DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheitskorrespondenz (dgk), Jahrgang 45, Ausgabe 1/2 - 2004 - Themen: Osteoporose, West-Nil-Fieber, Erkältung, Reizhusten, Hautpflege, Abnehmen, Infektionskrankheiten, Allergie, Kopfschmerzen, Rauchfrei 2004
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Deutsches Grünes Kreuz, Osteoporose, West-Nil-Fieber, Erkältung, Reizhusten, Hautpflege, Abnehmen, Infektionskrankheiten, Allergie, Kopfschmerzen, Rauchfrei 2004
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 45, 1/2 - 2004

Osteoporose des Mannes - gar nicht so selten (2.500 Zeichen)  

(dgk) "Nicht mal anziehen kann ich mich alleine. Bei jeder Kleinigkeit muss mir meine Frau helfen." So wie dem 69-jährigen Paul Petersen geht es vielen Männern mit Osteoporose. Aufgrund der Knochenkrankheit gelingen selbst alltägliche Bewegungsabläufe nicht mehr oder sind nur noch unter größter Kraftanstrengung möglich. Zudem befürchtet Petersen wie alle Osteoporose-Patienten den Verlust seiner Selbstständigkeit und leidet unter Angst und Unsicherheit. Die oft qualvollen Schmerzen tun ein Übriges, um ihn verzweifeln zu lassen.

Osteoporose ist eine chronische Skelett-Erkrankung. Sie stellt die häufigste Stoffwechselerkrankung des Knochens dar. "In Deutschland leidet etwa eine halbe bis eine Million Männer unter Osteoporose - die Erkrankung ist somit wesentlich häufiger als allgemein vermutet", sagt Privatdozent Dr. Peymann Hadji von der Marburger Universitätsklinik. Genaue Zahlen fehlen allerdings, weil es kaum systematische Untersuchungen gibt. "Da muss sich unbedingt was tun", erklärt der Osteoporose-Experte. Für Männer ist beispielsweise das Risiko höher, eine durch Osteoporose ausgelöste Hüftfraktur zu erleiden als an Prostatakrebs zu erkranken. Um Osteoporose zu behandeln, kommen so genannte Bisphosphonate zum Einsatz. Das sind Medikamente, die die Knochenmineralisation fördern und dadurch den Abbau von Knochensubstanz hemmen. Gemäß den Leitlinien des Dachverbands Osteologie (DVO) konnte für die Bisphosphonate Alendronat und Risedronat sowie für das SERM Raloxifen der höchste Empfehlungsgrad A ausgesprochen werden. Bei der Behandlung der Osteoporose des Mannes ist bislang allerdings einzig das Bisphosphonat Alenodronat zugelassen. Die positive Wirkung des Medikaments tritt vergleichsweise schnell auf: So belegt die Studie "Fracture Intervention Trial" (FIT), dass bereits nach nur einjähriger Einnahme das Risiko schmerzhafter Wirbelfrakturen um 59 Prozent sinkt. Zieht sich allerdings ein Mann einen Knochenbruch zu, denken weder die Betroffenen noch die Mehrzahl der Mediziner an Osteoporose - mit den Folgen, dass die tückische Knochenkrankheit oft unbehandelt fortschreitet. Wer sicher gehen will, sollte einen Facharzt für Endokrinologie aufsuchen.

Die erste Osteoporose-Selbsthilfegruppe für Männer wurde 2002 in Witten/Herdecke gegründet. Wer Interesse hat, kann sich an den Gruppenleiter Dieter Debus wenden: Selbsthilfegruppe Witten, Dieter Debus, Bommerholzerstr. 22, 58452 Witten, Telefon und Fax: 0 23 02 / 3 20 55

    Nähere Informationen enthält die kostenlose Broschüre "Osteoporose" des Deutschen Grünen Kreuzes. Sie erhalten sie gegen Zusendung eines mit € 1,44 frankierten DIN-A5 Rückumschlages an: Osteoporose

    Deutsches Grünes Kreuz
    Stichwort Osteoporose
    Schuhmarkt 4
    35037 Marburg

     

     

    • Eine telefonische Osteoporose-Beratung ist jeweils freitags möglich von 16 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 0 64 21 / 293-194. Kontaktadresse: osteoporose(à)kilian.de


    West-Nil-Fieber: Starb schon der Große Alexander daran?
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    (dgk) Seit Jahrhunderten rätseln Altertumswissenschaftler und Mediziner über die Todesursache Alexanders des Großen. Der Makedonier hatte innerhalb von zwölf Jahren ein Weltreich errichtet, hatte Kleinasien, Ägypten, Persien unterworfen und war bis zum Indus vorgedrungen. Am 29. Mai des Jahres 323 a.D. befand sich Alexander in Babylon, als er plötzlich - erst 32 Jahre jung - von Fieber, Schüttelfrost, starkem Durstgefühl, Exanthem, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Lähmungen befallen wurde, nach einigen Tagen ins Delirium fiel und schließlich am 10. Juni starb.

    Es gibt viele Versuche, die letzte Erkrankung Alexanders nachträglich zu diagnostizieren: Am ehesten hat er wohl an einer akuten Infektionskrankheit gelitten, obwohl auch eine Vergiftung differenzialdiagnostisch in Erwägung gezogen wird. Am häufigsten wird heute die Malaria als Todesursache angenommen, aber auch Typhus, Poliomyelitis, Influenza oder Bilharziose werden erwogen.

    Nun haben die zwei amerikanischen Mikrobiologen John S. Marr und Charles H. Calisher eine neue These aufgestellt: Sie stützten sich bei der Diagnose auf die Ergebnisse einer Ab-frage in der Datenbank GIDEON (Global Infectious Diseases and EpidemOlogy Network). Sie gaben die Anamnese des prominenten Feldherren ein und stellten außerdem einen Link zu Vögeln her. Die eindeutige Antwort der diagnostischen Datenbank: West-Nil-Fieber.

    West-Nil-Fieber ist eine Viruserkrankung, die durch Flaviviren aus der Familie der Togaviridae (RNA-Viren) ausgelöst wird. In die Gruppe der Flaviviren gehören auch die Erreger des Gelbfiebers, der Japan-Enzephalitis oder der so genannten Zecken- enzephalitis.

    Warum richteten die beiden Mikrobiologen ihr Augenmerk auf Vögel? Die Antwort findet sich bei Plutarch, der beschreibt, dass Alexander bei seiner Ankunft vor den Mauern Babylons "eine große Anzahl Raben auf und ab fliegen sah, die sich gegenseitig hackten, und einige von ihnen fielen direkt tot vor ihm nieder" (Plutarch, Alexander).

    Das West-Nil-Virus wird durch Mücken übertragen, die auch andere Tiere, zum Beispiel Pferde und Vögel, die sehr schwer erkranken, stechen. Tote Rabenvögel können daher ein erster Hinweis für einen akuten Ausbruch von West-Nil-Fieber sein. Im Zuge der Globalisierung ist West-Nil-Fieber auch auf den amerikanischen Kontinent vorgedrungen und hat bei-spielsweise in den USA im Jahr 2003 zu fast 8.000 Erkrankungen beim Menschen mit mehr als 160 Todesfällen geführt. Aufmerksamkeit erregten auch dabei zunächst die vielen toten Krähen in New York.
    Die beiden Mikrobiologen dachten deshalb auch bei Alexander an West-Nil-Fieber. Die Krankheit ist wohl bereits seit dem Altertum in Ägypten und dem südwestlichen Asien endemisch und zur Zeit in Amerika für eine Vielzahl von Erkrankungen und Todesfällen verantwortlich

    Die meisten Infektionen verlaufen beim Menschen symptomlos oder in Form eines grippalen Infektes, gelegentlich mit leichten Magen-Darm-Beschwerden.
    Manchmal kann die Krankheit allerdings lebensgefährlich werden: Abrupter Beginn, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen, Benommenheit, generalisierte Lymphknotenschwellung, in der Hälfte der Fälle auch ein fleckiges Exanthem vor allem auf Brust, Bauch und Rücken kennzeichnen diese schwere Form, an deren Ende meist eine Enzephalitis (Hirnentzündung) und Myocarditis (Herzmuskelentzündung) steht.
    An West-Nil-Fieber sterben aber eigentlich keine gesunden, kräftigen Männer. Dies ist auch das Argument, weswegen andere Epidemiologen diese These zum Tode Alexanders kritisch beurteilen.

    Aber war Alexander tatsächlich so gesund und kräftig? Das muss bezweifelt werden. Alexander soll Epileptiker gewesen sein. Bereits fünf Jahre vor seinem Tode hatte er eine schwere nie diagnostizierte Krankheit, von der er sich nur sehr langsam erholte. Außerdem war er mehrfach verwundet worden, unter anderem auch durch Pfeile, was in Indien zu einer besonders schweren Brustverletzung führte. Nicht allzu lange vor seiner Ankunft in Babylon hatte er die Wüste Gedrosiens durchquert, wobei sein Tross und ein Großteil seiner Soldaten an den Strapazen starben. Darüber hinaus war sein enger Freund Hephaistion erst kurz zuvor an einer unbekannten Fiebererkrankung gestorben, was Alexander in eine tiefe Depression stürzte. Und schließlich konsumierte Alexander wie viele seiner adligen Freunde regelmäßig Opium und Alkohol in beträchtlichen Mengen. Unter solchen Bedingungen ist es durchaus denkbar, dass der überanstrengte Körper die Infektion nicht mehr eindämmen konnte, und Alexander an einer Erkrankung starb, an der üblicherweise nur Immungeschwächte, Alte und Kinder sterben.

    Aber genau werden wir es wohl nie erfahren.


    Bei Erkältung - Abhusten erleichtern, Reizhusten stoppen
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    (dgk) Gerade in der kalten Jahreszeit gehören Erkältungen mit Hustenreiz und Verschleimung der Bronchien fast schon zum Alltag. Dabei ist der Husten eine sinnvolle Einrichtung. Er befördert den von den Bronchien produzierten Schleim nach außen. Gleichzeitig werden damit auch eingedrungene Krankheitserreger entfernt. Medizinisch wird dieser Husten als produktiv bezeichnet. Bestimmte Wirkstoffe können zusätzlich helfen, den Schleim zu verflüssigen, damit er sich nicht in den Bronchien festsetzt. Dadurch wird das Abhusten erleichtert und die Dauer der Erkrankung verkürzt. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten.


    Bei Erkältung - Abhusten erleichtern, Reizhusten stoppen Foto: PhotoAlto


    Keine Reinigungsfunktion erfüllt dagegen der unproduktive, trockene Reizhusten. Er ist meist auf Entzündungen im Bereich der oberen Atemwege und des hinteren Rachenraumes zurückzuführen. Als Folge davon werden die "Hustenmelder" in den Schleimhäuten der Atemwege empfindlicher und lösen Husten aus, ohne dass sich Fremdkörper oder Schleim in den Bronchien befinden.

    Anhaltender Reizhusten kann dem Körper schaden, denn die Luft wird durch das Zwerchfell mit extremem Druck bis zu Schallgeschwindigkeit aus der Lunge gepresst. Diese wiederholte mechanische Belastung kann die Schleimhaut der Bronchien verletzen, so dass die "Hustenmelder" schon auf den kleinsten Reiz hin reagieren. Dieser Kreislauf muss gestoppt werden, bevor er ernsthaften Schaden anrichtet. Deshalb ist es sinnvoll, Reizhusten so lange zu dämpfen, bis sich die Schleimhäute beruhigt haben. Dazu eignen sich Hustenstiller mit den Wirkstoffen Clobutinol oder Dextromethorphan. Sie beeinflussen das im Gehirn befindliche Hustenzentrum Hustenzentrum und schützen so vor unproduktivem, schmerzhaftem Husten. Das natürliche Abhusten wird jedoch nicht behindert. Da diese Mittel müde machen können, sollten sie nicht während Tätigkeiten angewendet werden, bei denen man konzentriert sein muss.

    Das sollten Sie zusätzlich tun:

    • Viel Trinken. Das sorgt für feuchte Schleimhäute und löst den Schleim.
    • Atmen Sie durch die Nase. Das befeuchtet die Atemluft.
    • Sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.
    • Meiden Sie Tabakrauch, auch passiv.


    Zur Verbesserung des Flüssigkeitshaushalts eignen sich besonders Teezubereitungen aus Lindenblüte, Salbei oder Malve. Sie bilden auf den Schleimhäuten eine schützende, feuchte Schicht. Übrigens: Sollte der Hustenreiz im Liegen schlimmer werden, stellen Sie das Kopfende des Bettes etwas hoch.


    Eiskalter Winterspaß erfordert Pflege für die Haut
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    (dgk) Unbedeckte Hautpartien sind beim Skifahren extremen Bedingungen ausgesetzt. So können bei einer Skiabfahrt die Temperaturen auf der Gesichtshaut kurzfristig bis auf minus 50 Grad Celsius absinken. Wer nicht will, dass seine Haut Schaden dabei nimmt, muss sie entsprechend schützen und pflegen.

    Gerade im oft eiskalten, aber heiß geliebten Winterurlaub wird dem gesamten Körper und auch der Haut einiges zugemutet. Der Körper muss sich an die Kälte anpassen. Um sich vor niedrigen Temperaturen zu schützen, wird die Durchblutung von Händen, Füßen, Ohren, Nasenspitze und der gesamten Haut gedrosselt. Durch den verringerten Blutfluss reduziert sich Stoffwechselprozesse in der Haut. Dadurch wird die Haut anfälliger für Infektionen durch Pilze, Viren (Warzen) und Bakterien. Die kalte Winterluft enthält nur wenig Feuchtigkeit - weshalb sie der Haut Feuchtigkeit entzieht. Verstärkt wird dies noch durch die trockene Heizungsluft: Kommt man aus der Kälte in die Wärme eines Raumes, so werden die Blutgefäße der Haut reflektorisch übermäßig weit geöffnet. Es entstehen rote Nase, glühende Wangen sowie heiße Hände und Füße. Die starke Durchblutung erhöht wiederum den Feuchtigkeitsverlust - direkt spürbar an der triefenden Nasenschleimhaut. Ab etwa acht Grad Celsius gerät zudem die natürliche Talgproduktion der Haut ins Stocken. Der Talg kann sich daher nicht mehr als Verdunstungsschutz über die Haut verteilen.

    Folgen für die Haut


    Sinkt der Wassergehalt der Haut auf weniger als zehn Prozent, kommt es zu unangenehmen Folgen: Die Haut spannt, juckt und rötet sich. Sie wird rissig und schuppt. Neben Infektionen kann es auch zum Ausbruch oder zur Verschlechterung anlagebedingter Krankheiten, wie Neurodermitis oder Schuppenflechte kommen. Zudem drohen Erfrierungen.

    So helfen Sie Ihrer Haut


    Durch ein paar einfache Pflegetipps gelingt es, Ihre Haut auch im Winterurlaub geschmeidig und gesund zu erhalten.
    Duschen oder baden Sie nicht zu lang und nicht zu heiß. Das entzieht der Haut Feuchtigkeit. Benutzen Sie möglichst nur wenig Seife oder Duschgel - diese zerstören den besten, natürlichen Eigenschutz: den Talg- und Fettfilm der Haut. Trinken Sie viel, um den Feuchtigkeitsgehalt der Haut von innen her zu regulieren. Handschuhe bewahren die Hände vor unschönen Rissen. Bei der Skiabfahrt kann man das Gesicht durch einen Schal schützen. Eine pflegende Creme sollte nicht fehlen. Besonders fetthaltige Cremes können die körpereigene Feuchtigkeit in der Haut "einschließen", indem sie sich als wasserundurchlässiger Film auf die Haut legen. Je fetter der Hautschutz, desto weniger Feuchtigkeit entweicht über die Haut.

    Vermeiden Sie übermäßigen Wärmeverlust


    Die Kälte bewirkt nicht nur ein Austrocknen der Haut. Schlimmstenfalls drohen, gerade im Kopfbereich, Erfrierungen. Eine sehr fetthaltige Creme schützt die Gesichtshaut nicht nur vor dem Austrocknen, sondern auch vor "Frostschäden". Sind örtliche Unterkühlungen aufgetreten, dann sollten diese Körperteile großflächig milde erwärmt werden. Hitzeanwendung darf es jedoch nicht geben. Günstig ist es, wenn beispielsweise mit der Wärme der Hand die frostgeschädigte Hautstelle allmählich erwärmt wird. Es kann auch handwarmes Wasser angewandt werden. Weitgehend unbekannt ist, dass die wärmende Kopfbedeckung eine besondere Bedeutung hat, da bis zu 30 Prozent des Wärmeverlustes des gesamten Körpers über die Kopfhaut erfolgt. Ziehen Sie also immer brav eine Mütze an - und diese bitte über beide Ohren!


    Endlich schlank!
    Dauerhaft Essgewohnheiten ändern
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    (dgk) Gerade nach der Weihnachtszeit sind Hosen- und Rockbünde oft auf einmal zu eng und zwicken. Wer vor dem Frühjahr seine überflüssigen Pfunde wieder los werden will, verzichtet besser auf "Blitzdiäten": Nur dauerhafte Verhaltensänderungen führen zum Erfolg, rät der Ratgeber aus Ihrer Apotheke.

    Dünne Menschen leben länger. Mit jedem überschüssigen Pfund steigt das Diabetes- Risiko, und durch Bluthochdruck und Arteriosklerose wächst die Gefahr für Herz und Kreislauf. Schlanker ist daher nicht unbedingt schöner, aber sicherlich gesünder. Leider haben Diäten oft den berühmten Jojo-Effekt: Zunächst purzeln die Kilos, doch spätestens ein halbes Jahr später zeigt die Waage wieder doppelt so viel an. Das können Sie nur vermeiden, wenn Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten und Ihren Lebensstil dauerhaft ändern. Abnehmen erfordert Geduld.

    Ein paar einfache Tricks, wie Sie dem Speck auf Dauer zu Leibe rücken: Die Begriffe Alkohol, Zucker, Zwischenmahlzeiten und Knabberkram sollten Sie aus Ihrem Vokabular streichen. Gegen den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich eher Obst oder Rohkost. Mit Vollkornbrot, Müsli, Kartoffeln, Reis, Gemüse und wenig Fleisch kommen Sie weiter. Leichte und kleine Mahlzeiten langsam essen. Und nicht vergessen: Ohne Bewegung geht es nicht.

    Mehr über die zehn goldenen Regeln für Ihre Diät lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke (Ausgabe 3A/2004), die am 1.März 2004 erscheint


    NEUE SERIE
    WIE FUNKTIONIERT'S? - DEN KÖRPER VERSTEHEN
    Warum werden Haare grau?
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    (dgk) Zufrieden ist man nie: Wer brünett ist, möchte lieber blond sein, wer schwarze Haare hat, lieber rote und Grau findet kaum einer schön. Doch die Natur will es so: Der Alterungsprozess macht auch vor der Haarfarbe nicht Halt.

    Haare wachsen in asynchronen Zyklen. Zyklisch bedeutet, das Kopfhaar sprießt aus einem Haarfollikel bzw. -balg, es wächst über drei bis fünf Jahre, ruht kurze Zeit und fällt schließlich aus, und bald bringt der gleiche Balg wieder ein neues Haar hervor. Im asynchronen Zyklus geschieht das versetzt, also nicht - wie bei der Mauser der Vögel - mit allen Haaren gleichzeitig. Deshalb ergrauen auch nicht alle Haare auf einmal; der Prozess dauert Jahre und beginnt meist an den Schläfen.

    Ergrauen ist ein irreführender Begriff, die Haare erhalten keinen grauen Farbstoff. Vielmehr sind die Haarfollikel von Pigmentzellen umgeben, die irgendwann erschöpft sind und keinen Farbstoff mehr an das Haar abgeben können. Das nun pigmentlos weiterwachsende Haar wirkt, umgeben von den dunkleren, "normalfarbigen" Haaren, grau. Seine tatsächlich fast weiße Farbe wird durch die Haarsubstanz - Mark und Rinde, bestehend aus dem Keratin verhornter Zellen - bestimmt. Erst wenn der Alterungsprozess die gesamte Kopfhaut erfasst hat, erscheinen die Haare weiß. Und je mehr Luft in ihnen eingelagert ist, umso stärker die Reflexion des Lichts: Das Haar glänzt schön silbern.

    Grauwerden ist Veranlagungssache, deshalb ergrauen manche Menschen früher als andere. In Europa beginnt das Ergrauen bereits mit 35 Jahren, im Alter von 50 Jahren sind dann die Hälfte aller Haupthaare betroffen.

    Von "frühzeitigem Ergrauen" spricht man, wenn die Entwicklung vor dem zwanzigsten Lebensjahr beginnt. Meist sind schwere Erkrankungen die Ursache. Rasches Ergrauen, das "über Nacht grau werden", kann beispielsweise nach einem traumatischen Erlebnis vorkommen. In diesen Fällen ist die internistische und oder dermatologische Abklärung sinnvoll.


    AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
    Schützt Kaffee vor Diabetes mellitus?
    Keine Empfehlung für Koffein-Exzesse!
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    (dgk) "Personen mit niedrigem Kaffeekonsum haben eine erhöhte Diabetes-Rate", so lautet das Ergebnis epidemiologischer Studien. Ein hoher Kaffeekonsum, also sechs Tassen und mehr am Tag, soll hingegen das Diabetes-Risiko um die Hälfte senken. Das stellten kürzlich Forscher von der Harvard School in Boston in den USA fest. Dr. Frank Hu und seinen Kollegen warnen jedoch eindringlich davor, den schwarzen Muntermacher als Diabetes-Prophylaxe anzuwenden. Dazu müssten weitere Daten erhoben werden.

    In der Studie (Ann Intern Med 140, 2004, 1) wurden von insgesamt 126.210 Männern und Frauen über einen Zeitraum von bis zu 18 Jahren in regelmäßigen Abständen Angaben zum Kaffee-Konsum eingeholt. In Abhängigkeit von diesem Konsum wurde dann die Diabetes-Inzidenz analysiert. Ergebnis: Männer mit einem Kaffeekonsum von mehr als sechs Tassen täglich bekamen etwa 50 Prozent seltener Diabetes, bei Frauen reduzierte sich das Risiko um knapp 30 Prozent.

    Diabetes vom Typ 2 entsteht, wenn der Körper nicht mehr richtig auf das Insulin reagiert. Die Folge sind erhöhte Blutzuckerwerte und oftmals mit Spätschäden an Herz, Nieren und dem Blutkreislauf. Koffein reduziert die Empfindlichkeit des Körpers für Insulin und lässt den Blutzuckerwert ansteigen. Insofern müsste Kaffee eigentlich das Risiko, an diesem so genannten Altersdiabetes zu erkranken, erhöhen. Dem widersprechen jedoch die Zahlen der amerikanischen Wissenschaftler.

    Schon in einer 2002 veröffentlichten niederländischen Studie (Lancet 360, 2002, 1477) mit mehr als 17.000 Einwohnern waren Forscher unter der Leitung von Rob van Dam vom Dutch National Institute for Public Health and the Environment in Bilthoven auf einen ähnlichen Zusammenhang zwischen Kaffee-Konsum und Diabetes-Inzidenz gestoßen. Bei Personen, die mindestens sieben Tassen Kaffee pro Tag tranken, war in dieser Studie die Diabetes-Rate halb so hoch wie bei Personen, die sich mit maximal zwei Tassen begnügten.

    Das Ergebnis wird noch kontrovers diskutiert. Für den Effekt könnten im Kaffee enthaltene Stoffe wie Kalium, Magnesium oder Antioxidantien verantwortlich sein. Die Wissenschaftler können jedoch auch nicht ausschließen, dass die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten von Kaffeetrinkern und Nicht-Kaffeetrinkern eine entscheidende Rolle spielen, obwohl in dem statistischen Vergleich Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsarmut berücksichtigt wurden.

    Eine generelle Empfehlung zum Kaffeegenuss wollen die Wissenschaftler daher nicht aussprechen. Weitere Studien seien nötig, besonders um die Wirkung von Kaffee auf die Blutzuckerwerte besser zu verstehen.

    Daher die Warnung: Hoher Kaffeekonsum bringt oft andere Nebenwirkungen wie Nervosität, Schlaflosigkeit und Ähnliches mit sich. Und: Rauchen erhöht drastisch das Krebsrisiko; Übergewicht und Bewegungsmangel sind unabhängige Risikofaktoren für den Herzinfarkt.


    MELDUNGEN
    Ungebetene Gäste in der Arztpraxis
    Praxisgebühr weckt zunehmend kriminelles Interesse
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    (dgk) In der Vergangenheit waren Arztpraxen mehr oder weniger attraktive Zielobjekte für Einbruchsversuche, weil hier Rezeptblöcke, Medikamente, Computer und andere Wertgegenstände vermutet wurden. Mit Einführung der Praxisgebühr, die Patienten seit dem 1. Januar 2004 beim Arztbesuch entrichten müssen, wird ein zusätzliches Sicherheitsrisiko deutlich. In der Hoffnung auf größere Mengen an Bargeld hebeln Einbrecher Fenster und Türen auf, um sich Zugang zu verschaffen. Wenn der Einbruch gelingt, fällt die tatsächliche Beute gemessen an den Erwartungen der ungebetenen Gäste meistens jedoch nur gering aus. Der angerichtete Sachschäden an Türen und Fenstern und die hinterlassenen Verwüstungen in den Räumen übersteigen oftmals jedoch vierstellige Summen.

    Der Sachschaden und die Beute könnte aber noch größer sein, wenn Einbrecher nicht zunehmend an wirkungsvoller Sicherungstechnik scheitern würden. Zu den grundsätzlichen Schutzvorkehrungen gegen Einbruch zählt das sorgfältige Schließen von Fenstern und Türen beim Verlassen der Praxis. Eingangstüren und Fenster, vor allem im Erdgeschoss sollten zusätzlich gesichert werden. Auf dem Weg zum Ziel lassen sich Einbrecher allerdings auch von verschlossenen Türen und Fenstern nicht unbedingt aufhalten.

    In den Praxisräumen könnte ein elektronisches Sicherheitssystem, das ungebetene Gäste mit einem Infrarot-Bewegungsmelder empfängt und umgehend Alarm meldet, für zusätzliche Sicherheit sorgen. Die unmittelbare Alarmierung vor Ort, verbunden mit der Weiterleitung des Alarmes an Wachdienste oder private Telefonanschlüsse lässt mögliche Täter in den meisten Fällen von Ihrem Vorhaben abkommen.

    Weitere Informationen stellt die Aktion "HausSicherheit mit System" im Internet unter www.haussicherungssysteme.de zur Verfügung.


    Buchtipp: Handbuch für Infektionskrankheiten
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    (dgk) Das 2002 verlegte Handbuch für den Öffentlichen Gesundheitsdienst ist jetzt in einer kleinen Neuauflage erschienen. Es erlaubt Medizinern einen raschen Überblick zu den einzelnen Infektionskrankheiten und gibt Auskunft zu Klinik, Epidemiologie und Meldepflicht. Ebenso sind labordiagnostische Möglichkeiten, Therapie und präventive Maßnahmen, zum Beispiel Impfungen oder Chemoprophylaxe, beschrieben. Gleichfalls sind wichtige Kontaktadressen wie die der Referenzzentren und Speziallaboratorien aufgeführt.

    Handbuch für Infektionskrankheiten, 2004, Edmund-von-König-Verlag, Dielheim, ISBN-Nr. 3-930 986-60-4


    Buchtipp: The World Health Report 2003 - Shaping the Future
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    (dgk) Während ein heute in Japan geborenes Mädchen eine Lebenserwartung von etwa 85 Jahren hat, wird ihre in Afrika geborene "Schwester" nur etwa 36 Jahre alt werden, weil sie wahrscheinlich nie einen Arzt, eine Krankenschwester oder einen medizinischen Fachmann zu sehen bekommt.

    Im neu erschienenden Weltgesundheitsreport für 2003 (The World Health Report 2003 - Shaping the Future) wirft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Blick auf die unter-schiedlichen Gesundheitswesen aller Länder der Welt. Zudem gibt sie Vorschläge wie eine gemeinsame internationale Tätigkeit gegen HIV/AIDS, Polio, SARS und andere Krankheiten helfen kann, Gesundheitssysteme allgemein zu verstärken und allen Menschen der Welt annähernd gleich gute Chancen für ihre Gesundheit zu ermöglichen.

    The World Health Report 2003 - Shaping the Future, 2003, World Health Organisation; Genf, ISBN Nr. 92-4-156243-9


    Allergie-Karriere verhindern
    Deutsches Grünes Kreuz ruft im April zur Früherkennung von Allergien auf
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    (dgk) Mit einer bundesweiten Informationswoche vom 15. bis 23. April 2004 ruft das Deutsche Grüne Kreuz e.V. die Bevölkerung zur Früherkennung von Allergien auf. Im Aktionszeitraum halten Gesundheitsämter und zahlreiche Apotheken Informationsmaterialien bereit, die erläutern, was man über die modernen Möglichkeiten der Allergie-Früherkennung wissen sollte.

    Allergien entwickelten sich immer mehr zu einer Volkskrankheit, 20 Prozent der er- wachsenen Bundesbürger seien davon betroffen. Noch bedenklicher allerdings stelle sich die Situation bei Kindern dar, warnt die Gesundheitsorganisation aus Marburg. Unter den Schulkindern klage bereits jedes Dritte über allergische Beschwerden wie einer laufenden oder verstopften Nase, juckenden Augen, Husten, Atembeschwerden, Magen-Darm-Problemen oder Hautausschlägen.

    Häufig beginne die Allergie-Karriere schon im Säuglingsalter. Kuhmilch löse Durchfall und Bauchschmerzen aus, juckende Hautekzeme quälten die Kleinkinder. Unbehandelt könne sich daraus im Laufe der weiteren Lebensjahre ein lästiger Heuschnupfen und im schlimmsten Fall eine schwere asthmatische Erkrankung entwickeln.

    Erfolgreich verhindern lasse sich dieses Schicksal nur durch eine frühzeitige Erkennung der Allergie-auslösenden Faktoren und eine wirksame Behandlung. Neue und schonende Testverfahren erleichterten heute Arzt und Patienten die Allergie- Diagnose. Diese Chance sollten Eltern mit einem Allergie-verdächtigen Kind unbedingt nutzen.


    Rauchfrei 2004 - 10.000 Euro zu gewinnen!
    Kampagne zum Rauchstopp von Erwachsenen und Jugendlichen
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    (dgk) Bei der Aktion des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg hat man gleich zweimal die Chance etwas zu gewinnen. Denn wer im Mai vier Wochen lang nicht raucht, steigert nicht nur Gesundheit und Lebensqualität, sondern nimmt auch noch an der Verlosung eines Geldpreises teil.
    Mit der Nichtraucherkampagne "Rauchfrei 2004" des DKFZ soll möglichst vielen Raucherinnen und Rauchern der Schritt zur langfristigen Aufgabe des Rauchens erleichtert werden. Start ist am Aschermittwoch, 25. Februar. Teilnahmekarten liegen in allen Apotheken, in den Geschäftsstellen der AOK und der Barmer Ersatzkasse sowie in Arztpraxen, Kliniken, sozialen Einrichtungen und Betrieben aus. In Deutschland werden insgesamt 10.000 Euro ausgelost. Die Auslosung der Gewinner erfolgt kurz vor dem Weltnichtrauchertag, 31. Mai.

    "Rauchfrei 2004" findet im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) statt und steht unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

    Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rauchfrei2004.de .


    Lieber Schnaps statt Wein
    Reine Spirituosen führen seltener zu Kopfschmerzen
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    (dgk) Ein feuchtfröhlicher "Fehltritt" mit Wein und Bier wird meist am nächsten Tag mit einem Brummschädel bezahlt. Auslöser dafür ist eine ganze Reihe von Faktoren, weiß Dr. med. Jan-Peter Jansen vom Schmerzzentrum Berlin. "In Studien konnte immer wieder ein Zusammenhang zwischen Rotwein und Kopfschmerzen gefunden werden. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich die enthaltenen Phenole, die übrigens auch im Bier zu finden sind", erklärt der Schmerztherapeut. Diese giftigen, aromatischen Verbindungen gelangen mit dem Blutstrom ins Gehirn und lösen dort Migräne aus. Destillierte und damit reinere Alkoholika wie Schnaps, Wodka oder Gin werden deswegen besser vertragen.

    Ein ganz wichtiger Grund für den Katerkopfschmerz ist nach Ansicht von Jansen der erhöhte Wasserverlust bei Alkoholgenuss. Deshalb rät er dazu mindestens genauso viel Mineralwasser wie Spirituosen zu trinken und den gleichzeitigen Elektrolytverlust mit dem Verzehr von Salzstangen auszugleichen. "Und eine Tasse Kaffee sollte den Abend abrunden", so der Kopfschmerzexperte. Das enthaltene Koffein würde den erhöhten Harnverlust durch Alkohol hemmen und damit auch den Wasserverlust verringern. Und noch ein Tipp vom Fachmann: Wer gleich am Abend eine Kopfschmerztablette nimmt, hat gute Chancen, dem Kater zu entgehen. Hält man sich an die Empfehlungen der Fachgesellschaft und greift zu einem Kombinationspräparat aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein, kann man auf die Tasse Kaffee auch verzichten.

    Damit die närrischen Wochen möglichst selten einen Brummschädel verursachen, seien Feiernde an die alte Apothekerweisheit erinnert: Erst die Dosis macht das Gift. Ob Schnaps oder Wein, Maß halten ist deshalb immer noch der beste Schutz vor Kopfschmerzen.

    Reine Spirituosen führen seltener zu Kopfschmerzen als Wein Foto: DGK

    • Interessante Informationen zum Thema bietet die Broschüre "Kopfschmerzen - Anleitung zur Selbsthilfe", die Sie gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlages anfordern können bei:
      Deutsches Grünes Kreuz
      Stichwort Kopfschmerzen
      Postfach 12 07
      35002 Marburg
    • Weitere Infos zu Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen unter www.forum-schmerz.de .

     


    NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-FORSCHUNGSINSTITUT (DDFI)
    Geburtsgewicht als Prognosefaktor für den Typ 2 Diabetes
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    (dgk / DDFI) Die Tatsache, dass Übergewicht mit der Entstehung des Typ 2 Diabetes verbunden ist, ist heutzutage unbestritten. Neue Studien zeigen: Schon das Geburtsgewicht kann auf ein erhöhtes Risiko für einen Typ 2 Diabetes hinweisen. Das Deutsche Diabetes Forschungsinstitut berichtet von einer finnischen Studie, die zwei verschiedene Wege zum Typ 2 Diabetes zeichnet.

    Auch vor Kindern macht weder das Übergewicht noch der Typ 2 Diabetes Halt, das ist in den vergangenen Jahren immer deutlicher geworden. Nun verdichten sich zudem die Hinweise, dass Kinder, die mit einem niedrigen Gewicht auf die Welt kommen, ein erhöhtes Risiko haben an einem Diabetes zu erkranken. Gefährdet scheinen vor allem Babys mit einem Geburtsgewicht von 3.500 Gramm oder weniger. Eine aktuelle finnische Studie an knapp 9.000 Einwohnern Helsinkis zeigt, dass diese Kinder in späteren Jahren häufiger an Diabetes Typ 2 erkranken. Sie sind zunächst "leicht und klein". Mit zwei Jahren nehmen sie dann stärker an Gewicht und Größe zu. Im Alter von sieben Jahren haben sie das Defizit zu den schwergewichtigeren Altersgenossen aufgeholt. Danach aber legen sie überdurchschnittlich an Körpergewicht zu.

    Und nicht nur ein niedriges Geburtsgewicht prädestiniert zum Diabetes im späteren Leben. Babys mit einem normalen Geburtsgewicht von mehr als 3.500 Gramm haben grundsätzlich kein erhöhtes Risiko zu erkranken. Ausnahme: Es kommt in den ersten drei Lebensmonaten zu einem verzögerten Längenwachstum, welches allerdings schnell wieder aufgeholt wird. Mit zwei Jahren haben die Kinder Normalgewicht und -größe. Dann allerdings beginnt vor allem das Gewicht stärker anzusteigen als die Körpergröße, so dass es zu einer Erhöhung des Body-Mass- Index (BMI) kommt. Tritt zu diesem Lebenslauf eine familiäre Belastung hinzu, ist das Risiko für einen Typ 2 Diabetes hoch.

    Beide geschilderten Verläufe resultieren in Übergewicht im Kindesalter, welches wiederum ein Risikofaktor für den Diabetes Typ 2 ist. Die Analyse der sozioökonomischen Faktoren ergab, dass der BMI bei den Kindern besonders hoch war, die in kleinen Familien oder einfachen sozialen Verhältnissen lebten. Die Entwicklung eines Diabetes war mit niedrigem so-zialen Status und einem erhöhten BMI der Mutter verbunden.

    Schlussfolgerungen


    Ein erhöhtes Risiko für einen Diabetes ist bereits an der Größen- und Gewichtsentwicklung im Kindesalter erkennbar. Kein erhöhtes Risiko besteht bei: niedrigem Geburtsgewicht, aber einem schnellen Ausgleich noch im ersten Lebensjahr sowie einem normalem Geburtsgewicht und normaler Entwicklung in Längen- und Gewichtswachstum. Ein erhöhtes Risiko ist jedoch vorhanden bei der Kombination von niedrigem Geburtsgewicht und verzögertem Wachstum in den ersten drei Monaten sowie bei Kindern, die bereits im frühen Alter übergewichtig sind.

    Kommentar


    Neu ist die Erkenntnis, dass ein erhöhtes Diabetesrisiko von Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht nur dann besteht, wenn es in Kombination mit einer Wachstumsstörung im frühen Säuglingsalter auftritt. Der zweite Weg über ein normales Geburtsgewicht und einen erhöhten BMI im Kindesalter ist ebenfalls erstmals derart formuliert worden. Da es sich allerdings um eine retrospektive statistische Analyse handelt, müssen die Ergebnisse durch weiterführende Studien bestätigt werden.

    Schwachstellen der Analyse: Bei den Studienteilnehmern handelt es sich um die Bevölkerung eines bestimmten Einzugsgebietes und ist damit nicht unbedingt repräsentativ für die Bevölkerung Finnlands. Unklar ist auch, ob diese Ergebnisse für alle ethnischen Gruppen gültig sind.

    Die späteren Untersuchungen der Kinder war freiwillig und nicht standardisiert. So wurde eine Auswahl besonders motivierter Familien getroffen. Der Anteil der Arbeiterfamilien im Kollektiv lag mit 67 Prozent leicht über dem Durchschnitt für das Helsinki der 30er- und 40er-Jahre. Das nationale Diabetes-Register unterscheidet nicht zwischen Typ 1 und Typ 2 Dia-betes, so dass die späteren Typ 2 Diabetiker mit Hilfe der Kriterien Erkrankungsalter und Medikation "errechnet" werden mussten. So treten Ungenauigkeiten auf, wenn es sich bei den Diabeteserkrankungen um Sonderformen (LADA etc.) handelt. Die Ernährung der Kinder, die einen hohen BMI hatten und später einen Diabetes entwickelten, wurde in der Analyse nicht berücksichtigt. Die Nahrungszusammensetzung und Qualität der Lebensmittel ist jedoch nach heutigem Kenntnisstand ausschlaggebend bei der Entstehung von Übergewicht.

    Informationen finden Sie im Internet unter

    www.diabetes-deutschland.de

    Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:

    Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum

    Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut an der

    Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

    Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf
    Telefon: 02 11 / 33 82 - 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103


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    3. Tag der Rückengesundheit


    (dgk) Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen haben: Bandscheibenvorfälle, Osteoporose oder auch eine schwache Muskulatur. Und nicht immer lassen sich die (Röntgen-) Befunde in Einklang mit den Symptomen bringen. Ob nun die Ursache zu finden ist oder der Auslöser unklar bleibt, für eine erfolgreiche Behandlung ist entscheidend, dass der Schmerz gelindert wird, damit der Rücken trainiert werden kann. Wird dieser Aspekt vernachlässigt, beginnt für die Betroffenen häufig ein Teufelskreis aus Schmerz - Bewegungslosigkeit - noch mehr Schmerz.

    Das Forum Schmerz im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e. V. veranstaltet
    am 15. März 2004 den 3. Tag der Rückengesundheit.
    Er steht in diesem Jahr unter dem Motto
    "Beraten, behandeln, bewegen - Schmerz im Visier"
    und soll über wichtige Aspekte zum Thema Rückenschmerzen informieren:

    • Beratung: Was kann hinter den Rückenschmerzen stecken? Worauf sollte man achten ("red flags")? Wie sind sie zu vermeiden?
    • Behandlung: Welche Therapiekonzepte sind sinnvoll? Wie lassen sich Schmerzen effektiv behandeln?
    • Bewegung: Welche Bedeutung hat Bewegung in der Vorbeugung und Therapie? Wie viel Bewegung darf sein, wie viel muss sein?

      Partner sind vor allem Apotheken, Gesundheitsämter, Krankenkassen und Firmen. Sie werden ihre Kunden an diesem Tag mit Broschüren und eigenen Veranstaltungen über das Problem Rückenschmerzen informieren.

      Ausführliche Informationen über das Thema Rückenschmerzen sowie über Veranstaltungen und Aktionen, die an diesem Tag stattfinden, enthält unsere Pressemappe, die Sie beim Forum Schmerz bestellen können, oder ab dem 23. Februar 2004 unter www.forum-schmerz.de herunterladen können.


      Kontaktadresse:


      Forum Schmerz im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e. V.
      Dr. Dietmar Krause / Inge Kokot
      Schuhmarkt 4
      35037 Marburg
      Telefon 0 64 21 / 2 93 - 1 38
      Telefax 0 64 21 / 2 93 - 1 70
      E-mail: rueckenschmerz(à)dgk.de

     

     

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