DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 48, 1/2 - 2007 - Themen: Rückenschmerzen, Tag der Rückengesundheit, 15. März 2007, Muskeln stärken – Schmerzen lindern, Mozart, absolutes Gehör, Wellness, Kosmetik, aus heimischer Küche, selbst hergestellte Kos
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 48, 1/2 - 2007 - Themen: Rückenschmerzen, Tag der Rückengesundheit, 15. März 2007, Muskeln stärken – Schmerzen lindern, Mozart, absolutes Gehör, Wellness, Kosmetik, aus heimischer Küche, selbst hergestellte Kosmetik, Hämorrhoiden, Diabetes, Diabetiker, fasten, Wickel, Medizin, Schreibhilfen, Kinder, Erwachsene, Nanomedizin, Stammzellen, XCell-Center, WHO, Todesfälle, Krankheiten, Rotaviren, Rotavirus-Erkrankungen bei Kindern, Pressekonferenz, 14. Februar 2007, Warum läuft es uns kalt über den Rücken, wenn Kreide quietscht?, Schauer, Gänsehaut, Initiative LOBBY FÜR DAS KIND, Parodontitis, Schwangerschaft, DEUTSCHES DIABETES-ZENTRUM (DDZ), Herzinfakte
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 48, 1/2 - 2007

6. Tag der Rückengesundheit am 15. März 2007
„Muskeln stärken – Schmerzen lindern“
(2.350 Zeichen)

(dgk) Am 15. März 2007 ruft das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) in Marburg zum sechsten Mal die Bevölkerung auf, sich intensiver um die Vorbeugung von Rückenschmerzen zu kümmern. Mehr als 1.000 Aktionspartner in ganz Deutschland unterstützen interessierte Menschen bei diesem Bemühen. Unter dem Motto „Muskeln stärken – Schmerzen lindern“ bieten sie zum Tag der Rückengesundheit vielfältige Aktionen zum Mitmachen, zur Beratung und Information an. „Ziel des Gesundheitstages ist, die Hilfe zur Selbsthilfe zu stärken und konkret über Möglichkeiten der Vorbeugung zu informieren“, sagt Dr. Dietmar Krause, Leiter der Schmerzsektion im DGK, das den Rückentag initiiert und organisiert.

Nach einer aktuellen Umfrage leiden im Durchschnitt 69 Prozent der Bundesbürger gelegentlich an Rückenschmerzen. Wie schnell die Beschwerden verschwinden, hängt ganz wesentlich davon ab, wie die Betroffenen mit dem Schmerz umgehen. „Manche Menschen lassen sich von dem Schmerz erschrecken, denken an Gefahr und sorgen sich um die Zukunft. Sie ruhen sich viel aus, schonen sich und warten, dass die Schmerzen von selbst besser werden. Das ist aber die falsche Strategie“, sagt Prof. Dr. Thomas Kohlmann von der Universität Greifswald. Zwar kann es bei starken Rückenschmerzen sinnvoll sein, die eigenen Aktivitäten zu verringern. Aber spätestens nach zwei Tagen sollten die Betroffenen wieder auf die Beine kommen, erklärt der Rückenexperte. Medikamente gegen Schmerzen und Muskelverkrampfung können Beschwerden lindern. Doch die Bewegung steht im Vordergrund.

„Der erfolgreichste Weg Rückenschmerzen zu verhindern oder schnell wieder loszuwerden ist, aktiv zu sein“, rät Helga Freyer, Krankengymnastin aus Wittelsberg. „Regelmäßige Bewegung sorgt für eine kräftige Muskulatur, macht beweglich und hält fit. Außerdem fördert Bewegung natürliche chemische Prozesse im Körper, die den Schmerz verringern“, so Freyer. Wer lange nicht aktiv war, sollte sportliche Aktivitäten zunächst unter fachlicher Anleitung beginnen. „Bei vielen Menschen haben sich über die Jahre falsche Bewegungsmuster eingeschlichen, die zu korrigieren sind“, hat die Physiotherapeutin beobachtet.

Wer macht mit?

Die Adressen und Angebote der teilnehmenden Gesundheitsämter, Apotheken, Physiotherapie-Praxen, Kliniken, Betriebe und Ergonomie-Fachgeschäfte sind nach Postleitzahlen geordnet unter www.forum-schmerz.de zu finden oder unter der Rufnummer 0 64 21 / 293 - 125 zu erfragen.

Das DGK unterstützt die Aktionspartner mit einem Info-Paket, mit Vorträgen und umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem koordiniert das DGK alle bundesweiten Aktivitäten und stellt kostenlos Downloads von Broschüren und Gymnastikprogrammen unter www.forum-schmerz.de bereit.


Mozart und das absolute Gehör
Genialität oder Lerneffekt?
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(dgk) Mit dem absoluten Gehör kann man weder das Gras wachsen, noch die Flöhe husten hören. Man hört nicht mehr und nicht weniger als andere Menschen auch, aber man kann die Tonhöhe des Gehörten exakt bestimmen. Nur etwa 8.000 Deutsche können das. Sie stimmen einen Schlager immer in genau der richtigen Originaltonlage an, während „Otto Normalsänger“ irgendeinen Anfangston wählt und lediglich die nachfolgenden auf diesen Ton abstimmt.

Die Mehrzahl der Menschen kann Tonhöhen im Vergleich mit anderen Tönen unterscheiden – also relativ hören. Das genügt vollkommen, um herauszuhören, ob sich ein Musiker verspielt hat. Wer über das absolute Gehör, also ein Tonhöhengedächtnis, verfügt, erkennt zudem auch die tatsächliche Tonhöhe. Bei Menschen, die Noten lesen können, bedeutet das, dass sie einen Ton hören und genau sagen können, um welche Note es sich handelt.

Mozart hatte das absolute Gehör. Auch Beethoven, Bach, Händel und Chopin wird es nachgesagt. Das bedeutet aber nicht, dass diese Gabe die Voraussetzung für eine geniale Komponisten- oder Musikerlaufbahn ist. Wahrscheinlich ist es eher so, dass diese Künstler bereits sehr früh in ihrem Leben mit Musik in Berührung kamen und schon in jungen Jahren ein Instrument erlernten. Dadurch blieb ihnen das Tonhöhengedächtnis erhalten. Man geht heute davon aus, dass alle Menschen zunächst in der Lage sind, absolut zu hören. Da diese Fähigkeit beim Erlernen unserer Sprache und im Alltag aber nicht gebraucht wird, verlieren wir sie wieder. Wer sich jedoch in der frühen Kindheit mit Tonhöhen beschäftigt, hat die Chance, das Tonhöhengedächtnis zu erhalten. So verfügt nur etwa einer von 10.000 Europäern oder Nordamerikanern über das absolute Gehör. Bei Musikstudenten, die im zarten Alter von vier oder fünf schon Klavier- oder Geigenunterricht bekommen haben, sind immerhin sieben Prozent in der Lage, absolut zu hören – also 700 von 10.000.

In Asien kommt diese Begabung wesentlich häufiger vor. Die Ursache liegt offenbar in den dortigen Sprachen begründet. So hat beim chinesischen Standard-Dialekt Mandarin, einer Tonsprache, dasselbe Wort unterschiedliche Bedeutungen, wenn es in unterschiedlichen Tonlagen ausgesprochen wird. Mit dem Erlernen der Muttersprache wird zugleich also auch das sichere Beherrschen ganz bestimmter Tonlagen eingeübt. Damit hat das absolute Gehör eine hohe Wahrscheinlichkeit, erhalten zu bleiben. Eine Untersuchung mit 200 Musikstudenten aus den USA und China bestätigte diese Annahme: 52 Prozent der chinesischen Studenten konnten absolut hören.

Die Voraussetzung für absolutes Hören ist natürlich ein intaktes Gehör. Wenn das Hörvermögen durch Lärm oder Infektionskrankheiten geschädigt ist, können bestimmte Frequenzen nicht mehr gehört werden – egal ob absolut oder relativ. Wer das Gefühl hat, nicht mehr gut zu hören, sollte vorsorglich einen Hörtest beim Hörgeräte-Akustiker oder HNO-Arzt machen. „Absolut“ hören muss man nicht – auch nicht als Musiker. Aber gutes Hören ist für alle Menschen wichtig, um „mit allen Sinnen“ am Leben teilhaben zu können.


Wellness und Kosmetik aus der heimischen Küche
Selbst hergestellte Kosmetik schützt die Haut vor bösen Überraschungen
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(dgk) Männer wie Frauen sind es gewohnt, sich täglich mit verschiedenen Cremes und Lotionen zu pflegen. Diese sind meistens mit vielen Zusätzen und synthetischen Stoffen versehen.

Wer sicher gehen will, dass keine synthetischen Stoffe in den Kosmetika enthalten sind, kann sie ganz einfach selbst herstellen. Dazu braucht man gar nicht so viele Zutaten. Für eine Seife beispielsweise benötigt man nur drei Komponenten: Fette und Öle in flüssiger oder fester Form, Flüssigkeiten, je nach Wunsch aus gewöhnlichem destilliertem Wasser oder feinem Rosenwasser, und Natronlauge (NaOH). Je nach Belieben können die Seifen mit Olivenöl, Kräutern oder Peelingkörnern versehen werden.

Selbst gemixte Cremes, Gesichtsmasken und Tinkturen müssen sich nicht hinter gekauften Produkten verstecken! Jedes Produkt ist auf die individuellen Bedürfnisse und die jeweilige Hautverträglichkeit abgestimmt. Je nach Wunsch können den Cremes und Pasten naturreine Duftstoffe oder Parfum beigefügt werden. Außer dem Duft lässt sich auch die Konsistenz der Pflegeprodukte bestimmen. Dabei ist zu bedenken, dass natürliche Inhaltsstoffe besser einziehen als synthetisch hergestellte. Diese schonenden Präparate eignen sich übrigens besonders gut für Allergiker, Kinder und Babys; denn schließlich weiß man genau, was drin steckt.

Kinder und Jugendliche haben oft Spaß am gemeinsamen Herstellen und Ausprobieren von Lippenstift, Make-up und Wimperntusche. Dabei lernen sie ganz nebenbei einiges über das Wirkprinzip von Kosmetika und die heimischen Kräuter.

In der heimischen Küche finden sich viele nützliche Utensilien zur Herstellung: Töpfe, Siebe und Leinentücher sind ideale Helfer. Erfrischendes Kräuterwasser lässt sich beispielsweise in einem Espressobereiter produzieren. Das Sieb wird mit Kräutern, Rosenblättern oder getrockneten Blüten gefüllt. Durch den aufsteigenden Wasserdampf werden ätherische Öle freigesetzt. Anstelle von braunem Espresso kommt oben duftendes Blütenwasser heraus. Dies lässt sich mit kosmetischem Basiswasser über lange Zeit konservieren und erfrischt und belebt die Sinne im Alltag.

Sinnvoll ist es, eher kleinere Mengen zu herstellen, da die natürlichen Pflegeprodukte keine Konservierungsstoffe enthalten und deshalb schneller verderben können. In schöne Flakons und Tiegel abgefüllt, lassen sich diese selbstgemachten Kostbarkeiten auch prima verschenken.

Buchtipp:
Hobbythek spezial. Natürliche Kosmetik selbstgemacht. Die sanfte Alternative. Einfache Rezepte und praktische Tipps. von Jean Pütz, Christine Niklas, Köln 2000.

Wellness und Kosmetik aus der heimischen Küche

Pflegende Seifen, straffende Cremes und erfrischende Tinkturen lassen sich auf natürliche Weise selbst herstellen.
Foto: photodisc



Auf der halben Pobacke
Hämorrhoiden – Immer noch ein Tabu!
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(dgk) Wer sie hat, spricht selten darüber: Erkrankungen im Analbereich umweht mehr als nur ein Hauch von Peinlichkeit. Betroffene schämen sich, fühlen sich unrein und fürchten den Spott ihrer Umwelt. Dabei können Hämorrhoiden Alltag und Lebensfreude erheblich beeinträchtigen. Viele können kaum sitzen – eine echte Pein für Menschen mit einem Bürojob. „Man sitzt auf der halben Pobacke“, schildern viele Patienten ihr Problem. Doch 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung werden irgendwann einmal in ihrem Leben mit hämorrhoidalen Komplikationen konfrontiert.

Hämorrhoiden sind keine gefährliche Erkrankung. Trotzdem: Bleiben die Beschwerden unbehandelt, können sie das Wohlbefinden erheblich trüben. Gerade im Spätstadium ist das Hämorrhoidalleiden zermürbend, denn es treten starke Schmerzen, Juckreiz und schleimige Absonderungen auf. Als besonders belastend empfinden Patienten, wenn die Hämorrhoiden nach draußen dringen und sich nicht mehr in den Enddarm zurückschieben lassen.

Was man spürt:
Häufigstes Symptom: hellrotes Blut am Toilettenpapier, weil eine kleine Ader, ein kleines Gefäßpolster geplatzt ist. Außerdem: Jucken, Brennen, Nässen – und bei größeren Hämorrhoiden auch Schmerzen. Schätzungen gehen davon aus, dass drei von zehn Menschen betroffen sind.

Wie man sie bekommt:
Die Körperpflege hat mit der Entstehungsgeschichte von Hämorrhoiden nichts zu tun. Hämorrhoiden sind wie gesagt kleine Gefäßpolster im Darm. Vergrößern sie sich, staut sich das Blut in ihnen – genau wie bei Krampfadern. In der Schwangerschaft kommt es öfter zu Hämorrhoiden. Gründe: das vermehrte Blutvolumen und das Gewicht des Babys. Weitere Risikofaktoren: Veranlagung, mangelnde Bewegung, Verstopfung und zu harter Stuhlgang, Pressen auf der Toilette.

Das macht der Arzt:
Hämorrhoiden sind harmlos – aber weil Blut im Stuhl auch auf Darmkrebs hinweisen kann, sollte man zum Arzt gehen. Es gibt Salben, Zäpfchen und Analtampons, die desinfizieren, betäuben und entzündungshemmend wirken.

Das kann man selbst tun:
Angenehm sind Sitzbäder mit Eichenrinde, Kamille oder Hamamelis. Absteigende Bäder von 30 Grad bis auf 15 Grad wirken entstauend. 20 Prozent der Beschwerden bekommt man mit guter Analhygiene weg: nach jedem Stuhlgang mit Wasser waschen, gut abtrocknen, für unterwegs Baby-Feuchttücher mitnehmen. Ballaststoffreiches Essen macht den Stuhl weicher, dann geht es auf der Toilette schneller und ohne Pressen.

Gut zu wissen:
Für Naturheilkundler weisen Hämorrhoiden auf eine Leberschwäche hin. Sie empfehlen deshalb Tees mit Löwenzahn oder Mariendistel – je nach Geschmack einzeln oder gemischt.

Stadium I – schmerzlos und nicht sichtbar·

  • schmerzlose, hellrote Blutung, auch als Blutauflagerung auf dem Toilettenpapier·
  • oft ein Fremdkörpergefühl im Enddarm- und Afterbereich·
  • selten Juckreiz·
  • keine äußerlich sichtbaren Knoten

Stadium II – tastbare Knoten·

  • mit Ekzemen (Hautentzündungen) um den After herum·
  • oft Brennen und Nässen im Afterbereich·
  • häufig Schmerzen, vor allem beim Stuhlgang·
  • selten Blutungen·
  • nur beim Pressen äußerlich sicht- und tastbare Knoten

Stadium III – fast immer schmerzhaft·

  • fast immer Schmerzen·
  • deutlicher Vorfall des Hämorrhoidalknotens vor den After, der sich nach dem Stuhlgang jedoch zurückdrücken lässt·
  • oft schleimige Absonderungen·
  • Juckreiz·
  • selten Blutungen·
  • eventuell sehr schmerzhafte Analthrombosen wegen des verlangsamten Blutstroms im Hämorrhoiden-Adergeflecht·
  • mögliches Einklemmen der Hämorrhoiden im After

Stadium IV – aus dem Analkanal heraustretend·

  • starke Schmerzen·
  • Juckreiz im Afterbereich·
  • schleimige Absonderungen·
  • die aus dem Analkanal herausgetretenen Hämorrhoiden lassen sich nicht mehr zurückdrücken

 


Dürfen Diabetiker fasten?
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(dgk) Fasten soll den Körper reinigen und dient vielen Menschen als Einstieg in ein gesünderes Leben. Doch für Diabetiker birgt der Verzicht auf feste Nahrung auch Risiken.

Mittlerweile ist bekannt, dass Fasten zum Abnehmen völlig ungeeignet ist. Zwar „purzeln“ in der Fastenzeit die Pfunde, doch kaum ist es mit der „Enthaltsamkeit“ vorbei, tritt unweigerlich der Jojo-Effekt ein und die Speckröllchen sind schnell wieder da. Auf der anderen Seite gilt jedoch auch: Um ernährungsbedingten Erkrankungen vorzubeugen, einen guten Einstieg in eine gesündere Lebensweise zu finden oder sich einfach mal wieder ein paar Tage intensiv mit dem eigenen Körper zu beschäftigen, ist das Fasten durchaus geeignet.

Für Diabetiker kann Fasten aber gefährlich werden, denn die strenge Diät kann erhebliche Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. So steigt beispielsweise das Risiko für eine Unterzuckerung an. Als besonders riskant gilt das Fasten für Typ-1-Diabetiker, denen viele Ärzte grundsätzlich davon abraten. Für Typ-2-Diabetiker, die mit Tabletten oder Insulin behandelt werden, gilt: Sie sind während des Fastens aufgrund der fehlenden Nahrungszufuhr auf andere Arzneimitteldosen angewiesen, die nur der Arzt festlegen kann. Diabetiker, die zusätzlich unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nieren- oder Leberproblemen leiden, müssen auf jeden Fall aufs Fasten verzichten. Eine ärztliche Überwachung oder der stationäre Aufenthalt in einer speziellen Klinik ist – nicht nur für Diabetiker – anzuraten.

Mehr über dieses Thema und die verschiedenen Fastenformen lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/ Ausgabe 2B/2007 (15. Februar).


Wickel – Die Medizin des Mittelalters wirkt auch heute noch
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(dgk) Im Programm von Volkshochschulen und naturheilkundlichen Verbänden werden immer häufiger so genannte „Wickelkurse“ angeboten. Der Begriff „Wickeln“ ist uns heutzutage vor allem durch das Windelnwechseln bei Babys vertraut. Die traditionelle Wickelkunst jedoch wird vor allem zu Heilzwecken genutzt.

Ein Wickel ist ein Tuch, welches mit Flüssigkeit getränkt oder mit einem Zusatz bestrichen wird. Es wird zirkulär um ein Körperteil, zum Beispiel Arme, Beine, Hals oder Brust, gewickelt und mit weiteren Tüchern bedeckt. Wickel beeinflussen die Durchblutung, denn die Leitfähigkeit von Wasser ist erheblich höher als die der Luft. Diese Eigenschaft nutzt die traditionelle Wickelkunst. Die heißen oder kalten, mit Wasser getränkten Wickel besitzen daher auf der Haut eine sehr gute Leitfähigkeit.

Sie schaffen eine Atmosphäre der Entspannung und die Atmung vertieft sich. Warme Wickel setzen die Muskelspannung herab. Dadurch können Schmerzen, die durch Verspannungen entstanden sind, gelindert werden.

Man unterschiedet zwei Arten von Wickel: Wärmeentziehende und temperierte Wickel. Kühlende Wickel werden mit Wasser getränkt, dessen Temperatur ca. 10 Grad unter der Körpertemperatur liegen sollte. Diese Wickel können bei akuten Entzündungen und Fieber angewendet werden. Generell aktivieren kalte Wickel die Durchblutung der Haut und den Stoffwechsel. Warme Wickel eignen sich bei chronischen Erkrankungen und Schmerz oder Krampfzuständen zum Beispiel bei Magen- und Darm- oder Menstruationsbeschwerden und Verspannungen.

Es gilt die Regel: Kleine Reize regen an – starke Reize hemmen.

Für einen wirksamen Wickel benötigt man drei verschiedene Lagen: Das innere Tuch sollte aus Baumwolle oder Leinen sein, eine herkömmliche Stoffwindel tut es auch. Dieses Tuch wird mit Wasser und den Zusätzen getränkt. Das Zwischentuch sollte trocken, aus Baumwolle, etwas größer und luftdurchlässig sein. Dann kann die Feuchtigkeit verdunsten. Für das äußere Tuch eignet sich ein Wolltuch. Synthetische Materialien und Plastiktüten sollten nicht verwendet werden, sie können zu einem Hitzestau führen.

Die Wickel können zusätzlich mit Heilpflanzentees, frischen Blättern, Kräuterkissen, Tinkturen, Essenzen, Ölen, Salben oder Nutzpflanzen, wie gekochten und zerstampften Kartoffeln, Kohl oder Zwiebeln getränkt und bestrichen werden.

Menschen mit hohem Blutdruck und Herz-Kreislauferkrankungen sollten vorher die Behand-lung mit einen Arzt absprechen. Warme und kalte Wickel sind für diese Menschen nicht geeignet. Sie sollten auf lauwarme Anwendungen zurückgreifen.

Bei Kindern sollte Fieber nicht radikal unterdrückt werdenBei Kindern mit Fieber gilt: Wärmeentziehende Wickel sollten erst bei einer Temperatur von über 40 Grad eingesetzt werden. Bei Kindern sollte Fieber nicht radikal unterdrückt werden, denn es erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit des Abwehrsystems und ist deshalb für viele Erkrankungen sinnvoll. Fieber ist bei Kindern noch wichtiger als bei Erwachsenen.

Ausnahmen von dieser Regel sind Kinder unter drei Jahren, Menschen mit Herzerkrankungen, Betroffene, die unter starker innerer Unruhe und Bewusstseinsstörungen leiden. Hier besteht die Gefahr des Fieberkrampfes.

Foto: imagesource


Wickel und ihre Wirkung

Kartoffelwickel:

wirken schleimlösend und hustenlindernd

Quarkwickel:

bei Neurodermitis, Sonnenbrand, Milchstau bei Stillenden

Kohlwickel:

gut bei entzündeten Gelenken

Heublumenwickel:

Schmerzlinderung bei Muskelverspannung

Lavendel:

innere Unruhe und Einschlafstörungen

Kamille:

entzündungshemmend bei Furunkel / unterstützt die Wundheilung

 


„Flutsch“ und der Kuli ist weg
Schreibhilfen für Kinder und Erwachsene erleichtern Malen, Schreiben und Basteln
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(dgk) Leon ist sechs Jahre alt und geht seit ein paar Wochen in die Schule. Er mag den Sport- und Musikunterricht. Das Lernen des Alphabetes macht ihm weniger Spaß: Beim Schreiben der neu erlernten Buchstaben fällt ihm immer wieder der Stift aus der Hand.

Seine Mutter hat ihm auf Anraten ihrer Ergotherapeutin eine Schreibhilfe besorgt. Damit gelingt es Leon, den Bleistift sicherer zu führen und er bekommt ein Gefühl für die richtige Haltung des Schreibgeräts. Gerade für Schreibanfänger ist es häufig problematisch, den so genannten „Dreipunktgriff“ für das korrekte Schreiben zu automatisieren. Als „Dreipunktgriff“ bezeichnet man das Halten des Stiftes mit dem Mittel- und Zeigefinger sowie dem Daumen.

Schreibhilfen zum Aufsetzen auf den Stift können das Erlernen des Stifthaltens erleichtern. Sie wurden von Medizinern entwickelt und sind ergonomisch geformt. Neben verschiedenen Materialien, wie zum Beispiel Holz oder Kunststoff, gibt es sie als Muldenschreibhilfe – dort sind bereits für jeden Finger kleinen Mulden vorgegeben – oder alternativ in der Dreiecksform. Beide Varianten beugen einer schnellen Ermüdung der Hand vor und reduzieren die Belastung durch das Halten des Stiftes. Es gibt sie für Rechts- und Linkshänder und in verschiedenen Größen.

Erwachsenen, die unter einer Handkraftschwäche leiden, zum Beispiel, weil sie an Arthritis erkrankt sind oder bereits einen Schlaganfall hatten, können diese Hilfen ebenfalls nützlich sein. Sie unterstützen die Koordination der Hand und helfen den Stift sicher über das Papier zu führen. Zudem eignen sich die Aufsätze auch für den Gebrauch von Pinseln und Bastelmessern. Dem Spaß am Schreiben und der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.

Quellen:
Pfahler, Kathrin; Manegold, Ulrike (Mitarb.); Hassink, Günter (Mitarb.): Schriftenreihe der DMSG: MS-Information Nr. 3.1.2 Technische Hilfen im Alltag – Hilfsmittel zum Um- und Übersetzen/Lifter und Treppenhilfen. Hannover: Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (Hrsg.), 1996.
MS-Info „Alltag“ (Informationen zur MS vom DMSG) 02/1999, Nr. 3.1.3

Aller Anfang ist schwer – auch beim Schreiben

Aller Anfang ist schwer – auch beim Schreiben.
Foto: Photocase


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Nanomedizin: Quantensprung mit Kleinigkeiten
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(dgk) Es mutet beinahe wie ein Anachronismus an: Eine Medizin wird geschluckt, gespritzt oder aufgetragen, ihr Wirkstoff verteilt sich im Körper. Wo er wirken soll, hilft er. Wo er nicht wirken soll, führt er nicht selten zu unerwünschten Wirkungen oder toxischen Effekten (Vergiftungen). Denn um den Zielort, das kranke Gewebe, in ausreichender Konzentration zu erreichen, beträgt die verabreichte Wirkstoffmenge meist ein Vielfaches vom Bedarf.

Die Zukunft sieht anders aus: Zumindest lassen das die Aktivitäten der im Bereich Nanomedizin forschenden Unternehmen hoffen. Diese Wissenschaft an der Grenze zu Genomik (Erforschung der eher statischen Erbinformation) und Proteomik (Erforschung der dynamischen Proteinzusammensetzung in Körperzellen) setzt Nanotechnologie zur Diagnose, zum Überwachen und zur Behandlung von Krankheiten ein.

Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter. So klein wie ein kleineres Molekül, wie ein kleines Virus, 50.000 Mal kleiner als ein menschliches Haar dick ist. Unvorstellbar klein.

Nanomedizinische Technologie hat derzeit fünf Hauptanwendungsfelder:

    • Sie entwickelt Transportsysteme, in denen sich Arzneistoffe gezielt an ihren Wirkort schleusen lassen. Maßgeschneiderte Moleküle wie Dendrimere, die mit bestimmten „Eigenschaften“ wie Antikörpern auf der Oberfläche bestückt und so nur vom kranken Gewebe angenommen werden.
    • Methoden so genannter in-vivo-Diagnostik am Menschen, wenn zum Beispiel einer Krankheit die Produktion bestimmter Moleküle vorausgeht, die mit neuen bildgebenden Verfahren sichtbar gemacht werden können.
    • Diagnostische in-vitro-Methoden, wie das scheckkartenkleine „Chiplabor“ (Lab-on-a-chip-Systeme). Ein Tropfen Flüssigkeit, beispielsweise Blut, ist ausreichend, um direkt am Krankenbett einen komplexen analytischen Prozess ablaufen zu lassen, an dessen Ende eine medizinische Diagnose wie „Lungenentzündung“ oder „Blutvergiftung“ stehen kann.
    • Aus nanomedizinischer Forschung gehen auch neuartige Implantate und „Biomaterialien“ wie Gelenke und Knochenersatz hervor, mit gutem Anwachsverhalten und ohne das Risiko immunologischer Abstoßungsreaktionen.

Vieles daran lässt auf einen methodischen Wandel in der Medizin hoffen: Von der symptomatischen Behandlung von Krankheiten hin zu ihrer Prävention.


MELDUNGEN

Stammzellen: Der Körper repariert sich selbst
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(dgk) Geschädigte oder zerstörte Organe und Körpergewebe einfach wieder regenerieren zu können, ist der Wunschtraum vieler Mediziner. Mit der Entdeckung so genannter adulter Stammzellen im Körper von Erwachsenen ist die Forschung diesem Traum ein gutes Stück näher gerückt. Stammzellen sind unspezialisierte, quasi jungfräuliche Zellen, deren Schicksal noch nicht endgültig festgelegt ist. Aus ihnen können also alle mögliche Körpergewebe hergestellt werden, zum Beispiel eine Muskelzelle, eine Gehirnzelle oder eine Zelle, die Insulin produziert.

Patienten mit schweren Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose, Diabetes oder Rückenmarkverletzungen setzen daher große Erwartungen in die neue Technologie. Die Vorgehensweise hört sich auch denkbar einfach an: Aus dem Knochenmark des Patienten selbst entnimmt man seine adulten Stammzellen, bereitet sie auf und injiziert sie ihm dann später wieder. Die Stammzellen sollen dann zu jenen Stellen im Körper wandern, an denen sie gebraucht werden.

Eine vollkommene Heilung kann zwar derzeit niemandem versprochen werden, doch weltweit wurden schon bei Hunderten von Patienten diese Therapie angewendet. Und bei vielen sind Erfolge erkennbar, das heißt, ihre Beschwerden oder Krankheitssymptome haben sich gebessert. Mit dem Institut für regenerative Medizin in Köln besteht seit Anfang 2007 nun auch in Deutschland eine Klinik für die Stammzell-Therapie.


WHO sagt Todesfälle und Krankheiten für 2030 voraus
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(dgk) In den nächsten 25 Jahren wird sich die jährliche Todesrate durch Aids mehr als verdoppeln, Rauchen weltweit für ein Zehntel der Todesfälle verantwortlich sein, Zigaretten werden 2030 rund 50 Prozent mehr Menschen töten als heute. Die Lebensbedingungen der Armen der Welt werden sich jedoch verbessern, ihre Lebenserwartung wird zunehmen und die Todesrate an Infektionskrankheiten zurückgehen.

Die Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation WHO (www.who.int) haben die bis jetzt umfassendste Analyse präsentiert, woran die Menschen um das Jahr 2030 leiden und woran sie sterben werden. Weltweit sollte sich das Risiko, vor dem fünften Lebensjahr zu sterben, bis zu diesem Zeitpunkt halbiert haben. Es wird aber erwartet, dass die Anzahl der Todesfälle durch Aids von 2,8 Mio. 2002 bis auf 6,5 Mio. im Jahr 2030 ansteigen wird. Die mit dem Rauchen in Zusammenhang stehenden Todesfälle werden sich von 5,4 Mio. auf 8,3 Mio. erhöhen. Die neue Prognose geht auch wieder von Herzinfarkt und Schlaganfall als den beiden Haupttodesursachen weltweit aus. Lungenentzündung, HIV und Lungenkrankheiten wie Emphysem werden damals wie heute zu den häufigsten Erkrankungen gehören.

Colin Mathers, der Leiter der Studie, erklärte, dass die Wissenschaftler nicht behaupten, dass diese Ereignisse definitiv eintreten werden. „Die Verantwortlichen sollten nur eine möglichst genaue Vorstellung davon haben, was wahrscheinlich eintreten wird, damit sie sich darauf vorbereiten können.“ Die WHO präsentierte die erste derartige Vorhersage 1996. Es zeigte sich jedoch laut New Scientist, dass einige zentrale Annahmen falsch waren. So erkrankten beispielsweise mehr Menschen an Aids und weniger an Tuberkulose als vorhergesagt.

Mathers räumt ein, dass die aktuelle Studie ähnliche Fehler enthalten könnte, zum Beispiel Infektionskrankheiten wie die Grippe betreffend. Für eine optimale Voraussage wurden dieses Mal jedoch wesentlich mehr Statistiken verwendet als 1996. Bevölkerungswachstum und -alterung sowie die Trends beim Rauchen und die zunehmenden Adipositasprobleme wurden ebenfalls berücksichtigt. Der entscheidende Faktor ist laut Mathers der zunehmende Wohlstand. Werden die Länder reicher, können sie sich eine bessere medizinische Versorgung leisten, armutsbedingte Krankheiten wie einige Infektionskrankheiten gehen zurück. „Die Menschen werden mit 70 Jahren an einer Herzkrankheit sterben und nicht mehr mit drei Jahren an Durchfall.“ Das Team berücksichtigte auch die Vorhersagen der Weltbank in Hinblick auf das wirtschaftliche Wachstum. Für Afrika ist die Prognose positiv. Es wird ein jährliches Wirtschaftswachstum von zwei Prozent erwartet. In den 90er-Jahren wurde lediglich ein Wachstum von 0,5 Prozent erreicht.


Rotavirus-Erkrankungen bei Kindern:
extreme Krankheitslast – effektiver Schutz
Pressekonferenz am 14. Februar 2007
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(dgk) Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO treten jährlich mehr als 138 Millionen Erkrankungen durch Rotaviren weltweit auf. Die Viren sind hochansteckend, Hygienemaßnahmen greifen kaum. Sicherlich stellen Rotavirusinfektionen ein drängendes Problem in Entwicklungsländern dar – aber auch hierzulande? Aktuelle epidemiologische Daten aus Deutschland zeugen auch hier von einer erheblichen Krankheitslast. Die Schwere der Erkrankung und die damit häufig verbundene Notwendigkeit einer Hospitalisierung machen das Thema auch für Deutschland relevant. Eine gezielte Lösung des Problems bieten einfach anwendbare und hochwirksame Impfstoffe zur Prophylaxe.

Welche Möglichkeiten der Umsetzung in die Praxis gibt es, welche Empfehlungen können gegeben werden? Ihre Fragen beantworten vier Experten in der Pressekonferenz am Mittwoch, 14. Februar 2007, von 11.00 bis 12.30 Uhr im Hotel Dorint Bayerpost München, Raum Haidhausen, Bayerstr. 12, 80335 München.

Wir freuen uns, wenn dieses wichtige Thema Ihr Interesse findet und wir Sie in München begrüßen dürfen. Das vollständige Programm finden Sie im Internet unter www.dgk.de oder erhalten Sie unter der Telefonnummer 0 64 21 / 2 93 – 1 16 oder E-Mail: ute.arndt(à)kilian.de. Gerne schicken wir Ihnen auch die gesamte Pressemappe zu.


WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

Warum „läuft es uns kalt über den Rücken“, wenn Kreide quietscht?
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(dgk) Den einen schaudert’s, wenn Styropor zerbrochen wird oder Fingernägel über eine glatte Wand kratzten. Den anderen schüttelt’s sogar, wenn Tulpenstengel aneinander reiben.

Unsere Haut reagiert auf Geräusche. Sie hat zwar keine Ohren, kann aber bei sehr hohen Frequenzen, die zwischen 6.000 und 10.000 HZ liegen und eine Lautstärke von mehr als 80 Dezibel haben, reagieren. Es entsteht eine Gänsehaut, und man hat tatsächlich das Gefühl, auf dem Rücken würde „etwas herunterlaufen“. Tatsächlich stellen sich nämlich bei ungenehmen Geräuschen die Haare auf dem Rücken auf.

Und das funktioniert so:

Der Mensch besitzt das so genannte limbische System, es liegt im Gehirn und ist für die Verarbeitung von unseren Gefühlen zuständig. Das limbische System ist mit den Nerven verbunden, die für das Aufstellen der Haare am Körper zuständig sind.

Das Quietschen der Kreide, das Kratzen der Fingernägel oder das Knistern des Styropors werden von unserem Körper als Signale, die uns vor einer drohenden Gefahr warnen sollen, wahrgenommen. Er reagiert sofort, in dem er die Haare des Körpers zum Schutz aufstellt.

In der Tierwelt sind schrille Töne ein Zeichen für Gefahr. Tiere, die diese Laute vernehmen, stellen automatisch die Haare hoch und nehmen dadurch eine Drohgebärde ein. Das Aufstellen der Haare soll die Feinde verscheuchen.

Tatsächlich brauchen wir diesen Schutzmechanismus heutzutage aber gar nicht mehr. Die Gänsehaut auf dem Rücken ist ebenso unangenehm wie das Geräusch selbst.

Interessant ist, dass nicht alle Menschen gleich auf bestimmte Geräusche reagieren. Das hängt mit den jeweiligen Erfahrungen zusammen, die ein Mensch in bestimmten Situationen gemacht hat. Sie werden im limbischen System gespeichert. Das führt dazu, dass schon der Gedanke an einen quietschenden Keilriemen einen Schauer auf dem Rücken auslösen kann. Kinder beispielsweise reagieren kaum auf diese schrillen Töne, denn ihr limbisches System hat noch nicht so viele Erfahrungen speichern können.


DIE INITIATIVE „LOBBY FÜR DAS KIND“ INFORMIERT:

Schwere Parodontitis kann Schwangerschaft gefährden
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(dgk) Frauen mit Kinderwunsch sollten schon vor der Schwangerschaft besonders auf ihre Zahn- und Mundgesundheit achten. Zu Beginn der Schwangerschaft klagen werdende Mütter häufig über empfindliches, leicht blutendes Zahnfleisch trotz gleichbleibender Zahnputzgewohnheiten. Verantwortlich dafür ist eine Entzündung des Zahnfleischs, die in erster Linie durch bakterielle Zahnbeläge verursacht wird. Begünstigt wird die Infektion durch die starke Hormonzunahme vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Infolge des erhöhten Östrogenspiegels kommt es zu einer stärkeren Durchblutung der Mundschleimhaut. Gleichzeitig lockert sich das Gewebe im Zahnfleisch und im Zahnbett auf. Dies kann das Eindringen von Bakterien und damit die Entstehung einer Zahnfleisch- oder Zahnbett-Entzündung (Parodontitis) begünstigen. Bestehen diese Erkrankungen bereits, können sie noch verstärkt werden und den weiteren Verlauf der Schwangerschaft beeinflussen.

Parodontitis am besten vor Schwangerschaft behandeln

Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass eine Parodontitis Auswirkungen auf Allgemeinerkrankungen wie Herz-Kreislauf-, chronische Atemwegserkrankungen oder Diabetes haben kann. In diesem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob Zahnbettentzündungen Einfluss auf Frühgeburten oder ein geringes Geburtsgewicht haben. „Bei schweren Formen der Parodontitis besteht ein erhöhtes Risiko, dass Komplikationen in der Schwangerschaft auftreten können“, sagt Professor Peter Eickholz, Direktor der Poliklinik für Parodontologie der Universität Frankfurt am Main. Denn Bakterien und Entzündungsbotenstoffe, die eine Parodontitis auslösen, können über die Blutbahn vom Mundraum in den ganzen Körper gelangen, und damit auch in die Gebärmutter. In einem solchen Fall ist die medizinische Betreuung der Schwangeren wichtig, um eine mögliche Frühgeburt zu verhindern. Besteht eine Parodontitis in der Schwangerschaft, sollte sie auf jeden Fall behandelt werden, auch wenn dies das Risiko für mögliche Komplikationen nicht mehr wesentlich verringert, wie eine aktuelle Studie zeigt. „Es wäre daher wünschenswert, dass eine Parodontitis behandelt wird, bevor eine Schwangerschaft eintritt. Noch besser ist es natürlich, wenn eine solche Entzündung des Zahnbetts gar nicht erst entsteht“, erklärt Eickholz.

Sorgfältige Zahn- und Mundhygiene wichtig

Voraussetzung dafür sind die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt, die in der Regel zweimal jährlich erfolgen sollten. Gleichermaßen ist eine sorgfältige Zahn- und Mundpflege zu Hause entscheidend, um Entzündungen und Zahnerkrankungen vorzubeugen. Wichtig ist die Reinigung der Zahnzwischenräume mindestens einmal täglich mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen. Auch am Zahnfleischsaum müssen bakterielle Zahnbeläge gründlich entfernt werden. Ergänzend können medizinische Mundspüllösungen sinnvoll sein. Eine ausführliche Einweisung in die Mundhygiene zu Hause sowie Tipps zur Handhabung von Hilfsmitteln geben der Zahnarzt und sein Prophylaxeteam. Treten Anzeichen für eine Entzündung auf wie Zahnfleischbluten oder Schmerzen beim Zähneputzen sollte insbesondere in der Schwangerschaft umgehend der Zahnarzt informiert werden.

Auf ausgewogene Ernährung achten

Ein erhöhtes Kariesrisiko besteht in der Schwangerschaft generell nicht. Allerdings können veränderte Essgewohnheiten wie häufige und zuckerreiche Mahlzeiten zu unüblichen Zeiten die Entstehung von Karies begünstigen. Werdende Mütter sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten, um die benötigten Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe zu erhalten. Tritt vor allem in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten häufiger Erbrechen auf, sollte nachfolgend der Mund mit Wasser oder einer fluoridhaltigen Mundspüllösung ausgespült werden. Fluoridhaltige Mundspüllösungen fördern die Remineralisation – den Reparaturprozess – des säuregeschädigten Zahnschmelzes. Für die Zahngesundheit des ungeborenen Kindes ist eine vermehrte Fluoridaufnahme jedoch nicht von Bedeutung.

Weitere Informationen unter www.rundum-zahngesund.de.

Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem Alter

Die Informationsbroschüre „Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem Alter“ kann gegen Einsendung eines mit € 1,45 frankierten und adressierten Rückumschlags kostenlos angefordert werden bei: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Stichwort: Zahn-Broschüre, Im Kilian, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.

Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND. Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“. Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.
Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Herzinfarkte bleiben bei Diabetikern häufig unbemerkt
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(dgk/DDZ) Der Herzinfarkt und seine Folgen zählen nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen. In den meisten Fällen liegt eine fortgeschrittene Arteriosklerose der Herzkranzgefäße zugrunde, in deren Folge ein plötzlicher Gefäßverschluss auftritt.

Hierdurch werden Teile des Herzmuskels vorübergehend von der Blut- und Sauerstoffversorgung „abgeschnitten“ und das betroffene Gewebe irreparabel geschädigt. Wenn der Herzinfarkt überlebt wird, bildet sich an der Stelle des abgestorbenen Herzgewebes eine Narbe. Je nachdem, wie groß das untergegangene Gewebeareal ist und wo sich die Narbe befindet, kann es später zu Einschränkungen bei der Herzmuskelleistung oder zu Störungen bei der Erregungsweiterleitung im Herzen kommen. Die Folgen sind eine zunehmende Herzschwäche und – unter Umständen tödliche endende – Herzrhythmusstörungen.

In der Regel ist der Herzinfarkt ein sehr heftiges Ereignis, das mit starken Schmerzen, Engegefühl in der Brust und Atembeklemmung einhergeht. Es gibt jedoch auch Beispiele – und dies ist gar nicht so selten – bei denen die plötzliche Durchblutungsstörung im Herzen überhaupt nicht wahrgenommen wird:

Bis auf Müdigkeit und eine ungewohnte Erschöpfung verspürt der Betroffene keine weiteren Beschwerden. In diesem Fall spricht man von einem so genannten stummen Herzinfarkt.

Verantwortlich für die fehlende Wahrnehmung sind Störungen bei der Schmerzweiterleitung in den Nerven des Herzens, zum Beispiel im Rahmen der häufigen diabetischen Nervenerkrankung (= diabetische Neuropathie). Entsprechend oft findet man unbemerkt gebliebene Herzinfarkte – bzw. deren Folgen wie Narben im Herzmuskel – bei Menschen mit einer Diabeteserkrankung.

Wissenschaftler um Wilbert S. Aronow vom New York Medical College haben die Häufigkeit stummer Herzinfarkte bei 287 Diabetikern und 292 etwa gleichaltrigen Nicht-Diabetikern verglichen. Das Durchschnittsalter der untersuchten Personen lag bei etwa 63 Jahren. Alle Probanden nahmen an einem Belastungstest in Form einer Laufband-Ergometrie teil. Nach Verabreichung des Kontrastmittels Technetium-99m-Sestamibi wurden gleichzeitig spezielle Aufnahmen des Herzens angefertigt. Technetium-99m-Sestamibi lagert sich in den Herzmuskelzellen ab. Hierdurch können die regionale Durchblutung im Herzen und Infarktnarben sichtbar gemacht werden.

Die Ergebnisse: Bei den Personen ohne bekannte Herzprobleme hatten insgesamt 62 von 189 Diabetikern (33%) und 35 von 191 Nicht-Diabetikern (15%) in der Vergangenheit einen unbemerkt gebliebenen Herzinfarkt erlitten. Bei Patienten mit Herzbeschwerden (Angina pectoris) wurde ein stummer Herzinfarkt bei 35 von 98 Diabetikern (36%) und bei 30 von 101 Nicht-Diabetikern (30%) diagnostiziert.

Fazit:
Der stumme Herzinfarkt kommt nach den Daten dieser Studie bei Diabetikern ohne bisher bekannte Herzprobleme mehr als doppelt so häufig vor im Vergleich zu ebenfalls beschwerdefreien Personen ohne Diabeteserkrankung. Bei Diabetespatienten sollte die Herz-Kreislaufgefährdung daher besonders sorgfältig beobachtet werden – unabhängig davon, ob Herzbeschwerden vorliegen oder nicht.

Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: DeLuca AJ, Kaplan S, Aronow WS et al. Comparison of prevalence of unrecognized myocar-dial infarction and of silent myocardial ischemia detected by a treadmill exercise sestamibi stress test in patients with versus without diabetes mellitus. Am J Cardiol 2006; 98: 1045-1046


Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de
Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

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