DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz dgk, Jg. 46, 9 - 2005 - Themen: Impfen, Herpes Zoster, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Rotaviren, Papillomaviren, Immunssystem, Erkältung, Sehen, Auge, Uveitis, Tennisarm, Heimwerkerarm, Mundgeruch, Lügner, Brust
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Deutsches Grünes Kreuz, SImpfen, Herpes Zoster, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Rotaviren, Papillomaviren, Immunssystem, Erkältung, Sehen, Auge, Uveitis, Tennisarm, Heimwerkerarm, Mundgeruch, Lügner, Brustkrebs, Mammographie-Screening, Brustkrebs-Prävention, Alzheimer, Demenz, Infotour, Down-Syndrom, Sportlerfestival, Naturmedizin, Apothekenberatungswochen, DDDZ, Diabetes, Kontrolle, Blutzucker, Ernährung
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 46, 9 - 2005

Neues aus der „Impfstoffküche“
Herpes Zoster, Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV), Rotaviren, Papillomaviren
(7.217 Zeichen)

(dgk) Gegen etwa 20 gefährliche Krankheitserreger wendet man seit Jahren erfolgreich Impfstoffe an, zum Beispiel gegen Masern, Tetanus oder Tollwut. Noch unzähligen Viren und Bakterien hat man derzeit keine Impfprophylaxe entgegenzusetzen. Geforscht wird viel, doch es ist ein langwieriges und auch teures Unterfangen bis ein neuer Impfstoff einsetzbar ist. Aber schon in nächster Zeit werden neue Impfstoffe und neue Kombinationsimpfstoffe das Angebot bereichern.

Impfung gegen Gürtelrose halbiert das Risiko

Ein neuer Impfstoff könnte einer US-Studie zufolge viele Menschen vor der schmerzhaften Viruserkrankung Herpes Zoster (Gürtelrose) und auch vor postherpetischer Neuralgie schützen. Der brennende Schmerz ist das erste Anzeichen, dann zeigen sich Bläschen. Gürtelrose bricht häufig in der zweiten Lebenshälfte aus und kann bei den Betroffenen über Monate und Jahre hinweg intensive Schmerzen verursachen.

Der Impfstoff mit attenuierten Varizella-Zoster-Viren, also abgeschwächten Windpockenviren, ist 20 Mal höher konzentriert als das bisher verwendete Präparat, berichten Forscher des San Diego VA Healthcare System, dem US-Institut für Allergien und Infektionskrankheiten, im „New England Journal of Medicine“ (NEJM 2005, Bd. 352, S. 2271). Langzeittests hätten gezeigt, dass damit gerade ältere Menschen erheblich besser vor dem äußerst schmerzhaften Ausschlag geschützt würden, betonte der Leiter der Studie, Dr. Michael N. Oxman. An dem Test waren mehr als 38.500 Freiwillige, die mindestens 60 Jahre alt waren, beteiligt. Die Hälfte der Probanden hatte den Impfstoff erhalten, die anderen ein wirkungsloses Scheinmedikament (Placebo). Ergebnis: Mit der Impfung wurde die Zahl der Gürtelrose-Erkrankungen um 51 Prozent reduziert. Zudem fiel die Schwere der Krankheit, darunter der Schmerz, bei den trotz Impfung Erkrankten um 61 Prozent geringer aus.

Dasselbe Virus, das Windpocken (Varizellen) verursacht, ist auch für den Ausbruch der Gürtelrose (Herpes zoster) verantwortlich. Das Varicella-Zoster-Virus kann über Jahrzehnte im Körper überdauern, ehe es beispielsweise bei einer geschwächten Immunabwehr wieder aktiviert wird. Der neue Zosterimpfstoff, der allerdings noch nicht zugelassen ist, ermöglicht nach Überzeugung der Wissenschaftler eine wesentliche Stärkung der Abwehr gegen das Virus.

Weitere Informationen: www.san-diego.med.va.gov/start.htm, www.nejm.org

Vier auf einen Streich

Seit 2004 gehört die Impfung gegen Windpocken zu den Standardimpfungen im Kindesalter. Sie soll möglichst gleichzeitig mit der seit viel Jahren empfohlenen MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) verabreicht werden. Ein neuer Impfstoff soll nun bald alle vier Viruserkrankungen, die vorwiegend im Kindesalter auftreten, auf einmal abwehren. Die Kombinations-impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV) wird den meist kleinen Patienten unnötige Pikser ersparen und zudem den Praxisalltag der Impfärzte erleichtern. In klinischen Prüfungen in den USA zeigte sich der „Vierer“ sowohl in der hohen Wirksamkeit als auch in der guten Verträglichkeit vergleichbar mit der im Moment gängigen MMR- und der separaten Varizellenimpfung, so der Studienleiter auf der ESPID-Tagung (European Society for Pediatric Infectious Diseases) im Mai in Valencia. Zweimal wird der MMRV-Impfstoff verabreicht, so wie es bislang schon für die MMR-Impfung Praxis war. Kinder, die früher bereits jeweils eine Varizellen- und eine MMR- Impfung erhalten hatten, bekamen während der Studie eine Dosis der neuen Kombi, um den Impfschutz zu vervollständigen. Auch diese Vorgehensweise löste eine gute Immunantwort gegen die vier Komponenten aus. Voraussichtlich 2006 soll der MMRV-Impfstoff auch in Deutschland eingesetzt werden können.

Schwer zu vermeiden, leicht zu verhindern

In den Jahren 2003 und 2004 wurden in Deutschland 46.095 bzw. 37.755 Fälle einer Rotavirusinfektion gemeldet. Die schwere Durchfallerkrankung kommt plötzlich, die Viren werden über Schmierinfektionen oder auch durch verunreinigtes Wasser und kontaminierte Nahrungsmittel übertragen. Zu allem Überfluss können die Viren in der akuten Krankheitsphase auch über die Atemluft weitergegeben werden. Weltweit sind Rotaviren für mehr als 70 Prozent aller Durchfallerkrankungen bei Kindern verantwortlich. Meist ist die genaue Infektionsquelle unbekannt. Schon kleinste Virusmengen reichen für eine Ansteckung aus: Zehn Vi-ruspartikel genügen, um ein Kind krank zu machen.

Die Impfung würde hierzulande nicht nur jedes Jahr etwa 30.000 Kinder unter fünf Jahren vor der Krankheit schützen – das sind wie so oft die Hauptbetroffenen – sondern auch Todesfälle verhindern. 2004 starben in Deutschland 7 Menschen an den Folgen der Infektion, 24.000 mussten in eine Klinik eingewiesen werden. Professor Christel Hülße, Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO), fasst die für 2006 in Aussicht stehende Schutzmöglichkeit so zusammen: „Man hat dann einen Impfstoff gegen eine Krankheit, die schwer zu vermeiden und leicht zu verhindern ist!“ Zwei Impfstoffe sind in der „Pipeline“ der Hersteller, beides sind Schluckimpfstoffe, die gegen einen bzw. fünf verschiedene Rotavirustypen Schutz gewährleisten. Schon ab der sechsten Lebenswoche kann geimpft werden, zwei bis drei Impfstoffdosen werden je nach Impfstoff nötig sein.

Eine Impfung gegen Krebs

Bis zu 70 Prozent der sexuell aktiven Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit Hu-manen Papillomaviren (HPV). Einige Virustypen können Ursache für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) sein , wenn sie längere Zeit im Körper bleiben und vom Immunsystem nicht eliminiert werden. Papillomaviren können derart in den Zellhaushalt eingreifen, dass natürli-che Mechanismen, die eine unkontrollierte Zellteilung zügeln, ausgeschaltet werden. HPV können aber auch die weitaus harmloseren Genitalwarzen auslösen, allerdings sind dies wieder andere Untertypen.

Neue Impfstoffe sollen somit nicht nur die Virusinfektion, sondern auch das Entstehen eines Zervixkarzinom verhindern. Zwei Impfstoffe werden ebenfalls für 2006 erwartet, beide sind gegen die aggressiven HPV-Typen 16 und 18 wirksam, einer zusätzlich gegen zwei HPV-Typen, die Genitalwarzen verursachen. Die „high risk“-HPV-Typen 16 und 18 sind für etwa 75 Prozent der Zervixkarzinome verantwortlich.

Wer soll geimpft werden? Die HPV-Impfung wird für alle Mädchen und jungen Frauen sinnvoll sein. Geimpft werden sollte relativ früh, nämlich mit neun bis zwölf Jahren, also bevor die Mädchen sexuell aktiv werden. Die Immunisierung besteht aus drei Impfstoffgaben, die innerhalb eines halben Jahres verabreicht werden.

Das Zervixkarzinom ist europaweit jedes Jahr für 35.000 Erkrankungen und 15.000 Todesfälle bei 15- bis 49-jährigen Frauen verantwortlich, so lauten Daten, die 1995 erhoben wurden. Die Anzahl der Neuerkrankungen an einem invasiven Zervixkarzinom in Deutschland können nur geschätzt werden, sie liegt bei etwa 7.000 pro Jahr (AG Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland 2002; Ferlay et al. 2001; Statistisches Bundesamt 1998), so ist der gemeinsamen Stellungnahme zum Thema „Früherkennung des Zervixkarzinoms“ der gynäkologischen, virologischen und epidemiologischen Fachgesellschaften zu entnehmen: (www.cervical-cancer.de/stell_zervixkarzinom.pdf).


Herbstzeit ist Erkältungszeit
So stärken Sie Ihr Immunsystem
(2.168 Zeichen)

(dgk) Im Herbst, wenn eine Erkältungswelle die nächste jagt, werden unsere Abwehrkräfte auf eine besonders harte Probe gestellt. Deshalb ist es so wichtig, das Immunsystem rechtzeitig zu stärken. Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) und der Ratgeber aus Ihrer Apotheke haben hilfreiche Tipps zusammengestellt:

    • Auch bei herbstlichem Schmuddelwetter sollten Sie sich so oft wie möglich an der frischen Luft bewegen. Schützen Sie sich mit wind- und regendichter Kleidung vor Kälte und Nässe. Schwingen Sie sich aufs Rad oder gehen Sie eine Runde spazieren.
    • Halten Sie sich mehrmals pro Woche mit moderatem Ausdauertraining fit. Je 30 bis 60 Minuten Walken, Joggen, Schwimmen oder Radfahren genügen, dabei jedoch keinesfalls verausgaben und übertreiben.
    • Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen stärkt die Abwehr: Obst und Gemüse sollten mehrfach täglich auf dem Speiseplan stehen; frisch, gegart oder als Saft. Genießen Sie außerdem reichlich Vollkornprodukte und Fisch, und ersetzen Sie vollfette durch fettarme Milchprodukte. Das tägliche probiotische Joghurtgetränk senkt auch die Erkältungsanfälligkeit. Trinken Sie täglich etwa eineinhalb bis zwei Liter Wasser, Saftschorlen, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees.
    • Für Senioren, Sportler, Raucher und Menschen, die unter großem Stress stehen, können zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffpräparate mit Vitamin C, B oder Zink aus der Apotheke hilfreich sein.
    • Stress, Hektik, Termindruck und Schlafmangel schwächen die Abwehrkräfte. Regelmäßige Entspannungspausen, viel Schlaf, Erholungsphasen, Entspannung mit Yoga oder autogenem Training helfen, infektfrei durch den Winter zu kommen.
    • Zusätzlich stärken beispielsweise morgendliches Wechselduschen, regelmäßige Saunagänge oder Kneippsche Güsse den Organismus.
    • Bewährter Klassiker zur Unterstützung des Immunsystems sind pflanzliche Fitmacher wie wilder Indigo (Baptisia), Lebensbaum (Thuja) oder Ginseng.
    • Alkohol und Nikotin meiden, denn dies kann die Entstehung von grippalen Infekten begünstigen. Viel besser als Glühwein oder Grog wärmt übrigens ein heißer alkoholfreier Kräutertee den durchgefrorenen Körper.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 10 A / 2005 (1. Oktober/2005).


Die Zeitbombe im Inneren des Auges
Uveitis kann zur Erblindung führen
(4.136 Zeichen)

(dgk) Obwohl in der Bundesrepublik etwa eine halbe Million Menschen an einer Uveitis leiden, ist die Krankheit immer noch vielen unbekannt. Jährlich kommen bis zu 15.000 Neuerkrankungen hinzu.

Uveitis ist ein Überbegriff für alle Entzündungen im Auge, die die Uvea (= Iris, Strahlenkörper und Aderhaut) betreffen. Die Uvea ist eine der drei Schichten des Augapfels und enthält viele Blutgefäße, die Nährstoffe zu den verschiedenen Strukturen des Auges transportieren. Im Gegensatz zu einer Konjunktivitis, also einer Bindehautentzündung, kommt es bei einer Uveitis zu einer Entzündung im Inneren des Auges. Je nach betroffenem Abschnitt spricht man von einer Regenbogenhautentzündung (Iritis), Entzündung des Strahlenkörpers (Cyclitis) oder Aderhautentzündung (Chorioiditis). Rechtzeitig erkannt und therapiert heilt sie folgenlos aus. Wenn sie allerdings chronisch wird, ist eine Erblindung nicht auszuschließen.

Den Fachleuten gibt die Krankheit nach wie vor große Rätsel auf, denn bei etwa 70 bis 90 Prozent der Patienten findet man keine Ursache für die Entzündungen; sie gilt als Autoim-munkrankheit.

Getrübter Blick
Die Entzündung von Gefäßhaut und Regenbogenhaut kann sich als akutes Ereignis durch ein rotes Auge mit Druckgefühl bemerkbar machen. Neben der starken Rötung kommen meist vermehrter Tränenfluss, gesteigertes Blendempfinden, Verschwommensehen und stechende Augenschmerzen hinzu. Patienten sind daher meist schnell bei einem Augenarzt. Tückischer sind die schleichend verlaufenden Entzündungen, bei denen es oft ohne akute Alarmzeichen langsam zu einer Verschlechterung des Sehvermögens kommt. Das Augenäußere bleibt meist reizfrei und ohne Schmerzen. Oft führen Schleier oder Flocken vor den Augen die Betroffenen erst spät zum Augenarzt, weil diese Zeichen nicht ernst genommen werden. In vielen Fällen, besonders bei Kindern, wird die Uveitis erst durch Zufall entdeckt. Schreitet sie unerkannt und unbehandelt voran, besteht die Möglichkeit, dass Komplikationen zu schweren Veränderungen des Sehvermögens führen: Ein erhöhter Augeninnendruck, allgemein als grüner Star oder Glaukom bekannt, kann resultieren genauso wie eine Linsentrübung.

Wenn Rheuma ins Auge geht
Auslöser können insbesondere bei Kindern rheumatische Erkrankungen, im späteren Lebensalter Tuberkulose, Varizellen und andere Herpes-Viren sowie die von Zecken übertragene Borreliose sein. Weitere mögliche Erkrankungen, die zu einer Uveitis führen, sind auch die Sarkoidose sowie Infektionen mit dem Parasiten Toxoplasma gondii, der häufig durch Katzen übertragen wird. Schwere Entzündungen können bei immungeschwächten Patienten auftreten, zum Beispiel ausgelöst durch Aids-Viren oder auch durch den Hautpilz Candida. Etwa 100 verschiedene Ursachen für eine Uveitis sind möglich.

Nur bei rechtzeitiger Behandlung durch einen Augenarzt können schwere Folgeschäden verhindert werden. Die Therapie ist häufig kompliziert und abhängig von der Ursache – sofern sie bekannt ist. Daher wird ein qualifizierter Augenarzt die Uveitis ganzheitlich diagnostizieren und behandeln, häufig ist jedoch auch die Zusammenarbeit mit anderen Ärzten notwendig. Gegen die Gefahr der Verklebung von Linse und Regenbogenhaut wird die Pupille mit speziellen Augentropfen geweitet, was bei der akuten Form meist schon zu einem Verschwinden der Schmerzen führt. Im Mittelpunkt der Behandlung steht die Bekämpfung der Entzündung. Während im Anfangsstadium insbesondere bei der Regenbogenhautentzündung die Therapie mit kortisonhaltigen Tropfen erfolgreich ist, kann in späteren Stadien die Gabe von Kortisontabletten oder sogar Immunsuppressiva notwendig werden. Bei schweren Formen der Uveitis muss der Glaskörper operativ entfernt werden.

Oftmals wird auch eine „Klimatherapie“ am Toten Meer in Israel oder eine künstliche „UVA-1-Lichttherapie“ angewendet. Dabei wird der ganze Körper, aber gerade nicht die Augen (!), wird mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Und das etwa dreimal die Woche über drei Monate.

Wichtig: Auch bei einem unbedeutend erscheinenden „roten Auge“, das sich nach ein bis zwei Tagen nicht spontan bessert, sollte dringend der Augenarzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Universitätsklinikum Charité, Augenklinik Campus Virchow-Klinikum,
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin
Internet: http://augenklinik-charite.de/

Uveitis Zentrum am Universitätsklinikum Heidelberg, Otto-Meyerhof-Zentrum,
Im Neuenheimer Feld 350, 69120 Heidelberg,
Tel.: 0 62 21 / 56 48 07, Fax: 0 62 21 / 56 45 18
Internet: www.uveitiszentrum.de

Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft (DUAG)
Volker Becker, Forsthausstr. 6, 34792 Löhnberg
E-Mail: duag-ev(à)web.de


Mit Aerobic aus dem Tief
Depressionen bald Volkskrankheit Nummer 2?
(2.342 Zeichen)

(dgk) Nach Angaben des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie erkranken in Deutschland jährlich rund 7,8 Millionen Bürger an einer Depression. Zwei Drittel davon sind Frauen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 zur Volkskrankheit Nummer 2 werden. Das größte Problem: Sie werden vielfach als solches nicht erkannt. Nur wer die Anzeichen richtig deutet, kann Gegenmaßnahmen einleiten.

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) hat in ihrem Gesundheitsreport 2005 festgestellt: Seit 2000 haben die Krankheitstage aufgrund depressiver Störungen um 42 Prozent zugenommen. Vor allem unter Jüngeren gibt es einen überproportionalen Anstieg der psychischen Erkrankungen: Auffallend ist dieser Trend in der Altersgruppe der 15- bis 29-jährigen Frauen und 15- bis 34-jährigen Männer.

Jeder zehnte Patient in einer Hausarztpraxis hat eine Depression. Doch meist kommen die Patienten nicht wegen, sondern mit Depressionen zum Arzt. Solche Patienten klagen dann über Rückenschmerzen, Bauchschmerzen oder Schwindelgefühle. Lässt sich dafür keine körperliche Ursache finden, sollten Ärzte an eine Depression denken.

Die Symptome einer depressiven Erkrankung sind ganz unterschiedlich. Auf der einen Seite sind Interesse-, Freud- und Antriebslosigkeit, seelische Verstimmungen und Suizidgedanken. Physisch können sich Depressionen unter anderem über Schlafstörungen, Müdigkeit oder Verdauungsstörungen äußern.

Basistherapie muss das ärztliche Gespräch sein. Steht die Diagnose Depression fest, kann eine antidepressive Therapie die meisten Betroffenen aus dem Stimmungstief holen.

Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen soll nach einer aktuellen Studie (Am J Prev Med 28, 2005, 1) auch Aerobic helfen. Drei bis fünf Mal die Woche Aerobic-Übungen sind nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele: Die Übungen nützen den Betroffenen allerdings nur dann etwas, wenn sie auch anstrengend sind. Kommen die Patienten dabei nicht ins Schwitzen, lassen sich die trüben Gedanken kaum vertreiben.

Als günstige Sportarten gegen trübe Gedanken gelten aber auch Jogging, Walking, Wandern, Radfahren, Inline-Skating, Schwimmen und Tanzen. Sport sollte weder unter- noch überfordern, um Versagensängste, Stressreaktionen, negative Erlebnisse und Misserfolgssituationen zu vermeiden.

Mit Aerobic aus dem TiefFoto: photodisc



Tennisarm oder „Heimwerkerarm”?
Auch im Büro kann es zur Überbeanspruchung der Gelenke kommen
(4.701 Zeichen)

(dgk) Der so genannte Tennisarm entsteht heutzutage seltener beim Tennis, als vielmehr vor allem durch sporadisches, aber exzessives Heimwerken. Aber auch Sekretärinnen und vor allem Hausfrauen sind zunehmend betroffen.

Durch veränderte Schlagtechniken und verbesserte Materialien laufen Tennisspieler immer seltener Gefahr, sich solch eine Entzündung der Muskulatur im Ellenbogenbereich zuzuzie-hen. Viel häufiger sind es Büromenschen, die zuhause zum Beispiel stundenlang Wände gestrichen oder einen Gartenschuppen aus dem Heimwerkermarkt an einem einzigen Wochenende aufgebaut haben. Die Überbeanspruchung des Unterarms durch stundenlange gleiche Bewegungen – Hämmern, Tackern und Schrauben – oder andere kraftvolle Zupack-Bewegungen, ist bei ungeübten Menschen eine der Hauptursachen für den Tennisarm – der damit zunehmend zum „Heimwerker-Arm“ mutiert. Aber auch wenn sich Ungeübte beim Hausputz zu stark ins Zeug legen, durch das Tragen schwerer Lasten oder das ständige Arbeiten mit Maus und Tastatur können die stechenden Schmerzen entstehen. Daher spricht man auch vom „Mausarm“.

Bei einem Tennisarm – die exaktere Bezeichnung ist Tennisellenbogen – entstehen durch Überbeanspruchung Mikrorisse im Sehnenansatz der Unterarm-Streckmuskulatur am Ellenbogen. Meist verheilen diese Risse nicht von alleine, sondern lösen eine schmerzhafte Entzündung aus. Eine Berührung des betreffenden kleinen Knochenvorsprungs am Ellenbogen verursacht einen starken, stechenden Schmerz. Die Faust wird zunehmend kraftlos, das Anheben und Tragen schwerer, später auch leichterer Gegenstände wie einer Kaffeetasse tun weh. Schließlich fallen immer häufiger Dinge aus der Hand, und ein Greifen, sogar Händeschütteln wird fast unmöglich. Die Schmerzen können sich auch – insbesondere beim Mausarm – in Handgelenken, Handrücken, Unterarm und Fingern bemerkbar machen.

Bei akuten Tennisarm-Beschwerden sollte der Arm vor allem geschont werden. Deshalb gilt: Mögliche Belastungen vermeiden. Auch kalte oder warme Anwendungen mit Umschlägen oder Kompressen, aber auch die Wärmetherapie mit Rotlicht, können sich positiv auswirken. Allerdings muss jeder Patient selber herausfinden, ob ihm Kälte oder Wärme besser bekommt. Denn was dem einen hilft, kann beim anderen die Schmerzen in Einzelfällen sogar noch verstärken. Noch vor wenigen Jahren wurde ein akuter Tennisarm kurzerhand eingegipst. Zwar ist die Schonung des betroffenen Armes immer noch eine der wichtigsten Maßnahmen, allerdings wird dafür kein Gips mehr verwendet, denn durch den Gips wird die betroffene Muskulatur so geschwächt, dass sich schon bald nach dem Abnehmen desselben die Schmerzen erneut einstellen.

Verheilen die Mikrorisse im Zuge einer Behandlung, bleibt ein verkürzter Sehnenansatz zurück. Bei anschließender erneuter Belastung kann es schnell wieder zu Rissen und Beschwerden kommen. Daher ist es besonders wichtig, gleich nach dem Ausheilen mit Rehabilitationsmaßnahmen wie Physiotherapie zu beginnen, bei denen der Sehnenansatz vorsichtig wieder gedehnt wird.

Tipps für Zuhause und fürs Büro

    • Zur Vorbeugung sollten wiederkehrende Bewegungsabläufe am besten vermieden werden. Ist das nicht möglich, die Arme vor der Belastung aufwärmen. Dazu den Arm zur Schulter führen und locker eine Faust bilden. Dann den Arm nach unten ausstrecken, die Hand dabei öffnen und nach außen drehen.
    • Beim Heimwerken auf das richtige Werkzeug achten. Außerdem: Statt Schrauben mühsam von Hand einzudrehen, besser die Kraft eines Akkuschraubers nutzen.
    • Am Computer sollte man bequem und gerade sitzen können. Dafür den Monitor auf Augenhöhe einstellen. Die Hände sollten locker vor der Tastatur aufliegen können und mit dem Arm eine Gerade bilden. Eine geknickte Handhaltung vermeiden.
    • Statt ständig zur Maus zu greifen, ist es besser die Kurzbefehle auf der Tastatur zu nutzen. Denn prinzipiell gilt: Wenn die Maus nicht zwingend benötigt wird, Hände weg von ihr.
    • Schonender für die Arme ist das Schreiben mit zehn Fingern. Generell sollte die Tastatur so gewählt werden, dass ein bequemes Arbeiten möglich ist. Inzwischen werden auch ergonomische Tastaturen und Computermäuse angeboten. Diese Tastaturen sollten aber nur benutzt werden, wenn man das Schreiben mit zehn Fingern beherrscht.
    • Auch Abwechslung hilft dabei, eine Überlastung zu vermeiden. Also, gewohnte Arbeitsschritte ruhig mal mit links durchführen. Auch wenn der Griff zuweilen dann mal ins Leere geht.
    • Handstärkende Übungen lassen sich leicht in den Arbeitsalltag einbauen. Einfach Arm und Hand gerade halten und seitlich leicht gegen eine Fläche drücken. Die Übung sowohl mit der Handfläche, als auch dem Handrücken durchführen. Oder noch einfacher: Die Hände locker lassen und ausschütteln.

 


WIE FUNKTIONIERT’S? – DEN KÖRPER VERSTEHEN

Ungeküsst wegen Mundgeruch?
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(dgk) Obgleich jeder Mensch seinen eigenen Körpergeruch hat, ist die ausgeatmete Luft normalerweise geruchsneutral. Ist sie dennoch zu riechen, spricht man von Mundgeruch (lateinisch Halitosis). Man unterscheidet zwischen einem kurzzeitig auftretenden Mundgeruch, etwa nach dem Verzehr von stark riechenden Speisen, wie Zwiebeln, Knoblauch oder Fisch, und dem dauerhaften Mundgeruch, der für die Betroffenen zu einer starken Belastung werden kann. Bis zu 40 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet zeitweise an chronisch üblem Atem. Die meisten Betroffenen beißen daher lieber die Zähne zusammen und bleiben ungeküsst.

Mehr als 70 Prozent der Gründe für chronisch schlechten Atem liegen in der Mundhöhle selbst. Er entsteht zumeist, wenn Bakterien Speisereste, Zellen, Blut oder Eiweiß zersetzen und dabei schwefelhaltige Stoffwechselprodukte freisetzen.

Zumeist hilft Zähneputzen oder auch das Reinigen der Zunge, um die Bakterien in der Mundhöhle zu beseitigen. Bei einer erhöhten Bakterienanzahl im Mund kann eine Zahnsanierung helfen, um Zahnzwischenräume zu schließen und den Bakterien so den Lebensraum zu nehmen. Wenn Mund und Zähne vom Zahnarzt „saniert“ worden sind und der Mundgeruch trotzdem noch da ist, sollten auch ein Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Internist aufgesucht werden.

Die Ursache für den Mundgeruch kann im Nasen-Rachen-Raum (chronische Entzündungen oder Abszesse), in den Bronchien und selbst im Darm oder der Leber liegen. Auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus können Auslöser sein. Manchmal sind auch Medikamente, Alkohol oder Rauchen der Auslöser für schlechten Atem. Mangelerscheinungen (zum Beispiel an Zink, Vitaminen) und längeres Fasten können ebenfalls zu Mundgeruch führen. Eins haben die Gerüche aber gemeinsam: Die Erzeuger fauliger Gase sind Bakterien, die Proteine zu schwefelhaltigen Verbindungen verarbeiten. Diese nach faulen Eiern müffelnden Substanzen sind im Wesentlichen für schlechten Atem verantwortlich. Wenn keine ernsthaften Erkrankungen dahinterstecken, ist Mundgeruch zwar harmlos, aber unangenehm.

Tipp
Wer reichlich Joghurt löffelt, bekämpft schlechten Atem effektiv. Japanische Wissenschaftler von der Tsurumi Universität in Yokohama haben herausgefunden: Joghurt hat nicht nur einen günstigen Einfluss auf die Darmflora, sondern lässt auch den Schwefelwasserstoffgehalt im Mundraum um bis zu 80 Prozent sinken. Die wirksamen Helfer gegen den Mief sind die aktiven Joghurt-Bakterienkulturen Lactobazillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus. Positiver Zusatzeffekt ist ein Rückgang von Zahnfleischentzündungen und Zahnbelag.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Wortwahl entlarvt Lügner
Pokerface und Dauerlächeln sind out
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(dgk) Lügner erkennt man oft schon an der Körpersprache: Leises Kopfschütteln, obwohl der Sprecher mit Worten zustimmt, eine Mimik, die sich mit Verzögerung aufbaut – nur echte Gefühle erscheinen schlagartig im Gesicht. Aber auch Blickabwendung oder beispielsweise lächelnde Zustimmung und gleichzeitig nervöse Finger- oder Fußbewegungen sollten das Gegenüber vor möglichen Unwahrheiten warnen.

Mexikanische Psychologen fanden nun heraus: Die Wortwahl entlarvt den Lügner! Das be-richtet die Zeitschrift „Psychologie heute“ in ihrer Ausgabe 8, 2005. Die Wissenschaftler untersuchten 128 Häftlinge eines Gefängnisses mit einem speziellen Computerprogramm.

Ergebnis: Lügner benutzen häufig emotionsgeladene, negative Wörter wie „Kampf“, „Hass“, „Feind“ und/oder „Streit“. Sie lieben unkonkrete Angaben zu Zeit und Raum wie „bald“, „später“, „hinten“ oder „draußen“.

Menschen, die die Wahrheit sagen, beschreiben dagegen sehr konkret, was sie erleben und fühlen. Sie verwenden oft exakte Zeitangaben wie „um acht Uhr“, „heute Abend“ oder „morgen früh“. Außerdem drücken sie häufiger positive Gefühle aus.


TERMINE

2. Runde: Brustkrebs – Infotage
Patientinnen fragen, Experten antworten
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Brustkrebs - vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln(dgk) Zum Start des bundesweiten Mammographiescreening-Programms setzt das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) seine bereits im Frühjahr des Jahres in Bayern ge-starteten Aufklärungskampagne „Brustkrebs – vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln. Ihre Chance“ mit weiteren Infotagen fort.

Bundesweit geht es weiter am 19. September in Ingolstadt, 24. September in Sebnitz, 5. Oktober in Chemnitz, 29. Oktober in Hamburg, 29. Oktober in Magdeburg, 5. November in Bonn, 9. November in Tübingen, 27. November in Duisburg und 3. Dezember in Heidelberg.

In Bayern wird das Krebsfrüherkennungsprogramm für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren bereits fast flächendeckend angeboten. Zu den Bundesländern und Regionen, die das Screening voraussichtlich noch in diesem Jahr einführen werden, zählen Mecklenburg-Vorpommern, Teile Nordrhein-Westfalens, Bremen und Baden-Württemberg.

Beim Mammographiescreening werden Frauen in der betreffenden Altersgruppe etwa durch die Kassenärztliche Vereinigung oder das zuständige Gesundheitsamt aufgefordert, an der kostenlosen Untersuchung teilzunehmen. Die Untersuchung übernimmt dabei nicht ein Gynäkologe vor Ort, sondern ein Screening-Zentrum mit speziell qualifizierten Radiologen. In Deutschland wird es voraussichtlich 80 bis 90 solcher Zentren geben. Frauen, die wissen möchten, wann das Screening in ihrer Region beginnt, können sich an ihre Krankenkasse wenden.

Ziel der Infotage des DGK ist es, die Frauen in der entsprechenden Altersgruppe über die neue zusätzliche Möglichkeit der Früherkennung – das Mammographiescreening –, über Möglichkeiten der Therapie und der Prävention zu informieren. Moderiert werden die Veranstaltungen mit Vorträgen und anschließender Podiumsdiskussion von Fernsehmoderator Prof. Dr. med. Klaus Heilmann.

In Ingolstadt stehen am Montag, 19. September, Prof. Dr. med. Wolfgang Eiermann, Prof. Dr. Peter Maubach, Klaus Migeod und Dr. med. Stefan Paepke als Experten zur Verfügung. Der Infotag findet ab 19 Uhr in der VHS Ingolstadt, Hallstr. 5, 85049 Ingolstadt statt.

In Sebnitz beantworten am Samstag, 24. September von 10 bis etwa 14 Uhr in der Stadthalle Sebnitz, Neustädter Weg 10a, 01855 Sebnitz folgende Experten die Fragen der Patientinnen: Dr. med. Aiman Bachouri, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Serban-Dan Costa, Dr. med. Jens Papke, Dr. med. Ernst-Udo Radke, Prof. Dr. med. Kurt Possinger und Dr. med. Matthias Schreiber.

Weitere Informationen und Termine auf www.dgk.de/brustkrebs.


Alzheimer früh erkennen – Infobus geht auf Tour
(2.947 Zeichen)

AIW - Alzheimer und Demenzdgk) In Kooperation mit regionalen Gedächtnis-Ambulanzen startet der Alzheimer-Infobus pünktlich zum Weltalzheimertag am 21. September mit einer Herbst-Tournée durch mehr als 20 Städte.
Mehr als 20 Städte im gesamten Bundesgebiet wird der Infobus „Alzheimer früh erkennen“ des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. und der Initiative Altern in Würde ab dem 21. September, dem Weltalzheimertag, besuchen. Die Veranstalter kommen damit dem in der Bevölkerung weiter steigenden Bedürfnis nach mehr Information und Beratung zum Thema Alzheimer-Demenz nach. Aktiv unterstützt wird die Aktion deshalb auch von den regionalen Gedächtnis-Ambulanzen oder Gedächtnis-Sprechstunden, die sich ebenfalls bei der Früherkennung von Demenzerkrankungen stark engagieren. Den vollständigen Tourplan kann man im Internet unter www.altern-in-wuerde.de nachlesen.

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung entwickelt sich die Alzheimer-Demenz zunehmend zu einer Volkskrankheit. Heute leiden bereits mehr als 700.000 Bundesbürger an dieser Erkrankung; in 20 Jahren wird sich diese Zahl fast verdoppelt haben, schätzen Experten. Aber auch viele jüngere Menschen werden indirekt durch einen erkrankten Angehörigen mit dieser schwierigen Situation konfrontiert werden. Wichtig ist, dass man weiß, an welchen Symptomen man die Alzheimer-Demenz früh erkennen kann. Denn die Krankheit kann inzwischen gut behandelt und der Verlauf verzögert werden.

Mit ihrer Infobus-Aktion wollen die Veranstalter auf die wachsende Zahl von Alzheimerkranken aufmerksam machen, über Früherkennungsmöglichkeiten informieren und Wissen vermitteln, welches für das Arztgespräch wichtig ist. Darüber hinaus soll um Verständnis für die Probleme der Betroffenen und ihrer Angehörigen geworben werden. Wer Fragen zur Alzheimer-Demenz hat, einen ersten Früherkennungstest durchführen möchte oder einen Demenzkranken in der Familie pflegt, sollte diese Chance zur Beratung nutzen.

Einen neuen und ungewöhnlichen Weg gehen die Veranstalter der Infobus-Tour, um in der Öffentlichkeit das Krankheitsbild bekannter zu machen und für mehr Verständnis für die Alzheimerkranken zu werben. Zu Alzheimer gehört mehr als nur die Vergesslichkeit. Angehörigen, Freunden und Bekannten fällt es oft schwer zu begreifen, was in dem Erkrankten vorgeht, warum er so verändert ist und seltsam handelt und reagiert.

Missverständnisse, Ablehnung und Streit sind dann vorprogrammiert. Erfahrungsstationen, die am Infobus aufgebaut sind, sollen gesunden Menschen verdeutlichen, welche Symptome ein Alzheimerkranker entwickelt und wie er seine Umwelt erlebt. Ziel der Erfahrungsstationen ist also auch, das familiäre Miteinander von Kranken und Gesunden zu fördern.

Nähere Informationen zum Infobus Alzheimer-Demenz gibt es im Internet unter www.altern-in-wuerde.de sowie beim Organisationsbüro im
Deutschen Grünen Kreuz, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg;
Tel.: 0 64 21 / 293 - 150, Fax: 0 64 21 / 293 - 750,
E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de.

Tourplan
Stand: 24.08.2005

Tag / Datum

Stadt

Standort

Mittwoch

21.09.05

Essen

Limbeckerstraße

Donnerstag

22.09.05

Soest

Markt

Freitag

23.09.05

Münster

Harsewinkelplatz

Montag

26.09.05

Hamburg-Altona

Paul Nevermann-Platz

Dienstag

27.09.05

Neumünster

Großflecken/Nordseite

Mittwoch

28.09.05

Uelzen

Herzogenplatz

Donnerstag

29.09.05

Stendal

Marktplatz

Freitag

30.09.05

Göttingen

Platz vor dem Alten Rathaus

Dienstag

04.10.05

Bayreuth

Ehrenhof (Schlossplatz)

Mittwoch

05.10.05

Erlangen

Neuer Markt - vor C&A

Donnerstag

06.10.05

Regensburg

Neupfarrplatz

Freitag

07.10.05

München

Sendlinger Tor-Platz

Samstag

08.10.05

Bad Tölz

IsarSANA-Gesundheitsfestival

Sonntag

09.10.05

Bad Tölz

IsarSANA-Gesundheitsfestival

Montag

10.10.05

Ulm*

Glöcklerstraße auf der Blaubrücke

Dienstag

11.10.05

Tübingen*

Holzmarkt

Mittwoch

12.10.05

Stuttgart*

Büchsenstr./Ecke Kronprinzenstr.

Donnerstag

13.10.05

Ansbach

Martin-Luther-Platz

Freitag

14.10.05

Mannheim*

Marktplatz

Dienstag

18.10.05

Wiesbaden

Luisenplatz

Mittwoch

19.10.05

Gießen

Löwengasse (Fußgängerzone)

Donnerstag

20.10.05

Homburg

Am Rondell



jeweils von 10.00 bis 16.00 Uhr

* in Kooperation mit der Alzheimer-Gesellschaft Baden-Württemberg e. V.


Deutsches Down-Sportlerfestival erstmalig in Magdeburg
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(dgk) Es ist fröhlich, es macht allen riesig viel Spaß und es ist außergewöhnlich: das Deutsche Sportlerfestival für Menschen mit Down-Syndrom. In diesem Jahr findet es zum ersten Mal nicht nur in Frankfurt, sondern am 24. September 2005 auch in der Hermann-Gieseler-Halle in Magdeburg statt. Die Schirmherrschaft hat der Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper übernommen. Gefördert wird das Festival von der gemeinnützigen HEXAL Foundation gGmbH. Unterstützt wird die Veranstaltung auch durch zahlreiche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Salutas Pharma GmbH, denn: „Soziale Projekte in unserer Region liegen uns sehr am Herzen“, so Geschäftsführerin Antje Schleußner.

Das Festival in Magdeburg wird moderiert von Fernsehvater „Hans Beimer“, alias Joachim Hermann Luger. Auch Schwimmweltmeisterin Antje Buschschulte und der Ruderer Andre Wilms werden das Festival ebenfalls begleiten. Prominentester sportlicher Teilnehmer ist Bobby Brederlow. Der Schauspieler mit Down-Syndrom lässt es sich nicht nehmen, zusammen mit den anderen Sportlern zu rennen, zu springen, Bälle zu werfen und einfach Spaß zu haben. Den feierlichen Höhepunkt des Festivals bildet der Festabend mit Siegerehrung in der Johanniskirche, wo selbstverständlich allen Teilnehmern eine Medaille überreicht wird.

Weitere Informationen und Anmeldeformulare erhalten Sie bei:
medandmore communication GmbH, Friedberger Straße 2, 61350 Bad Homburg, Tel.: 0 61 72 / 966 10
oder unter www.down-info.de.


Wo Naturmedizin hilft
Bundesweite Apothekenberatungswochen
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(dgk) Vom 24. Oktober bis 19. November 2005 informieren Apotheken umfassend über den Nutzen pflanzlicher und naturheilkundlicher Arzneien für die Gesunderhaltung.

Pflanzlicher Arzneimittel, so genannte Phytopharmaka, stehen, laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, in der Beliebtheitsskala bei den Deutschen ganz weit oben. Gerade bei so häufigen Gesundheitsproblemen wie Schnupfen und Erkältungen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Gelenkerkrankungen, Magen-Darmbeschwerden oder Hautproblemen vertrauen die Menschen besonders gerne auf die Heilkräfte der Natur.

Aber welche Arzneipflanzen sind zur Behandlung welcher Gesundheitsprobleme am besten geeignet? Wo liegt ihr Nutzen, wo sind ihrer Anwendung Grenzen gesetzt? Wo ist die Wirksamkeit inzwischen durch modernen wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig nachgewiesen? Da die meisten pflanzlichen Medikamente seit der letzten Gesundheitsreform privat bezahlt werden müssen, stellen sich immer mehr Verbraucher und Patienten zurecht solche Fragen nach der Qualität von Phytopharmaka.

Der Informationsbedarf in der Bevölkerung zu diesem Thema ist erheblich. Gemeinsam mit den deutschen Apotheken startet deshalb das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) die in diesem Jahr bereits zweite, groß angelegte Beratungsaktion. Unter dem Motto „Wo Naturmedizin hilft!“ werden vom 24. Oktober bis 19. November 2005 zahlreiche Apotheken im gesamten Bundesgebiet über Nutzen und Chancen aufklären und die Fragen ihrer Kunden zu pflanzlichen Arzneimitteln beantworten. Das DGK unterstützt diese Beratungswochen mit einer informativen Broschüre, die den Apotheken kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die teilnehmenden Apotheken sind durch entsprechende Aktionsplakat gekennzeichnet.

Broschuerencover: Naturmedizin hilft!


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Erstmals belegt: Blutzucker-Selbstkontrolle korreliert bei Typ 2 Diabetes mit verbesserter Lebenserwartung und -qualität
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(dgk/DDZ) Ein gesundheitsbewusster Lebensstil ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Management des Typ 2 Diabetes. Mit einer aktuellen Studie wurde nun zum ersten Mal wissenschaftlich belegt, dass die Selbstmessung der Blutglukose (SMBG) entscheidend zu einer Verbesserung des Lebensstils beitragen und damit Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko senken kann. Die Ergebnisse der RoSSO-Studie (Retrolective Study Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome in Patients with Type 2 Diabetes) wurden am 13. Juni 2005 im Rahmen der 65. Jahrestagung der Amerikanischen Diabetes Gesellschaft (ADA) in San Diego, USA, vorgestellt.

Die Daten für die multizentrische Kohortenstudie stammten von 3.268 Patienten aus 192 repräsentativen Hausarztpraxen im gesamten Bundesgebiet und wurden im Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf und dem Profil-Institut für Stoffwechselforschung in Neuss gesammelt und evaluiert. Finanziell unterstützt wurde die Studie durch das Unternehmen Roche Diagnostics. Das Design dieser epidemiologischen multizentrischen Kohortenstudie mit einem in die Vergangenheit verlegten Startpunkt lieferte dabei aussagekräftige Daten in der Evidenzklasse 2b. Eine randomisierte Studie, bei der die eine Patientengruppe mit Typ 2 Diabetes über sechs bis sieben Jahre keine SMBG durchführen darf, während die andere Gruppe sehr häufig den Blutzucker messen muss, ist ethisch nicht vertretbar. Insofern kann dieser Zusammenhang nur durch eine epidemiologische Beobachtungsstudie, wie in der RoSSO-Studie geschehen, analysiert werden.

Mit der RoSSO-Studie wurde die Effektivität der Blutzucker-Selbstkontrolle erstmals nicht mit einem Surrogatparameter wie dem HbA1c-Wert, sondern anhand „harter Endpunkte“ unter-sucht. Die definierten nicht-tödlichen Endpunkte (Morbidität) waren Myokardinfarkt, Schlaganfall, Fußamputation, Erblindung oder die Notwendigkeit einer Hämodialysebehandlung. Für die Ermittlung der Mortalitätsrate wurden alle Todesfälle unabhängig von der jeweiligen Todesursache analysiert.

Für das Gesamtkollektiv ergaben die Studiendaten, dass das Morbiditätsrisiko in der Gruppe mit SMBG um etwa ein Drittel und das Mortalitätsrisiko sogar um etwa die Hälfte niedriger lag. Auch für die Subgruppe der nicht-insulinpflichtigen Typ-2-Diabetiker war das Morbiditätsrisiko ebenfalls um etwa ein Drittel und das Mortalitätsrisiko um rund 40 Prozent niedriger. Die RoSSO-Studie hat damit gezeigt, dass die Blutzucker-Selbstkontrolle die Lebenserwar-tung und Lebensqualität von Patienten mit Typ 2 Diabetes deutlich steigern kann – und zwar unabhängig vom aktuellen Therapieregime des jeweiligen Diabetikers.

Die SMBG ist deshalb als integraler Bestandteil eines modernen Diabetesmanagements bei Typ-2-Diabetes zu werten. Der Patient kann jederzeit und unmittelbar prüfen, welche Nahrungs- und Genussmittel und welche Verhaltensweisen sich günstig oder ungünstig auf seinen Blutzuckerspiegel auswirken. Dies verbessert seine Compliance und stärkt seine Eigenverantwortung.

Die Studienleiter sehen in der Blutzucker-Selbstkontrolle daher nicht nur eine wichtige Be-wertungsgrundlage für den Erfolg der ärztliche Therapie bzw. der Lebensführung des Patien-ten, sondern auch ein Motivationsinstrument, das sich positiv auf den Lebensstil des Typ 2 Diabetikers auswirkt und damit die Betreuung durch den behandelnden Arzt sinnvoll ergänzt.

Prof. Dr. med. W. A. Scherbaum, Prof. Dr. med. S. Martin, Deutsche Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung



Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

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