DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 43, Ausgabe 11 - 2002 - Themen: Hormonersatztherapie, Osteoporose, Meningokokken, Grauer Star, Lichttherapie, Run and Bike Tour, Demenz Schulwettbewerb, Verstopfung, Grippe, Nikoninamid, Diabe
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Hormonersatztherapie, Osteoporose, Meningokokken, Grauer Star, Lichttherapie, Run and Bike Tour, Demenz Schulwettbewerb, Verstopfung, Grippe, Nikoninamid, Diabetes, Blutzucker
skip_nav

Suche

 

Service-Content


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Presse / Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) / 2002 - Jahrgang 43 / dgk, Jg. 43, 11 - 2002
Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 43, 11 - 2002

Hormonersatztherapie - wirksam als Schutz vor Osteoporose? (2.989 Zeichen)

(dgk) Die kontroverse Diskussion um die Vor- und Nachteile einer Hormonersatztherapie (HRT) entfachte sich erneut, nachdem vor kurzem ein Teil der Women`s Health Initiative (WHI)-Studie abgebrochen wurde. Bei dieser Untersuchung sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis der HRT analysiert werden.

Die Studie aus den USA verfolgte das Ziel, den Einfluss der Hormonersatztherapie auf die typischen Wechseljahrsbeschwerden, aber auch auf den Schutz vor Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu untersuchen. Die etwa 16.000 Teilnehmerinnen zwischen 50 und 79 Jahren wurden in drei Gruppen unterteilt und jeweils mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination, nur mit Östrogen oder einem Placebo behandelt. Auch wenn die Studie insgesamt noch bis 2005 fortgeführt wird, wurde der Teil, bei dem es um die Östrogen-Gestagen-Kombination ging, vorzeitig abgebrochen. Der Grund: Die Risiken waren höher als der Nutzen.

Bei Frauen, die mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination behandelt wurden, konnte keine Senkung von Herz-Kreislauferkrankungen, jedoch eine Verdopplung der Thromboserate und eine leichte Erhöhung von Brustkrebserkrankungen festgestellt werden. Gleichzeitig gab es aber auch weniger Dickdarmkrebserkrankungen und seltener Knochenbrüche.

Die Ergebnisse der WHI-Studie lassen sich nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen, denn das in den USA weit verbreitete Kombinationspräparat ist mit hierzulande erhältlichen Präparaten nicht vergleichbar. In Deutschland sind andere Varianten und Verordnungen üblich.

Fast fünf Millionen Frauen in Deutschland nehmen derzeit Hormone gegen die Beschwerden der Wechseljahre - einige sicherlich auch zum Schutz vor Osteoporose. Was die Knochenbruchrate angeht, hat die WHI-Studie belegt, dass ein gewisser Schutz vor Osteoporose durchaus gegeben ist. Da allerdings das Risiko für andere Erkrankungen steigt, eignen sich Hormone nur bedingt zur alleinigen Prävention einer Osteoporose.

Frei von Risiken und Nebenwirkungen ist in jedem Fall eine "knochenfreundliche" Ernährung. Der Mineralstoff Kalzium ist dabei an erster Stelle zu nennen, er hilft dem Knochen sich zu regenerieren und gibt ihm Stabilität. Kalzium befindet sich vor allen Dingen in Milch und Milchprodukten. Eine ausgewogene Zufuhr an Vitamin D ist ebenfalls sehr wichtig, da es die Kalziumaufnahme im Körper verbessert. Bei ausreichendem Aufenthalt in der Sonne bildet der Körper in der Haut Vitamin D. Auch eine regelmäßige sportliche Betätigung unterstützt beim Knochenstoffwechsel und kann dem Knochenschwund vorbeugen.

Doch auch wenn die Diagnose Osteoporose feststeht, ist man der Krankheit nicht hilflos ausgeliefert. Knochenschwund lässt sich medikamentös behandeln. Zur Verfügung stehen zum Beispiel die so genannten Bisphosphonate. Sie bewirken einen Schutz der mineralischen Oberfläche des Knochens, indem sie sie sozusagen "imprägnieren". Gleichzeitig bremsen sie den gesteigerten Knochenabbau und schützen vor Knochenbrüchen.

  • Haben Sie Fragen zur Osteoporose? Möchten Sie weitergehende Auskünfte zu diesem Thema? Sie können sich gerne an das Beratungstelefon "Osteoporose" des Deutschen Grünen Kreuzes wenden. Das Telefon ist jeden Freitag in der Zeit von 16 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 0 64 21 / 29 31 94 geschaltet.
  • Eine kostenlose Broschüre zum Thema "Osteoporose" können Sie gegen Einsendung eines adressierten und mit 1,53 EUR frankierten DIN-A5-Rückumschlags anfordern bei: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort Osteoporose, Postfach 12 07, 35002 Marburg.


Meningokokken: Wettlauf gegen die Zeit (2.342 Zeichen)

(dgk) Der Ausgang ist offen. Oft gewinnen Ärzte den Kampf ums Überleben. Viel zu häufig kommt jede Hilfe zu spät. Bis zu zehn Prozent der Patienten sterben an den Folgen einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung durch Meningokokken, wie unlängst ein Dreijähriger in München. Jeder Fünfte trägt bleibende Schäden davon. Kinder unter vier Jahren sind die häufigsten Opfer der aggressiven Bakterien, dann Jugendliche. Die nächste Meningokokken-Saison steht vor der Tür: Von Herbst bis Frühjahr treten die meisten Fälle auf.

Die Chance auf folgenloses Ausheilen ist um so größer, je früher eine Therapie beginnt. "Deshalb ist es wichtig, dass die Bevölkerung gut informiert ist. Wer bei typischen Symptomen wie starken Kopfschmerzen, steifem Nacken, hohem Fieber oder Hautflecken sofort einen Arzt aufsucht, erhöht die Heilungschancen", erklärt Professor Sieghart Dittmann. Er ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK) und zudem stellvertretender Vorsitzender der Ständigen Impfkommission in Berlin. Anliegen der AGMK ist, die Öffentlichkeit wachsam zu machen. Wichtig ist das Wissen um Impfungen oder Prophylaxe mit Antibiotika, wenn im Umfeld jemand an Meningokokken erkrankt. Menschen mit bestimmten Reisezielen oder Grundkrankheiten wie Immundefekten sollten unabhängig davon ohnehin einen Impfschutz haben. Auf der Webseite der AGMK ( www.agmk.de ) finden sich ausführliche Informationen: Verbreitungskarten für Deutschland, Europa und Afrika, wer sich impfen lassen sollte und eine Rubrik "Aktuelles".

Einige Reiseziele erfordern rechtzeitiges Impfen. So sind in manchen europäischen Nachbarstaaten C-Meningokokken der "führende" Typ. Impfprogramme wurden deshalb beispielsweise in Spanien, England und den Niederlanden gestartet. Nachdem die Meningitis-Gefahr im französischen Department Puy-de-Dôme durch eine gezielte Impfkampagne von November 2001 bis Januar 2002 in den Griff zu bekommen war, häufen sich nun in drei weiteren Teilen im Südosten Frankreichs die Meningokokken-C-Fälle. In den Departments Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées und Landes liegen die Zahlen um ein Vielfaches höher als im übrigen Land. Grund genug, eine Impfaktion für alle Personen von zwei Monaten bis 20 Jahre zu starten. Auch 21- bis 24-Jährige, die mit dieser Altersgruppe zu tun haben, sind gehalten, sich impfen zu lassen. Kindern und jungen Leuten bis 24, die in diese Gebiete fahren und dort Kontakt zu den genannten Altersgruppen haben, wird die Impfung spätestens zehn Tage vor Einreise ebenfalls dringend empfohlen. Diese Impfung kann in Deutschland mit den zugelassenen MenC-Konjugatimpfstoffen durchgeführt werden, die sicheren und lang anhaltenden Schutz bieten.


Weihnachten schlägt Männern auf den Kopf (1.859 Zeichen)

(dgk) Keine Neuigkeit: Jedes Jahr am 24. Dezember ist Weihnachten. Trotzdem arten die Vorbereitungen zum besinnlichen Fest bei vielen Menschen in Stress aus. Bereits 1998 belegte eine britische Studie, dass besonders Männer vom Einkaufsstress betroffen sind: Fast alle männlichen Probanden der Studie zeigten erhöhte Stresskennzeichen wie Herzklopfen und erhöhten Blutdruck. Dagegen reagierte nur jede vierte Frau mit diesen Symptomen.

Stressfaktoren führen zu Verspannungen und damit häufig zu Kopfschmerzen. Daran erkennen Sie den Weihnachts-Spannungskopfschmerz:

  • Er ist drückend bis ziehend und von leichter bis mäßiger Intensität.
  • Der Schmerz beginnt häufig im Nacken oder in der Stirn. Er kann sich aber auch über den Hinterkopf bis zur Stirn ziehen.
  • Er steigert sich nicht bei körperlicher Aktivität.
  • Übelkeit, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit können gelegentlich vorkommen, sind aber schwächer ausgeprägt als bei Migräneanfällen.


Lassen Stress und die damit verbundenen Kopfschmerzen sich nicht vermeiden, warten Sie nicht zu lange mit der Einnahme eines geeigneten Kopfschmerzmittels aus der Apotheke. Mittel der Wahl sind nach den Empfehlungen der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) Kombinationspräparate. Diese Tabletten enthalten die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. ASS und Paracetamol ergänzen sich in ihrer Wirkung, durch die Kombination mit Koffein tritt diese darüber hinaus schneller ein. Außerdem verstärkt Koffein den schmerzlindernden Effekt von Paracetamol und ASS. Aus diesen Gründen sind die Einzelsubstanzen niedriger dosiert als in den so genannten Monopräparaten. Die Gefahr von Nebenwirkungen ist dadurch geringer. Nach den Empfehlungen der Kopfschmerzexperten sollten zwei Tabletten auf einmal genommen werden, um eine Unterdosierung zu vermeiden.

Das einfachste Mittel, um dem Kopfschmerz zu entgehen, ist allerdings der Verzicht auf nervige Weihnachtseinkäufe in letzter Minute. Verschenken Sie Gutscheine, Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit - alles Dinge, über die Ihre Lieben sich sowieso mehr freuen, und die Sie nicht in letzter Minute in überfüllte Geschäfte treiben.


Nie wieder trübe Aussichten?
Der Graue Star: Durchbruch in der Behandlung einer Volkskrankheit (2.161 Zeichen)


(dgk) Sie ist rund, durchsichtig und hat einen Durchmesser von nur 12 Millimeter: Die neue High-Tech-Linse für Patienten des Grauen Stars. Vorgestellt wurde sie bei der Pressekonferenz anlässlich der 100. Jubiläumstagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in Berlin.

Der Graue Star - ein schleichender Sehverlust, der sich nicht mehr mit Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen lässt und den Blick vernebelt. Der Grund ist eine fortschreitende, meist altersbedingte Eintrübung der Augenlinse, die schließlich sogar als grauer Schleier von außen sichtbar wird. Therapie der Wahl ist die Staroperation, der weltweit am häufigsten durchgeführte operative Eingriff. Während des etwa 15- minütigen Routineeingriffs entfernt der Operateur die getrübte Linse und ersetzt sie durch eine Kunstlinse. Die Operationstechnik und die Beschaffenheit der künstlichen Linsen wurden in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert.

Bislang hatten diese Kunstlinsen jedoch einen entscheidenden Nachteil: Im Vergleich zur natürlichen Linse konnte sie sich nicht auf Nah- oder Fernsicht einstellen. Patienten mit einer Kunstlinse können zwar nach der Operation wieder klarer sehen, viele benötigen aber dennoch eine zusätzliche Brille. Auch konnten diese Linsen nicht vermeiden, dass das Kontrastsehen der Patienten eingeschränkt ist. Man spricht von einer sphärischen Aberration, einer Brechungsstörung, so Prof. Dr. Ulrich Mester von der Augenklinik der Bundesknappschaft in Sulzbach. Bei Dämmerung oder in der Nacht ist dann das Sehen trotz erfolgreicher Operation noch immer erheblich eingeschränkt, Umrisse bleiben schleierhaft, Autoscheinwerfer blenden.

Eine neue Kunstlinse bringt deutliche Fortschritte. Sie wird mit vier Bügeln so im Auge fixiert, dass die Augenmuskeln das Implantat wie eine natürliche Linse nach Bedarf verformen können. Im Gegensatz zu anderen Linsen hat die neue künstliche, faltbare Linse eine modifizierte vordere Oberfläche, die eine Bündelung des einfallenden Lichts auf der Netzhaut ermöglicht - wie es bei einer natürlichen jungen Linse funktioniert. Auf diese Art werden die Kontrastempfindlichkeit der Betroffenen erhöht und das funktionelle Sehvermögen verbessert.

Bewährt sich die so genannte asphärische Intraokularlinse (IOL), diese "junge Linse für alte Augen", fragte Prof. Mester in einer Studie. Das Ergebnis: Eine 30-prozentige Verbesserung des Kontrastsehens bei Dämmerlicht. Die neue High-Tech-Linse könnte bald zum Standard in der Therapie des Grauen Stars werden.


Wenn der 'Herbst-Blues' krank macht
Lichttherapie kann helfen (1.826 Zeichen)


(dgk) Nasskaltes, trübes Wetter, frühe Dämmerung - viele Menschen reagieren mit gedrückter Stimmung auf das herbstliche, ungemütliche Wetter. Ein Grund für den so genannten "Herbst-Blues" ist der Lichtmangel: Während die Sonne im Juni durchschnittlich knapp sieben Stunden am Tag scheint, sind es im Monat November nur noch etwa zwei Sonnenscheinstunden pro Tag. Fehlt das Sonnenlicht, schüttet der Körper mehr Melatonin aus. Dieses Hormon produziert der Körper normalerweise nachts, wenn es dunkel ist, in verstärktem Maß. Wird es tagsüber nicht richtig hell, bleibt der Melatonin-Spiegel erhöht. Dies drückt auf die Stimmung. Die Folge: Betroffene zeigen vermehrt Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, aber auch Heißhunger auf Süßes und entsprechend Gewichtszunahme.

Eine vorübergehend gedrückte Stimmung in der dunklen Jahrezeit ist kein Grund zur Besorgnis. Eine gute Gegenmaßnahme ist vor allem viel Bewegung an der frischen Luft. Wenn allerdings depressive Beschwerden wie Schlafstörungen, tiefgehende Freud- oder Hoffnungslosigkeit mehr als zwei Wochen anhalten und den Alltag stark beeinträchtigen, sollten die Betroffenen zum Arzt gehen. Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der Krankheit Depression, die im Herbst tendenziell etwas häufiger als in den anderen Jahreszeiten auftritt.

Einige Betroffene erkranken an einer speziellen Variante der Depression, der saisonal abhängigen Depression (SAD), die in den Herbstmonaten beginnt und im Frühjahr endet. Eine Studie der Universität Wien zeigte, dass es diesen Patienten gerade in den Monaten November und Dezember besonders schlecht geht. Auch wenn die SAD in nördlichen Breiten häufiger auftritt, beeinflussen nicht nur die Lichtdauer, sondern auch das Klima sowie genetische und sozio-kulturelle Faktoren die Verbreitung der Erkrankung. Eine Lichttherapie bringt bei vielen Patienten mit SAD eine Verbesserung. Auch Antidepressiva, spezielle Medikamente, die auch bei anderen Depressionsformen verschrieben werden, sind gerade für schwerere Formen der SAD geeignet. Sie machen im Gegensatz zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln nicht abhängig.


Erster globaler Bericht über Gewalttätigkeit und Gesundheit
WHO: 'Gewalt ist vorhersehbar und vermeidbar' (2.096 Zeichen)


(dgk) Erschreckende Zahlen: Jährlich werden 1,6 Millionen Menschen Opfer von Gewalt, so eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Danach ist Gewalt die Todesursache Nummer eins in der Altersgruppe zwischen 15 und 44 Jahren.

Einer weltweiten Analyse von Daten zufolge leiden Jungen häufiger unter Schlägen oder ähnlichen Misshandlungen als Mädchen, bei denen allerdings die Rate des sexuellen Missbrauchs deutlich höher liegt. Kinder unter vier Jahren sind besonders von schweren Verletzungen oder gar Tod bedroht. Bei den Tätern handelt es sich überwiegend um Männer. Etwa ein Fünftel aller Frauen und fünf bis zehn Prozent der Männer wurden als Kinder sexuell missbraucht, zeigen verschiedene Untersuchungen. Dies ist nur ein Ausschnitt aus der Studie der WHO zu Gewalt und Gesundheit, die Anfang Oktober in Brüssel und Genf vorgestellt wurde.

Forscher werteten hierfür Veröffentlichungen und Berichte zu Kindesmisshandlungen aus. Als besondere Schwierigkeit erwies es sich dabei, dass Kindesmisshandlung je nach Staat unterschiedlich definiert wird: Während in den USA beispielweise eine Ohrfeige als Kindesmisshandlung gilt, sehen dies viele Länder anders. In etlichen Ländern lagen zudem gar keine Daten zum Thema vor.
Aufgrund von Gewalt sterben jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen. Sie gehört damit zu den führenden Todesursachen unter den 15- bis 44-Jährigen: 14 Prozent der Todesfälle unter Männern beziehungsweise 7 Prozent unter Frauen gehen darauf zurück. Nahezu jede Minute wird ein Mensch durch andere getötet, über die Hälfte von ihnen in bewaffneten Konflikten, nahezu alle 40 Sekunden geschieht ein Selbstmord.
Der Weltbericht über Gewalttätigkeit und Gesundheit ist der erste komplette Report seiner Art über Gewalt als globales Problem des öffentlichen Gesundheitswesens. Nach den Worten von WHO-Generalsekretärin Gro Harlem Brundtland soll die Studie Tabus brechen und an der vielfachen Haltung rütteln, dass Gewalt einfach eine private Familienangelegenheit, eine individuelle Wahl oder eine nicht vermeidbare Facette im Leben sei. Gewalt sei vielfach voraussagbar und vermeidbar.

Die WHO definiert Gewalt als eine angedrohte oder ausgeführte absichtliche Anwendung physischer Kraft und Stärke gegen sich selbst, eine andere Person oder eine Gruppe oder Gemeinschaft, die entweder mit großer Wahrscheinlichkeit oder tatsächlich zu Verletzung, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Verlust führt.


MELDUNGEN:
Marathon für Unfallopfer - Run and Bike Tour 2002 mit Jeannine Rathjen startet am 11. November 2002 in Damp (1.885 Zeichen)


(dgk) Unfallopfer, die in Krankenhäusern liegen oder in Reha-Kliniken langsam wieder auf die Beine kommen, sollten auch diejenigen sehen, die einen großen Teil des Weges, auf dem auch sie sich befinden, schon gegangen sind. Denn das trägt zur Genesung bei und macht Hoffnung.
Diesen Zweck erfüllt die "Run and Bike - Tour 2002", die die bekannte Handicap- Sportlerin Jeannine Rathjen vom 11. November bis 7. Dezember an insgesamt 37 Reha-Kliniken Deutschlands vorbeiführen wird. Laufend oder Fahrrad fahrend wird sie insgesamt etwa 3.200 Kilometer von Damp an der Ostsee über Berlin, Braunschweig, das Ruhrgebiet, Bonn, Wiesbaden bis in die Nähe von Dresden zurücklegen. An den einzelnen "Etappenorten" wird sie in Vorträgen und Gesprächen über ihr eigenes Schicksal sprechen und Betroffenen, vor allem Unfallopfern, Mut machen. Weitere Aktionen vor Ort sind geplant.

Die 37-Jährige selbst ist unterschenkelgelähmt und hat sich nach einem schwerem Unfall den Weg über Rollstuhl, Krücken und Stock bis über die Ziellinie zahlreicher Marathonläufe hart erarbeitet. Durch starken Willen, Sport und somit aktiver Einflussnahme konnte sie das Leben mit Behinderung verbessern. "Der Sport kann helfen, ein aus dem Gleichgewicht gebrachtes Leben wieder in eine vernünftige Bahn zu lenken", so Jeannine Rathjen.

Jeder von uns kann sehr schnell und unvermittelt zum Opfer eines Unfalls werden. Ob im Straßenverkehr, auf der Skipiste, am Arbeitsplatz oder auch zuhause - eine "unfallfreie Zone" gibt es nicht. In Deutschland verletzen sich jedes Jahr mehr als sieben Millionen Menschen durch Unfälle. Allein im Straßenverkehr kommen jährlich rund eine Million Verkehrsteilnehmer zu Schaden. Diese Zahlen sind erschreckend. Hinter diesen statistischen Angaben stecken persönliche Schicksale, die die Betroffenen oft nur mit Hilfe anderer bewältigen können.

Mehr Informationen zum Thema, zur Person Jeannine Rathjen, den genauen Streckenplan, Adressen der beteiligten Reha-Kliniken sowie weiterführende Adressen und wertvolle Links finden Sie im Internet unter www.dgk.de. Das Deutsche Grüne Kreuz e.V. hat zudem ein Faltblatt mit "Tipps für Unfallopfer" erstellt, das Sie unter der nachfolgenden Adresse bestellen können.

Ansprechpartnerin:

Deutsches Grünes Kreuz
Stichwort "Run and Bike Tour 2002"
Michaela Berg
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon 0 64 21 / 293 - 140
Fax: 0 64 21 / 293 - 740
e-mail: michaela.berg(à)kilian.de


Was geht das denn die Kinder an?
Schulwettbewerb in Hessen zum Thema Wesensveränderungen bei alten Menschen (2.273 Zeichen)


(dgk) Krankheiten, die nur alte Menschen betreffen, sind - so könnte man meinen - für Kinder nicht von Interesse. Leiden aber die eigenen Großeltern an Alterskrankheiten wie Osteoporose, Diabetes oder Herzbeschwerden, sieht es schon ganz anders aus. Eine immer mehr zunehmende, den Alltag einer Familie besonders belastende Krankheit ist jedoch die Altersdemenz. Typisch sind Verwirrtheit, das Nicht-Erkennen vertrauter Personen, aber auch unbegründete Feindseligkeit, Misstrauen, Aggressivität sowie Schlaflosigkeit und Müdigkeit am Tage. Diese Symptome sind bereits für Erwachsene belastend und schmerzvoll; noch gravierender leiden Kinder darunter, deren "intellektuelle Kompetenz" meist noch nicht reicht, ein solch emotionales und beängstigendes Phänomen einzuordnen.

Während kleinere Kinder oft ein sehr liebevolles Verhältnis zu dem demenzkranken Großelternteil entwickeln und gern mit ihnen spazieren gehen, singen oder einfache Spiele spielen, reagieren ältere Kinder ganz anders: Die "Sache" ist ihnen vor allem Gleichaltrigen gegenüber oft peinlich, manche Kinder entwickeln sogar Schuldgefühle. Erst wenn man ihnen ausführlich die Krankheit erläutert und erklärt, weshalb es zu verändertem Verhalten kommt und wie man damit umgehen kann, wächst auch bei den Älteren ein neues Bewusstsein und Verständnis für das erkrankte Familienmitglied.
Wenn eine Familie sich entschließt, den demenzkranken Großvater oder die demenzkranke Oma zu pflegen, hat das für den gesamten Haushalt Konsequenzen. Das sollte auch mit den Kindern ausführlich besprochen werden, denn Änderungen (vielleicht muss ein Kinderzimmer "geopfert" werden, laute Musik ist nicht mehr erlaubt etc.) betreffen auch die kindliche Lebenswelt.

Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) hat im Bundesland Hessen ein Pilotprojekt zu diesem Thema ins Leben gerufen. Unter dem Titel: "Lieber Opa bös verwirrt - wie Wesensveränderungen den Alltag in der Familie erschweren" sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 6 aufgefordert, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Ein Wettbewerb, zu dem sich bereits etwa 50 Schulklassen angemeldet haben, soll die Kinder zu einer Teilnahme motivieren. Die Aufgabe lautet: "Informiert eure Klassenkameraden, Eltern oder Freunde über die Probleme demenzkranker Menschen". Unter den Beiträgen werden die drei besten ausgewählt und mit Klassenfahrten belohnt. Als Vorbereitung und Einstieg in das Thema hat das DGK Unterrichtsmaterialien erstellt, die alle Interessierten unter dem Stichwort "Schulwettbewerb" kostenlos beim DGK beziehen können.
Bis spätestens Ende Januar müssen die Wettbewerbsbeiträge eingereicht worden sein.
Ausführliche Informationen sind im Internet oder www.altern-in-wuerde.de und www.dgk.de oder beim DGK (Tel.-Nr.: 0 64 21 / 293-136) erhältlich.


Neue Broschüre: Verstopfung - Was tun? (822 Zeichen)

(dgk) Nach Schätzungen von Experten haben etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang. Betroffen sind vor allem Frauen und ältere Menschen. Doch gesprochen wird über dieses Tabuthema kaum, denn es ist vielen peinlich. Dabei gehören Verdauung und Ausscheidung ebenso wie Essen und Trinken zu den grundlegenden Bedürfnissen des Lebens.

Das Deutsche Grüne Kreuz hat zur Information der Bevölkerung eine neue Broschüre zum Thema Verstopfung herausgegeben. Denn nicht allen Menschen ist bekannt, dass man gar nicht täglich Stuhlgang haben muss. Zum besseren Verständnis des Problems beschreibt die Broschüre, wie der Darm funktioniert, was Verstopfung eigentlich ist und wie Sie Ihre Verdauung wieder auf Trab bringen. Dazu gibt es leckere Rezepte und Tipps für hilfreiche Bewegungsübungen. Die Broschüre erläutert außerdem die Wirkungsweise von Abführmitteln, erklärt ihren sinnvollen Einsatz und was bei der Anwendung zu beachten ist.

Verstopfung - Was tun?

Die Broschüre "Verstopfung - Was tun?" kann mit einem adressierten und mit 1,53 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Verstopfung, Postfach 1207, 35002 Marburg.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG:
Ehepaare teilen sich auch die Krankheiten
Gleiche Umgebung führt zu gleichem Gesundheitsbild (1.745 Zeichen)


(dgk) Verheiratete Paare teilen nicht nur den Haushalt miteinander, sondern auch die Krankheiten. Das gilt nicht nur für Infektionskrankheiten, sondern auch für Bluthochdruck, Asthma und Depressionen. Bei 8.000 untersuchten Paaren im Alter von 30 bis 74 Jahren haben Forscher der University of Nottingham täuschend ähnliche Krankheitsbilder festgestellt.

Ausgangspunkt für die breitangelegte Studie waren Ergebnisse aus einer Klinik, die Bluthochdruck-Patienten behandelt. Dort gab es immer häufiger Ehepaare, die an den gleichen Symptomen litten. Die Forscher haben daraufhin auch bei anderen Krankheiten nach Zusammenhängen gesucht. Bei Asthmatikern kamen die Forscher zu ähnlichen Ergebnissen, ebenso bei Patienten, die unter Depressionen, Magengeschwüren und erhöhten Cholesterinwerten litten.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die gleiche Umwelt mit den gleichen schädigenden Faktoren und den gleichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu den ähnlichen Krankheitsbildern führe. "Die Ergebnisse der Untersuchungen legen auch nahe, dass neben den genetischen Gegebenheiten Umweltfaktoren eine große Rolle bei der Entstehung verschiedener Erkrankungen spielen", so die Forschungsleiterin Julia Hippisley-Cox.
"Die Studienergebnisse werden auch einen Einfluss auf die zukünftige Gesundheitspolitik haben", so Hippisley-Cox. "Wenn jemand an hohem Blutdruck oder erhöhten Cholesterinwerten leidet, wird in Zukunft auch gleich der Ehepartner untersucht", erklärt die Forscherin. Die Forschungsergebnisse werden auch von Belinda Linden, Direktorin der British Heart Foundation, positiv kommentiert. "Die Ergebnisse stellen einen engen Bezug zwischen den Krankheitsbildern und den tatsächlichen Lebensumständen her. Bei der Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen ist das besonders wichtig, denn nur eine Änderung der Lebensumstände wie Ernährungsumstellung, gemeinsames Nichtrauchen und gemeinsame Spaziergänge können zu einem befriedigeren Ergebnis führen", erklärt die Medizinerin.


DER AKTUELLE GESUNDHEITSTIPP:
Alle Jahre wieder: Grippeschutzimpfung (1.666 Zeichen)


(dgk) Sie waren noch nicht? Dann wird es höchste Zeit! Viele Menschen unterschätzen die Gefährlichkeit der Virusgrippe (Influenza). Alle Personen über 60 Jahre sowie chronisch kranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollten sich impfen lassen, da bei ihnen gefährliche Komplikationen etwa um das Zehnfache häufiger sind als bei gesunden Erwachsenen. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) verweist auf eine geringe Impfrate bei dem medizinischen Personal in Gesundheitseinrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen. Da diese Personen häufig Kontakt zu Infizierten haben und sie den Erreger insbesondere auf die gefährdeten Menschen übertragen können, ist eine Impfung wichtig. Aber auch Berufsgruppen mit vielen Personenkontakten, wie Lehrkräfte, Erzieher und Busfahrer, haben einerseits häufig Kontakt mit Infizierten und können andererseits zur Verbreitung der Viren beitragen.

Gegen die echte Grippe sind zwar Medikamente verfügbar, die speziell gegen Influenza-Viren wirken, diese aber können nur im Frühstadium der Krankheit eingesetzt werden. Wenn es einen erwischt hat, ist es meistens schon zu spät. Die Impfung bietet daher den besten Schutz vor der Erkrankung.

Gefährlich ist die Influenza, weil sie im Gegensatz zu normalen anderen "Erkältungsviren", besonders häufig ernste Komplikationen hervorrufen kann. Dazu gehören beispielsweise Lungenentzündungen oder Herzmuskelentzündungen. Influenzaviren zerstören die Schleimhäute der Atemwege und schwächen vorübergehend die körpereigene Abwehr. Dadurch können sich Bakterien, beispielsweise Pneumokokken, im Körper vermehren. Diese Bakterien verursachen unter anderem Lungen- und Hirnhautentzündungen. Aus diesem Grund sollten sich gefährdete Personen gleichzeitig mit der Grippe- Impfung gegen Pneumokokken impfen lassen. Der beste Zeitpunkt für die Impfung ist im Herbst von September bis November, also rechtzeitig vor dem Ausbruch möglicher Grippewellen.

Weitere Informationen zum Thema und über die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) finden Sie auch auf der Webseite des Robert Koch-Institutes (RKI) unter www.rki.de/INFEKT/AGI/AGI.HTM .


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-FORSCHUNGSINSTITUT (DDFI)
Nikotinamid ohne schützenden Einfluss
Studie: Vitamin-B-Derivat beeinflusst Entwicklung von Diabetes Typ 1 nicht (1.394 Zeichen)


(dgk/DDFI) Der Typ 1 Diabetes entsteht durch eine chronische Entzündung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Durch den Nachweis von so genannten Autoantikörpern (z. B. ICA, GADA) im Blut kann die Erkrankung bereits Jahre vor der Manifestation diagnostiziert werden.

Mit der ENDIT-Studie sollte geprüft werden, ob durch eine Behandlung mit Nikotinamid, einem B-Vitamin, der Ausbruch des Typ 1 Diabetes verhindert oder zumindest verzögert werden kann. Diese Studie wurde Anfang September 2002 bei der Jahrestagung der Europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD) in Budapest vorgestellt.

Insgesamt wurden 549 Personen mit einem sehr hohen Diabetesrisiko, das heißt mit nachweisbaren Autoantikörpern, entweder mit Nikotinamid oder einem Placebopräparat behandelt. In der Placebogruppe entwickelten 30 Prozent der Probanden innerhalb von fünf Jahren einen Typ 1 Diabetes. Leider unterschied sich die mit Nikotinamid behandelte Gruppe im Diabetesverlauf nicht von diesen Kontrollen, so dass kein schützender Einfluss auf die Diabetesentwicklung nachgewiesen werden konnte.

Nachdem bereits in der kürzlich publizierten amerikanischen DPT-1 Studie durch eine frühzeitige Insulintherapie keine Änderung der Diabetesentwicklung nachgewiesen werden konnte, ist das Ziel einer Frühbehandlung des Typ 1 Diabetes in die Ferne gerückt. Nach Aussagen von Dr. Martin, Oberarzt an der Deutschen Diabetes-Klinik am Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf, sollte keine generelle Früherkennung des Typ 1 Diabetes in Deutschland anhand von Autoantikörpern durchgeführt werden, wenn es keine Therapie gibt.

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:


Oberarzt Dr. med. Stephan Martin
Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut an der

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 - 1 Fax: 02 11 / 33 82-603


Blutzuckermessung an Arm und Bauch riskant
Der Unterarm geht eine halbe Stunde nach (2.477 Zeichen)

(dgk/DDFI) Die Blutzuckermessung an der Fingerkuppe stellt heute den Standard dar, der aber leider schmerzhaft ist. Die Probeentnahme am Unterarm oder Bauch ist zwar für viele Patienten angenehmer, gibt aber bei raschen Blutzuckeränderungen den Blutzuckerverlauf nur mit fast halbstündiger Verzögerung wieder, fand eine Forschungsgruppe um Prof. Theodor Koschinsky aus dem Deutschen Diabetes- Forschungsinstitut (DDFI) in Düsseldorf heraus. Dabei wurden Differenzen bis über 100 mg/dl beobachtet.

Die Messwerte an den verschiedenen Orten stimmten im Nüchternzustand weitgehend überein (etwa 140 bzw. 130 mg/dl). In etwa 80 Prozent der Beobachtungszeit - nüchtern und vor einer Mahlzeit - traten nur gering gradige Blutzuckerschwankungen (<1mg/dl/min) auf. Nach Zufuhr von 75 mg Kohlenhydraten lagen bei raschem Blutzuckeranstieg die am Unterarm gemessenen Werte bis zu 83 mg/dl niedriger als die aus der Fingerkuppe. Nach der Insulinspritze bei raschem Blutzuckerabfall lagen die Unterarm-Werte um bis zu 90 mg/dl höher. Gleichstand herrschte im Durchschnitt jeweils erst nach etwa 35 Minuten.

Wie häufig solche raschen Blutzucker-Änderungen im Patientenalltag überhaupt vorkommen und entsprechend klinisch relevant die korrekte Messung ist, untersuchte nun eine Studie der Glucose Monitoring Study Group (Deutsches Diabetes- Forschungsinstitut Düsseldorf, Neuss; Aarhus/DK; Groningen/NL). Die Forscher bestimmten bei 13 Patienten mit Typ 1 Diabetes über vier Tage kontinuierlich die Glucoseprofile mit der so genannten Mikrodialysetechnik.

Die Ergebnisse belegen, dass im Alltag von Typ 1 Diabetikern fast täglich rasche Blutzuckeränderungen auftreten und Blutzuckermessungen an alternativen Körperstellen zu klinisch relevanten Fehldiagnosen führen können. Bei 12 von 13 Typ 1 Diabetikern traten in 3 Prozent der Beobachtungszeit rasche Blutzucker-Änderungen im Bereich von 2 bis 5 mg/dl/min auf.

Um riskante Fehleinschätzungen zum Beispiel nach Mahlzeiten oder beim Sport zu vermeiden, lautet der Rat von Prof. Koschinsky aus der Deutschen Diabetes-Klinik am DDFI für alle Diabetiker, sich bei stark schwankenden Blutzuckerwerten nur auf die Messung mit Blut aus der Fingerkuppe zu verlassen.

Grundsätzlich hält Prof. Koschinsky die neue Möglichkeit der Blutzuckermessung an anderen Stellen als der Fingerkuppe für eine bereichernde Alternative. Diabetiker könnten so - bei Einsatz der alternativen Messungen zum richtigen Zeitpunkt - schmerzärmer messen und die Fingerkuppen schonen.

Bestätigt werden diese Ergebnisse durch eine amerikanische Studie, die bei ihren Untersuchungen auch den Oberschenkel mit einbezog. Die Ärzte halten die weniger schmerzhafte Messung mit Blut aus Unterarm oder Oberschenkel zwar grundsätzlich für eine Alternative zur Fingerkuppe - aber nicht für die Situationen, in denen es drauf ankommt: wenn sich nämlich der Blutzucker rasch ändert.

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:


Prof. Dr. med. Theodor Koschinsky

Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut an der

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 - 1 Fax: 02 11 / 33 82-603


V.i.S.d.P.

Herausgeber:

DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Michaela Berg (verantw.)
Dipl. Biol. Heike Thiesemann-Reith
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. oec. troph. Karin Uphoff
Dr. med. Sigrid Ley

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion dgk
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93-140
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10

 

Fusszeile / Impressum