DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 6 - 2006 - Themen: DGK, Zahn, Zähne, Angst, Behandlung, Zahnarzt, Akupunktur, Krankenkassen, Sonne und Medikamente, Apfel, Migräne, Kopfschmerzen, Frauen, Herzinfarkt, Thrombose, Venen, Durst, Schmerzen, Ei
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 6 - 2006 - Themen: DGK, Zahn, Zähne, Angst, Behandlung, Zahnarzt, Akupunktur, Krankenkassen, Sonne und Medikamente, Apfel, Migräne, Kopfschmerzen, Frauen, Herzinfarkt, Thrombose, Venen, Durst, Schmerzen, Ei, Säugetier-Eizellen, Aids, HIV- Infektionen, Augenlid, Stress, Nagellackentferner, Benzol, Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND, Schwangerschaft, Drogen, DDZ, Diabetes, Rauchen, Nikotin, Diabetesrisiko
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 47, 6 - 2006

Jeder fünfte Patient hat große Angst vor Zahnbehandlung
Hilfe bringt Gespräch mit dem Zahnarzt oder gezielte Therapie
(3.384 Zeichen)

(dgk) Schwitzen, Zittern, Atemnot – diese Symptome kennen viele Menschen, wenn sie auf dem Behandlungsstuhl beim Zahnarzt Platz nehmen. 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung haben laut der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) Angst vor dem Zahnarztbesuch. Bis zu 20 Prozent gelten als hochängstlich, und 5 Prozent vermeiden deshalb den Besuch beim Zahnarzt völlig.

Menschen, die Angst vor einer Zahnbehandlung haben, sollten dies auf jeden Fall dem Zahnarzt mitteilen! So kann er sich bei der Behandlung gezielt auf den Patienten einstellen oder bei einer starken Ausprägung der Angst auch eine entsprechende Therapie in die Wege leiten.

Ängstlichen Patienten hilft es oft schon, wenn sie der Zahnarzt vor der Behandlung genau über den Ablauf aufklärt. „Die Beschreibung jedes einzelnen Behandlungsschritts, kleine Behandlungspausen, eine kleine Warnung vor unangenehmen Situationen können das Angstgefühl in den meisten Fällen erheblich reduzieren. Der Zahnarzt sollte dem Patienten immer die Möglichkeit geben, Einfluss auf die Behandlung nehmen zu können“, sagt Professor Thomas Attin, Direktor der Klinik für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie an der Universität Zürich.

Hochängstlichen Patienten hilft am besten eine psychotherapeutische Behandlung, ihre Angst zu überwinden. Dies haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Mittelfristig können nach den Angaben der DGZMK 70 Prozent dieser Patienten geheilt werden. Auch hypnotische Techniken können wesentlich zur Unterstützung der Behandlung beitragen. Der Einsatz von Medikamenten zur kurzfristigen Verminderung des Angstgefühls oder von Schmerzen erlaubt zwar eine zahnärztliche Behandlung von Angstpatienten und ist nicht immer zu vermeiden. Eine Verminderung der Zahnbehandlungsangst oder eine Heilung der Angsterkrankung ist aber dadurch nur in Ausnahmefällen möglich.

Werden Erkrankungen an Zähnen und Zahnfleisch frühzeitig erkannt, ist in der Regel eine schonende Behandlung möglich – meistens ohne Schmerzen. Daher sind die Überwindung der Zahnbehandlungsangst und der regelmäßige Zahnarztbesuch zweimal im Jahr zur Kontrolle enorm wichtig! Außerdem gibt es heute in der Zahnmedizin schmerzarme Diagnose- und Behandlungsverfahren. Wird Karies frühzeitig entdeckt, kann sie minimalinvasiv, das heißt ohne umfangreiche und schmerzende Behandlungsverfahren, therapiert werden. Neuere, allerdings noch in der wissenschaftlichen Untersuchung befindliche Verfahren wie die Anwendung von Ozon versprechen eine schmerzfreie Behandlung. Wertvolle Zahnsubstanz bleibt so erhalten. Gleichzeitig bieten moderne Diagnoseverfahren zur Entdeckung der Karies wie beispielsweise die Anwendung von Lasern schonende Diagnoseoptionen. Die Annahme, dass ein Zahnarztbesuch zwangsläufig mit Schmerzen verbunden sei, ist heutzutage längst überholt und entspricht nicht mehr dem neuesten Stand in der Zahnmedizin. „Moderne Zahnärzte arbeiten prophylaxeorientiert und legen das Hauptaugenmerk darauf, Erkrankungen an Zähnen und Zahnfleisch gemeinsam mit dem Patienten zu vermeiden“, erläutert Professor Attin.

Ebenso wichtig wie die regelmäßigen Zahnarztbesuche ist eine sorgfältige Zahn- und Mundpflege zu Hause, für die der Zahnarzt oder seine Prophylaxehelferin wertvolle Tipps gibt. Erkrankungen wie Karies oder Parodontitis (Zahnbettentzündung) kann man so wirkungsvoll vorbeugen und dazu beitragen, dass der Besuch beim Zahnarzt eine reine Kontrolluntersuchung bleibt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.rundum-zahngesund.de, der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V., sowie auf www.dgzmk.de, der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.

Angst vor dem ZahnarztbesuchAngst vor dem Zahnarztbesuch: 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung kennen dieses Gefühl. Ein Gespräch mit dem Zahnarzt oder eine gezielte Therapie können helfen, die Angst zu überwinden.
Foto: imagesource


Akupunktur: Feine Nadeln, starke Wirkung
Krankenkassen übernehmen Kosten bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen
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(dgk) Die (fast) gute Nachricht vorab: Nach jahrelangem Ringen und mehrfacher Verschiebung entschied der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im April 2006, dass gesetzlich Versicherte ab sofort einen Anspruch auf Kostenübernahme einer Akupunkturbehandlung haben. Allerdings ist die Erstattung ausdrücklich nur für die Indikation chronischer Schmerz im Rücken oder der Knie beschränkt - und zwar von Ärzten mit Zusatzausbildung als Teil einer umfassenden Schmerztherapie. Patienten mit Kopfschmerzen, Hüft- oder Ellbogenbeschwerden müssen die Nadeltherapie dagegen selbst zahlen.

Wissenschaftliche Studien bestätigen die praktische Erfahrung: Die kleinen Stiche wirken bei Migräne so gut wie Tabletten, sie lindern Rücken- und Zahnschmerzen und helfen gegen Übelkeit.

Akupunktur ist die bekannteste Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Immer mehr Arztpraxen bieten das ‚Nadelsetzen’ an. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die Akupunktur inzwischen für 40 verschiedene Krankheitszustände. Keine andere alternative Heilmethode ist so gut wissenschaftlich untersucht wie die Nadeltherapie. Vor allem gegen viele Arten von Schmerz ist ihr Nutzen belegt: In einigen Bereichen wirkt Akupunktur sogar besser als die gängigen Medikamente und hat dabei weniger Nebenwirkungen.

Kopfschmerzen

Akupunktur wirkt sowohl bei Migräne als auch bei chronischen Spannungskopfschmerzen und ist entsprechenden Medikamenten oft ebenbürtig. Die Therapie - in der Regel 10 bis 15 Behandlungen ein- bis zweimal die Woche - kann die Zahl der Schmerztage und die Stärke der Schmerzen deutlich verringern. Medikamente können dann reduziert oder abgesetzt werden. Die Wirkung hält Wochen bis Monate nach der Behandlung an.

Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen

In Deutschland ist die Akupunktur bei Schmerzen am Bewegungsapparat am meisten anerkannt und hier besonders bei arthrosebedingten Beschwerden im Kniegelenk. Die Nadeln reduzieren die Schmerzen und fördern die Beweglichkeit des Gelenkes. In einer Kniearthrose-Studie der Berliner Charité und der Technischen Universität München erwies sich die echte Akupunktur auch der so genannten Minimal-Akupunktur als eindeutig überlegen - Beweis einer besonders gezielten Wirkung. Bei der Minimal-Akupunktur werden die Nadeln nur minimal und nicht in Akupunkturpunkte gestochen.

Gute Ergebnisse zeigen sich auch bei der Behandlung chronischer Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Auch hier ist die Akupunktur der medikamentösen Therapie teilweise überlegen. Widersprüchlich sind dagegen die Erkenntnisse über Nackenschmerzen und Schmerzen an der Halswirbelsäule: Studien über Erfolge und Misserfolge halten sich etwa die Waage. Gut bewährt hat sich dagegen die Akupunktur beim Tennis-Ellenbogen, einem entzündlichen Reizzustand im Gelenk, der oft auch durch Computerarbeit entsteht. Und sogar bei einem so komplizierten Krankheitsbild wie der Fibromyalgie, bei der Schmerzschübe ungeklärter Ursache in Muskeln, Sehnen und Knochen auftreten, hilft Akupunktur nachweislich. Die Wirkung bei Rheuma ist dagegen bisher nicht ausreichend belegt.

Übelkeit und Erbrechen

Das gezielte Setzen von Akupunkturnadeln kann Übelkeit und Erbrechen, das typischerweise als Folge einer Narkose, einer Chemotherapie oder bei hormonellen Schwankungen auftritt, verhindern. Weitreichende klinische Erfahrungen vor allem in asiatischen Ländern, aber auch verschiedene Studien, haben diesen Effekt bestätigt. Nur bei Kindern können die Nadeln offensichtlich nichts gegen die Übelkeit ausrichten.
Zahnschmerzen

Akupunktur hilft sowohl bei akuten Zahnschmerzen als auch gegen die Beschwerden nach einem Eingriff im Kiefer. Das ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen. So blieben zum Beispiel Patienten, die nach einer Weisheitszahnextraktion akupunktiert wurden, drei Stunden schmerzfrei - die Gruppe der Patienten, die zum Vergleich ein Placebo bekam, spürte nur knapp eine Stunde nichts von den Folgen des Eingriffs.

Mehr über Akupunktur unter: www.dgk.de

Quellen:
Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses: Akupunktur zur Behandlung von Rücken- und Knieschmerzen wird Kassenleistung, 18. April 2006
S. Witte, H.-P. Scharf , U. Mansmann, K. Streitberger, C. Klose, C. Knauer, J. Krämer, N. Victor: Wirksamkeit und Sicherheit von Akupunktur bei gonarthrosebedingten chronischen Schmerzen: Multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studie, Dezember 2005
www.klinikum.uni-heidelberg.de/geracGA_Bericht.pdf
Dr. med. Dieter Wettig: Die gerac-Gonarthrose-Studie – Wurden Patienten und Telefoninterviewer vorzeitig entblindet?, 26. April 2006
www.angelfire.com/GERAC-GONARTHROSE.html


Gefährlicher Mix: Sonne und Medikamente
Gefährlicher Mix: Sonne und Medikamente
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(dgk) In der Ferienzeit möchte man alle Sorgen und Probleme hinter sich lassen. Und wer gesundheitlich angeschlagen ist, freut sich oft besonders auf den bevorstehenden Urlaub. Doch: "Wer Medikamente einnimmt, sollte nicht einfach den Koffer packen und losfahren”, warnt Heike Stahlhut vom Deutschen Grünen Kreuz e.V. in Marburg. “Fototoxische Hautreaktionen durch Arzneimittel in Verbindung mit Sonnenstrahlung können den Urlaub zum Alptraum werden lassen”, so die Sonnenschutzexpertin.

Als Folge fototoxischer Reaktionen können starke, sonnenbrandähnliche Symptome wie blasige Hautveränderungen und schmerzende Rötungen entstehen – und das schon nach kurzen Sonnenbädern. Die Hautreaktion kommt dadurch zustande, dass bestimmte körperfremde Substanzen reagieren, wenn gleichzeitig UV- Licht auf die Haut strahlt. Die Wirkung der Sonnenstrahlen wird dabei übermäßig verstärkt. Bei einer fototoxischen Reaktion sind die Hautveränderungen scharf von nicht belichteten Hautpartien abgesetzt.

Besonders Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline sind für diese Reaktionen bekannt, allen voran Doxycyclin, das häufig bei Behandlung von Atemwegserkrankungen, Infektionen des Urogenitaltrakts, Infektionen des Magen-Darm-Traktes, Borreliose und anderen gesundheitlichen Störungen eingesetzt wird. Aber auch Antibiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer sind nicht ungefährlich. Besonders stark fototoxisch wirkt das zur Therapie von Harnwegsinfekten benutzte Cinoxacin. Wer ein solches Antibiotikum einnimmt, muss damit rechnen, selbst bei kurzem Sonnenbad einen starken Sonnenbrand davon zu tragen.

Andere Medikamentengruppen, bei denen es zu unerwünschten Hautreaktionen unter Sonneneinstrahlung kommen kann, sind Arzneien zur Behandlung von Diabetes und Herzkreislauferkrankungen.

Wie können Sie vorbeugen?

    • Wer Medikamente einnimmt, sollte vor dem Urlaub unbedingt durch den Arzt oder Apotheker abklären lassen, ob sich die Medikamente mit der Sonne vertragen.
    • Falls Sie unsicher sind, sollten Sie die Haut besonders gut durch Kleidung, starke Sonnencreme und Schatten vor den UV-Strahlen schützen.
    • Verzichten Sie auf Urlaub in einem Gebiet mit sehr intensiver Sonneneinstrahlung.
    • Besonders wer sich im Solarium bräunen möchte, muss unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten ausschließen. Durch die extrem hoch dosierte UV-A-Strahlung droht großflächiger starker Sonnenbrand.
    • Vor der Einnahme eines neuen Medikamentes sollten Sie beim Durchlesen des Beipackzettels auf den Hinweis möglicher „fototoxischer Reaktionen“ achten.

 


Äpfel: Vom Symbol der Sünde zum Kern einer gesunden Ernährung
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(dgk) Ob geschnitten, geraspelt oder gemust, Äpfel sind nicht mehr vom Speiseplan wegzudenken. 40 Kilogramm verbrauchen die Deutschen durchschnittlich jedes Jahr pro Kopf, viel mehr als alle anderen Europäer. „Und das ist keine schlechte Wahl, denn Äpfel bieten mehr als nur Wasser, Zucker, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe“, bestätigt Dr. Corinna Kolac vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg. Unter der Haut befinden sich zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, die nicht nur bei den Pflanzen, sondern auch auf den menschlichen Körper eine Schutzfunktion ausüben.

Wie es mit dem Apfel begann, lässt sich heute wohl nicht mehr klären. Der griechischen Sage nach brachte Herakles den Apfel aus den Gärten der Hesperiden nach Griechenland. Andere Quellen schreiben Alexander dem Großen diese „Heldentat“ zu. Er soll die Frucht von einem seiner Feldzüge in Persien mit nach Griechenland gebracht haben. Von Griechenland aus gelangte der Apfel nach Italien. Mit den Römern eroberte das gesunde Obst dann Frankreich und Deutschland. Mitte des 19. Jahrhunderts waren in Deutschland etwa 2.000 Apfelsorten bekannt.

Obwohl sich durch die intensive Entwicklung des Obstanbaus die Sortenvielfalt verminderte, verlor der Apfel nicht an Bedeutung. Ein Apfel muss heute gut zu lagern und zu transportieren sein. Er sollte gut aussehen und schmecken. Nur ein Bruchteil der Sorten erfüllt alle dieser Anforderungen.

Zunehmend wichtig für die Verbraucher ist, dass das Obst frei von Schadstoffen und reich an Vitaminen und anderen gesundheitsfördernden Stoffen ist. In einer baden-württembergischen Untersuchung (1) von Kernobst wurde gezeigt, dass die Schadstoffbelastung in nur fünf Prozent aller Stichproben über den gesetzlich geforderten Höchstwerten liegt. Bio-Obst schnitt dabei noch besser ab als solches aus konventionellem Anbau. „Der größte Teil der Schadstoffe lässt sich durch Abwaschen mit warmem Wasser entfernen“, bestätigt die Ernährungsexpertin. Viel nachteiliger wirkt es sich aus, wenn Apfelfreunde aus Furcht vor Schadstoffen das Beste vom Apfel, die Schale, abschneiden und nur das süßliche bis saure Fruchtfleisch verzehren. Die für die Ernährung so wichtigen Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe sitzen nämlich in oder direkt unter der Schale. Nicht umsonst empfehlen die Experten der von der Bundesregierung unterstützten Kampagne „5 am Tag“ zweimal täglich möglichst ganzes Obst und drei Portionen Gemüse zu verzehren. „Das natürliche Orchester aller Inhaltsstoffe ist für die gesunden und schützenden Eigenschaften von Gemüse und Obst verantwortlich“, bestätigt auch Kolac.

Und für Kau-Faule gibt es eine gesunde Alternative! Ganze, geriebene Äpfel, die in einem speziellen und schonenden Verfahren verarbeitet wurden, werden auch in trinkbarer Form angeboten. Sie enthalten noch alle für die Ernährung relevanten Inhaltstoffe. „Ein Glas davon kann eine Portion Obst am Tag ersetzen“, so Kolac. Mehr dazu finden Interessierte unter www.apfelplusfreunde.de.

(1) Laut Bericht zu Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Kernobst 2004/05 vom Lebensmitteluntersuchungsamt in Stuttgart.


Neue Wege zur Vorbeugung von Migräne
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(dgk) Nach Schätzungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft leidet etwa jeder zehnte Deutsche an Migräne. Seit der Einführung der Triptane vor etwa 15 Jahren stehen zwar wirksame Schmerzmittel zur akuten Behandlung der Beschwerden zur Verfügung. „Wer diese aber zu häufig einnimmt, riskiert einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch“, berichtet Dr. Martin Gessler, Schmerztherapeut und Facharzt für Neurologie und Psychiatrie aus München. Deshalb sei es sinnvoll, die Attackenhäufigkeit durch einen prophylaktische Behandlung zu verringern, so der Experte weiter. Mit dem seit August 2005 verfügbaren Wirkstoff Topiramat gibt es nun eine weitere Möglichkeit zur Vorbeugung von Migräneattacken.

„Wissenschaftliche Daten haben gezeigt, dass der Wirkstoff bei jedem zweiten Patienten die Migräneattacken um die Hälfte vermindert. Jeder vierte Patient hatte sogar 75 Prozent weniger Attacken“, erläutert der Schmerzexperte. Topiramat wirkt dabei wie ein Schutzschild: Die Übererregbarkeit der Großhirnrinde wird gesenkt. Außerdem bremst der Wirkstoff die für Migräne typische Schmerzkaskade.

Patienten, die häufiger als zwei Mal im Monat an Migräne leiden, die an mehr als zehn Tagen pro Monat Schmerzmittel einnehmen, deren Attacken sehr schwer sind, mit zum Beispiel lang anhaltenden Auren, oder länger als 72 Stunden anhalten, sollten sich um eine Vorbeugung kümmern. „Dadurch kann das Risiko einer Chronifizierung der Migräne vemindert werden“, erklärt der Münchener Schmerzexperte weiter. An eine Vorbeugung ist auch dann zu denken, wenn die Nebenwirkungen der Akutmittel nicht toleriert werden oder der Leidensdruck der Patienten sehr hoch ist, ergänzt Gessler.

Während der Therapie sollte ein Kopfschmerzkalender geführt werden, um den Verlauf zu kontrollieren. Ist die Vorbeugung erfolgreich, kann der Wirkstoff in Absprache mit dem behandelnden Arzt nach sechs bis zwölf Monaten langsam abgesetzt werden. Treten die Attacken wieder häufiger auf, ist es kein Problem, einen neuen Therapiezyklus zu beginnen.

Migraene - Vorbeugen und behandeln

Weitere Informationen enthält die Broschüre „Migräne – vorbeugen und behandeln“, die mit einem adressierten und mit 1,45 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Migräne, Postfach 1207, 35002 Marburg, angefordert werden kann. Die Broschüre steht auch als pdf-Datei unter der Internetadresse www.forum-schmerz.de zur Verfügung.


Das unterschätzte Risiko
Ladykiller Herzinfarkt
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(dgk) Ein Herzinfarkt ist nicht nur „Männersache“. Spätestens nach den Wechseljahren sind Frauen genauso gefährdet, Raucherinnen schon vorher. Während an Brustkrebs hierzulande jede zehnte Frau stirbt, kostet der Herzinfarkt jede zweite das Leben.

Am häufigsten heimgesucht werden Frauen über 65, ab diesem Alter sterben sogar mehr von ihnen den Herztod als Männer. Bis zur Lebensmitte sind Frauen hingegen deutlich im Vorteil, allerdings ist bei den 25- bis 54-Jährigen die Zahl der Infarkte in den letzten beiden Jahrzehnten um 25 Prozent angestiegen.

Normalerweise sind jüngere Frauen vor einem Herzinfarkt sicher, weil die weiblichen Hormone, allen voran Östrogen, Arterienverkalkung und damit Gefäßverschlüssen entgegenwirken. Raucherinnen schmälern den Schutzeffekt der Östrogene, erst recht, wenn sie Übergewicht haben und die Anti-Baby-Pille nehmen. Nach den Wechseljahren büßt der Körper die natürliche Hormon-Mitgift ein – der Grund, warum Infarkte dann zunehmen.

Nicht nur Rauchen geht gerade Frauen ans Herz, auch andere Risikofaktoren bzw. Vorerkrankungen schlagen bei ihnen stärker durch. Diabetikerinnen etwa haben ein zwei- bis dreimal so hohes Herzinfarktrisiko wie zuckerkranke Männer. Hohe Blutfettwerte (Triglyceride) erhöhen das Infarktrisiko beim Mann um etwa 30 Prozent, bei Frauen um 75 Prozent. Niedriges HDL-Cholesterin, das Arterienverkalkung entgegenwirkt, wirkt sich bei Frauen besonders nachteilig aus. Hingegen können hoher Blutdruck und „böses“ LDL-Cholesterin ihnen weniger anhaben.

Bei Frauen verläuft der Herzinfarkt öfter tödlich: 56 Prozent der männlichen, aber nur 44 Prozent der weiblichen Patienten überleben. Viele Frauen unterschätzen ihr Risiko, setzen darauf, dass die Beschwerden von selbst nachlassen, und rufen im Ernstfall zu spät den Arzt. Erschwerend kommt hinzu, dass der weibliche Infarkt oft unverdächtige Symptome zeigt: Übelkeit, Erbrechen, kalter Schweiß, Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Ziehen oder Stechen zwischen den Schulterblättern. Schmerzen, die statt im Brustkorb im Rücken oder im Oberbauch auftreten, führen nicht selten auch Ärzte auf die falsche Fährte, lassen sie zunächst auf einen Bandscheibenvorfall oder Gallensteine tippen.

Die Vorboten eines Herzinfarkts sind nicht immer eindeutig. Um nicht den Fehler zu machen, auf die „richtigen“ Symptome zu warten und so wertvolle Zeit verstreichen zu lassen, die über Leben und Tod entscheidet, haben Ärzte die Nase-Arme-Nabel-Regel, abgekürzt NAN-Regel, aufgestellt. Sie lautet: Bei allen plötzlich auftretenden Beschwerden zwischen Nase und Nabel, einschließlich der Arme, die nicht innerhalb von 15 Minuten von selbst wieder vergehen, umgehend einen Notarzt rufen.

Herzgesunde Ernährung

  • täglich mehr als 400 Gramm Obst und Gemüse, vor allem intensiv grüne, rote und gelbe Sorten,
  • reichlich Vollkornprodukte, Nüsse und Körner/Samen,
  • wenig Fleisch, möglichst weiß und mager (Geflügel),
  • mindestens einmal die Woche fetten Seefisch wie Makrele, Lachs oder Hering,
  • pflanzliche Öle, wenig gesättigte Fettsäuren,
  • weniger als sechs Gramm Salz pro Tag,
  • durchaus täglicher, aber moderater Alkoholkonsum (Rotwein maximal 0,1 Liter).

 

Quelle: „Initiative Frauenherz“ www.frauenherz.info

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 7 A/2006, Ausgabe 1. Juli.


Gesundes Reisen
Kompressionsstrümpfe senken das Thromboserisiko
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(dgk) Langes Sitzen ist ungesund. Eingezwängt auf engem Raum kann es sogar gefährlich werden. Zum Beispiel auf Reisen: Das Blut in den Beinen dickt aufgrund von mangelhafter Durchblutung ein. Es bilden sich kleine Blutgerinnsel, Thrombosen oder „Economy-Class-Syndrom“ genannt. Ob Flugzeug, Auto, Bahn oder Bus: Wer lange sitzen muss, sollte sich zwischendurch lockern und bewegen. Besonders Reisende mit ohnehin erhöhtem Thromboserisiko, etwa aufgrund einer Gerinnungsstörung oder höheren Alters, sollten an eine adäquate Thromboseprophylaxe denken. Wenn Bewegung zwischendurch nicht möglich ist, gilt: Kompressionsstrümpfe tragen.

Diese senken das Thromboserisiko beispielsweise auf einem Langstreckenflug auf ein Zehntel. Das haben britische Wissenschaftler um Mike Clarke vom Cochrane-Forschungszentrum in Oxford bei einer Auswertung von neun verschiedenen Studien zum Thema gezeigt. Sie analysierten die Daten von mehr als 2.800 Flugpassagieren, deren Gesundheitszustand vor und nach dem Flug in verschiedenen Studien überwacht worden war. Bei insgesamt 50 Fluggästen hatten Ärzte Thrombosen festgestellt – davon jedoch nur bei drei Passagieren, die Kompressionsstrümpfe getragen hatten. Langstrecken-Passagiere können daher von den Strümpfen eine deutliche Reduzierung des Thromboserisikos erwarten, kommentiert Clarke das Ergebnis. Der gleichmäßige Druck der Strümpfe verbessere den Blutfluss und verhindere die Entstehung von Blockaden.

Bei Flugreisen ist zudem die trockene Luft in der Kabine ebenso ein Risikofaktor wie die Tatsache, dass viele Passagiere an Bord nur sehr wenig trinken. Wer besonders eingezwängt sitzen muss, sollte ab und zu aufstehen und ein paar Schritte gehen. Schlafen Sie nicht mit übergeschlagenen Beinen und wechseln sie regelmäßig Ihre Sitzposition. Trinken Sie in ausreichender Menge, vorzugsweise stilles Wasser.

Wenn das Blut in den Beinen eindickt und staut, verursacht das meist Kribbeln und Schmerzen. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers ernst. Viele Thrombosen bleiben unbemerkt. Die Blutgerinnsel können jedoch lebensbedrohlich werden, wenn sie beispielsweise in die feinen Blutgefäße der Lunge geschwemmt werden und dort eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen.

Quelle:
Mike Clarke (Cochrane-Forschungszentrum in Oxford) et al.: Wearing compression stockings reduces risk of DVT on long-haul flights. The Cochrane Library Issue 2, on April 18th 2006 www.cochrane.org/press/CompressionstockingsandDVT.pdf


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Freischwimmer im Ei
Wissenschaftler beobachten Befruchtungsvorgang von Säugetier-Eizellen
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(dgk) Spermien verlieren nach gängiger Vorstellung auf dem Weg zur Eizelle keine Zeit. Doch wie Wissenschaftler nun beobachteten, trödeln sie kurz vor dem Ziel.

Takashi Hiiragi und seine Mitarbeiter vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg machten Zeitrafferaufnahmen der künstlichen Befruchtung von Eizellen. Auf diese Weise konnten sie beobachten, dass bei Mäusen das Ei bevorzugt auf der Hälfte befruchtet wird, auf welcher der so genannte Polkörper und der durch ihn geschaffene Freiraum liegt.

Die Eizelle ist bei Mäusen und anderen Säugetieren von einer Schutzhülle umgeben. In dieser Hülle wird sie durch den Polkörper, ein Überbleibsel vorangegangener Zellteilungen, leicht zusammengedrückt. Dadurch wird der schmale Freiraum zwischen Ei und Schutzhülle ähnlich wie beim Aufspannen eines Zeltes vergrößert. Auf der gegenüberliegenden Seite wird es dagegen besonders eng.

Ein Spermium schwimmt nach dem Durchdringen der Schutzhülle für einige Minuten darin umher, bevor es an der Membran der Eizelle andockt, berichten die Forscher im Magazin PloS (Public Library of Science) Biology. Sie vermuten, dass der durch den Polkörper geschaffene Platz zum Schwimmen die Wahrscheinlichkeit erhöht, mit der sich das Spermium auf dieser Seite der Eizelle aufhält und sie von dort befruchtet. Bestätigt wurde diese Vermutung durch Experimente, in denen der Freiraum rund um die Eizelle künstlich vergrößert wurde. Die Spermien dockten dann auch an anderen Stellen an die Eizelle an.

Quelle:
Motosugi N, Dietrich JE, Polanski Z, Solter D, Hiiragi T.: Space Asymmetry Directs Preferential Sperm Entry in the Absence of Polarity in the Mouse Oocyte, PLoS Biol 4(5): e135


Durst macht Schmerzen schlimmer
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(dgk) Wer sich mit dem Hammer auf den Daumen geklopft hat, sollte als erstes einen Schluck Wasser zu sich nehmen - das könnte den Schmerz lindern. Denn wer durstig ist, empfindet Schmerzen stärker, wie eine Studie zeigt.

Verantwortlich für die schmerzhaften Konsequenzen eines trockenen Mundes ist eine Prioritätenliste im Gehirn: Treten zwei potentiell gefährliche Erfahrungen gleichzeitig auf, entscheiden zwei Kontrollareale im Hirn blitzschnell, welche davon die schlimmeren Konsequenzen hat. Anschließend modifizieren diese Kontrolleure andere Hirnregionen so, dass das entsprechende Gefühl verstärkt wahrgenommen wird und der Betroffene sich auf jeden Fall zuerst darum kümmert, berichtet ein Team um Michael Farrel von der Universität of Melbourne in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Online-Vorabveröffentlichung).

Empfindungen wie Hunger, Durst, Schmerz und extreme Temperaturen sind sehr wichtig für das Gehirn, da sie eine Gefahr für Leib und Leben signalisieren. Aus diesem Grund sorgt die Schaltzentrale normalerweise so schnell wie möglich dafür, dass die Ursache des bedrohlichen Gefühls beseitigt wird. Treten jedoch zwei oder mehrere solcher Empfindungen gleichzeitig auf, entsteht ein Konflikt, denn im Allgemeinen können nicht beide Auslöser mit einer einzigen Aktion abgestellt werden. Das Gehirn muss sich also entscheiden, welches Gefühl auf die größere Gefahr hinweist.

Um zu untersuchen, wie eine solche Entscheidung genau getroffen wird, untersuchten die Wissenschaftler die Gehirnaktivitäten ihrer Probanden während eines solchen Konflikts: Sie injizierten den Teilnehmern eine Salzlösung, um sie durstig zu machen, und übten Druck auf ihre Daumen aus, um Schmerz zu erzeugen. Bei diesen beiden Reizen sind die Prioritäten für das Gehirn relativ klar verteilt: Durst ist zwar auf Dauer schädlich für den Körper, stellt aber keine akute Gefahr dar. Schmerz dagegen signalisiert, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist und sofort beseitigt werden muss, damit keine Verletzung entsteht. Der Schmerz sollte also beim gleichzeitigen Auftreten beider Empfindungen vom Gehirn in den Vordergrund gestellt, das Durstgefühl eher in den Hintergrund geschoben werden.

Tatsächlich aber nahm das Schmerzempfinden bei den durstigen Probanden deutlich zu, während ein Schmerzreiz umgekehrt keinen Einfluss auf das Durstempfinden hatte. Jeder Reiz erzeugte, wenn er alleine auftrat, ein typisches Muster an aktivierten Hirnrealen, die sich zum Teil überlappten und zum Teil unterschieden. Beim gleichzeitigen Auftreten beider Empfindungen wurden jedoch zusätzlich zwei Areale aktiv, die bei den isolierten Reizen keine Rolle spielten. Diese beiden Hirnregionen sind nach Meinung der Forscher an der Betonung oder Dämpfung eines Reizes beteiligt.


MELDUNGEN

Zahl der HIV- Infektionen wieder steigend
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(dgk) Kondome schützen. Das wissen auch die Deutschen und benutzen das Gummi wieder häufiger. Dennoch hat die Zahl der Aidsinfektionen einen neuen Höchststand erreicht.

Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen ist nach dem in der aktuellen Sonderausgabe des Epidemiologischen Bulletin vom 28. April 2006 des Robert Koch-Instituts veröffentlichten HIV/AIDS-Halbjahresbericht im Jahr 2005 um 13 Prozent gestiegen (von 2.210 im Jahr 2004 auf 2.490 Neuinfektionen im Jahr 2005).

Die Zahl der neudiagnostizierten HIV-Infektionen ist in den letzten Jahren am stärksten in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) angestiegen - im vergangenen Jahr nochmals von 1.078 (2004) auf 1.237 (2005). Auch bei Personen mit Angabe eines heterosexuellen Übertragungsrisikos hat die Zahl der neudiagnostizierten HIV-Infektionen von 276 im Vorjahr auf 344 im Jahr 2005 zugenommen. Anteilsmäßig fällt der Anstieg in dieser Gruppe sogar stärker aus als bei den MSM.

Nach einer repräsentativen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln steigen aber zugleich Kondomgebrauch und Kondomabsatzzahlen wieder an. Vor allem zu Beginn einer neuen Beziehung würden wieder vermehrt Kondome benutzt, hieß es. So verhüten die unter 45-jährigen Alleinlebenden weiterhin auf hohem Niveau. Lag der Anteil der Kondomnutzung in dieser Gruppe im Jahr 2004 noch bei 70 Prozent, so stieg er im vergangenen Jahr auf 75 Prozent an.

Gleichwohl müssen die Präventionsbemühungen in Deutschland intensiv fortgesetzt werden, denn noch immer benutzt mehr als ein Viertel der Alleinlebenden unter 45 Jahren keine Kondome.

Weitere Informationen: www.rki.de, www.bzga.de
Quelle:
Gemeinsame Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 2.05.2006
www.rki.de/EpidBull/2006/Sonderausgaben


Zuckende Augenlider
Hinweis auf zu viel Stress?
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(dgk) Fast jeder kennt es: Ab und zu scheint das Augenlid verrückt zu spielen, es zuckt unwillkürlich, ohne Vorwarnung oder erkennbaren Grund. Das Problem lässt sich weder durch Reiben noch durch Schließen der Augen lindern. Doch: Lidzucken ist zwar lästig, aber in der Regel nicht gefährlich.

Zuckende Augenlider sind - ebenso wie verspannte Nackenmuskulatur und die Unfähigkeit, einen konzentrierten Gedanken zu fassen - oft Anzeichen für Stress. Beim zuckenden Augenlid handelt es sich um eine nervöse Störung, die häufig durch eine erhöhte Belastung im Alltag ausgelöst wird. Meist verschwinden die unangenehmen Beschwerden nach einigen Minuten von selbst wieder.

Zuckt das Augenlid hingegen regelmäßig über vier bis sechs Wochen, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Er kann helfen, die Ursache herauszufinden und eine Therapie empfehlen. Meist kann ein Gespräch schnell klären, ob vielleicht im seltenen Fall doch mehr dahinter steckt – zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse. Oft helfen bereits beruhigende und dämpfende Medikamente, aber auch Stressabbau, regelmäßige Erholung, ausgewogene Ernährung sowie Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Koffein.


Benzol in Nagellackentfernern
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(dgk) In vier Nagellackentfernern hat das Öko-Test-Magazin Benzol gefunden. Das Gift schädige die Keimzellen und sei deshalb in Kosmetika verboten, heißt es im Mai-Heft des Magazins. Eine der betroffenen Firmen hat ihr Produkt eigenen Angaben zufolge bereits aus dem Handel genommen.

Benzol ist Bestandteil des Rohöls und ein Produkt der Erdölraffination. Es ist in Benzin und Kokereiprodukten enthalten, wird als Ausgangs- und Zwischenprodukt in der chemischen Industrie sowie als Laborchemikalie eingesetzt und ist als Extraktions- und Lösungsmittel weit verbreitet. Benzol ist ein flüchtiger Stoff und verbreitet sich mit dem Luftstrom. Er wird daher überwiegend mit der Atemluft in den Körper aufgenommen; es besteht aber auch die Gefahr der Aufnahme über die Haut. Gespeichert wird Benzol vor allem im Fettgewebe, im Knochenmark und im Gehirn.

In schlecht durchlüfteten Großstadtstraßen und in der Luft von Tiefgaragen können Schadstoffkonzentrationen auftreten, die den Prüfwert für Benzol überschreiten.

Benzol ist eindeutig blutschädigend, krebserregend, fruchtschädigend und erbgutverändernd. Vergiftungssymptome sind Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute, Schwindel, Kopfschmerz, Brechreiz, Trunkenheitsgefühl und Euphorie (Benzolsucht). Folgen von Einatmen schwach konzentrierter Dämpfe über einen längeren Zeitraum sind Abnahme der Anzahl roter Blutkörperchen, Blutungen in der Haut, Blutgefäßveränderungen, Leukämie infolge der Schädigung der blutbildenden Stammzellen im Knochenmark und andere Knochenmarksschädigungen. Atmet man konzentrierte Benzoldämpfe (Dosen von 20.000 ppm) in kurzer Zeit ein, sind Schwindel, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen und möglicherweise der Tod die Folge.


Barbie macht Bulimie
Schönheitsideal schuld an Essstörungen?
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(dgk) Barbie-Puppen können für kleine Mädchen zu einem schlechten Vorbild werden. Laut einer britischen Studie der Universität Sussex kann der Umgang mit dem Spielzeug zu Essstörungen führen. Durch die Plastik-Blondinen mit ihren unnatürlichen Wespentaillen werde ein Schönheitsideal verbreitet, dem Mädchen schon im Alter von fünf bis acht Jahren nacheifern wollen, sagen die Forscher.

Für die Studie hatten die Forscher unter Leitung der Psychologin Dr. Helga Dittmar rund 200 Mädchen im Alter von fünf bis acht Jahren die Bilder von verschiedenen Puppen gezeigt. Eine Gruppe sah sich Barbie-Bilder an, die andere Gruppe sah Puppen mit natürlichen Proportionen.
Bei der anschließenden Befragung über die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper fanden die Psychologen heraus, dass die Mädchen, die die Barbie-Puppen sahen, deutlich unzufriedener mit sich waren als die anderen Kinder.


Die Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND informiert

Folge 2. Thema des Monats:
Legal, illegal: Jede Droge schadet dem Baby
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Natürlich ist es, in der Schwangerschaft gar kein Verlangen nach Drogen zu haben. Die Schwangerschaft selbst ist Bewusstseinserweiterung genug. Aber nicht allen Frauen fällt es gleichermaßen leicht, auf den Kick von außen zu verzichten.

Wenn es ein aktiver Verzicht ist, liegt ihm bereits eine gewisse Abhängigkeit zu Grunde. Verkürzt dargestellt: Es besteht eine Abhängigkeit bei „innerer Fixierung“ auf eine Droge. Die Konsumierenden sind sich sicher, dass es ihnen nur mit der Substanz gut gehen kann. Eine Frau jedoch, die zum Verzicht bereit ist, sollte in ihrer Willensstärke alle Unterstützung erfahren. Denn jede Substanzabhängigkeit stellt für das Ungeborene eine Gefährdung dar.

Hart oder weich?

Die Einteilung in harte und weiche Drogen ist überholt. Sie sagt zu wenig über die gesundheitlichen Wirkungen aus. Als harte Drogen gelten Stoffe, die in relativ kurzer Zeit Abhängigkeit erzeugen. Darunter fallen Heroin, LSD, Benzodiazepine (Tranquilizer wie Valium®), auch Nikotin. Alkohol, Kokain und Cannabis sind weiche Drogen. Alkohol ist aber nicht weich. Sondern neben Tabak die Droge, die am häufigsten zu Schäden beim Ungeborenen und nach der Geburt beim Kind zu einem Entzugssyndrom führt.

Für die Geburtshelfer stellt jede Abhängigkeit ein Problem dar. Zwar gibt es für einige Drogen Medikamente, mit denen die Risiken und das Entzugssyndrom beim Neugeborenen gelindert werden kann. Aber viele Schwangere sprechen nicht über ihre „Sucht“. Erschwerend kommt hinzu, dass in der Regel ein Mischkonsum stattfindet.

Vergiftete Kinder

Opioide, Alkaloide, Benzodiazepine, Alkohol – die meisten Substanzen sind kleine Moleküle, die die Plazentaschranke zum Kind passieren und später auch mit der Muttermilch auf das Kind übergehen. Während der mütterliche Organismus das Gift innerhalb von kurzer Zeit abbauen kann, fehlen dem Fetus Ausscheidungs- oder Abbaumechanismen. Die Stoffe reichern sich an und können entsprechend großen Schaden anrichten. Eine Droge kann teratogen wirken, also Entwicklungsprozesse stören bzw. Fehlbildungen hervorrufen. Oder gewebszerstörend, wie beim fetalen Hirninfarkt nach Kokainkonsum der Mutter gegen Ende der Schwangerschaft. Oder sie führt durch eine passive Abhängigkeit nach der Geburt zum neonatalen Entzugssyndrom. Denn das Kind ist körperlich genauso abhängig wie seine Mutter.

Das neonatale Entzugssyndrom

Bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft Drogen konsumiert haben, kann sich wenige Stunden nach der Geburt oder auch erst Tage später das neonatale Entzugssyndrom zeigen. Die Babies zittern, sind reizbar, schreien häufig und anhaltend über mehrere Wochen, sie haben Durchfall, schlafen schlecht und haben Ernährungsstörungen; das Saugen ist nicht effektiv.

Alkohol

In Deutschland sind über eine Million Menschen alkoholkrank, geschätzte 4,3 Millionen haben ein ernstes Alkoholproblem. 3.000 Kinder mit Alkoholembryopathie kommen hier jedes Jahr zur Welt.

Ob Alkohol beim Kind Schäden verursacht, hängt von der Menge und dem Zeitpunkt des Konsums ab. In den ersten Wochen weiß eine Schwangere meist noch nichts von ihren „Umständen“. Ein Glas Rotwein oder Sekt zu diesem Zeitpunkt wird im Kind mit großer Wahrscheinlichkeit keine Alkoholembryopathie auslösen. Doch schon kurze Zeit später sind Schäden aufgrund der toxischen Wirkung des Alkohols auf das fetale Gehirn unvermeidlich. Wachstumsretardierung, kleines Gehirn, verminderte Intelligenzentwicklung, Verhaltensauffälligkeiten, Herzfehler und die typischen Gesichtszüge sind mögliche Folgen.

Tabak

Ein Drittel aller Raucherinnnen kann auch in der Schwangerschaft von der Zigarette nicht lassen. Dabei enthalten die Abbrandprodukte von Tabak einen gefährlichen Cocktail für das Baby im Bauch. Fehlgeburten sind häufig, das Risiko für eine vorzeitige Ablösung der Plazenta groß. Kognitive Defizite sind die Regel, körperliche Fehlbildungen kommen vor: unter anderem Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Gliedmaßendefekte, urogenitale Veränderungen wie polyzystische Nieren. Frühgeburten sind auch hier häufiger als bei gesunden Müttern. Die zum Termin geborenen Kinder haben oft ein niedriges Geburtsgewicht: Ein Konsum von zwanzig Zigaretten lässt das Kind um durchschnittlich 280 Gramm leichter zur Welt kommen. Die Lungen der Babies arbeiten schlechter. Die Kinder sind häufig entwicklungsverzögert und sehr infektanfällig. Zwei Drittel aller Fälle von plötzlichem Kindstod (SIDS) werden auf Passivrauch in den ersten Lebensmonaten zurück geführt.

Kinder Alkohol- und Tabak-abhängiger Mütter zeigen vier mal häufiger die ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) als Kinder gesunder Mütter, und sie haben eine deutlich geringere Intelligenz.

Alkohol und Tabak sind im kollektiven Gedächtnis eher als Genussmittel verankert. Tatsächlich sind es Drogen, wenn auch legale. Ihre Wirkungen auf den fetalen Organismus sind gravierend. Es lohnt sich, davon zu lassen.


Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND.

Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“.

Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.

Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES ZENTRUM (DDZ)

Der blaue Dunst gefährdet Zuckerstoffwechsel auch bei jungen Passivrauchern
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(dgk/DDZ) Auch wer Zigarettenrauch passiv mitraucht, hat ein erhöhtes Risiko für eine Störung des Glukosestoffwechsels. Das berichten US-amerikanische Forscher im aktuellen British Medical Journal.

Dass Rauchen eine große Gefahr in punkto Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, ist lange bekannt. Seit einiger Zeit nimmt man auch an, dass Rauchen ebenso das Risiko für Diabetes erhöhen kann, weil es die Insulinresistenz verstärkt.

Bei jüngsten Untersuchungen fanden Wissenschaftler nun erstmals in der CARDIA-Studie heraus, dass schon Passivrauchen sich ungünstig auf den Blutzuckerhaushalt auswirkt. Langfristig angelegt analysiert die CARDIA-Studie (Coronary Artery Risk Development In Young Adults) seit 1986 in den vier US-Städten Birmingham, Chicago, Minneapolis und Oakland bei jungen Erwachsenen, wie sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Jahrzehnte entwickeln. Dabei ist die gesamte Untersuchungskohorte für eine städtische Bevölkerung repräsentativ. Bei den untersuchten 4.572 Männern und Frauen unterschied man hinsichtlich Nikotinkonsum vier Gruppen: Raucher, Ex-Raucher sowie Nichtraucher, die entweder passiv Rauch ausgesetzt waren oder nicht. Überprüft wurde die im Interview erfragte Tabakrauchexposition, indem im Blut Cotinin gemessen wurde. Cotinin ist ein gebräuchlicher Bio-Marker, an dem man sehen kann, wie stark jemand Tabakrauch ausgesetzt war. Die Autoren verfolgten über 15 Jahre hinweg, wie viele Teilnehmer eine Störung der Glukosetoleranz entwickelten. Als gestörte Glukosetoleranz wurde hier ein Diabetes mellitus oder ein erhöhter Nüchternglukosewert angesehen.

Das Ergebnis: Von den Rauchern bekamen 22 Prozent binnen der Beobachtungszeit von 15 Jahren eine Störung der Glukosetoleranz (definiert hier als Nüchternblutzucker höher als 100 mg/dl oder Einnahme von oralen Antidiabetika) und hatten damit das höchste Risiko. Nichtraucher ohne Passivrauchen zeigten das geringste Risiko mit 11,5 Prozent. Allerdings hatten 17 Prozent von denen, die nie selbst geraucht hatten, sondern nur passiv Rauch ausgesetzt waren, eine Störung der Glukosetoleranz. Das Risiko lag sogar höher als bei den untersuchten Ex-Rauchern (14 Prozent). Faktoren wie Alkoholkonsum, mangelnde Bewegung und ähnliches wurden bei der Analyse herausgerechnet. Die Auswirkungen der Tabakrauchexpositon war am ausgeprägtesten bei weißen Männern und Frauen. Unter den Rauchern zeigte die Zahl der Packungsjahre (Zahl der täglich konsumierten Zigarettenschachteln multipliziert mit der Zahl der Raucherjahre) ein dosisabhängig steigendes Risiko für einen Diabetes oder eine Erhöhung des Nüchternblutglukosespiegels je stärker jemand rauchte.

Kirsten Lindloff, Deutsche Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Thomas K Houston, Thomas K Houston, Sharina D Person et al. Active and passive smoking and development of glucose intolerance among young adults in a prospective cohort: CARDIA study. BMJ, Apr 2006; doi:10.1136/bmj.38779.584028.55

CARDIA-Studie: www.cardia.dopm.uab.edu/

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de


Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 – 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103


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