DGK e.V. -Dezember-Ausgabe der Deutschen Gesundheits-Korrespondenz mit vielen Gesundheitsthemen
Gesundheitsinformationen zu:
Gesundheit, Alkohol, Kater, alkoholfreier Cocktail, Praerieauster, Stopfleber, Mehl, Weihnachtsbaeckerei, Hausstaubmildenallergie, Wirsing, Rezept, Grippeschutzimpfung, Hauptsache gesund, Kalender, baby, Hören, Lobby fuer das Kind, Diabetes
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IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 48, 12 - 2007
Kater
Wenn man zu tief ins Glas geschaut hat, stellt sich am nächsten Morgen oft ein Kater ein. Foto: mev

Dem Kater auf den Pelz rücken
Tipps gegen den Katzenjammer
(4.505 Zeichen)

(dgk) Tipps gegen den Kater haben Hochkonjunktur. Nicht nur diverse Weihnachtsfeiern im Betrieb und der Familie, auch die Silvesterparty ist ganz ohne Alkohol für viele Menschen kaum vorstellbar. Hinzu kommt, dass Freunde der fünften Jahreszeit in dieser Saison viel weniger Zeit haben, ihrem karnevalesken Frohsinn freien Lauf zu lassen, denn Aschermittwoch ist bereits am 6. Februar und damit zwei Wochen früher als 2007.

Gründe genug, alte Hausmittel und neue Geheimtipps gegen den alkoholbedingten Brummschädel auf den Prüfstand zu stellen. Denn wer es nicht lassen kann, „einen über den Durst“ zu trinken, der kann zumindest dafür sorgen, das böse Erwachen am Morgen danach etwas sanfter zu gestalten.

Was ist die Ursache für den Katzenjammer?
Um Strategien gegen den Kater zu entwickeln, ist es hilfreich zu wissen, was zu viel Alkohol im Körper anrichtet. Zwei Stoffe spielen dabei die Hauptrollen. Vom einen gibt es durch den Alkoholkonsum zu viel, vom anderen zu wenig.

• Mangel an Vasopressin
Alkohol hemmt die Ausschüttung des Hormons Vasopressin im Hypothalamus, das den Wasserhaushalt der Nieren regelt. Die Nieren scheiden dadurch zu viel Wasser aus. Mit dem Wasser gehen wichtige Mineralstoffe verloren, die dem Gehirn und dem ganzen Körper fehlen und die Aktivität der Nervenzellen hemmen.

Der verstärkte Harndrang in der Nacht hat außerdem zur Folge, dass durch den Toilettengang die dringend benötigte nächtliche Ruhe unterbrochen wird. Da Alkohol auch die nächtliche Melatoninausschüttung hemmt, ist der Schlaf ohnehin schon erheblich gestört. Der aus diesen Faktoren resultierende schlechte und uneffiziente Schlaf ist ein häufig unterschätzter Faktor für den Morgenkater und die Kopfschmerzen.

Übrigens ist Vasopressinmangel auch die Ursache für Erinnerungslücken am Morgen danach, denn das Hormon ist ein wesentlicher Faktor für das Funktionieren des Gedächtnisses.

• Zu viel Acetaldehyd
Acetaldehyd ist ein Zwischenprodukt, das im ersten Schritt beim Abbauprozess von Alkohol entsteht. Es wird danach selbst abgebaut (zu Essigsäure). Mit kleinen Mengen des Zellgiftes, die auch nach dem Genuss gesunder Lebensmittel entstehen, kommt der Körper klar. Häuft sich Acetaldehyd jedoch an, können Leberschäden und Beeinträchtigungen der Gehirntätigkeit die Folgen sein.

Die Acetaldehyd-Konzentration hängt natürlich zum einen von der aufgenommenen Alkoholmenge ab, zum anderen spielt aber eine individuell verschiedene genetische Disposition eine Rolle. So haben Menschen asiatischer Abstammung im allgemeinen einen relativ langsamen Abbau im zweiten Stoffwechselschritt, so dass sie nur wenig Alkohol „vertragen“.

Kampf dem Kater: Wasser marsch!
Besonders ratsam ist, viel stilles, natrium- und magnesiumreiches Wasser zu trinken, damit sich der Mineralstoffverlust in Grenzen hält – auch wenn man dann noch öfter die Toilette aufsuchen muss als ohnehin schon! Faustregel: zwei Teile Wasser auf einen Teil Wein. Wer allerdings nun glaubt, er könne dem Kater entgehen, wenn er den ganzen Abend Weinschorlen trinkt, der irrt, denn die Kohlensäure im Mineralwasser bahnt dem Alkohol einen extra schnellen Weg in die Blutbahn. Auch Zucker, zum Beispiel in süßen Cocktails oder Feuerzangenbowle, verstärkt die Wirkung des Alkohols.  

Günstig wirkt sich allerdings Fruchtzucker aus, da Fructose den Abbau von Alkohol beschleunigt, besonders in Kombination mit Vitamin C. Von den Säften enthält vor allem Apfelsaft den meisten Fruchtzucker. Gegen Abend, wenn das Feiern abflaut, wäre also ein großer Apfelsaft mit einer extra Portion Vitamin C eine gute Wahl.

Wer dennoch am nächsten Morgen mit Kopf- und Gliederschmerzen zu kämpfen hat, sollte mit Schmerzmitteln lieber vorsichtig sein, da sie die Organe zusätzlich belasten. Auf den Magen schlagen können Präparate, die Acetylsalicylsäure enthalten; die Leber reagiert (bereits bei leichter Überdosierung) empfindlich auf Präparate, die Paracetamol enthalten.

Hilfreich hingegen ist die Zufuhr von Magnesium (als Brausetablette oder Granulat), denn Magnesiummangel fördert Krämpfe und Verspannungen, beides häufige Begleiterscheinungen bei zu viel Alkohol.

Mit Speck fängt man Mäuse
Fetthaltige Mahlzeiten halten auch den Kater im Zaum. Eine „gute Grundlage“ kann die Wirkung des Alkohols tatsächlich abpuffern. Am besten wäre, nur während des Essens zu trinken.

Fisch hat sich übrigens als besonders wirkungsvoll erwiesen. Und nicht nur in seiner bewährten Form als Rollmops oder Bismarckhering. Sowohl am Abend als auch als Katerfrühstück sorgt Fisch für die Zufuhr verlorengegangener Mineralstoffe. Wichtig für den Alkoholabbau in der Leber ist Zink. Dieses Spurenelement ist in Fischen besonders viel enthalten.

Kennen Sie die Prärieauster? In ihrer alkoholfreien Variante wirkt sie als Katercocktail besonders gut. Die Aminosäure Cystein, die in Eigelb sehr viel enthalten ist, reduziert die oxidativen Schäden von Acetaldehyd. Noch wirksamer ist die alkoholfreie Prärieauster, wenn man sie schon abends ein- oder zweimal als originelle Zwischenmahlzeit genießt. Durch das Öl wird die Aufnahme von Alkohol verzögert und auch reduziert.

Unser Rezept für alkoholfreie Prärieauster:
 
2 Spritzer Olivenöl
2 Teelöffel Worcestersoße
2 Teelöffel Tomatenketchup
2 Spritzer Zitronensaft
1 Tropfen Tabascosoße
1 Eigelb
Salz, schwarzer Pfeffer


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Grippeschutz: Impfen oder nicht impfen, das ist hier die Frage
(2.630 Zeichen)

(dgk) Soll ich mich auch gegen Grippe impfen lassen? Gehöre ich zu einer Risikogruppe? Warum ist eigentlich eine Grippe so gefährlich? Und soll ich auch meine Kinder impfen lassen?

Fragen über Fragen, die sich jedes Jahr wieder stellen. Der Schutz der Grippeimpfung muss jedes Jahr wieder erneuert werden. Denn die Viren ändern sich ständig, und so muss jedes Jahr der Impfstoff angepasst werden. Folglich ist dann auch jedes Jahr eine neue Impfung nötig.

„Drei Tage kommt sie, drei Tage steht sie, drei Tage geht sie“, die „normale“ Erkältung nämlich. So hat es unsere Großmutter immer erzählt. Das gilt aber nicht für die echte Grippe, die Influenza. Die kommt meist wie angeflogen, bringt hohes Fieber mit sich und sorgt dafür, dass man sich innerhalb kürzester Zeit schwer krank fühlt mit heftigen Muskel-, Kopf und Gelenkschmerzen sowie trockenem Husten. Und nach drei Tagen fit ist man mit ziemlicher Sicherheit nicht: Die Erholungsphase kann sich über mehrere Wochen hinziehen.

Bei älteren Menschen funktioniert das Immunsystem nicht mehr so perfekt wie bei jüngeren. Das äußert sich etwa in der besonderen Anfälligkeit gegenüber Infektionserregern wie Grippeviren oder Pneumokokken. Der Verlauf einer solchen Erkrankung ist schwerer und häufig mit Komplikationen verbunden. Daher werden die beiden Impfungen gegen Influenza und gegen Pneumokokken allen ab 60 Jahre routinemäßig empfohlen; die Grippeimpfung wird jedes Jahr mit dem jeweils aktuellen Impfstoff, die Pneumokokken-Impfung nach sechs Jahren wiederholt. Wer an einer chronischen Krankheit leidet, zum Beispiel Diabetiker ist oder eine chronische Lungenkrankheit hat, sollte bereits vor dem 60. Lebensjahr diese Impfungen erhalten.

Die Kosten für die Grippeschutzimpfung werden von den Krankenkassen für alle mit einer der folgenden Indikationen getragen:

  • Personen ab 60 Jahre
  • Kinder*, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie chronische Atemwegserkrankungen einschließlich Asthma und COPD, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechsel-krankheiten, Multiple Sklerose, Immunschwäche, HIV-Infektion
  • Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
  • Personen mit erhöhter Gefährdung wie medizinisches Personal, Personen in Einrichtun-gen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen, die mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Personen sein können
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln
  • Reisende aus den Risikogruppen

* Kinder können ab einem Alter von 6 Monaten gegen Influenza geimpft werden
(Quelle: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, STIKO, vom 27. Juli 2007)

Allerdings lassen sich auch viele Menschen regelmäßig impfen, die nicht den genannten Risikogruppen angehören. Zum Beispiel ist schon jeder, der häufig öffentliche Verkehrsmittel benutzt, den Erregern unweigerlich ausgesetzt. Auch bei ihnen zeigen sich die Krankenkassen meist kulant, denn die Kosten für die medizinische Behandlung sind weitaus höher als die für den Impfstoff.



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Kooperation für (Mund-)Gesundheit
(2.374 Zeichen)

Apothekerverband Nordrhein, Zahnärztekammer Nordrhein und Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen e. V. Kreuz beschließen Zusammenarbeit für ganzheitliche Gesundheitsberatung

Apothekerverband_und_Zahnaerztekammer_Nordrhein(dgk) Gesunde Zähne, gesundes Zahnfleisch und eine gesunde Mundhöhle sind wichtige Voraussetzungen zum Schutz vor Allgemeinerkrankungen. Die wissenschaftlich belegten Wechselbeziehungen zwischen Zahn- und Mundgesundheit und chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronischen und akuten Atemwegserkrankungen machen die Oralprophylaxe zu einem zentralen Thema in der ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge.

Der Apothekerverband Nordrhein e. V., die Zahnärztekammer Nordrhein und die Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. haben daher eine gemeinsame Beratungs- und Aufklärungsaktion zum Thema Zahn- und Mundhygiene beschlossen, bei der die Aufklärung durch den Zahnarzt vom Apotheker wirkungsvoll unterstützt und ergänzt wird.

„Der Apotheker ist für die Bevölkerung eine wichtige Anlaufstelle für Fragen der Gesundheitsvorsorge und Gesunderhaltung. Durch die Kooperation wollen wir seine Beratungskompetenz, insbesondere vor dem Hintergrund der Wechselwirkungen zwischen Mund- und Allgemeingesundheit, als Präventionsberater weiter stärken“, sagt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein.

„Die Zahnärztekammer Nordrhein befürwortet und unterstützt diese Kooperation, weil es wichtig ist, die Bedeutung der Zahn- und Mundgesundheit – insbesondere für die Allgemeingesundheit – ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen und Informationen, Aufklärung sowie praktische Hilfen zu geben, ergänzend zur Beratung und Betreuung in der zahnärztlichen Praxis“, erklärt Dr. Rüdiger Butz, Vizepräsident der Zahnärztekammer Nordrhein.

Ziel der Beratungsangebote in Apotheken ist es, das Bewusstsein für eine lebenslange Oral-prophylaxe gezielt bei den Verbrauchern zu steigern, vor allem im Hinblick auf die Wechselwirkungen zwischen Mund- und Allgemeingesundheit.

„Der Apotheker übernimmt eine wichtige Funktion innerhalb der Kommunikationskette Verbraucher – Zahnmediziner – Allgemeinmediziner, indem er seine Kunden aktiv auf die notwendige ganzheitliche Prophylaxe aufmerksam macht“, so Sigrid Fehl vom Deutschen Grünen Kreuz e. V.
Im kommenden Jahr sind weitere Aktionen für Verbraucher geplant.

Zahlreiche Düsseldorfer Apotheken wurden bereits mit Fachinformationen ausgestattet und bieten ihren Kunden die Informationsbroschüren der Sektion Zahngesundheit an.

Weitere Informationen auf www.rundum-zahngesund.de und www.zaek-nr.de

Die Drucksachen der Sektion Zahngesundheit können von Apotheken wie auch von Verbrauchern gegen Portoerstattung angefordert werden bei:

   Deutsches Grünes Kreuz e. V.
   Sektion Zahngesundheit
   Stichwort: „Zahn-Broschüre“
   Im Kilian, Schuhmarkt 4
   35037 Marburg
   E-Mail: zahngesund(à)kilian.de
   online: www.rundum-zahngesund.de



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Hämorrhoiden: weit verbreitet und dennoch tabu
Po-Probleme müssen nicht peinlich sein
(3.814 Zeichen)

(dgk) Der Po juckt und brennt, der Stuhlgang verursacht Schmerzen – vielen Menschen machen vergrößerte Hämorrhoiden zu schaffen. Doch leider ist das lästige Leiden noch immer ein Tabuthema. In der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ (erhältlich ab 15.12.2007) erhalten Sie Antworten auf alle wichtigen Fragen zum Thema Hämorrhoiden. 

Sind Hämorrhoiden eine Krankheit?
Nein, jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Die speziellen Blutgefäße sind wichtige Bestandteile des Darmverschlusssystems im Enddarm. Gemeinsam mit dem Schließmuskel sorgen die Schwellkörper dafür, dass Stuhl und Winde nicht unkontrolliert entweichen können. Erst wenn sich Hämorrhoiden knotenartig vergrößern, sprechen Mediziner vom Hämorrhoidalleiden: Eine lästige, mitunter auch sehr schmerzhafte, aber zum Glück nicht bedrohlichen Erkrankung.

Wie kommt es zu einem Hämorrhoidalleiden?
Eine Bindegewebsschwäche und ein vererbtes Risiko können ebenso wie Bewegungsmangel, stundenlanges Sitzen oder Stehen, falsche Ernährung und Übergewicht eine wichtige Rolle spielen. Auch Schwangere klagen häufig über Beschwerden.

Sind Menschen mit unregelmäßigem Stuhlgang besonders gefährdet?
Menschen, die auf dem stillen Örtchen häufig stark pressen, die endlos lang auf der Toilette verweilen oder die den Stuhldrang unterdrücken, sind stärker gefährdet. Wer die Darmentleerung weder erzwingt noch unterdrückt und auf eine weiche, geschmeidige Konsistenz des Stuhls achtet, hat schon einiges getan, um vergrößerten Hämorrhoiden entgegenzuwirken.

Wie äußert sich ein Hämorrhoidalleiden?
Anfangs „nur“ durch Juckreiz am After, im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf kommt es zu starken Schmerzen bei der Darmentleerung. Mediziner unterscheiden vier Stadien:

Stadium 1: Hier sind die Schwellkörper im Enddarm mäßig vergrößert, wodurch es zu Juckreiz und eventuell auch Blutungen beim Stuhlgang kommen kann.
Stadium 2: Jetzt stülpen sich die Knoten beim Pressen nach außen, verlagern sich nach dem „großen Geschäft“ jedoch wieder nach innen. Beschwerden beim Stuhlgang und Blutungen gehören zu den typischen Beschwerden.
Stadium 3: Die Knoten sich noch größer und ziehen sich nach dem Stuhlgang nicht mehr so leicht in den Enddarm zurück, was bei vielen Betroffenen das ungute Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung verursacht.
Stadium 4: Die Hämorrhoiden befinden sich dauerhaft außerhalb des Enddarms und bereiten meist erhebliche Probleme mit dem Stuhlgang.

Sind Po-Probleme Anlass für einen Arztbesuch?
Ja, denn nur der Arzt kann Hämorrhoiden sicher diagnostizieren und andere Erkrankungen, die sich hinter den Symptomen verbergen können, sicher ausschließen. Außerdem wird der Mediziner feststellen, wie stark die Schwellkörper vergrößert sind, und dementsprechend eine maßgeschneiderte Behandlung vorschlagen. Betroffene sollten unbedingt wissen: Je früher das Leiden erkannt und therapiert wird, umso besser steht die Chance, vergrößerte Hämorrhoiden auf sanfte Weise wieder loszuwerden. Umgekehrt bedeutet das: Bei sehr stark ausgeprägtem Krankheitsbild bleibt oft nur noch der Griff zum Skalpell.    

Was hilft gegen Juckreiz, Brennen und Schmerzen?
Vergrößerte Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades lassen sich oft schon mit rezeptfreien Salben oder Zäpfchen aus der Apotheke erfolgversprechend behandeln. Entsprechende Präparate enthalten beispielsweise Wirkstoffe, die zu einer örtlichen Betäubung der schmer-zenden Analregion führen. Ebenfalls kommen entzündungshemmende und juckreizlindernde Substanzen zum Einsatz. Bewährt haben sich auch pflanzliche Hamamelis-Präparate, denn Extrakt aus der „Zaubernuss“ enthält Gerbstoffe, die die Schleimhäute zusammenziehen. Außerdem verfügt Hamamelis über entzündungshemmende Eigenschaften und sorgt dafür, dass der Juckreiz nachlässt. Sitzbäder mit Teebaumöl, Eichenrinde oder Kamillenblüten können das Leiden ebenfalls lindern. Sprechen Sie Ihren Apotheker an: Ihm ist dieses Thema überhaupt nicht peinlich – er berät Sie diskret und kompetent!

Was tun, wenn die Hämorrhoiden große Probleme bereiten?
Dann müssen sie in der Regel verkleinert oder komplett entfernt werden. Möglich ist beispielsweise das Abschnüren eines Knotens mit einem engen Gummiband (Gummibandligatur). Auch physikalische Reize können die Knoten zum Schrumpfen bringen. Sind die Hämorrhoiden sehr stark vergrößert, verspricht eine operative Entfernung dauerhafte Beschwerdefreiheit.


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Sie mögen es feucht und warm - Hausstaubmilben
Während der Heizperiode leiden Allergiker stärker
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Milbenallergie(dgk) Hausstaubmilben, vor allem ihr Kot, sind die am häufigsten vorkommenden Innenraumallergene. Sie mögen es warm und feucht. Gut isolierte, schlecht gelüftete und warme Räume bieten den kleinen Spinnentieren optimale Lebensbedingungen. Je höher die Konzentration an Allergenen in der Wohnung ist, desto stärker treten die typischen gesundheitlichen Beschwerden der Haus­staubmilbenallergie auf: Tropfende Nase, Husten und Niesen, Atemnot und juckende Haut, aber auch Kopfschmerz und Halskratzen. Besonders während der Heizperiode, so die Einschätzung des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA), treten allergische Reaktionen auf Hausstaubmilben stärker auf.

Hausstaubmilben ernähren sich vorwiegend von menschlichen Hautschuppen, Haaren und tierischen Federn, zum Beispiel Vogelfedern in Bettzeug. Täglich verliert der Mensch zirka 1 Gramm Hautschuppen. Von dieser relativ kleinen Menge können in jedem Bett Tausende von Milben leben und allergenen Kot hinterlassen. Außerdem schwitzen Menschen im Schlaf pro Nacht zirka 200 bis 300 Milliliter Feuchtigkeit aus und sorgen so für ein milbenfreundliches Klima im Bett. Bettwäsche sollte deshalb wöchentlich gewechselt und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Für Allergiker ist daher ein bei mindestens 60 C waschbares Bettzeug empfehlenswert. Da Milben allerdings auch diese Temperatur längere Zeit überleben können, sollten Allergiker darauf achten, dass die Waschmaschine über ein Sonderprogramm verfügt, bei dem hohe Waschtemperaturen für mindestens eine Stunde Zeit gehalten werden.

Nicht waschbare Materialien können im Wäschetrockner bei 60 Grad Celsius von Milben befreit werden, so der Rat des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Zudem ist es notwendig, Matratzen, Bettdecken und Kopfkissen regelmäßig zu waschen oder zu reinigen oder bei trockener Witterung an der Sonne zu lüften.

Inhalations-Allergiker sollten ihre Aufmerksamkeit auf Staub und Raumluft richten, denn dort versammeln sich viele Allergene. Deshalb ist es generell ratsam, Staub nicht aufzuwirbeln, ihn aber dennoch ohne erhöhtes Belastungsrisiko zu entsorgen. Handelsübliche Haushalts-Staubsauger ohne besondere Ausstattungsmerkmale sind für Allergiker ungeeignet. Mitunter sind herkömmliche Geräte sogar schädlich, da sie die angesaugte Luft ungefiltert wieder in die Raumluft abgeben. Allergiker sollten darauf achten, dass die Gerätegehäuse und Staubbeutel absolut dicht sind. Empfehlenswert sind zusätzlich spezielle HEPA-Abluftfilter, die über eine Aktivkohleschicht verfügen.

Ein Faltblatt mit Tipps zur alltäglichen Bewältigung von Hausstaubmilbenallergien kann beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. gegen Einsendung eines rückadressierten und mit 0,55 EUR frankierten DIN-lang-6-Umschlags angefordert werden. Adresse: Deutsches Grünes Kreuz, unter dem Stichwort „Milbenallergie“, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg


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ERNÄHRUNG - FORSCHUNG - GESUNDHEIT
So gelingen Plätzchen, Stollen & Co

Die richtige Mehltype für die Weihnachtsbäckerei
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(dgk) Ob Zimtsterne, Vanillekipferl oder Spritzgebackenes: Adventszeit ist Plätzchenzeit! Damit das Weihnachtsgebäck gut gelingt, sollten Hobbybäcker hochwertige Zutaten verwenden, beispielsweise frische Butter und Eier, feinen Zucker oder Honig. Doch welches Mehl ist das richtige, und was bedeuten eigentlich die Begriffe „Mehltype“ und „Ausmahlungsgrad“?

Die Mehltype gibt an, wie viele Mineralstoffe in einem Mehl enthalten sind. So weisen 100 Gramm Mehl der Type 550 in der Trockenmasse etwa 550 Milligramm Mineralstoffe auf. Je höher die Typenbezeichnung, desto höher ist also der Gehalt an Mineralstoffen. Im Vollkornmehl stecken alle Spurenelemente und Mineralstoffe des ganzen Korns, deshalb wird hier keine Typenzahl angegeben. Weizenvollkornmehl entspricht aber in etwa der Type 1700. Zur Ermittlung der Typenzahl wird das Mehl unter Laborbedingungen bei 900 °C verbrannt. Die übrigbleibende Asche besteht im Wesentlichen aus den Mineralstoffen des Mehles. Daher werden diese Bestandteile umgangssprachlich – nicht ganz korrekt – als „Aschegehalt des Mehls“ bezeichnet.

Hingegen gibt der Ausmahlungsgrad die Ausbeute an, das heißt, wie viel Mehl aus 100 kg Getreide gewonnen werden kann. Helle Mehle bestehen nur aus dem inneren, stärkereichen Mehlkörper des Getreidekorns, die äußeren Schichten werden nicht verwertet. Daher ist die Ausbeute und damit der Ausmahlungsgrad niedrig: Er liegt bei einem Weizenmehl der Type 405 bei 50 bis 60 Prozent. Vollkornmehl hingegen wird aus dem ganzen Korn gemahlen, inklusive der Randschichten und des Keimlings. Der Ausmahlungsgrad ist somit hoch; er liegt bei mindestens 98 Prozent. Wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe und Mineralstoffe befinden sich überwiegend in den äußeren Schichten des Getreidekorns – Vollkornmehl enthält deshalb viel mehr davon als helle „Auszugsmehle“.

Welches Mehl wofür?
Zum Backen von Kuchen oder süßem Gebäck eignet sich Weizen- oder Dinkelmehl. Für ein Vollkornmehl spricht zwar der höhere Gehalt an Nährstoffen, die Backwerke werden aber nicht so locker wie mit hellem Mehl. Wer auf das eine wie das andere nicht verzichten möchte, kann einfach verschiedene Mehle mischen oder eine mittlere Mehltype ausprobieren. Grob gilt: Je feiner der Geschmack oder die Beschaffenheit eines Gebäckes gewünscht wird, desto heller sollte das Mehl sein.

  • Helles Weizenmehl der Type 405 oder 550 eignet sich gut für feine Gebäcke oder Kuchen, die besonders locker sein sollen: Hierzu zählen beispielsweise Vanillekipferl, Buttergebackenes, Sand- oder Spritzgebäck, Mandelkekse und der italienische Weihnachtskuchen Panettone.
  • Eine mittlere Mehltype wie die Type 1050 passt gut zu Backwaren mit Gewürzen, Früchten oder Schokolade wie zum Beispiel Schokoherzen, Mokkagebäck, Zitronen- oder Orangenplätzchen, Spekulatius, Lebkuchen, Stollen, Geleeplätzchen, Linzer Torte oder Früchtebrot.
  • Vollkornmehl ist ideal für Gebäcke mit einem kräftigeren Geschmack oder „kerniger“ Struktur wie Nussplätzchen, Printen, Haferkekse, Honig-Gebäck oder speziellen Rezepturen für Vollkornplätzchen.


Doch Achtung: Die Ballaststoffe des Vollkornmehls quellen nach der Teigbereitung auf, deshalb benötigen solche Teige mehr Flüssigkeit. Um die verpönten „trockenen“ Vollkornkekse zu vermeiden, sollten Hobbybäcker spezielle Vollkornrezepte verwenden oder dem Teig zusätzliche Flüssigkeit zugeben: Etwa 10 Prozent mehr Milch oder Wasser bei der Mehltype 1050, ungefähr 20 Prozent bei Vollkornmehl. Enthält die Rezeptur keine Flüssigkeit, muss man ein bisschen „ausprobieren“; die zusätzliche Flüssigkeitsmenge kann dann ungefähr an der Ei- oder Fettmenge ausgerichtet werden.


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AUS FORSCHUNG UND WISSENSCHAFT
Gehirn hilft, Unangenehmes zu verdrängen

US-Studie belegt, dass Menschen Erinnerungen unterdrücken können   
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(dgk) Psychologen wissen es schon lange: Erinnerungen können offenbar bewusst unterdrückt oder hervorgerufen werden. Jetzt haben US-amerikanische Forscher mit Experimenten belegt, dass man mit etwas Training unangenehme Erinnerungen tatsächlich unterdrücken kann, und erstmals beschrieben, welche Hirnzentren daran beteiligt sind. Durch ein komplexes Wechselspiel zwischen einem Teil der Großhirnrinde und anderen Regionen im Gehirn sei es bei Konzentration möglich, unangenehme Eindrücke nicht abzurufen, so die Wissenschaftler. Sie betonen aber gleichzeitig, damit noch keine Methode zum einfachen Vergessen gefunden zu haben.     
    
Den Erinnerungsmechanismus überprüfte die Forschergruppe vom Institut für Psychologie der Universität von Colorado in Boulder, indem sie die Gehirnaktivität von Testpersonen während eines Experiments mittels funktionellem Magnetresonanz-Tomographen (fMRT) beobachtete. Damit wurden Veränderungen im Hirnstoffwechsel sichtbar gemacht, um diejenigen Hirnstrukturen zu identifizieren, die bei der Unterdrückung von Erinnerung beteiligt sind.

Die Wissenschaftler um Brendan Depue hatten Versuchspersonen in einer Lernphase 40 Bildpaare präsentiert. Das erste zeigte jeweils ein neutrales menschliches Porträt, das zweite ein unangenehmes Motiv. Zu sehen waren unter anderem ein Unfall, ein elektrischer Stuhl, der Ort eines Verbrechens oder ein verletzter Soldat.

Gehirnkarten angefertigt
In der zweiten Phase des Experimentes wurde den Probanden jeweils nur das angenehme menschliche Gesicht gezeigt. Daraufhin sollten sie versuchen, sich an das zugehörige verstörende Motiv zu erinnern – oder diese Erinnerung zu unterdrücken. Dabei schauten die Forscher den Probanden mit der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie ins Hirn. Die dabei entstandenen Karten zeigten, welche Regionen des Hirns bei der jeweiligen Aufgabe aktiv war. Der sogenannte präfrontale Cortex – ein Teil der Großhirnrinde – beeinflusste dabei andere Regionen im Hirn. Davon betroffen war zunächst ein Gebiet, das mit der Verarbeitung von Sinneseindrücken beim Erinnern zusammenhängt, erläutert Depue. Ferner unterdrückte ein weiterer Teil des präfrontalen Cortex auch die Aktivität zweier weiterer Hirnregionen: Die erste von ihnen ist am Erinnern beteiligt, die zweite stützt Emotionen, die mit einer Erinnerung verbunden sind

Hilfe bei Traumata und Phobien?     
Die Studienergebnisse zeigten, dass die Erinnerung in einigen Fällen tatsächlich aktiv unterdrückt wurde und dieser Vorgang unter der Kontrolle der vorderen Hirnrinde steht, heißt es in der entsprechenden Veröffentlichung in der Zeitschrift  "Science"; (2007; 317: 215-219). Die Resultate könnten in Zukunft sogar eventuell dazu beitragen, neue Therapien für Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTB), Angstzuständen, Phobien oder Depressionen zu entwickeln.

Entwicklungsgeschichtliche Ursachen?
Dass das Gehirn in der Lage ist, Erinnerungen zu verdrängen, ist offensichtlich eine zutiefst menschliche Eigenschaft. Denn im Vergleich zum Menschenaffen sind die beteiligten Regionen deutlich vergrößert, sagt Depue, der dies entwicklungsgeschichtlich erklärt: Für den Steinzeitmenschen sei es möglicherweise überlebenswichtig gewesen, Gefahrensituationen, etwa den Angriff von einem wilden Tier, möglichst schnell wieder zu vergessen. Denn das Bewusstsein der Gefahr würde ihn sonst daran hindern, weiter der Jagd nachzugehen, was den Hungertod bedeutet hätte.

Quellen:
Brendan E. Depue, Tim Curran, Marie T. Banich, Prefrontal Regions Orchestrate Suppression of Emotional Memories via a Two-Phase Process, in: Science 13 July 2007: Vol. 317. no. 5835, pp. 215 – 219, DOI: 10.1126/science.1139560, www.sciencemag.org

Emotional Memories Can Be Suppressed With Practice, New CU-Boulder Study Says
July 12, 2007, www.colorado.edu/news

Studie: Menschen können Erinnerungen unterdrücken, in: http://science.orf.at/science/news/148667

Wie das Gehirn unangenehme Erinnerungen verdrängt, Deutsches Ärzteblatt, 13. Juli 2007, www.aerzteblatt.de/v4/news/



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MELDUNGEN
Verschenken Sie Gesundheit

„Hauptsache Gesund“: Journal und Geburtstagskalender
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(dgk) Deutschlands beliebtestes TV-Gesundheitsmagazin feiert seinen zehnten Geburtstag – seit 1998 heißt es jeden Donnerstag ab 21 Uhr im MDR Fernsehen „Hauptsache Gesund“. Zum Nachlesen gibt es die Themen der Sendungen jeden Monat neu in einem 28-seitigen Journal.

GeburtstagskalenderRechtzeitig zum runden Geburtstag der MDR-Ratgebersendung erscheint ein immerwährender Kalender, in dem Sie Ihre persönlichen Gedenk- und Geburtstage eintragen können. Außerdem enthält jedes Blatt passend zum jeweiligen Monat Gesundheitstipps und köstlich gesunde Rezepte von Moderatorin Dr. Franziska Rubin und ihrem Team.


  • Ein Jahresabonnement des „Hauptsache-Gesund“-Journals kostet 42 Euro (inklusive Versandkosten).
  • Der Geburtstagskalender im Format DIN-A4 quer ist erhältlich für 7,50 Euro (zuzüglich Versandkosten). Bestelladresse: VERLAG im KILIAN, Nikolaistraße 3, 35037 Marburg, Telefon: 06421/293-108 oder 06421/293-323, Fax: 06421/293-170, E-Mail: kilian.verlag(à)kilian.de, Internet: www.kilian.de

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Augen auf beim Entenkauf
Geflügel aus Stopflebermast am Etikett erkennen – „Vier Pfoten“ veröffentlicht Liste
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(dgk) Zu den kulinarischen Spezialitäten, die vor allem zu den Festtagen bei vielen auf dem Speiseplan stehen, gehören auch Gänse- oder Entenleberpastete. Diese auch „Foie Gras“ (Fettleber) genannte Delikatesse wird mit wenig appetitlichen Methoden hergestellt. Denn damit die Leber stark genug verfettet, müssen die Tiere mit Gewalt zur Aufnahme übergroßer Nahrungsmengen gezwungen werden. Mehrmals täglich wird den Gänsen und Enten mit Hilfe eines Rohrs die Nahrung zwangsweise in den Magen gepresst. Nach zwei bis drei Wochen ist die Leber der Tiere krankhaft verfettet – das Ziel der Mast ist erreicht. Diese „Stopfen“ genannte Methode ist Tierquälerei und aus diesem Grund in vielen Ländern verboten, auch in Deutschland.

Nicht verboten aber ist der Verkauf der Produkte aus Tierquälerei. Und nicht nur die Stopfleber, sondern auch die Enten und Gänse, die zur Produktion der Fettleber missbraucht wurden, landen in deutschen Supermärkten und Restaurantküchen. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat eine Liste mit Geflügelproduzenten aus den beiden wichtigsten Stopfleber-Herkunftsländern Frankreich und Ungarn ins Internet gestellt. Anhand eines Buchstaben- und Zahlencodes kann jeder Verbraucher erkennen, ob die Gans oder die Ente im Supermarktregal aus Stopflebermast stammt. „Vier Pfoten“ hat darüber hinaus die Handelsketten Rewe, Kaufland, Famila und Coop überzeugen können, kein Stopfleberfleisch zu verkaufen.

Die Liste steht auf der Internetseite der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" zum Herunterladen: www.vier-pfoten.de


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DER REINBEISSER DES MONATS DEZEMBER
Wirsing - Auch im Winter bestens versorgt: Krauses Blatt mit viel Aroma und Vitaminen
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(dgk) Zugegeben: Wirsing gibt es inzwischen das ganze Jahr über. Aber Wirsing ist nicht gleich Wirsing. Das zu den Kopfkohlarten zählende Gemüse ist im Winter außerordentlich aromatisch und gibt den Speisen eine besondere Note. Überhaupt ist der Wirsing ein echtes Gourmetgemüse. Die äußeren Blätter und der untere Kohlkopfteil sind eher deftig und passen zu herzhaften Gerichten wie man sie im Winter gerne ist. Das innere und obere Drittel des Wirsings ist dagegen milder und zarter. Wirsing ist variabel und immer wieder anders.

Ursprünglich kommt der Wirsing aus dem Mittelmeerraum. Seit dem 18. Jahrhundert ist er aber auch in Deutschland heimisch. Besonders in Norddeutschland gibt es große Anbaugebiete, die jährlich 50.000 Tonnen des typischen Wintergemüses liefern. Wirsing ist mit dem Weiß- und Rotkohl eng verwandt. Durch die krausen Blätter ist der Wirsingkohlkopf aber locker und daher nicht ganz so lange haltbar. Im Gemüsefach des Kühlschranks lässt er sich aber problemlos eine Woche lagern. Die Frische lässt sich leicht an den saftigen, knackigen Blättern testen.

Wirsing enthält viel Vitamin E und Folsäure. Außerdem ist er eine reiche Vitamin-C-Quelle. In Wirsing befindet sich eine Vitamin-C-Vorstufe, die durch Hitze in die aktive Form (Ascorbinsäure) umgewandelt wird. Schonendes Garen, z. B. Dampfgaren, erhöht den Gehalt an Vitamin C. Gerade in der kalten Jahreszeit trägt Wirsing so zur Stabilisierung der Abwehrkräfte bei.

Neben den Vitaminen enthält Wirsing viele Mineralstoffe. Der Kohl ist reich an Kalium und gleichzeitig natriumarm. Er ist daher für eine streng natriumarme Ernährung, z. B. bei Bluthochdruck, geeignet. Wirsing liefert auch reichlich Spurenelemente, wie das für einige Enzyme notwendige Mangan.
Wirsing passt gut zu Wild, Schweine-, Rind- und Lammfleisch.

WirsingrezeptAuch Leber und Fischgerichte lassen sich mit den krausen Blättern optisch und geschmacklich aufwerten. In Suppen und Eintöpfen, zum Einwickeln als Roulade, geschnitten oder gehobelt, geschmort oder gedünstet – Wirsing ist einfach vielseitig. Auch aus der vegetarischen und Vollwert-Küche ist der Wirsing nicht wegzudenken.

Kohl ist schon lange kein „Arme-Leute-Essen“ mehr. Schonend zubereitet ist er eine Delikatesse. Mit dem richtigen Rezept kommt immer wieder Abwechslung auf den Tisch. Das folgende Rezept ist schnell nachgekocht, vitaminschonend zubereitet und ein Genuss. Sie finden es auch unter www.miele-reinbeisser.de.

Nahrhaft und lecker: Wirsingröllchen auf asiatische Art. Foto: Miele

Rezept:
Wirsingröllchen mit Shrimps

Zutaten für 8 Portionen (als Vorspeise oder Snack)
500 g Wirsing
100 g Milchreis
150 ml Gemüsebrühe
150 g Shrimps (Tiefkühlkost möglich)
2 Stangen Staudensellerie
2 Knoblauchzehen
30 g Ingwer
2 EL Sesamsamen
1 EL Sonnenblumenöl
2 EL Sesamöl
6 EL Sojasauce
2 EL Limettensaft
Salz, Pfeffer
Sweet-Chilisauce

Zubereitung:
Die Blätter vom Wirsingkopf lösen, dabei die dicken Blattrippen herausschneiden. 16 Blätter abspülen, auf zwei gelochte Garbehälter verteilen und für 1 Minute bei 100°C in den Dampfgarer geben. Falls kein Dampfgarer zur Verfügung steht: jeweils 4 Blätter in kochendem Salzwasser etwa 1 Minute blanchieren. Durch das Blanchieren lassen sich die Wirsingblätter nachher leichter weiterverarbeiten. Die Wirsingblätter unter kaltem Wasser abschrecken, trockentupfen und beiseite stellen.
Den Milchreis mit der Gemüsebrühe in einen geschlossenen Garbehälter geben und bei 100°C 25 Minuten lang garen oder im Kochtopf einmal aufkochen und danach 25 Minuten ausquellen lassen.
Staudensellerie säubern und fein würfeln, mit den gepressten Knoblauchzehen und dem fein gehackten Ingwer vermengen. Dazu den Milchreis, die (aufgetauten) Shrimps und alle übrigen Zutaten geben und vermengen. Die Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Auf jedes Wirsingblatt einen gehäuften Esslöffel Füllung geben. Die Seiten der Wirsingblätter über die Füllung klappen und fest einrollen. Die Wirsingröllchen in zwei gelochte Garbehälter geben und in den Garraum schieben. Bei 100°C 10 Minuten im Dampfgarer garen. Ohne Dampfgarer: Die gefüllten Röllchen nebeneinander in einen Topf oder Bräter legen, etwa 100 ml Gemüsebrühe zugießen und auf der Kochstelle ankochen, dann bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten garen. Alternativ: im Backofen mit Heißluft bei 160°C etwa 30 Minuten garen. Zu den Röllchen wird Sweet-Chilisoße als Dipp gereicht.

Tipp: Das Rezept können Sie auch im Internet bei www.miele-reinbeisser.de oder unter www.dgk.de herunterladen.

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Hören: wichtig für die Sprachentwicklung
Zur Früherkennung von Hörschäden sollte bereits bei Neugeborenen ein Hörtest durchgeführt werden. Foto: imagesource

Die Initiative „LOBBY FÜR DAS KIND“ informiert
Hören ist wichtig für die Sprachentwicklung
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(dgk) Das Hören ist derjenige unserer fünf Sinne, der sich zuerst entwickelt. Bereits in der Mitte der Schwangerschaft ist das Innenohr vollständig ausgebildet, und das Kind im Mutterleib nimmt zahlreiche Geräusche wahr. In den ersten Lebensjahren benötigen die kindlichen Hörbahnen zahlreiche akustische Reize und Hörerfahrungen, damit sie weiter reifen können. Die Hörbahnen setzen sich aus einer Reihe von Nervensträngen zusammen, die Geräusche vom Ohr zum Gehirn weiterleiten, wo diese entschlüsselt werden.

Ebenso wie unsere anderen Sinnesorgane hat das Gehör viele Funktionen. Es warnt vor Gefahr und hilft, sich im Raum zu orientieren. Mit Hilfe unserer beiden Ohren erkennen wir, aus welcher Richtung Geräusche kommen. Das Gehör informiert und ermöglicht es, Stimmungen aufzunehmen, die mit Worten mitschwingen. Wichtig ist gutes Hören auch für die Entwicklung der Sprache, denn ohne oder mit schlechtem Gehör lernen Kinder nicht oder nicht ausreichend zu sprechen. Eltern sollten Hörminderungen ihrer Kinder deshalb nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hörprobleme beeinträchtigen die schulischen Leistungen und schränken die Berufswahl des Nachwuchses ein.

Damit die Entwicklung des Kindes nicht beeinträchtigt wird, ist es wichtig, dass Eltern in den ersten Lebensmonaten aufmerksam darauf achten, ob ihr Kind gut hört. Wichtige Anhaltspunkte dafür sind:

  • In der 4. bis 6. Lebenswoche sollten Säuglinge bei plötzlichen lauten Geräuschen erschrecken und sich bei Zuspruch der Eltern beruhigen.
  • Im 3. bis 4. Lebensmonat sollten Babys stimmhaft lachen und brabbeln und die Augen in Richtung der Schallquelle bewegen.
  • Säuglinge im 6. bis 7. Lebensmonat sollten erste zweisilbige „Wörter“ von sich geben, auf Musik lauschen.
  • Mit 10 bis 12 Monaten sollten Kinder auf leises Ansprechen aus einem Meter Entfernung reagieren und Verbote verstehen.
  • Etwa zum zweiten Geburtstag sollten Kinder Anweisungen befolgen können, die ihnen ins Ohr geflüstert werden.

Wenn Eltern oder andere Bezugspersonen den Verdacht haben, dass das Gehör des Kindes nicht in Ordnung ist, sollte möglichst rasch ein HNO-Arzt aufgesucht werden, damit ein Hörtest durchgeführt werden kann. In einigen Bundesländern wird bei allen Neugeborenen bereits in der Geburtsklinik ein Hörscreening durchgeführt. Leider ist diese Früherkennungsuntersuchung noch nicht flächendeckend in Deutschland eingeführt. Etwa zwei von 1.000 Kindern kommen hierzulande schwerhörig oder gehörlos zur Welt. Insgesamt leben in Deutschland rund 500.000 Kinder mit behandlungsbedürftigen Hörminderungen. Viele Hörprobleme entwickeln sich erst nach der Geburt. Die häufigste Ursache sind chronische Mittelohrentzündungen. Auch einige Kinderkrankheiten wie Masern, Keuchhusten und Mumps können zu Hörminderungen führen. Gefährlich für das kindliche Gehör sind zudem laute kurze Knalle wie sie beispielsweise Silvesterknaller oder Spielzeugpistolen verursachen können. Neben dauerhaften, irreversiblen Hörschäden gibt es auch vorübergehende Beeinträchtigungen des Gehörs wie zum Beispiel ein Paukenerguss.Stellt der HNO-Arzt bei einem Kind eine bleibende Hörminderung fest, sollten umgehend Hörgeräte angepasst werden. Ist die Hörfähigkeit schon von Geburt an beeinträchtigt, sollte das Baby bereits innerhalb der ersten sechs Lebensmonate Hörgeräte bekommen, damit die Entwicklung des Kleinen nicht beeinträchtigt wird.Die Hörgeräteanpassung lässt man am besten bei einem speziell für Kinder ausgebildeten Hörgeräteakustiker durchführen. Für hörgeminderte Kinder ist es entscheidend, dass sie frühzeitig mit zwei Hörgeräten versorgt werden und diese auch regelmäßig tragen. Kleinkinder, denen mit Hörgeräten kaum zu helfen ist, können meist mit einem Cochlear Implant versorgt werden. Dieses künstliche Innenohr wird mit Hilfe einer Operation hinter dem Ohr unter die Haut implantiert. Eltern sollten die Schwerhörigkeit ihrer Kinder akzeptieren und ihnen keinesfalls das Gefühl geben, einen Makel zu haben. Nur so können auch die Kinder lernen, selbstbewusst mit ihrer Situation umzugehen, und entwickeln keine Minderwertigkeitsgefühle. Ein Kind lernt nur, mit seiner Hörminderung umzugehen und seine Hörgeräte anzunehmen, wenn auch seine Eltern dies tun.

Hinweis für Redaktionen:

Die Initiative LOBBY FÜR DAS KIND hat sich die Information von (werdenden) Eltern über die Gesundheit ihres Kindes im Mutterleib und in der ersten Lebensphase zum Ziel gesetzt. In den letzten Monaten haben wir Sie mit Themen rund um eine gesunde Schwangerschaft und Geburt versorgt. Im zweiten Teil der Kampagne werden wir Sie in den nächsten Monaten über das gesunde Wach-sen und Gedeihen des Kindes in der ersten Lebensphase informieren.  
Die Initiatoren dieser Kampagne sind die Initiative des Kinderzentrums München, die Klinik für Ge-burtsmedizin der Charité Berlin, die Stiftung für das behinderte Kind und das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK). Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.
Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de


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NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)
Therapie der Depression bei Diabetes mellitus besonders wichtig
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(dgk/DDZ) Depressionen und Diabetes gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Darüber hinaus ist bei beiden Erkrankungen ein Zusammenhang festzustellen. Menschen mit Depression haben ein erhöhtes Risiko, einen Diabetes mellitus zu entwickeln. Gleichzeitig sind Menschen mit Diabetes im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung häufiger von Depressionen betroffen. Neben den Belastungen, die diese Erkrankungen ohnehin mit sich bringen, fällt es depressiven Menschen mit Diabetes schwerer, die Therapie einzuhalten  oder auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Als Folge schwankt der Blutzuckerspiegel, und es steigt die Gefahr für Folgeschäden. Tatsächlich ist bei depressiven Patienten mit Diabetes eine erhöhte Sterblichkeit festzustellen.

Eine Langzeitstudie ist in den USA der Frage nachgegangen, ob eine optimale Therapie der Depression gerade bei älteren Patienten sowohl die Sterblichkeit verringern als auch die Einstellung des Diabetes verbessern kann. Für die Studie nahmen in New York, Philadelphia und Pittsburg zwischen 1999 und 2001 zwanzig Zentren der medizinischen Grundversorgung teil. Alle Patienten mit Diagnose oder Symptomen einer Depression, die in den Versorgungszentren vorstellig wurden, konnten an der Studie teilnehmen. Die Praxen wiederum wurden gemäß ländlicher respektive städtischer Umgebung und Bevölkerungsstruktur ähnlichen Paaren zugeteilt und anschließend der Interventions- bzw. Kontrollgruppe zugelost.

Die Intervention bestand im Wesentlichen darin, dass neben den Internisten weitere Experten für eine leitliniengetreue Depressionsbehandlung an der Therapie beteiligt waren. Diese Experten boten neben der medikamentösen Therapie eine Psychotherapie an, informierten die Patienten über Wirkung und Nebenwirkung der Medikamente und halfen bei der Einhaltung der Therapie.

Fünf Jahre nach Interventionsbeginn wurde deutlich, dass besonders diejenigen Patienten, die neben der Depression gleichzeitig einen Diabetes aufwiesen, von der leitliniengetreuen Behandlung profitierten. Dies machte sich zum Beispiel mit einer niedrigeren Mortalität in der Interventionsgruppe bemerkbar. Der Effekt bei depressiven Patienten ohne Diabetes fiel deutlich geringer aus.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Depressionen gerade bei Menschen mit Diabetes ernst genommen werden sollten. Darüber hinaus sind Modelle für eine optimale Therapie notwendig, in die verschiedene medizinische Fachrichtungen einbezogen sind. Insbesondere ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Diabetologen, Psychiatern und Psychotherapeuten anzustreben.

Die Autorin: Teresa Tamayo, Online-Redaktion Diabetes-Deutschland.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quellen:
Bogner HR et al. Diabetes, Depression, and Death: A Randomized Controlled Trial of a Depression Treatment Programm for Older Adults Based in Primary Care (PROSPECT).

Diabetes Care. 2007 Aug 23; [Epub ahead of print]

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de
Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Ärztlicher Direktor des Deutschen Diabetes Zentrum DDZ und
Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie
des Universitätsklinikum Düsseldorf
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf
Telefon: 02 11 / 33 82 – 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103
E-Mail: scherbaum(à)ddz.uni-duesseldorf.de


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