagesmütter“, sagt Klaus Afflerbach, Leiter des Forums Unfallprävention beim DGK.

Die Aufklärungsaktion wird in diesem Jahr von Bitrex®, Kaufland und dm-drogerie markt mit tatkräftigem Engagement unterstützt. Sowohl Kaufland als auch dm-drogerie markt setzen bereits seit mehreren Jahren in vielen ihrer Produkte Bitrex® ein, um die Sicherheit für Kinder zu erhöhen und die Umgebung für kleine Entdecker noch sicherer zu machen.

Durch den extrem bitteren Geschmack, der durch den Bitterstoff Bitrex erzielt wird, spucken Kinder eine gesundheitsschädliche oder sogar giftige Substanz in der Regel schon beim ersten zaghaften Probieren sofort aus. Mit engagierten Tagesmüttern und -vätern sowie innovativen und gesellschaftlich verantwortlichen Unternehmen können Vergiftungsrisiken im Kindesalter wirksam minimiert werden.


Sicherer Spielplatz
Aktionen zu Beginn der Spielplatzsaison
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(dgk) Zu Beginn der diesjährigen Spielplatzsaison regt das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) an, durch Aktionen vor Ort die Aufmerksamkeit auf notwendige Sicherheitskriterien für Spielplätze und Spielgeräte zu richten. So zum Beispiel zu Spielplatzfesten, bei denen Eltern und Kinder nicht nur gemeinsam spielen, sondern auch den Blick auf notwendige Sicherheitsvorkehrungen und sichere Verhaltensweisen beim Spielen richten.

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages „Sicherer Spielplatz“ (25. März) stellt das Forum Unfallprävention im DGK unter dem Titel „Spielplatz-Check“ eine Übersicht zu Sicherheitskriterien für Spielgeräte zur Verfügung, mit der gravierende gerätetechnische Mängel identifiziert werden können.

Helm ab!
Fahrradhelme stellen beim Klettern und Toben an Spielgeräten ein erhöhtes Unfallrisiko dar. Denn mit den Haltegurten können die Helme an engen Fangstellen oder Seilknoten hängen bleiben und zur Strangulationsgefahr werden. Zudem können spielende Kinder, die auf dem Spielplatz einen Fahrradhelm tragen, an engen Einstiegen und Durchlaufbarrieren, die meist an Kletter- und Rutschgeräten anzutreffen sind, mit dem Helm so heftig anstoßen, dass schwere Genickverletzungen die Folge sein können. Diese Unfallrisiken durch Fahrradhelme gelten übrigens nicht nur an Spielgeräten – auch beim Klettern auf Bäumen bestehen ähnliche Gefahren.

Das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. rät Trägern von Spielplätzen deshalb dazu, im Eingangsbereich von Spielplatzanlagen kindgerechte Warnhinweise in Form von Piktogrammen aufzustellen, mit denen Kinder und Eltern aufgefordert werden, die Fahrradhelme zum Spielen abzunehmen.

Spielplatz: Helm ab!Dieses Piktogramm kann als jpg-Datei in Farbe oder Schwarz-Weiß beim Forum Unfallprävention im DGK e. V. angefordert werden.

Das Faltblatt „Spielplatz-Check“ kann gegen Einsendung eines rückadressierten und mit 1,45 € frankierten DIN-A5-Umschlags angefordert werden. Adresse: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Forum Unfallprävention, Stichwort „Spielplatz-Check“, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.


Nützliche Informationen im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs
Neue Website von ZERVITA
(1.401 Zeichen)

(dgk) Bei kaum einer anderen Krebsart ist die Früherkennung so effektiv wie beim Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Rechtzeitig erkannt, ist er fast immer heilbar; auch stehen mittlerweile vorbeugende Impfstoffe zur Verfügung. Dennoch nutzen in Deutschland derzeit nur etwa 30 bis 50 Prozent aller Frauen die kostenlose Früherkennungsuntersuchung. Motivation und Information fehlen offenbar.

Deshalb hat sich im vergangenen Jahr die Expertengruppe ZERVITA unter dem Vorsitzenden Prof. Dr. Thomas Iftner, Virologe am Universitätsklinikum Tübingen, gegründet. Das Expertengremium aus Vertretern von Fachgesellschaften, Berufsverbänden, Forschungsinstitutionen und Krebsorganisationen hat sich zum Ziel gesetzt, Öffentlichkeit und Fachkreise objektiv und fundiert über Gebärmutterhalskrebs, Früherkennung und Vorbeugung zu informieren.

Dazu dient auch die neue Website. Sie bietet Informationen über die unter anderem von der EU geförderte ZERVITA-Kampagne im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs sowie über die Krankheit selbst.
Auch aktuelle Meldungen aus Wissenschaft und Forschung sowie Veranstaltungshinweise und Kontaktadressen finden sich auf den ZERVITA-Seiten, die nach und nach weiter ausgebaut werden sollen.

Hauptverantwortliche für die Website sind das Deutsche Grüne Kreuz e. V. in Marburg, das die Pressestelle für ZERVITA übernommen hat, die ZERVITA-Geschäftsstelle am Institut für Frauengesundheit Baden-Württemberg in Tübingen sowie der Krebsinformationsdienst beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Neue Website von ZERVITA


Spülschwamm und Putzlappen in die Mikrowelle
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(dgk) Waschen Sie Ihre Schwämme und Lappen für die Küche regelmäßig? Das geht auch einfacher: Schon zwei Minuten in der Mikrowelle töten 99 Prozent aller Keime in Wischlappen und Co. ab oder inaktivieren sie. Das haben die amerikanischen Forscher um Gabriel Bitton aus Florida gezeigt.

Diese Textilien gehören zu den am stärksten mit Bakterien und zum Teil auch Viren belasteten Utensilien im Haushalt und können unter anderem Salmonellen oder andere Erreger von Lebensmittelvergiftungen enthalten. Eine Behandlung in der Mikrowelle kann daher das Risiko, sich mit solchen Keimen zu infizieren, deutlich senken.

Tödlich für die Mikroben ist dabei nach Angaben von Bitton nicht die Strahlung in der Mikrowelle, sondern die Hitze. Er empfiehlt, nach dem Abwischen von potenziell kontaminierten Oberflächen – etwa nach dem Schneiden von rohem Fleisch – Schwämme oder Tücher in nassem Zustand in die Mikrowelle zu geben. Schließlich funktioniere das Gerät, indem es Wassermoleküle zum Schwingen anregt. Vorsicht ist allerdings bei metallhaltigen Schwämmen oder Scheuerpads geboten: Daran können elektrische Entladungen entstehen, die den Mikrowellenofen beschädigen.

Quelle: Gabriel Bitton (University of Florida, Gainesville) et al.: Journal of Environmental Health, Bd. 69, S. 17


Arztbesuch online
Jeder Dritte sucht medizinischen Rat im Internet
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Jeder Dritte sucht medizinischen Rat im Internet Foto: DGK

(dgk) Es sieht so aus, als ob der Gang zum Arzt heutzutage „out“ sei. Jeder dritte Deutsche sucht bei gesundheitlichen Problemen, größeren und kleineren Wehwehchen mittlerweile im www, also online, medizinische Hilfe. Das ist zwar sowohl schnell als auch unkompliziert – aber nicht ohne Risiken.

34,2 Prozent der Bundesbürger über 16 Jahre klickten im vergangenen Jahr Gesundheitsportale an, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) in Berlin mitteilte. Damit berief sich der Verband auf eine Erhebung des europäischen Statistikamtes Eurostat. Innerhalb der Europäischen Union war das Interesse nur in den Niederlanden (45 Prozent) und in Finnland (43,6 Prozent) noch größer.

Kein volles Wartezimmer, keine fremden Menschen, keine Viren und keine verbrauchte Luft: Ein moderner Kranker sucht daher lieber Rat beim Doktor im Netz, der rund um die Uhr verfügbar ist. Interessant sind vor allem Hintergrundinformationen zu bestimmten Krankheiten, die mittlerweile eine Fülle guter Webseiten auch tatsächlich anbieten.

Online gibt es zudem Lexika, Suchmaschinen für Arzt- und Praxensuche und Dienstleistungen, Informationen über alternative Heilmethoden, Selbsthilfegruppen und vieles mehr. Ein häufiger Grund für den Besuch von Gesundheitsportalen ist auch das Einholen einer „zweiten Meinung“. Wer surft, möchte oft noch mehr wissen, als er im kurzen Gespräch mit dem vielbeschäftigten Arzt in der Praxis erfahren kann.

Einen Arztbesuch ersetzen die Online-Portale allerdings nicht. Der Netzdoktor ist zum einen nur virtuell, antwortet zum anderen selten auf konkrete Fragen, und Garantie übernimmt er sowieso keine. Gute Portale weisen ausdrücklich darauf hin: „Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt der Webseite kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.“

Auch wenn individuelle ärztliche Beratung durch Fachärzte angeboten wird, ist Skepsis angesagt. Der direkte Kontakt zwischen Patient und Arzt ist für eine umfangreiche Diagnose unumgänglich.


DIE INITIATIVE „LOBBY FÜR DAS KIND“ INFORMIERT:

Vorsicht mit Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit
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(dgk) Behandlungsbedürftige Erkrankungen treten bei Schwangeren und Stillenden mit ähnlicher Häufigkeit auf wie bei anderen jungen Frauen. Fast alle nehmen irgendwann in dieser Zeit Medikamente ein. Der Anteil an Arzneimitteln, die Frauen wegen einer Grunderkrankung unbedingt benötigen, ist dabei verschwindend gering. Die meisten Produkte werden in der Schwangerschaft oder Stillzeit ohne eine ärztliche Verordnung angewendet.

Gefahr für das Kind?

Arzneistoffe können über die Plazenta oder die Muttermilch in den Blutkreislauf des Kindes gelangen. Eine Arzneimitteleinnahme der Mutter birgt deshalb ein Risiko für das (ungeborene) Kind. Dieses beschränkt sich nicht nur auf verschreibungspflichtige Mittel; auch rezeptfreie und Naturheilpräparate können unter Umständen schaden. Die Gefahr nimmt zu, je mehr Arzneistoffe gleichzeitig angewendet werden. Für Art bzw. Ausmaß der Schädigung spielt der Zeitpunkt der Anwendung eine entscheidende Rolle. Besonders kritisch ist die Phase der Organentstehung zu Beginn der Schwangerschaft sowie der Zeitraum um die Geburt.

Wohl der Mutter

Bei aller Sorge um das Kind ist eine Nicht-Behandlung der Mutter auch nicht die Lösung; denn dadurch kann die Gesundheit von Mutter und Kind ebenso schwer beeinträchtigt werden. Jede Missempfindung der Mutter kann sich auch als Stress auf das Ungeborene auswirken. Wird die Therapie von bestimmten Krankheiten wie beispielsweise Asthma oder Bluthochdruck einfach abgebrochen oder unterlassen, können sich diese so verschlimmern, dass nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind massiv gefährdet ist.

Gebrauch kritisch abwägen

Bevor die Mutter ein Arzneimittel anwendet, ist im Einzelfall der erwartete Nutzen gegenüber dem möglichen Risiko abzuwägen. Es gilt der Leitsatz: so viel wie nötig und so wenig wie möglich! Für die meisten Erkrankungen gibt es Medikamente, die ausreichend für die Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit erprobt sind. Nach heutigem Wissen ist nur ein geringer Anteil aller vorgeburtlichen Entwicklungsstörungen (Fehlbildungen) durch äußeren Einfluss verursacht. Die Anzahl der garantiert schädigenden Substanzen ist gering. Regelmäßiger Konsum von Alkohol und harten Drogen führt übrigens häufiger zu einer Schädigung des Kindes als Arzneistoffe.

Gebrauchsinformation häufig wenig aussagekräftig

Die gängige Empfehlung: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage...“ hilft bei Fragen zur Medikamenteneinnahme in Schwangerschaft und Stillzeit selten weiter. Die dort abgedruckten Informationen des Herstellers sind leider spärlich und eher zurückhaltend formuliert. Meist findet sich der Hinweis „kontraindiziert“. Dabei wird häufig nicht differenziert, ob es sich tatsächlich um eine ernst zu nehmende Warnung vor einem potenziellen Risiko handelt oder ob lediglich vorsorgliche Gründe dahinter stecken, da Erfahrungen unzureichend sind oder der Hersteller sich von vornherein einer möglichen Haftung entziehen will. Medizinische Fachinstitute haben sich glücklicherweise inzwischen der Problematik angenommen, indem sie unerwünschte Arzneimittelwirkungen in Schwangerschaft und Stillzeit bundesweit systematisch erfassen.

Nur nach Rat von Fachleuten

Auf diese aktuellen, fundierten wissenschaftlichen Daten können Ärzte und Apotheker zurückgreifen und in die individuelle Beratung einbeziehen. Deshalb sollten Sie immer den zweiten Teil des Hinweissatzes beherzigen: „... fragen Sie erst Ihren Arzt und Apotheker“, ehe Sie ein Arzneimittel nehmen. Auch bei „kleineren“ Beschwerden sollten Arzneimittel auf keinen Fall „auf eigene Faust“ angewendet werden. Ebenso wenig sollten Sie auch noch so gut gemeinte „Ratschläge“ der Nachbarin, Freundin oder Mutter ohne vorherige Rücksprache befolgen.
Arzneimittelpass

Arzneimittelpass für mehr Sicherheit
Alle angewendeten Medikamente sollten in einem Ausweis dokumentiert werden, den es jetzt speziell für Schwangere und Stillende gegen eine Schutzgebühr in vielen Apotheken gibt.

Zeigen Sie diesen bei jedem Arzt- und Apothekenbesuch vor. Damit haben Ihre Ärzte, Ihre Apotheke und Sie selbst jederzeit eine Übersicht. Auch mögliche Doppelverordnungen lassen sich so vermeiden. Dort finden Sie außerdem kurze Erläuterungen zu vielfach in Schwangerschaft und Stillzeit vorkommenden Beschwerden und welche Mittel dafür geeignet sein können. Mehr Infos auf www.dgk.de/Schwangerenpass.

Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND. Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“. Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.
Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)
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Bei Gewichtszunahme verändert sich auch die Darmflora

(dgk/DDZ) Die normale Darmflora des Menschen setzt sich im Wesentlichen aus zwei Bakterien-Stämmen zusammen: den so genannten Bacteroidetes- und den Firmicutes-Bakterien. Neuere Untersuchungen liefern Hinweise, dass ein hoher Anteil der Firmicutes-Bakterien besonders häufig mit Übergewicht einhergeht, während die Vertreter der Bacteroidetes eher das „Schlanksein“ fördern.

US-amerikanische Wissenschaftler um Peter Turnbaugh von der Washington University in St. Louis, Missouri, haben die Zusammensetzung der bakteriellen Darmflora bei zwölf übergewichtigen Versuchspersonen untersucht. Ihre Ergebnisse verglichen sie mit der Darmflora schlanker Kontrollpersonen. Dabei fiel den Forschern auf, dass der Anteil an Firmicutes-Bakterien bei den Übergewichtigen besonders hoch war, während die schlanken Probanden deutlich mehr Bacteroidetes-Vertreter im Darm aufwiesen.

Um zu prüfen, ob eine Gewichtsabnahme die Zusammensetzung der Darmflora verändert, unterzogen sich alle zwölf Übergewichtigen einer Diät. Diese war entweder stark fettreduziert (Diät A) oder kohlenhydratreduziert und fettarm (Diät B). Nach zwölf Monaten wurde die Bakterienzusammensetzung im Darm erneut untersucht. Das interessante Ergebnis: Sowohl nach Diät A als auch nach Diät B war der Firmicutes-Anteil deutlich zurückgegangen, während die Bacteroidetes-Bakterien zugenommen hatten. Dabei lag der Bacteroidetes-Anteil um so höher, je mehr Gewicht abgenommen wurde.

In einem nächsten Schritt versuchten die Wissenschaftler der Frage näher zu kommen, warum die Dominanz von Firmicutes-Bakterien im Darm mit einem höheren Körpergewicht einhergeht. Mit Hilfe biochemischer und so genannter metagenomischer Analysen bei Mäusen fanden Turnbaugh und seine Kollegen tatsächlich einen Erklärungsansatz: Offenbar verändert sich mit der Verschiebung von Bakterien-Anteilen in der Darmflora auch das Potenzial, aufgenommene Nahrung zu verstoffwechseln.

Die Ergebnisse der US-amerikanischen Studiengruppe lassen folgendes vermuten: Firmicutes-Bakterien – die in der Darmflora von übergewichtigen Personen einen besonders hohen Anteil ausmachen – sind daran beteiligt, dass die „Kalorien-Ausbeute“ aus der aufgenommenen Nahrung besonders hoch ist. Die zusätzlichen Kalorien werden dann später in Fett umgewandelt.

Versuche mit schlanken Mäusen, deren Darmflora mit Firmicutes-Bakterien angereichert wurde, bestätigten die „Kalorien-Theorie“ der Wissenschaftler: Nach Erhöhung der Firmicutes-Anteile im Darm kam es zu einer deutlichen Zunahme von Körperfett bei den zuvor schlanken Tieren.

Fazit:
An der Entstehung von Übergewicht sind verschiedene – und gut untersuchte – Faktoren beteiligt. Was neu ist: Auch die Zusammensetzung der Darmflora hat offenbar einen Einfluss auf das Körpergewicht. Die spannende Frage der Zukunft wird sein, ob sich hieraus neue Behandlungsansätze zur Bekämpfung überflüssiger Pfunde ergeben.

Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quellen: Ley RE, Turnbaugh PJ, Klein S et al. Microbial ecology: human gut microbes associated with obesity. Nature 2006; 444: 1022-1023
Turnbaugh PJ, Ley RE, Mahowald MA et al. An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest.Nature 2006; 444: 1027-1030

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