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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 46, 6 - 2005

Die Kinderlähmung kehrt zurück
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(dgk) Auf Java, eine der vier Hauptinseln Indonesiens, sind mittlerweile 14 Kinder an Poliomyelitis (Kinderlähmung) erkrankt. Außerdem sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO weitere Kinder nachweislich mit dem Virus infiziert. Das ist nicht überraschend, denn auf einen Patienten mit Lähmungen kommen 100 bis 1.000 Infizierte, die zwar nicht erkranken, aber andere anstecken können.

Am 13. März war das erste, ein 18 Monate altes Kind, mit den typischen Lähmungen erkrankt. Es war wie auch die anderen erkrankten Kinder nicht geimpft. Die indonesischen Gesundheitsbehörden haben Impfkampagnen angeordnet. Das geschieht dort mit dem Schluckimpfstoff, der nicht nur jedes einzelne frisch geimpfte Kind schützt, sondern gleichzeitig auch für ein „Auffrischen“ des bei älteren Kindern und Erwachsenen bestehenden Impfschutzes sorgt. Urlaubern und beruflich Reisenden wird dringend empfohlen, ihren Impfschutz zu überprüfen und sich gegebenenfalls eine Auffrischimpfung geben zu lassen.

Auch aus dem Jemen wird aktuell ein Polio-Ausbruch gemeldet, die Zahl der Erkrankten ist inzwischen auf 83 hochgeschnellt, die WHO rechnet aber mit bis zu 200 Kranken. Viele der Patienten seien gelähmt, sagte Bruce Aylward, Koordinator des Polio-Eradikations-Programms der WHO. Er geht von bis zu 10.000 Infektionen im Land aus. Inzwischen wurden sechs Millionen Dosen des Schluckimpfstoffes in den Jemen geliefert.

Bereits im vergangenen Jahren waren – von Nigeria ausgehend – in mehreren afrikanischen Staaten wieder Hunderte Menschen an Polio erkrankt. Diese Beispiele zeigen, wie schnell sich die ansteckende Krankheit wieder ausbreiten kann, wenn die Viren auf eine unzureichend geimpfte Bevölkerung treffen – das ist auch hierzulande möglich. Das erklärte Ziel der WHO, Polio noch in diesem Jahr zum Verschwinden zu bringen, ist damit erneut ein Stück in die Ferne gerückt. Nur ein weltweit konsequentes Weiterimpfen kann letztlich zum Erfolg führen, die Viren und damit das grausame Krankheitsbild ausrotten.

HINGERGRUND

Drei verschiedene Polioviren existieren, alle können die Krankheit auslösen. Es gibt keine Kreuzimmunität, eine durchgemachte Infektion schützt also nur vor einer erneuten Ansteckung mit demselben Virustyp. Theoretisch kann man demnach drei Mal an Polio erkranken. Die Viren werden über Schmierinfektion, Tröpfcheninfektion bzw. direkten Kontakt übertragen. Das Tückische: Nicht nur die Kranken übertragen die Viren, sondern auch symptomlos infizierte Menschen.

In Deutschland ist die Impfung gegen Kinderlähmung für alle Kinder empfohlen, begonnen wird bereits im dritten Lebensmonat. Eine Auffrischung gibt es im Alter von 9 bis 17. Erwachsene sollten über mindestens vier Impfungen verfügen. Diese Standardimpfungen werden von den Kassen übernommen.

Aufgefrischt wird nach zehn Jahren dann, wenn eine Reise in Risikogebiete geplant ist, also jetzt aktuell Indonesien und Afrika, weiterhin bei Reisen nach Indien oder Pakistan. Dies gilt dann in der Regel als Reiseimpfung.

Linktipps:
www.dgk.de, Menüpunkt Impfen und Infektionen/ Polio
www.polioeradication.org/


Reisekopfschmerzen – Ein lästiger Begleiter
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(dgk) Wer sich so richtig auf den Urlaub und die Erholung freut und nach langer Reise endlich am Ziel angekommen ist, bekommt oft einen unangenehmen Reisebegleiter zu spüren – dumpf-drückende Kopfschmerzen. Ausgerechnet dann, wenn der Alltags- und Berufsstress abfällt und die Entspannung beginnen könnte, setzen sie ein. Wer häufiger stressbedingt unter Spannungskopfschmerzen leidet, sollte deshalb ein Schmerzmittel in seiner Urlaubsapotheke haben.

Unterwegs im Auto sind Kopfschmerzen nicht nur besonders störend, häufig besteht in dieser Situation auch keine Möglichkeit, Hausmittel oder Entspannungsmethoden wirkungsvoll anzuwenden. Dann ist es wichtig, eine zuverlässige Hilfe aus der Apotheke im Handgepäck zu haben. Für die Selbstbehandlung von Spannungskopfschmerzen empfiehlt die medizinische Fachgesellschaft als Mittel der ersten Wahl ein Kombinationspräparat mit Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein oder die Wirkstoffe ASS bzw. Ibuprofen als Einzelsubstanzen. Wobei Kombi-Präparate die beste Wirksamkeit aufweisen, wie eine aktuelle Vergleichsstudie zeigt. Der Grund dafür ist, dass Koffein die Wirkung der Schmerzsubstanzen ASS und Paracetamol verstärkt und außerdem einen eigenen schmerzlindernden Effekt besitzt. Je nach Schmerzintensität sollten von den empfohlenen Wirkstoffen ein bis zwei Tabletten eingenommen werden, um den Kopfschmerz zu bekämpfen.

Familie auf dem Weg in den Flughafen Foto: DGK

Wer eine längere Flugreise plant, sollte auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Empfehlenswert sind mindestens 150 Milliliter (ml) pro Stunde. Zu bevorzugen sind dabei Wasser, Fruchtsäfte und Kräutertees. Die geringe Luftfeuchtigkeit in der Flugzeugkabine erhöht nämlich den Flüssigkeitsverlust. In Verbindung mit der geringen Bewegung an Bord sinkt der Blutdruck und verursacht Kopfschmerzen. Hinzu kommt, dass der niedrige Luftdruck an Bord zusätzlich die Sauerstoffaufnahme und -versorgung erschwert. Das kann die Kopfschmerzen noch verstärken.

Kopfschmerzen – Anleitung zur SelbsthilfeWeitere Informationen enthält die Broschüre „Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe“, die mit einem adressierten und mit 1,44 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden kann bei: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Stichwort Kopfschmerzen, Postfach 1207, 35002 Marburg.

Zahlreiche Downloads gibt es auch im Internet unter www.forum-schmerz.de.


Unterwegs mit starken Schmerzmitteln
Was Patienten auf Reisen beachten sollten
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(dgk) Urlaub – für die meisten Menschen heißt das Entspannung, Erholung und Abwechslung. „Von einem Tapetenwechsel profitieren aber nicht nur Gesunde“, sagt Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg. Gerade für stark belastete Schmerzpatienten sind Reisen ein Zugewinn. Ein mildes Klima, andere Menschen, einfach nur heraus aus dem Alltag – das kann Schmerzpatienten die Beschwerden für einige Tage vergessen lassen, weiß der Schmerzexperte. Krause rät: „Wer aber mit gesundheitlichen Einschränkungen leben muss und auf spezielle Medikamente wie Opioide angewiesen ist, sollte bei der Reisevorbereitung sehr sorgfältig sein“.

Für Reisende, die opioidhaltige Medikamente einnehmen, gibt es je nach Reiseziel und -dauer kleine bürokratische Hürden: Patienten, die innerhalb Deutschlands oder eines Mitgliedstaates des Schengener Abkommens1 reisen, müssen bei einem Urlaub bis zu 30 Tagen sämtliche Schmerzmittel mitnehmen. Um die medizinische Notwendigkeit der Opioideinnahme zu belegen, ist allerdings das Mitführen einer ärztlichen Bescheinigung erforderlich. Darauf sind die Adresse des behandelnden Arztes, wichtige Daten des Patienten und die Handelsbezeichnung, Wirkstoffangabe, Darreichungsform, Wirkstoffkonzentration und Reichdauer der Verschreibung aufgeführt. „Das Formular wird vom Arzt ausgefüllt und vom örtlichen Gesundheitsamt beglaubigt“, so Krause.

Bei Reisen außerhalb des Geltungsbereichs des Schengener Abkommens ist das Mitführen einer englischsprachigen ärztlichen Bescheinigung ratsam. Diese sollte Angaben über die Einzel- und Tagesdosis der Medikamente sowie die Dauer der Reise enthalten. Krause: „Empfehlenswert ist auch, die jeweils zuständige deutsche Botschaft des Urlaubslandes nach speziellen Richtlinien zu fragen“.

Schmerzpatienten, die einen Urlaub planen, sollten sich auch vorher mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Denn Reisen können nicht nur positive Effekte haben. „Manchmal lösen Ausflüge aus dem Alltag Schwankungen der zugrunde liegenden Erkrankung aus, und die Schmerzen verstärken sich“, erklärt hierzu Dr. Jan-Peter Jansen, Schmerzexperte aus Berlin. Die Grundversorgung der Schmerzen sollte deshalb zum Beispiel über lang wirkende, opioidhaltige Schmerzpflaster gesichert werden, die drei Tage lang die Schmerzen lindern. Für mögliche Schmerzspitzen sollte außerdem eine schnell wirkende Medikation zur Verfügung stehen.

Das Formular zum Mitführen opioidhaltiger Arzneimittel erhalten Interessierte bei der Bundesopiumstelle in Bonn oder als Download auf der Internetseite www.forum-schmerz.de in der Rubrik „Patienten-Service“.

1 Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Norwegen, Luxemburg, Nie-derlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien


So reisen Sie entspannt
Rückenschonende Tipps für lange Autofahrten
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(dgk) Endlich Urlaub, Strand, Sonne! Wenn nur nicht die lange Fahrt dorthin wäre. Doch meist muss man zum Ferienziel eine weite Strecke zurücklegen. Und die bewältigen rund 36 Prozent der deutschen Urlauber im Auto – unabhängig von Abflugterminen, Gepäckbeschränkung oder verspäteten Zügen.

Allerdings bedeutet diese Reisevariante auch: sitzen, sitzen, sitzen. Und das bekommt vor allem der Rücken zu spüren, der schon im Alltag gewaltig leidet. 80 Prozent aller Deutschen haben gelegentlich Schmerzen im Kreuz, bei mehr als einem Drittel von ihnen sind sie bereits chronisch.

Hauptursachen für das Volksleiden: Bewegungsmangel, einseitige Belastung und psychischer Druck. Genau diesen drei Faktoren ist auch jeder Fahrer auf langen Strecken ausgesetzt.
Im Autositz kann man sich nicht frei bewegen, der Fahrer muss sich konzentrieren, die Muskeln sind also angespannter. Dadurch verkrampfen die Beine, der Nacken-Schulter-Gürtel und die Stützmuskeln der Lendenwirbelsäule, die die gesamte Last des Oberkörpers trägt. Die dauerhaften Vibrationen beim Autofahren führen zu Stauchungen der Wirbelsäule. Bis zu drei Zentimeter Körpergröße können nach stundenlanger Fahrt verloren gehen. Auch für Beifahrer gelten diese Belastungen, allerdings in abgeschwächter Form.

Besonders anstrengend sind Fahrten auf der Autobahn. Denn die Geschwindigkeit erfordert hohe Konzentration, und die Haltung wird auf der monotonen Strecke wenig variiert. Abwechslungsreicher sind Landstraßen, da beim Kurvenfahren die Körpermuskulatur aktiver eingesetzt wird.

Die optimale Sitzhaltung

Lässt sich der Autositz so einstellen, dass eine optimale und rückenschonende Haltung möglich ist? Wenn nicht, empfiehlt sich ein neuer Sitz – dem Rücken zuliebe.

Die Sitzlehne sollte den Rücken von den Schultern bis zum Gesäß abstützen, die Nackenstütze darf die aufrechte Kopfhaltung nicht behindern.
Die Rückenlehne bildet einen Winkel von etwa 110 Grad zum Sitz, ist also rund 20 Grad aus der Senkrechten nach hinten geneigt. Mit dem Gesäß ganz nach hinten an die Lehne rutschen.
Die Sitzneigung so einstellen, dass die Oberschenkel locker aufliegen. Die Sitzfläche sollte zwei bis drei fingerbreit vor der Kniekehle enden, damit die Blutzirkulation in den Beinen nicht behindert wird.
Bei angelehnter Sitzhaltung sollten die Handgelenke oben auf dem Lenkrad liegen können. Dann ist der Abstand optimal.
Das Kupplungspedal sollte sich voll durchtreten lassen, ohne dabei nach vorne zu rutschen. Das linke Bein sollte jetzt immer noch leicht angewinkelt sein.
Die Mitte der Kopfstütze sollte etwa auf Augenhöhe sein.

Tipps für unterwegs

    • Machen Sie alle zwei Stunden eine Viertelstunde Pause. Leichte Gymnastik bringt den Kreislauf wieder in Schwung und fördert die Durchblutung der Beine.
    • Gegen einen steifen Nacken hilft: Während der Fahrt kurz die Schultern zu den Ohren hochziehen oder den Rücken in den Sitz pressen. Muskeln zehn Sekunden anspannen und anschließend locker lassen, so werden sie reflektorisch längere Zeit besser durchblutet. Strecken und recken Sie sich. Doch Achtung: Verkehrssicherheit geht immer vor. Stretching und Bewegung im Auto tragen zu Ihrer Fitness und damit auch zur Verkehrssicherheit bei, sind aber immer auch ein Aufmerksamkeitsrisiko. Also Vorsicht!
    • Zwischendurch die Fenster öffnen und Sauerstoff tanken. Verzichten Sie während der Fahrt aufs Rauchen – Nikotin schränkt die Konzentration während des Fahrens ein.
    • Halten Sie im Auto immer etwas zu Trinken bereit. Ein frischer Schluck zwischendurch ist bei Hitze beson-ders wichtig, weckt aber auch bei normalen Temperaturen die Lebensgeister.


Sicher reisen trotz Diabetes
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(dgk) Die meisten Diabetes-Patienten können sich ihre Urlaubswünsche ohne Weiteres erfül-len – selbst Tropenreisen oder Wüsten-Trips sind heutzutage möglich. Allerdings bedarf es dazu einer sorgfältigen Vorbereitung. Diabetiker sollten ihre Fernreisepläne frühzeitig mit dem Arzt besprechen: Er kann sie bei der Wahl des Urlaubsortes beraten und über die möglichen Risiken aufklären.

Zu den häufigsten Erkrankungen unterwegs zählen – unabhängig vom Urlaubsland – Durchfall und Erbrechen. Beides verursacht einen erhöhten Wasser- und Mineralienverlust, der rasch zum Entgleisen des Stoffwechsels führen kann. Zuckerpatienten sollten deshalb immer in der Lage sein, verlorene Flüssigkeit schnell wieder zuzuführen und ihren Blutzuckerwert regelmäßig zu messen.
Zusätzliche Messungen sind auch nach dem Verzehr exotischer Speisen mit unbekannter Wirkung oder bei ungewohnten Belastungen beim Sport, Bergwandern oder auf einer Trekking-Tour erforderlich.

Bei einer Kontrolluntersuchung etwa sechs Wochen vor der Reise kann der Arzt die Stoffwechseleinstellung überprüfen und den Gesundheitspass Diabetes aktualisieren. Außerdem wird er ein Attest über die benötigten Medikamente ausstellen und gegebenenfalls bestätigen, dass Insulinspritzen im Gepäck mitgeführt werden müssen.

Auf Reisen sollten Diabetiker sicherheitshalber die doppelte Menge des normalerweise benötigten Vorrats an Tabletten oder Insulin mitnehmen. Sie benötigen also die entsprechenden Rezepte. Wichtig ist auch eine großzügige Menge an Teststreifen – vor Ort sind diese möglicherweise nicht erhältlich. Diese wie auch Testgeräte müssen unterwegs immer vor Hitze, Kälte und Feuchtigkeit geschützt werden. Im Flugzeug gehört das gesamte Material ins Handgepäck.

Mehr Tipps und Empfehlungen für die Reiseapotheke für Diabetiker lesen Sie im nächsten Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 7 A/2005 (15. Juli).


Infektionen mit dem Hantavirus häufen sich
Mäusekot und Rattendreck nicht ungefährlich
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(dgk) Seit Oktober 2004 in Niedersachsen, nun auch im Rheinland: Das Kölner Gesund-heitsamt meldet seit Jahresbeginn eine „ungewöhnliche Häufung“ von Infektionen mit dem an sich seltenen Hantavirus. Mehr als 20 Kölner erkrankten bereits, während im Jahr 2004 nur insgesamt 6 Fälle gemeldet wurden. Neun davon infizierten sich höchstwahrscheinlich im Kölner Stadtwald. Die Stadt hat nun ein Spezial-Institut aus Berlin beauftragt, in Köln gefangene Tiere auf das meldepflichtige Virus zu testen. Sollte die Zunahme der Infektionen tatsächlich im Zusammenhang mit den wachsenden Mäusepopulationen stehen, müssen die Tiere getötet werden.

Das Virus wird vor allem von Nagern, speziell von Mäusen und Ratten, auf den Menschen übertragen. In Kot, Urin und Speichel der Tiere befinden sich die Krankheitskeime, schildert Dr. Jan Leidel, Leiter des Kölner Gesundheitsamtes. So gelangen Erreger auch in die Luft; die Infektion kann beim Einatmen oder aber auch über kontaminierte Hände oder durch direkten Kontakt zu infizierten Nagern (Mäusebiss) erfolgen. Hauptüberträger sind in Mitteleuropa Rötelmaus, Brandmaus und Wanderratte.

Hantaviren, benannt nach einem Fluss in Korea, sind weltweit verbreitet und können je nach Serotyp zu unterschiedlich schweren Krankheitsbildern führen. Sie sind so genannte Bunyaviren und gehören zu den Erregern viraler hämorrhagischer Fieber. Meistens verläuft die Infektion unbemerkt. Die Patienten spüren nur ein paar harmlose Symptome: Abgeschlagenheit, Fieber, Übelkeit - ähnlich wie bei einem kurzen grippalen Infekt. Wenn aber Schwierig-keiten beim Wasserlassen hinzukommen, die Bronchien mit betroffen sind, hohes Fieber, Kopfschmerzen, starke Übelkeit oder Blutungen auftreten, ist es höchste Zeit zum Arztbesuch. In sehr seltenen Extremfällen kann das Virus zu Nierenversagen und Tod führen. Der in Deutschland bzw. Nord- und Mitteleuropa vorherrschende Serotyp Puumala führt bei etwa zehn Prozent der Infizierten zu klinisch manifesten Erkrankungen.

Es gäbe aber noch keinen Grund zur Panik. Leidel rät durchaus nicht von Freizeitvergnügen im Freien ab. Angesichts der auffälligen Häufung von Ansteckungen mit dem in Europa, Asien und Nordamerika verbreiteten Virus, die neben Köln auch in Aachen und Dormagen aufgetreten sind, sieht der Amtsleiter jedoch Handlungsbedarf. Testergebnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts, wohin in Köln gefangene Mäuse geschickt wurden, stehen zwar noch aus. Leidel will aber nicht riskieren, dass Köln-Besucher einem deutlichen Infektionsrisiko ausgesetzt werden „In Absprache mit dem Umweltamt müssen wir über Dezimierungsmaßnahmen der Mäuse nachdenken“, fordert der Amtsleiter. Solche Vergiftungsaktionen seien „nicht ganz ohne“, Gefahren für andere Tiere oder Kinder müssten gering gehalten werden. Deshalb würden Giftlinsen von Hand in Mäusegänge eingebracht - angesichts der Ausdehnung allein der innerstädtischen Grünflächen ein gewaltiger Arbeitsaufwand.

Weil Ansteckungen auch anderswo möglich sind - etwa bei der Gartenarbeit oder in Gebäuden mit Nager-Befall - rät Leidel zu hygienischer Vorbeugung. Laufstrecken der Nager sollten mit üblichen Desinfektions- oder Spülmitteln gereinigt werden. Das greift die fetthaltige Hülle der Hantaviren an und tötet die Erreger ab. Schutzhandschuhe und gründliches Händewaschen sollten selbstverständlich sein.

Obwohl der überwiegende Teil der bisher beobachteten Erkrankungen in ländlichen Gebieten auftrat, trägt jeder ein gewisses Infektionsrisiko, da viele Gebäude oder Gebäudeteile (z. B. Wochenendhäuser, Schuppen, Garagen, Keller, Dachböden) von Mäusen bewohnt sein können. Zu den Tätigkeiten mit besonderem Risiko gehören:

    • der Aufenthalt in und vor allem die Reinigung von Scheunen, Schuppen, Ställen oder verlassenen Häusern, in denen Mäuse hausen oder gehaust haben,
    • das Aufscheuchen von Mäusen beim Wandern oder Zelten,
    • das Leben in oder der Besuch von Gegenden, in denen eine Zunahme des Mäusebestandes beobachtet wurde, sowie
    • das Arbeiten in geschlossenen Räumen, in denen Mäuse hausen.

Mäuse jagende Katzen oder stöbernde Hunde sind nach Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts eher nicht gefährdet; sie übertragen die Krankheit auch nicht. „Einzelfälle können aber nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden“, sagt Leidel. Das gelte auch für die Übertragung von Mensch zu Mensch, die unwahrscheinlich, aber doch vereinzelt in Asien beobachtet worden sei.

Weiterführende Informationen finden Sie


Quellen:
Kölner Stadtanzeiger, 14.05.05; RKI, www.rki.de; Gehäuftes Auftreten von klinisch apparenten Hantavirus-Infektionen in Niederbayern im Jahr 2004. in: Epi Bull 10/2005, 11. März 2005; Niedersächsisches Landesgesundheitsamt: NLGA aktuell, Sonderausgabe 1/2005 "Hantavirus-Infektionen", www.nlga.niedersachsen.de


Diagnose: MS
Aktiv und zufrieden trotz Multipler Sklerose
(2.050 Zeichen)

(dgk) Die Konfrontation mit der Diagnose Multiple Sklerose löst bei vielen Betroffenen zunächst einen Schock aus: Bisherige Lebenspläne werden in Frage gestellt, Lebensinhalte verschieben sich und der Alltag muss „neu sortiert“ werden. Das Leben scheint auf den Kopf gestellt zu sein. Dennoch können viele Erkrankte ein normales Leben führen. Haben sie erst ein Mal einen Weg gefunden mit der Krankheit umzugehen, so steigt einer schwedischen Studie zu Folge, auch ihre subjektive Lebenszufriedenheit.

Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Krankheit ist chronisch, tritt meistens in Schüben auf und kann sehr unterschiedlich verlaufen. MS tritt an verschiedenen – multiplen – Stellen im Gehirn, an den Sehnerven und im Rückenmark auf. Nach dem Abklingen der Entzündung entsteht eine Vernarbung an den Hüllen der Nervenstränge, die so genannte „Sklerose“. Diese führt dazu, dass die Erregungsleitung der Nerven gestört ist. Je nach dem welche Nerven von der Ent-zündung betroffen sind, kann dies zu unterschiedlichen Symptomen führen: Es können Taubheits- und Kribbelgefühle in Armen und Beinen auftreten, Gang- und Gleichgewichtsstörungen gehören ebenso zum Erscheinungsbild wie Seh- oder Blasenstörungen. Oft treten die Funktionsstörungen nur kurzfristig auf oder die Entzündungen bleiben unbemerkt.

Die Ursachen der Entstehung von MS sind noch nicht geklärt. Weltweit sind 2,5 Millionen Menschen betroffen. Die Krankheit betrifft Frauen häufiger als Männer und tritt im Alter von 20 bis 40 Jahren auf. In Deutschland erkranken jährlich zwischen 3.000 und 5.000 Menschen neu an MS.

Aktiv und zufrieden trotz Multipler Sklerose Zur Behandlung von MS wird zum einen die „Schubtherapie“ eingesetzt. Sie erfolgt mit Kortison und hemmt die Entzündung. Als „Langzeit- oder Basistherapie“ stehen eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung. Diese sollen regulierend auf das Immunsystem wirken und somit den Krankheitsverlauf verzögern.

Die medikamentöse Therapie kann durch eine ganzheitliche Behandlung mit Rehabilitation, sowie Physio-, Ergo- und Psychotherapie ergänzt werden.
Wichtig ist, dass sich Erkrankte mit ihrer neuen Lebenssituation auseinander setzen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen und ihre Energien auf die Gegenwart richten.
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Mehrheit der MS-Patienten, trotz der Einschränkungen, einen aktiven, erfüllten Alltag leben.

Foto: imagesource


WIE FUNKTIONIERT’S? – DEN KÖRPER VERSTEHEN

Was sind eigentlich… Schwielen?
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(dgk) Wer dieser Tage vermehrt mit Gartengerät hantiert, spürt sie wieder wachsen, die Schwielen. Der Callus, so der lateinische Begriff, ist eine Verdickung der äußersten Schicht der Epidermis, der Hornhaut. Sie besteht aus abgestorbenen Zellen. Normalerweise werden sie unmerklich abgeschuppt. Doch unter mechanischer Belastung, zum Beispiel bei der Gartenarbeit, entsteht in der Haut eine minimale Entzündung, die lokal das Verhornen anregt. Die Hornhaut verdickt sich dann zum Schutz der darunter liegenden empfindlichen Zellschichten, typischerweise an den Handflächen und Fußsohlen. Die unangenehmste Form von Schwielen sind Hühneraugen, lateinisch Clavi. Begünstigt durch schlechtes Schuhwerk entstehen sie unter punktuellem Druck meist an den Zehenseiten und können Schmerzen bereiten.

Wird eine Schwiele dick, rissig oder einfach unangenehm, sollte man etwas dagegen tun. Die Hornschicht lässt sich mit keratolytischen, also Horn lösenden Substanzen erweichen oder mit Hobel und Bimsstein abtragen. Oft reicht es bereits, sie mit Naturheilmitteln wie Hirschtalgsalbe, Apfelessig oder Cremes mit neuseeländischem Manukaöl zu behandeln. Bei Hühneraugen ist ein druckentlastendes Ringpflaster oft hilfreich. Kleiner Trost: Die Verdickung der Hornhaut verschwindet bald von selbst, nach dem der mechanische Reiz endet.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Der Speck muss nicht weg?
Leichtes Übergewicht kann Leben verlängern
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(dgk) Ein paar Kilos zuviel auf den Hüften? Kein Grund für eine Radikaldiät. Denn jetzt gibt es endlich eine gute Nachricht für Beleibte: Die kleinen Rettungsringe sind richtig gesund und können sogar das Leben verlängern.

Das jedenfalls fanden jetzt amerikanische Forscher des Nationalen Krebsforschungs-instituts heraus. Der Grund: Die zusätzlichen Pfunde können gerade älteren Menschen helfen, schwere Krankheiten zu überstehen. Wo Ernährungsexperten bisher noch Diät um Diät verordneten, gilt nun: Nicht allein das Gewicht ist ausschlaggebend für die Gesundheit. Entscheidend ist vielmehr die Verteilung des Fetts. Kräftige Beine, ein dicker Po – alles nicht so schlimm.

Dieser Untersuchung zufolge setzen nur extrem fettleibige Menschen ihre Gesundheit aufs Spiel. Kritisch ist allenfalls das Bauchfett. Im Bauch werden große Mengen schädlicher Fettsäuren an das Blut abgegeben. Und diese Fettsäuren gelangen dann ungehemmt in die Leber, wo sie schwere Schäden verursachen können.

Kritiker werfen den Autoren der Studie vor, nur die Todesrate der Dicken beachtet zu haben und nicht den Verlust an Lebensqualität durch Übergewichtskrankheiten wie Herzleiden, Diabetes und Krebs.
Andere Kollegen halten dem Forscherteam dagegen zu Gute, mehr Klarheit in die Debatte über die Gefahr von Fettpölsterchen gebracht zu haben.

Fest steht: Übergewichtige Menschen bekommen häufiger Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes. Somit stehen sie aber auch oft unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle. Statistisch gesehen ist ihre medizinische Überwachung also besser, als die der Normalgewichti-gen. Schwere Krankheiten wie Krebs werden bei Normalgewichtigen deshalb meist auch viel später erkannt als bei Übergewichtigen.

Quelle:
"Excess Deaths Associated With Underweight, Overweight, and Obesity" Flegal et al. JA-MA.2005; 293: 1861-1867. Ausgabe vom 20. April 2005


MELDUNGEN

Brustkrebs - vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln. Ihre Chance
Weitere Informationsveranstaltung in Bayreuth
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Brustkrebs - vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln(dgk) Die Vorsorge ist zentrales Thema der zunächst auf Bayern, in den kommenden Monaten auch bundesweiten Aufklärungsaktion des Deutschen Grünen Kreuz e.V. (DGK) "Brustkrebs – vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln. Ihre Chance.“ Infotage mit namhaften Experten in Augsburg, München, Regensburg, Nürnberg und Würzburg machten den Anfang. Nun ist ein weiterer Termin hinzugekommen: am 22. Juni 2005 in Bayreuth.

Das Mammographie-Screening soll dazu beitragen, Brustkrebs möglichst frühzeitig zu erkennen. Frauen, zwischen 50 und 69 Jahren erhalten per Post eine schriftliche Einladung zur dieser Reihen-Röntgenuntersuchung der Brust. Nur bestimmte Praxen und Einrichtungen sind dazu ermächtigt. Die Liste erhalten Sie über die jeweilige kassenärztliche Vereinigung. Dies funktioniert allerdings noch nicht bundesweit, sondern bisher nur in Bayern.

Möchten Sie mehr darüber wissen? Alle Informationen über Brustkrebs, seine Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung erhalten Sie am 22. Juni 2005 in Bayreuth im Accent Hotel Bayreuth, Kolpinghaus, Kolpingstraße 5.

Als Experten für alle Fragen von Patientinnen, Interessierten und den Medien stehen der Leiter des Brustzentrums der Frauenklinik Bayreuth Prof. Dr. Augustinus Harjanto Tulusan, seine Kollegen Dr. med. B. Lex und Dr. med. N. Rinas, Prof. Dr. med. Sylvia H. Heywang-Köbrunner vom Institut für Radiologie am Klinikum rechts der Isar, TU München und Leiterin des Referenzzentrums Mammographie München sowie Dr. med. Thomas Ullein, Arzt für Diagnostische Radiologie im Dürerhof Bayreuth zur Verfügung.

Infotag am 22. Juni 2005 in Bayreuth

Ort:

Accent Hotel, Kolpinghaus, Kolpingstraße 5, 95444 Bayreuth

Begrüßung:

Prof. Dr. A. H. Tulusan, PD Dr. L. Keilholz

Vorträge:

Derzeitiger Stand bei der Behandlung von Brustkrebs (Dr. med. B. Lex)
Früherkennung – Ihre Chance (Prof. Dr. med. S. Heywang-Köbrunner)
Erfahrungen mit dem Bayerischen Mammographie-Screening in Oberfranken (Dr. med. T. Ullein)
Früherkennung, was dann? (Dr. med. N. Rinas)
Prävention – Kann man Brustkrebs vorbeugen? (Prof. Dr. A. H. Tulusan)
Behandlung von Brustkrebsvorstufen (Dr. med. N. Rinas)

Podium:

Podiumsdiskussion mit den vorgenannten Referenten sowie Frau C. Reinert-Heinz und Dr. med. S. Neumann-Schmid

Beginn:

16.00 Uhr

Ende:

gegen 19.30 Uhr


Weitere Informationen unter www.dgk.de/Brustkrebs


WHO warnt vor Solarien
Alle Jugendlichen unter 18 Jahren sollten künstliche Besonnung meiden
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(dgk) Die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf warnt alle Jugendlichen unter 18 Jahren vor dem Gang ins Solarium. Die Gesundheitsexperten der Vereinten Nationen weisen darauf hin, dass UV-Licht das Risiko für Hautkrebs und massive Schädigungen der Augen erhöht sowie die Hautalterung beschleunigt. Einer Studie aus Norwegen und Schweden zufolge ist das Risiko, an einem malignen Melanom, also dem schwarzen Hautkrebs, zu erkranken, bei Frauen, die regelmäßig Sonnenstudios besuchen, deutlich erhöht. Die Häufigkeit von Melanomen hat sich in diesen Ländern seit den 1960er-Jahren verdreifacht. UV-Strahlung kann zudem das Immunsystem schwächen und damit die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten erhöhen.

Zwar ist, so sollte man meinen, die Gefährlichkeit der ultravioletten Strahlung mittlerweile weithin bekannt. Dennoch ist sowohl das Sonnenbaden als auch der Besuch des Solariums bei vielen Menschen nach wie vor sehr beliebt. Insbesondere junge Frauen in den Industrieländern suchen zur Vorbräunung im Frühjahr und Frühsommer vermehrt die Sonnenstudios auf.

Die WHO fordert deshalb diese Staaten zum Handeln auf. Regierungen und Parlamente sol-len Gesetze erlassen, so die WHO, die eine bessere Kontrolle von Solarien ermöglichen. Zurzeit besitzen nur wenige Staaten effiziente Regulative. Belgien, Frankreich und Schweden limitieren den UV-B-Anteil auf unter 1,5 Prozent, entsprechend dem natürlichen Sonnenlicht. In Frankreich und Kalifornien ist die Nutzung von Solarien für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Frankreich verbietet außerdem Werbung für Sonnenstudios, die vermeintliche Gesundheitsförderung verspricht.

Die medizinische Nutzung von UV-Licht, so fordert die WHO weiter, solle nur unter strenger ärztlicher Kontrolle in medizinischen Einrichtungen und keinesfalls in kommerziellen Bräunungsstudios oder zuhause stattfinden.


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Männer können am Bauchumfang ihr Typ-2-Diabetesrisiko erkennen
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(dgk/DDZ) Der Typ 2 Diabetes ist eine tückische Erkrankung: Er kommt leise, bleibt oft über Jahre unentdeckt und stellt eine erhebliche Bedrohung für die Gesundheit dar. Meist bedeutet er sehr viel mehr als „nur“ erhöhte Blutzuckerwerte. Ein über Jahre unbemerkter und nicht behandelter Diabetes stellt eine Gefahr für Gefäße und Nerven dar. Folgen können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schäden an Nieren und Augen sowie gefährliche Durchblutungsstörungen in den Füßen und Beinen sein.

Oft finden sich bei Typ-2-Diabetikern oder diabetesgefährdeten Personen gleich mehrere Störungen, die vor allem das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel zu hohe Blutdruckwerte, gestörte Fette und Übergewicht. Vor allem die über-flüssigen Pfunde im Bauchbereich sind problematisch. Die genannten Störungen sorgen gemeinsam dafür, dass sich an den Gefäßen gefährliche kalkartige Ablagerungen bilden (= Arterienverkalkung bzw. Arteriosklerose). Im ungünstigsten Fall lösen sich Teile solcher Ablagerungen und verstopfen ein nachgeschaltetes kleineres Blutgefäß – die bedrohliche Folge kann ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.

Heutzutage gibt es vielfältige Möglichkeiten, eine Typ 2 Diabeteserkrankung erfolgreich in den Griff zu bekommen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Diabetes so früh wie möglich erkannt wird: Nur wer um die Gefahr weiß und rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergreift, kann sich vor bedrohlichen Folgeschäden schützen.

Wissenschaftler um Dr. Youfa Wang von der John Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, USA, schlagen eine ganz einfache Methode zur Vorhersage des Typ 2 Diabetesrisikos vor: Das Messen des Bauchumfangs mit einem Maßband.

Erst vor kurzem veröffentlichten Wang und seine Kollegen die Ergebnisse einer Studie, die untersucht hat, anhand welcher Parameter sich das Typ-2-Diabetesrisiko am besten vorher-sagen lässt. An dem Projekt nahmen insgesamt 27.270 Männer – allesamt Beschäftigte im US-Gesundheitssystem – teil. Während einer Beobachtungszeit von 13 Jahren entwickelten 884 Personen einen Typ-2-Diabetes. Die Wissenschaftler verglichen bei allen Teilnehmern den Bauchumfang, den Quotienten aus Taillen- und Hüftumfang (sog. Waist-Hip-Ratio, WHR) und den Body Mass Index (BMI; Verhältnis von Körpergewicht zu Körperlänge).

Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass der Zusammenhang zwischen Bauchumfang und späterer Diabeteserkrankung tatsächlich am ausgeprägtesten war: Je größer der gemessene Bauchumfang, umso höher war die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten Jahren einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Umgerechnet waren 84 Prozent aller Diabeteserkrankungen bei Männern mit einem Bauchumfang von 95 Zentimeter (cm) oder mehr aufgetreten. Männer mit einem Bauchumfang zwischen 102 und 158 cm waren zwölfmal (!) so häufig von einem Typ 2 Diabetes betroffen wie Männer, bei denen die Werte zwischen 74 und 86 cm lagen.

Fett ist nicht gleich Fett. Die „bauchbetonte“ Fettsucht ist ein bedeutender Schrittmacher für das gefährliche Metabolische Syndrom (= gemeinsames Auftreten von erhöhten Blutzucker-werten, Übergewicht, Bluthochdruck und/oder gestörten Blutfettwerte): Von den Fettdepots im Bauchbereich werden besonders viele Substanzen an das Blut abgegeben, die den Fett-stoffwechsel aus dem Lot bringen, die Blutgefäße schädigen und einen Typ 2 Diabetes fördern.

Allgemein wurde bei Männern bisher erst ein Bauchumfang ab 102 cm als „gefährlich“ ein-gestuft. Aufgrund ihrer aktuellen Ergebnisse schlagen Wang und Kollegen jetzt vor, diesen Grenzwert zukünftig auf 95 cm herabzusetzen.

Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabe-tes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:
Wang Y, Rimm EB, Stampfer MJ et al.: Comparison of abdominal adiposity and overall obesity in predicting risk of type 2 diabetes among men. Am J Clin Nutr 2005; 81: 555-563


Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

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