DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 5 - 2006 - Themen: DGK, Zahn, Zähne, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Zahnarzt, Feld, Wald, Wiese, Zecke, Impfung, Zeckenstich, Zecken, Impfen, Gürtelrose,akute chronische Nervenschmerze
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Forum Schmerz

 

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Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 47, 5 - 2006

Kopfschmerzen, Rücken- und Nackenverspannungen:
Ein Fall für den Zahnarzt?
(3.016 Zeichen)

(dgk) Kopfschmerzen, Schwindel oder Verspannungen im Rücken und Nacken quälen viele Menschen. Selbst nach jahrelangen Untersuchungen bleibt die Ursache oft unklar; die wenigsten vermuten sie im Bereich des Kiefers. Doch genau dort kann der Auslöser liegen.

Symptome wie Kopfschmerzen oder Nackenverspannungen sind oft von einer gestörten Funktion im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer begleitet. Die medizinische Bezeichnung dafür heißt Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD. Sie leitet sich ab von Cranium (Schädel), Mandibula (Unterkiefer) und Dysfunktion (Fehlfunktion). Eine solche Fehlfunktion kann sich sowohl auf Nachbar- als auch auf entfernte Organe auswirken.

Die Ursachen für Schmerzen sind vielfältig
Für Kopfschmerzen, Rücken- und Nackenverspannungen kann eine Fehlfunktion im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer verantwortlich sein. Foto: PhotoAlto

Die Ursachen für CMD können vielfältig sein: Fehlstellungen der Zähne, fehlende Zähne oder fehlerhafte Füllungen oder Zahnkronen. Ebenso können Störungen in der Funktion der Kiefergelenke sowie der Kiefer- und Kaumuskulatur CMD verursachen. Angewohnheiten wie Lippenpressen, Wangensaugen, Kauen auf Stiften, Nuckeln oder das oft stressbedingte Zusammenbeißen der Zähne sind hier häufige Auslöser. Oftmals verursachen sie Verspannungen der Kaumuskulatur und Schmerzen, die sich auch auf andere Körperregionen wie Nackenmuskulatur, Rücken und Becken übertragen. Typisch für eine CMD sind Schwierigkeiten beim Kauen, schmerzhafte Knackgeräusche im Bereich vor dem Ohr und bei einigen Patienten Einschränkungen beim Öffnen des Mundes sowie Schmerzen. Bleibt die Funktionsstörung unbehandelt, kann sie zu einer chronischen Schmerzerkrankung werden. Für Diagnostik und Behandlung gibt es bewährte Hilfsmittel. Neu ist ein Selbsttest für Patienten: ein fachlich bewährter, einfacher Test mit einer Anleitung, der auf einer Software enthalten ist. Die Anleitung verbindet kurze Demonstrations-Videos und erläuternde Texte mit einer Auswertungsfunktion für die Anwendung des Tests zuhause. Die Software gibt’s zum Download kostenlos im Internet unter www.CMDcheck.de. „Der zahnmedizinische Laie kann mit dem Selbsttest abschätzen, ob Anzeichen für eine CMD beim ihm vorhanden sind. Ist dies der Fall, kann er einen Bericht für den eigenen Zahnarzt ausdrucken“, erklärt Prof. Dr. Holger A. Jakstat, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Leipzig. Gemeinsam mit Dr. M. Oliver Ahlers, CMD-Zentrum Hamburg-Eppendorf und Universität Hamburg, hat er den Test und die Software entwickelt. Der Zahnarzt könne daraufhin das Testergebnis überprüfen und gegebenenfalls eine weiter-führende Diagnostik (zahnärztliche Funktionsanalyse) und Therapie (Funktionstherapie) einleiten, so Jakstat. Wichtig für die Diagnose und die erfolgreiche Therapie einer CMD ist die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen der Zahnheilkunde, der Allgemeinmedizin, Orthopädie, Physiotherapie und gegebenenfalls Psychosomatik. Zudem kann auch bei Tinnitus eine zahnärztliche Mitbehandlung sinnvoll sein; Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sind darüber informiert. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.rundum-zahngesund.de, der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem AlterDie Broschüre „Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem Alter“ erhalten Sie gegen Zusendung eines mit € 1,45 frankierten DIN-A5-Rückumschlages an: Deutsches Grünes Kreuz e. V. Stichwort Zahn-Broschüre Schuhmarkt 4 35037 Marburg


Gefahr aus Feld, Wald und Wiese
Mit Impfung „kein Stich“ für Zecken
(3.769 Zeichen)

(dgk) In Deutschland gibt es mehr FSME-Fälle durch Zeckenstiche als je zuvor. Experten raten, sich gegen die Krankheit impfen zu lassen.
Zecken fallen nicht wie Sternschnuppen vom Himmel, sondern lauern im Gebüsch, an Waldrändern und im Unterholz auf ihre Opfer. Den Stich einer Zecke bemerkt der Mensch zunächst nicht: Das Tier betäubt die Stelle, um in Ruhe Blut saugen zu können. Ein Zeckenstich kann für einen Menschen gefährlich sein, wenn im Speichel des Parasiten Krankheitserreger enthalten sind. Die Bakterieninfektion Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, zählen zu den bekanntesten Krankheiten, die von Zecken übertragen werden.

Die FSME, die bevorzugt in der wärmeren Jahreszeit auftritt, ist seit einiger Zeit auf dem Vormarsch. Im vergangenen Jahr infizierte das FSME-Virus in Deutschland 432 Menschen. Nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) waren das 158 Fälle mehr als im Vorjahr. Es handelte sich um die höchste Patientenzahl seit Einführung der Meldepflicht für FSME-Erkrankungen im Jahr 2001.

Nach Ansicht von Experten führen viele Faktoren dazu, dass das FSME-Virus sich ausbreitet. Ein Grund sei der Klimawandel, so der Virologe Prof. Dr. Jochen Süss, Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Friedrich-Loeffler-Institut in Jena. Wegen der gestiegenen Durchschnittstemperaturen gebe es mehr Mäuse. „Und wo mehr Mäuse sind, gibt es mehr Zecken als Krankheitsüberträger“, sagt Süss.

Vor allem in Baden-Württemberg und Bayern sind in den vergangenen Jahren mehr Menschen an FSME erkrankt. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hat es zwar auch einzelne Fälle gegeben; in diesen Ländern gibt es aber noch keine vom RKI ausgewiesenen Risikogebiete. Ende April wurde die neue Karte der FSME-Risikogebiete veröffentlicht. Demnach kommen fünf Landkreise in Bayern (Aichach-Friedberg, Eichstätt, Miesbach, Nürnberger Land, Neuburg-Schrobenhausen) und in Baden-Württemberg der Landkreis Biberach hinzu. Die übrigen Risikogebiete bleiben bestehen. Die beiden hessischen Landkreise Bergstraße und Odenwaldkreis sind nun zu Hochrisikogebieten erklärt.

Fiese Stiche Millimeter großer ZEcken“, so umschreibt Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé von der Neurologischen Klinik, Krankenhaus Nordwest, in Frankfurt FSME. Die Schwere einer FSME-Erkrankung hängt davon ab, wie viele Viren ins Blut gelangen. Je länger die Zecke saugt, desto mehr Erreger werden übertragen. „Etwa 70 Prozent der Menschen haben nach einer Infektion gar keine oder nur geringe Symptome – etwa wie bei einer leichten Sommergrippe“, sagt Meyding-Lamadé. Bei 30 Prozent nimmt die Krankheit jedoch einen schweren Verlauf: Die Patienten leiden unter hohem Fieber, Nackensteife und großen Schmerzen. Gelangen die Viren in das zentrale Nervensystem, entzündet sich das Hirngewebe. Mitunter sind auch die Hirnhäute oder das Rückenmark von der Entzündung betroffen. Wird dabei Nervengewebe zerstört, kann es zu dauerhaften Lähmungen kommen. Ein bis zwei Prozent der Infektionen bei Erwachsenen enden tödlich.

Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht möglich. Wer in den Risikogebieten lebt oder Urlaub macht, sollte sich daher gegen FSME impfen lassen. Das gilt vor allem für Forstarbeiter, Jäger und Landwirte. Ein hohes Risiko für einen Zeckenstich besteht an Waldrändern oder auf Wiesen, weil dort die Hauptwirte der Parasiten leben: kleine Säugetiere und Wild. Aber auch Parks und Grünanlagen sind keine zeckenfreien Zonen.

Nach zwei Teilimpfungen im Abstand von ein bis drei Monaten ist ein ausreichender Impfschutz für ein Jahr gewährleistet. Der Langzeitschutz von 99 bis fast 100 Prozent wird durch die dritte Impfung neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung erreicht. Danach sind Auffrischimpfungen in der Regel jeweils nach drei Jahren erforderlich, eine Impfdosis ist ausreichend.

Zusätzlich empfiehlt das Deutsche Grüne Kreuz e.V. bei Aktivitäten im Freien lange Hosen und geschlossene Schuhe zu tragen. Repellents auf der Haut – auch unter der Kleidung – aufgetragen schützen bis zu vier Stunden gegen Zecken und damit gegen FSME und Borreliose. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man sich sorgfältig nach Zecken absuchen, besonders Kniekehlen, Leistenbeugen, Achselhöhlen und Haarsansatz. Eine bereits festgesogene Zecke sollte sofort und ohne Quetschen entfernt werden.

Zecken suchen...Foto: Chiron Vaccines Behring

Literatur: Epidemiologisches Bulletin Nr. 17 vom 28. April 2006 unter www.rki.de, weitere Informationen zu FSME auch unter www.dgk.de


Impfung gegen Gürtelrose
Akute oder chronische Nervenschmerzen verhindern
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(dgk) Wieder einmal ist ein großer Schritt in der medizinischen Forschung gelungen: In Kür-ze wird ein Impfstoff gegen die äußerst schmerzhafte Gürtelrose (Herpes zoster) auf dem Markt sein. Gerade die „postzosterische Neuralgie“, kurz PZN genannt, macht den Betroffenen zu schaffen. Diese akuten oder auch chronischen Nervenschmerzen sind oft schwierig zu therapieren. Durch die Impfung kann sowohl der Ausbruch der Gürtelrose selbst als auch die Folge PZN verhindert werden. In einer Studie, an der über 38.000 Erwachsene ab 60 Jahren teilnahmen, wurde der hochdosierte Lebendimpfstoff auf seine Wirksamkeit überprüft. Es zeigte sich, dass die Krankheitshäufigkeit um 51 Prozent abnahm, das Auftreten einen Neuralgie konnte sogar um 67 Prozent reduziert werden.

Windpockenviren aus Kindertagen sind die Ursache für eine Gürtelrose, die meist in höheren Lebensjahren auftritt oder wenn das Immunsystem anderweitig geschwächt ist. Denn die Viren bleiben unser Leben lang in Nervenschaltstellen – sie persistieren – und können jederzeit wieder aktiv werden. Das ist bei allen Herpesviren der Fall. Die meisten kennen die lästigen Lippenbläschen (Herpes simplex), die immer dann auftreten, wenn die Abwehr aufgrund eines Infektes oder stressbedingt leidet.

Jeder Mensch bildet nach durchgestandenen Windpocken Antikörper. Aber diese Abwehrmoleküle im Blut und Gewebe sind in diesem Fall nicht ausreichend, das „schlummernde“ Virus in Schach zu halten. Dazu gehören bestimmte Abwehrzellen, die eine Aktivierung der Viren in den Nervenschaltstellen unterbinden. Und diese T-Lymphozyten sind bei älteren oder kranken Menschen nicht mehr so zahlreich und wirkungsvoll. Die Impfung bewirkt aber auch bei älteren Menschen eine Aktivierung dieser wichtigen Abwehrzellen, so dass die Gürtelrose in vielen Fällen gar nicht erst ausbrechen kann oder sich keine Zosterneuralgie entwickelt.


Mit Gefühl und Aufmerksamkeit:
Schmerzbehandlung bei dementen Menschen
(2.531 Zeichen)

(dgk) Für die erfolgreiche Behandlung von starken Schmerzen ist gelungene Kommunikation zwischen Arzt und Patient eine Grundvoraussetzung. Die Auskünfte des Betroffenen ermöglichen dem Arzt ein gezieltes Nachfragen, um den Schmerz zu ergründen. Dann erst kann mit geeigneten Mitteln der Schmerz gelindert werden.

Was passiert aber, wenn Kommunikation gar nicht oder nur eingeschränkt möglich ist? Wie kann einem an Demenz erkrankten Menschen, der unter Schmerzen leidet, geholfen werden? Der Einsatz von geläufigen Skalen und Fragebögen zur Schmerzerfassung, die meistens auch umfangreiche Beschreibungen der Symptome erfordern, ist in dieser Situation nicht mehr möglich. „Dennoch ist gerade Kommunikation die Schlüsselkompetenz beim Umgang mit Menschen die unter Demenz leiden: Der Betreuer muss ihre Wirklichkeit erkennen und akzeptieren und sich darum bemühen, ihre Sprache zu lernen“, betont Dr. Ingolf Dürr, Leiter der Initiative „Altern in Würde“ im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg.

Häufig scheitert bereits die Kontaktaufnahme mit dementen Personen. Für Ärzte und nicht speziell ausgebildetes Pflegepersonal ist es ungewohnt, dass Kontakt vorwiegend auf der Gefühlsebene stattfindet. Denn obwohl der Patient seine kognitive Leistungsfähigkeit verloren hat, ist er durchaus in der Lage, Gefühle und Stimmungen zu erfassen. Mühelos unterscheidet er zwischen echter Zuwendung und bloßem freundlichen Getue. „Feinfühligkeit, Geduld und Mitgefühl sind bei der Kontaktaufnahme wichtiger als fachliches Können“, erklärt Dürr.

Ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Betreuer hergestellt, fällt der Beobachtung eine besondere Bedeutung zu. Inzwischen stehen hierfür auch spezielle Beurteilungsskalen zur Verfügung. Mit der ECPA-Skala (Verhaltens-Skala zur Evaluation der Schmerzen beim alten Menschen) werden beispielsweise elf Parameter erfasst, die sich auf Beobachtung während und außerhalb der aktiven Pflege stützen. Im Focus stehen verbale Äußerungen von Schmerz, Schonhaltungen, Schlaf und Motorik.

Durch genaue und geduldige Beobachtung und durch verbale und nonverbale Kommunikation kann festgestellt werden, ob eine Behandlung mit Schmerzmitteln notwendig ist. „Wichtig ist dann, dass die Maßnahme vom Betroffenen akzeptiert wird“, so Dürr. Weigert sich der Patient beispielsweise Tabletten zu schlucken oder hat er Angst vor Spritzen, so ist ein Pflaster möglicherweise die bessere Alternative. Entscheidet sich der Arzt aufgrund der Beobachtungen für die Gabe von fentanylhaltigen Schmerzpflastern, empfehlen Experten einen Therapieeinstig mit niedriger Dosierung und fortgesetzter Beobachtung des Patienten.

Entscheidend für eine gute Betreuung ist die Zusammenarbeit zwischen Arzt, Pflegepersonal und Angehörigen. „Eine vertraute Person findet manchmal leichter Zugang, aber auch Arzt und Pfleger sollten versuchen, eine gute Beziehung zum betroffenen Menschen zu entwickeln“, erklärt Dürr.


In die Pedale...
Gesunder Rücken auf dem Rad
(3.554 Zeichen)

(dgk) Angesichts verstopfter Straßen und Parkplatznot gewinnt das Fahrrad als Verkehrsmittel für Kurzstrecken zunehmend an Stellenwert. Außerdem ist Radfahren gesundheitsfördernd, gelenkschonend, beugt Herz-Kreislauf-Leiden vor und verbessert die Lebensqualität.

Das Fahrrad ist grundsätzlich ein ideales Fortbewegungsmittel, weil es die Beine von statischer Muskelarbeit entlastet und das Körpergewicht auf die Räder verteilt. Gleichzeitig wird das Gleichgewicht geschult. Damit Radfahren Spaß macht und ein gesundes Vergnügen bleibt, sollten jedoch einige Punkte beachtet werden:

    • Rahmen und Sitzposition: Sattel, Lenker und Pedale müssen so zueinander positioniert werden, dass eine rückengerechte Sitzhaltung möglich ist. Um eine gesunde aufrechte Sitzposition zu erreichen, sollten die Lenkergriffe etwa 20 cm höher sein als die Satteloberkante. Für die Rahmenhöhe gilt als Empfehlung: Innenbeinlänge abzüglich 25 cm. Die Entfernung von der Sattelspitze bis zur Lenkermitte sollte ungefähr drei Fingerbreit größer sein als die Länge des Unterarms vom Ellenbogen bis zur Fin-gerspitze. Bei der Vielzahl vorhandener Rahmenformen, z. B. Tourenrad oder Citybike, ist darauf zu achten, dass ein niedriger Durchstieg vorhanden ist. Er sollte maximal 45 cm am tiefsten Punkt betragen. Dadurch wird das Auf- und Absteigen erleichtert und die Sicherheit erhöht. Man spricht hier von Unisex-Rahmen.

 

    • Pedale: Untersuchungen haben ergeben, dass die beste Kraftübertragung und die geringste Fuß- und Kniebelastung erzielt werden, wenn der Fußballen genau über der Pedalachse steht. Außerdem soll der Fuß senkrecht auf das Pedal drücken. Die Druckkräfte auf die Pedale können über eine richtig angewandte Schaltung gemindert werden. Das schont die Gelenke. Beim Anfahren sollte ein kleiner Gang oder eine Schaltung mit niedriger Übersetzung gewählt werden. Viele Menschen legen sich bei jedem Pedaltritt mächtig ins Zeug und glauben, damit besonders sportlich zu sein oder schneller voranzukommen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Je flüssiger Sie in die Pedale treten, umso gleichmäßiger und schonender belasten Sie den Körper und die Wirbelsäule. Rechtzeitiges Schalten in einen leichteren Gang erspart Ihnen sinnlose Kraftakte und auf lange Sicht gefährliche Rücken- und Kniebeschwerden.

 

    • Lenkrad: Falsche Handgelenkstellungen können Störungen der Nerven hervorrufen. Durch eine anatomisch ungünstige Anordnung von Höhe und Form des Lenkers können auch Rücken- und Nackenschmerzen ausgelöst werden. Achten Sie daher auf eine einstellbare Lenkerhöhe und -neigung, damit das Gewicht des Oberkörpers auf dem Gesäß und nicht auf Händen und Handgelenken ruht. Für die richtige Lenkerbreite sollen die Arme leicht angewinkelt und die Hände eine, maximal zwei Handbreit rechts und links der Schultern auf dem Lenker liegen. Anatomisch geformte Griffe mit Stoßdämpfereigenschaften tragen zur Vermeidung von Stößen und Druck auf Nervenwurzeln bei. Bei Problemen in den Händen (Muskelkraft, Bewegungsspielraum) ist eine Rücktrittbremse eine ideale Ergänzung, die das Sicherheitsgefühl vor allem bei älteren Menschen deutlich erhöht.


Rückenscherz vermeidenWorauf Sie beim Fahrrad ebenfalls achten sollten, lesen Sie im neuen Ratgeber aus dem VERLAG im KILIAN „Was für den Rücken gut ist“. Das Buch im handlichen Format des KILIAN mini hilft dabei, ergonomische Anforderungen nicht nur an Fahrräder, sondern auch an Schulranzen, Schreibtische, Stühle, Betten, Autositze, Möbel, Kücheneinrichtungen und viele andere Gegenstände des täglichen Lebens vor dem Kauf selbst zu überprüfen, und bietet so eine unverzichtbare Entscheidungshilfe beim Einkauf. Außerdem werden für verschiedene Lebensphasen, vom Baby bis zum Erwachsenen, typische Belastungen des Rückens beschrieben. Kleine Übungsprogramme, die sich problemlos in den Alltag einbauen lassen, sollen helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen.

Dietmar Krause, Helga Freyer-Krause: Was für den Rücken gut ist – Der Ratgeber für jeden Tag, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, VERLAG im KILIAN, Marburg 2006, 156 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Format 10,5 x 15 Zentimeter, Broschur, ISBN 3-932091-92-2, € 5,--.


Gefälschte Arzneimittel: Schwindel kostet Menschenleben
WHO: Jedes zehnte verkaufte Medikament ist gefälscht
(2.225 Zeichen)

(dgk) Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Arzneimittelfälschung gang und gäbe. Rund zehn Prozent aller Medikamente weltweit sind Mogelpackungen: bestenfalls Imitate, schlimmstenfalls wirkungslose Attrappen oder sogar Gift. Am häufigsten betroffen sind die Entwicklungsländer, dort wird rund ein Viertel der Medikamente illegal produziert. Dokumentiert sind zum Beispiel 2.500 Todesfälle in Niger, als ein wirkungsloser Impfstoff gegen Hirnhautentzündung eingesetzt wurde. In Haiti starben 30 Kinder an einem Hustensirup, der ein Frostschutzmittel enthielt.

Dass man es nicht mit dem Original zu tun hat, verschleiern die Fälscher mit allerlei Tricks:

    • täuschend ähnliche Verpackungen, inklusive Herstelleraufdruck, Produktionsnummer und Beipackzettel: Sogar schwer zu fälschende Originalitätsmerkmale wie Hologramme werden erfolgreich abgekupfert.
    • Manchmal ist das Drumherum echt und nur der Inhalt gefälscht. Kann man ihm das nicht ansehen, entlarvt erst eine chemische Analyse das Präparat als Schwindel.
    • Wo tatsächlich drin ist, was draufsteht, handelt es sich um Altmedikamente, deren Haltbarkeit überschritten ist. Gefälscht wird hier das Verfallsdatum – es wird einfach um ein paar Jahre verlängert.

Von der WHO unter die Lupe genommene Arzneimittelfälschungen enthielten zu 16 Prozent falsche Wirkstoffe, d. h. andere als angegeben. 19 Prozent wiesen die richtigen Wirkstoffe auf, jedoch zu hoch oder zu niedrig dosiert. 60 Prozent hatten überhaupt nichts von einer Arznei an sich, bestanden unter anderem aus purem Traubenzucker.

So sind Sie vor Arzneimittelfälschungen sicher:

    • Kaufen Sie Medikamente grundsätzlich nur in der Apotheke, das gilt im In- wie im Ausland.
    • Erwerben und verwenden Sie nur solche Medikamente, auf deren Packung bzw. auf deren Beipackzettel exakte Angaben zu Art und Menge des Wirkstoffs abgedruckt sind.
    • Kaufen Sie Medikamente für den Urlaub oder für die Geschäftsreise noch in Deutschland in einer Apotheke Ihres Vertrauens. Vergewissern Sie sich vor dem Reiseantritt im Reisebüro oder beim Auswärtigen Amt, dass Sie die benötigten Arzneimittel in das Zielland einführen dürfen.
    • Erwerben oder verwenden Sie keine Arzneimittel, auf denen der Name des Medikaments oder des Herstellers sowie das Verfallsdatum und die Identifikations-/Chargennummer fehlen bzw. fehlerhaft sind.
    • Erwerben oder verwenden Sie keine Arzneimittel, deren Verpackung beschädigt oder verschmutzt ist oder deren Verfallsdatum bereits überschritten ist.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 5 B/2006 (15. Mai).


Schönen Urlaub!
Reiseapotheke ist Pflicht
(2.350 Zeichen)

(dgk) Arzneimittel im Reisegepäck dürfen nicht fehlen. Dies gilt nicht nur für chronisch Kranke. Ohne Schmerztabletten, Mittel gegen Reisekrankheit und Durchfall, Fieberthermometer, Verbandsmaterial sowie Insektenschutz kann es im Krankheitsfall zu erheblichen Komplikationen kommen. Viele Arzneimittel im Ausland weisen eine andere Zusammensetzung auf und werden deshalb vielleicht anders oder gar nicht vertragen. Beipackzettel in fremder Sprache helfen da auch nicht weiter. Und wer in Regionen mit schlechter medizinischer Versorgung unterwegs ist, wird vielleicht Probleme haben, überhaupt ein geeignetes Medikament zu erhalten.

Familie auf dem Weg in den Flughafen Foto: DGK

Abhängig vom Reiseziel wird der Apotheker Urlaubern helfen, die richtige Medizin für unterwegs zusammenzustellen und ihnen praktische Tipps geben. So sind beispielsweise Tabletten und Dragees für die Reise oft besser geeignet als zerbrechliche Saftflaschen oder Zäpfchen, die bei großer Hitze schmelzen können. Sinnvolle Reisebegleiter sind vor allem Lutsch-, Kau- oder Schmelztabletten, die auch ohne Flüssigkeit genommen werden können. Der Apotheker berät auch, wie die Medikamente unterwegs und vor Ort gelagert werden müssen.

Wichtige Medikamente, die aufgrund einer Erkrankung oder zur Schwangerschaftsverhütung regelmäßig eingenommen werden, gehören besonders bei Flugreisen immer ins Handgepäck.

Um bestimmte Arzneimittel mit in den Urlaub nehmen zu können, ist eine ärztliche Bescheinigung notwendig. Das gilt beispielsweise für Opioide, auf die schmerzkranke Patienten oft angewiesen sind. Auch Diabetiker, die für ihre Insulinversorgung Spritzen im Handgepäck haben, bewahrt ein Attest und ihr Diabetiker-Ausweis vor Missverständnissen.

In jede Reiseapotheke gehören zudem:

    • Desinfektionsmittel zur Behandlung von Wunden
    • Verbandsmaterial: Wundschnellverband, Mullbinden, sterile Kompressen, Pflaster
    • Fieberthermometer, Pinzette (evtl. Zeckenzange) und Schere
    • Schmerzmittel gegen Kopfweh oder Erkältungsbeschwerden sowie Entzündungen und Fieber
    • Mittel gegen Durchfall, Präparate zum Aufbau der Darmflora sowie Elektrolyt-Pulver
    • Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen
    • Abführmittel: Zeitumstellung und ungewohnte Kost führen bei vielen Urlaubern zu Verstopfung
    • Mittel gegen Erkältungsbeschwerden: Nasentropfen, Hustenlöser sowie Hustenstiller für die Nacht und Lutschtabletten gegen Halsweh
    • Wund- und Heilsalbe für kleine Schnitt- und Schürfwunden
    • Creme oder Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche
    • Insektenabweisende Mittel


Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 6A/2006 (1. Juni 2006).
Tipps für eine sinnvoll bestückte Reiseapotheke finden Sie zudem unter www.dgk.de, Stichwort „Reiseapotheke".


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Mitgefühlte Schwangerschaft
Forscher erklären, warum auch werdende Väter zulegen
(1.109 Zeichen)

(dgk) Dass werdende Väter während der Schwangerschaft ihrer Partnerin häufig auch ein paar Kilos zulegen, ist ein altbekanntes Phänomen – wenigstens beim Menschen. Doch auch Krallenaffen-Männchen kennen Schwangerschaftssymptome: Die künftigen Väter bringen einige Gramm mehr auf die Waage.

Mitgefühlte Schwangerschaft Foto: PhotoAlto

Diese Gewichtszunahme entdeckten Toni E. Ziegler vom Wisconsin National Primate Centre und seine Kollegen zumindest bei Weißbüschel- (Callithrix jacchus) und Lisztaffen (Saguinus oedipus). Die Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere sich so Reserven für die kräftezeh-rende Zeit der Brutpflege schaffen. Bei diesen Arten investieren die Männchen genauso viel, wenn nicht sogar mehr Zeit als die Mutter für die Fürsorge des Nachwuchses.

Das männliche Schwangerschaftssyndrom, auch Couvade-Syndrom genannt, wurde bisher nur beim Menschen beobachtet. Die körperlichen Reaktionen künftiger Väter auf die Schwangerschaft ihrer Partnerin reichen dabei von Gewichtszunahme, Übelkeit, Kopfschmerzen und Ruhelosigkeit bis hin zu depressiven Verstimmungen. Bislang glaubten die meisten Wissenschaftler, dass solche Symptome rein psychosomatische Effekte seien. Al-lerdings könnten auch evolutionäre Gründe hinter diesen Phänomenen stecken, folgern Ziegler und ihre Kollegen aus ihrer Affenstudie.

Quelle:
Toni E. Ziegler, Shelley L. Prudom, Nancy J. Schultz-Darken, Aimee V. Kurian, Charles T. Snowdon: “Pregnancy weight gain: mormoset and tamarin dads show it too” in: Biology Letters der Royal Society (DOI: 10.1098/rsbl.2005.0426).


Omega-3-Fettsäuren und Knochengesundheit
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(dgk) Nachdem sich in den vergangenen Jahren Hinweise häuften, besteht heute kaum mehr Zweifel, dass ein Zusammenhang zwischen der Aufnahme von mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und der Knochengesundheit besteht. Eine Tierstudie am Winthrop-University Hospital in New York bestätigte nun die positive Wirkung von Omega-3-Fettsäuren – beispielsweise enthalten in fettem Seefisch, Leinsaat, Hanfsamen, Raps oder Soja, auf die Knochenstoffwechsel.

Dabei erhielten Laborratten im mittleren Lebensalter 20 Wochen lang Futter, dessen Fettanteil entweder nur Omega-6 enthielt oder mit Fischöl angereichertes Futter. Eine Kontrollgruppe erhielt normales Futter, das typischerweise überwiegend Omega-6 und nur wenig Omega-3 enthielt. Gegenüber den Tieren, die wenig oder keine Omega-3-Fettsäuren zu sich nahmen, hatten die Omega-3-Tiere am Ende des Beobachtungszeitraums einen höheren Knochenmineralgehalt und eine signifikant stärkere Knochendichte. Bei den Omega-3-Tieren fanden sich höhere Spiegel des Wachstumsfaktors IGF-1, von Parathormon und Vitamin D3. Die Calciumausscheidung war geringer.

Die gewonnenen Daten bestätigen, dass eine vermehrte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren dem altersbedingten Abbau des Knochens sowohl über eine Veränderung lokaler Faktoren als auch über die hormonelle Ebene entgegen wirken kann.

Quelle:
Shen CL, Yeh JK, Rasty J, Li Y, Watkins BA. Protective effect of dietary long-chain n-3 poly-unsaturated fatty acids on bone loss in gonad-intact middle-aged male rats. Br J Nutr. 2006 Mar; 95(3):462-8.


Warum Alkohol vielleicht doch nicht so gesund ist
Studie: Zweifel an den positiven Effekten von moderatem Alkoholkonsum
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(dgk) In den vergangenen Jahren kam eine Reihe von Studien zu dem Ergebnis, dass ein mäßiger Alkoholkonsum günstige Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Ein Gläschen Rot-wein am Abend beispielsweise senke den Blutdruck, setze die Blutgerinnung herab und steigere den HDL-Cholesterinwert. Langfristig senke der mäßige Alkoholkonsum die Rate von Herzinfarkten und Schlaganfällen, lautete das durch Daten belegte Fazit von insgesamt 54 Studien.

Nun die schlechte Nachricht für alle, die mit dem täglichen Glas Wein ihre Gesundheit pfle-gen wollen: In vielen dieser Studien wollen die Soziologin Kaye M. Fillmore von der Universität von Kalifornien in San Francisco und ihr Team einen systematischen Fehler entdeckt haben, der die Ergebnisse auf den Kopf stellt: Als Abstinenzler werden dort nämlich häufig auch diejenigen gewertet, die erst vor kurzem wegen Gesundheitsproblemen – weil sie schwer krank gewesen seien oder Medikamente einnehmen mussten – mit dem Trinken aufgehört haben. Nur sieben Studien hätten einen solchen Irrtum („Former Drinker Misclassification Error“) vermieden, indem sie Personen mit früherem Alkoholkonsum ausschlossen. Deren Resultate zeigten kein erhöhtes Risiko für Nichttrinker im Vergleich zu den moderaten Trinkern.

„Wir wissen, dass ältere Leute mit leichtem Alkoholkonsum gewöhnlich gesünder sind als abstinente Gleichaltrige. Unsere Untersuchung weist darauf hin, dass leichtes Trinken ein Zeichen guter Gesundheit ist und nicht notwendigerweise der Grund dafür. Viele Leute reduzieren ihren Alkoholkonsum aus gesundheitlichen Gründen, wenn sie älter werden“, erklärt Fillmore. Die positiven Wirkungen seien daher wahrscheinlich überschätzt worden, man könne sie aber auch nicht gänzlich ausschließen, schreiben die Forscher. Denn dafür gebe es einfach nicht genügend fehlerfreie Studien. Also bleibt es bei einem „Gläschen in Ehren“?

Quelle:
Kaye Middleton Fillmore, William C. Kerr, Tim Stockwell, Tanya Chikritzhs, Alan Bostrom: Moderate alcohol use and reduced mortality risk: Systematic error in prospective studies. In: Addiction Research and Theory (2006; 10.1080/16066350500497983).


MELDUNGEN

Taucher müssen ihre Ohren schützen
(1.152 Zeichen)

(dgk) Tauchbegeisterte sollten unbedingt auf den konsequenten Schutz ihrer Ohren achten. Darauf weist die Ärzte Zeitung (3. April 2006) hin. Denn eine Otitis (Ohrenentzündung des äußeren Gehörgangs) ist ein häufiges Problem von Tauchern.

Um die Ohren gesund zu halten, muss der Gehörgang stets sauber und trocken sein. Der ständige Wasserkontakt weicht die Gehörgangshaut auf, wodurch Keime eindringen können, und Meerwasser zerstört den schützenden Fettfilm der Ohrhaut. Der äußere Gehörgang des Erwachsenen ist etwa 2,5 cm lang, in der äußeren Hälfte befinden sich fettproduzierende Zellen. Diese bilden unter anderem das Ohrschmalz, das pilz- und bakterienabtötend wirkt. Beim Tauchen und Schwimmen kann es nun zum Einspülen von Mikroorganismen wie Bakterien, Algen oder Plankton in den äußeren Gehörgang kommen. Folge kann dann eine Entzündung des äußeren Gehörganges sein.

Ausspülen der Gehörgänge mit sauberem Süßwasser nach jedem Tauchgang und die zusätzlich Desinfektion mit alkoholischer Essigsäure (Taucher-Ohrentropfen) seien daher wichtige vorbeugende Maßnahmen, so die Ärzte Zeitung. Essig wirkt keimtötend und erhöht den physiologischen pH-Wert der Gehörgangshaut. Abschließend kann zur Einfettung etwas Baby- oder Olivenöl in den Gehörgang geträufelt werden. Manipulationen am Gehörgang sollten unbedingt vermieden werden.


TIPPS rund ums (Ab-)Waschen

Keimschleuder in der Küche: Schwamm, Bürste, Trockentuch
Hygiene im Haushalt: Abwaschen ist Pflicht
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(dgk) Das Spülen von Geschirr dient generell der Hygiene im Haushalt. Benutztes Geschirr sollte nicht ungespült wieder verwendet werden. Bei einer Spültemperatur von 50 Grad Celsius (°C) wird normal verschmutztes Geschirr ausreichend hygienisch sauber. Probleme können allenfalls auftreten, wenn Geschirr, auf dem zum Beispiel Frischfleisch zubereitet wurde, für längere Zeit ungespült bleibt. Dann können sich pathogene Keime gut vermehren, deren Beseitigung nur mit einer Spültemperatur von mehr als 60°C gelingt.

Um die Verbreitung von Bakterien zu vermeiden, sollten benutzte Spülschwämme und -bürsten regelmäßig gegen neue ausgetauscht werden. Spül- und Trockentücher sollte man bei einer Temperatur von 60°C in der Waschmaschine mit einem Vollwaschmittel reinigen. Aus hygienischen Gründen ist es in der Küche empfehlenswert, bei Handtüchern strikt zu trennen – zwischen Tüchern für Hände und Tüchern für Geschirr. Nachspülen ist bei Verwendung üblicher Handgeschirrspülmittel weder aus gesundheitlichen noch aus hygienischen Gründen erforderlich.

Hinweis: Mit modernen Geschirrspülmaschinen kann der Abwasch mit deutlich geringeren Kosten als per Hand durchgeführt werden. Darüber hinaus kann man einen wertvollen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten.

Tipps zum nachhaltigen Geschirrspülen, ob per Hand oder Maschine, findet man im Internet unter www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de.


Ein ganz besonderer Film: der Biofilm
Umweltschonendes und gesundes Wäschewaschen
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(dgk) Wenn eine Waschmaschine über einen längeren Zeitraum nicht oder nur mit einer Wassertemperatur von maximal 30°C benutzt wird, kann sich im Innenraum der Waschmaschine ein Biofilm, das heißt eine dünne Schicht aus Mikroorganismen bilden. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich Bakterien, Pilze oder Viren ausbreiten und ansiedeln können. Zur Vorbeugung oder auch Beseitigung von Biofilmen sollte in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel einmal pro Woche mit höheren Wassertemperaturen (60°C, aber nicht 90°C) und mit einem Vollwaschmittel gewaschen werden.

Generell gilt: Milde, bleichmittelfreie Waschmittel reduzieren die Keimbelastung kaum. Bei der Verwendung von bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel werden die meisten Bakterien dagegen schon bei 40°C Waschtemperatur abgetötet.

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages „Nachhaltiges Waschen“ am 10. Mai 2006 geben Ortsgruppen des Hausfrauen-Bundes und des LandFrauenverbandes weitere praktische Waschtipps, unter anderem über Möglichkeiten des umweltschonenden Waschens, das gleichzeitig auch die Haushaltskasse entlastet.

Weitere Informationen im Internet unter: www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de.

„Nachhaltiges Waschen – es lohnt sich“...

... so lautet das Motto des diesjährigen bundesweiten Aktionstages, an dem sich viele Akteure wie Deutscher-Hausfrauen-Bund, Deutscher LandFrauenverband, Stiftung Warentest, Umweltbundesamt und das Deutsche Grüne Kreuz e. V. mit Beratungsangeboten beteiligen. Für den Aktionstag am 10. Mai 2006 hat Professor Dr. Troge, der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), die Schirmherrschaft übernommen.

Weitere Informationen und konkrete Waschtipps sind im Internet unter: www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de zu finden. Interessierte können sich auch an das Koordinationsbüro für den Aktionstag wenden, unter der Adresse: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Koordinationsbüro Aktionstag „Nachhaltiges Waschen“, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, Tel.: 0 64 21 / 293 – 132

 


Die Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND informiert

Folge 1. Thema des Monats Mai:
Optimales Ausgangsgewicht – ausgeglichene Zunahme
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(dgk) Die Notwendigkeit der ausgewogenen Gewichtszunahme in der Schwangerschaft wird von vielen Frauen unterschätzt. Sie betrachten die Schwangerschaft als die Zeit, in der sie essen können, was und wie viel sie möchten. Die meisten Frauen haben in dieser Zeit spe-zielle Vorlieben für und auch Aversionen gegen bestimmte Nahrungsmittel. Denen dürfen sie auch folgen. Bei der Auswahl der Nahrungsmittel sollte aber der Faktor Qualität im Vordergrund stehen, nicht die Menge.

Für die Gewichtzunahme in der Schwangerschaft gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Empfehlungen. Danach sollte sich die Schwangere am eigenen Body-Mass-Index (BMI) vor Beginn der Schwangerschaft orientieren. Diesen errechnet man wie folgt:

Körpergewicht geteilt durch Körpergröße² = BMI


Für die optimale Gewichtszunahme gelten folgende Richtwerte:

BMI vor/mit Beginn der Schwangerschaft:

BMI unter 19,8
(Untergewicht)

> Gewichtszunahme von 12 bis 18 kg

BMI zwischen 20 und 26
(Normalgewicht)

> Gewichtszunahme von 11 bis 16 kg

BMI zwischen 26 und 29
(Übergewicht)

> Gewichtszunahme von 7 bis 11 kg

BMI über 29
(Adipositas)

> Gewichtszunahme von 7 kg


Das Ausgangsgewicht der Schwangeren hat Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Untergewicht vor und eine geringe Gewichtszunahme während der Schwangerschaft können beispielsweise mit einer Wachstumsverzögerung sowie einem verringerten Geburtsgewicht einhergehen. Auch starkes Übergewicht führt häufig zu Problemen während der Schwangerschaft. Eine Diät wird in dieser Zeit allerdings nicht empfohlen. Vielmehr ist in diesem Fall eine intensivere Überwachung durch den behandelnden Arzt / Ärztin angezeigt.

Neben den Risiken für das Ungeborene birgt Übergewicht in und nach der Schwangerschaft auch langfristige Risiken für die Mutter. Wer während der Schwangerschaft mehr als 22,5 kg zu- und diese anschließend auch nicht wieder abnimmt, hat, laut einer Studie mit finnischen Brustkrebspatientinnen, ein dreifach höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Bereits nach einer Zunahme von 18 kg ist dieses Risiko um 40 Prozent erhöht.

Doppelte Portion?

Der Energie- und Nährstoffbedarf erhöht sich während der Schwangerschaft nur um ca. 250 bis 300 kcal pro Tag, das entspricht einem Käsebrot. Die Schwangere sollte also keinesfalls für Zwei essen, dafür aber doppelt so gut. Denn wichtig ist vor allem, den erhöhten Bedarf an Nähr- und Mineralstoffen sowie an Vitaminen mit einer gesunden und vollwertigen Ernährung auszugleichen. Verzehren Sie frisch zubereitete Speisen sowie fünf Portionen Obst und Gemüse täglich („5 am Tag“). So erhöht sich die Nährstoffdichte in der Nahrung, aber nicht ihre Menge.

Die Gewichtszunahme verteilt sich auf Mutter und Kind

Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft verteilt sich auf die Mutter und auf das ungeborene Kind. In den ersten vier Monaten „wächst“ fast nur die Mutter: Sie nimmt im Durchschnitt 7,5 kg durch den Aufbau von Gebärmutter, Drüsengewebe der Brust, Blutmenge, Wasser und Fett zu. Das Blutvolumen im Körper steigt, um das Kind ausreichend zu versorgen. Die Gewebe lagern Speicherwasser ein, unter anderem um akute Blutverluste auszugleichen und um sicher zu stellen, dass die Frau nach der Geburt stillen kann, ohne viel zu trinken. Das sollte sie trotz dieser „Einrichtung der Natur“ natürlich tun.

In der zweiten Schwangerschaftshälfte betrifft die Gewichtszunahme von etwa 5 kg den Fetus (das ungeborene Kind): Die Plazenta (Mutterkuchen) wächst, die Fruchtwassermenge steigt und der Fetus erreicht gegen Ende der Schwangerschaft ein Gewicht von etwa 3.400 Gramm.

Eine höhere als die empfohlene Gewichtszunahme ist also für Mutter und Kind weder nötig noch gesund. Das Kind selbst verlangt nicht nach mehr.

Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND.

Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“.

Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.

Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


Hochnormale Blutzuckerwerte weisen auf erhöhtes Diabetesrisiko hin
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(dgk/DDZ) Blutzuckerwerte, die noch im oberen Rahmen des „Normalen“ liegen, können schon nicht mehr „normal“ sein. Verknüpft mit einigen weiteren Risikofaktoren können hochnormale Werte bei gesunden Männern helfen, ein mögliches erhöhtes Risiko für Diabetes vorauszusagen. Das ergab eine israelische Studie von Amir Tirosh und Kollegen vom Sheba Medical Center in Tel-Hashomer.

Der Internist und sein Team untersuchten 13.163 gesunde Soldaten im Alter zwischen 26 und 45 Jahren. Im anschließenden Follow-Up, der Zeit der Nachuntersuchungen, entwickelten 208 der Teilnehmer einen Typ-2-Diabetes. Der Follow-Up-Zeitraum betrug im Schnitt 5,7 Jahre. Insgesamt wurden in der im New England Journal of Medicine publizierten Studie 74.309 Personenjahre beobachtet. Aktuell gelten nüchterne Plasmaglukosespiegel unter 100 mg/dl (5,55 mmol/l) nach amerikanischen Leitlinien als normal. Hierzulande liegt der Wert bei 110 mg/dl. Alle nüchtern im Plasma gemessenen Werte zwischen 110 und 125 mg/dl (6 – 6,9 mmol/l) gelten als prädiabetisch oder auch abnorme Nüchtern-Glykämie genannt.

Nachdem die Untersucher Alter, familiäre Vorbelastung, Körpermassenindex (BMI) Triglyce-ride, Grad körperlicher Aktivität und Rauchen berücksichtigt hatten, kam heraus: Ab einem Nüchtern-Blutzuckerwert von 87 mg/dl (4,83 mmol/l) aufwärts ergab sich ein signifikant höheres Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln im Vergleich zu Personen mit initialen Blutzuckerwerten von 81 mg/dl (4,5 mmol/l ) und niedriger. In Kombination mit den Blutfetten betrachtet zeigte sich zudem, dass ab einem Triglyceridspiegel von 150 mg/dl (1,69 mmol) zusammen mit einem Blutzucker von 91 bis 99 mg/dl (5,05 - 55,5 mmol/l) ein rund achtfach erhöhtes Risiko für eine spätere Diabetesentwicklung ergab. Ebenso lag ein achtfach erhöhtes Diabetesrisiko vor, wenn der BMI mindestens 30 kg/m2 betrug und gleichzeitig die Blutzuckerwerte 91 bis 99 mg/dl (5,05 – 55,5 mmol/l), verglichen mit Untersuchten, deren BMI unter 25 kg/m2 lag und ihr Blutzucker unter 86 mg/dl.

Fazit: Höhernormale Plasmaglukose stellt einen Risikofaktor für die Entwicklung eines Typ-2.Diabetes bei jungen, gesunden Männern dar. Die Blutglukoseuntersuchung, kombiniert mit Triglyceriden und BMI betrachtet. kann herangezogen werden, um ein späteres Diabetesrisiko einschätzen zu können.

Kommentar: In dieser Studie wird überzeugend gezeigt, dass die willkürlich gezogene Grenze von 100mg/dl artifiziell und eher zu hoch angesetzt ist und Blutzuckernüchternwerte in Bezug auf späteres Diabetesrisiko ein Kontinuum darstellen. Zusätzlich zur Blutzuckermessung sind Triglyceride und BMI wichtige Einflussgrössen in Bezug auf die spätere Diabetesentwicklung. Interessant wäre noch, den Einfluss der abdominellen Adipositas (Taillenumfang) abzuschätzen. In einem begleitenden Editorial rät R. A. Arky aus Boston, Personen mit hochnormalen Blutzuckerspiegeln (91 bis 99 mg/dl) zur Veränderung der Lebensgewohnheiten im Sinne von Gewichtsreduktion und vermehrter körperlicher Aktivität aufzufordern. Dies sollte umso dringlicher erfolgen, wenn zusätzlich BMI und Triglyceridspiegel erhöht sind.

PD Dr. med. Nanette C. Schloot, Kirsten Lindloff, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf, Deutsche Diabetes-Klinik

Quelle: Tirosh A, Shai I, Tekes-Manova Det al. für die Israelische Diabetes- Forschungsgruppe; Tel-Hashomer, Israel Normal Fasting Plasma Glucose Levels and Type 2 Diabetes in Young Men N Engl J Med, 2005; 353:1454-62.

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de


Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 – 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103


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