DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 44, Ausgabe 6 - 2003 - Themen: Sonnenbrillen, Impfen, Medikamente, Risiken, Nebenwirkungen, Sydney-Studie, Diabetes, DDFI, Sonne und Haut, Hormon, Schwindel, Stress, Pflegeheime, Gesunheitsinf
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 44, 5 - 2003

Impfen als Chance
1. Nationale Impfwoche vom 5. bis 11. Mai 2003 (2.309 Zeichen)

 

(dgk) Mal ehrlich: Denken Sie spontan an Impfungen, wenn das Wort Vorsorge fällt? Die meisten Menschen tun es nicht, Sie sind also "in guter Gesellschaft". Dabei ist Impfen die wichtigste gesundheitliche Vorsorge überhaupt, erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nicht ausreichend geimpft zu sein, bedeutet ein nicht vertretbares gesundheitliches Risiko, denn Infektionskrankheiten sind auch in Deutschland keineswegs verschwunden. Impfungen schützen vor vielen schweren Krankheiten, gegen die es keine oder keine ausreichend wirksame Therapie gibt.

Viele Menschen nutzen die angebotene Chance nicht, den Impfschutz bei sich oder ihren Kindern aufzubauen. Auch notwendige Auffrischimpfungen werden häufig vergessen. Grund dafür ist oft nur Gedankenlosigkeit. Einige Menschen sind auch verunsichert, weil immer wieder von der Schädlichkeit der Impfungen gesprochen wird. So werden Kombinationsimpfstoffe als gefährlich dargestellt, weil sie angeblich das Immunsystem eines Säuglings überlasten. Das tun sie nicht. Ein neugeborenes Kind wird mit unzähligen Fremdstoffen aus Luft und Nahrung konfrontiert, und natürlich auch mit Krankheitserregern. Im Gegensatz dazu sind die wenigen im Impfstoff enthaltenen Bestandteile ein "Kinderspiel" - zumal diese gut verträglich aufbereitet sind. Könnte sich der kleine Körper nicht gleichzeitig mit sehr vielen Fremdstoffen auseinander setzen, würde er nicht überleben.

1. Nationale Impfwoche vom 5. bis 11. Mai 2003

Sachlich informieren, mit Vorurteilen aufräumen: Das ist das Ziel der 1. Nationalen Impfwoche. Sie startet am Freitag, 2. Mai, am Berliner Bahnhof Friedrichstraße, von wo aus der "Zug fürs Impfen" eine Woche lang durch die Republik tourt, um am Samstag, 10. Mai, in Potsdam einzulaufen.

Außerdem gibt es in ganz Deutschland tausende Aktionen rund ums Impfen. Schauen Sie nach unter www.nationale-impfwoche.de. Dort finden Sie zahlreiche Informationen rund um die Impfwoche - und einen witzigen Bildschirmschoner zum Herunterladen.

 

lieber impfenIn Kürze:

Mit Hilfe von über 100 Mitträgern und mehr als 9.000 ehrenamtlichen Aktionspartnern aus den Bereichen Medizin, Pharmazie und Bildung werden im Mai 2003 bundesweit Veranstaltungen und Aktionen zum Thema Impfen stattfinden. Vorträge, Impfpass-Checks, Infostände, Telefonaktionen mit der regionalen Presse, Unterrichtseinheiten etc. sind geplant. Begleitet werden diese Aktivitäten von einem Sonderzug, dem "Zug fürs Impfen". Dieser Zug wird während der Impfwoche sieben deutsche Bahnhöfe ansteuern, wo jeweils ein spezielles Impfthema im Mittelpunkt steht. Dazu gibt es Impfberatungen, Live-Talks mit prominenten Gästen, Gewinnspiele und vieles mehr. Die 1. Nationale Impfwoche steht unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung.


Der Sommer naht mit großen Schritten
Sonnenbrillen schützen (2.365 Zeichen)

 

(dgk) Es ist Zeit, die eigenen Augen vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Auch in unseren Breitengraden nimmt die Intensität dieser nicht sichtbaren Strahlung zu. Kinder sind besonders anfällig für schädliche UV-Strahlen, weil sie viel Zeit im Freien verbringen. UV-bedingte Schäden kumulieren sich mit der Zeit. Deshalb sollte man mit dem Schutz der Kinderaugen rechtzeitig anfangen.

Aktuelle Studien zeigen, dass die Augen genauso wie die Haut geschädigt werden, wenn sie über einen längeren Zeitraum ungeschützt der UVA- oder UVB-Strahlung ausgesetzt sind. Diese Strahlung ist immer vorhanden, sowohl bei Wolken als auch bei Sonnenschein. Besonders die Augenoberfläche, die Linse und die Netzhaut sind gefährdet. Mögliche Erkrankungen sind Schneeblindheit, Pterygium (so genanntes Flügelfell: Verwachsungen von Gefäßen und Bindehautgewebe über den Rand der Hornhaut hinweg), Katarakt (Grauer Star) oder Makula-Degeneration (Schädigung der Makula des Auges, der Stelle des schäfrsten Sehens).

Achten Sie beim Kauf von Sonnenbrillen auf die Qualität der Gläser. Die Gläser sollten über einen Breitband-UV-400-Schutz verfügen, der alle gefährlichen Wellen im ultravioletten Bereich filtert. Darüber hinaus sollte auf das CE-Zeichen geachtet werden. Mit diesem Zeichen garantiert der Hersteller, dass sein Erzeugnis den in Europa gültigen Qualitäts-Mindestanforderungen entspricht. Sonnenbrillen mit Seitenschutz schützen vor Licht, das seitlich ins Auge eintritt. Studien zeigen, dass seitlich eintretende UV-Strahlen den Effekt von Sonnenschutzbrillen deutlich vermindern können.

Auch der richtige Sitz ist wichtig: Die Gläser müssen oben mindestens bis zu den Augenbrauen und seitlich mindestens bis zum Gesichtsrand reichen. Gute Gläser zeigen niemals Schlieren, Blasen oder Einschlüsse und stellen die Umwelt unverzerrt dar. Ideal sind graue und braune Gläser, da sie Farben fast neutral wiedergeben. Grün und gelb getönte Gläser dagegen sind vor allem für Autofahrer ungeeignet, da sie Farben verfälschen.

Billigbrillen können mehr Schaden anrichten, als sie nützen. Brillen, die an Kiosken oder von fliegenden Händlern angeboten werden, sehen zwar "cool" aus, jedoch haben sie dunkle, meist minderwertige Gläser und kaum UV-Schutz. Der Effekt ist doppelt schädlich. Die dunklen Gläser sorgen dafür, dass weniger Licht durchgelassen wird. Demzufolge öffnet sich die Iris des Auges. Da aber die Gläser keinen UV-Schutz haben, trifft eine wesentlich erhöhte Strahlendosis ins Augeninnere. Eine bleibende Schädigung des Auges ist die Folge.

Lassen Sie Ihre Sonnenbrillen, auch die der Kinder, bei Ihrem Augenoptiker auf UV- Schutz untersuchen. Bei der Sonnenbrille sind ein paar Euro mehr an der richtigen Stelle investiert - für die eigene lang anhaltende Gesundheit der Augen.


'Zu Risiken und Nebenwirkungen ...'
Waschzettel verstehen: Nebenwirkungen, Einnahmezeiten und Dosierung (2.623 Zeichen)

 

(dgk) So genannte Waschzettel, Beipackzettel von Medikamenten, sind oft unverständlich und schüren bei vielen Ängste. In manchen Fällen lassen Patienten aus Unsicherheit sogar lieber die Finger von der Pillenpackung.

Fast jeder zweite Deutsche (48,4 Prozent) hat aus Angst vor den Nebenwirkungen ein Medikament schon einmal nicht eingenommen, ergab eine repräsentative bundesweite Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK in Nürnberg unter mehr als 2.000 Menschen. Fast 70 Prozent der Befragten kritisierten zudem die vielen Fremdwörter in den Beipackzettel-Texten. 56,9 Prozent fanden die Beschreibung von Wechselwirkungen unverständlich. Die Risiken und Nebenwirkungen hielten 43,9 Prozent für unklar beschrieben.

Unser Rat: Lassen Sie sich von keinem noch so langem Beipackzettel abschrecken, auch wenn sich manch einer liest wie eine 'Anleitung zum Krankwerden'. Die folgenden Übersetzungen der gängigsten Formulierungen sollen einen kleine Hilfestellung sein. Wenn Sie trotzdem unsicher sind, scheuen Sie sich nicht davor, Unverständliches mit Ihrem Arzt oder einem Apotheker zu besprechen.

Nebenwirkungen:

Was helfen soll, muss nicht gleichzeitig schaden. Dass aufgeführte Nebenwirkungen tatsächlich auftreten, ist relativ unwahrscheinlich. Wie viel Prozent der Patienten nach Anwendung des Mittels Schwierigkeiten hatten, ist den Häufigkeitsangaben der Hersteller zu entnehmen. Dabei bedeutet: "sehr selten" in 0,1 Prozent der Fälle, "selten" in einem Prozent, "gelegentlich" in einem bis zehn Prozent und "häufig" in mehr als zehn Prozent. Sind ernsthafte Nebenwirkungen zu erwarten, werden Ihr Arzt oder Apotheker Sie darüber informieren.

Einnahme-Empfehlungen:

Manche Arzneimittel soll man vor oder nach dem Essen einnehmen. Leider ist diese Anweisung sehr irreführend und wird deshalb häufig missverstanden. Die Angabe "während des Essens" besagt, dass die Einnahme innerhalb von fünf Minuten nach Beendigung der Mahlzeit zu erfolgen hat. "Einnahme nach dem Essen" bedeutet nicht sofortiger Verzehr zu der Mahlzeit, sondern vielmehr in einem zeitlichen Abstand nach dem Essen. Auch eine empfohlene "Einnahme vor der Mahlzeit" bedeutet nicht, dass die Medizin unmittelbar davor zuzuführen ist, sondern eine halbe oder eine Stunde zuvor.

Dosieranleitung

Besonders sorgfältig sollten Sie die Dosieranleitung lesen. Angaben wie "vor den Mahlzeiten unzerkaut" oder "nach den Mahlzeiten zerkauen" sollten ebenso eingehalten werden wie die Hinweise zur Häufigkeit der Einnahme. Falls Ihr Arzt Ihnen eine besondere Einnahmedosis verordnet, gilt natürlich diese. Sowohl zu viel als auch zu wenig des Wirkstoffs können das Gelingen der Therapie aufs Spiel setzen. Es ist wichtig, den vorgeschriebenen Zeitpunkt der Anwendung genau einzuhalten. Wenn Sie beispielsweise bei einem Migräneanfall rechtzeitig ein schmerzlinderndes Medikament einnehmen, nimmt es dem Schmerz den Gipfel. Konnte sich der Anfall dagegen voll entwickeln, bleiben viele Medikamente wirkungslos. Der Missbrauch von immer anderen, häufig stärkeren Schmerzmitteln ist dann vorprogrammiert.
Nehmen Sie die Medikamente immer so lange ein, wie Sie Ihr Arzt sie verschrieben hat. Frühzeitiges Abbrechen zum Beispiel einer Antibiotikatherapie ist gefährlich.


DER AKTUELLE GESUNDHEITSTIPP
Das Karussel im Kopf (1.010 Zeichen)

 

(dgk) Etwa jeder zehnte Deutsche klagt über wiederholte Schwindelanfälle - auch ohne vorherige schwungvolle Tanzeinlage oder ein "Glas zuviel". Vor allem ältere Menschen und Frauen sind betroffen.

Schwindelattacken ohne erkennbaren Anlass sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden, so der "Ratgeber aus Ihrer Apotheke". Ursachen könnten verschiedene Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme, Schilddrüsenerkrankungen oder Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr sein. Wenn es jemand schwarz vor Augen wird, stecken oft Durchblutungsstörungen des Gehirns dahinter. Auch bestimmte Medikamente können Schuld sein. Psychische Probleme oder extremer Stress verursachen ebenfalls häufig das Gefühl, auf schwankendem Boden zu stehen oder gar "den Boden unter den Füssen" zu verlieren.

Zu unterscheiden ist zwischen Dreh-, Benommenheits- und Schwankungsschwindel. Nicht selten gehen solche "Karussellfahrten" mit Übelkeit, Erbrechen und starker Angst einher. Gerade ältere Menschen können sich bei einem Sturz böse Verletzungen zuziehen.

  • Alles Wissenswerte rund um den Schwindel lesen Sie im "Ratgeber aus Ihrer Apotheke" (Ausgabe 6 A/2003), der am 1. Juni erscheint.


MELDUNGEN
Kostenloser Expertenrat zum Thema 'Sonne und Haut'
Das UV-Mobil reist quer durch Deutschland (673 Zeichen)
 

(dgk) Pünktlich zu Beginn der Sommersaison starten drei Partner - der Berufsverband Deutscher Dermatologen, das Deutsche Grüne Kreuz e.V. und Vichy Laboratoires - eine deutschlandweite Aufklärungskampagne zum Thema Sonnenschutz. Vom 13. Mai bis zum 26. Juni 2003 macht ein zum UV-Mobil umgebauter Bus in 24 deutschen Städten Station.
Interessierte können sich im UV-Mobil kostenlos von Experten untersuchen und beraten lassen. Am Datum * macht das UV-Mobil auch in Stadt und Standort * von 11 bis 18 Uhr Halt. Wer nicht kommen kann, hat die Möglichkeit, sich im gleichen Zeitraum über die kostenlose Sonnenschutz-Hotline von einer Expertin beraten zu lassen: montags, dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter Tel. 0800 / 011 211 6. Weitere Hinweise finden Sie unter www.sonnenberatung.de.

* Anmerkung für Journalisten:


Informationen zu Datum und Standort des UV-Mobils in Ihrer Stadt / Nähe siehe

Tourübersicht unter
www.sonnenberatung.de oder www.dgk.de .

Ansprechpartnerin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. (nur für Journalisten):

Heike Stahlhut, Telefon 0 64 21 / 293 - 155, email:
heike.stahlhut(à)kilian.de


TV-Tipp: Beobachtungen in einem Pflegeheim (936 Zeichen)
 

(dgk) Alt, krank, verwirrt - wer sein Leben nicht mehr selbst organisieren kann, benötigt Hilfe. Die Versorgung von Menschen in Alten- und Pflegeheimen jedoch ist in den vergangenen Jahren zunehmend in Kritik geraten: Einsparungen, überforderte Mitarbeiter, wenig Zeit für intensive Pflege und Therapie. Bert Herfen zeigt in seinem Film "Alt und krank - besser nicht" das Leben der Bewohner und die Arbeit der Pfleger eines Pflegeheims im Westerwald. Die Reportage wird am Sonntag, 11. Mai von 16.30 bis 17.00 Uhr im WDR-Fernsehen gezeigt (Wiederholung am 16. Mai, 11.30 bis 12.00 Uhr).

In Deutschland leben bereits heute zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Demenzkranke, die meisten davon mit einer Alzheimer Demenz. Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen ist über 60 Jahre alt. Da die Zahl der Alten und sehr Alten in unserer Gesellschaft wächst, rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg auf mehrmals 1,7 Millionen Demenz-Patienten bis zum Jahr 2010. Nähere Informationen über das Krankheitsbild, Ursachen und Therapiemöglichkeiten finden Sie im Internet unter www.dgk.de oder www.altern-in-wuerde.de .


Kongresshinweis: Gesundheitsinformationen im Internet
Mehr Sicherheit durch mehr Qualität (1.293 Zeichen)
 

(dgk) Gesundheitsthemen stehen bei der Nutzung des Internets mit an erster Stelle. Das Angebot allgemein zugänglicher Gesundheitsforen ist inzwischen jedoch unüberschaubar geworden und die Qualität der Informationen nur schwer einschätzbar. Aus diesem Grunde wurde 1999 vom Bundesministerium für Gesundheit das "Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem" (afgis) ins Leben gerufen, das die Aufgabe hat, Qualitätskriterien für Gesundheitsinformationen für die neuen Medien zu entwickeln und zu erproben.

Der in der Zeit vom 24. bis 25. Juni 2003 in Berlin zum Thema "Gesundheitsinformationen im Internet - mehr Sicherheit durch mehr Qualität" stattfindende erste afgis-Kongress wird sich neben den Ergebnissen einer dreijährigen Entwicklungsarbeit mit den fachlichen und gesundheitspolitischen Dimensionen der Qualitätssicherung von Gesundheitsinformationen im Internet beschäftigen. Neben der Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung Ulla Schmidt sprechen unter anderem Vertreter der EU, der Ärzteschaft, der Krankenkassen, des Verbraucherschutzes, von Gesundheitsverbänden und Wirtschaftsunternehmen.

In Workshops werden mit den Experten verschiedene Aspekte und Verfahren der Qualitätssicherung bei den im Internet angebotenen Gesundheitsinformationen diskutiert und diverse Angebotsformen aus Sicht der Anbieter und Verbraucher dargestellt. Eingeladen sind alle interessierten Personen, Firmen, Organisationen und Nutzergruppen sowie Verbraucher und Verbraucherinnen.

  • Weitere Informationen und Anmeldung unter www.kongress.afgis.de oder beim Kongressbüro unter der Telefonnummer 0 54 1 / 977 88 00.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Tee stärkt die Abwehr
Inhaltsstoff fördert Funktion der Gamma-T-Zellen (926 Zeichen)

 

(dgk) Wer täglich mindestens fünf Tassen Tee trinkt, ist dadurch offenbar besser gegen Infektionen gewappnet als Kaffeetrinker, so ein aktuelles Studienergebnis.

Forscher von der Havard Medical School in Boston im US-Staat Massachusetts um Dr. Arati B. Kamath untersuchten die Wirkung der in Tee enthaltenen Alkylamin- Antigene auf Gamma-T-Zellen, wie sie in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "PNAS" berichten. In vitro, also im Versuch "im Reagenzglas", hatten diese für die frühe Infektabwehr wichtigen T-Zellen, nachdem sie Alkylamin-Antigenen präsentiert worden waren, vermehrt chemische Abwehrstoffe gebildet.
Um diesen Effekt auch in vivo, "im Körper", zu testen, tranken 21 Testpersonen bis zu vier Wochen täglich entweder fünf Tassen schwarzen Tee oder Kaffee, der das Alkylamin-Antigen nicht enthält. Nach zwei Wochen bildeten die Gamma-T-Zellen der Teetrinker vermehrt den Abwehrstoff INF-gamma, bei Kaffeetrinkern war dieser Anstieg nicht feststellbar. Daraus schließen die Autoren, dass Teetrinken eine starke Immunantwort fördert.


Freu(n)de fürs Leben durch verbindendes Hormon
Frauen gehen mit Stressbewältigung anders um (2.242 Zeichen)

 

(dgk) Eine Studie der University of California in Los Angeles (UCLA) zeigt, dass das Hormon Oxytocin Frauen bei der Stressbewältigung besonders unterstützt und kontaktfreudiger macht. Die Folge: Frauen reagieren auf Stress grundsätzlich anders als Männer.

Prof. Shelley Taylor und ihre Kolleginnen von der UCLA haben beobachtet, dass Frauen bei Konflikten, Ärger und Druck den Kontakt zu anderen Menschen suchen. Sie telefonieren, unterhalten sich, kommunizieren - "tend and befriend", wie die Amerikanerinnen das nennen: Hinwendung und Kontaktaufnahme.

Bei Stress wird einen ganze Fülle von Hormonen ausgeschüttet, insbesondere das so genannte Oxytocin. Die Wirkung von Oxytocin wird durch Östrogene verstärkt und davon haben Frauen eine Menge. Oxytocin ist ein Hormon, das durch Verbindungen zu anderen Leuten freigesetzt wird und kontaktfreuddiger macht. Dieses in den USA "Schmuse-Hormon" genannte ist gemeinhin bekannt dafür, dass es in großen Mengen beim Stillen ausgeschüttet wird. Auch Männer schütten bei Stress dieses "Kontakt-Hormon" aus, aber es wird nicht durch Östrogene verstärkt, vielmehr überlagern andere Hormone, insbesondere Testosteron, das Verbindende des Oxytocin.

Männer reagieren auf Stress eher mit "fight or flight", also Kampf oder Flucht. Entweder sie versuchen aggressiv gegen den Stressor anzukämpfen oder - wenn die Situation aussichtslos erscheint - sich durch Flucht aus der unangenehmen Lage zu befreien. Jahrzehnte lang glaubte die Stressforschung, dass dies die typische Reaktion aller Menschen auf Stress sei. Shelley Taylor war aufgefallen, dass das Verhalten vieler Frauen diesem Stereotyp nicht entspricht. Im Unterschied zum männlichen Geschlecht setzen Frauen auf Gespräche und gegenseitige Hilfe. Ihre Taktik ist "schützen und Kontakt aufnehmen". Auch Tierversuche bestätigten dieses Verhalten.

Zu ähnlichen Studienergebnissen kamen skandinavische Forscher: Sie stellten fest, dass Männer nach einem stressigen Arbeitstag ihre Ruhe haben wollen, Sport treiben, Fernsehen gucken und aggressiv auf jede Kleinigkeit reagieren. Viele Mütter suchten dagegen den Kontakt zu ihren Kindern, verarbeiteten ihren Stress via Kontaktaufnahme oder sprechen mit Freundinnen.
Das "tend and befriend"-Verhalten ist auch gesund. Die kalifornischen Forscherinnen verweisen auf eine Vielzahl von Studien, die belegen: Menschen, die viele Freunde und Bekannte haben, leben länger, werden weniger krank und wenn sie einmal erkranken, gesunden sie schneller. Dies gilt übrigens auch für Männer!

Fazit:
Gesund für das Zusammenleben der Geschlechter wäre es, wenn Männer dem gesprächsintensiven Verhalten der Frauen gegenüber eine gewisse Toleranz entwickeln. Umgekehrt sollten Frauen wissen, dass männliches Kampf- oder Flucht- Verhalten eine natürliche Reaktion auf Stress sein kann.

Quelle:
Taylor, S. E., Klein, L.C., Lewis, B. P., Gruenewald, T. L., Gurung, R. A. R., & Updegraff, J. A. (2000): "Female Responses to Stress: Tend and Befriend, Not Fight or Flight" Psychological Review, 107(3),41-429. (s.a.
http://www.college.ucla.edu/stress.htm)
Buchtipp: Shelley E. Taylor: "The Tending Instinct. How Nurturing Is Essential to Who We Are And How We Live", Times Book, Henry Holt And Company, New York 2002


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-FORSCHUNGSINSTITUT (DDFI)
SYDNEY-Studie: Alpha-Liponsäure bessert Beschwerden bei diabetischer Neuropathie (2.451 Zeichen)

 

(dgk/DDFI) Alpha-Liponsäure, deren antioxidative Wirkungen bekannt sind, verbessert unter anderem die Eigenschaften der Nervenleitung und die Durchblutung der Nerven. Aus diesem Grund ging eine internationale Studiengruppe in der SYDNEY-Studie der Frage nach, ob Alpha-Liponsäure auch die bei der diabetischen Nervenerkrankung auftretenden Beschwerden verbessert, berichtet das Deutsche Diabetes-Forschungsinstitut (DDFI) in Düsseldorf. Außerdem sollten Sicherheit und Wirksamkeit von Alpha-Liponsäure durch den "Total Symptom Score" beurteilt werden, einer Methode zur subjektiven Beschreibung der neuropathischen Symptome durch eine Gesamtpunktezahl.

120 Studienteilnehmer mit stabiler Blutzuckereinstellung, die an einer diabetischen Nervenerkrankung mit Empfindungsstörung (sensomotorische Polyneuropathie im Stadium 2) litten, wurden in zwei gleiche Gruppen aufgeteilt (parallel, doppelblind). Die eine Gruppe erhielt 600 mg Alpha-Liponsäure, die andere Gruppe ein Scheinmedikament (Placebo) als Infusion. Beide Gruppen wurden insgesamt 14 Mal an fünf Tagen in der Woche, jeweils einmal täglich, behandelt.

Untersucht wurde die Änderung des Gesamtpunktezahl der täglichen Beurteilungen von Schwere und Dauer der Nervenerkrankung im "Total Symptom Score" (primärer Endpunkt).
Außerdem wurden die Gesamtpunktezahlen der Zeichen und Symptome der diabetischen Nervenerkrankung, der Nervenleitgeschwindigkeit, der Tests zur Prüfung der Hautempfindung (quantitative sensorische Tests) und des Tests zur Bestimmung einer vegetativen Nervenerkrankung am Herzen ausgewertet (sekundäre Endpunkte).

Zu Beginn der Studie unterschieden sich beide Gruppen nicht wesentlich hinsichtlich Stoffwechseleinstellung und sekundärer Endpunkte. Nach 14 Behandlungen hatte sich der "Total Symptom Score" in der mit Alpha-Liponsäure behandelten Gruppe um durchschnittlich 5,7 Punkte verbessert, in der Placebogruppe nur um durchschnittlich 1,8 Punkte. Eine wesentliche Verbesserung zeigte sich im Vergleich zur Placebogruppe ebenso bei jeder einzelnen Komponente des "Total Symptom Score" (stechende und brennende Schmerzen, Taubheitsgefühl und Kribbeln), bei den Zeichen einer Nervenerkrankung, bei der Nervenleitgeschwindigkeit und bei der zusammenfassenden Beurteilung der Schwere der Nervenerkrankung. Infusionen von Alpha-Liponsäure verbesserten rasch und in bedeutendem Ausmaß die Beschwerden der Nervenerkrankung wie zum Beispiel Schmerz, Taubheitsgefühl oder Kribbeln, was auf eine Verbesserung der Nervenfunktion zurückzuführen war.

Aufgrund fehlender Nebenwirkungen und der Wirksamkeit auf die Beschwerden der Neuropathie ist die Alpha-Liponsäure ein nützliches Medikament zur Behandlung der diabetischen Neuropathie, beurteilt Prof. Dr. Dan Ziegler vom DDFI die Ergebnisse der Studie.

Quelle:
The sensory symptoms of diabetic polyneuropathy are improved with alpha-lipoic acid: The SYDNEY Trial. Ametov AS, Barinov A, Dyck PJ, Hermann R, Kozlova N, Litchy WJ, Low PA, Nehrdich D, Novosadova M, O'Brien PC, Reljanovic M, Samigullin R, Schuette K, Strokov I, Tritschler HJ, Wessel K, Yakhno N, Ziegler D; SYDNEY Trial Study Group. Diabetes Care 2003 Mar; 26 (3):770-6



Weitere Informationen finden Sie i
m Internet unter www.diabetes-deutschland.de

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. med. Dan Ziegler

Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut
an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf
Telefon: 02 11 / 33 82 - 1, Fax: 02 11 / 33 82 603



V.i.S.d.P.
 

Herausgeber:

DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Michaela Berg (verantw.)
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. oec. troph. Karin Uphoff
Dr. med. Sigrid Ley

Abdruck honorarfrei
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