DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz dgk, Jg. 45, 11 - 2004 - Themen: Qualitätskriterien für Hörgeräte-Versorgung, Hörgeräte. HNO-Arzt, Hörgeräteakustiker, Waschfrauen, Frauen, Hygiene, waschen, Pflege, Haushalt, Dunkelheit, Winterdepression
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Qualitätskriterien für Hörgeräte-Versorgung, Hörgeräte. HNO-Arzt, Hörgeräteakustiker, Waschfrauen, Frauen, Hygiene, waschen, Pflege, Haushalt, Dunkelheit, Winterdepression, Depression, Grippaler Infekt, Virusgrippe, Grippe, Influenza, Pneumokokken, impfen, Zahnersatz, Pflege für die Dritten, Kaffee, Diebe, Einbruchsrisiko, Gerstenkorn, Syphilis, DDZ, DIGAMI-II-Studie, Diabetes, Herzinfarkt
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 45, 11 - 2004

Qualitätskriterien für Hörgeräte-Versorgung festgelegt
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(dgk) 14 Millionen Menschen in Deutschland haben Hörprobleme. Vielen kann mit Hörsystemen geholfen werden. Doch die wenigsten wissen, was sie von einer Hörgeräte-Versorgung erwarten können. Gefordert sind daher klare Kriterien, damit die Verbraucher wissen, worauf es ankommt. Auf Einladung des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. kamen am 7. und 8. Oktober 2004 in Berlin Experten – HNO-Ärzte, Audiologen, Hörgeräte-Akustiker, Vertreter der Hörgeräte-Industrie und Betroffene – zusammen, um Qualitätskriterien zu benennen.

Bei der optimalen Hörgeräte-Versorgung ergänzen sich Hals-Nasen-Ohrenarzt und Hörgeräte-Akustiker nicht nur, sie kontrollieren sich auch gegenseitig. So ist die audiometrische Untersuchung des Arztes Bestandteil der Diagnose. Während die Audiometrie des Hörakustikers der Anpassung dient. Beide Messungen sind wichtig, so die Experten. „Die Audiometrieergebnisse des HNO-Arztes sollten keinesfalls die einzige Grundlage der Hörgeräte-Anpassung sein“, forderte Dr. Harald Seidler, Vorsitzender des Deutschen Schwerhörigenbundes und niedergelassener HNO-Arzt.

Auch die Kontrolle des HNO-Arztes nach Abschluss der Hörsystemanpassung dient der Qualitätskontrolle. „Hier kann der Arzt zugleich auch Anwalt des Patienten sein, falls es noch Probleme mit dem Hören gibt“, so Seidler. „In den Fällen, in denen Ärzte selbst Hörgeräte anpassen, überprüfen sie ihre eigene Leistung, was allen Anforderungen an eine Qualitätskontrolle widerspricht.“

Nur wenn beide Berufsgruppen beteiligt sind, kann der Patient ein optimales Ergebnis er-warten, da waren sich die Experten einig. Und darauf sollte niemand verzichten, denn das Ziel ist bestmögliches Hören. Doch nach Einschätzung der Experten bieten etwa zwölf Prozent der HNO-Ärzte ihren Patienten eine Hörgeräte-Anpassung in der Praxis an – also ohne Hörgeräte-Akustiker. Die Hals-Nasen-Ohrenärzte der Expertenrunde sehen darin keinen guten Weg: „Das ist ein ganz klarer berufsrechtlicher Verstoß“, so Seidler. „Bei der Hörgeräte-Anpassung durch den HNO-Arzt ist der Patient abhängig vom Anfang bis zum Ende. Es kann doch einfach nicht sein, dass man seinen Patienten die Möglichkeit vorenthält, die bestmögliche Hörgeräte-Versorgung zu bekommen.“

Auch Professor Dr. med. Karin Schorn, HNO-Klinik in Großhadern/München hält eine gute Hörsystem-Anpassung nur für gewährleistet, wenn beide Berufsgruppen zusammenarbeiten: „Jeglicher Alleingang des HNO-Arztes oder des Hörakustikers ist zum Scheitern verurteilt.“ Die Diagnostik, Aufklärung und Beratung des HNO-Arztes, die Messungen, das handwerkliche Geschick, die Geräte-Auswahl, das technische Know-how und das Einfühlungsvermögen des Hörgeräte-Akustikers, die Kontrolle des HNO-Arztes und die jahrelange Wartung, Nachjustierung und Nachsorge und Service durch den Hörgeräte-Akustiker: Erst durch die Summe aller Dienstleistungen ist gutes Hören mit Hörsystemen möglich.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf www.dgk.de


„Waschfrauen“ sollten umdenken:
Zu viel Hygiene macht krank
Putzwahn und die unbegründete Angst vor „unsichtbaren“ Krankheitserregern
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(dgk) Viele waschen und putzen zu viel, mit aggressiven Mitteln und an den falschen Stellen – als wollten sie Seuchen bekämpfen. Die Phobie vor Keimen und Krankheitserregern gipfelt in der antibakteriellen und desinfizierenden Behandlung von allem, mit dem wir körperlich Kontakt haben. Ein Blick in ein Supermarktregal weist uns den Trend: Von antibakteriellen Putz- und Spülmitteln bis hin zur antibakteriellen Zahncreme ist alles zu haben.

„Hygiene im Haushalt und für Unterwegs, desinfizierend, beseitigt Bakterien, Pilze und spe-zielle Viren, für Haut und Oberflächen“ – mit diesen und ähnlichen Slogans werben Produkte für die Sauberkeit. Und besonders Frauen legen anscheinend großen Wert auf Hygiene. Was die putz- und waschwütige Frau nicht bedenkt: Übertriebene Hygienemethoden behindern entscheidende Lernschritte, die unser Immunsystem braucht, um gestärkt zu werden.

Professor Dr. Eiko Petersen, Leiter der Abteilung für Infektiologie der Universitäts-Frauenklinik Freiburg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Sektion Frauenge-sundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V., weist darauf hin, dass die Angst vor Mikroorganismen weit verbreitet ist und zu völlig unnötigen und oftmals sogar krankmachenden „Hygienemaßnahmen“ führt.

„Viele Menschen benutzen Desinfektionsmittel für die Wäsche und zum Putzen“, so Petersen. Dies sei ebenso wie eine übertriebene Genitalhygiene oder die häufige Anwendung von Salben, die zu Ekzemen führt, völlig überflüssig. „Sehr verbreitet ist die Pilz-Phobie. Die Angst vor Mikroorganismen nimmt vielen Frauen die Lebensfreude, dabei gibt es nur wenige Erreger, vor denen man Angst haben muss.“

Unsere Haut ist besiedelt von einem ganzen Mikrokosmos von Bakterien. Diese haben sich optimal an die Bedingungen angepasst und leben von Talg und Schweiß, den wir ständig absondern. Auf trockenen Hautpartien leben etwa 1.000 Bakterien pro Quadratzentimeter, auf feuchten leicht tausend bis zehntausend Mal mehr. Diese Keime, unsere so genannte Hautflora, sind nicht nur harmlose Nutznießer, sondern schützen vielmehr vor Infektionen, indem sie mögliche Angriffspunkte für Krankheitskeime blockieren. Das sensible Gleichgewicht unserer Haut- und Schleimhautflora wird durch übertriebene Hygiene leicht gestört.

Körperpflege: Hygiene oder Hysterie?

Die regelmäßige Körperreinigung gehört zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen. Allerdings wird in kaum einem Bereich derart übertrieben wie in dem der Körperpflege. Mittlerweile ist es normal geworden, sich täglich zu duschen oder zu baden. Allerdings kann ein Zuviel den natürlichen Schutz der Haut beeinträchtigen. Zu häufiges Duschen, Baden und Waschen entzieht ihr dabei Fett und Feuchtigkeit. Der wichtige Säureschutzmantel der Haut und die Hautflora werden zerstört. Oft ist dies die Ursache von Hautkrankheiten. Dermatologen be-stätigen, dass diese in den vergangenen Jahren zugenommen haben und führen das auch auf häufiges Waschen mit ungeeigneten Mitteln zurück.


Zu viel Hygiene macht krank Foto: Image Source


Bei normaler Verschmutzung reicht Duschen mit einfachem Wasser. Bei der täglichen Körperreinigung muss nicht der ganze Körper eingeseift werden. Eine gründliche Reinigung der „Tropenregionen“ des Körpers, wie Achselhöhlen, Intimbereich und Füße, wo feuchtwarmes Klima herrscht, ist in den meisten Fällen ausreichend, da sich dort besonders viele Schweißdrüsen befinden. Waschen mit Seife entfernt 90 bis 95 Prozent der oberflächlichen Mikroorganismen.
Daher sollte mit Seife sparsam umgegangen werden, Syndets oder milde Duschbäder gehen zudem schonender mit dem Säureschutzmantel um als Seifen. Produkten ohne oder mit möglichst wenigen Zusätzen von Parfümen und Duftstoffen sollte der Vorzug gegeben werden. Körperpflegeprodukte wie Enthaarungsmittel oder andere Chemikalien können aggressiv sein. Oft reagiert die Haut erst Jahre später auf diese Stoffe empfindlich.

Professor Petersen empfiehlt: „Ganz wichtig ist Fetten, beispielsweise mit speziell für den Intimbereich entwickelten Pflegecremes. Das beugt Schäden vor und normalisiert empfindliche Hautzonen“. Die Behandlung mit Vaseline oder Melkfett sei zwar wirksam, aber diese Präparate hinterließen ein fettiges und leicht klebriges Gefühl auf der Haut.

Kampf gegen Bakterien und Schimmel im Haushalt

Hausfrauen verfügen heutzutage über ein ganzes Waffenarsenal gegen Schmutz und Bakterien. Die Spanne reicht vom Allzweckreiniger bis zum hin zum Spezialbakterienkiller. Dabei genügen für einen normalen Hausputz harmlose und wirksame Reiniger wie Essig, Spülmittel und/oder Neutralseife völlig. Vor allem antibakterielle Produkte wirken nicht besser als herkömmliche Reiniger. Untersuchungen haben ergeben, dass sie Bakterien gar nicht oder nur für kurze Zeit verschwinden lassen. Stattdessen fördern sie aber die Entstehung von Allergien, schwächen das menschliche Immunsystem und belasten außerdem die Umwelt.

Das gilt erst recht für Desinfektionsmittel. Desinfektionsmaßnahmen im Bad- und Sanitärbereich sind nicht nur überflüssig, sondern sogar schädlich. Eine Desinfektion im Haushalt ist vergleichbar mit dem Einsatz von Insektiziden, Pestiziden und Fungiziden in der Landwirtschaft. Desinfektionsmittel vernichten vielmehr die für unser Leben nützlichen Mikroorganismen, führen zu Resistenzen bei krankheitsverursachenden Bakterien und können damit das menschliche Immunsystem schwächen, da es ohne Bakterien nicht ausreichend stimuliert wird.

Viele desinfizierende Mittel enthalten zudem Stoffe, die dem Menschen gefährlich werden können: Triclosan zum Beispiel kann über die Haut aufgenommen werden und in den Entgiftungsstoffwechsel der Leber eingreifen. Benzalkoniumchlorid, ein desinfizierender Zusatzstoff, gilt als allergieauslösend. Aus Natriumhypochlorid, einer Substanz die in vielen Reinigern zu finden ist, wird Chlor freigesetzt. Das wiederum kann Haut und Schleimhäute reizen.

Nur in Ausnahmefällen (z. B. bei ansteckenden Magen-Darm-Erkrankungen) sollte der eventuelle Einsatz von Desinfektionsmitteln mit dem Gesundheitsamt oder dem Hausarzt besprochen werden.

Zuviel Sauberkeit im Haushalt kann also sogar krank machen. Und: Auf der heimischen Toilette ist die Angst vor Ansteckungen unbegründet, denn Krankheitserreger gehen außerhalb des Körpers schnell zugrunde. Essigreiniger oder Zitronensäure zur Badreinigung genügen vollkommen, um ein Frischegefühl ins Örtchen zu zaubern. Auch die Umwelt wird uns den zurückhaltenden Einsatz aggressiver Putzmittel danken.


So reduzieren Sie Haushaltskeime!

  • ausreichende Reinigung unter Verwendung einfacher Putzmittel
  • häufiger Wechsel von Putzlappen
  • regelmäßige Reinigung des Kühlschranks z. B. mit warmem Essigwasser
  • regelmäßiges Leeren und Reinigen der Abfalleimer
  • Bad, Küche und WC trocken halten
  • regelmäßiges Händewaschen nicht vergessen


Wenn Dunkelheit krank macht
Winterdepression: Spazieren und frische Luft helfen
(2.917 Zeichen)

(dgk) Das Wetter trüb und kalt, die Seele ebenfalls, der Körper schlapp und schwunglos. In den Wintermonaten klagen viele Menschen über mangelnde Energie, Müdigkeit und Trübsinn. Andererseits haben sie mehr Appetit, vor allem auf Süßes und besonders auf Schokolade. Zudem haben sie das Bedürfnis, mehr zu schlafen, und es fällt ihnen schwer, aus dem Bett zu kommen. Besonders betroffen sind jene, die morgens bei Dunkelheit die Wohnung verlassen, abends bei Dunkelheit zurückkommen und tagsüber bei künstlichem Licht arbeiten müssen.

Bis zu 800.000 Menschen leiden in Deutschland unter saisonal abhängigen Depressionen (SAD). In südlicheren Ländern ist die Zahl der Winterdepressiven geringer. Am Mittelmeer kennt man diese Krankheit kaum. Der Grund: das Licht. Einige Patienten mit Winterdepression sprechen auf eine künstliche Lichttherapie an: Eine Behandlung mit einem Lichtgerät mit etwa 2.500 Lux (die internationale Einheit für die Beleuchtungsstärke) kann schon nach einigen Tagen zur Stimmungsaufhellung führen. Die Intensität des Lichts beträgt dabei etwa das Zehnfache der normalen Zimmerbeleuchtung. Von einer Selbstbehandlung ist jedoch abzuraten.

Noch gesünder und außerdem einfacher ist der tägliche Spaziergang an der frischen Luft. Ein Gesundmarsch von mindestens einer halben, besser jedoch einer ganzen Stunde ist auch bei bedecktem Himmel sinnvoll. Tageslicht tankt man auch bei wolkigem Himmel. Keinesfalls sollte dabei eine Sonnenbrille getragen werden. Das Licht muss in die Pupillen gelangen können.

Viele Betroffene schwören in der dunklen Jahreszeit auf Schokolade als Seelentröster. Das in Schokolade enthaltenen Serotonin hat eine antidepressive Wirkung. Dies bewirkt eine vermehrte Bildung des Botenstoffes im Gehirn und somit eine verbesserte Stimmung. Ähnliche Effekte haben kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Nudeln und andere Teigwaren.

Auch eine Therapie mit Johanniskrautpräparaten kann helfen. Die Heilpflanze gilt als eines der besten Mittel gegen Winterdepressionen.


Die Winterdepression ist deutlich von der echten, klassischen Depression zu unterscheiden, die vom Psychotherapeuten oder Psychiater behandelt werden muss.

Die Art der Beschwerden kann je nach Persönlichkeit und Geschlecht sehr unterschiedlich sein. So treten bei Frauen eher Selbstzweifel, Niedergeschlagenheit und Traurigkeit auf, während Männer oftmals Unruhe, Aggressivität oder eine erhöhte Risikobereitschaft zeigen. Häufig äußert sich die seelische Krise zunächst vor allem durch körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Magenprobleme, Appetitmangel, Schlafstörungen oder Herzbeschwerden.

Viele der Betroffenen neigen dazu, ihre psychische Erschöpfung zu verdrängen. Nur wenige begeben sich in medizinische Behandlung: So ergab vor zwei Jahren eine repräsentative Emnid-Umfrage, dass selbst bei schweren Depressionen nur eine Minderheit den Arzt konsultiert. Die Hälfte lehnt es sogar kategorisch ab, eine Praxis aufzusuchen. Vor allem Männer, junge Leute und Personen mit höherer Bildung möchten sich nicht behandeln lassen.

Dennoch könnte es fatal sein, ein anhaltendes Stimmungstief zu ignorieren und durch Nichtstun „aussitzen“ zu wollen. Denn damit steigt das Risiko, dass aus der leichten eine schwere Depression wird.

Mehr über Depressionen lesen im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 11 B/2004, die am 15. November 2004 erscheint.


Grippaler Infekt gleich Virusgrippe?
Gegen Grippe und Pneumokokken impfen
(2.011 Zeichen)

(dgk) Schnupfen (Rhinitis), Husten, Hals- und Gliederschmerzen – Erkältungskrankheiten oder grippale Infekte – sind ziemlich lästig, meist aber doch recht harmlos. Zwischen Erkältung (grippaler Infekt) und Grippe wird im alltäglichen Sprachgebrauch oft nicht unterschieden, weil die Symptome auf den ersten Blick ähnlich sind. Ein grippaler Infekt und eine Virusgrippe (Influenza) sind jedoch nicht gleichzusetzen. Die Virusgrippe ist keine Erkältungskrankheit. Sie wird durch die Influenzaviren Typ A, B oder C verursacht und kann lebensbedrohlich verlaufen.

Influenza Foto: Aventis Pasteur MSD GmbH Leimen


Eine echte Grippe beginnt plötzlich mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl. Im Verlauf können innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Gerade ältere Menschen und chronisch Kranke laufen Gefahr, sehr schwer zu erkranken, Komplikationen wie Lungenentzündung drohen. Im Gegensatz zur meist harmlosen Erkältung ist die Grippe eine ernste Erkrankung, deren Verlauf immer vom Arzt überwacht werden sollte.

Gegen die Virusgrippe gibt es eine Impfung. Da sich die Influenzaviren ständig verändern, muss die Impfung jährlich mit einem „aktualisierten“ Impfstoff wiederholt werden. Im Herbst durchgeführt, bietet sie Schutz für die kommende „Grippesaison“. Menschen ab 60 Jahre und chronisch Kranke sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Vor banalen Erkältungen schützt die Grippeimpfung allerdings nicht.

Gefährlich ist an der Virusgrippe auch, dass sie zusätzlichen bakteriellen Infektionen den Weg bahnt. Menschen ab 60 Jahren sowie allen Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge einer Grundkrankheit (chronische Erkrankungen oder Immundefekte) empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut daher auch die Impfung gegen Pneumokokken.

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind häufig Erreger von Lungen- und Hirnhautentzündungen. In Deutschland fallen jedes Jahr rund 12.000 Menschen einer Pneumokokken-Infektion zum Opfer – vor allem alte und chronisch Kranke. Neben der Influenza sind damit Pneumokokken-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland, die sich durch Impfung vermeiden ließe. Bei Erwachsenen muss diese nur einmal durchgeführt werden und ist dann für sechs Jahre wirksam. Übrigens können die Influenza- und Pneumokokken-Impfung am selben Tag vorgenommen werden.


Zahnersatz: Die beste Pflege für die Dritten
Auch mit Zahnprothesen noch kraftvoll zubeißen
(2.023 Zeichen)

(dgk) Jeder dritte Rentner trägt heutzutage eine Zahnprothese. Die künstlichen Dritten brauchen ebenso gründliche Pflege wie früher die eigenen Zähne, wenn nicht sogar mehr: Werden die Essensreste nicht täglich entfernt, drohen Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch, berichtet der Ratgeber aus Ihrer Apotheke. Prothesenträger müssen mehr in die individuelle Mundhygiene investieren als Menschen mit natürlichen Zähnen.

Mit dem täglichem Reinigen des Gebisses lässt sich verhindern, dass Beläge entstehen, die ein idealer Nährboden für Bakterien sind. Haben sich die Keime erst einmal festgesetzt, gehen sie schnell auf das Zahnfleisch über und können dort eine chronische und schmerzhafte Entzündung hervorrufen. Neben der Gefahr von Zahnfleischreizungen verursachen die Mikroorganismen außerdem einen unangenehmen, säuerlichen Mundgeruch.

Nach jeder Mahlzeit sollte die Prothese unter fließendem Wasser abgewaschen werden. Für ältere oder behinderte Menschen empfiehlt sich eine Prothesenbürste. Besser als eine normale Zahncreme eignet sich ein spezielles Prothesen-Zahngel. Zusätzlich sollten die Dritten zwei bis drei Mal pro Woche in einem Glas Wasser mit einer aufgelösten Reinigungstablette desinfiziert werden. Ablagerungen sollten auf keinen Fall selbst mit scharfen Gegenständen weggekratzt werden. Spülmittel, Haushaltsreiniger oder Scheuermilch sind für Prothesen tabu.

Frisch angepasster Zahnersatz verursacht manchmal in den ersten Tagen Reizungen und Druckstellen. Bei kleineren Rötungen der Mundschleimhaut helfen spezielle Zubereitungen mit Kamille, Salbei oder Medizinalrhabarber. Klingen Entzündungen oder Schmerzen nach wenigen Tagen nicht ab, sollten Sie unbedingt den Zahnarzt aufsuchen – er muss die Prothese an den entsprechenden Stellen nachbearbeiten.

Jeder sollte zweimal pro Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt gehen: Gerade bei älteren Menschen kann die Geschicklichkeit in der täglichen Zahnpflege eingeschränkt sein, dass noch häufigere Termine zur professionellen Zahnreinigung und/oder Prothesenanpassung notwendig werden. Gewebeveränderungen oder altersbedingter Knochenabbau können den Kiefer verändern. Nur der Arzt kann feststellen, ob die Prothese noch richtig sitzt.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 12 A/2004, die am 1. Dezember 2004 erscheint.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Freispruch für Kaffee?
Das schwarze Gebräu trotzdem nicht als Durstlöscher nutzen
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(dgk) Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kaffee doch kein Wasser aus dem Körper schwemmt. Das gilt für alle koffeinhaltigen Getränke und für Alkohol.

d-012-01-06_kaffee-mit-zitrone_rgb-kl Eine Tasse Kaffee (150 Milliliter) enthält je nach Stärke 60 bis 120 Milligramm Koffein. Bislang waren sich Wissenschaftler einig: Koffeinhaltiger Kaffee hat eine diuretische Wirkung. Das heißt: Er entzieht dem Körper Flüssigkeit. Trinken Sie deshalb zu jeder Tasse Kaffee mindestens die gleiche Menge Wasser, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, lautete die Empfehlung.

Nach neuesten Erkenntnissen ist das nicht dringend notwendig. „Die Meinung, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht, beruht auf falsch interpretierten Daten früherer Studien“, sagt Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin und Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. Kaffee wäre sonst ein verschreibungspflichtiges Diuretikum, also ein hochwirksames wassertreibendes Medikament und kein Getränk.

Eine im 'Journal of the American College of Nutrition' veröffentlichte Studie, die den Einfluss koffeinhaltiger, koffeinfreier, kalorienhaltiger und energiefreier Getränke auf den Flüssigkeitshaushalt untersuchte, kam zu folgendem Ergebnis:

Der Konsum koffeinhaltiger Getränke bewirkt im Vergleich zu Wasser keinen bedeutsamen Anstieg des Urinvolumens. Es gibt keine signifikanten Unterschiede in der Wirkung der verschiedenen Getränke auf den Flüssigkeitshaushalt, und Koffein übt damit keinen negativen Einfluss auf die Flüssigkeitsbilanz aus. Koffeinhaltige Getränke sind nach Ansicht der Wissenschaftler in der Flüssigkeitsbilanz ebenso wie koffeinfreie Getränke anzurechnen.1

Zu diesem Ergebnis kamen auch die Autoren einer Übersichtsarbeit, die im Jahr 2003 im 'Journal of Human Nutrition and Dietetics' veröffentlicht wurde. Die systematische Auswertung von Studien aus den Jahren 1969 bis 2002, die den Einfluss von Kaffee und koffeinhaltigen Getränken auf den Wasserhaushalt des Körpers untersuchten, ergab, dass die üblicherweise getrunkene Menge an Kaffee, Tee und anderen koffeinhaltigen Getränken keine erwähnenswerte diuretische Wirkung aufweist. Lediglich eine akute Dosis von 250 bis 300 Milligramm Koffein resultiert bei Personen, die zuvor über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen kein Koffein zugeführt haben, in einer kurzfristig gesteigerten Urinproduktion. Bei Personen, die an Koffein gewöhnt sind, zeigt sich eine gesteigerte Flüssigkeitsausscheidung erst bei einer Dosis von mehr als 300 Milligramm Koffein, das entspricht etwa vier Tassen Kaffee.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, das dem regelmäßigen Genuss koffeinhalti-ger Getränke nichts entgegen zu setzen ist, wenn in der Summe täglich nicht mehr als 300 Milligramm Koffein aufgenommen werden.2 Also ist Kaffee wie Mineralwasser ein Getränk und kein Diuretikum.


MERKE: Der tägliche Flüssigkeitsbedarf ist selbstverständlich nicht ausschließlich mit koffeinhaltigen Getränken zu decken und unter gesundheitlichen Gesichtspunkten nicht sinnvoll. Kaffee sollte als Genussmittel, weniger als Getränk oder gar Durstlöscher konsumiert werden. Koffein hat Nebenwirkungen. Je nach Körpergewicht, Empfindlichkeit und Vorbelastung kann Kaffee somit zu Magenbeschwerden, Unruhezuständen, Kopfschmerzen oder Sodbrennen und Durchfall führen. Wer einen empfindlichen Magen hat, unter Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen oder einer Überfunktion der Schilddrüse leidet, sollte Kaffee besser meiden. Ansonsten gilt: Gegen drei bis fünf Tassen über den Tag verteilt ist nichts einzuwenden.


Literatur:
1 Grandjean AC. Et al.(2000): The Effect of Caffeniated, Non-Caffeinated, Caloric and Non-Caloric Beverages on Hydration. Journal of the American College of Nutrition, 19(5), 591-600.
2 Maughan RJ., Griffin J.(2003): Caffeine ingestion and fluid balance: a review. Journal of Human Nutrition and Dietetics 16, 411-420


MELDUNGEN

Gelegenheit schafft Diebe
Dunkle Jahreszeit erhöht das Einbruchsrisiko
(1.918 Zeichen)

(dgk) Im vergangenen Jahr wurden mehr als 123.000 Wohnungseinbrüche in Deutschland registriert, die einen Gesamtschaden von mehr als 320 Millionen Euro verursachten, so die Kriminalstatistik der Polizei.

Fragen wie „Habe ich die Balkontür wirklich fest verschlossen?“ oder „Sind die Rollläden tatsächlich einbruchsicher?“ können mitunter schlaflose Nächte bereiten. Die Befürchtung, ungebetene Gäste könnten ihr Unwesen treiben, ist tatsächlich nicht unbegründet. Wer sich mit dem Satz „Bei mir ist doch sowieso nichts zu holen“ beruhigen möchte, gibt sich einem Trugschluss hin. Einbrecher suchen nicht ausschließlich nach großen Reichtümern, manchem genügt schon ein Fernseher, ein Computer, eine Münzsammlung oder etwas Bargeld.

Wirksamer Schutz gegen Einbruch beginnt bei einfachen Maßnahmen, die aber sorgsam beachtet werden sollten. Gekippte Fenster oder Terrassentüren, ungesicherte Kellereingänge, nur ins Schloss gezogene Haus- und Wohnungstüren oder unter Fußmatten deponierte Schlüssel erhöhen das Einbruchrisiko. Derartiger Leichtsinn wirkt nahezu wie eine Einladung für Diebe. Zunehmend scheitern Wohnungseinbrecher jedoch an wirkungsvoller Sicherungstechnik. So ist der Anteil der verhinderten Wohnungseinbrüche in den vergangenen zehn Jahren stetig gestiegen, von 28,3 Prozent in 1993 auf 34,6 Prozent in 2002.

Die Aktion „Haussicherheit mit System“, eine gemeinsame Initiative des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK), des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks und der Initiative „Brandschutz ist Lebensschutz“, bietet ab sofort einen einmaligen Sicherheits-Check-vor-Ort an. Hausbesitzer und Wohnungsinhaber können dafür kostenlos geschulte Sicherheitsfachbetriebe mit zertifizierter und geprüfter Beratungsqualifikation anfordern. Die Fachleute richten ihre Aufmerksamkeit vor allem auf bestehende Sicherheitslücken und geben Tipps zur optimalen Risikominderung rund ums Haus.

Gegen Einsendung eines mit 0,55 € frankierten und rückadressierten Standard-Briefumschlages mit dem Stichwort „Sicherheits-Check“ an das

Deutsche Grüne Kreuz
Forum Unfallprävention
Schuhmarkt 4
35037 Marburg

kann ein entsprechendes Anforderungsformular angefordert werden.


Gerstenkorn: Wärme bringt Linderung
(1.450 Zeichen)

(dgk) Ein Gerstenkorn, auch Hordeolum genannt, ist eine akute eitrige Entzündung (Abszess) an der Außen- oder Innenseite des Augenlides, die sich vom übrigen Gewebe abkapselt, reift und schließlich aufplatzt.

Zuerst beginnt es am Augenlid zu jucken, danach folgen Rötung und Schwellung – meist am oberen Augenlid. Nach etwa vier Tagen bildet sich eine eitrige Pustel, das Gerstenkorn. Der Furunkel entleert sich normalerweise nach drei bis fünf Tagen von selbst. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, damit dieser den Eiterherd behandeln kann. Dies erfolgt entweder durch Öffnung des Entzündungsherdes oder durch Verordnung antibiotischer Augensalben oder Tropfen. Cortisonhaltige Präparate dürfen aber wegen der Gefahr eines Grünen Stars nicht längere Zeit ohne augenärztliche Kontrolle angewendet werden.

Die „Reifung“ des Gerstenkorns kann durch trockene Wärme, etwa Rotlicht, beschleunigt werden. Weniger sinnvoll ist feuchte Wärme, wie sie bei Verbänden und heißen Umschlägen entsteht. Sie führt zu einer Aufweichung der Haut. Das kann eine Verschleppung der Keime, die die Infektion hervorgerufen haben, zu Folge haben. Obwohl häufig empfohlen, sollten Sie daher auf feuchte Umschläge beim Gerstenkorn verzichten.

Nach dem Berühren eines Gerstenkorns – nie mit schmutzigen Händen! – sollten Sie sich gründlich die Hände waschen: Die eitererregenden Bakterien sind leicht übertragbar.

An sich ist der kleine Knoten am Lid harmlos. Das Gerstenkorn tritt häufig in der Pubertät auf und wird vermutlich durch hormonelle Schwankungen begünstigt. Im Erwachsenenalter kann häufiges Auftreten jedoch auf ein geschwächtes Immunsystem oder einen Diabetes mellitus hindeuten.


Syphilis: Deutliche Zunahme von Neuerkrankungen
(1.598 Zeichen)

(dgk) Noch vor etwa zehn Jahren galt die sexuell übertragbare Krankheit in den westeuropäischen Ländern als nahezu ausgestorben. In den vergangenen Jahren ist jedoch auch in Deutschland wieder eine deutliche Zunahme an Neuerkrankungen von Syphilis zu verzeichnen. So meldet das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin für das Jahr 2003 2.932 Infektionen – das ist eine Steigerung von 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2002.

Die Rückkehr der Geschlechtskrankheit nach Deutschland lasse auf eine steigende Sorglosigkeit beim Sex schließen. Nachdem Aids Mitte der 90er-Jahre Angst und Schrecken ver-breitet habe, sei derzeit geschützter Geschlechtsverkehr bei homosexuellen Männern nicht mehr unbedingt an der Tagesordnung, beklagen die Experten am RKI. Die 2003 neu registrierten Syphilis-Fälle waren laut RKI vermutlich zu drei Vierteln auf sexuelle Kontakte zwischen Männern zurückzuführen. Bei häufigem Partnerwechsel ist die Ansteckungsgefahr für Syphilis besonders hoch. Bereits beim ersten Verdacht auf Syphilis sollte ein Arzt aufgesucht werden. Mit Hilfe eine Bluttests kann die Diagnose gestellt werden, die Therapie erfolgt mit Antibiotika.

Neuesten Meldungen zufolge sind vor allem die Großstädte Berlin und Hamburg davon betroffen: In Berlin kommen auf 100.000 Einwohner 18 Syphilis-Fälle, in Hamburg sind es 12 Erkrankungen. Aber auch in anderen Großstädten wie Frankfurt oder Köln steigt die Zahl der Neuerkrankungen. „Diese Steigerungen können wahrscheinlich nicht mehr als kurzfristiges und vorübergehendes Ausbruchsgeschehen interpretiert werden“, so die Warnung der Experten am RKI.

Der Anteil der an Syphilis erkrankten Frauen ist im vergangenen Jahr auf etwa zehn Prozent gesunken. Im Gegensatz dazu kam es bei Männern zu einem deutlichen Anstieg von wiederholten Infektionen, so genannten Re-Infektionen. In Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln und München gehört bereits jeder dritte gemeldete Syphilis-Fall zur Gruppe der Re-Infektionen.


NACHRICHTEN AUS DEM
DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

DIGAMI-II-Studie: Diabetes-Behandlung während der Akutphase des Herzinfarkts
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(dgk/DDZ) Die Chancen, einen Herzinfarkt zu überleben, stehen für Patienten mit Altersdiabetes deutlich schlechter als für Menschen ohne Zuckerkrankheit. In den 90er-Jahren wurde deshalb geprüft, ob die sofortige Gabe von Insulin und Glukose noch während der Akutphase des Infarktes sowie eine mindestens dreimonatige Weiterbehandlung mit Insulin die Überlebenschancen der Diabetiker verbesserte. Die als „DIGAMI I“ bekannt gewordene Studie zeigte, dass mehr Patienten mit Insulin überlebten. Da die DIGAMI-I-Studie einige methodische Schwächen aufwies, wurde die sehr viel umfangreichere DIGAMI-II-Studie aufgelegt. Die ersten Ergebnisse wurden während der 40. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in München vorgestellt.

Die Studie wurde in 48 Krankenhäusern in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, den Niederlanden und Großbritannien durchgeführt. 1.253 Patienten (mittleres Alter 68 Jahre) mit Typ 2 Diabetes nahmen teil.

Aufgrund der Studienergebnisse kann nicht belegt werden, dass eine sofortige intensivierte Insulintherapie die Überlebensrate von Patienten mit Typ 2 Diabetes mit akutem Herzinfarkt verbessert. Ebenso kann die Studie nicht belegen, dass eine Behandlung mit einer Insulin-Glukose-Kalium-Infusion besser ist als eine konventionelle Diabetestherapie oder dass eine insulinbasierte Behandlung die Zahl nicht tödlicher Herzinfarkte und Schlaganfälle verringert. Dennoch bestätigt die DIGAMI-II-Studie, dass der Blutglukosespiegel ein starker unabhängiger Prädiktor der Langzeitmortalität nach Myokardinfarkt bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 ist. Es wurde außerdem gezeigt, dass eine Begleittherapie mit Betablockern und Statinen einen sehr großen Einfluss auf die Überlebensrate hatte.

Die Studie weist deutliche Schwächen auf, die die Interpretation der Ergebnisse einschränken, so das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf. Etwa 15 Prozent der Patienten erhielten eine intensivierte Insulintherapie. Es könne nach den jetzt vorliegenden Daten lediglich gefolgert werden, dass eine Blutzuckersenkung für die Prognose von Diabetikern mit Herzinfarkt wesentlich ist, dass es aber unerheblich zu sein scheint, ob diese Blutzuckersenkung mit Insulin oder mit Tabletten erzielt wird. In der DIGAMI-II-Studie war die Sterblichkeit geringer als erwartet. Die Autoren der Studie führen dies auf die Verwendung von Betablockern und Statinen während der Nachbehandlung zurück. Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus wurden mehr als 80 Prozent der Patienten mit einem Betablocker behandelt, mehr als 65 Prozent der Patienten erhielten einen ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung und mehr als 90 Prozent nahmen Aspirin zur Blutverdünnung ein.

(Prof. Dr. med. Werner Scherbaum, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf, Deutsche Diabetes-Klinik)

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
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