DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 43, Ausgabe 8 - 2002 - Themen: Masern, Impfen, Glaukom, Demenz, Verhaltensauffälligkeiten, Altern in Würde, Gilles De La Tourette-Syndrom, Bärlauch, Kontaktlinsen, Augen, Sehen, Verstopfung, D
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Masern, Impfen, Glaukom, Demenz, Verhaltensauffälligkeiten, Altern in Würde, Gilles De La Tourette-Syndrom, Bärlauch, Kontaktlinsen, Augen, Sehen, Verstopfung, Diabetes, DDFI
skip_nav

Suche

 

Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Presse / Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) / 2002 - Jahrgang 43 / dgk, Jg. 43, 8 - 2002
Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 43, 8 - 2002

Masern: Dringender Impfappell
Unwissenheit in der deutschen Bevölkerung (3.124 Zeichen)


(dgk) Weil in Italien seit Wochen die Masern grassieren und bereits Kinder gestorben sind, wird die Frage nach dem Warum immer lauter. Grund dafür ist im Wesentlichen ein unzureichender Impfschutz. Deutsche Urlauber sind zu Recht besorgt. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, die die Krankheit in der Kindheit nicht durchgemacht haben oder nicht geimpft sind, können an Masern erkranken.

Was die Deutschen über ihren eigenen Schutz vor Masern wissen, wollte die Innofact AG, Düsseldorf, herausfinden und führte einen zweitägige Online-Umfrage durch. "Hatten Sie schon die Masern?", "Sind Sie vor einer Infektion durch Impfung gefeiht?", so lauteten die Fragen. Von insgesamt 1.000 Befragten ab dem 14. Lebensjahr gaben 62,5 Prozent an, bereits als Kind Masern durchgemacht zu haben. In der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen gaben 45 Prozent an, noch nicht erkrankt gewesen zu sein. Mit zunehmenden Alter steigt der Anteil der Befragten, die Masern im Kindesalter durchgemacht hatten, deutlich an. Verständlich, denn erst 1975 wurde der wirksame Lebendimpfstoff eingeführt.

Insgesamt 22 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie bisher nicht an Masern erkrankt waren, 14,2 Prozent wussten es nicht. Mehr als 75 Prozent sind davon überzeugt, ausreichend gegen Masern geschützt zu sein, weil sie die Krankheit schon durchgemacht haben (54,4 Prozent) oder dagegen geimpft wurden (21,4 Prozent). Die Zahl der Geimpften ist in der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen mit 49,7 Prozent am höchsten; allerdings geht daraus nicht hervor, ob tatsächlich die für einen ausreichenden Schutz erforderlichen zwei Spritzen des Masern-Mumps- Röteln-Impfstoffs verabreicht wurden, oder nur eine. Um die Masern auszurotten, fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO), sei jedoch eine 95-prozentige Impfrate nötig.

Im Ergebnis: Fast jeder vierte Deutsche ist nicht gegen Masern geschützt oder weiß nicht, ob er es ist. Etwa sechs Prozent der Befragten hatten weder Masern durchgemacht noch eine Impfung erhalten. Die Diskrepanz bei den Antworten zu "Hatten Sie bereits Masern?" und "Sind Sie gegen Masern geschützt?" belegen, dass bei weitem nicht alle Verbraucher ausreichend über die Krankheit und Impfungen informiert sind. Hinzu kommt, dass oftmals die Erinnerung trügt: Erfahrungsgemäß sind etwa die Hälfte der angeblichen Masern andere Erkrankungen mit Hautausschlag. Die Rate der Ungeschützten könnte demnach noch höher sein.

Anders als in Italien werden in Deutschland inzwischen über 80 Prozent aller Kinder einmal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft. Nach neuesten Zahlen hat jedoch nur jeder fünfte Jugendliche im Alter von 12 bis 17 ausreichenden Impfschutz, der aus zwei Masern-Mumps-Röteln-Impfungen besteht. Studien des Robert Koch- Instituts hatten ergeben, etwa 80 Prozent aller Schüler in Deutschland hätten die empfohlene zweite MMR-Impfung nicht erhalten.
Skandinavien beweist, dass es gelingen kann, die Masern endgültig zu besiegen. Dank konsequenter zweimaliger Masern-Mumps-Röteln-Impfung aller Kinder und Jugendlichen ist es dort gelungen, dass Masern eine fast exotische Krankheit geworden sind.


Patienten fordern einfachere Glaukom-Therapie
Studie deckt Mängel bei der Behandlung auf (2.909 Zeichen)


(dgk) Europaweite Studie deckt dramatische Informationslücken auf und untersucht erstmals die Wünsche von Patienten, die am chronischen Augenleiden Grüner Star erkrankt sind.

Der Grüne Star (medizinisch: Glaukom) ist in Europa die zweithäufigste Ursache für Erblindungen. Bei über einer Million Bundesbürger wird durch einen zu hohen Druck im Auge der Sehnerv zerstört und das Augenlicht schwindet langsam, aber sicher. Frühzeitig erkannt und richtig behandelt, kann die Erkrankung in den meisten Fällen erfolgreich aufgehalten werden. Doch nicht immer mit dem gewünschten Erfolg.

Nach einer europaweiten Studie wissen sehr viele Patienten zu wenig über ihre Erkrankung und machen deshalb Fehler bei der Einnahme ihrer Medikamente. Patienten und Augenärzte wünschen sich außerdem wirksame und vor allem einfacher zu handhabende Medikamente. Das teilt die Patientenvereinigung In- ternational Glaucoma Association (IGA) in London mit, welche die Ergebnisse der Studie präsentierte.

Zur Behandlung des Grünen Stars werden normalerweise drucksenkende Au- gentropfen angewendet. Geschieht dies regelmäßig, kann der Augeninnendruck langfristig auf einem unschädlichen Niveau gehalten werden. Doch laut der europäischen Glaukom-Studie vergessen mehr als ein Drittel der Patienten die Tropfen mehrmals im Monat. 87 Prozent der Befragten müssen gleich mehrere verschiedene Augentropfen nacheinander nehmen. Eigentlich sollten sie in einem Abstand von mindestens zehn Minuten verabreicht werden. Wer es aber zu eilig hat, der spült mit dem zweiten Tropfen die Wirkstoffe des ersten Tropfens wieder aus dem Auge heraus. Folge dieses "Wash-out-Effekts" ist eine mangelhafte Wirksamkeit der Therapie. Schlimmstenfalls schreitet das Glaukom trotz optimaler Behandlung fort.

Mit der Therapietreue, im Fachjargon Patienten-Compliance genannt, steht und fällt der Behandlungserfolg beim Glaukom. Um die derzeit absolut unbefriedigende Situation zu verbessern, wünschen sich Patienten und Ärzte übereinstimmend Medikamente, bei denen verschiedene Wirkstoffe bereits in einer fixen Kombination vorliegen und die möglichst nur einmal am Tag getropft werden müssen. Die befragten Ärzte begrüßten daher, dass es inzwischen erste Glaukom-Medikamente gibt, die diesen Wunschvorstellungen tatsächlich entsprechen. So wurden Anfang 2002 auch in Deutschland Augentropfen eingeführt, die nur einmal täglich getropft werden müssen und bei denen der weltweit am häufigsten verordnete Wirkstoff Latanoprost mit dem Betablocker Timolol kombiniert ist. Latanoprost alleine senkt den Augendruck zwar ebenfalls schon sehr wirkungsvoll, manche Patienten benötigen aber einen noch stärkere Drucksenkung. Für sie stelle das neue Kombinationspräparat einen deutlichen Fortschritt dar und erleichtere den täglichen Umgang mit der Augenerkrankung, erklärten Augenärzte und Vertreter des internationalen Glaukom-Patientenverbandes in London.


Pflegestress macht Angehörige krank
Familienmitglieder von Demenzkranken mit Verhaltensauffälligkeiten besonders gefährdet (2.868 Zeichen)


(dgk) Wer seine Angehörigen zu Hause pflegt und betreut, kann schnell selbst zum "Pflegefall" werden. Aufgrund der oft enormen körperlichen wie seelischen Belastung entwickeln pflegende Angehörige - 80 Prozent von ihnen sind Frauen - auffällig mehr körperliche Beschwerden als Personen der Vergleichsbevölkerung. Das teilt die Sachverständigenkommission der Bundesregierung in ihrem "Vierten Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland" mit, der im Frühjahr diesen Jahres erschien.

Besonders gefährdet sind Angehörige von Demenzkranken: Sie investieren nicht nur mehr Zeit in die Pflege ihres kranken Familienmitglieds, sondern stehen auch unter höherem emotionalen Druck als diejenigen, die Nicht-Demenzkranke zu Hause versorgen. Besonders belastend sind die Verhaltensstörungen, die Demenzpatienten entwickeln. Zu den Verhaltensstörungen zählen beispielsweise die Beschimpfungen und ungerechtfertigten Beschuldigungen, unter denen die Familie zu leiden hat. Oft schreien ältere Menschen laut, werden aggressiv oder entwickeln Wahnvorstellungen. Die häusliche Pflege ist unter diesen Umständen ein Kraftakt, der bis an die Grenzen der Belastbarkeit führt.

Wer sich hauptsächlich um seinen demenzkranken Angehörigen kümmert, hat nur noch wenig Zeit für die Familie. Darunter leiden nicht nur der Partner und andere Angehörige, sondern auch die Pflegenden selbst. Zwar sind Demenzen bislang nicht heilbar, doch Entlastung versprechen mehrere Medikamente, mit denen die schlimmsten Symptome deutlich verbessert werden können. Während es für die Behandlung der Denk-, Sprach- und Gedächtnisstörungen eine Reihe von Antidementiva gibt, ist für die Therapie der Verhaltensstörungen bislang nur ein einziger Wirkstoff in Deutschland zugelassen. Mit Risperidon lassen sich Unruhe, Schimpfen, aggressive Ausbrüche und Misstrauen eben so gut behandeln wie Wahrnehmungsstörungen und Halluzinationen. Im Gegensatz zu anderen Mitteln erhält das Präparat das geistige Leistungsvermögen und verbessert gleichzeitig das Schlafverhalten der Patienten. Um eine adäquate Therapie einleiten zu können, ist es wichtig, dem Arzt die Verhaltensauffälligkeiten als Teil der Erkrankung zu schildern.

Von den richtigen Medikamenten profitiert dann nicht allein der Demenzkranke, sondern vor allem sein pflegender Angehöriger. Da der Patient umgänglicher wird und aktiver am Tagesgeschehen teilnimmt, nimmt der Pflegeaufwand ab. So bleibt dem Pflegenden mehr Zeit für sich und seine Familie. Als überaus hilfreich für pflegende Angehörige haben sich zudem die Selbsthilfegruppen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erwiesen. Dort finden Pflegende nicht nur Ansprechpartner, die selbst Erfahrung in der Versorgung von Demenzkranken haben, sondern auch die Möglichkeit, wichtige Informationen auszutauschen und sich gegenseitig in schwierigen Situationen zu stützen.

Mehr Information unter
www.altern-in-wuerde.de .


Verwirrt, verschroben, abgeschobenEin Ratgeber für Angehörige von
Demenz-Kranken mit dem Titel
"Verwirrt, verschroben, abgeschoben" kann gegen Einsendung eines
mit € 1,53 frankierten DIN-A5-Rückumschlags angefordert werden bei:
Deutsches Grünes Kreuz
Stichwort "Demenz"
Postfach 1207
35002 Marburg


Wenn Grimassen zwanghaft werden
Unter der Gilles De La Tourette-Syndrom leiden mittlerweile etwa 40.000 Deutsche (3.646 Zeichen)


(dgk) John Cage aus der Serie Ally McBeal ist nicht nur ein erstklassiger Anwalt, sondern wohl auch der größte Spinner überhaupt. Egal, ob er Turnübungen auf der Toilette macht, vor einer Verhandlung barfuss Dudelsack spielt, um sich zu konzentrieren oder laut mit der Nase tutet, wenn er nervös ist - die Folgen mit John sind nie langweilig.

Die Figur John Cage leidet an einer unheilbaren Krankheit, deren Ursache nach wie vor unbekannt ist: dem Tourette-Syndrom (TS), benannt nach dem französischen Neurologen Gilles de la Tourette, der diese Krankheit 1885 erstmals ausführlich beschrieb. In Deutschland leiden nach Schätzungen etwa 40.000 Menschen darunter.

TS-Patienten schneiden Grimassen, blinzeln mit den Augen oder zucken am ganzen Körper und können dies genauso wenig verhindern wie Pfeifen, Räuspern oder laute Ausrufe. Oft wird das Augenzwinkern oder unwillkürliche Kopf- und Schulterrucken zunächst als Nervosität gedeutet. Die Muskelzuckungen können sich verstärken, Lautäußerungen wie Quieken, Grunzen oder Wortfetzen kommen hinzu. Bei den Tics handelt es sich um unwillkürliche, rasche, meistens plötzlich einschießende und mitunter sehr heftige Bewegungen, die immer wieder in gleicher Weise einzeln oder serienartig auftreten können. Typischerweise nehmen Tics bei ärgerlicher oder freudiger Erregung, innerer Anspannung oder Stress zu.

Im Unterschied zu einer einfachen Marotte kann man den Tic zwar über einen gewissen Zeitraum unterdrücken, ihn sich jedoch nicht abgewöhnen. Über das Verschwinden und Wiederauftreten eines Tics hat der Patient keine Kontrolle.

Das Tourette-Syndrom tritt zumeist zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr, fast immer aber vor dem 21. Lebensjahr auf und bleibt oft jahrelang unerkannt.
Am häufigsten beginnt TS mit einem Gesichts-Tic: Augenblinzeln, plötzliches rasches Augen-Zusammenkneifen, Verziehen des Mundwinkels oder plötzliches Mundöffnen, aber auch unwillkürliche Lautäußerungen wie Räuspern, Nase rümpfen oder Muskelzucken in den Extremitäten.

Es gibt keinerlei Blutanalyse oder irgendeine andere Art neurologischer oder psychologischer Untersuchungsverfahren, die die Diagnose eines TS erlauben. Um das TS von anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen sicher abgrenzen zu können, sind in manchen Fällen ein Elektroencephalogramm oder sonstige medizinische Untersuchungen sinnvoll. Wenn mehrere motorische Tics und min- destens ein vokaler Tic seit mehr als einem Jahr auftreten, sich die Symptome in Art, Häufigkeit, Anzahl, Form und Schwere verändert haben und andere Erkran-kungen ausgeschlossen werden können, liegt die Diagnose TS nahe.

Aribert Rothenberger, Mitbegründer der Tourette Gesellschaft Deutschland und Leiter der Göttinger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, beschreibt TS als eine "neuropsychiatrische Erkrankung, die durch Tics charakterisiert ist". Man vermutet, dass bei TS-Patienten die Übertragung von Botenstoffen im Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten ist. Weil die genaue Ursache noch unbekannt ist, kann die Krankheit bisher nicht geheilt werden. Als Medikamente werden so genannte Dopamin-Blocker eingesetzt, die ausschließlich die Symptome lindern und das mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen. Ein Forscherteam an der Medizinischen Hochschule Hannover sucht zurzeit nach besseren Medikamenten für Tourette- Patienten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Tourette Gesellschaft Deutschland e. V. (TGE), c/o Prof. Dr. med. Aribert Rothenberger, Universität Göttingen Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, von-Siebold-Str. 5, 37075 Göttingen, Telefon: 0551 - 396727, Telefax: 0551 - 398
120 oder im Internet unter www.tourette.de.


Bärlauch - Lauch ohne Hauch
Gutes für Haut, Darm und Immunsystem (1.901 Zeichen)


(dgk) Der Bärlauch (Allium ursinum), auch bekannt unter den Namen wilder Knoblauch oder Waldknoblauch, stammt aus der Familie der Lauchgewächse.

Im Frühjahr kann man in feuchtwarmen Waldecken den nicht gerade dezenten Knoblauchduft riechen, der von großen Bärlauchfeldern ausgeht. Seine Blätter sind ähnlich denen des Maiglöckchens oder der Herbstzeitlosen. Eine Verwechslung ist aber fast auszuschließen, weil der Bärlauch so stark nach Knoblauch "duftet".

Für den Kochtopf sollte der Bärlauch vor der Blüte geerntet werden. Er kann zu Pesto verarbeitet oder mit Frühlingsgemüse gemischt werden. Als pikanter Brotbelag, zu Pasta, Quark, Salaten oder in der Suppe beweist der Bärlauch seine Vielseitigkeit. Wie der gemeine Knoblauch enthält der Bärlauch im Wesentlichen unterschiedliche Schwefelverbindungen, die den Stoffwechsel anregen und stark vitalisierend wirken. Bärlauch wirkt Gärungsprozessen im Darm entgegen, lindert Blähungen und Krämpfe im Darmbereich. Er wirkt gegen Bakterien und Pilze und saniert somit natürlich von innen.

Des Weiteren wirkt er appetitanregend, cholesterinsenkend, blutreinigend und gefäßerweiternd. Letzteres erklärt auch das Resultat auf Hirnleistung, Konzentrationsfähigkeit, Stoffwechselanregung und Vitalisierung. Erfreuliche Nebenwirkung ist hierbei ein verschönertes Hautbild, festere Haare und Nägel. Schon die Römer wussten um den Effekt und sagten dem Bärlauch zudem eine aphrodisierende Wirkung nach.

Der Vorteil: Was viele Menschen beim Knoblauch abschreckt, nämlich die durch den Genuss entstehende "Knobi-Fahne", existiert beim Bärlauch erst gar nicht. Der Geschmack aber bleibt. Seinen Namen hat das Liliengewächs wahrscheinlich den Germanen zu verdanken. Sie sollen die Grünpflanze bereits verwendet und beobachtet haben, dass Bären nach dem Futtern der Pflanze kräftig und vital wurden. Wenn's Meister Petz also schon geholfen hat, kann's uns nicht schaden.


GESUNDHEITSTIPPS FÜR SENIOREN:
Verstopfung - wenn der Darm lahm liegt (3.339 Zeichen)


(dgk) Viele Menschen leiden an Verstopfung. Schätzungen zufolge haben etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang. Sehr häufig sind ältere Menschen betroffen.
Es gibt viele Ursachen, die eine Verstopfung hervorrufen oder verstärken können. Gerade im Alter häufen sich diese Faktoren:

  • Viele Vorgänge im Körper laufen langsamer ab als früher. Das betrifft auch Verdauung und Aktivität der Dickdarmmuskulatur.
  • Es wird weniger gegessen, so dass grundsätzlich nur geringe Stuhlmengen anfallen. Brot mit hohem Ballaststoffanteil oder Körnerbrot kann oft nur noch schlecht gekaut werden.
  • Das Durstgefühl ist bei vielen älteren Menschen vermindert - sie trinken zu wenig. Dadurch fehlt dem Körper Flüssigkeit und der Stuhl wird hart.
  • Durch Krankheiten oder eingeschränkte Beweglichkeit werden körperliche Aktivitäten häufig reduziert. Mit der Zeit verlieren dann auch die an der Ausscheidung beteiligten Bauch- und Beckenbodenmuskeln an Kraft.
  • Weiterhin ist bekannt, dass viele Medikamente Verstopfung auslösen oder verschlimmern können. Gerade im höheren Lebensalter steigt die Einnahme von Arzneimitteln deutlich. Schließlich nimmt die Erkrankungshäufigkeit zu, wobei einige Krankheiten zusätzlich Probleme mit der Verdauung mit sich bringen.

Obwohl diese Liste auf den ersten Blick zunächst lang erscheint, bedeutet das nicht, dass man die Verstopfung einfach hinnehmen muss. Schon kleine Änderungen der Lebensgewohnheiten können etwas bewirken. So sollten Senioren mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen - auch wenn sie keinen Durst verspüren. Bei Menschen, die an Harninkontinenz leiden, wird diese Empfehlung vielleicht auf Widerstand stoßen. Sie trinken aus Angst, den Urin nicht halten zu können, zu wenig. Dadurch bewirken sie aber oft das Gegenteil: Eine zu geringe Trinkmenge ist bei der Entstehung einer Verstopfung beteiligt. Durch die Verstopfung sammelt sich mehr Stuhl als sonst im Enddarm. Dieser drückt auf die Blase und es kann zum unkontrollierten Urinabgang kommen.

Außerdem sollte auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse geachtet werden. Produkte aus ganz fein gemahlenem Vollkornmehl liefern verdauungsfördernde Ballaststoffe und sind genauso gut zu kauen wie Erzeugnisse aus hellem Mehl. Eine solche Kost kommt dem gesamten Organismus zugute. Darüber hinaus wirken sich leichte körperliche Aktivitäten wie Spazierengehen oder sanfte Gymnastik förderlich auf die Darmbewegungen aus.

Falls diese Maßnahmen keinen ausreichenden Erfolg zeigen, gibt es außerdem die Möglichkeit, Abführmittel zu verwenden. Es sollte jedoch ein gut verträgliches Mittel gewählt werden, für das keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Die Amerikanische Gastroenterologen-Vereinigung empfiehlt bei Verstopfung mit verlangsamtem Darmtransport neben Ballaststoffen und Mineralsalzen stimulierende Wirkstoffe wie Bisacodyl. Präparate mit diesem Wirkstoff regen direkt die Muskulatur des Dickdarms an und bringen auf diese Weise die Verdauung wieder in Gang.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Broschüre "Verstopfung - was tun?". Die Broschüre kann mit einem adressierten und mit 1,53 Euro frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden bei: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Stichwort: Verstopfung, Postfach 1207, 35002 Marburg.


MELDUNG:
Keine Kontaktlinsen bei Fieber (1.197 Zeichen)


(dgk) Hat der Patient Fieber? Trägt er Kontaktlinsen? Bloß nicht! Denn die bleiben bei einem Infekt besser draußen. Und auch andere Allgemeinkrankheiten vertragen sich schlecht mit Linsen.

Bei einem fieberhaften Infekt steigt die Temperatur im Auge an und erleichtert so Bakterien und Pilzen das Wachstum. Erkältete Kontaktlinsenträger ziehen sich daher schneller eine Bindehaut- oder Hornhautentzündung zu. Beherbergt ein Bronchitis- oder Pneumonie-Patient Candida oder Pneumokokken, drohen sogar Hornhautulzera, schreibt Dr. Hans Walter Roth im "Augenspiegel".

Außerdem steigt bei erhöhter Körpertemperatur der Bedarf an Tränenflüssigkeit und die Bindehautflora verändert sich. Fieberpatienten sollten deshalb für die Dauer der Infektion keine Kontaktlinsen tragen, rät der Experte vom Institut für wissenschaftliche Kontaktoptik in Ulm.

Durch Medikamente, wie Betablocker oder Hormone, selten auch in der Schwangerschaft oder Stillphase, kann der Tränenfluss zurückgehen, so Roth, und die Patienten vertragen dann ebenfalls keine Kontaktlinsen. Gerinnungsstörungen und gerinnungshemmende Substanzen können beim Einsetzen Bindehautblutungen auslösen. Der Patient muss dann auf seine Linsen verzichten.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG:
Gesund durch E-Mails? (1.001 Zeichen)


(dgk) Das Schreiben und Versenden von E-Mails kann gesundheitsfördernd sein. Zu dieser überraschenden Erkenntnis sind jetzt US-Psychologen mittels einer Studie bei 150 College-Studenten gelangt. Allerdings käme es auf den Inhalt der elektronischen Briefe an.

Professor William Graziano, Erin Brown und Brad Sheese von der Texas A&M University ließen ihre Probanden E-Mails versenden. Die eine Hälfte schrieb sich ihren Stress von der Seele, die andere Hälfte wählte eher allgemeine Themen ohne Gefühlsduselei. Danach wurden die Studienteilnehmer nach ihrem Befinden gefragt. Jene, die in ihren E-Mails über traumatische Erfahrungen berichteten, fehlten in den folgenden Wochen im Unterricht deutlich seltener wegen Krankheit als jene, die emotionslose E-Mails versendet hatten. Es ist die erste Studie, die sich mit diesem Thema beschäftigt hat. Weitere Forschungen sollen folgen.

Bleibt zu untersuchen, ob das altbewährte zerfledderte Tagebuch nicht einen ähnlichen gesundheitsfördernden Effekt haben kann.


V.i.S.d.P.

Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Michaela Berg (verantw.)
Dipl. Biol. Heike Thiesemann-Reith
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. oec. troph. Karin Uphoff
Dr. med. Sigrid Ley

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion dgk
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93-140
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10

 

Fusszeile / Impressum