DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 43, Ausgabe 3 - 2002 Themen: Verhaltensauffälligkeiten, Demenz, Gerstenkorn, Augen, Kopfschmerz, Nasenbluten, Geschlechtskrankheiten, Meningokokken, Schleudertrauma, Cholesterin, Diabetes,
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Deutsches Grünes Kreuz, Verhaltensauffälligkeiten, Demenz, Gerstenkorn, Augen, Kopfschmerz, Nasenbluten, Geschlechtskrankheiten, Meningokokken, Schleudertrauma, Cholesterin, Diabetes, DDFI, Ei, Duft, Hunde
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 43, 3 - 2002

Verhaltensauffälligkeiten im Alter - ein 'altes' Krankheitsbild (4.900 Zeichen)

(dgk) Verhaltensauffälligkeiten im Alter, wie Aggressivität, Misstrauen, Feindseligkeit, lautes Schreien und Schimpfen, sind ein Krankheitsbild, dem in Deutschland noch immer zu wenig Beachtung geschenkt wird. Diese Absonderlichkeiten alter Menschen sind nicht altersbedingt, sondern Anzeichen einer Krankheit. In den USA wird das Auftreten von Verhaltensauffälligkeiten im Alter, welches häufig auch mit nächtlichen Schlafstörungen und nervösem Umherlaufen einher geht, bereits als eigenständiges Krankheitsbild eingestuft - als "behavioral and psychological symptoms of dementia" (BPSD).

Oft können die oben genannten Verhaltensänderungen die ersten Anzeichen einer beginnenden Demenz sein. Aus diesem Grunde muss ein Arzt aufgesucht werden, um sowohl die Verhaltensauffälligkeiten zu therapieren, aber auch, um durch weitere Untersuchungen festzustellen, ob sich bei dem betreffenden Patienten eine Demenz entwickelt, die dann ebenfalls auch therapiert werden muss. Je früher die Diagnose einer Demenz gestellt wird, um so besser sind die Be-handlungsmöglichkeiten.

Der Psychiater Dr. Ulrich Kastner, Rheinische Landeskliniken Bonn, betonte bei einer Podiumsdiskussion in Mettmann, wie wichtig es sei, die ersten Warnsignale für eine Demenz frühzeitig zu erkennen. "Es gibt auch bei schweren Alzheimer-Demenz- Formen gute Möglichkeiten der Therapie, weil dabei vor allem Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen auftreten. Wir setzen zum Beispiel die so genannten atypischen Neuroleptika ein, um die Verhaltensauffälligkeiten zu minimieren." In dieser Substanzklasse ist bisher nur Risperidon für die Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten im Alter zugelassen und Besserungen sind laut Studien bereits nach zweiwöchiger Therapiedauer sichtbar.

Hilfe für die häusliche Pflege


Demenz-Erkrankungen werden heute oft erst in einem recht weit fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Bis dahin sind die Betroffenen meist schon jahrelang zu Hause betreut worden. Wegen der mit der Demenz-Erkrankung gekoppelten Verhaltensstörungen haben die pflegenden Personen oft mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie sehen sich häufig grundlosen Beschuldigungen der Patienten ausgesetzt, leiden unter den auf einmal misstrauischen, aggressiven und schwer zugänglichen Verwandten und sind mit der Pflege überfordert. Angehörige sollten, wenn sie solche Symptome bei ihren alten Familienmitgliedern feststellen, einen Arzt aufsuchen, um Hilfe und Therapie für den Senior zu bekommen.

Wird der Betroffene immer stärker pflegebedürftig, ist es sinnvoll, ein Pflegetagebuch anzulegen, in das die Pflegetätigkeiten und Pflegezeiten eingetragen werden. Das erleichtert die Einstufung in eine Pflegestufe. Ausschlaggebend für die Pflegestufe - insgesamt gibt es drei Pflegestufen - ist der zeitliche Pflegeaufwand für die "Verrichtungen des täglichen Lebens". Dazu gehören Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung (SGB 11 §§ 36 bis 40). Sind Angehörige mit der Einstufung nicht einverstanden, können sie innerhalb eines Monats bei der Pflegekasse Widerspruch einlegen. Ist die Einstufung erfolgt, kann zwischen Sach- und Geldleistungen gewählt werden. Wenn eine Tagespflegeeinrichtung besucht wird oder ein professioneller Pflegedienst die Pflege übernimmt, können diese Dienstleister auch direkt mit der Kasse abrechnen.

Weitere Hilfe und Unterstützung bekommen Pflegende auch bei den regionalen Alzheimer Gesellschaften, Sozialstationen und Selbsthilfeorganisationen. Gesprächskreise geben pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, sich auszusprechen, emotionalen Rückhalt zu finden und Tipps und Informationen auszutauschen.

Zur Erleichterung häuslicher Pflege kommen insbesondere Medikamente in Betracht, die gezielt auf die Verhaltensauffälligkeiten der dementiellen Erkrankung abgestimmt sind. Hedwig Braun, die ihren an Demenz erkrankten Ehemann bis zu seinem Tod pflegte und zugleich ihren Beruf weiter ausübte, berichtete bei der Veranstaltung in Mettmann von ihren Erfahrungen: "Ich kann nur bestätigen, dass der Einsatz von Medikamenten den Alltag sehr, sehr erleichtert. In der Zeit, in der man noch gut miteinander leben kann, hat man für beide, für den Kranken und für den Pflegenden, etwas gewonnen, nämlich Lebensqualität, das heißt ein Zusammenleben in Würde."

Weitere Informationen
:

  • Informationsbroschüre "Die Pflegeversicherung", hrsg. von der Pflegekonferenz der Stadt Bielefeld, kann schriftlich bestellt werden beim: Stab Sozialdezernat, Niederwall 23, 33602 Bielefeld oder per Fax: 0 521 / 51 63 74. (Schutzgebühr und Porto werden mit € 3 in Rechnung gestellt.)
  • Ein Ratgeber für Angehörige von Demenz-Kranken mit dem Titel "Verwirrt, verschroben, abgeschoben" kann gegen Einsendung eines mit € 1,53 frankierten DIN-A5-Rückumschlags beim Deutschen Grünen Kreuz angefordert werden:


Deutsches Grünes Kreuz
Stichwort "Demenz"
Postfach 1207
35002 Marburg


Last auf dem Lid - Korn im Auge (2.327 Zeichen)

Der Unterschied zwischen Gerstenkorn und Hagelkorn

(dgk) Kennen Sie den Unterschied? Gerstenkorn und Hagelkorn sind die häufigsten Erkrankungen der Augenlider, aber das eine tritt meist plötzlich auf, das andere entwickelt sich allmählich. Bei beiden handelt es sich um Entzündungen der Schweiß- und Talgdrüsen an den Rändern der Augenlider. Das geschieht folgendermaßen: Körpereigene Abwehrzellen versuchen, eingedrungene Erreger, meist Bakterien, zu vernichten. Gehen die Abwehrzellen zu Grunde, bilden sie Eiter, der sich als fühl- und sichtbarer Knoten unter der Haut ansammelt. Der Arzt bezeichnet diese getreidekornförmige Wölbung als Abszess.

Ein Gerstenkorn, auch Hordeolum genannt, ist immer eine akute eitrige Entzündung (Abszess) an der Außen- oder Innenseite des Lides, die sich vom übrigen Gewebe abkapselt, reift und schließlich aufplatzt. An sich ist der kleine Knoten am Lid harmlos. Aber er beschäftigt die Betroffenen durch seine exponierte Lage und schmerzhafte Spannung. Die Reifung kann durch Wärmepackungen, Rotlicht oder heiße Umschläge mit Kamille beschleunigt werden. Zuerst beginnt es am Augenlid zu jucken, danach folgen Rötung und Schwellung meist am oberen Augenlid. Nach etwa vier Tagen bildet sich eine eitrige Pustel, fertig ist das Gerstenkorn. Nach dem Berühren eines Gerstenkorns sollten Sie sich gründlich die Hände waschen: Die eitererregenden Bakterien sind leicht übertragbar. Gerstenkörner können innerhalb weniger Tage wieder verschwinden. Bilden sich jedoch häufig neue, könnte dies ein Zeichen für eine Abwehrschwäche, etwa Diabetes mellitus, sein.

Ein Gerstenkorn, das nicht von allein wieder verschwindet, sollte vom Augenarzt behandelt werden. Dies erfolgt entweder durch Öffnung des Entzündungsherdes oder durch Verordnung antibiotischer Salben oder Tropfen. Cortisonhaltige Präparate dürfen aber wegen der Gefahr eines Grünen Stars nicht längere Zeit ohne augenärztliche Kontrolle gegeben werden.

Ein Hagelkorn, medizinisch Chalazion genannt, ist eine langsam verlaufende, chronische Entzündung der Drüsen, der eine Verstopfung vorausgeht. Die Ursache für die Entstehung ist noch nicht bekannt. Das Hagelkorn ist nicht schmerzhaft und das Lid nur mäßig geschwollen. Meistens verschwindet es von selbst. Das aber kann einige Wochen oder Monate dauern. Ansonsten kann es operativ vorsichtig herausgeschält und entfernt werden.


Kopfschmerz: Den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen (2.609 Zeichen)

Was ist bei der Einnahme einer Kopfschmerztablette zu beachten?


(dgk) Der richtige Zeitpunkt für die Einnahme einer Kopfschmerztablette hängt entscheidend von der Form des Schmerzes und den verwendeten Substanzen ab.

Damit Betroffene besser einordnen können, unter welcher Kopfschmerzform sie leiden, sollten sie sich immer genau notieren, wo die Schmerzen auftraten, welche Vorboten es gab, wie lange die Beschwerden dauerten, welche Medikamente sie genommen haben und wie diese wirkten. So müssen zum Beispiel Patienten mit Migräne oder Spannungskopfschmerzen nicht warten bis die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind. "Häufig genügt schon eine Tablette, um die Schmerzkaskade zu verhindern", sagt Dr. Jan-Peter Jansen von der Stiftung Kopfschmerz in Berlin. Wer schon bei den ersten Anzeichen wie erhöhter Reizempfindlichkeit ein Medikament einnimmt, hat gute Chancen, dass die Kopfschmerzen erst gar nicht ausbrechen.

Zum Abblocken von leichten Migräne-Attacken oder Spannungskopfschmerzen haben sich nach Empfehlungen der amerikanischen Kopfschmerzgesellschaften Kombinationspräparate mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Paraceta-mol und Koffein bewährt. Da die einzelnen Substanzen sich gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen, kann schon eine Tablette ausreichen, um weitere Kopfschmerzen zu verhindern. Diese Präparate sind außerdem gut verträglich, weil durch die Kombination die Einzelsubstanzen geringer dosiert werden können.

Bei starken Migräneanfällen rät die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) zu einer Therapie mit Triptanen. Je früher der Patient diese Medikamente nimmt, desto besser kann der Verlauf abgemildert werden. Aber auch während einer Attacke ist ihr Einsatz noch möglich. Es sollte jedoch generell eine Viertelstunde vorher ein Mittel gegen Übelkeit eingenommen werden, um die Wirksamkeit des Medikamentes zu verbessern.

Bei Spannungskopfschmerzen kann man auch versuchen, sich mit kalten Kompressen, einem Spaziergang oder Akupressurmassage Linderung zu verschaffen. "Jeder Patient sollte individuell ausprobieren, welche Entspannungsmethoden oder Hausmittel für ihn Erleichterung bringen", so Jansen. Wenn sie nicht helfen oder keine Möglichkeit zur Anwendung besteht, ist der Griff zu einem Schmerzmittel eher zu empfehlen, als den Schmerz auszuhalten. Ob rezeptfreie Medikamente oder vom Arzt verschrieben, den Kopfschmerzmittelverbrauch sollten die Betroffenen genau im Auge behalten. Denn zu viele Schmerzmittel können wiederum selbst zu Kopfschmerzen führen. Deshalb rät die DMKG, Schmerztabletten nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander einzunehmen.


Der Schmerz danach (1.439 Zeichen)

Linderung nach Operationen und anderen Eingriffen


(dgk) Zahnoperationen, orthopädische Eingriffe, Sportverletzungen: Die Zeit danach wird oftmals von starken Schmerzen überschattet. Natürlich lässt sich der Schmerz gut mit Medikamenten behandeln - wichtig für den Patienten sind dabei jedoch zwei wesentliche Punkte: Die Wirkung des Schmerzmedikaments sollte schnell einsetzen und auch so lange wie möglich anhalten - und dies möglichst ohne Nebenwirkungen.

Vor kurzem wurde in Deutschland nun ein Medikament zur Behandlung akuter Schmerzen zugelassen, das bislang nur zur Therapie von eher chronischen Schmerzen wie beispielsweise bei Arthrose und Rheuma eingesetzt wurde. Studien belegten, dass der Wirkstoff Rofecoxib, ein so genannter COX-2-Hemmer, nach einer Zahnoperation eine schnelle und lang anhaltende Schmerzlinderung bewirkt. Die Dauer der Schmerzbeeinflussung war, nach der Einnahme von nur einer Tablette, mit 24 Stunden länger als bei anderen Schmerzmedikamenten. Experten begründen dies mit einer längeren "Eliminationshalbwertzeit": Das heißt, es dauert recht lange, bis die Hälfte des Wirkstoffs ausgeschieden wird.

Ähnliche positive Erfahrungen wurden auch bei der Schmerzbehandlung nach orthopädischen Operationen gemacht. Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt, die bei der Einnahme von herkömmlichen Schmerzmedikamenten aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika gefürchtet sind, treten mit Medikamenten aus der Wirkstoffgruppe der COX-2-Hemmer sehr selten auf.


Nicht zu stillendes Nasenbluten kann Warnsignal sein (3.070 Zeichen)

(dgk) Es passiert ganz schnell und oft zum falschen Zeitpunkt: Tröpfchen für Tröpfchen rinnt rotes Blut auf das weiße Hemd. Nasenbluten (Epistaxis) ist meist harmlos, dauert gewöhnlich nur wenige Minuten und der Blutverlust ist minimal. Grund ist oft ein geplatztes Blutgefäß in der stark durchbluteten Nasenschleimhaut, meist im vorderen Teil des Nasenseptums (Locus Kiesselbachi). Dort befindet sich unmittelbar unter der Schleimhaut ein Gefäßgeflecht. Diese Stelle ist starken Beanspruchun-gen ausgesetzt.

Durch einen Schlag auf die Nase, heftiges Schnäuzen oder einen bohrenden Finger können die Gefäße leicht verletzt werden. Eine ausgetrocknete Nasenschleimhaut, bedingt durch trockenes Raumklima, kann eine weitere Ursache sein. Häufig kommt Nasenbluten auch in der Schwangerschaft oder bei Infekten wie Grippe und Erkältung, wenn die Nasenschleimhaut stärker durchblutet wird, oder bei Patienten mit Bluthochdruck oder Gerinnungsstörungen vor. Bei Einnahme von blutverdünnende Arzneimittel wie Marcumar und Acetylsalicylsäure kann es ebenfalls schnell zur blutenden Nase kommen. Oft stecken starke psychische Anspannungen oder Dauerstress dahinter. Nur selten führt Nasenbluten zu starkem Blutverlust, zum Beispiel bei Blutgerinnungsstörungen.

Ungünstig für die Blutgerinnung ist beispielsweise Alkohol. Die Folge: Die Blutungen halten länger an. So wirkt sich regelmäßiger höherer Alkoholgenuss auch ungünstig auf die Häufigkeit von Nasenbluten aus. Das erkannten schottische Wissenschaftler aufgrund einer Untersuchung an 140 wegen Nasenblutens eingelieferter Patienten und 113 Patienten mit anderen Erkrankungen des Hals-, Nasen- und Ohrenbereiches. Verantwortlich für das vermehrte Nasenbluten ist vermutlich die Gefäßerweiterung und blutdrucksteigernde Wirkung des Alkohols. Vorsicht: Diese Effekte des übermäßigen Alkoholkonsums können zu folgenschweren Krankheiten führen.

Durch aufrechtes, nach vorn geneigtes Sitzen, einen kalten Nackenumschlag mit einer Eispackung oder einem Waschlappen oder auch durch Zusammendrücken der Nasenflügels kann in der Regel die leichte Blutung rasch gestillt werden. Falls dann immer noch etwas Blut fließt, einen Tampon aus Gazestreifen oder Mull drehen und vorsichtig ins Nasenloch schieben. Dies allerdings ist nicht ganz ungefährlich, denn die Nasenschleimhaut könnte dadurch beschädigt werden. Nach erfolgreicher Blut- stillung sollte man sich einige Stunden nicht schnäuzen.

Nasenbluten ist immer dann ernst zu nehmen, wenn die Blutungen häufig auftreten, es aus beiden Nasenlöchern blutet und die Blutung länger als 20 Minuten andauert. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, der der Ursache auf den Grund geht. Gelegentlich kann es das erste Warnsignal einer Erkrankung sein: Bluthochdruck, Atherosklerose, Virusinfektionen wie Masern, Scharlach, Pfeiffer- Drüsenfieber, Influenza, Gerinnungsstörungen, Diabetes oder einer genetisch bedingten Gefäßerkrankung, der Osler-Rendu-Weber-Krankheit. Wenn nach einem Unfall helle Flüssigkeit aus der Nase "blutet" (Gehirnflüssigkeit), sofort zum Notarzt.


MELDUNGEN: Geschlechtskrankheiten häufig unerkannt (2.229 Zeichen)

Forscher fordern verbesserte Strategien gegen Chlamydien- und Gonokokken-Infektionen

(dgk) Chlamydien- und Gonokokken-Infektionen, Auslöser von Harnwegsentzündungen, Tripper und anderen Geschlechtskrankheiten, bleiben erschreckend oft unerkannt und somit unbehandelt. Auf Grund der möglichen Folgen und Komplikationen sollten sie jedoch ernst genommen und rechtzeitig behandelt werden.

Forscher fordern Strategien für eine bessere Früherkennung und Behandlung. Gefahr besteht vor allem für junge Menschen bei unbehandelten Infektionen. Gonokokken (in der Fachsprache Neisseria gonorrhoeae) sind die Erreger der Gonorrhoe, besser bekannt als Tripper, der weltweit die häufigste Geschlechtskrankheit ist. Infolge einer Chlamydien-Infektion kann bei jungen Frauen eine schwere Unterleibsentzündung auftreten. Die Entzündung kann ohne Behandlung zu Unfruchtbarkeit oder zu einer Bauchhöhlen-Schwangerschaft führen. Eine entsprechende Studie wurde im Journal of the American Medical Association publiziert.

Das Team um Charles Turner vom Washingtoner Research Triangle Institute interviewte 728 junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Von 579 Befragten wurden Urinproben genommen, die die Forscher mit einer hochsensiblen Methode auf Chlamydien- und Gonokokken-Erbgut untersuchten. In rund fünf Prozent der Proben fand sich das Genmaterial von Gonokokken, bei Chlamydien lag der Anteil bei drei Prozent. Ein Großteil der Probanden hatte sich keiner Behandlung unterzogen und kaum ein Infizierter berichtete über entsprechende Symptome.

Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung bedeutet dies nach Angaben der Forscher, dass jeder zwölfte Einwohner in dieser Altersgruppe mit Chlamydien oder Gonokokken-Bakterien infiziert ist. "Damit übertrifft die Zahl der jährlich nicht diagnostizierten Infektionen deutlich die der behandelten Fälle", so Turner. Die Forscher schlagen zur Reduktion der Durchseuchung in der Bevölkerung Reihenuntersuchungen und Routinetests vor. Diese könnten in Praxen und Kliniken einfach durchgeführt werden. Die Untersuchungen sollten auch jene Personen einschließen, bei denen ein geringes Infektionsrisiko besteht. Bei den Screenings gelte es auch, Teenager zu berücksichtigen, da sie sich bei ihren Eltern anste-cken und auch ihre Infektionen auf andere übertragen könnten.


Mehrere Todesfälle durch Meningokokken in Deutschland (1.507 Zeichen)

Telefon-Hotline eingerichtet


(dgk) In den vergangenen Wochen häuften sich wieder Berichte über Erkrankungen und Todesfälle durch Meningokokken in Deutschland. So starben beispielsweise in Köln ein 17-jähriger Schüler und ein zweijähriger Junge an Meningokokken- Infektionen. Jedes Jahr erkranken rund 750 Menschen allein in Deutschland durch diese Bakterien, die eine gefährliche Hirnhautentzündung auslösen können. Mit 25 gemeldeten Meningokokken-Erkrankungen in den ersten fünf Wochen dieses Jahres steht Nordrhein-Westfalen derzeit an der Spitze der Bundesländer, gefolgt von Bayern (17 Fälle), Baden-Württemberg (11), Niedersachsen (9) und Hessen (8). Besonders häufig trifft es Kinder unter fünf Jahren, Teenager und ältere Menschen. Etwa 10 Prozent der schwer Erkrankten sterben trotz Behandlung auch heute noch, weitere 20 Prozent tragen gravierende Folgeschäden davon. Man kann aber durch vorbeugende Maßnahmen eine Infektion verhindern.

  • Was kann ich tun, wenn ein Kind in meinem Kindergarten / an meiner Schule an Meningokokken erkrankt ist?
  • Wer kann und wer sollte sich impfen lassen?
  • Wie ansteckend sind Meningokokken wirklich?
  • Was kann zur Vorbeugung getan werden?


Bis zum 22. März erhalten Sie Antwort auf diese und viele andere Fragen bei unserer Service-Hotline "Meningokokken".
Unsere Experten erreichen Sie täglich (außer am Wochenende) von 10 bis 11 Uhr unter der Telefonnummer 0 64 21 / 2 93 - 1 92.
Außerhalb der Hotline-Sprechzeiten erreichen Sie uns über die e-mail-Adresse: meningokokken(à)kilian.de .


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Bei Schleudertrauma hilft Krankengymnastik besser als eine Halskrause (1.663 Zeichen)

(dgk) Auffahrunfälle sind der häufigste Grund für ein Schleudertrauma. Als Folge davon klagen die Betroffenen über Muskelverspannungen, Kopf- und Nackenschmerzen. Bei etwa 40.000 Menschen pro Jahr in Deutschland wird dieses Krankheitsbild festgestellt.

In der Vergangenheit wurde zur Behandlung meist eine Halskrause verordnet, weil die Ärzte davon ausgingen, dass eine Verrenkung eines Gelenkes mit Schäden am Bandapparat vorliegt. Eine Ruhigstellung wäre in diesem Fall richtig gewesen. Neuen Erkenntnissen zufolge handelt es sich beim Schleudertrauma aber um eine Muskelfunktionsstörung mit Überlastung der Nackenmuskulatur. Eine Halskrause würde die Beschwerden nur verfestigen, weil Ruhe die Muskulatur schwächt, in der Folge werden Hals und Nacken instabiler. Eine aktuelle Studie der Universität Marburg unter Leitung von Dr. Michael Schnabel zeigt jetzt, dass eine frühe krankengymnastische Therapie und eine begleitende medikamentöse Schmerzlinderung besser für den Heilungsprozess sind.

In der Untersuchung wurden 168 Patienten in zwei Gruppen eingeteilt. Die Hälfte erhielt sieben Tage lang eine Halskrause und ein Schmerzmittel. Die anderen Patienten bekamen zehn Mal Krankengymnastik innerhalb von 14 Tagen und das gleiche Schmerzmittel. Die Krankengymnastik bestand aus Wärmebehandlung, Lymphdrainage, Muskelfunktionsmassage und aktiven Übungen. Eine Halskrause konnte nach Bedarf maximal zwei Tage getragen werden. Bei allen Patienten wurden die Schmerzstärke und Beeinträchtigungen durch den Schmerz gemessen. Nach sechs Wochen Therapie waren beide Merkmale in der Krankengymnastikgruppe nur halb so hoch wie in der Gruppe mit einer Halskrause.


Der Duft der Väter - Partnerwahl geht nach der Nase (2.068 Zeichen )

(dgk) Düfte werden von jeher mit Emotionen, Liebe und Sex in Verbindung gebracht. Geruchsreize bestimmen unser Leben und unsere Liebe. Das Sprichwort, jemanden "nicht riechen zu können", hat durchaus seine Berechtigung. Dass Liebe oft "nach der Nase" geht, ist bekannt. Bisher war die gängige Meinung, dass bei der Partnerwahl Körperdüfte bevorzugt werden, die dem eigenen Duft unähnlich sind: "Gegensätze ziehen sich an!" Für Männer auf Brautschau gilt nach neuesten Erkenntnissen scheinbar doch etwas anderes.

Junggesellen sollten die Kleidung ihres zukünftigen Schwiegervaters tragen, um der Tochter zu imponieren. So das Ergebnis einer Studie an der Universität von Chicago in Illinois. Für die Studie in Chicago schnüffelten 49 unverheiratete Frauen an zwei Tage lang getragenen T-Shirts von Männern. Die Düfte wurden anschließend mit Haushaltsgerüchen wie Nelke, Chlorid und frischer Wäscherei gemischt der Damenwelt präsentiert. Die Forscher stellten fest, dass Frauen den Geruch jener Männer als aufregend empfinden, deren Gene jenen des Vaters ähneln. "Vom Geruch eines Mannes angezogen zu werden, der den väterlichen Genen nahe kommt, bedeutet für Frauen die größtmögliche Sicherheit für gesunde Nachkommen", erläuterte Martha McClintock vom Forscher-Team um Carole Ober das Ergebnis der Untersuchung.

Bewertet wird der "Geruch des anderen" von bestimmten Rezeptoren des menschlichen Abwehrsystems, den Gewebeantigenen MHC (Major Histocompatibility Complex), die helfen, fremde Strukturen zu erkennen. Jeder Mensch trägt eine einzigartige Kombination von MHC-Genen. Die verantwortlichen Gene ermöglichen es - neben dem Erkennen virusinfizierter Zellen -, auch fremde von eigenen Zellen im Körper zu unterscheiden. Eine frühere "T-Shirt-Schnüffel-Studie", deren Ergebnisse der aktuellen Studie widersprechen, hatte gezeigt, dass Frauen Männer bevorzugen, deren Gene nicht den eigenen entsprechen. Wissenschaftler resümieren demzufolge, dass Frauen Kompromisse schließen. Sie werden von Männern angezogen, die dezent und ein bisschen wie der Vater duften.


'Eiforschung': Keine Angst vor Cholesterin (1.179 Zeichen)

(dgk) Eier sind doch besser als ihr Ruf. Wissenschaftler der Kansas State University (USA) haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass das im Ei enthaltene Lecithin die Aufnahme des Cholesterins im Darm senkt. Die Bedenken vieler, den Cholesterinspiegel im Blut durch den Ei-Genuss zu erhöhen, sind somit unbegründet.

Lecithin, auch Phosphatidylcholin genannt, hemmt den Mechanismus, der für die Aufnahme des Cholesterins durch die Darmwand in den Körper verantwortlich ist. So wird das vom Organismus nicht aufgenommene Cholesterin einfach wieder ausgeschieden. Frühere Untersuchungen haben bereits ergeben, dass nach der Aufnahme des Cholesterins durch den Darm bei der Verwertung im Körper ein Stoff (Oxysterole) gebildet wird, der die körpereigene Cholesterinproduktion bremst: Der Körper selbst bildet dann weniger Cholesterin.

80 bis 85 Prozent der Bevölkerung besitzen intakte Körperreaktionen, die sowohl Nahrungscholesterin als auch körpereigene Cholesterinsynthese lenken. Zugleich kann der Verzehr von Nahrungsmitteln mit cholesterinbindenden Ballaststoffen, wie sie in Vollkornbackwaren, Gemüse oder Obst vorkommen, ausgleichend und sogar senkend wirken.


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-FORSCHUNGSINSTITUT (DDFI):
Hunde geben Diabetes-Alarm (2.363 Zeichen)

Vierbeiner können Diabetiker vor Unterzucker warnen - Neue Forschungen geplant

(dgk) Muskelzittern, Schweißausbrüche, Herzrasen, Unruhe und Gereiztheit sind spürbare Anzeichen für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Manche Diabetiker leiden mehrmals wöchentlich an diesen Symptomen, die mitunter zum Koma bis hin zum Tode führen können. Ausgelöst werden sie durch eine Überdosis Insulin, zu große körperliche Anstrengungen oder eine ausgelassene Mahlzeit. Hunde könnten ihre Herrchen und Frauchen vor dieser Gefahr bewahren, wie das Deutsche Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf (DDFI) berichtet.

Eine Studie der britischen Universität Liverpool belegt die erstaunlichen Fähigkeiten der treuen Vierbeiner. Die Hunde hatten Alarm geschlagen, bevor die Patienten selbst ihre Unterzuckerung bemerkten. Zwei der tierischen Spürnasen bemerkten sogar einen nächtlichen Blutzuckermangel. Sie bellten, kratzten an der Schlafzimmertür oder stießen die Betroffenen mit der Schnauze, um sie zu wecken.

Nicht nur bei kranken oder behinderten Menschen gilt: Viele Hunde beobachten ihre Besitzer genau und reagieren auf feinste Stimmungs- oder Verhaltensänderungen. Die Fähigkeiten der Tiere, körperliche Veränderungen des Menschen wahrzunehmen, sind bislang kaum erforscht. Wie die Tiere sogar eine Hypoglykämie im Voraus erahnen, ist ebenso unklar. Tatsache ist aber, dass mehr als ein Drittel der bei Zuckerkranken lebenden Hunde auf eine Unterzuckerung ihrer Besitzer reagieren. Die Tiere scheinen die Gefahr zu wittern, nehmen den durch Schweiß veränderten Körpergeruch wahr, vermuten die britischen Forscher. Experten betonen: "Das gute, enge Verhältnis zwischen dem Besitzer und seinem Hund ist absolute Voraussetzung für das Funktionieren der Warntätigkeit des Hundes".
Das DDFI will daher in weiteren Untersuchungen in Kooperation mit der Tierklinik Dr. Krauß in Düsseldorf das Phänomen dieses "Sechsten Sinns", der tierischen Antenne für Krankheitsanzeichen, erforschen. Langfristiges Ziel dabei ist, Hunde zu "Hypoglykämie-Warnhunden" auszubilden. Dies könnte vor allem für alleinstehende Patienten lebensrettend sein. Diabetiker, deren Hunde möglicherweise eine bevorstehende Unterzuckerung bei ihrem Herrchen oder Frauchen erkennen können, sollten sich bei der folgenden Adresse melden:

Prof. Dr. med. Werner Scherbaum
Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut
Auf'm Hennekamp 65
40225 Düsseldorf
oder e-mail: scherbaum(à)ddfi.uni-duesseldorf.de


Anmerkung für die Redaktionen
:
Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) und das Deutsche Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf (DDFI) wollen ab sofort wichtige Informationen aus dem Bereich Diabetes-Forschung für die Öffentlichkeit schneller zugänglich machen. Aus diesem Grund wird in Zukunft der Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) regelmäßig aktuelle Meldungen des DDFI veröffentlichen.

 

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