DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz dgk, Jg. 45, 12 - 2004 - Themen: Schul- und Spendenaktion, Malaria,'Kinder für Kinder gegen Malaria', Salmonellen, kinderlos, Chlamydien, Gesund, Winter, Schnee und Eis, Erfrierungen, Wintersport, Hausapotheke,
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 45, 12 - 2004

„Kinder für Kinder gegen Malaria“
Die Schul- und Spendenaktion des Deutschen Grünen Kreuzes e.V.
(819 Zeichen)

(dgk) Die von Mücken übertragene Krankheit Malaria führt besonders in Afrika jährlich zu Millionen von Erkrankungen und Todesfällen. Vor allem Kinder sind betroffen. Mit Moskitonetzen, die gegen die nachtaktiven Mücken schützen, könnten viele Todesfälle vermieden werden. Ein solches „Schutzschild“ kostet nur 3 Euro.

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland und auch Gesundheitsämter haben bereits ihre Teilnahme an der Schul- und Spendenaktion „Kinder für Kinder gegen Malaria“ des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. zugesagt und mit eigenen Spendenaktionen begonnen. Helfen auch Sie mit Spenden an:

Deutsches Grünes Kreuz e.V., Stichwort Malaria
Commerzbank Kassel
BLZ: 520 400 21, Konto-Nr.: 28 80 2 35 00

Überwiesen wird das Geld an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die seit Jahren die große Kampagne „Roll back Malaria“ durchführt. Die mitwirkenden Schulen können zahlreiche attraktive Preise gewinnen.

Mehr Informationen finden Sie auf www.dgk.de.


Hinweis für Journalisten:

Auch Sie können uns unterstützen: mit einer kostenlosen Anzeige in Ihrer Zeitung. Wir senden Ihnen die gewünschten Matern selbstverständlich gerne sofort zu, E-Mail an presseservice(à)kilian.de genügt!


Salmonellen: die unterschätzte Gefahr
(2.884 Zeichen)

(dgk) Weihnachten ist nicht nur die Zeit der Besinnlichkeit. Seit jeher ist es auch das Fest der Schlemmerei und des Genießens. Lachs mit selbst gemachter Mayonnaise, Vitello Tonnato, gefüllte Hähnchen: Festliche Mahlzeiten, die jedoch, neben der fast unvermeidlichen Gewichtszunahme, eine Gefahr in sich bergen – die Infektion mit Salmonellen. Diese Bakterien gehören weltweit zu den häufigsten Krankheitserregern und können schwerste Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen.

Eine Salmonellose äußert sich durch starke Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Fieber und kann bei Kindern sowie kranken oder alten Personen im Extremfall zum Tod führen. Die Krankheit ist meldepflichtig, mindestens 70.000 Menschen erkranken in jedem Jahr an einer Salmonellose. Experten schätzen die Dunkelziffer jedoch um das Zehn- bis Zwölffache höher.

Auch wenn die Salmonellen-Infektion in den meisten Fällen nach etwa einer Woche wieder abklingt, ist der Gang zum Arzt wichtig. Durchfälle verursachen den Verlust von Flüssigkeit und Mineralien, die unbedingt ersetzt werden müssen. Eine labormedizinische Untersuchung von Stuhlproben ermöglicht den Nachweis von Salmonellen. Stuhluntersuchungen sind auch zur Nachkontrolle vorgeschrieben – so lange, bis hintereinander drei Proben frei von Erregern sind.
Salmonellen kommen fast überall vor. Ihr natürlicher Lebensraum ist der Darm von Haus- und Nutztieren sowie des Menschen. In geringerem Maße kann man Salmonellen auch im Wasser, im Boden, auf Pflanzen und in Futtermitteln nachweisen.
Schützen kann man sich vor allem durch gute Hygiene in der Küche. Die Hände sollten vor und nach der Essenszubereitung gewaschen werden. Besonders häufig werden Salmonellen durch rohe Eier oder durch nicht völlig durchgegartes Fleisch, vor allem Geflügel, übertragen. Hähnchen müssen daher gut durchgebraten werden, da Mikroorganismen keine Hitze über 70 Grad vertragen. Auf Speisen wie Mayonnaise, die mit rohen Eiern zubereitet werden, sollte man möglichst ganz verzichten. Lebensmittel, die als mögliche Träger von Salmonellen gelten, müssen strikt getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt werden.
Weiter ist es ratsam, Küchentücher häufig zu wechseln, Küchengeräte nach Gebrauch heiß zu spülen sowie Auftauwasser von gefrorenem Fleisch und Geflügel nicht mit anderen Lebensmitteln zusammen zu bringen.

Andere Maßnahmen zur Prophylaxe existieren – zumindest für den Menschen – nicht. Seit 1994 gibt es in Deutschland die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht, alle Hühnerbestände, die zum Konsum (Fleisch- oder Eierproduktion) bestimmt sind und aus mehr als 250 Junghennen bestehen, gegen Salmonellen zu impfen.
Geimpft wird zumeist über das Trinkwasser mit Lebendimpfstoffen gegen die Bakterien Salmonella typhimurium und/oder Salmonella enteritidis. Dies scheint jedoch keinen andauernden Schutz zu bieten, da trotz der Impfung noch ein relativ hoher Prozentsatz an Tieren positiv ist. Abhilfe könnte ein neuer Geflügel-Impfstoff schaffen, der den Tieren intramuskulär verabreicht wird. Der Kombinationsimpfstoff wirkt gegen die beim Menschen am häufigsten an Infektionen beteiligten Salmonellenstämme. Er reduziert die Übertragung von Salmonellen auf andere Tiere oder Menschen und verhindert die Ausscheidung von Salmonellen, zum Beispiel über die Eier signifikant. Gegenüber der herkömmlichen Impfung über Wasser weist der neue Impfstoff somit deutliche Vorteile auf und kann die Gefahr von Salmonellen-Infektionen zukünftig deutlich senken.

Stellen Sie an sich oder in Ihrem näheren Umfeld Symptome fest, die auf eine Salmonellose hinweisen, so wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Hausarzt.


Kinderlos durch Chlamydien
Die häufigste, oft unerkannte Geschlechtskrankheit
(4.000 Zeichen)

(dgk) Bakterien, so genannte Chlamydien, beschäftigen zunehmend die Ärzte. Nach Untersuchungen der Universitätsfrauenklinik in Freiburg sind in Deutschland etwa 1,1 Million Menschen mit Chlamydia trachomatis (Ct) infiziert. Die Infektion ist damit 50 bis 100 Mal häufiger als der Tripper.1 Meist sind die Infektionen symptomlos oder -arm, jedoch deshalb keineswegs harmlos. Aus diesem Grund kommt der rechtzeitigen Früherkennung eine besondere Bedeutung zu, betont Professor Dr. Eiko Petersen, Leiter der Sektion „Gynäkologische Infektiologie“ der Universitätsfrauenklinik Freiburg.

Chlamydien werden durch Geschlechtsverkehr, sehr viel seltener durch Schmierinfektion (Kontaktinfektion) übertragen, deshalb können sich auch Kinder bei der Geburt infizieren.
Fast 90 Prozent der Frauen und Männer haben nach der Infektion mit Chlamydien nur geringfügige oder gar keine Beschwerden. Folgende Symptome können Hinweis auf eine Infektion sein:

Bei Männern ist die Entzündung der Harnröhre das häufigste Symptom. Das Harnlassen kann trotz gleichzeitigem Harndrang erschwert sein. In der Harnröhre entsteht ein ziehender Schmerz. Es kommt zu eitrigem Ausfluss. Bei Männern kann die Infektion nur wenig aufsteigen und zu einer Entzündung des Nebenhodens führen.

Bei Frauen kommt es zu vermehrtem gelbklebrigem Ausfluss, Zwischenblutungen und Kontaktblutungen. Die Infektion beschränkt sich zunächst auf den Gebärmutterhals und die Harnröhre. Sie kann jedoch in die Gebärmutterhöhle und in die Eileiter aufsteigen. Dies führt zu einer langwierigen Infektion der Eileiter (so genannte Adnexitis). Diese Entzündung geht meist nur mit mäßigen Bauchschmerzen einher. Bei 10 bis 20 Prozent kommt es auch zu einer Entzündungsreaktion in der Umgebung der Leber (Perihepatitis), das zu Schmerzen in der rechten Schulter führt. Auch ein chronischer Befall der Gelenke, häufig Kniegelenk, mit erheblichen Beschwerden ist möglich.

Die Erreger sind bei Frauen häufiger als bislang angenommen die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit. Der Gynäkologe Petersen schätzt, dass bundesweit etwa 100.000 Frauen aufgrund einer Chlamydieninfektion keine Kinder bekommen können. Bei Schwangeren ist zusätzlich das Baby gefährdet: Die Erreger werden in etwa 40 Prozent auf die Augen des Neugeborenen übertragen, wo sie eine Entzündung (Konjunktivitis) verursachen. Seltener sind eine Lungenentzündung oder eine chronische Genitalinfektion.

Die Chlamydien wandern langsam vom Muttermund über die Gebärmutterschleimhaut bis in die Eileiter, wo sie bei etwa 40 Prozent der infizierten Frauen nachgewiesen werden können. Hier richten sie erhebliche Schäden an: Als Folge einer Eileiterentzündung entstehen Vernarbungen und der Eileiter ist nicht mehr durchgängig. Die Konsequenzen: Sterilität und Eileiterschwangerschaften. Bei bestehender Sterilität gibt es nur noch mit Hilfe der modernen Fortpflanzungsmedizin Hoffnung auf ein eigenes Kind. Aber auch während einer Schwangerschaft ist die Infektion mit Chlamydien gefährlich.

Eine rechtzeitig behandelte Chlamydieninfektion zieht in der Regel keine Folgeschäden nach sich. Seit 1995 gibt es deshalb für alle Schwangeren einen Chlamydienvorsorgetest. Die Ergebnisse sind allerdings mehr als unsicher, da in der Regel billige Schnelltests zum Einsatz kommen. Besser und zuverlässiger sind die so genannten PCR-Tests. Diese innovativen Testverfahren, die auf dem so genannten Genamplifikationsverfahren beruhen, sind in Deutschland jedoch im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge nicht zugelassen, da sie anfänglich deutlich teurer waren und werden deshalb bis heute nicht von den Krankenkassen bezahlt.

„Wichtig ist vor allem, dass bei Paaren beide Partner untersucht und behandelt werden“, betont Petersen. „Die frühzeitige Diagnose ist mittels innovativer Testmethoden möglich und könnte helfen, Folgekrankheiten – und somit auch Folgekosten – zu vermeiden bzw. zu reduzieren“. Petersen rät besonders Frauen zwischen 15 und 25 Jahren sowie 20- bis 30-jährigen Männern insbesondere bei Partnerwechsel, sich mindestens einmal im Jahr unter-suchen zu lassen. Wird eine Infektion erkannt, ist eine mindestens zehntägige Antibiotikabehandlung (mit Doxicyclin, in der Schwangerschaft mit Makroliden oder Amoxicillin) – auch in der Schwangerschaft – unumgänglich.
Die Therapie kann aber nur erfolgreich sein, wenn der Sexualpartner der Patientin mitbehandelt wird. Petting schützt nicht vor der Übertragung von Chlamydien, da sie auch im äußeren Genitalbereich vorkommen können.
Petersen zum Vorsorgetipp: „Den besten Schutz bieten immer noch Kondome, wenn sie konsequent getragen werden.“

Quelle:
1 Fünf von hundert Teenagern und zehn Prozent aller 17-jährigen Mädchen leiden an einer Chlamydieninfektion. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Berliner Untersuchung an insgesamt 92 Schulen, initiiert von der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V. (ÄGGF) unter Leitung von Dr. Gisela Gille und und Dr. Christine Klapp . (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Ge-burtshilfe e.V., Presse-Information Nr. 9, 15.9.2004)


Gesund durch Schnee und Eis
Heiße Tipps für kalte Tage
(2.414 Zeichen)

(dgk) Statt Schneemannbauen und gemütliche Spaziergänge durch den Winterwald unternehmen, die Weihnachtstage mit Fieberthermometer im Mund und Wärmflasche im Bett verbringen? Das muss nicht sein. Stärken Sie Ihr Immunsystem für die kommende „Eiszeit“.

Härten Sie sich ab: Wenn es draußen stürmt und schneit, ist wohlig warmes Wasser Balsam für Körper und Seele. Ob Saunabesuche, Wechselduschen oder Dampfbäder – der Effekt ist derselbe: Der Wechsel von warm nach kalt härtet ab, erfrischt Körper und Seele, kurbelt die Durchblutung an und bringt Ihr Immunsystem in Hochform. Sauna und Dampfbad sind zudem Rastplätze, wo die Wärme seelische und körperliche Anspannung einfach wegschmilzt.

Raus an die frische Luft! Auch wenn’s stürmt und schneit – ein Spaziergang tut nicht nur Ihrem Körper, sondern auch Ihrer Seele gut. Und das ist wiederum Doping für Ihre Abwehrzellen. Sauerstoff ist aber quasi das Lebenselixier für jede unserer Zellen. Gelangt zu wenig in unsere Blutbahnen, werden wir schlapp, unkonzentriert und lustlos.

Vitamine: Genießen Sie die Früchte des Winters! Orangen, Clementinen, Mandarinen sind voll mit der Wunderwaffe gegen Erkältungsviren. Damit machen Sie Ihren Körper zu einer uneinnehmbaren Festung.

Viel Schlaf: Stress und Schlafmangel schwächen die körpereigenen Abwehrkräfte. Wer beides vermeidet, hat bessere Chancen, keine Erkältung zu bekommen.

Hautpflege: Im Winter ruhig dick auftragen. Die Haut ist im Winter besonders schutzbedürftig. Wenn die Temperatur sinkt, reduziert sie nämlich ihre Fettproduktion und stellt sie ab acht Grad plus komplett ein. 60 bis 95 Prozent Luftfeuchtigkeit sind für die Haut ideal. Trotz Regen und Schnee ist die Luft im Winter aber trockener als im Sommer. Heizungsluft bringt zudem Saharaklima in geschlossene Räume. Damit die Haut nicht ausdörrt und in Rekordzeit knittert, bedarf sie jetzt einer besonders sorgfältigen Pflege.

Mütze auf: Empfindliche Menschen, die zu häufigen Kopfschmerzen neigen, sollten im Winter immer eine Mütze tragen. Durch den Kältereiz können sich die dünnen Muskeln auf der Schädeldecke krampfartig zusammenziehen und Schmerzen verursachen. Wärme und vorsichtige Massagen helfen, den Muskel wieder zu lockern.

Wenig trinken macht es Viren leicht: Damit die Schleimhäute Erkältungs- oder Grippe-Erreger optimal abhalten können, müssen sie immer schön feucht sein. Und das sind sie nur mit ausreichend Flüssigkeit (circa zwei Liter pro Tag). Doch während der kalten Monate trinken die meisten Menschen viel zu wenig, weil das Durstgefühl fehlt. Ein warmer Tee hingegen beugt vor.

Gegen Grippe impfen: Empfohlen wird die Grippe-Impfung vor allem für Menschen ab 60 Jahre, für chronisch Kranke mit Asthma, Herz-Kreislauf-Problemen und Bluthochdruck wie auch für Menschen, die in medizinischen und pflegenden Berufen arbeiten.

Gesund durch Schnee und Eis

Foto: MEV


Erfrierungen beim Wintersport
Ohne Frostbeulen von der Piste
(3.230 Zeichen)

(dgk) Zwar werden die Winter immer milder – doch es gibt sie immer noch, vor allem beim Wintersport: Erfrierungen, die schlimmstenfalls sogar zum Absterben vor allem von Fingern oder Zehen führen können. Vorbeugen ist einfach: Warme Kleidung und – ganz wichtig – grundsätzlich keinen Alkohol beim Wintersport.

Raus aus dem Büro und rauf auf die Skipiste. Nach diesem Motto begeben sich im Winter jedes Wochenende hunderttausende von Ski-Fans unnötig in Gefahr, riskieren bei solchen Kaltstarts Bänderdehnungen und -risse. Unvorbereitet und mit kalter Muskulatur würde sich kein Profi auf die Piste wagen. Optimalerweise bereits sechs Wochen vor der ersten Abfahrt sollten Sie mit regelmäßigen „Trockenübungen“ beginnen, die Sie auf die Piste vorbereiten. Das raten Sportmediziner.

Nicht nur zum Apres Ski wird gern auf der Hütte Alkoholisches getrunken. Die Kälte wird dann kaum noch bemerkt. Warnhinweise wie Kribbeln an Zehen, Fingern oder Nase werden ignoriert. Auch falscher Ehrgeiz ist dafür verantwortlich, dass Erfrierungen mit zum Teil gravierenden Folgen auftreten. Dabei handelt es sich um durch Kälte hervorgerufene, lokale Gewebeschäden. Sie haben nichts mit einer Unterkühlung zu tun: Darunter versteht man ein Absinken der Körpertemperatur unter 35 Grad Celsius. Dies ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der jeden Winter vor allem viele Obdachlose ereilt.

Bei Erfrierungen unterscheidet man ähnlich wie bei Verbrennungen verschiedene Schweregrade. Leichte Erfrierungen, bei der die Haut bläulich-weiß marmoriert aussieht, werden als Erfrierungen ersten Grades bezeichnet. Das Aufwärmen bei oberflächlichen Erfrierungen ist häufig schmerzhaft. Es bleiben in der Regel keine Schäden zurück. Bei einer Erfrierung zweiten Grades ist die Haut tiefrot bis violett und fühlt sich sehr kalt an. Beim dritten Grad ist die Haut eiskalt, weiß, gefühllos und hart, und stirbt ab. Nach dem Auftauen verfärben sich die abgestorbenen Stellen schwarz. Es kommt zu bleibenden Schäden der betroffenen Körperstellen. Jede Erfrierung erscheint anfangs wie eine Erfrierung ersten Grades. Die Folgeschäden mit Blasenbildung und absterbenden, schwarzen Gewebe treten erst nach einer Zeit von mehr als 24 Stunden auf. Das Ausmaß einer Erfrierung dritten Grades ist unter Umständen erst nach Wochen erkennbar.

Bringen Sie eine unterkühlte Person nach Möglichkeit an einen warmen Ort. Lockern Sie zu enge Kleidung und ziehen Sie nasse Kleidung aus. Bei leichteren Erfrierungen erwärmen Sie die betroffenen Stellen – Wangen, Nase, Finger oder Zehen – mit der eigenen Körperwärme, mit warmen, trockenen Kleidungsstücken oder unter warmem Wasser. Bei stärkeren Erfrierungen müssen Sie unbedingt den Notarzt benachrichtigen. Halten Sie die betroffenen Körperteilen möglichst ruhig und bewegen Sie sie nicht. Erfrorene Körperstellen nie mit Schnee abreiben. Geben Sie dem Betroffenen etwas Warmes zu trinken. Erwärmen Sie den gesamten Körper durch zusätzliche Kleidung oder Decken.

Warm anziehen heißt es auch für Radler und Jogger im Winter. Bei Temperaturen unter minus zehn Grad hilft selbst beim Laufen kaum noch etwas gegen den Frost; beim Radsport ist die kritische Zone bereits bei minus fünf Grad erreicht. Schutz gegen klirrende Kälte bietet atmungsaktive Kleidung, in der man nicht ins Schwitzen gerät – denn das ließe den Körper rasch auskühlen.

Für beide Sportarten gilt auf jeden Fall die winterliche Empfehlung einer verlängerten Warmlaufphase; Radsportler sollten zudem Streckenprofil und Geschwindigkeit den Temperaturen anpassen. Um das Immunsystem von Wintersportlern zu stärken, helfen regelmäßige Saunagänge und eine vitaminreiche Ernährung mit viel Vitamin A, zum Beispiel in Möhren, Vitamin C wie in Zitrusfrüchten, sowie einer konstanten Zufuhr von Zink, zum Beispiel in Fleisch.


Tipps für die Hausapotheke
Oft ist erst mal Ausmisten angesagt
(2.130 Zeichen)

(dgk) In so manchem Arzneischränkchen findet sich ein Sammelsurium uralter Pillen, ausgequetschter Salbentuben ohne Beipackzettel und Pflaster aus Großmutters Beständen. Schlimmstenfalls liegen zwischen abgelaufenen Arzneien auch noch Pflan-zendünger, Entwurmungsmittel für die Katze und Nagellackentferner. Bei einem Notfall kann dies fatale Folgen haben.

Auch wenn es ein wenig Arbeit macht: Mindestens einmal (besser noch zweimal) im Jahr ist es Zeit, die Hausapotheke gründlich auszumisten und auf den aktuellen Stand zu bringen, rät der Ratgeber aus Ihrer Apotheke.

    • Abgelaufene Medikamente müssen entsorgt werden.
    • Angebrochene Säfte, Tropfen oder Salben können schon vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums unbrauchbar sein. Die Angabe „Nach dem Öffnen haltbar bis…“ gibt Aufschluss darüber, wie lange die Arzneien brauchbar sind. Tipp: Notieren Sie das Anbruchdatum auf der Packung.
    • Auch Verbandmaterial ist nicht ewig haltbar. Prüfen Sie, ob Mullbinde und Co. noch sauber und elastisch sind. Die Verpackungen von Verbandzeug und Pflastern müssen un-versehrt sein – sonst sind diese nicht mehr steril.


Grundsätzlich gehören in jede Hausapotheke: Wundpflaster in verschiedenen Größen, Heftpflaster, Mullbinden und elastische Binden, sterile Kompressen, Brandwundenverbandpäckchen, Verbandwatte, Sicherheitsnadeln und Verbandklammern. Bei den Arzneimitteln sollten Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Erkältungen (z. B. Nasentropfen oder -spray, Lutschtabletten oder Gurgellösung gegen Halsschmerzen, Hustensaft), gegen Magen-Darm-Infektionen (z. B. Zäpfchen gegen Übelkeit und Erbrechen, Tabletten gegen Durchfall), Salbe gegen Prellungen und Verstauchungen, Salbe oder Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche, Wunddesinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe sowie Medikamente, die individuell verordnet wurden, nicht fehlen. Fieberthermometer, Schere, Pinzette und Einmalhandschuhe sollten ebenfalls griffbereit sein.

Eine kleine, sinnvoll zusammengestellte Hausapotheke ermöglicht Ihnen leichte Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen selbst zu behandeln und im Notfall Erste Hilfe zu leisten. Sinnvoll ist es daher auch, in der Hausapotheke eine Anleitung für die Erste Hilfe bei Verletzungen aufzubewahren. Auch wichtige Notfall-Telefonnummern und ein Notdienstkalender sollten dort ihren Platz haben.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im nächsten Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 12B/2004 (15. Dezember B/2004).


Diabetischer Fuß
Hautpflege ist besonders wichtig
(3.284 Zeichen)

(dgk) Bis 2010 wird die Zahl der Diabetiker in Deutschland von derzeit 6,3 Millionen auf voraussichtlich 10 Millionen steigen. Immer mehr Menschen haben Übergewicht und sind gefährdet, an Diabetes zu erkranken. Dies betrifft auch Kinder und Jugendliche. Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 22 Millionen Kinder unter fünf Jahren zu dick. Über 17 Millionen davon leben in den Industriestaaten. Und jedes von ihnen hat ein erhöhtes Diabetes-Risiko.

Der diabetische Fuß ist eine der gravierendsten Folgeerkrankungen des Diabetes. Meist wird er durch jahrelangen schlecht eingestellten Diabetes ausgelöst, was zu Nerven- und Blutgefäßschäden und vermehrten Infektionen führt. Die Betroffenen haben meist kein Schmerz-, Druck- und Temperaturempfinden mehr. Dadurch werden drückende Schuhe und Verletzungen häufig nicht wahrgenommen. Die Haut von Diabetikern ist zudem sehr trocken und spröde und damit anfälliger. In der Folge treten kleine Wunden auf, die sich leicht entzünden und schlecht heilen. In Extremfällen können sie zu offenen Geschwüren werden, die bis zum Knochen reichen. Dann ist manchmal eine Amputation der Zehen oder des Fußes nicht mehr zu vermeiden. Im Jahre 2000 wurden in Deutschland bei Diabetikern etwa 28.000 Amputationen an den unteren Extremitäten durchgeführt. Dies hat für die Betroffenen schwerwiegende gesundheitliche und soziale Konsequenzen.

Menschen mit Diabetes sollten deshalb täglich ihre Füße genau inspizieren, auch von unten, am besten mit einem Spiegel – oder, falls sie dazu nicht in der Lage sind, jemand anderes darum bitten. Bei Druckstellen, Verletzungen oder Entzündungen sofort den Arzt aufsuchen.
Gute Fußpflege ist für Diabetiker unverzichtbar. Das fängt bei der Wahl der Schuhe an: Sie dürfen nicht zu eng sein und müssen den Zehen genug Spielraum lassen. Tägliches Waschen der Füße mit lauwarmem Wasser, milder Seife und ohne Bürste ist durchaus sinnvoll. Die Füße sollten nach dem Waschen sorgfältig mit einem weichen Handtuch oder auch einem Fön getrocknet werden; dabei ist vor allem darauf zu achten, dass die Zehenzwischenräume trocken sind.

Tägliches Eincremen zur Vermeidung von trockener, rissiger Haut ist unumgänglich. Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass der Haut vor allem Feuchtigkeit fehlt. Die alte Empfehlung, fettreiche Cremes zu benutzen, ist heutzutage völlig überholt. Der Fettfilm stört die Hautatmung und den nötigen Wärmeaustausch. Die Haut braucht eine Pflege, die ihr genügend Feuchtigkeit spendet. Dabei kommt oft Harnstoff (lat. Urea pura) zum Einsatz, der durch seine feuchtigkeitsspendende Eigenschaften der Haut wieder Elastizität und Geschmeidigkeit gibt. Trockene, rissige, entzündete und juckende Haut erhält wieder ihren natürlichen Schutz. Üblich waren bisher nur 12-prozentige Zubereitungen. Die Behandlung mit 40-prozentiger Harnstoffcreme, einer in Deutschland erst seit kurzem erhältlichen Konzent-ration, ist eine schonende Methode, störende Hornhaut los zu werden und den Füßen gleichzeitig Feuchtigkeit zuzuführen.

Medizinische Studien, durchgeführt nach strengen wissenschaftlichen Kriterien (kontrollierte Doppelblindstudien), haben gezeigt, dass eine solche Creme den Hautzustand schon nach zweiwöchiger Anwendung wahrnehmbar verbessert. Das Gute: Harnstoff ist praktisch nebenwirkungsfrei. Zu beachten ist allerdings, dass eine Anwendung bei verletzter Haut sowie Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff unterbleiben sollte. 40-prozentige Harnstoffcreme ist nur in der Apotheke erhältlich.

Vorsichtsmaßnahmen bei diabetischem Fuß

    • Verwenden Sie für die Fußpflege Bimsstein und Pfeile statt Hobel und Schere.
    • Laufen Sie im Schwimmbad und im Hotel nie barfuß.
    • Überprüfen Sie das Badewasser immer mit einem Thermometer, das Wasser sollte maximal 35°C warm sein.


Quelle: Ademola J, Frazier C, Kim SJ, Theaux C, Saudez X.: Clinical evaluation of 40% urea and 12% ammonium lactate in the treatment of xerosis. Am J Clin Dermatol. 2002;3(3):217-22.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Wenn Stress am Kieferknochen nagt
Risiko für Parodontitis steigt
(2.985 Zeichen)

(dgk) Etwa 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland hat Parodontitis in einem Ausmaß, dass die Erhaltung einzelner Zähne gefährdet scheint. Bei etwa 40 Prozent sind immerhin leichte parodontale Schädigungen nachzuweisen. Damit ist die Krankheit bei Erwachsenen weitaus verbreiteter als Karies.

Mangelhafte Mundpflege gilt als Hauptursache für Parodontitis. Es sind aber auch bestimmte Risikofaktoren bekannt, die die Entstehung dieser Krankheit begünstigen. Hierzu gehören Diabetes, Osteoporose, Rauchen und Stress. Dass Zähne auf Dauer auch durch perma-nenten Stress in Mitleidenschaft gezogen werden können, wird derzeit jedoch noch viel zu wenig beachtet.

„Vor Ärger mit den Zähnen knirschen“: Es ist Tatsache, dass viele Menschen unbewusst dazu neigen, bei starker Anspannung, hoher Konzentration oder in belastenden Situationen die Kaumuskulatur anzuspannen. Im Durchschnitt werden tagsüber alle zehn Minuten einmal die Zahnreihen aufeinander gepresst. Das Kauorgan ist auf diese Durchschnittsbelastung normalerweise eingerichtet. Ist das Aufeinanderpressen jedoch ein häufiger und vor allem andauernder Vorgang, dann liegt eine Funktionsstörung vor. Mindestens acht Prozent der Bevölkerung leiden wenigstens einmal die Woche unter Bruxismus – wie Zähneknirschen von Medizinern genannt wird. Durch die mechanische Belastung kann es zu Absplitterungen von kleinen Zahnteilen bis hin zu Schäden an Plomben, Inlays und Kronen kommen.

Stress kann aber nicht nur durchs Knirschen für Zähne und Zahnfleisch gefährlich werden. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. rer. nat. Renate Deinzer vom Institut für Medizinische Psychologie und Poliklinik für Parodontologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, bestehend aus Psychologen, Zahnärzten, Immunbiologen und Humanmedizinern, beschäftigt sich seit längerem mit der Frage, ob psychische Belastungen tatsächlich das Parodontitisrisiko steigern. Die bisherigen Studien belegen, dass Stress oft verbunden ist mit mangelnder Mundhygiene sowie verstärkten Entzündungsreaktionen. „Beide Faktoren gemeinsam könnten mit verantwortlich sein für die häufig beobachteten Assoziationen zwischen Stress und Parodontitis“, so Deinzer.

In Stress-Situationen ist die Immunabwehr des Körpers geschwächt, wodurch sich Bakterien, die in der Mundflora immer vorhanden sind, leichter und ungebremster vermehren können. Außerdem putzen sich erfahrungsgemäß viele gestresste Menschen seltener und weniger gründlich die Zähne. Durch das Vernachlässigen der Mundhygiene kommt es zu einer vermehrten Plaquebildung und dadurch zu einem erhöhten Risiko für Karies und Zahnfleisch-entzündungen, Experten zufolge vor allem für die Zahnfleischerkrankung Parondontitis. In Stresssituationen wie Prüfungszeiten kann es deshalb zu regelrechten Parondontitisschüben auch bei jungen Menschen kommen.

Patienten, so Deinzer, sollten über diese Zusammenhänge aufgeklärt werden, zumal die stressbedingte Vernachlässigung der Mundhygiene offensichtlich nicht bewusst abläuft. Eine Verschlechterung der Mundhygienesituation kann aufgefangen werden durch häufigere Kontrolluntersuchungen und professionelle Zahnreinigung. Ziel dabei ist es, die Mundflora auf einem möglichst ausgeglichenen Niveau zu halten, bis die Stresssituation vorüber ist.

Weitere Informationen finden Sie auf wwww.rundum-zahngesund.de, der Webseite der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V.

Quellen:
Renate Deinzer; Stress und Parodontitis. Studien zum Einfluss von Stress auf parodontitisrelevante Parameter, Lengerich 2002, ISBN 3-936142-83-1; Stress und Parodontitis: Neue Erkenntnisse zu einer alten Vermutung, IDZ Nr. 2/2004, 2. Juni. S. 3-16
Kontaktadresse:
PD Dr. Renate Deinzer, Institut für Medizinische Psychologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Postfach 10 10 07, 40001 Düsseldorf, Tel.: 0 211 / 81 - 13 016; Fax: 0 211 / 81 - 13 015; E-Mail: renate.deinzer(à)uni-duesseldorf.de


MELDUNGEN

Füttern, Essen und Ernährung in der frühen Kindheit
Wissenschaftliches Symposium: Entwicklung, Störungen und frühe Hilfen
(3.000 Zeichen)

(dgk) „Nein, meine Suppe ess' ich nicht!“ Frühkindliche Fütter- und Ernährungsstörungen umfassen ein vielfältiges Spektrum von Mangelernährung und Dystrophie bis zu Überernährung und Adipositas: Essunlust, Nahrungsverweigerung, panische Abwehr, provokatives Würgen und Erbrechen, wählerisches Essverhalten, Überfütterung, Dauernuckelflasche und frühe suchtartige Essgewohnheiten sind nicht selten. Die Gründe für solche Störungen können ebenfalls vielfältig sein. Wie wichtig die Weichenstellung im frühen Kindesalter ist, zeigen aktuelle Untersuchungen in Bayern: Bereits heute sind rund 10 Prozent der Schulanfänger übergewichtig, unter ihnen rund 3,5 Prozent bereits adipös.

Frühkindliche Fütter- und Essstörungen betreffen etwa 15 bis 25 Prozent aller gesunden Säuglinge, noch häufiger treten sie auf bei Kindern mit schweren neuromotorischen Entwicklungsstörungen, organisch bedingten Appetit- und Stoffwechselstörungen sowie nach extremer Früh- und Mangelgeburtlichkeit.

„Trotz der hohen Prävalenz und Persistenz der Störungen, ihrer gesundheitlichen Risiken und langfristigen Gefährdung der körperlichen, emotionalen, sozialen und mentalen Entwicklung des Kindes, der frühen Bindungsprozesse und Eltern-Kind-Beziehungen fehlt es bundesweit an frühpräventiver Beratung und an wirksamen ambulanten und stationären Behandlungsangeboten, die der komplexen multifaktoriellen Genese gerecht werden“, so Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hubertus von Voss.

Der Verein „Kinder im Zentrum – für Kinder e.V.“ lädt gemeinsam mit dem Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Fachklinik für Sozialpädiatrie und Entwicklungsrehabilitation, Kinderzentrum München, vom 21. bis 23. Januar 2005 zu einem interdisziplinären wissenschaftlichen Symposium ein.

Unter dem Titel „Füttern, Essen und Ernährung in der frühen Kindheit: Entwicklung, Störungen und frühe Hilfen“ werden aktuelle Forschungsergebnisse und langjährige diagnostische und therapeutische Erfahrungen in Bezug auf drei klinische Störungskomplexe zur Diskussion gestellt: frühkindliche Fütter- und Gedeihstörungen (überwiegend ohne primäre somatische Ursache), organisch und neuropädiatrisch bedingte Fütter- und Gedeihstörungen im Rahmen schwerer komplexer Entwicklungsstörungen und Adipositas des Kindesalters. Inhaltlich stehen Symptomatologie, Epidemiologie, Entwicklungsgenese, Prognose und multimodale interdisziplinäre Behandlungskonzepte im Vordergrund.

In einem Workshop werden bewährte multimodale Behandlungskonzepte praxisnah, videogestützt und fallorientiert vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert.

Die Einladung richtet sich insbesondere an Kinderärzte, Kinderkrankenschwestern, Logopäden, Psychologen, Erzieherinnen und an alle in Kinderkliniken, Neonatologie, Sozialpädiatrischen Zentren und im Bereich der Eltern-Säuglings-/Kleinkind-Beratung und -Psychotherapie tätigen Berufsgruppen.

Mehr Informationen und das komplette Programm finden Sie im Internet unter: www.kinderzentrum-muenchen.de oder www.dgk.de unter 'Veranstaltungen'.

Anmeldung und Informationen bei:
Kinder im Zentrum – Für Kinder e.V.
Frau Inge Bardenhagen, Trogerstr. 17, D-81675 München
Fax: 0 89 / 470 99 120
E-Mail: info(à)kinder-im-zentrum.de


Bundesweite Beratungswochen zum Thema „Naturmedizin hilft“
(1.874 Zeichen)

(dgk) Vom 14. bis 26. Februar 2005 informieren Apotheken umfassend über den Nutzen pflanzlicher und naturheilkundlicher Arzneien für die Gesundheit.

Pflanzliche Arzneimittel stehen laut Umfragen in der Beliebtheitsskala bei den Deutschen ganz weit oben. Seit Anfang 2004 werden die Kosten für verschreibungsfreie Medikamente allerdings nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Betroffen von dieser Gesetzesänderung sind vor allem pflanzliche und homöopathische Arzneimittel, genau jene Medikamente also, die sich bis dahin größter Nachfrage erfreut hatten.

Mit mehr oder weniger lautem „Murren“ dürfte die Mehrzahl der Bürger diese Maßnahme zur Kostensenkung im Gesundheitswesen inzwischen akzeptiert haben. Zu beobachten ist aber nach wie vor eine deutliche und nachhaltige Verunsicherung der Verbraucher. Warum sind diese Arzneimittel nicht mehr verordnungsfähig? Sind pflanzliche oder naturheilkundliche Arzneien vielleicht unwirksam? Weisen sie eventuell mehr unerwünschte Nebenwirkungen auf als synthetische Wirkstoffe?

Tatsache ist: Für die meisten pflanzlichen oder homöopathischen Medikamente liegen eindeutige Wirksamkeitsnachweise vor, durchweg sind diese Präparate zudem sehr gut verträglich. Auch wenn es absurd klingt: Gerade weil sie weniger Nebenwirkungen haben, konnten sie überhaupt aus der Rezeptpflicht herausgenommen werden.

Ohne Zweifel gibt es bei diesem Thema einen erheblichen Informationsbedarf in der Bevölkerung. Gemeinsam mit den deutschen Apothekern startet deshalb das Deutsche Grüne Kreuz e. V. eine groß angelegte Beratungsaktion. Unter dem Motto „Naturmedizin hilft!“ wer-den vom 14. bis 26. Februar 2005 zahlreiche Apotheken im gesamten Bundesgebiet über Nutzen und Chancen, aber auch über die Grenzen der Naturmedizin aufklären und die Fragen ihrer Kunden zu diesem Thema beantworten. Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. unterstützt diese Beratungswochen durch schriftliche Informationsmaterialien.

Nähere Informationen gibt es beim Koordinationsbüro Naturmedizin im Deutschen Grünen Kreuz e.V., Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, Tel. 0 64 21 / 293 - 150, Fax: 0 64 21 / 293 - 750,
E-Mail: roswitha.seim(à)kilian.de


Es brennt schneller als man denkt
Sicherheit durch vorbeugenden Brandschutz
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(dgk) Jährlich sterben in Deutschland etwa 800 Menschen an den Folgen von Wohnungsbränden, 60.000 Menschen erleiden Brandverletzungen, wie der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) mitteilt. Die meisten Opfer sterben durch giftige Rauchgase. Schon geringe Konzentrationen des Brandrauches können nach kurzer Zeit zur Bewusstlosigkeit führen. Eigene Versuche, den Flammen zu entkommen oder Mitbewohner zu retten, sind dann nicht mehr möglich.

Eine der häufigsten Brandursachen im Haushalt ist der leichtsinnige Umgang mit Feuergefahren. Wer schadhafte Stromleitungen und defekte Elektrogeräte selbst repariert oder sogar benutzt, handelt fahrlässig. Erste Anzeichen, die auf technische Defekte hinweisen, wie zum Beispiel ein Knistern im Fernsehgerät, Funken im Staubsauger, aber auch das wiederholte Rausspringen der Schutzsicherungen, sollten ernst genommen werden. Die Stecker der Geräte sollten sofort aus der Steckdose gezogen werden. Die Überprüfung der Leitungen und Geräte durch Fachbetriebe ist ratsam.

Ebenso leichtsinnig ist es, brennende Kerzen in der Nähe von leicht entflammbaren Materialien wie Gardinen oder Papier aufzustellen. Auch in der Küche ist Vorsicht geboten: Beim Frittieren und Braten können Fette in Brand geraten. Flammen aus der Bratpfanne oder Friteuse sollten niemals mit Wasser gelöscht werden, weil dadurch eine Fettexplosion ausgelöst wird. Weniger gefährlich ist das Ersticken der Flammen mit dem Topfdeckel oder einer speziellen Löschdecke. Im Kinderzimmer bestehen Brandgefahren durch Experimente mit Zündhölzern, sowie durch erhitzte Lampen, die von spielenden Kindern mit Tüchern und Papier abgedunkelt werden.

Die Aktion „Brandschutz ist Lebensschutz“ stellt eine Info-Fibel mit dem Titel „Brandschutz – wie beuge ich zuverlässig vor“ zur Verfügung, die kostenfrei angefordert werden kann. Adresse: Aktion „Brandschutz ist Lebensschutz„, Postfach 1827, 73408 Aalen. Bei Einzelanforderungen bitte einen rückadressierten und mit 0,55 EUR frankierten Umschlag einsenden.


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Insulin-Behandlung verschlechtert Sehkraft von Diabetikern nicht
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(dgk/DDZ) Im Anfangsstadium der Krankheit können Typ 2 Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel meist noch mit Tabletten regulieren. In einem späteren Stadium muss die Behandlung dann allerdings oft auf Insulinspritzen umgestellt werden. Wie sich dieser Therapiewechsel auf die bei Diabetikern häufige Netzhauterkrankung (Retinopathie) auswirkt, wurde jetzt in einer englischen Beobachtungsstudie untersucht.

An der Studie nahmen 294 Typ 2 Diabetiker aus dem Vorsorge-Untersuchungs-Programm im Newscastle Diabetes-Centrum teil, deren Behandlung zwischen 1996 und 1999 von Tabletten auf Insulin umgestellt worden war. Die Teilnehmer waren älter als 30 Jahre, hatten jährlich Fotografien des Augenhintergrunds erhalten und bei Beginn der Insulinbehandlung seit mehr als zwei Jahren Diabetes. Als Kontrollgruppe wurden 70 Typ 2 Diabetiker drei Jahre lang beobachtet, die weiterhin ihre Tabletten gegen erhöhten Blutzucker erhalten hatten. Von jedem Auge waren jeweils zwei Fotos zur Beurteilung der diabetischen Netzhauterkrankung gemacht worden. Die Beurteilung erfolgte nach der EURODIAB-Klassifikation: keine, minimale, mäßige bis schwere nicht proliferative diabetische Retinopathie (ohne Gefäßwachstum) und proliferative Retinopathie (mit Gefäßwachstum).

Vor Beginn der Insulinbehandlung hatten 65,7 Prozent der Insulingruppe und 68,6 Prozent der Kontrollgruppe keine diabetische Netzhauterkrankung, 26,6 Prozent (27,1 Prozent) eine minimale, 3,7 Prozent (4,3 Prozent) eine moderate und 1 Prozent eine schwere nicht proliferative diabetische Retinopathie. Insgesamt wurden 284 Patienten über drei Jahre und 127 Patienten über fünf Jahre von Beginn ihrer Behandlungsumstellung beobachtet.

Bei den Typ 2 Diabetikern, die zu Beginn der Insulinbehandlung keine Netzhauterkrankung hatten, entwickelte sich nur selten eine klinisch bedeutsame Netzhauterkrankung (2,6 Prozent bei dreijähriger, 9,4 Prozent bei fünfjähriger Beobachtung).
Als unabhängige Risikofaktoren für die Entwicklung einer Netzhauterkrankung wurden eine längere Diabetesdauer, ein zu Behandlungsbeginn höherer HbA1c-Wert und höhere mittlere HbA1c-Werte ermittelt. Bestand zu Beginn der Beobachtungszeit bereits eine Netzhauterkrankung, so zeigte sich – wie in früheren Studien ebenfalls beobachtet – eine gleichmäßige Verschlechterung der Netzhauterkrankung, weitgehend unabhängig von der Art der weiteren Behandlung und auch trotz verbesserter Blutzuckereinstellung.

Die Autoren der Studie nehmen an, dass das Risiko der gravierenden Verschlechterung einer Retinopathie durch den Beginn einer Insulinbehandlung bei Typ 2 Diabetes bisher überbewertet worden ist. Weitere Studien mit vergleichbarer einheitlicher Retinopathie-Klassifikation und Fotografie des Augenhintergrundes (auch 7-Feld-Fundusfotos) müssen abgewartet werden, um das Problem eines möglichen Fortschreitens einer Netzhauterkrankung nach Insulinbehandlung weiter untersuchen und beurteilen zu können.
(Dr. med. Melanie Stapperfend, Deutsches Diabetes-Zentrum Düsseldorf)

Quelle: ARUN CS , Pandit R, Taylor R. Long-term progression of retinopathy after initiation of insulin therapy in Type 2 diabetes: an observational study. Diabetologia 2004;47:1380-4

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 – 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103


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