DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz dgk, Jg. 46, 1/2 - 2005 - Themen: Apotheke, Apothekenberatunsgwochen, Beratung, Naturmedizin, ätherische Öle, Schnarcher, Schnarchen, Abwehr, Echinacea, Sonnenhut, Bananen, Dialysepatienten, Nieren, Sport, Intellige
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 46, 1/2 - 2005

Naturmedizin liegt im Trend
Bundesweite Beratungswochen in Apotheken
(4.663 Zeichen)

Plakat Naturmedizin(dgk) Vom 14. bis 26. Februar 2005 informieren Apotheken umfassend über den Nutzen pflanzlicher und naturheilkundlicher Arzneien für die Gesunderhaltung. Die Schirmherrschaft für die Aktion hat die mdr-Moderatorin von Hauptsache gesund, Dr. med. Franziska Rubin, übernommen.

Noch während des Zweiten Weltkriegs waren fast 90 Prozent aller verschriebenen Medikamente pflanzlichen Ursprungs. Die rasante Entwicklung chemisch-synthetischer Pharmazeutika verdrängte dann die Heilpflanzen nach und nach. Heutzutage aber erlebt die Pflanzenheilkunde eine Renaissance. Immer mehr Menschen wollen sich natürlicher ernähren und gesundheitsbewusster leben. Viele haben deshalb auch im Krankheitsfall den Wunsch, sich auf natürliche und sanfte Weise behandeln zu lassen. Sie vertrauen wieder auf die heilenden Kräfte pflanzlicher Arzneien. Hinzu kommt, dass die Wirkungen, die früher nur mündlich überliefert wurden, inzwischen durch zahlreiche klinische Studien belegt sind.

Der Trend zur Naturmedizin zeigt sich auch in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach aus dem Jahr 2002. Danach verwenden heute 73 Prozent der Bundesbürger Naturheilmittel gerne bei leichteren Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen; vor 30 Jahren waren es nur 52 Prozent. Die Tatsache, dass die Deutschen jährlich etwa drei Milliarden Euro für Naturheilmittel ausgeben, bestätigt das Befragungsergebnis eindrucksvoll.

Typische Anwendungsgebiete für Pflanzenarzneien sind nervöse Anspannungs- und Unruhezustände, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislaufstörungen, Venenerkrankungen, Beschwerden an Magen, Darm und Harnwegen oder an der Haut.

Pflanzliche Arzneimittel können meist auf eine lange Tradition zurückblicken. Das heißt aber nicht, dass nicht auch heute noch intensiv an ihnen weiter geforscht wird. Zahlreiche Wissenschaftler in Universitäten und pharmazeutischen Unternehmen beschäftigen sich mit der Aufklärung, welche Inhaltsstoffe einer Pflanze welche Wirkung haben und worauf diese Wirkung genau beruht. Auch heute noch werden die meisten neuen Wirkstoffe für die Behandlung von Krankheiten in der Natur entdeckt, sei es im Pflanzenreich oder in den Tiefen des Meeres.

Zur Behandlung von akut lebensbedrohenden Erkrankungen sind pflanzliche Arzneimittel im Allgemeinen nicht geeignet. Sie können jedoch die Therapie mit chemisch-synthetischen Medikamenten sinnvoll ergänzen. Phytopharmaka sind sehr gut verträglich, ganz nebenwirkungsfrei sind sie aber auch nicht. Man sollte sie deshalb sachgerecht und nach Vorschrift einnehmen. Gewarnt werden muss an dieser Stelle vor selbsternannten Kräuterkundigen. Hier sollte man sich besser auf den Rat eines Arztes oder Apothekers verlassen. Überhaupt findet man in den Apotheken zu allen Fragen der Naturmedizin immer einen kompetenten Ansprechpartner.

Die Bevölkerung verständlich, sachlich und kompetent über Nutzen und sinnvolle Anwendungsgebiete der Naturmedizin zu informieren, ist das erklärte Ziel der Beratungswochen zum Thema Naturmedizin, die vom 14. bis 26. Februar 2005 vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) in Zusammenarbeit mit mehr als 4.000 Apotheken im gesamten Bundesgebiet durchgeführt werden.

Unter dem Motto „Wo Naturmedizin hilft“ werden Apotheker über Nutzen und Chancen der Naturmedizin aufklären und die Fragen ihrer Kunden zu diesem Thema beantworten. Das DGK unterstützt diese Beratungswochen mit einer informativen Broschüre, die den Apotheken kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Nähere Informationen gibt es beim Koordinationsbüro Naturmedizin im Deutschen Grünen Kreuz e.V. , Schuhmarkt 4, 35037 Marburg,
Tel. 0 64 21 / 293 - 150, Fax: 0 64 21 / 293 - 750,
E-Mail: roswitha.seim(à)kilian.de.


Medizin aus der Natur - Tradition mit geprüfter Qualität

Durch die Jahrtausende lange Beschäftigung der Menschen mit Heilpflanzen verfügen wir heute über ein enormes Wissen und große Erfahrung. Pflanzliche Arzneimittel haben daher ihren festen Platz in der Medizin. Im Gegensatz zu chemisch-synthetischen Medikamenten enthält ein pflanzliches Arzneimittel nicht nur einen Wirkstoff, sondern immer ein Gemisch von Stoffen. Den Nachweis von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wie es das Arzneimittelgesetz fordert, müssen Phytopräparate in gleichem Maße erbringen wie chemisch-synthetische Arzneimittel.

Um diese strengen Anforderungen zu erfüllen, darf für die Herstellung pflanzlicher Arzneimittel nur entsprechend geprüftes Ausgangsmaterial verwendet werden. Meist werden die Heilpflanzen deshalb auf speziellen Felder angebaut, da man hier – im Gegensatz zur Wildsammlung – die Umweltbedingungen besser kontrollieren kann. In besonderen Leitlinien zur „Guten Landwirtschaftlichen Praxis“ von Arznei- und Gewürzpflanzen ist genau festgelegt, was erlaubt ist und was nicht. Solche Vorschriften gibt es auch für die Ernte und die Weiterverarbeitung der Pflanzen. Arzneipflanzen werden ganz besonderen Reinheitsprüfungen unterzogen. Bei der Herstellung muss gewährleistet sein, dass immer eine gleichbleibend hohe Qualität gesichert ist.

Wie alle anderen Arzneimittel werden auch Phytopharmaka durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen, bevor sie in den Verkauf dürfen. Wirksamkeit und Unbedenklichkeit müssen durch wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse eindeutig nachgewiesen sein.


Endlich Ruhe im Schlafzimmer?
Ätherische Öle für Schnarcher
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(dgk) Sind Sie es leid, jede Nacht wach zu liegen, weil Ihr Bettnachbar gerade wieder lautstark ganze Wälder absägt? Dann gibt es jetzt neue Hoffnung.

Schnarchen kann nicht nur erheblich den Schlaf beeinträchtigen, sondern auch ernsthafte, gesundheitliche Störungen hervorrufen. Neben Tagesmüdigkeit und zunehmender Konzentrationsschwäche können langfristig Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Rhythmusstörungen und Depressionen auftreten. Fast jeder zehnte Bundesbürger leidet an Störungen der Atmung während des Schlafens. Dann entspannt sich das weiche Gewebe im mittleren und unteren Rachenraum; strömt die Luft beim Einatmen an diesem Gewebe vorbei, beginnt es zu vibrieren: Das typische rasselnde Schnarchgeräusch entsteht.

Warum einer mehr und lauter schnarcht als ein anderer, hängt im Wesentlichen vom Zustand dieses Weichteilgewebes ab. Übergewicht, Rauchen, Alkohol und manche Medikamente haben dabei einen ungünstigen Einfluss und verschlimmern das Schnarchen.

Abhilfe schaffen könnte eine Kombination von natürlichen ätherischen Ölen, zum Beispiel aus der Pfefferminze und Vitaminen, die man jeden Abend vor dem Schlafengehen in den Rachen sprüht. Ein solcher Mix verhindere das Zusammenfallen des Weichteilgewebes im hinteren Rachenbereich und mache dieses gleitfähiger und straffer. Die vom Schnarchen verursachten Vibrationen würden so reduziert, die Geräusche unterdrückt. Da die Wirkstoffe in Liposomen verpackt sind, soll die Wirkung bis zu acht Stunden anhalten. In einer Untersuchung zeigten sich mehr als 60 Prozent der Schnarcher, beziehungsweise vor allem auch deren leidgeprüfte Partner, mit dem Ergebnis der Behandlung sehr zufrieden. Ein Versuch kann sich also lohnen, fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.


Immer abwehrbereit bleiben
Setzen Sie den "Sonnenhut" auf
(2.601 Zeichen)

(dgk) Ein stabiles Immunsystem ist gerade in der kalten Jahreszeit Gold wert. Bei jedem Niesen oder Husten, bei jedem Händedruck werden unzählige Erkältungsviren verbreitet und machen sich auf die Suche nach neuen Opfern. Ist unsere Immunabwehr jetzt nicht auf der Hut, haben die kleinen Plagegeister ein leichtes Spiel. Sie befallen die Schleimhäute in den Atemwegen, lassen die Zellen anschwellen und platzen, die Nase ist verstopft, im Hals kratzt es. Damit es soweit gar nicht erst kommt, sollte man sein Immunsystem rechtzeitig auf natürliche Weise stärken.

Wer öfter als vier Mal im Jahr von einem grippalen Infekt heimgesucht wird, dessen Abwehrsystem ist wahrscheinlich zu schwach. Verdächtig ist ebenfalls, wenn Erkältungen lange anhalten und neben Schnupfenviren auch noch Bakterien die Nasennebenhöhlen befallen und zu langwierigen und schmerzhaften Entzündungen führen. Mögliche Gründe für eine Abwehrschwäche gibt es viele. Bei nasskaltem Wetter werden die Schleimhäute schlechter durchblutet, zu warme Raumluft lässt sie stark austrocknen, Tabakqualm lähmt die Flimmerhärchen in den Bronchien und schädigt die Abwehrzellen ebenso wie übermäßiger Alkoholgenuss.

Die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems lässt sich durch verschiedene Maßnahmen steigern. Wer sich so viel wie möglich im Freien aufhält, trainiert seine Abwehrkräfte; regelmäßiges Saunieren, Wechselbäder und kalte Duschen haben den gleichen Effekt. Zusätzlich sollte man sich vitaminreich und ausgewogen ernähren und auf Alkohol und Nikotin verzichten.

In den Zeiten mit besonders hohem Infektionsrisiko, also Herbst, Winter und im Übergang zum Frühling, empfiehlt es sich, dem Immunsystem zusätzlich auf die Sprünge zu helfen. In der Naturmedizin hat sich dazu vor allem der Rote Sonnenhut als abwehrstärkende Heilpflanze bewährt.

Die heilenden Eigenschaften des Roten Sonnenhutes (Echinacea purpurea) setzten schon die nordamerikanischen Indianer gegen Entzündungen und zur Behandlung von Wunden ein. In Europa wurde die Heilpflanze zu Beginn des 20. Jahrhunderts so beliebt, dass es zu Engpässen bei der Versorgung aus Amerika kam. Dem Apotheker Dr. Gerhard Madaus ist es zu verdanken, dass der Rote Sonnenhut in den 30er-Jahren schließlich auch in Deutschland gezüchtet wurde. Madaus war es auch, der die Inhaltsstoffe des Roten Sonnenhutes wissenschaftlich erforschte. 1938 brachte er dann erstmals den Presssaft von in Deutschland angebauten Heilpflanzen unter dem Namen Echinacin Liquidum auf den Markt.

Die Wirkstoffe des Roten Sonnenhutes haben sich inzwischen durch jahrzehntelange Erfahrung als sehr effizientes Arzneimittel erwiesen, um die Abwehrzellen unseres Immunsystems zu mobilisieren und zu stärken. Heute gibt es Echinacea-Präparate nicht nur als alkoholfreien Saft, sondern auch als Lutschpastillen und in Tablettenform. Vorbeugend oder bei den ersten Anzeichen einer Schnupfenattacke eingenommen, kann häufig der Ausbruch einer Erkältung verhindert oder zumindest die Krankheitsdauer verkürzt werden.


Bananenverbot für Dialysepatienten
Wenn die Nieren den Dienst versagen
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(dgk) Wilfried Hahn liebt Bananen. Bis vor acht Wochen aß der 67-Jährige täglich eine. Doch seitdem herrscht für ihn striktes Bananenverbot – denn der Diabetiker ist jetzt Dialysepatient. Seine Nieren haben versagt. Kaliumreiches Obst muss er nun meiden.

Eine Überdosierung an Kalium – in nahezu allen Nahrungsmitteln in größeren oder kleineren Mengen vorhanden – ist bei gesunden Nieren unschädlich, da das überschüssige Kalium zusammen mit Harnstoff, Kreatinin, Natrium, Kalzium und Phosphat, die der Körper ebenfalls über die Nahrung erhält, innerhalb kurzer Zeit ausgeschieden wird. Wenn die Nierenfunktion nachlässt, werden diese Substanzen immer weniger abtransportiert, was zu einer langsamen Vergiftung des Körpers führt, schreibt der Ratgeber aus Ihrer Apotheke in seiner Ausgabe vom 15. März. Bei einer Schwächung der Nebennierenrinde kann der Kaliumspiegel jedoch auch stark ansteigen (Hyperkaliämie). Eine zu hohe oder – bei Dialysepatienten allerdings eher selten – zu niedrige Konzentration an Kalium im Blut kann zu lebensgefährlichen Störungen in der Muskel-, Nerven- und Herzkreislauffunktion bis hin zu Herzversagen führen. Da bei Dialysepatienten die Ausscheidung von Kalium über den Urin in der Regel nicht mehr gewährleistet ist, müssen sie ihre Kaliumzufuhr mit der Nahrung im Vergleich zum Gesunden stark einschränken (nicht mehr als 2 Gramm täglich).

Viel Kalium enthalten außer Bananen vor allem Kirschen, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Trockenobst, Nüsse sowie Obstsäfte und sollten daher gemieden werden. Mit diesen Obst- und Gemüsesorten könnte sich Wilfried Hahn regelrecht vergiften. Symptome einer Kaliumvergiftung und damit Anzeichen für eine Hyperkaliämie sind unregelmäßiger Herzschlag, Muskelschwäche, Ohrensausen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Fehlempfindungen, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Lippen und Gliedmaßen. In solchen Fallen bedarf es umgehend ärztlicher Hilfe.

Mehr über die Nierenfunktion bei Diabetikern, Gefahren und die dabei wesentliche Rolle des Bluthochdrucks lesen Sie im nächsten Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 3 A/2005 (März A)


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Sport macht schlau
Strampeln für Körper und Geist
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Strampeln für Körper und Geist(dgk) Hausaufgaben auf dem Fahrrad-Ergometer machen? Beim Lernen etwas den Ball kicken? Sport steigert die Intelligenz und fördert Lernerfolge. Wer beim Lernen sportlich trainiere, tue sich leichter und erhöhe seine Intelligenz entscheidend, so Prof. Dr. Henner Ertel von der Gesellschaft für Rationelle Psychologie in München. Stillsitzen und konzentrieren bringe dagegen wenig. Der Professor verwies auf eigene Studien mit fast 30.000 Teilnehmern, die ein spezielles Lernprogramm auf einem neu entwickelten Fahrrad-Ergometer absolvieren mussten.

Foto: PhotoDisc




Innerhalb von 36 Wochen erhöhte sich der Intelligenzquotient der Testpersonen nach Angaben Ertels im Durchschnitt von 99 auf 128. Die Gedächtnisleistung habe sich um 42 und die Lernfähigkeit um 39 Prozent verbessert. Außerdem seien die Testpersonen im Durchschnitt um 44 Prozent kreativer geworden.

Aber auch ein hausgemachtes Sporttraining steigert dem Wissenschaftler zufolge die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Wichtig sei im Grunde nur eine rhythmische Bewegungsart, weil sie eine starke Wechselwirkung zwischen beiden Gehirnhälften bewirke. Dabei solle aber kein falscher Ehrgeiz entwickelt werden, „sonst zehren die Muskeln alle Ressourcen auf, und das Hirn kommt zu kurz“, warnt Ertel. Wer die Balance halte, könne dabei durchaus Zeitschriften, Bücher oder Akten lesen, sie besser verstehen und obendrein seine Intelligenz um wenigstens zehn Prozent verbessern.

Bewegung – und dadurch die bessere Durchblutung – fördert die geistigen Fähigkeiten. Sport hält das Gehirn fit, auch im Alter. Vermutet haben Neurobiologen und Sportwissenschaftler das schon seit langem. Bereits in den 1960er-Jahren leisteten Forscher der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln Pionierarbeit, als sie in Experimenten mit Tieren und Menschen beobachteten, wie gezieltes körperliches Training auch Einfluss auf die Gehirnfunktion hat. Die körperliche Aktivität verbessert die Plastizität des Gehirns, und kann mitunter das Fortschreiten von Demenz bremsen.

Eine Studie des Beckman-Institutes der University of Illinois in Urbana in den USA unter der Leitung von Arthur Kramer Anfang 2004 ergab: Körperlich fitte Menschen haben deutlich kürzere Reaktionszeiten, können sich besser konzentrieren und machen weniger Fehler. Kurz: Joggen trainiert in jedem Alter auch das Gehirn. Das amerikanische Forscherteam untersuchte eine Gruppe von 55- bis 79-Jährigen auf ihre körperliche Fitness und ließ sie einen Test absolvieren, bei dem aus einer Reihe von Symbolen das jeweils in der Mitte liegende schnell erkannt und zugeordnet werden musste. In einer zweiten Studie machten die Teilnehmer ein sechsmonatiges Aerobicprogramm und wurden auf die Veränderung ihrer körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit hin untersucht. Nach wöchentlich drei Aerobicstunden über sechs Monate hinweg hatte sich auch die Hirnleistung ehemals „träger“ Versuchtsteilnehmer erheblich gebessert.

Doch man sollte es mit dem Sport nicht übertreiben. Im Gegensatz zu gut dosiertem körperlichen Training führen Überbelastungen von längerer Dauer zur Rückbildung von Dendriten. Dendriten sind Fortsätze von Nervenzellen und leiten die Nachrichten von einer Zelle an die andere weiter. Forscher haben an Ratten sogar beobachtet, wie zu viel körperliche Aktivität im Gehirn zu einer Rückbildung des Hippocampus (u.a. Organisator des Langzeitgedächtnisses) führte.

Eine bessere Immunabwehr, gestärkte Herz-Kreislauffunktionen und einen stabilen Blutdruck: All das kann man mit regelmäßigem Sport erreichen. Und um diesen Effekt zu erzielen, muss man noch nicht einmal zum Supersportler werden. Schon regelmäßige Spaziergänge in etwas schnellerem Tempo oder häufiges Treppensteigen steigern die Hirndurchblutung um rund 20 Prozent. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Gehirns deutlich verbessert, und die Gehirnzellen können mehr leisten.

Quellen:
Stanley J. Colcombe, Arthur F. Kramer, Kirk I. Erickson, Paige Scalf, Edward McAuley, Neal J. Cohen, Andrew Webb, Gerry J. Jerome, David X. Marquez, and Steriani Elavsky: "Cardiovascular fitness, cortical plasticity, and aging", in: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) 2004 101: 3316-3321; published online before print as 10.1073/pnas.0400266101


Grüner Star:
Wirksame Augentropfen können Operation überflüssig machen
(2.214 Zeichen)

(dgk) Neuere Medikamente gegen die gefährliche Augenkrankheit Grüner Star (Glaukom) verringern offensichtlich die Zahl von chirurgischen Eingriffen am Auge, das haben amerikanische Wissenschaftler bei einer Langzeitstudie festgestellt.

Das Glaukom ist eine chronische Erkrankung, bei der ein zu hoher Druck innerhalb des Augapfels den Sehnerv unwiederbringlich zerstört. Wird der Druck nicht durch spezielle Augentropfen wieder deutlich und dauerhaft gesenkt, droht die Erblindung. Bis zur Mitte der 90er-Jahre war das Arzneimittel-Arsenal der Augenärzte für den Kampf gegen das Glaukom noch sehr eingeschränkt. Augenoperationen stellen deshalb oft den letzten Ausweg dar, wenn Medikamente alleine nicht mehr ausreichten. Aber auch mit chirurgischen Eingriffen lässt sich der Grüne Star in vielen Fällen nicht dauerhaft stoppen. So ist etwa bei jedem zweiten Patienten bereits im ersten Jahr nach einer Glaukom-Operation eine neuerliche medikamentöse Therapie notwendig.

Nach wirksameren Glaukom-Arzneien wurde und wird deshalb intensiv geforscht. Ein Ergebnis dieser Anstrengungen bildeten die so genannten Prostaglandin-Analoga. Der erste Vertreter dieser völlig neuen Wirkstoffklasse war das Latanoprost. Wie deutlich der neue Wirkstoff offenbar die Situation vieler Glaukom-Patienten verbesserte, entdeckten amerikanische Forscher, als sie die Zahlen der Glaukomoperationen in den USA in den Jahren 1994 bis 1999 rückblickend miteinander verglichen. Von den etwa 2,5 Millionen US-Bürgern mit einem Glaukom, mussten sich in den Jahren 1994 bis 1996 jeweils etwa 140.000 einer Augenoperation unterziehen. 1997 bemerkten die Wissenschaftler dann, dass die Zahl der Operationen plötzlich auf nur noch 104.000 gesunken war; bis zum Ende des Beobachtungszeitraums 1999 bis auf 84.000.

Die Schlussfolgerung der Forscher: Schon ein Jahr nach Einführung des neuen Wirkstoffs mussten die Augenärzte erheblich weniger häufig zum Skalpell oder Laser greifen als zuvor. Bis 1999 gingen die chirurgischen Eingriffe um 72 Prozent zurück. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich dieser Trend in den folgenden Jahren weiter fortgesetzt haben dürfte. Hierüber lägen aber noch keine Zahlen vor. In Deutschland ist Latanoprost seit 1997 zugelassen. Hierzulande haben Prostaglandin-Analoga aber noch nicht die gleiche große Verbreitung gefunden wie in den Vereinigten Staaten. Fachleute erwarten allerdings auch bei uns eine ähnliche Entwicklung, wenn auch mit einer zeitlichen Verzögerung bis mehr Glaukom-Patienten auf die moderneren Medikamente umgestellt sind.

Quelle:
Strutton, D. R. and Walt, J. G., Trends in Glaucoma Surgery before and after the Introduction of New Topical Glaucoma Pharmacotherapies¸ J. Glaucoma, Volume 13, Nr. 3, Juni 2004


MELDUNGEN

Bibbern und Zittern
Warum Frauen leichter frieren
(1.321 Zeichen)

(dgk) Die Frage, warum es Frauen öfter und schneller kalt ist als Männern, ist leicht zu beantworten: Verantwortlich dafür ist die Körperzusammensetzung. Rein statistisch gesehen besteht der Körper des Mannes durchschnittlich zu 40 Prozent aus Muskeln und nur zu 15 Prozent aus Fett. Bei Frauen ist die metabolisch aktive Körpermasse, also die Muskulatur, weit weniger ausgeprägt; der weibliche Körper besteht durchschnittlich aus 25 Prozent Muskeln und knapp 25 Prozent Fett. Fett kann Wärme zwar isolieren, aber nicht herstellen. Dafür ist die Muskelarbeit zuständig. Früher wurde diese kleine „Ungerechtigkeit“ der Natur eben mit der Gleichung „weniger Wärmeerzeugung, aber bessere Isolation“ annähernd wettgemacht. In unserer Zeit jedoch gibt es ein schlankes Schönheitsideal, die Frauen kämpfen gegen jedes Pfund ihres Fetts, und deshalb haben sie häufig weder genügend Wärmeerzeugung noch genügend Wärmeisolierung.

Ein weiterer Grund für das stärkere Kälteempfinden der Frau ist ihre, im Vergleich zu der des Mannes, relativ dünne Haut. Die männliche Oberhaut ist um 15 Prozent kräftiger als die weibliche. Bei drohendem Wärmeverlust verengen sich die Gefäße, und die Durchblutung der Haut wird zurückgenommen, was bei dünner Haut leichter als bei dicker Haut funktioniert. Die Hautoberfläche einer Frau wird dann bis zu drei Grad kälter als die eines Mannes, was dazu führt, dass der Temperaturunterschied zwischen der Haut und dem Körperinneren größer ist als beim Mann. Dementsprechend hat also die Frau ein gesteigertes Kälteempfinden.


Fertigsalate: bequem oder gesund?
„Besser Tüte als gar keinen Salat“
(1.342 Zeichen)

(dgk) Gesundes aus der Tüte? Unter Schutzatmosphäre verpackt bleibt der Salat frisch und knackig, und ist normalerweise zwischen vier und sechs Tagen haltbar.

Fertigsalate weisen die gleichen Inhaltsstoffe auf wie frische Rohware. Vitamine bleiben grundsätzlich besser erhalten als in gekochtem Gemüse. Beim Waschen der geschnittenen Ware geht lediglich beispielsweise Vitamin C verloren. Die gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffe bleiben bei der Verarbeitung jedoch weitgehend erhalten. Zu dieser Gruppe gehören Carotinoide, Pflanzenfarbstoffe und Glucosinolate. Leider bewahrt die hohe Luftfeuchtigkeit in der Packung nicht nur die Frische und gesunden Inhaltsstoffe, sondern bietet auch Mikroorganismen gute Lebens- und Wachstumsbedingungen. Von einer oft bemängelten hohen Keimzahl in den Salaten kann aber nicht zwangsläufig auf ein gesundheitsgefährdendes Produkt geschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den Keimen Krankheitserreger befinden, ist jedoch höher als bei unverpacktem Salat.

Aus diesem Grund rät der aid (Informationsdienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.), küchenfertige Salate so lange wie möglich vor Ablauf ihres Haltbarkeitsdatums zu kaufen und alsbald zu verzehren. Außerdem sollten die Produkte vor der Zubereitung nochmals gründlich gewaschen und trocken geschleudert werden. Heike Brinkmann-Reitz, Ernährungsexpertin des Deutschen Grünen Kreuz e.V., empfiehlt: „Wenn Sie in Eile sind, ist es auf jeden Fall besser‚ ‚Tütensalat‘ zu essen statt gar keinen!“.

Frau beim Einkauf von Gemüse Foto: MEV


TERMINE

Zecken und Borreliose – Die unterschätzte Gefahr
Bundesweite Beratungswoche vom 25. bis 30. April 2005 in Apotheken
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(dgk) Pünktlich zu Beginn der Zeckenhochsaison veranstaltet das Deutsche Grüne Kreuz e. V. mit Unterstützung von Autan vom 25. bis 30. April 2005 eine bundesweite Apotheken-Beratungswoche zum Thema Borreliose.

Hintergrund: Vielen Menschen ist diese durch Zecken übertragene Krankheit gar nicht bekannt, obwohl sie deutschlandweit sehr häufig ist (bis zu 100.000 Neuerkrankungen pro Jahr). Erste Symptome, wie eine sich um die Stichstelle ausbreitende Rötung („Wanderröte“) werden oft nicht wahrgenommen, wodurch es zu schwerwiegenden chronischen Verläufen kommen kann. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht. Der beste Schutz ist daher das Vermeiden von Zeckenstichen. Doch ob Hobbygärtner, Outdoorsportler oder Naturliebhaber – vorbeugende Maßnahmen wie das Einreiben mit Zeckenschutzmitteln, das Tragen langer Kleidung und das Absuchen des Körpers nach Freilandaufenthalt sind vielen nicht bekannt oder werden nicht umgesetzt.

Vom 25. bis zum 30. April können sich alle Interessierte in Apotheken über wirksame Vorbeugung beraten lassen. Welche Apotheke in Ihrer Region sich beteiligt, erfahren Sie ab Mitte April unter www.dgk.de


"Alzheimer früh erkennen"
Alzheimer-Infobus besucht 45 Städte vom 11. April bis 14. Juni 2005
(2.309 Zeichen)

Alzheimer-Infobus(dgk) Experten geben Tipps zur Früherkennung, führen erste Tests durch und beraten umfassend. An speziellen Erfahrungsstatio-nen lernt der Besucher die Symptome der Erkrankung kennen und die Welt von Alzheimer-Patienten verstehen.

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung entwickelt sich die Alzheimer-Demenz zunehmend zu einer Volkskrankheit. Heutzutage leiden bereits mehr als 700.000 Bundesbürger daran; in 20 Jahren wird sich diese Zahl fast verdoppelt haben, schätzen Experten. Aber auch viele jüngere Menschen werden indirekt durch einen erkrankten Angehörigen mit dieser schwierigen Situation konfrontiert. Zu wissen, an welchen Symptomen man Alzheimer früh erkennen kann, ist nützlich, denn: Wird die Krankheit in einem frühen Stadium durch einen Arzt festgestellt, können die Symptome gut behandelt und eine Verschlimmerung hinaus gezögert werden.

Einer aktuellen Untersuchung zufolge erhalten derzeit allerdings nur etwa 13 Prozent aller Alzheimer-Patienten eine angemessene medikamentöse Therapie, wie sie in den Leitlinien der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft empfohlen wird. Mehr als 500.000 Alzheimer-Patienten bleiben demnach unterversorgt. Zum einen werden die frühen Anzeichen der Krankheit von Angehörigen und Ärzten häufig als normale Alterserscheinungen interpretiert, zum anderen herrscht bei vielen Ärzten auch noch Unkenntnis über die modernen therapeutischen Möglichkeiten.

Insgesamt 45 Städte wird der Infobus “Alzheimer früh erkennen” des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. und der Initiative Altern in Würde von April bis Juni 2005 besuchen. Der Startschuss fällt am 11. April in Hamburg, jeden Tag steht der Infobus danach in einer weiteren Stadt zwischen Kiel und Konstanz, Aachen und Dresden.

Mit ihrer Infobusaktion wollen die Veranstalter auf die wachsende Zahl von Alzheimerkranken aufmerksam machen, über Früherkennungsmöglichkeiten und Tests informieren sowie Wissen vermitteln, welches für das Arztgespräch wichtig ist. Darüber hinaus soll um Verständnis für die Probleme der Betroffenen und ihrer Angehörigen geworben werden. Wer Fragen zur Alzheimer-Demenz hat, einen ersten Früherkennungstest durchführen möchte oder einen Demenzkranken in der Familie pflegt, sollte diese Chance zur Beratung nutzen.

Nähere Informationen zum Infobus Alzheimer-Demenz sowie den vollständigen Tourplan finden Sie im Internet auf www.dgk.de unter Veranstaltungen oder unter www.altern-in-wuerde.de.

Für Rückfragen steht das Organisationsbüro im Deutschen Grünen Kreuz zur Verfügung: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Schuhmarkt 4, 35037 Marburg; Tel.: 0 64 21 / 293 - 150, Fax: 0 64 21 / 293 - 750,
E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de.


Nachhaltig Waschen – Umwelt und private Haushaltskasse schonen
Bundesweiter Aktionstag am 10. Mai 2005
(1.230 Zeichen)

(dgk) Wäschewaschen gehört nach wie vor zu den regelmäßigen Erledigungen im Haushalt. Häufig werden dabei allerdings Grundregeln zur Schonung der Umwelt, die gleichzeitig auch zu Einsparungen bei den privaten Haushaltskassen dienen, nicht beachtet. Durch technische Weiterentwicklungen, wissenschaftliche Forschung und innovative Produkte der vergangenen Jahre ist es möglich, die Wäschereinigung sehr zielgerichtet auf Verschmutzungsgrad, Wäscheart und Wasserhärte abzustimmen. Durch den sorgfältigen und vernünftigen Umgang mit Strom, Wasser und Rohstoffen können Verbraucher einen nachhaltigen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten und dabei sogar noch Geld sparen.

„Nachhaltiges Waschen – es lohnt sich“, so lautet das Motto des diesjährigen bundesweiten Aktionstages, an dem sich viele Akteure, wie Deutscher-Hausfrauen-Bund, Deutscher Land-Frauenverband, Stiftung-Warentest, Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft mit Beratungsangeboten beteiligen. Für den Aktionstag am 10. Mai 2005 hat Bundesministerin Renate Künast die Schirmherrschaft übernommen.

Weitere Informationen und konkrete Waschtipps sind im Internet unter www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de zu finden.

Interessierte können sich auch an das Koordinationsbüro für den Aktionstag beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Schuhmarkt 4, 35037 Marburg,
Tel.: 0 64 21 / 293 - 132 wenden.


Sicherer Kinderspielplatz
Bundesweite Aktionen zu Beginn der Spielplatzsaison
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(dgk) Um zu Beginn der diesjährigen Spielplatzsaison die Aufmerksamkeit auf notwendige Sicherheitskriterien für Spielplätze und Spielgeräte zu richten, regt das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) zu Aktionen vor Ort an. So zum Beispiel zu Spielplatzfesten, bei denen Eltern und Kinder nicht nur gemeinsam spielen, sondern auch den Blick auf notwendige Sicherheitsvorkehrungen und sichere Verhaltensweisen beim Spielen richten.

Da der schon zum fünften Mal stattfindende „Tag des sicheren Kinderspielplatzes“ (25. März) in diesem Jahr in die Osterferien fällt, hat sich das Forum Unfallprävention entschieden, den gesamten Monat März der Aufklärung zur Vermeidung von Spielplatzunfällen zu widmen. In diesem Jahr ist der thematische Schwerpunkt auf eine neue Entwicklung bei der Konstruktion von Spielgeräten ausgerichtet. Mittlerweile stehen einzelne Bauelemente, aber auch komplette Spielgeräte aus recyceltem Kunststoff zur Verfügung, die gegenüber Witterungseinflüssen sehr viel widerstandsfähiger sind als Holzprodukte. Mit dieser Innovation wird ein wertvoller Beitrag zur Reduzierung von Spielplatzunfällen und zur Minderung der Instandhaltungskosten bei Spielplatzbetreibern möglich.

Beim Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. kann gegen Einsendung eines rückadressierten und mit 1,44 € frankierten DIN-A5-Umschlags das Faltblatt „Spielplatz-Check“ angefordert werden. Adresse: DGK, Forum Unfallprävention, Stichwort „Spielplatz-Check“, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.


Leichter leben in Deutschland
DGK ist Kooperationspartner der bundesweiten Abnehmaktion
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(dgk) Unbeschwerter leben – das ist das Ziel der am 17. Januar 2005 gestarteten Abnehmaktion „Leichter leben in Deutschland“. Etwa 1.000 Apotheken und Beratungsstellen bieten ihren Kunden Unterstützung, damit überzählige Pfunde purzeln. Mit der diesjährigen Kampagne wird das erfolgreiche Konzept der Initiative „Bayern light“ auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Die Strategie hat sich bewährt: Die Teilnehmer lernen, ihre Ernährung langfristig umzustellen, nutzen gemeinsam örtliche Sportangebote und motivieren sich in der Gruppe gegenseitig. So haben es im vergangenen Jahr 46.000 Menschen geschafft, 257.000 Kilo abzuspecken. Mit dem neuen Familienprogramm soll dieser Erfolg noch gesteigert und übergewichtigen Kindern, Jugendlichen und Eltern ein alltagstaugliches Konzept an die Hand gegeben werden.

„Statt sich auf langsame Weise mit Messer und Gabel umzubringen, sollte jeder deutlich Übergewichtige sein Konsumverhalten ändern“, hob Bayerns Gesundheitsminister Werner Schnappauf, Schirmherr der Aktion, die gesundheitliche Bedeutung der Kampagne hervor. Denn auf lange Sicht wird nicht nur Übergewicht abgebaut, sondern auch Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmten Krebserkrankungen entgegengewirkt. Um dies tatsächlich „am eigenen Leib“ erfahren zu können, erhält jeder Teilnehmer gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro ein Gutschein-Heft für Körperfettanalysen, Blutzuckermessung, Ernährungsschulung sowie eine Schnupper-Bewegungsstunde.

Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. unterstützt „Leichter leben in Deutschland“ als Kooperationspartner mit der Ernährungsberatungs-Software ERNA. Weitere Infos zur Aktion und den teilnehmenden Apotheken im Internet unter www.llid.de.

Für Rückfragen oder weitergehende Informationen zum Thema Ernährung steht Ihnen Dipl. oec. troph. Heike Brinkmann-Reitz beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. gerne zur Verfügung: Telefon: 0 64 21 / 2 93 – 1 72;
E-Mail: heike.brinkmann-reitz(à)kilian.de


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Insulintherapie beim Typ 2 Diabetes erhöht das Risiko für Dickdarmkrebs
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(dgk/DDZ) Das kolorektale Karzinom (Dickdarm- und Enddarmkrebs) ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache in der westlichen Welt. Risikofaktoren sind unter anderem fleischfreie ballaststoffarme Kost, ein Mangel an körperlicher Betätigung und die Fettsucht.

Vor neun Jahren wurde erstmals die Hypothese formuliert, dass zu viel an Insulin (Hyperinsulinismus) der zugrunde liegende Faktor für die Häufung von kolorektalem Karzinom bei den oben genannten Risikofaktoren darstellt. Aus Zellkulturversuchen ist bekannt, dass Insulin das Zellwachstum fördert. Bei Tieren stimuliert die Gabe von Insulin das Wachstum von Vorstufen kolorektaler Karzinome; beim Menschen gehen hohe Insulinspiegel im Blut mit einer erhöhten Frequenz kolorektaler Karzinome einher.

Beim Typ 2 Diabetes, der bekanntlich anfangs mit einem Hyperinsulinismus verbunden ist, ist das Risiko für kolorektale Karzinome um 30 bis 40 Prozent erhöht. Auch unter Insulintherapie kommt es beim Typ 2 Diabetes infolge der unphysiologischen Verabreichung von Insulin unter die Haut zu einem Hyperinsulinismus.

Eine amerikanische Forschergruppe von der Universität von Pennsylvania hat nun in einer retrospektiven Kohortenstudie von Hausarztdaten aus Großbritannien untersucht, ob eine Insulintherapie das Risiko für kolorektale Karzinome bei Menschen mit Typ 2 Diabetes erhöht. Insgesamt wurden 24.918 Patienten mit Typ 2 Diabetes analysiert. 3.160 waren mit Insulin behandelt und 21.758 bekamen kein Insulin. Die Behandlungsdauer mit Insulin wurde in „Personen-Jahren“ berechnet. Für die Gruppe mit Insulin ergaben sich 9.157 , für die Patienten ohne Insulin 85.556 Personen-Jahre.

Bei den mit Insulin behandelten Patienten war in 197 Fällen pro 100.000 Personen-Jahre ein kolorektales Karzinom diagnostiziert worden, während in der Gruppe ohne Insulin nur 124 Fälle pro 100.000 Personen-Jahre registriert wurden. Das Risiko stieg schon nach einer dreijährigen Insulintherapie deutlich an.

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine lang dauernde Insulintherapie beim Typ 2 Diabetes mit einem erhöhten Risiko für kolorektale Karzinome verbunden ist. Wahrscheinlich wird dies durch den wachstumsstimulierenden Effekt von Insulin aufgrund einer Bindung an den Wachstumsrezeptor IgF-1 vermittelt. Die vorgelegte Untersuchung muss nun durch weitere Studien erhärtet werden. Nach einer genauen Analyse der Daten hängt das erhöhte Risiko nicht mit einer längeren Dauer des Typ 2 Diabetes bei der mit Insulin behandelten Gruppe zusammen.

„Schon jetzt kann man sagen, dass aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse die Indikation für eine frühe Insulintherapie beim Typ 2 Diabetes zurückhaltend gestellt werden sollte“, sagt Prof. Dr. med. Werner Scherbaum vom Deutschen Diabetes-Zentrum an der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf, Deutsche Diabetes-Klinik.

Quelle:
Yang YX, Hennessy S, Lewis J.D. Insulin Therapy and Colorectal Cancer Risk Among Type 2 Diabetes Mellitus Patients. Gastroenterology 2004;127:1044-1050

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de

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