DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 9 - 2006 - Themen: Kopfschmerzen, Berufskrankheit, Muskelverspannungen, Stress, Beschwerden, Zahn, Zähne, Zahngesundheit, Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P), Gesundheitskampagne, Zug, st
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 9 - 2006 - Themen: Kopfschmerzen, Berufskrankheit, Muskelverspannungen, Stress, Beschwerden, Zahn, Zähne, Zahngesundheit, Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P), Gesundheitskampagne, Zug, steifer Hals, Ursachen, Behandlung, Diät, Sport, krank, Körper, Obst, lagern, Apfel neben Kiwi, ReifeprozessObstschale, Trendsport Wasserski, lächeln, Hörbuch-Tipp, Hören, Gehör, Musik, hören, Rotwein, Gemüse, Curry, Gedächtnis, Initiative LOBBY FÜR DAS KIND, Impfung, Impfen, Pneumokokken, Kinder Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Diabetes, Eisen, Risiko, Diabetes Typ 2
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 47, 9 - 2006

Kopfschmerzen – eine Berufskrankheit?
Muskelverspannungen und Stress können Beschwerden auslösen
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(dgk) Kopfschmerzen kennt fast jeder. Oft sind die Beschwerden leicht und vorübergehend. Manche Menschen leiden aber häufiger und heftig unter den meist dumpfen und drückenden Spannungskopfschmerzen. Oft sind es die im Berufsleben stark beanspruchten Menschen, die unter ständigem Zeitdruck in schlecht belüfteten Räumen bei meist sitzender Tätigkeit arbeiten müssen. Beispielsweise Manager oder Journalisten, aber auch Kraftfahrer und Bürokaufleute kennen das Problem. Doch wie den Teufelskreis durchbrechen?

„Der erste Schritt zur Bekämpfung der Kopfschmerzsymptomatik ist die Beobachtung der auslösenden Faktoren“, meint hierzu Dr. Dietmar Krause von der Schmerzsektion im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg. Mit Hilfe eines Kopfschmerztagebuchs können Betroffene herausfinden, in welchen Situationen die Beschwerden häufig auftreten. „Typisch für Büroangestellte sind ständige Fehlhaltungen durch schlecht eingerichtete Schreibtische und Stühle“, erklärt Krause. Die Fehlhaltungen führen zu Muskelverspannungen im Nacken und in der Folge zu Kopfschmerzen.

Der Marburger Schmerzexperte rät daher, sich den Arbeitsplatz individuell einzurichten und die Sitz- und Arbeitshöhe exakt einzustellen. „Es ist auch sehr hilfreich, während der Arbeitszeit jede Möglichkeit zum Aufstehen und Laufen zu nutzen“, sagt Krause. In den Pausen hilft ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft.
Pendler, die bereits auf dem Weg zur Arbeit durch Staus gestresst werden, sollten alternative Verkehrsmittel prüfen. „Manchmal lässt sich die Arbeitszeit auch um ein paar Minuten verschieben“, schlägt Krause vor. Es hat sich schon oft gezeigt, dass sich durch eine Verschiebung der Abfahrtzeit um eine Viertelstunde so mancher Stau vermeiden lässt.

„Viele Fehler passieren nicht nur bei der Vermeidung von Kopfschmerzen, sondern auch bei deren Behandlung“, erläutert Krause. Der Experte rät, bei den ersten Anzeichen zu handeln. Den Raum lüften, eine kleine Bürogymnastik einschieben oder eine Tasse starken Kaffee trinken – das kann helfen. „Sind die Beschwerden nicht mehr aufzuhalten, sollte mit der Einnahme einer Schmerztablette nicht mehr lange gewartet werden“, so Krause.

Bei Kopfschmerzen hat sich aktuellen Untersuchungen zu Folge ein Kombinationspräparat mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein bewährt. Diese Dreierkombination hat im Vergleich zu anderen Mitteln ein breiteres Wirkspektrum und arbeitet durch den Wirkbeschleuniger Koffein schneller. Gerade das breite Wirkspektrum ist bei Kopfschmerzen ein großer Vorteil. „Viele Patienten sind sich nicht sicher, ob es sich bei den Beschwerden um einen Spannungskopfschmerz oder eine Migräne handelt“, erläutert Krause. Die Symptome ähneln sich. Außerdem gibt es viele Mischformen. „Die fixe Dreierkombination hilft sowohl bei Migräne als auch bei Spannungskopfschmerzen“, so Krause.

Kopfschmerzen – Anleitung zur SelbsthilfeWeitere Informationen zum Thema Kopfschmerzen bietet die Broschüre „Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe“, die Sie gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlages unter dem Stichwort: Kopfschmerzen beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 12 07, 35002 Marburg, anfordern oder im Internet unter www.forum-schmerz.de herunterladen können.


Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P)
Gesundheitskampagne startet bundesweit
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Mundgesundheit und Prophylaxe

(dgk) Schöne und gesunde Zähne – ein Leben lang. Anders gesagt: Ein Plus an Lebensqualität und Lebensfreude bis ins hohe Alter. Jeder kann dieses durch sein eigenes Verhalten erhalten oder zumindest positiv beeinflussen!

Mit dem Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P) unterstützt die Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) Menschen auf dem Weg zu einer lebenslangen Zahn- und Mundgesundheit. Durch wissenschaftlich fundierte, aktuelle und verbraucherorientierte Information über die wesentlichen Themen der prophylaxeorientierten Zahnheilkunde wird der Verbraucher zu mehr Eigenverantwortung in der Oralprophylaxe motiviert. Dabei verfolgt die Sektion Zahngesundheit einen ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz, gelenkt von ihrem renommierten wissenschaftlichen Beirat aus Klinik, Forschung und Praxis.

Voraussetzung für den Erhalt der Zähne bis ins hohe Alter sind eine regelmäßige Zahn- und Mundhygiene und die Vorsorge-Untersuchungen beim Zahnarzt zweimal jährlich – und das in jedem Lebensalter! So ist nicht nur eine gezielte Vorbeugung der Hauptursachen von frühzeitigem Zahnverlust – Karies und Parodontitis (Zahnbettentzündung) – möglich. Da die Zahn- und Mundgesundheit in enger Wechselbeziehung zum allgemeinen körperlichen Wohlbefinden steht, kann durch gute Oralprophylaxe beispielsweise auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder untergewichtige Frühgeburten verringert werden.

Das IM&P ist eine gemeinschaftliche Gesundheitskampagne von Fachgesellschaften, Industriepartnern und der Sektion Zahngesundheit im DGK. Kooperationspartner sind die Bundes-zahnärztekammer (BZÄK) und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) – die wissenschaftliche Dachorganisation zahlreicher zahnmedizinischer Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften.

Die Gesundheitskampagne informiert über

    • Maßnahmen zur lebenslangen Gesunderhaltung von Zähnen und Zahnfleisch
    • optimales Prophylaxeverhalten in jedem Lebensalter
    • zeitgemäße Diagnostik und Therapie von Zahndefekten
    • sinnvolle Möglichkeiten der Zahnästhetik
    • Trends in der Zahnheilkunde und Mundprophylaxe

Eine kostenfreie Beratung durch Experten basierend auf Beobachtungen und Befragungen sowie die Aufklärung über Art und Anwendung von geeigneten Prophylaxe-Hilfsmitteln sind die Serviceleistungen des Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe auf Verbraucher- und Fachmessen in ganz Deutschland.

Die ersten Messe-Stationen sind:

    • Expopharm, München, 21. – 24. September 2006
    • WIR – Die Walkingmesse, Gelsenkirchen, Veltins-Arena „Auf Schalke“, 27. – 29. Oktober 2006
    • Du und Deine Welt, Hamburg, 18. – 26. November 2006
    • Wellness Plus im Rahmen der Grünen Woche, Berlin, 24. – 28. Januar 2007

Unterstützt wird die bundesweite Gesundheitskampagne von den Projektpartnern KaVo Dental GmbH, Philips Oral Healthcare Deutschland GmbH, Straumann GmbH und Kuraray Europe GmbH.

Verbraucherinformationen rund um die Mund- und ZahngesundheitDie Drucksachen der Sektion Zahngesundheit bieten unabhängig von den Messeterminen wissenschaftlich fundierte Verbraucherinformationen rund um die Mund- und Zahngesundheit und können gegen Einsendung eines mit € 1,45 frankierten DIN-A 5 Rückumschlags ab sofort angefordert werden, Mehrfachbestellungen gegen Erstattung der Portokosten.

Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Sektion Zahngesundheit
z. Hd. Frau Katja Burk
Im Kilian, Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.: 0 64 21 / 29 31 19
Fax: 0 64 21 / 29 37 19
E-Mail: katja.burk(à)kilian.de

Weitere Informationen unter www.rundum-zahngesund.de


Zug geholt?
Steifer Hals: Ursachen und Behandlung
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(dgk) Den Kopf drehen ist unmöglich, der Schmerz zieht aus dem Nacken auf die Schulter und in den Rücken... Hinter dem „steifen Hals“ oder „akutem Schiefhals“ stecken meist Muskelverspannungen und Verkrampfungen, die durch falsches Sitzen oder Liegen entstehen. Wenn noch Kälte oder Zugluft einwirken, kommt es zu den unangenehmen Schmerzen, oft auch zusätzlich zu Kopfschmerzen. Das ist schnell passiert: bei der Fahrt im offenen Auto mit einem verschwitzten Hemd, beim Bügeln, im Büro oder nachts im Bett bei offenem Fenster. Wenn die Schmerzen in den Arm ausstrahlen oder Sensibilitätsstörungen hinzukommen, sind bestimmte Nerven gereizt oder geschädigt.

Was die genaue Ursache ist, ist bis heute noch nicht definitiv geklärt. So wird zum Beispiel darüber spekuliert, dass der Muskel verkrampft oder darin mikroskopisch kleine Blutungen oder Risse entstehen. Dies kann passieren, wenn der Muskel kalt ist und sich plötzlich bewegen muss.

Die erste Reaktion der Betroffenen ist meist „Bloß nicht bewegen!“. Leider ist dies grundverkehrt, denn Bewegung und Wärme sind das Beste gegen Verspannungen. Selbst bei stärkeren Schmerzen sollte man nicht längere Zeit im Bett verbringen. Im Gegenteil: Regelmäßiges körperliches Training kann die Schmerzen reduzieren oder im Idealfall ganz verschwinden lassen. Im akuten Fall helfen Wärme – mit einem Schal, Rotlicht, einem aufgewärmten Kirschkernkissen oder einer heißen Rolle – und eine sanfte Massage. Die Wärme bewirkt eine stärkere Durchblutung des Muskels. So werden die Schmerzen gelindert, und kleine Verletzungen können schneller wieder abheilen. Wichtig ist es außerdem, sich vorsichtig und nicht ruckartig zu bewegen. Durchblutungsfördernde und schmerzstillende Rheumasalben, Rheumabäder oder Einreibungen (z.B. mit Cayennepfeffer, Benzylnikotinat, Salicylat) bessern die Beschwerden.

Wie kann man vorbeugen?
Die beste Vorbeugung gegen den steifen Hals sind eine aufrechte Haltung, das Vermeiden von Zugluft und vor allem Bewegung. Bei vornehmlich sitzender Tätigkeit sollte man daher für optimale Sitzverhältnisse und regelmäßige Entspannungspausen sorgen und öfter mal aufstehen. Denn wer sich bewegt, erhöht die Stabilität seiner Knochen und kräftigt die Muskulatur. Nachts kann ein Nackenstützkopfkissen hilfreich sein.

Untrainierte Menschen sollten täglich fünf bis zehn Minuten spazieren gehen, Rad fahren oder schwimmen. Absolute Sportmuffel sollten wenigstens die Treppen statt dem Aufzug nehmen oder öfter mal aufs Auto verzichten und zu Fuß gehen.

Steifer Hals? Foto: PhotoAlto


Körpermanagement: „Macht Diät plus Sport krank“?
Auf der Suche nach dem perfekten Körper
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(dgk) „Mens sana in corpore sanae“. Das Sprichwort der alten Römer vom ‚gesunden Geist im gesunden Körper’ trifft heute nicht immer zu. Die zunächst nur bei Leistungssportlern bekannte „Anorexia athletica“, auch „Sportsucht“ genannt, taucht immer häufiger im Breitensport auf.

Dabei geht es Leistungssportlern, wie beispielsweise im Eiskunstlauf oder Turnen, um eine bewusste Verringerung des Körpergewichts. Sie wollen damit ihre sportlichen Leistungen steigern. Fitness- und Gesundheitssportler haben dieses Prinzip übernommen. Für sie gilt die Regel: „Diät und Sport machen schlank“. Dieses Motto wird jedoch für viele zum Selbstläufer: Sie zwingen sich zu extremen Bewegungsprogrammen und reduzieren durch Crash-Diäten ihre Nahrungsaufnahme. Der vermeintlich körperbewusste Mensch gerät in eine Abwärtsspirale, die zu einer Essstörung führen kann. Der Kanadische Soziologe und Neurowissenschaftler W. David Pierce von der Universität Alberta nennt dieses Phänomen „Aktivitätsanorexie“.

Das Umfeld des Sports ist ein Nährboden für das Entstehen von Ess- und Körperwahrnehmungsstörungen. Besonders in der Pubertät, in der eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper stattfindet, kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen. Die Psychologin Kelly D. Brownell bezeichnet die Pubertät als „den Beginn eines niemals mehr endenden Kampfes mit dem Körper“. Eltern und Erzieher können bereits frühzeitig auf das Ess- und Bewegungsverhalten von Kindern einwirken: nicht durch Maßregelegung, sondern indem sie selbst einen gesunden Lebensstil vorleben.

Gleichzeitig ist es sinnvoll, Kinder und Jugendliche zu selbstbewussten und eigenständigen Menschen zu erziehen. Denn psychologische Studien haben gezeigt, dass Menschen mit einem geringen und instabilen Selbstwertgefühl eher zur Körperunzufriedenheit neigen als solche mit einer hohen Selbstakzeptanz.

Menschen mit einer Aktivitätsanorexie suchen Anerkennung durch ihren Körper. Durch ausbeuterisches Training und gleichzeitige Verringerung der Nahrungssaufnahme streben sie einen Sieg des Geistes über den Körper an. Häufig bleibt dabei aber gerade der Körper auf der Strecke: Mangelnde Ernährung kann vielfältige Folgen nach sich ziehen, beispielweise Blutarmut, Vitaminmangel, Osteoporose, Wachstumsstörungen, Ausbleiben der Regelblutung bis hin zu Störungen des Immunsystems und der Herztätigkeit.

Personen, die an einer Anorexia athletica leiden, sind oft sehr ehrgeizig und haben einen hohen Leistungsanspruch an sich selbst. Zudem wird ihnen ein Hang zum Perfektionismus nachgesagt. Im Breitensport sollte jedoch nicht Leistung, sondern der Einklang von Körper und Seele oberstes Ziel sein. Damit es Körper und Geist gut gehen kann, spricht sich die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie bei allen sportlichen Aktivitäten für „die Betonung von Spaß, Freude und Wohlbefinden“ aus.

Quellen:
Deutsches Ärzteblatt 94, Ausg. 30, 25.7.1997. Clasing; Dirk; Herpertz-Damm, Beate; Marx, Kersten: „Die essgestörte Athletin“. / SASP Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie, Positionspapier No.2, 8/2001: „Gestörtes Essverhalten bei Sportlerinnen und Sportlern“. / Psychologie heute compakt, Heft 14, 2006: Aktivitätsanorexie: Wenn Diät und Sport zur Sucht werden. / Psychologie heute compakt, Heft 14, 2006. Ursula Nuber: Verzerrte Bilder vom Körper. www.maja-langsdorff.de/medsport.htm

Auf der Suche nach dem perfekten Körper Foto: PhotoDisc


Apfel neben Kiwi? Besser nicht!
Reifeprozesse in der Obstschale
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(dgk) Ein üppiger Obstkorb am Hotelbuffet oder bei einer Feier ist eine Augenweide. Für den Hausgebrauch ist es aber sinnvoller, nur kleine Mengen an Frischkost einkaufen, sofern zu Hause keine optimalen Lagerbedingungen gegeben sind. Denn das Reifen von pflanzlichen Lebensmitteln folgt seinen eigenen Gesetzen.

Früchte und Gemüse sind lebende Produkte. Sie atmen. Im Inneren finden biologische Auf- und Abbauprozesse statt. Deshalb haben sie besondere Anforderungen an die Lagerklimabedingungen. Jede Art hat ihren spezifischen Bedarf nach Feuchtigkeit, Temperatur, Luftwechsel und Kühlung, um frisch und genussfähig zu bleiben. Werden diese Bedingungen nicht eingehalten, verderben Obst und Gemüse.

Der Befall durch Mikroorganismen hat Fäulnis oder Schimmel zur Folge. Oder es finden physikalische Veränderungen wie Welken, Austrocknen oder Gefrierbrand statt. Das kommt vor, wenn das Lebensmittel keine „Gleichgewichtsfeuchtigkeit“* zu seiner Umgebungsluft herstellen kann. Ein häufiges Problem ist dabei der Kaltlagerschaden, das so genannte Chilling. Dieser Schaden tritt oft bei Obst auf, das im Kühlschrank aufbewahrt wird. Es verliert seine Fähigkeit zur Reifung. Bananen werden bereits bei 13 Grad Celsius grau und ungenießbar, Grapefruits bei 8 Grad. Äpfel entwickeln unter 8 Grad die „Herzbräune“, verderben also von innen heraus.

Obst und Gemüse werden im Zustand der Pflückreife geerntet – die Früchte sind hart und grün, der Gehalt an Stärke und Säure ist hoch. Je nach Art und Lagerkonditionen vergehen Tage bis Wochen, bis das Produkt die Genussreife erreicht. Dabei werden Aromastoffe entwickelt, Reifungsgase abgegeben, die Stärke zu Kohlenhydraten umgebaut. Das Stück wird weicher und erhält seine typische Farbe.

Im Zuge der Reifung entwickelt die Frucht mehr oder weniger Gase. Von Bedeutung sind das Phytohormon Ethen und Kohlendioxid. Reifende Früchte beeinflussen sich gegenseitig. Beispielsweise geben reife Äpfel und Bananen sehr viel Ethen und CO2 an ihre Umgebungsluft ab. Dadurch bringen sie auch benachbarte Früchte zur Schnellreife. Liegen harte Kiwis neben reifen Äpfeln, benötigen sie nur wenige Stunden, um weich zu werden. Vergleichbares gilt für harte Tomaten. Werden Äpfel und Tomaten zusammengelegt, reifen sie ebenfalls schneller.

Was bedeutet das für den Obstkorb im Haus?

Der Standort für einen Obstkorb sollte keine Stilfrage sein. Der Korb gehört vielmehr an eine gut belüftete Stelle im Wohnraum, und er sollte nur mit dem Zwei-Tages-Bedarf befüllt sein. Eine einzige braune Banane oder ein köstlich duftender, aber überreifer Apfel lassen den gesamten Inhalt in Kürze in den Zustand des Postklimakteriums (Überreife) umschlagen und verderben.

* Unter Gleichgewichtsfeuchte eines Materials versteht man diejenige relative Feuchte, welche in der umgebenden Atmosphäre herrschen muss, damit kein Wasseraustausch stattfindet.


Trendsport Wasserski
Der Ritt auf der perfekten Welle oder eine andere Art, baden zu gehen
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(dgk) Wasserskifahren ist „cool“. Außerdem sorgt es für eine straffe Silhouette, weil bei der rasanten Fahrt im kühlen Nass jede Menge Muskelgruppen beansprucht werden. Bauch, Beine, Brust oder Po – wer es bereits probiert hat, weiß, dass er mehr Muskeln besitzt, als er bis dahin nur im Ansatz geahnt hatte. Zusätzlicher Effekt: Das Immunsystem wird gestärkt und die Durchblutung gefördert. Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen oder Bluthochdruck sowie Schwangere sollten diese Sportart jedoch meiden. Häufig kann es durch unphysiologische Körperhaltungen auch zu Überlastungsschäden an der Wirbelsäule kommen.

Ob man sich von einem Boot ziehen lässt oder lieber eine Seilbahn benutzt, ist eine Frage der persönlichen Vorliebe und der Entfernung zur nächsten Anlage. Mittlerweile gibt es etwa 35 Motorboot-Wasserskistrecken in Deutschland und rund 50 Seilbahn-Anlagen auf Binnengewässern, die in der Regel von April bis Oktober geöffnet sind und wo man Skier und – wenn nötig – auch Neoprenanzüge problemlos leihen kann (Adressen unter www.wasserski.de). Auch ohne Boot hat man so ausreichend Bewegung in frischer Luft und Sonne. Das einzige was fehlt, ist die Bugwelle. Zudem ist an den Liftanlagen eine immer gleiche Route vorgegeben und die Kehren meist enggeführt.

Anfänger fahren meistens auf zwei Skiern, Fortgeschrittene nehmen entweder nur einen Monoski oder stellen sich seitlich auf ein so genanntes Wakeboard (ähnlich wie ein Snowboard). So ist es richtig: Zum Start die Knie anziehen und die Ski im rechten Winkel zur Wasseroberfläche halten. Sobald das Seil anzieht, die Füße gegen das Wasser stemmen und hochziehen lassen – den Oberkörper nicht zu weit nach vorn kippen, sondern die Bauchmuskeln anspannen und versuchen, eine aufrechte Position einzunehmen. Anfängern fällt es oft leichter, von einer Seilbahn übers Wasser gezogen zu werden: Das ist eine Rampe am Ufer, von der aus man in gehockter Haltung und mit gestreckten Armen startet

Gefahren vermeiden

Wasserskifahren selbst ist eigentlich ungefährlich, wenn man die richtige Haltung unter fachlicher Anleitung erlernt und gewisse Dinge von Anfang an beachtet: Bei einem Sturz unbedingt die Leine loslassen und auf nachfolgende Läufer achten, denn es könnte ein Ungeübter an der nächsten Leine folgen. Wenn man selbst auf ein schwimmendes Opfer zufährt und nicht mehr ausweichen kann – ebenfalls unbedingt die Leine loslassen und sich ins Wasser fallen lassen. Verletzungen mit dem Zugseil passieren häufig bei Start oder Ausstieg.

Bei Stürzen kommt es ab und an zu Prellungen, Zerrungen und vereinzelt Knochenbrüchen im Bereich der Beine. Anfänger leiden oft unter Verspannungen im Bereich der Arm- und Schultergürtelmuskulatur durch die vorwiegend statische Haltearbeit. Bei Ungeübten und älteren Menschen sind Wind, Kälte und extreme statische Muskelbeanspruchung zu berück-sichtigen.

Beim Springen besteht grundsätzlich Sturzgefahr bei der Landung. Zudem können sich die Skier an der Sprungschanze verfangen oder verkanten. Die Folge: Kapsel-Band-Verletzungen der Sprung- und Kniegelenke bis hin zu Knochenbrüchen am Unterschenkel. Das Wakeboarden kann nicht nur gefährlich, sondern auch sehr belastend für die Gelenke (Knie) sein. Spätestens beim Boarden merkt man, wie hart Wasser sein kann. Beim „unten ohne“ – Barfußwasserski – müssen die Füße als fahrbarer Untersatz herhalten. Das ist eher eine anspruchsvolle Disziplin für Fortgeschrittene.

Aus sportmedizinischer Sicht ist Wasserski jedoch bei entsprechenden konstitutionellen Voraussetzungen und Vertrautheit mit dem Element Wasser (sicheres Schwimmen) ab dem sechsten Lebensjahr möglich. Auch behinderte Menschen haben inzwischen den Ritt auf dem Wasser für sich entdeckt. Rollstuhlfahrer benötigen einen speziellen Wasserski, in dem sie sitzen können.

Weitere Informationen:
Deutscher Wasserski- und Wakeboard Verband e.V. (DWSV)
Geschäftsstelle, Gründgensstr. 18, 22309 Hamburg
E-Mail: dwsv-gs(à)t-online.de, info(à)wasserski-online.de
Tel: 0 40 / 63 99 87 32, Fax: 0 40 / 63 99 83 52

Quellen: www.uni-flensburg.de/sport/downloads/SS05/Wasserski_TheoPrax.pdf u.a.


WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

Warum lächeln wir?
Nichts verrät mehr über das Seelenleben als der Gesichtsausdruck
(2.898 Zeichen)

(dgk) Schon Babys erfreuen ihre Eltern mit einem strahlenden Lächeln. Dass die Kleinen lächeln, bevor sie sprechen, sitzen oder krabbeln können, liegt daran, dass sie es nicht erlernen müssen. Lächeln ist angeboren und universell. Überall auf der Welt wird in bestimmten Situationen gelächelt. Unsere entfernten Verwandten, die Affen, zeigen in Situationen, in denen auch wir uns freuen würden, vergleichbare Gesichtsausdrücke.

Lachen kann der Mensch seit insgesamt sieben Millionen Jahren. Vor etwa zwei Millionen Jahren entwickelten unsere Vorfahren die Fähigkeit ihre Gesichtsmuskeln willkürlich zu steuern. Als Folge lernten die Frühmenschen das zuvor „unwillkürliche“ Lachgesicht für eine Reihe neuer Funktionen einzusetzen. „Lächeln und Lachen sind heute vor allem sozialer Klebstoff“, sagt Carsten Niemitz, Professor für Humanbiologie und Mimikforscher an der Freien Universität Berlin.

„Zum einen ist das Lächeln Ausdruck einer positiven emotionalen Reaktion. Zum anderen ist es das wichtigste soziale Signal zur Beziehungsregulierung“, sagt auch die Psychologin Eva Bänninger-Huber vom Universitätsklinikum Innsbruck. Lächeln ist ein wichtiger Bestandteil von Kommunikation. Wenn ein Mensch einen anderen im Gespräch anlächelt, weiß der Gesprächspartner, wie das Gesagte gemeint ist.

Manchmal kommt Lächeln auch in schwierigen Situationen zum Einsatz, beispielsweise nervöses oder scheues Lächeln. In solchen Fällen hilft das Lächeln nach den Worten der Wissenschaftlerin über einen unangenehmen Moment hinweg. Denn Menschen, die angelächelt werden, lächeln meist zurück. Ob es sich um ein echtes oder ein aufgesetztes Lächeln handelt, erkennen die meisten Menschen intuitiv. Ein echtes Lächeln ist im gesamten Gesicht zu erkennen. Es bilden sich um die Augen Krähenfüße und die Wangen heben sich. Soziales oder aufgesetztes Lächeln dagegen beginnt und endet meist abrupt. Die Augen lächeln nicht mit.

Lächeln hat eine stimulierende und damit kräftigende Wirkung auf den gesamten menschlichen Organismus. Eine Studie von Kardiologen vom University of Maryland Medical Center hat ergeben, dass Menschen mit viel Sinn für Humor Wesentliches zur Vorbeugung eines Herzinfarktes tun. Neben Sport, Nichtrauchen und gesunder Ernährung ist also auch ein „herzhaftes“ Lächeln empfehlenswert, um sein Herz effektiv zu schützen. Humor stärkt dazu das Immunsystem, fördert jeden Heilungsprozess, reduziert Stress und ist sogar eine wirkungsvolle Entspannungstechnik.

Professor R. B. Zajonc der Stanford University und auch Mimikforscher Dr. Paul Ekman fanden außerdem heraus, dass das Gehirn lächelnder Menschen viel besser mit Sauerstoff versorgt wird, weil die Aktivierung der Gesichtsmuskeln beim Lächeln jene Blutgefäße positiv beeinflusst, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Und unser Körper schüttet als Extra-Zugabe das ‚Glückshormon’ Endorphin aus, wir lächeln uns also sogar nachhaltig fröhlich.

Nichts verrät mehr über das Seelenleben als der Gesichtsausdruck


MELDUNG

Hörbuch-Tipp: Was Musik mit uns macht
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(dgk) Musik verleitet uns zum Tanzen, zaubert ein glückliches Lächeln aufs Gesicht oder rührt uns zu Tränen. Dabei sind Musikstücke erst einmal nichts weiter als Schwingungen in der Luft, die über unser Gehör als Impulse ans Gehirn geleitet werden. Musik entsteht erst im Gehirn – und doch gibt es hier kein „Musikzentrum“. „Musik“, so der Psychiater, Neurowissenschaftler und Musiker Manfred Spitzer, „wird vom gesamten Gehirn gemacht und verstanden“. Dabei hört jeder Mensch dieselbe Musik etwas anders, denn jeder verfügt über andere persönliche Erfahrungen, auf deren Hintergrund er Musik emotional rezipiert.

Hören wir ein Stück, das uns gefällt, passiert in unserem Gehirn etwas sehr Interessantes: Der Mandelkern, der zuständig ist für Angst- und Alarmreaktionen, schaltet sich sozusagen ab. Zugleich wird ein Zentrum im Gehirn aktiviert, das positive Gefühle auslöst: unser so genanntes „Belohnungssystem“. Musik aktiviert also unser Belohnungssystem und deaktiviert unser Angstsystem. Dieses und vieles anderes mehr präsentiert Manfred Spitzer auf der Hör-CD „Mozarts Geistesblitze“ – viel Spannendes zu Wesen, Wirkung und Wahrnehmung von Musik ist hier zu erfahren.

Manfred Spitzer: Mozarts Geistesblitze. Audio-CD. Galila Hörbücher 2006.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Besser hören mit Rotwein und Gemüse?
(1.346 Zeichen)

(dgk) Rotwein, grüner Tee, grünes Gemüse, Äpfel und Aspirin könnten laut einer US-amerikanischen Studie dazu beitragen, altersbedingte Schwerhörigkeit zu verzögern und durch Lärm oder starke Antibiotika verursachte Hörverluste zu verhindern.

Das Forscherteam um Dr. Jochen Schacht von der Universität Michigan in Ann Arbor fand heraus, dass Antioxidantien, die etwa als Resveratrol in Rotwein oder grünem Tee und anderen Getränken und Lebensmitteln enthalten sind, und der Wirkstoff Salicylat in Aspirin die feinen Härchen im Innenohr vor freien Radikalen schützen. Damit könne dem Entstehen von Hörproblemen entgegengewirkt werden. Die empfindlichen feinen Haare im Innenohr sind ein wesentlicher Bestandteil für gutes Hören. Freie Radikale, die im Lauf des Lebens durch ganz normale Stoffwechselprozesse vermehrt entstehen, aber auch durch intensiven Lärm oder starke Antibiotika, greifen sie an und mindern das Hörvermögen.

Bei Patienten, die gleichzeitig Antibiotika und Salicylat einnahmen, bekamen nur drei Prozent Hörprobleme. Bei einer Vergleichsgruppe, die das Antibiotikum und ein Placebo bekamen, klagten 13 Prozent über Verminderung des Hörvermögens.

Hinweis: Wenn die Härchen im Innenohr bereits geschädigt sind, hilft weder Rotwein noch Aspirin. Diese Schäden sind unheilbar. Sie können aber mit Hörgeräten weitgehend ausgeglichen werden.

Quelle: Red wine may fight deafness, New Scientist, 13 May 2006
www.invirtuo.cc/portfolio/neurosci/faculty/schacht.htm


Curry für das Gedächtnis
(1.372 Zeichen)

(dgk) Gelber Ingwer bzw. Kurkuma ist nach Angaben von Forschern aus Singapur noch gesünder als bisher angenommen. Das Gewürz, einer der Hauptbestandteile der indischen Curry-Gemische, soll nämlich in der Lage sein, die Gedächtnisleistungen von Menschen deutlich zu steigern.

Das Gewürz ist seit jeher für seine verdauungsfördernde Wirkung bekannt. Kurkuma hat zudem antimutagene und antitumorale Wirkung; die Substanz wirkt außerdem antioxidativ. In der indischen Medizin wird Kurkuma bei Entzündungen, Wunden und Ulzera der Haut, Juckreiz, Bauchbeschwerden, Blähungen und Verstopfung angewendet.

Das Forscherteam um Tze-Pin Ng von der National University in Singapur hat herausgefunden, dass Kurkuma die Ablagerung von Amyloid-Plaques bei Alzheimer-Patienten hemmt. Bei Untersuchungen von 1.010 gesunden Menschen zwischen 60 und 93 Jahren konnten die Forscher feststellen, dass jene Probanden, die regelmäßig Curry aßen, eine bessere Gedächtnisleistung aufwiesen als jene, die nie oder selten Curryspeisen zu sich nahmen. „Das Erstaunliche an den Untersuchungen war, dass bereits ein Currygericht in einem Zeitabstand von einem halben Jahr diese positiven Veränderungen bewirkte“, so der Forscher. Das Wissenschaftlerteam will nun weitere Studien durchführen, um die genaue Wirkung von Kurkuma zu erforschen. Dazu sollen klinische Tests das Gewürz mit einem Placebo vergleichen.

Quellen:
Tze-Pin Ng, Peak-Chiang Chiam, Theresa Lee, Hong-Choon Chua, Leslie Lim, and Ee-Heok Kua:
Curry Consumption and Cognitive Function in the Elderly. In: American Journal of Epidemiology Ad-vance Access published on July 26, 2006. doi:10.1093/aje/kwj267
Popular curry spice is a brain booster, in: New Scientist, issue 2563, 4 August 2006, S. 18


Die Initiative LOBBY FÜR DAS KIND informiert:

Folge 4. Thema des Monats:
Endlich: Die Pneumokokkenimpfung für Kinder ist Standard
(3.781 Zeichen)

(dgk) Seit 1984 gibt es die Pneumokokkenimpfung für Erwachsene und ältere Kinder, die schon Tausende Menschen vor der lebensbedrohlichen Infektionskrankheit bewahrt haben. Im Frühjahr 2001 kam dann in Deutschland ein Impfstoff auf den Markt, der auch schon bei Säuglingen und Kleinkindern wirkt.

Diese neue Impfung wurde bisher in erster Linie bei besonders schutzbedürftigen Kindern mit chronischen Grundkrankheiten oder auch bei Frühgeborenen eingesetzt. Mit dieser Strategie ist die Zahl der Erkrankungen allerdings nicht gesunken, dazu wurde zu wenig geimpft. Man weiß aber, dass generell alle Kinder bis zwei Jahre durch Pneumokokken gefährdet sind. Ihr ansonsten perfekt funktionierendes Immunsystem kann „bekapselte“ Bakterien – zu denen neben Pneumokokken übrigens auch Meningokokken und Hib-Bakterien gehören – ohne Hilfe von außen nicht abwehren. Seit Juli 2006 liegt nun endlich die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vor, grundsätzlich alle Kinder von 2 bis 24 Monaten vor schweren Pneumokokkeninfektionen zu schützen. Je nach Alter bei Beginn der Impfung sind ein bis vier Injektionen mit dem Konjugatimpfstoff notwendig.

Fast jeder Zweite trägt sie mit sich herum: Pneumokokken lassen sich im Nasenrachenraum nieder. Die Bakterien heften sich mit bestimmten Strukturen ihrer Oberfläche fest auf die Schleimhäute. Das ist zunächst meist harmlos, man wird nicht zwangsläufig krank. Dennoch können die Erreger gefährlich werden, wenn das Immunsystem dieses „Keimträgers“ unter bestimmten Umständen nicht effektiv arbeitet. Gefährdet sind dabei wie schon erwähnt Kinder in den ersten beiden Lebensjahren, aber auch chronisch Kranke und alle Menschen ab 60 Jahre. Pneumokokken verursachen Lungen-, Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzün-dungen sowie weitere Infektionen wie Bauchfellentzündung oder Arthritis. Stets lebensbedrohlich sind die Meningitis (Hirnhautentzündung) und die Sepsis (Blutvergiftung), die entsteht, wenn sich die Erreger auf dem Blutweg ausgebreitet haben.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehören Pneumokokkenerkrankungen zu den häufigsten Infektionskrankheiten beim Menschen. Es sterben weltweit über eine Million Kinder unter fünf Jahren an einer durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündung. In Deutschland sind es in dieser Altersgruppe pro Jahr etwa 970 invasive – also sehr schwere – Pneumokokkenerkrankungen, dabei sind 680 der Krankheitsfälle durch die im Kinderimpfstoff enthaltenen Varianten verursacht.

Ein Überwachungssystem (Erhebungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland, ESPED) hat im Zeitraum von 1997 bis 1998 folgende Daten erfasst: Fast jedes zehnte Kind mit einer Pneumokokken-Meningitis stirbt, etwa 1,2 Prozent durch andere schwere Pneumokokken-Infektionen. Weitere 15 Prozent der Kinder tragen lebenslange Folgen davon: zum Beispiel Hörstörungen (8 Prozent) oder bleibende Schädigungen am Zentralnervensystem (6 Prozent) wie etwa einem Hydrozephalus („Wasserkopf“), Anfallsleiden, Lähmungen und Entwicklungsverzögerung.

Weitere Zahlen untermauern eindrücklich die Wichtigkeit der Pneumokokkenimpfung für Kin-der: Kinder unter zwei Jahren sind am häufigsten betroffen, deswegen gilt für sie die Impfempfehlung generell: Statistisch gesehen erkranken bei Säuglingen (1 bis 5 Monate alt) 17,3 von 100.000 Kindern in dieser Altersgruppe, bei 6 bis 11 Monate alten Kindern sind es 29,4 und bei 1-Jährigen 16,3 pro 100.000 Kinder in diesem Alter. Dabei erleiden bei unter 2-Jährigen 7,6 Kinder pro 100.000 der Altersgruppe eine Pneumokokken-Meningitis, bei 2- bis 4-Jährigen sind es auch noch 1,8 von 100.000 Kindern. In Zukunft wird eine Vielzahl dieser schweren Erkrankungen bei Kindern nicht mehr auftreten, wenn die STIKO-Empfehlung breit umgesetzt und alle Kinder geimpft werden.

Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND.

Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“.

Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.

Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Eisen und das erhöhte Risiko eines Diabetes Typ 2
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(dgk/DDZ) Ein gesteigerter Fleischkonsum gilt nicht nur aufgrund des hohen Gehaltes an tierischen Fetten als gesundheitsbedenklich. In einer aktuellen Studie konnte gezeigt werden, dass eine bestimmte Form des in Fleisch enthaltenen Eisens das Risiko erhöht, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Es existieren zahlreiche epidemiologische Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Eisenspeicher und Insulinresistenz bzw. einem Typ-2-Diabetes hinweisen. Besonders deutlich wird dies bei einer Erkrankung, die Hämochromatose genannt wird, bei der es aufgrund vermehrter Eisenspeicherung häufig zu einem Diabetes kommt. Unklar ist jedoch, wie sich eine erhöhte Eisenzufuhr auf gesunde Personen auswirkt.

An der Harvard Universität untersuchten Swapnil Raipathak und Kollegen in einer Studie insgesamt 85.031 gesunde Frauen in einem Alter zwischen 34 bis 59 Jahren in einem Zeitraum von 20 Jahren. In diesem Zeitraum konnten 4.599 Fälle eines neu aufgetretenen Typ-2-Diabetes dokumentiert werden. Jedoch konnte kein Zusammenhang zwischen Gesamteisen, exogen zugeführtem Eisen und dem Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes hergestellt werden. Bei Frauen mit vermehrter Aufnahme von Häm-Eisen, welches in Fleischprodukten enthalten ist, fand sich jedoch ein erhöhtes Risiko für einen Typ-2-Diabetes. Dieses Risiko änderte sich auch nicht mit der Berücksichtigung weitere Risikofaktoren wie Bodymaßindex (BMI), Alter und Ernährungsgewohnheiten. Häm-Eisen bezeichnet das an den sauerstofftransportierenden Blutfarbstoff Hämoglobin gebundene Eisen.

Aus welchem Grunde gerade das Häm-Eisen das Risiko für einen Typ-2-Diabetes erhöht, ist noch nicht abschließend geklärt. Man nimmt jedoch an, dass Eisen für den so genannten „oxidativen Stress“ mitverantwortlich ist und somit zur Zellschädigung beiträgt. Dies kann dazu führen, dass Ablagerungen in den insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Die Folgen sind Insulinresistenz und eine verminderte Insulinsekretion. In dieser Studie ist das Häm-Eisen mit einem erhöhten Auftreten eines Typ-2-Diabetes verbunden. Gerade diese Form des Eisens besitzt eine größere Bioverfügbarkeit, da die erhöhte Aufnahme unabhängig vom Eisenvorrat des Körpers und somit schlechter reguliert ist. Diese Ergebnisse sind ein weiterer Grund dafür, den Konsum von Fleisch auf ein geringes Maß zu beschränken.

Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Swapnil Rajpathak, Jing Ma, Frank B. Hu. Iron Intake and the Risk of Type 2 Diabetes in Women: A prospective cohort study Diabetes Care 2006; 29: 1370-1376


Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

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