DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 10 - 2006 - Themen: Gebärmutterhalskrebs, EU, Europäische Union, Aufklärungskampagne, Zervixkarzinom, Schmerz, Duchbruchschmerzen, Schmerzen, Verhütung, Diaphragma, Krokodilkot, Empfängnisverhütung, Ägypten
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 10 - 2006 - Themen: Gebärmutterhalskrebs, EU, Europäische Union, Aufklärungskampagne, Zervixkarzinom, Schmerz, Duchbruchschmerzen, Schmerzen, Verhütung, Diaphragma, Krokodilkot, Empfängnisverhütung, Ägypten, Pflaume, Mirabellen, Zwetschen, Pflaumen, Déjà-vu?, Flughafen, Handgepäck, Medikamente Bucht, verlag im Kilian, Gesundheit frisch auf den Tisch, AKTION Strahlende Kinder, Sicherheit, Weg zur Kindertagesstätte und Grundschule, LOBBY FÜR DAS KIND, Anti-D-Prophylaxe, Schwangerschaft, Schwangere, essen, ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung, gefährliche Mitternachtssnacks, DGK, Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND, DDZ, Diabetes, Diabetesrisiko
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 47, 10 - 2006

Gebärmutterhalskrebs
Europäische Union fördert Aufklärungskampagne über Zervixkarzinom in Deutschland
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(dgk) Gebärmutterhalskrebs – medizinisch Zervixkarzinom – ist weltweit gesehen die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen. Eine von der EU geförderte Kampagne, an der auch das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) beteiligt ist, will mit verstärkter Aufklärungsarbeit und gezielten Informationen dem Gebärmutterhalskrebs den Kampf ansagen.

In den 25 EU-Ländern wird jährlich bei etwa 33.500 Frauen ein Zervixkarzinom diagnostiziert, fast 15.000 Frauen sterben daran – das sind etwa 40 Todesfälle pro Tag! In Deutschland liegen die Erkrankungs- und Sterberate an Gebärmutterhalskrebs vergleichsweise hoch: Etwa 6.500 Frauen erkranken jedes Jahr an einem Zervixkarzinom, bei fast 1.700 Frauen endet die Krankheit tödlich.

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Noch immer werden der Krebs und seine Vorstufen viel zu selten erkannt. Hauptgrund: fehlende Information und nicht wahrgenommene Früherkennung. So geht nur etwa jede zweite Frau in Deutschland zur jährlichen kostenlosen Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen.

Vor diesem Hintergrund wurde das Europäische Konsortium für Aufklärungsarbeit zu Gebärmutterhalskrebs ECCCE (European Consortium für Cervical Cancer Education) zur Unterstützung des von der EU geförderten Europäischen Konsortiums gegen Gebärmutterhalskrebs CCCE (Cervical Cancer Consortium Europe) gegründet, aus dem später die European Cervical Cancer Association (ECCA) hervorging. Als Teil des EU-Projektes INCA (The role of chronic INfections in the development of CAncer) fördert die Europäische Union seit Anfang des Jahres ein Projekt zur Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung über Zervixkarzinom.

Partner und Akteure der bis 2009 geplanten, EU-geförderten Aufklärungskampagne sind die ECCA, die Universität Tübingen, der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und das DGK in Marburg. Projektleiter und Initiator ist der Tübinger Virologe Professor Dr. Thomas Iftner, der auch Mitglied von ECCCE, Vorstandsmitglied der ECCA und wissenschaftlicher Beirat der AG Zervixkarzinom im DGK ist.

Ziel des Öffentlichkeitsprogramms ist die Erstellung und Bereitstellung von Informations- und Aufklärungsmaterial zu Ursachen und Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs: für die Öffentlichkeit, ärztliche Fachkräfte, politische Entscheidungsträger im Gesundheitswesen, wissenschaftliche Fachgesellschaften, ärztliche Berufsverbände, Selbsthilfegruppen und andere Organisationen. Damit sollen effektivere Krebsfrüherkennungsprogramme auf nationaler und europäischer Ebene etabliert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dgk.de/zervixkarzinom


Wenn Schmerz sich nicht an die Regeln hält
Trotz angemessener Behandlung können Schmerzen durchbrechen
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(dgk) Auch bei individueller Behandlung kommt es bei Schmerzpatienten immer wieder zu plötzlichen Schmerzspitzen, die auch als Durchbruchschmerzen bezeichnet werden. Ein Phänomen, für das die Medizin noch keine eindeutige Erklärung hat und das von Ärzten oft nicht ernst genommen wird. „Obwohl die Ursachen nicht jedes Mal klar sind, gibt es doch auch hierfür eine angemessene Behandlung. Und die sollte den Patienten nicht vorenthalten werden“, so Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg.

Als Durchbruchschmerzen bezeichnen Ärzte starke Schmerzattacken, die trotz einer guten medikamentösen Einstellung der Patienten auftreten. Die Auslöser dieser Schmerzen, die das normale Schmerzniveau durchbrechen, sind vielfältig. Bei manchen ist es eine falsche Bewegung bzw. eine Überanstrengung körperlicher oder seelischer Art. Manchmal treten die starken Beschwerden ohne erkennbaren Grund auf. „Meist dauern die Schmerzen weniger als eine Stunde an“, so Krause. Sie können aber mehrfach am Tag auftreten.

Viele Patienten halten diese Schmerzspitzen zu lange aus. Dann besteht die Gefahr einer Chronifizierung. Außerdem bedeutet jede Durchbruchschmerz-Attacke eine erhebliche Belastung und Einbuße an Lebensqualität.

Diese Kurzzeitschmerzen müssen daher genauso ernsthaft behandelt werden wie der Dauerschmerz. Allerdings werden hierzu andere Medikamente benötigt. Da Durchbruchschmerzen schnell, innerhalb weniger Minuten, auftreten, muss auch die Wirkung eines Schmerzmittels schnell eintreten. „Nach einer Stunde sind die Schmerzspitzen oft vorbei, deshalb muss ein geeignetes Medikament auch nur kurz wirken“, so der Schmerzexperte weiter. Bislang waren Morphin-Injektionen der Gabe von Tropfen und anderen schnell wirksamen Zubereitungen zwar überlegen, aber unpraktisch.

Eine neue Option bietet ein opioidhaltiger Stick: Am Ende eines Kunststoffsticks ist eine gepresste Tablette mit dem stark schmerzlindernden Wirkstoff Fentanyl befestigt. Durch Reiben des Sticks an der dünnen und gut durchbluteten Mundschleimhaut geht die Substanz direkt durch die Schleimhaut in den Blutkreislauf über. Innerhalb weniger Minuten tritt die schmerzlindernde Wirkung ein und hält dann zwei bis drei Stunden an. Danach sind die Schmerzspitzen meist abgeklungen.

Die Handhabung des Sticks ist so einfach, dass sie auch zu Hause ohne zusätzlichen Arztbesuch durchgeführt werden kann. Krause rät daher allen Patienten, die immer wieder kurzzeitig mit Schmerzspitzen zu tun haben, mit ihrem Arzt über eine adäquate Behandlung zu sprechen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.forum-schmerz.de


Mit Diaphragma und Krokodilkot
Empfängnisverhütung im Alten Ägypten
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(dgk) Eine große Kinderschar ist in vielen Ländern und Kulturen ein besonderes Glück. Das war auch im Alten Ägypten so. Kinder sorgten in einer Art „Generationenvertrag“ für das Auskommen im Alter, und der älteste Sohn oder die älteste Tochter sicherten mit ihren Riten und Totenopferdiensten das Weiterleben nach dem Tode. Nachkommen waren der eigentliche Sinn der Ehe, und eine Frau mit vielen Kindern war eine „gute“ Frau, die ihren ehelichen Zweck erfüllte.

Und dennoch gibt es, seit Männer und Frauen zusammen leben, in besonderen Situationen auch den Wunsch, eine Schwangerschaft zu verhüten. Im Alten Ägypten – wie auch heute noch – gab es Berufe, bei denen eine Schwangerschaft eher hinderlich oder die Furcht vor einer körperlichen Entstellung groß war, wie bei Prostituierten, Sängerinnen und Tänzerin-nen. Auch mussten in besonderen Fällen schwächliche oder kranke Frauen geschützt werden, falls eine Schwangerschaft oder Geburt die Mutter ernsthaft gefährdete. Dann verordneten die ägyptischen Ärzte Verhütungsmittel, und das Verhüten einer Schwangerschaft galt als Heilkunst.

Die ärztliche Kunst der Ägypter war hochstehend, wenngleich sie – da ein unversehrter Körper das Weiterleben nach dem Tode voraussetzte – nur wenige anatomische Kenntnisse besaßen. Die Einbalsamierung, bei der man ein solches Wissen hätte erwerben können, oblag den Mumifizierern, die ihre Erkenntnisse streng geheim hielten. Nie haben ägyptische Ärzte etwa das Blut-, Harn- oder gar Lymphsystem verstanden. Jedoch war den Ägyptern durchaus bewusst, dass das männliche Sperma in die Frau eindringen muss, um eine Empfängnis auszulösen.

Auf diese Erkenntnis gründen sich offenbar auch die Verhütungsmittel, die verordnet wurden: Pflanzensäfte oder Honig, die als Gel eingeführt oder als Vaginaldusche angewendet wurden, denen vermutlich Natron beigefügt war, auch Pflanzenfasern, die in die Scheide eingebracht wurden. Oft wurden mehrere Methoden vereint. Zum Einsatz bei den Pflanzensäften und Fasern kamen Dornakazie, Koloquinte, Datteln, gegorener Pflanzenschleim, Bier und das Getreide Emer – also Mittel des täglichen Lebens. Auch Krokodilkot wurde als Zugabe empfohlen. Pflanzensäfte und Natronlauge können sehr wirksam den pH-Wert der Scheide verändert, Gelees und Honig die Beweglichkeit der Spermien herabgesetzt, und die Fasern als mechanische Blockade das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter verhindert haben. Es waren also recht effektive Methoden, die aber natürlich nicht jede ungewollte Schwangerschaft verhindern konnten. In der Vor-Antibabypillen-Ära gab es ganz ähnliche Methoden: Scheiden-Gel, Vaginalspülung, Diaphragma – alles allerdings ein wenig anwendungsfreundlicher und steriler. Aber sicher wirksam waren und sind auch sie nicht.

Weniger wirksam scheinen – wenn uns die Papyri ein vollständiges Bild geben – die Abtreibungsmittel, die einer Frau verordnet wurden „weil sie angefangen hat, schwanger zu wer-den“. Sie beschränkten sich im Wesentlichen auf das Abführen, wohl in der irrigen Vorstellung, dass Kontrakturen des Darmes gleichzeitig zu Wehen führen. Hier gibt es ein Rezept, das wie ein Antibabytrank für den Morgen danach anmutet, wobei Öl und Sellerie mit süßem Bier versetzt wurden. Auch Honig oder gegorener Pflanzenschleim „werde gegossen in die Vagina“. Befremdlich scheint auch der Vorschlag, eine Räucherung mit Emer an der Vagina vorzunehmen. Dennoch – wenn wir nur wenige Jahrzehnte zurückdenken – ähnliche Metho-den haben sicher auch in der Neuzeit noch viele verzweifelte Frauen angewendet.

Aber die Schwangerschaftsverhütung oder gar Abtreibung war im Alten Ägypten eine Ausnahme. Eher wurden die Ärzte aufgesucht, weil ein Kind dringend gewünscht wurde. Die ägyptischen Ärzte hatten da einen hervorragenden Ruf, der sogar weit über das eigene Land hinausging. So etwa schreibt Hattuschili III, König der Hethiter, im 13. Jahrhundert vor Christus an seinen Kollegen Pharao Ramses II von Ägypten, man möge ihm doch einen guten ägyptischen Arzt schicken, damit seine über 60-jährige Schwester doch noch ein Kind bekomme. Aber Ramses, selbst mit etwa 100 Kindern gesegnet, antwortet leicht ironisch: Für solche Fälle sind bei uns eher die Zauberer zuständig.

Literatur: Brigitte Goede, Empfängnisverhütung auf Altägyptisch, Antike Welt 3/2006, S. 9-15


Inzwischen existieren mehr Verhütungsmethoden als je zuvor, besonders im hormonellen Bereich.

Klassiker und Nummer 1 in Deutschland ist nach wie vor die Antibabypille. Die Mikropille – eine niedrig dosierte Kombination aus Östrogen und Gestagen – ist die am häufigsten verordnete Pille. Sie muss drei Wochen pro Zyklus jeden Tag eingenommen werden. Seit einiger Zeit stehen auch andere hormonelle Methoden zur Verfügung. An sie muss nur alle paar Wochen oder gar Jahre gedacht werden, sie verhüten aber ebenso sicher wie die Pille.

Die Hormonspirale aus flexiblem Kunststoff ist eine geeignete Methode für Frauen mit langfristiger Familienplanung. Sie wird vom Gynäkologen in die Gebärmutter gelegt. Hier gibt sie stetig das Hormon Gestagen ab, das dafür sorgt, dass die Frau nicht schwanger wird. Die Hormonspirale wirkt mehrere Jahre lang.

Der Verhütungsring ist ein durchsichtiger, biegsamer Kunststoffring. Er ist 54 Millimeter groß und 4 Millimeter dick. Die Frau führt am Anfang ihres Zyklus einen Ring in ihre Scheide ein. Nach drei Wochen entfernt sie den Ring wieder. Eine Woche ist „ringfrei“, dann beginnt ein neuer Zyklus mit einem neuen Ring.

Etwa halb so groß wie eine Kreditkarte klebt das Verhütungspflaster auf Bauch, Po oder Oberkörper und wird nur einmal in der Woche erneuert. In der vierten Woche lässt man das Pflaster weg und die Regelblutung setzt ein.

Das Verhütungsstäbchen wird vom Arzt unter die Haut am Oberarm eingepflanzt. Das weiche, etwa streichholzgroße Kunststoffstäbchen gibt für drei Jahre gleichmäßig niedrige Mengen des Hormons Gestagen ab, damit die Frau nicht schwanger wird.

Aber: Vor HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt nur das zusätzlich verwendete Kondom!

Mehr Informationen unter

Moderne Verhütung

 


„Du Pflaume!“
Von Mirabellen, Zwetschen und anderen Pflaumen
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(dgk) Die Pflaume ist eine alte Kulturpflanze, die schon früh von Asien aus ihren Weg nach Europa fand. In den Monaten August und September ist Hauptsaison für die leckeren Früchtchen.

„Du Pflaume!“ Warum ausgerechnet die Pflaume als einzige Obstart als Schimpfwort herhalten muss, ist nicht recht nachvollziehbar. Versüßt sie uns doch den Spätsommer und erinnert uns in kälteren Monaten als Pflaumenmus oder im Früchtebrot an sonnigere Zeiten. Hingegen lässt sich die Frage, ob es nun Zwetsche oder Zwetschge heißt, einfach klären: Der Duden führt als allgemeine Bezeichnung für diese Pflaumenart den Begriff Zwetsche. Im süddeutschen und schweizerischen Sprachraum sowie in der Fachsprache wird Zwetschge verwendet, im österreichischen Zwetschke.

Die Europäische Pflaume (prunus domestica) gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie ist eine Kreuzung aus Schlehe und Kirschpflaume und wahrscheinlich in der Region zwischen Kaukasus und Altaigebirge entstanden. Schon früh gelangte sie über Syrien nach Griechenland und mit den Römern etwa 100 v. Chr. in die Gebiete nördlich der Alpen. Pflaumen werden in allen Erdteilen kultiviert. China ist mit Abstand der größte Produzent, gefolgt von Deutschland, Serbien/Montenegro und Rumänien. Die Anbauschwerpunkte im deutschen Marktobstanbau liegen in Baden-Württemberg (50 Prozent), Rheinland-Pfalz (20 Prozent) und Bayern (7 Prozent). Allerdings stammen bei uns 85 bis 90 Prozent der gesamten Produktion aus dem Streuobst- und Hausgartenanbau. Pro Jahr essen die Deutschen durchschnittlich etwa 1,1 kg der (je nach Sorte) mit 50 bis 60 Kilokalorien pro 100 g sehr energiearmen Frucht. Der allgemein übliche Sammelbegriff „Pflaume“ fasst eine Vielzahl von Sorten mit sehr variablen Eigenschaften hinsichtlich Größe, Farbe, Form, Steinlösbarkeit, Konsistenz, Saftgehalt, Aroma und Reifezeit zusammen. Deshalb hat man folgende Sortengruppen gebildet:

Pflaumen (Rund- und Eierpflaumen) sind rundliche bis ovale Früchte mit einer ausgeprägten Längsnaht und rundlich bauchigem Stein. Das Fruchtfleisch ist grünlich gelb bis goldgelb, weich, sehr saftig, süß und edel gewürzt, aber nicht immer steinlösend.

Zwetschen (Zwetschgen, Zwetschken, Quetsche) sind im Gegensatz zu Pflaumen länglich-oval, etwas plattrund mit spitzem Ende. Sie sind meist ohne Furche mit nur schwacher Bauchnaht, überwiegend blauviolett, im Fruchtfleisch grüngelb, saftig, süß, aromatisch und steinlösend. Der Stein ist länglich, flach und beiderseits zugespitzt. Bei vielen Sorten ist die eindeutige Unterscheidung aber nicht möglich, da es sich um Kreuzungsprodukte zwischen Sorten beider Gruppen handelt.

Renekloden sind mittelgroß bis groß, rund mit Bauchnaht, grünlich, grünlich gelb, violett oder rotschalig. Das Fruchtfleisch ist fest, grün bis gelb, saftig, süß, sehr aromatisch, löst sich aber schlecht vom Stein.

Mirabellen sind klein und kugelrund, gelb bis goldgelb, sonnenseits oft rot punktiert. Das Fruchtfleisch ist fest, grünlich gelb bis orangegelb, süß, aromatisch und gut steinlösend.

Japanische Pflaumen (Susinen) sind groß, herzförmig bis rund, gelb, rot oder blauviolett bis schwarz gefärbt und haben ein gelbes bis rotes, sehr saftiges und süßes, mehr oder weniger aromatisches Fruchtfleisch, das sich meist nicht vom Stein löst.

Pflaumen gehören zwar zu den nachreifenden Früchten; zu früh geerntete Früchte mit Grüntönen in Haut und Fruchtfleisch erreichen jedoch nicht die optimale Reife und bleiben geschmacklich unbefriedigend. Die während des Wachstums auf der Haut gebildete Wachsschicht (Reif) ist ein natürlicher Schutz für die Frucht und hilft, die Haltbarkeit der Früchte zu verlängern. Unter den Europäischen Pflaumen haben Mirabellen den höchsten Zuckergehalt und Renekloden liegen bei den Ballaststoffen vorne. Pflaumen reinigen zudem den Darm und helfen als mildes Abführmittel bei Verstopfung.

100g Pflaumen enthalten:

kcal

kJoule

Wasser

Fett

Kalium

Calcium

Magnesium

Vitamin C

47-48

197-206

84-86 g

0,2 g

221 mg

14 mg

10 mg

5 mg


Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG)


WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

Wie entsteht ein Déjà-vu?
(2.932 Zeichen)

(dgk) „Das habe ich genauso schon mal erlebt!“ Eine Déjà-vu-Erfahrung – das diffuse Gefühl, eine unbekannte Situation genau so schon einmal erlebt zu haben – ist nicht ungewöhnlich. Déjà-vu (franz. „schon gesehen“; auch Erinnerungstäuschung): Seine Existenz ist sowohl unter Skeptikern als auch Anhängern des Übersinnlichen unstrittig.

Einer Hypothese zufolge treten Déjà-vus in Situationen auf, die an ein verdrängtes tatsächlich erlebtes Ereignis erinnern, das so kurz wahrgenommen wurde, dass es nicht bewusst registriert werden konnte. Nach einer anderen Hypothese sind verdrängte Phantasien die Quelle von Déjà-vus. Frühe Experimente belegten, dass Déjà-vu-Erlebnisse mit neurochemischen Vorgängen in den Temporallappen des Gehirns zusammenhängen. Durch Elektrostimulation der äußeren Temporallappen ließ sich die Wahrscheinlichkeit eines Déjà-vu-Erlebnisses auf das Vierfache erhöhen. Untersuchungen ergaben, dass Déjà-vus oft nach Phasen großer Belastung auftreten, wenn der Stress abebbt und der Mensch sich wieder entspannt. Weitere Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen der Imaginationsfähigkeit eines Menschen und der Häufigkeit von Déjà-vus ...

Britische Forscher haben nun festgestellt: Entkoppelte Gedächtnisprozesse sind für das merkwürdig vertraute Gefühl verantwortlich. Akira O'Connor und ihrem Team ist es gelungen, Déjà-vu-Erlebnisse im Labor künstlich zu erzeugen und damit dem Geheimnis des eigenartigen Gefühls näher zu kommen. Verantwortlich für ein Déjà-vu ist demnach einer von zwei Gehirnprozessen, die auch beim normalen Gedächtnis eine Rolle spielen. Wenn dieser Prozess alleine auftritt, kann er das typische Gefühl hervorrufen, etwas völlig Unbekanntes schon einmal gesehen zu haben.

Um ein Objekt wiederzuerkennen, müssen nacheinander zwei Prozesse ablaufen: Zuerst sucht das Gehirn im Gedächtnis, ob der Gegenstand oder die Szene schon irgendwo abgespeichert ist. Als nächstes identifiziert ein anderer Teil des Gehirns das Objekt als bekannt, was mit einem Gefühl der Vertrautheit einhergeht. Wissenschaftler um Akira O'Connor versuchten nun, diese beiden Prozesse in ihrem Experiment zu trennen. Dazu hypnotisierten sie ihre Probanden und zeigten ihnen Wörter in einem rotem oder einem grünen Rahmen. Den Teilnehmern wurde mitgeteilt, dass sie bei Wörtern im roten Rahmen das Gefühl haben würden, diese irgendwoher zu kennen. Die Wörter im grünen Rahmen hatten sie dagegen zuvor tatsächlich gesehen.

Wurden den Probanden nach der Hypnose neue Wörter in roten und grünen Rahmen gezeigt, berichteten 10 der bisher 18 untersuchten Personen von einem eigenartigen Gefühl der Vertrautheit, wenn sie die rot umrahmten Wörter sahen. Fünf Probanden berichteten sogar, dass sie dieses Gefühl genau wie ein Déjà vu angefühlt habe. Das Experiment zeige, dass tatsächlich zwei getrennte Prozesse beim Wiedererkennen eine Rolle spielen und es möglich ist, den zweiten ohne den ersten ablaufen zu lassen, sagt O'Connor. Die Untersuchung trage daher auch dazu bei, das menschliche Gedächtnis besser zu verstehen.

Bis zu 97 Prozent aller Menschen haben bereits ein Déjà-vu-Erlebnis gehabt. Bei Patienten mit epileptischen Anfällen, deren Ursache im so genannten Schläfenlappen des Gehirns liegt, treten solche Erlebnisse besonders häufig auf. Dies lasse darauf schließen, dass das Gefühl der Vertrautheit vermutlich in dieser seitlichen Region des Gehirns entsteht, sagt O'Connor.

Quelle: Déjà vu created in the lab, New Scientist (22. Juli, S. 16)
Literatur: Uwe Wolfradt: Déjà-vu-Erfahrungen: Theoretische Annahmen und empirische Befunde. In: Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie. 1989, S. 359–376
Ina Schmied-Knittel: Erinnerungen an die Zukunft. Inhalt, Struktur und Deutung von Déjà-vu-Erfahrungen. In: Eberhard Bauer; Michael Schetsche (Hrsg.): Alltägliche Wunder: Erfahrungen mit dem Übersinnlichen – Wissenschaftliche Befunde. Ergon, Würzburg 2003.


MELDUNGEN

Handgepäck ohne Medikamente?
(1.489 Zeichen)

(dgk) Chronisch kranke Menschen sollten sich derzeit vor einer Flugreise informieren, möglichst aktuell noch am Tag vor der Abreise, ob sie ihre Arzneimittel im Handgepäck mit an Bord nehmen dürfen oder ob es Einschränkungen gibt. Auf deutschen Flughäfen gelten neue Regelungen besonders für Flüge in die USA und nach Großbritannien. So dürfen gemäß der neuen Bestimmungen des Bundesinnenministeriums seit dem 10. August 2006 auf USA-Flügen keine Flüssigkeiten oder Gels – darunter Shampoos, Sonnenlotion, Cremes, Parfum, Zahnpasta und Haargel – im Handgepäck mitgeführt werden. Die gesamte kosmetische Ausstattung muss in den Koffer. Entsprechend kritisch werden von den Kontrolleuren momentan auch vor allem flüssige Medikamente wie Insulin für Diabetiker beäugt. Flugreisende laufen Gefahr, dass Arzneimittel beschlagnahmt werden oder der Flug nicht angetreten werden kann. Ein ärztliches Attest kann hier hilfreich sein.

Bei dringend benötigten, verschreibungspflichtigen Medikamenten muss ein auf den Reisenden ausgestelltes Rezept mitgeführt werden. Dabei muss der Name mit dem auf dem Ticket übereinstimmen. Und nicht vergessen: Für den Rückflug muss eine aktuelle Übersetzung dieser Verordnung mitgeführt werden. Bei durch Arzt oder Apotheke namentlich gekennzeichneten Medikamenten muss ebenfalls der Name mit dem im Flugschein aufgeführten Namen des Passagiers übereinstimmen. Bei manchen Fluglinien sind Medikamente in flüssiger Form, sofern diese nicht als echt erkannt werden können, ausgeschlossen.
Ausnahmen gelten auch für Babynahrung, -milch oder -säfte, falls ein Baby oder Kleinkind mitreist. Allerdings muss oftmals mit einem Schluck aus der Babyflasche die Unbedenklichkeit des Inhalts nachgewiesen werden.


Buchtipp: Gesundheit frisch auf den Tisch
(1.331 Zeichen)

(dgk) „Ein guter Koch ist ein halber Arzt“ – schrieb Andrew Boorde bereits 1547 in seinem „Brevier der Gesundheit“. Doch solche guten Köche scheinen heutzutage Mangelware zu sein – vor allem am heimischen Herd, aber auch in Großküchen. Denn Gesundheit und Wohlbefinden haben kaum eine Chance, wenn Suppen und Soßen nur noch aus der Tüte angerührt oder Konserven aufgewärmt werden.

Deswegen muss es heißen: „Gesundheit frisch auf den Tisch“. Dass dies auch in Großküchen möglich ist, beweisen seit Anfang der 1990er-Jahre die Cateringfirmen, die der sächsische Unternehmer Wilfried Hänchen gegründet und aufgebaut hat. In seinem gerade erschienenen Ratgeber zeigt der gelernte Koch, wie einfach es für jeden von uns ist, aus frischen Lebensmitteln jeden Tag etwas Schmackhaftes und zugleich Gesundes auf den Tisch zu bringen.

Kinder und Jugendliche liegen ihm besonders am Herzen. Denn in Deutschland ist bereits jedes fünfte Kind zu dick und jedes dreizehnte adipös, also krankhaft übergewichtig. Aber eine gesunde Ernährungsweise kann erlernt werden und hängt nicht zuletzt von den Sinnen ab: Wenn sich der Gaumen freut und das Auge mitisst, dann hat krankmachendes Fastfood keine Chance mehr. Das Buch enthält einen Rezeptteil, der genau auf die Bedürfnisse der drei Zielgruppen Kinder, berufstätige Erwachsene und Senioren abgestimmt ist.

Gesundheit frisch auf den TischWilfried Hänchen: Gesundheit frisch auf den Tisch. Mit der richtigen Ernährung vital und fit bleiben. VERLAG im KILIAN, Marburg 2006, 96 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Format 17 x 22,5 cm, Broschur, € 9,90, ISBN 3-932091-93-0.


AKTION Strahlende Kinder
Mehr Sicherheit auf dem Weg zu Kindertagesstätte und Grundschule
(1.680 Zeichen)

(dgk) In der dunklen Jahreszeit besteht ein erhöhtes Unfallrisiko für Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr. Denn aufgrund der eingeschränkten Lichtverhältnisse und der schlechteren Wetterbedingungen mit Nebel, Regen und Schnee werden nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer von Autofahrern sehr spät gesehen. Erst in einer Entfernung von 25 bis 30 Metern werden dunkel gekleidete Personen im Scheinwerferlicht wahrgenommen. Diese Distanz reicht oft nicht aus, um angemessen zu reagieren und einen Unfall zu vermeiden. Kinder sind besonders gefährdet, da sie das komplexe Verkehrsgeschehen mitunter nicht eindeutig beurteilen sowie Entfernungen nicht immer richtig einschätzen können.

Mit reflektierenden Klackarmbändern und Sicherheitsdreiecken zum Umhängen kann die Sichtbarkeit bei Dämmerung und Dunkelheit um ein Vielfaches erhöht werden. Diese reflektierenden Schutzvorkehrungen sorgen aufgrund ihrer Rückstrahlkraft dafür, dass Personen schon in einer Entfernung von 160 bis 300 Metern wahrgenommen werden. Gewährleistet ist diese leuchtende Leistung, wenn die reflektierenden Produkte der Europäischen Norm EN 13356 entsprechen.

Mit der „AKTION Strahlende Kinder“ möchte das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e.V. einen praktischen Beitrag zur Kindersicherheit leisten. Kinder, die auf dem Weg zu Kindergarten oder Schule reflektierende Überwürfe und zusätzlich an beiden Armen reflektierende Klackbänder tragen, können bei Dämmerung und Dunkelheit kaum noch übersehen werden. Ab Oktober 2006 bietet das Forum Unfallprävention Kindergärten und Schulen reflektierende Schutzvorkehrungen im Set für zehn Kinder (10 Reflex-Überwürfe und 20 Klackbänder) an. Nicht nur auf dem Weg zur Einrichtung, sondern auch bei Gruppenausflügen kann somit für mehr Sicherheit gesorgt werden.

Kinder-LeuchtekragenPreis für das Set bestehend aus 10 Überwürfen und 20 Klickarmbändern: 153,- € incl. Porto, Verpackung und MwSt., zzgl. Nachnahmegebühr 6,50 €
Bestelladresse:
Forum Unfallprävention im
Deutschen Grünen Kreuz e.V.,
Stichwort: AKTION Strahlende Kinder
Im Kilian, Schuhmarkt 4
35037 Marburg

Mit reflektierenden Überwürfen und Armbändern werden Kinder im Straßenverkehr zu unübersehbaren Glühwürmchen.
Foto: DGK


DIE INITIATIVE „LOBBY FÜR DAS KIND“ INFORMIERT:

Gesundes Kind dank Anti-D-Prophylaxe
(2.794 Zeichen)

(dgk) Die Seite 2 im hellblauen Mutterpass hat unter der Überschrift „Serologische Untersuchungen“ ein rosa Feld, in das die Blutgruppe eingetragen wird, gleich darunter befindet sich ein rotes für den Rhesusfaktor. Der Rhesusfaktur wird auch mit „D“ abgekürzt und ist ein Merkmal, welches zusätzlich zur Blutgruppe eine wichtige Rolle bei der Verträglichkeit von Blut spielt. Trägt jemand diese Eigenschaft auf seinen roten Blutkörperchen (Erythrozyten), ist er Rhesus-positiv (D), trägt er sie nicht, ist er Rhesus-negativ (d).

Bei Bluttransfusionen, wie sie etwa nach Unfällen oder bei aufwändigen Operationen notwendig sind, kommt der Patient mit fremdem Blut in Kontakt. Er bekommt selbstverständlich nur Blut transfundiert, dass mit der eigenen Blutgruppe übereinstimmt. Sonst kann es zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen kommen. Neben diesen Blutgruppen A, B, O oder AB muss bei einer Blutübertragung aber auch der Rhesus-Faktor berücksichtigt werden.

Auch während einer Schwangerschaft können einzelne Erythrozyten des Kindes ins Blut der Mutter gelangen. Das ist aber nur dann ein Problem, wenn die Mutter Rhesus-negativ ist und das Kind Rhesus-positiv. Das entsprechende Gen für den Rhesusfaktor hat das Kind dabei vom Vater geerbt. Das Abwehrsystem der Mutter erkennt die roten Blutkörperchen das heranwachsenden Babys nun aber als fremd und bildet Antikörper gegen das Rhesusfaktor-positive Blut des Kindes. Man spricht von Sensibilisierung. In der ersten Schwangerschaft ist dies für das Baby nur wenig riskant, da die Menge der Antikörper nur sehr langsam ansteigt. Das erste Kind kann aber auch schon mit einer etwas geringeren Zahl von roten Blutkörperchen und einer Gelbsucht zur Welt kommen.

Eine größere Menge kindlicher Erythrozyten tritt erst während der Geburt in den mütterlichen Blutkreislauf über, die oben geschilderte Reaktion läuft verstärkt ab. Deshalb steigt die Gefahr der schweren Rhesusunverträglichkeiten ab der zweiten Schwangerschaft sprunghaft an. Die nun größere Menge an gebildeten Rhesus-Antikörpern gelangen direkt über die Plazenta in den kindlichen Blutkreislauf. Wenn das Kind wiederum Rhesusfaktor-positiv ist, dann verklumpen die roten Blutkörperchen des Kindes durch die Bindung der mütterlichen Antikörper. Letztendlich werden die roten Blutkörperchen zerstört. Dadurch kommt es zu Blutarmut, Wasser- und Gelbsucht, Fehlbildungen oder Krampfanfällen beim Kind oder das Kind stirbt im Mutterleib.

Diese schwere Komplikation wird von Vornherein verhindert, indem Müttern, die das Merkmal Rhesusfaktor negativ besitzen, ein Anti-D-Immunglobulin gespritzt wird. Dieses Präparat entfernt die kindlichen roten Blutkörperchen aus dem Blut der Mutter, sobald die in den Blutkreislauf der Mutter eintreten. So bildet das Abwehrsystem der Mutter erst gar keine Antikörper gegen die roten Blutkörperchen des Kindes. Das Anti-D-Immunglobulin wird Rhesusfaktor-negativen Schwangeren in der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche zur Vorsorge gegeben. Sobald das Kind geboren ist, bekommt die Mutter eine weitere Dosis des Immunglobulins. Auf diese Weise sind bereits das erste Baby und vor allem alle weiteren Kinder sicher vor einer schweren Rhesus-Unverträglichkeitsreaktion geschützt und können gesund aufwachsen.


Schwangere essen besser
Auf ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung kommt es an
(4.367 Zeichen)

(dgk) Frauen, die ein Kind erwarten, sollten ihrer Ernährung besonders viel Bedeutung beimessen. Ein guter Ernährungszustand sollte, wenn möglich, bereits vor der Schwangerschaft angestrebt werden. Denn von der Befruchtung an beginnt für den mütterlichen Organismus Schwerstarbeit. Zwar steigt der Energiebedarf erst mit dem vierten Schwangerschaftsmonat spürbar an. Zur Ergänzung sind dann etwa 250 Kilokalorien mehr notwendig, das entspricht drei Bananen oder einem Käsebrot plus Apfel täglich.
Aber für die von Beginn an vielfach anfallenden Aufgaben, wie Teilung und Spezialisierung von Körperzellen, die Erhöhung der Blutmenge und Knochenaufbau sind der richtige „Input“ und gefüllte Nährstoffspeicher unentbehrlich.

Eine Orientierung bietet der folgende „Wegweiser“:

Fette sind wichtig für Aufbau und Erhalt von Körperstrukturen und -funktionen. Als Quellen dafür sollten aber hochwertige Öle pflanzlicher Herkunft und aus Fisch dienen. Andere sichtbare und versteckte Fette streicht man möglichst schon vor Beginn der Schwangerschaft weitgehend vom Speiseplan. Solche Fette, die bestenfalls zur Energiegewinnung dienen, sind unter anderem in fettreichen Wurst- und Käsesorten, Backwaren und Schokolade enthalten.

Eiweiß bzw. Proteine sind unverzichtbar für einen funktionierenden Organismus. Aminosäuren sind ihre kleinsten Bausteine. Unter ihnen gibt es solche, die der Körper selbst herstellen kann und andere, die essentiellen, die über die Nahrung zugeführt werden müssen. Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten wesentlich weniger Eiweiß als tierische. Getreide, Nüsse und Kerne mehr als Obst und Gemüse. Deshalb ist eine ausgewogene Mischkost empfehlenswert, die auch fettarme Käsesorten, Quark und Milch enthält.

Wie bei Proteinen und Fetten gibt es auch unter den Kohlenhydraten „gute“ und „schlechte“. Haushaltszucker und Auszugsmehl liefern nur schnelle Energie, helfen aber nicht, satt zu werden und neue „Zellwelten“ zu entwickeln. Besser geeignet sind komplexe Kohlenhydrate, wie sie in Müsli, Vollkornbrot, Pasta und Kartoffeln enthalten sind. Auch einige Frühstücksflocken (Cerealien) bieten eine gesunde Mischung. Als süßes Naschwerk zwischendurch empfiehlt sich eher ein Stück Obst als ein gesüßter Getreideriegel.

Der Körper benötigt Vitamine für den Stoffwechsel, unter anderem als Helfer, ohne die Enzyme nicht funktionieren können. Und für den Aufbau und die Funktion von Körperzellen, zum Beispiel von Haut- und Nervengewebe.
Man unterscheidet fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Bei wasserlöslichen Vitaminen, zum Beispiel Vitamin C und die Vitamine der B-Gruppe, können keine Depots angelegt werden, denn ein Überschuss wird laufend über den Harn ausgeschieden. Deshalb muss Salat, Obst und Gemüse täglich – und zwar über den Tag verteilt – auf den Tisch.

Anders verhalten sich die fettlöslichen Vitamine A, D und E. Sie können gespeichert werden, eine „Überdosierung“ kann für den Fetus allerdings gesundheitsgefährdend sein. Dies trifft insbesondere Vitamin A zu, reichlich enthalten in Butter, Eigelb und Milchprodukten, und überreichlich in Leber. Schwangeren wird unter anderem deshalb davon abgeraten, Innereien zu verzehren.

Besondere Bedeutung kommt der Folsäure zu, auch bezeichnet als Vitamin B9 oder Pteroylglutaminsäure. Das Vitamin wird unter anderem dazu benötigt, dass sich in der Frühschwangerschaft zeitig das Neuralrohr des Fetus schließt. Babys von Müttern mit Folsäuremangel haben ein erhöhtes Risiko, mit offenem Rücken (Spina bifida) geboren zu werden. Folsäure sollte deshalb bereits vor der Schwangerschaft reichlich in der Nahrung vorhanden sein oder über geeignete Präparate ergänzt werden. Folsäure ist in größeren Mengen enthalten in Getreidekeimen, grünem Gemüse, in Hülsenfrüchten und in Vollkornbrot.

Mineralien: Eine Schwangerschaft fordert auch den Mineralstoffhaushalt der Schwangeren. Einige Beispiele:

    • Eisen wird bei der die Vermehrung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) benötigt.
    • Magnesium für die Muskelfunktion, auch des Herzens, und für den Knochenaufbau.
    • Selen zur Entgiftung und Zellreifung.
    • Jod für die Schilddrüsenfunktion und kindliche Intelligenzentwicklung.
    • Kupfer für die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und die Nervenfunktion.
    • Zink für die Zellteilung, die Immunabwehr und das Wachstum des Fetus.

Je nach Bedarf werden Mengen- und Spurenelemente unterschieden. Beide sind wichtig für den gesunden Verlauf einer Schwangerschaft. Ein Mangel kann in einen für Mutter oder Kind kritischen Zustand führen. Deshalb fragt die Frauenärztin / der Frauenarzt bei den Vorsorgeuntersuchungen bestimmte, für einen Mangel typische Symptome ab. Der Eisenwert wird mehrmals überprüft. Bei Bedarf werden gezielt Nahrungsmittel mit hoher Nährstoffdichte empfohlen, oder die fehlenden Mineralien nach fachlicher Beratung medikamentös ergänzt.

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme nach Schema. Auch Freude gehört dazu. Vorlieben oder Aversionen, die viele Schwange auf bestimmte Nahrungsmittel haben, sind oft physiologisch begründet und dürfen - mit Maß - ausgelebt werden.

Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND.

Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“.

Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.

Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Gefährliche Mitternachtssnacks
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(dgk/DDZ) Wer kennt sie nicht, die kleinen Heißhunger-Attacken am Abend? Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die mitten in der Nacht für kleine oder größere Snacks aufstehen? Dieses Essverhalten ist häufig psychologisch bedingt und wird durch starke Emotionen wie Traurigkeit, Stress, Angst oder Frustration ausgelöst. Bei Diabetikern führt dieses Essverhalten nicht nur zu einer unerwünschten Gewichtszunahme, sondern auch zu massiven Störungen des Stoffwechsels und den daraus resultierenden, gefürchteten Spätkomplikationen, so eine aktuelle Studie der University of Washington School of Medicine, Seattle.

Dabei wurden insgesamt 714 Typ-1- sowie Typ-2-Diabetiker untersucht. Erstaunlicherweise wurden 25 Prozent der gesamten Nahrungsmenge zu nächtlichen Zeiten konsumiert. Bei insgesamt 9,7 Prozent der untersuchten Diabetiker wurde ein solches Essverhalten diagnostiziert. Hinzu kam eine Vernachlässigung der Diät und sportlicher Aktivitäten, eine schlechte Zuckerkontrolle, eine höhere Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Depressionen sowie Essattacken als direkte Antwort auf Ärger, Trauer, Wut und Einsamkeit. Verglichen mit Diabetikern, die einer geregelten Nahrungsaufnahme folgten, hatten die Mitternachtssnacker häufiger Probleme mit Übergewicht, höhere HbA1c-Werte sowie zwei oder mehr diabetische Komplikationen.

Solche Mitternachtssnacks oder nächtliche Mahlzeiten sind demnach nicht nur als schlechte Angewohnheit zu betrachten und zu verharmlosen. Ein selbst auferlegtes Verbot ist kaum wirksam, wenn nicht gleichzeitig auch die Auslöser für ein solches Fehlverhalten gefunden und therapiert werden. Eine psychotherapeutische Hilfestellung sowie das Erlernen von Methoden zur Stressbewältigung bekämpfen die Ursachen, bevor dieses Fehlverhalten gesundheitliche Spuren hinterlässt. Wer eine solche Hilfestellung in Anspruch nimmt, tut nicht nur seinem Körper, sondern auch der Seele Gutes.

Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Morse et al. Isn´t This Just Bedtime Snacking? Diabetes Care 29: 1800 – 1804, 2006.

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de
Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 – 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103

 


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