DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang. 43, Ausgabe 6 - 2002 - Themen: Impfkampagne, Niederlande, Impfen, Rauchen, Zähne, Demenz, Infomobil-Tour Schmerz, Herztod, Empfängnis, zuckerkrank, Hepatitis B, Karottensaft, Menstruation. Ve
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Deutsches Grünes Kreuz, Impfkampagne, Niederlande, Impfen, Rauchen, Zähne, Demenz, Infomobil-Tour Schmerz, Herztod, Empfängnis, zuckerkrank, Hepatitis B, Karottensaft, Menstruation. Verhaltensstörungen, Altern in Würde, Männergesundheit, Diabetes, DDFI
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 43, 6 - 2002

Große Impfkampagne in den Niederlanden (1.742 Zeichen)

Deutsche Jugendliche ebenfalls betroffen - Entwarnung in Frankreich

(dgk) Seit Anfang dieses Jahres werden in den Niederlanden alle 15- bis 18-Jährigen gegen Meningokokken vom Typ C geimpft. Krankheitsfälle durch diese Bakterien haben sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Nach Auskunft der Gesundheitsbehörde "Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu" in Bilthoven sollen ab September 2002 auch Kinder unter 15 Jahren geimpft werden. Empfohlen wird ein so genannter Konjugat-Impfstoff, der bereits bei Kindern ab zwei Monaten eingesetzt werden kann. Zur dieser Impfung wird auch allen deutschen Jugendlichen unter 18 Jahren geraten, die sich längere Zeit in Holland aufhalten. Andere Reisende brauchen sich hingegen nicht impfen zu lassen, erläutert das Robert Koch-Institut in Berlin.

Grundsätzlich wird allen Schülern und Studenten die Meningokokken-C-Impfung empfohlen, wenn sie für längere Zeit im Ausland sind und im Gastland Gleichaltrige geimpft werden. Innerhalb Europas gilt das derzeit für Großbritannien, Irland, den flämischen Provinzen Belgiens, Spanien und Griechenland. Rechtzeitig zur Urlaubssaison gibt es Entwarnung für Frankreich: Reisende brauchen sich vor einem Besuch der Auvergne nicht mehr gegen Meningokok-ken vom Typ C impfen zu lassen. Nach einer umfangreichen Impfkampagne in diesem Jahr wurde die Impfempfehlung wieder aufgehoben.

Durch Meningokokken verursachte Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen sind gefürchtete, lebensbedrohliche Erkrankungen. In Deutschland werden pro Jahr 700 bis 800 Fälle registriert. Neben Kindern unter vier Jahren - etwa 40 Prozent der Fälle treten in diesem Lebensalter auf - sind vor allem Jugendliche betroffen. Die Sterblichkeitsrate ist mit bis zu zehn Prozent hoch, jeder fünfte Patient trägt bleibende Schäden davon.


Gesundheitsmuffel Mann (2.232 Zeichen)

Ab 50 wird es riskant

Männer Küche(dgk) "Mit 50 Jahren beginnt für der Mann der gefährlichste Abschnitt seines Lebens", sagt David Gremillion, Experte für Männermedizin an der University of North Carolina in Chapel Hill (USA). Der Grund: Männer in diesem ‚besten' Alter lieben das ‚gute' Leben. Sie essen zu viel, zu fett und zu wenig Ballaststoffe; sie trinken zu viel, sie fahren zu schnell und inhalieren die Zigarette zu tief. Gleichzeitig meiden sie Vitamintabletten und Sonnenschutzcreme.

In vegetarischen Restaurants höre man überwiegend weibliche Stimmen, während in Steakhäusern der männliche Bariton dominiere. Männer bevorzugten außerdem Fast-Food aus Imbissbude oder Mikrowelle. Frauen nippten an Wasser- und Weingläsern, Männer hingegen hätten ein immer volles Bierglas in der Hand. Wissenschaftler bestätigen die geschlechtlichen Unterschiede beim Ernährungsverhalten.
Auch Erhebungen des Statistischen Bundesamts belegen, dass Männer mit ihrem hohen Fleisch- und ihrem geringen Gemüseverzehr alles tun, um ihre Cholesterin- und Harnsäurewerte nach oben zu treiben. Und: Männer trinken doppelt so viel Alkohol wie Frauen.

Der Gesundheitsmuffel Mann hat heute im Durchschnitt eine um sechs Jahre kürzere Lebenserwartung als die Frau. Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs- und Atemwegs-Erkrankungen treten bei Männern häufiger auf als beim weiblichen Geschlecht. Hinzu kommen Prostata-Erkrankungen und Diabetes. Auch bestimmte Krebsarten treffen nur oder vornehmlich Männer. Das Risiko, irgendwann im Leben einmal an Krebs zu erkranken, liegt bei eins zu zwei; das der Frauen bei eins zu drei. Frauen haben nur halb so häufig Leberprobleme wie Männer. Den ersten Herzanfall erleiden Frauen in der Regel erst, wenn sie das 75. Lebensjahr schon überschritten haben - die meisten Männer leben dann bereits nicht mehr.

Grund genug, dass man(n) sich ein Beispiel an der weiblichen Lebensweise nimmt. Mit ein paar Tricks - gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßiger ärztlicher Vorsorge - könnte das "starke" Geschlecht seinem Namen wieder alle Ehre machen.

Buchtipp
: Prof. Dr. Bernd Schmitz-Dräger, Prof. Dr. Thomas Ebert, Rebekka Höfer, Sabine Zaun: MännerKüche, Köstliche Anti-Aging-Rezepte für IHN, ISBN 3-932091- 75-2, Preis € 18,90


Möhrchen gegen Gelbsucht (2.205 Zeichen)

Hepatitis B: Bald Impfung mit Karottensaft?

(dgk) Ist künftig eine Hepatitis-B-Impfung mit Karottensaft möglich? Forscher der Universität Gießen haben Karotten gentechnisch so verändert, dass sie selbst einen Impfstoff gegen das Virus bilden. Klinische Tests des Verfahrens stehen allerdings noch aus.

Hepatitis B ist eine schwere Krankheit, die im Extremfall zu akutem Leberversagen führt. Ein noch größeres Problem ist jedoch die chronische Infektion: Bei etwa jedem zehnten Infizierten heilt die akute Infektion nicht aus, sondern wird chronisch. Häufige Spätfolgen sind Leberzirrhose und Leberkrebs. Mehr als eine Million Menschen sterben pro Jahr weltweit durch dieses Virus.

Die Therapie der chronischen Hepatitis B hat auf Dauer nur bei etwa 40 Prozent der Patienten Erfolg und ist teuer. Der bessere Weg ist die gezielte Prophylaxe durch Impfung, die in der Regel drei Mal injiziert werden muss. Der Impfstoff wird bislang mit Hilfe gentechnisch veränderter Hefezellkulturen produziert. Verschiedene Forschergruppen arbeiten mit transgenen Pflanzen wie Tabak, Tomaten oder Kartoffeln sowie Kopfsalat und Lupinen, um nach Alternativen für dieses aufwändige Verfahren zu suchen.

Am Institut für Pflanzenernährung, Abteilung Gewebekultur, und dem Institut für Medizinische Virologie der Universität Gießen haben sich die Wissenschaftler um Dr. Jafargholi Imani auf eine gut lagerfähige und transportierbare Pflanzenart konzentriert: die Karotte.

Die Forscher schleusten dafür in das Erbgut von Karotten ein Gen ein, das für ein Oberflächenprotein des Hepatitis-B-Virus codiert. Durch das pflanzliche Hormon Auxin kann das Gen aktiviert werden. Die gentechnisch veränderten Karotten müssten allerdings roh verzehrt oder als Karottensaft getrunken werden, da das von den Pflanzen produzierte Antigen, ein Eiweiß, durch Kochen zerstört und damit als Impfstoff wirkungslos würde. Der Vorteil der roten Rübe: Sie kann weltweit kultiviert und somit auch in tropischen und subtropischen Ländern angebaut werden.

Hinweis
: Eine genauere Darstellung des Verfahrens und der damit erzielten Ergebnisse wird in einem gegenwärtig im Druck befindlichen Artikel in der Fachzeitschrift "Plant Cell, Tissue and Organ Culture" (Imani et al, 2002) veröffentlicht.


Müssen Frauen dauernd bluten? (2.791 Zeichen)

(dgk) Alle Frauen kennen sie, aber kaum eine liebt sie - die "Tage". Mehr als 40 Prozent der weiblichen deutschen Bevölkerung im gebärfähigen Alter würden gerne auf die monatliche Regelblutung verzichten, lässt sich einer aktuellen Emnid- Umfrage entnehmen. Die Möglichkeit dazu bestünde durchaus, nur wissen das die Wenigsten, sagt der Kölner Gynäkologe Giovanni Gullotta.

Um die Menstruation ranken sich viele Mythen. Selbst heute noch erzählt so mancher Frauenarzt seinen Patientinnen von der "reinigenden Kraft" des regelmäßigen Blutverlustes. Dass mit der Menstruation irgendwelche Schadstoffe aus dem Körper gespült würden, hält Hans-Peter Zahradnik, Leiter der Klinik für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Universitätsklinik Freiburg, allerdings für ausgemachten Unsinn. "Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Die über viele Jahre und Jahrzehnte regelmäßig wiederkehrende Menstruation ist eigentlich eine Erfindung der Neuzeit. Unsere Vorfahren wurden später fruchtbar, bekamen mehr Kinder und stillten diese länger. Die kontinuierliche Monatsblutung war damals also eher die Ausnahme."

Doch selbst die Antibabypille habe der Erfurcht vor der Menstruation keinen Abbruch getan. So ahmen die meisten Verhütungs-Pillen durch die Kombination der beiden weiblichen Geschlechtshormone Gestagen und Östrogen sogar absichtlich den Monatszyklus nach. Einen regelmäßigen Zyklus benötigten Frauen aber nur, wenn Sie schwanger werden wollen.

Gullotta hat hingegen gute Erfahrungen mit einer Verhütungsmethode gemacht, die schon seit Anfang der 70er-Jahre existiert. Mit einer Spritze wird dabei ein Depot des Hormons Gestagen im Körper der Frau angelegt. Das Gestagen verhindert dann drei Monate sehr sicher eine Schwangerschaft, da es sowohl den Eisprung als auch die Einnistung einer Eizelle in die Gebärmutter unterbindet. Außerdem wird den männlichen Samenzellen der Weg in die Gebärmutter deutlich erschwert. Willkommener Nebeneffekt der Drei-Monats-Verhütungsspritze: Ein Vergessen der Pilleneinnahme gibt es nicht und Magen-Darm-Probleme haben keinen negativen Einfluss auf die Sicherheit der Methode.

Der eigentliche Zusatznutzen der Drei-Monats-Depotspritze liege aber darin, dass bei vier von fünf Frauen nach sechs bis zwölf Monaten die Monatsblutung ganz aufhöre. Zahlreiche Frauen, so Gullotta weiter, fühlten sich dadurch richtiggehend entlastet, "denn mit der Menstruation verschwinden häufig auch unangenehme Begleiterscheinungen wie Unterleibs- und Rückenschmerzen, Brustspannen und depressive Verstimmungen. Auch zyklusabhängige Migräneattacken fallen weg, Blutarmut ist kein Thema mehr. Infektionen oder Eileiterentzündungen sind bei Frauen, die die Drei-Monats-Gestagen-Spritze nehmen, wesentlich seltener, weil Bakterien gehindert werden, in die Gebärmutter einzudringen."

Weltweit benutzen mehr als 13 Millionen Frauen die Gestagen-Spritze, in Deutschland seien es derzeit nur etwa 140.000, bedauert Zahradnik. Verantwortlich hierfür sei zum Teil der geringe Kenntnisstand der deutschen Frauenärzte. Oft bestünden noch Vorurteile gegenüber der reinen Gestagen-Verhütung mit Spritze oder einem Implantat: Zu Beginn der Behandlung können leichte Blutungsstörungen oder so genannte Schmierblutungen auftreten. Diese verschwänden jedoch nach einiger Zeit, so Gullotta. Auch die Befürchtung, nach Absetzen des Gestagens käme die Monatsregel nicht wieder zurück, sei völlig unbegründet. "Wenn die Frauen über Vor- und Nachteile zuvor eingehend aufgeklärt werden, haben sie damit auch meist kein Problem, weil die Vorteile doch bei weitem überwiegen. Frauen, die sicher verhüten möchten und Schwierigkeiten mit ihren Tagen haben, sollten ihren Arzt oder ihre Ärztin nach solchen sinnvollen Alternativen zur Pille fragen", empfiehlt Gullotta.


Wenn alle anderen in die verkehrte Richtung fahren (3.266 Zeichen)

Altersbedingte Verhaltensstörungen stellen ein zunehmendes Risiko im Straßenverkehr dar

(dgk) Der Fall des 76-jährigen Geisterfahrers, der im Mai 2002 bei seiner Irrfahrt durch das Ruhrgebiet mehrere Unfälle verursacht hatte, könnte schon bald unfreiwillige Nachahmer finden. Nach Angaben der Polizei, die den Unglücksfahrer schließlich doch noch stoppen konnte, machte der Mann einen äußerst verwirr-ten Eindruck und beharrte vehement darauf, dass er im Recht sei und alle anderen Autofahrer in die falsche Richtung gefahren seien. Im Verlauf der Auseinandersetzung mit der Polizei war der Geisterfahrer zunehmend wütend und ag-gressiv geworden.

Die aggressive Reaktion und extreme Uneinsichtigkeit sind typisch für alte Menschen, bei denen sich bereits das Krankheitsbild einer Demenz abzeichnet. Die-se Altersverwirrtheit geht nicht nur mit Vergesslichkeit und Desorientierung einher, sondern wird auch von gravierenden Wesensveränderungen begleitet. Da die Betroffenen wahrnehmen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, reagieren sie häufig aggressiv und misstrauisch selbst auf nahe Angehörige. Dem aktuellen Altenbericht der Bundesregierung ist zu entnehmen, dass die Zahl verhaltensgestörter älterer Demenzkranker rapide zunimmt. Schätzungen gehen derzeit von 800.000 bis 1,2 Millionen Betroffenen aus. Meist werden diese Menschen von Familienangehörigen betreut, so dass sie in der Öffentlichkeit eher selten Aufsehen erregen.

Diese Situation wird sich in Zukunft verschärfen. Experten warnen: Weit mehr alte und sehr alte Menschen, als dies heute noch der Fall ist, werden noch über einen Führerschein und ein Fahrzeug verfügen - und diesen auch benutzen. Mit zunehmendem Alter steigt aber auch das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Während der Anteil Demenzkranker an der Gesamtbevölkerung bei den 60- bis 64-Jährigen noch unter 1 Prozent liegt, sind es bei den 76- bis 79-Jährigen schon etwa 7 Prozent und bei den über 85-Jährigen sogar mehr als 30 Prozent. Welche Auswirkungen dies auf die allgemeine Verkehrssicherheit haben wird, hat bis jetzt noch niemand untersucht.

Unangemessenes Verhalten wie Misstrauen, Wutanfälle und Grantigkeit werden von der Umgebung des Betroffenen häufig als normale Alterserscheinungen abgetan. Dabei sind sie oft die ersten Anzeichen einer Demenz. Viele Angehöri-ge suchen erst gar keinen Arzt auf, sondern nehmen bewusst nicht wahr, dass der Ehepartner, die Mutter oder der Vater langsam, aber sicher "den Verstand verliert". Eine frühzeitige Behandlung kann das Fortschreiten der Demenzerkrankung jedoch verlangsamen, die Verhaltensstörungen können sogar kom-plett verschwinden. Moderne Medikamente, wie beispielsweise der Wirkstoff Risperidon, der als einziger speziell für die beschriebenen Verhaltensänderun-gen zugelassen ist, sorgen dafür, dass die Betroffenen wieder umgänglicher, ansprechbarer und einsichtiger werden. Damit sind sie eventuell auch eher bereit, auf ihren Führerschein und das Lenken eines Fahrzeuges zu verzichten.

Mehr Informationen zum Thema Verhaltensstörungen im Alter gibt es im Internet unter www.altern-in-wuerde.de und in der kostenlosen Broschüre "Verwirrt, verschroben, abgeschoben", die gegen Einsendung eines mit € 0,77 frankierten DIN-A5-Rückumschlags angefordert werden kann bei: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Stichwort: Demenz, Postfach 1207, 35002 Marburg.


MELDUNGEN: 'Altern in Würde' - Informationen online (1.042 Zeichen)

(dgk) Das Thema Verhaltensstörungen im Alter in Zusammenhang mit dem Krankheitsbild Demenz wird zu einem der herausfordernsten und wichtigsten Gesundheitsthemen der Zukunft werden. Derzeit leiden etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland an einer Altersverwirrtheit. Ihre Zahl wird rapide zunehmen, denn mit der Lebenserwartung steigt auch das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Etwa 80 Prozent aller Betroffenen werden von Angehörigen zu Hause gepflegt. Für die Pflegenden heißt das, wenig Zeit für Freunde und Beruf zu haben, um rund um die Uhr für das kranke Familienmitglied da sein zu können.

Tipp
: Informationen und hilfreiche Tipps für den täglichen Umgang mit verhaltensgestörten älteren Menschen gibt es nun auch im Internet. Unter www.altern-in-wuerde.de finden sich alle Antworten auf Fragen wie: Woran erkennt man einen beginnende Demenz? Gibt es Möglichkeiten der Prävention? Welche Therapien sind sinnvoll? Wie können Angehörige Hilfe bei der Pflege erhalten? Wie gestalte ich das Zusammenleben mit einem Demenzkranken?


Rauchen gefährdet neue Zähne (783 Zeichen)

(dgk) Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) raucht mehr als ein Drittel der europäischen Erwachsenen. Damit gehen sie nicht nur das Risiko ein, an Lungenkrebs oder dem so genannten "Raucherbein" zu erkranken. Der Nikotinkonsum wirkt sich auch ungünstig auf medizinische Therapien wie Zahn- Implantation aus, wie das Deutsche Zentrum für orale Implantologie e. V. (DZOI) berichtet. Die Aussicht auf gutes Einheilen der Implantate verringert sich bei Rauchern um das Zehnfache im Vergleich zu Nichtrauchern, so die Experten. Das trifft besonders auf Patienten zu, die bis kurz vor der Therapie und gleich im Anschluss daran zur Zigarette greifen.

Weitere Informationen gibt es direkt beim DZOI, Hauptstr. 7a, 82275 Emmering, Fax: 0 81 41 / 53 45 46, Tel: 0 18 05 / 0 12 312.


Die Infomobil-Tour Schmerz ist am 3. Juni gestartet (1.321 Zeichen)

(dgk) Mehr als 7,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen und sind dadurch enormen seelischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt. "Oftmals fühlen sich die Patienten nicht in der Lage, alltägliche Arbeiten zu verrichten. Ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz lässt nach und auch die sozialen Kontakte können nicht mehr wie früher gepflegt werden. Dies bedeutet für die Betroffenen eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqual-tät", erläutert Dr. Dietmar Krause, Schmerzexperte beim DGK, die Folgen. Schmerzen sind jedoch kein unabwendbares Schicksal, denn in vielen Fällen können sie durch eine geeignete Therapie gelindert werden. Um Patienten und Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich zum Thema Schmerzen zu informieren, fährt das DGK in diesem Jahr mit einem Infomobil durch 20 Städte Deutschlands.

Bei der Aktion beraten zwei Schmerztherapeuten aus der jeweiligen Stadt von 10 bis 17 Uhr zu allen Problemen rund um das Thema Schmerzen und Schmerztherapie. Vor dem Infomobil liegt umfangreiches Informationsmaterial zu medikamentösen und nichtmedikamentösen Behandlungsmethoden bereit. Ein kurzes Video gibt eine Einführung zu möglichen Ursachen der Schmerzentstehung. Mit Hilfe einer Schmerzskala lernen Patienten, die Intensität ihrer Schmerzen selbst einzuschätzen.


Infomobil-Tour SchmerzViele Schmerzpatienten werden nicht ausreichend behandelt. Mit der mobilen Schmerzberatung informiert das Deutsche Grüne Kreuz über die Möglichkeiten einer effektiven Therapie.

Foto: Deutsches Grünes Kreuz (DGK)


In folgenden Städten macht das Infomobil Station:


Stadt

Datum

Standort

Brandenburg

Montag 03.06.02

Hauptstraße / Ecke Steinstraße

Berlin

Dienstag 04.06.02

Kuhdamm / Ecke Rankestraße

Eberswalde

Mittwoch 05.06.02

Marktplatz

Frankfurt/Oder

Donnerstag 06.06.02

Oderturm

Dresden

Freitag 07.06.02

Altmarkt / Westseite

Nürnberg

Montag 10.06.02

Lorenzplatz

Regensburg

Dienstag 11.06.02

Haidplatz

Passau

Mittwoch 12.06.02

Platz neben der Nibelungenhalle

München

Donnerstag 13.06.02

Sendlinger Tor Platz

Augsburg

Freitag 14.06.02

Moritzplatz

Saarbrücken

Montag 17.06.02

Reichsstraße (am Brunnen)

Trier

Dienstag 18.06.02

Fußgängerzone / Stadtmitte

Mainz

Mittwoch 19.06.02

Neubrunnenplatz

Kaiserslautern

Donnerstag 20.06.02

Westpfalz Klinikum

Koblenz

Freitag 21.06.02

Fußgängerzone Am Plan

Köln

Montag 24.06.02

Breite Str. Höhe Hanns-Hartmann-Platz

Düsseldorf

Dienstag 25.06.02

Tuchtinsel / Schadowstraße

Essen

Mittwoch 26.06.02

Limbecker Straße

Dortmund

Donnerstag 27.06.02

Willy Brandt Platz

Bielefeld

Freitag 28.06.

Jahnplatz


Weitere Informationen:

Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Im Kilian
Schuhmarkt 4
35037 Marburg

Telefon Tourbüro:

0 64 21 / 2 93 -- 124 (Dr. Dietmar Krause)
0 64 21 / 2 93 - 125 (Margot Boucsein)

Telefax:

0 64 21 / 2 93 - 170

Telefon Infomobil:

0 17 1 / 3 45 32 59 (Inge Kokot)



AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG:
Gewöhnungseffekt: Wenn die Chemie stimmt, klappt die Empfängnis (811 Zeichen)


(dgk) Was lange währt, wird endlich gut. Beständigkeit in der Beziehung zwischen Mann und Frau steigert die Chance, Nachwuchs zu bekommen. Australische Forscher der University of Adelaide haben entdeckt, dass häufiger Partnerwechsel das Immunsystem der Frau stresst. Die Spermien-Proteine werden anfangs vom Körper der Partnerin als Fremdkörper betrachtet. Bei Partnern, die schon längere Zeit zusammen sind, kommt es hingegen zu einer besseren Verschmelzung von Ei und Samenzelle. Je eher die Chemie stimmt, desto besser kann sich die Samenzelle im Ei einnisten. Nach Ansicht der australischen Wissenschaftler gelingt es dem Samen nach und nach, das Immunsystem der Frau positiv zu stimmen. Durch die wachsende Sympathie und den Gewöhnungseffekt wird auch das Risiko einer Abstoßung des Fötus verringert.


Chancen gegen den plötzlichen Herztod (2.041 Zeichen)

Elektronische "Herzwächter" retten Leben

(dgk) In Deutschland sterben jährlich etwa 78.000 Menschen am plötzlichen Herztod - mehr als durch Lungenkrebs, Brustkrebs und AIDS zusammen. Männer sind davon doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Der plötzliche Herztod wird in den meisten Fällen von Kammerflimmern verursacht, einer Form der Herzrhythmusstörung. Gefährdet sind vor allem Menschen, die schon einmal einen Herzinfarkt hatten oder unter Herzleistungsschwäche und -rhythmusstörungen leiden.

Beim plötzlichen Herztod verlieren die Betroffenen fast sofort das Bewusstsein, die Atmung setzt aus und der Puls ist nicht mehr fühlbar. Die nächsten drei bis vier Minuten sind entscheidend, denn die Überlebenschancen sinken mit jeder Minute um zehn Prozent. Nur sofortige Hilfsmaßnahmen können die Patienten retten und bleibende Schäden an Gehirn und anderen Organen verhindern.
Wirksame Hilfe leisten in diesem Fall so genannte Defibrillatoren, die dem Herzen mit einem Impuls einen lebensrettenden elektrischen Schock versetzen: Dieser beendet die zu schnelle und chaotische Herzaktivität und sorgt für einen normalen Rhythmus. In den meisten Fällen vergeht jedoch zu viel kostbare Zeit, bis ein Arzt oder ein entsprechendes Gerät zur Stelle sind.

Neue Untersuchungen konnten jetzt den Nutzen von implantierbaren kleinen "Herzwächtern" zeigen, die bei Unregelmäßigkeiten sofort aktiv werden. Für Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben und deren Herzen eine niedrige Pumpleistung hat, kann dieses kleine Gerät lebensrettend sein. Es wird im Schulterbereich unter der Haut eingesetzt und über zwei Sonden direkt mit dem Herzen verbunden. Viele Patienten können bereits nach einem Tag das Krankenhaus wieder verlassen. Bei Patienten, die nach einem überstandenen Herzinfarkt einen solchen Defibrillator implantiert bekamen, verringerte sich die Sterblichkeit um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu Patienten mit ausschließlich medikamentöser Therapie.

Weitere Informationen finden Patienten und Ärzte auch im Internet unter der Adresse www.pumpleistung.de .


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-FORSCHUNGSINSTITUT (DDFI)
Rauchen in der Schwangerschaft (3.343 Zeichen)

Risiko des Kindes für Typ 2 Diabetes gesteigert

(dgk/DDFI) Rauchen steigert unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs; bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft regelmäßig rauchten, zudem das Risiko beispielsweise für Asthma, geringes Geburtsgewicht, plötzlichen Kindstod und Verhaltensstörungen. Jetzt konnten schwedische Forscher zeigen, dass auch das Risiko des Kindes für diabetes-unabhängiges Übergewicht und einen frühen Typ-2-Diabetes im Erwachsenenalter stark erhöht ist, wenn die Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat.

Die Forscher nutzten für ihre Studie Daten zum Rauchverhalten der Mütter nach dem vierten Schwangerschaftsmonat sowie andere mütterliche und kindliche Daten, die von Geburthelferinnen für die britische Entwicklungsstudie NCDS erhoben worden waren. Im Alter von 7 und 16 Jahren (1974) wurde der Gesundheitszustand der etwa 17.000 teilnehmenden Kinder geprüft und die Rauchgewohnheiten der Mütter erfragt. Die Teilnehmer wurden dann im Alter von 33 Jahren - neben der Messung von Körpergröße und Gewicht - erneut nach einem Diabetes befragt. Personen nur mit Schwangerschaftsdiabetes oder mit einem vor dem 16. Lebensjahr aufgetretenen Diabetes wurden ausgeschlossen.

Von den in der Studie verbliebenen Teilnehmern (11.359) waren etwa zehn Prozent übergewichtig (Body Mass Index (BMI) über 30 kg/ m2). In der Gruppe der Kinder ohne Diabetes, deren schwangere Mütter geraucht hatten, gab es die meisten Übergewichtigen. Bei neun Zigaretten täglich in der Schwangerschaft war das Risiko des Kindes für Übergewicht um 34 Prozent, bei zehn oder mehr Zigaretten täglich (stark rauchend) sogar um 38 Prozent höher als bei Kinder nichtrauchender Mütter - unabhängig von Alter, Diabetes, Rauchverhalten der 16-jährigen Kinder und den zum Zeitpunkt der Geburt vermerkten mütterlichen Daten. Das Risiko für Diabetes war bei den Kindern stark rauchender Mütter mehr als vier Mal so hoch wie in der Gruppe der Kinder nichtrauchender Mütter. Das Risiko war auch unabhängig von verschiedenen Einflüssen (mütterliche Daten bei Geburt; eigenes Rauchverhalten mit 16 Jahren; BMI mit 33 Jahren), jedoch nicht vom mütterlichen Rauchverhalten statistisch bedeutend.

Rauchen kann Vergiftungserscheinungen oder den Entzug wichtiger Nährstoffe beim Kind verursachen. Möglicherweise ist damit eine "vorgespiegelte Hungersnot" verbunden, die den Stoffwechsel lebenslänglich auf vermehrte Energiespeicherung in Form von Fett einstellt, wie die Autoren vermuten. Dies würde auch nach Ansicht des Deutsche Diabetes-Forschungsinstituts in Düsseldorf (DDFI) die vermehrte Entwicklung von Übergewicht und Diabetes im späteren Leben, in dem nicht mehr so viel Fett gespeichert werden sollte, erklären.

Zukünftige Studien werden diese Zusammenhänge zwischen Rauchen in der Schwangerschaft und einem Typ-2-Diabetes im Erwachsenenalter bei Kindern bestätigen müssen, so das DDFI. Einige der Ergebnisse seien zwar tendenziell gut erkennbar, aber statistisch nicht bedeutend. Trotzdem wird nach Ansicht des DDFI einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, gerade in der Schwangerschaft das Rauchen zu unterlassen.

Quelle: Montgomery SM et al: Smoking during pregnancy and diabetes mellitus in a British longitudinal birth cohort. British Medical Journal, 324 (2002): 26-7.


Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.diabetes-deutschland.de


Mehr Sicherheit für Zuckerkranke (3.060 Zeichen)

Endlich gibt es auch in Deutschland einheitliche ärztliche Leitlinien für die Behandlung des Diabetes mellitus

(dgk) Bei der aktuellen Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Dresden wurden am 10. Mai 2002 erstmals bundesweit abgestimmte Versorgungs- Leitlinien zum Diabetes mellitus vorgestellt. "Die hohe Qualität dieser Leitlinien und die Dimension des nationalen Konsenses haben alle Erwartungen übertroffen", zeigte sich anschließend Werner A. Scherbaum, der Ärztliche Direktor des Deutschen Diabetes-Forschungsinstitutes in Düsseldorf (DDFI) und Mitglied der Leitlinienkommission der DDG, sehr zufrieden mit dem erzielten Ergebnis. Die Diabetes-Leitlinien bekämen damit Modellcharakter für die Festlegung von Eckpunkten der qualitätsgesicherten Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen in der Bundesrepublik.

Die neuen Empfehlungen wurden lange erwartet und definieren nun endlich den absolut notwendigen Mindeststandard für die medizinische Versorgung von Typ-2- Diabetikern. An ihrer Erstellung waren maßgeblich die Deutsche Diabetes- Gesellschaft, die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sowie die Vereinigung aller wissenschaftlich medizinischen Fachgesellschaften beteiligt.

Allen Ärzten wird empfohlen, die Praxis-Leitlinien der DDG als Handlungsanleitung für die Versorgung der ihnen anvertrauten Diabetespatienten heranzuziehen. Den Patienten wird dringend geraten, darauf zu achten, dass ihr Anspruch auf eine qualitätsgesicherte medizinische Versorgung auch nicht durch so genannte Kostendämpfungsprogramme bestimmter Krankenkassen unterschritten und damit eine Gefährdung ihrer Gesundheit in Kauf genommen wird.

Der früher als "Altersdiabetes" bezeichnete Typ-2-Diabetes ist eine Volkskrankheit, die inzwischen epidemische Ausmaße erreicht hat und deren Häufigkeit in einem bedrohlichen Maße ansteigt. Das hohe Risiko für schwere Folgeschäden an Augen, Nieren, Nerven, Herz und Gefäßsystem kann durch eine fachgerechte Behandlung deutlich reduziert werden. Daher ist die Festlegung der jetzt beschlossenen Rahmenempfehlungen für die notwendige und angemessene Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus von großer Bedeutung.

Die DDG hat außerdem weiterführende Leitlinien zur Versorgung von Menschen mit Diabetes erarbeitet, die für die konkrete Umsetzung in der Praxis tauglich sind. Unter Federführung der Leitlinienkommission der DDG wurden von Fachgremien bestehend aus Diabetologen, Kardiologen, Nephrologen, Neurologen, Augenärzten, Gynäkologen, Internisten, Allgemeinmedizinern und Betroffenen zehn solcher Leitlinien erarbeitet und zur bereits erwähnten Jahrestagung publiziert. Diese Leitlinien geben durch wissenschaftliche Evidenz begründete medizinische Handlungsanleitungen zu Prävention, Diagnostik, Therapie und Langzeitbetreuung bei verschiedenen Diabetesformen sowie diabetischen Folge- und Begleiterkrankungen.

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:


Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut an der
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 - 2 00 Fax: 02 11 / 33 69 103


V.i.S.d.P.

Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Michaela Berg (verantw.)
Dipl. Biol. Heike Thiesemann-Reith
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. oec. troph. Karin Uphoff
Dr. med. Sigrid Ley

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Schuhmarkt 4
35037 Marburg
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