DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 42, Ausgabe 9 - 2001 Themen: Verhaltensstörungen, Demenz, Sehschwäche, Laserverfahren, Lasik, Augen, Sehen, Diabetes, Schmerzmittel, Schmerz, Nierenschaden, Schmerztherapie, Fatigue, Krebs
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Verhaltensstörungen, Demenz, Sehschwäche, Laserverfahren, Lasik, Augen, Sehen, Diabetes, Schmerzmittel, Schmerz, Nierenschaden, Schmerztherapie, Fatigue, Krebspatienten, Arthrose, Brustkrebs, Impfberatung, Wechseljahre, Osteoporose, Kontaktlinsen, Grippeschutzimpfung, Grippe
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 42, 9 - 2001

Verhaltensstörungen im Rahmen einer Demenz - ein verkanntes Krankheitsbild (2955 Zeichen)
 

(dgk) In Deutschland leben bereits heute zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Demenzkranke, die meisten davon mit einer Alzheimer Demenz. Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen ist über 60 Jahre alt. Da die Zahl der Alten und sehr Alten in unserer Gesellschaft wächst, rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg auf mehrmals 1,7 Millionen Demenz-Patienten bis zum Jahr 2010. Und fast alle entwickeln Verhaltensstörungen, die eine familiäre Pflege oft unmöglich machen.


Die Auswirkungen einer Demenz sind schon tragisch genug: Die Patienten verlieren die Orientierung, sie vergessen Namen und Personen, sie büßen ihre Sprache und ihr Gedächtnis ein. Eine bisher unterschätzte Begleiterkrankung dieser Symptome sind jedoch Verhaltensstörungen der Patienten, die bei etwa 90 Prozent der Betroffenen auftreten. Diese äußern sich in Unruhe, Hinterherlaufen, Weinerlichkeit, oft auch in Aggressivität, Feindseligkeit und Misstrauen den eigenen pflegenden Angehörigen gegenüber. Diese Verhaltensstörungen sind häufiger die Ursache einer Klinikeinweisung oder Heimunterbringung als die Demenz selber. Denn durch die Verhaltensstörungen sehen sich die Angehörigen außerstande, die Patienten mit diesen Ausprägungen weiterhin zu Hause zu betreuen.

Im Rahmen eines Konsensus-Treffens aller medizinischen Fachgesellschaften für Altersheilkunde wurde von diesen für die Therapie der Verhaltensstörungen der Wirkstoff Risperidon empfohlen. Dieser sorgt dafür, dass alle Verhaltensstörungen rasch und anhaltend gebessert werden. Der Schlaf-Wach-Rhythmus normalisiert sich, die Unruhezustände lassen nach, die Aggressivität und Feindseligkeit verschwindet. Die Alltagsaktivität der Betroffenen bleibt erhalten, da der Wirkstoff nicht müde macht und die Patienten nicht den Tag schläfrig und matt verbringen, wie es unter den herkömmlichen Medikamenten bisher der Fall war. So kann der Patient im familiären Umfeld weiter gepflegt werden.

Ein wichtiges Ziel der Behandlung ist, den Patienten möglichst mobil und aktiv zu halten. Unterstützend geeignet hierfür ist auch eine Beschäftigungstherapie oder die Förderung der kreativen Eigenschaften des Kranken, zum Beispiel durch Musik, Malen oder Bewegung (Tanz). Hilfreich kann eine Milieutherapie sein. Ihre Aufgabe ist es ebenfalls, Alltags- und Freizeitaktivitäten des Patienten zu fördern, ihn in das normale Familienleben so weit wie möglich einzubinden und eine einfühlsame und würdevolle Beziehung zwischen den pflegenden Personen und dem Kranken aufzubauen. Erleichtert werden kann dies durch eine überschaubare, stress- aber nicht reizfreie Umgebung. Der Tagesablauf des Patienten sollte nach einem festen Zeitplan gegliedert sein.

Diese psychosozialen und verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätze können in Verbindung mit einer fortschrittlichen medikamentösen Therapie das Zusammenleben von Demenz-Kranken mit Verhaltensstörungen und ihren Familie für viele weitere Monate oder sogar Jahre verschönern.


Alles scharf in wenigen Minuten (6536 Zeichen)
 

(dgk) Ein Leben ohne Brille oder Kontaktlinsen: Lasersysteme und neue OP-Verfahren schärfen den Blick schmerzlos, schnell und genau. Wie funktionieren die neuen Laserverfahren, wem helfen sie und was kosten sie?


Ein Beispiel: Die 35-jährige Andrea P. trug seit ihrem fünften Lebensjahr eine Brille. Aus den anfänglichen 0,8 Dioptrien waren mittlerweile stattliche 3 Dioptrien geworden. Da sie ihrer Ansicht nach "kein Brillengesicht" hat und sich mit jedem noch so modernen Gestell hässlich fühlte, war sie vor zwei Jahren auf Kontaktlinsen umgestiegen. Doch die kleinen Linsen bereiteten ihr Probleme: Tränende Augen, ein Fremdkörpergefühl und ständige Entzündungen an der Bindehaut belasteten sie privat und beruflich. Heute sieht Andrea P. Konturen, Profile. Und selbst das Schild auf der Autobahn, das noch über 300 Meter entfernt ist, kann sie lesen - ohne Brille, ohne Linsen. Was ist geschehen? Die Antwort heißt: Laseroperation.

Prinzipiell sind fast alle Fehlsichtigkeiten mit herkömmlichen "Sehhilfen" wie Brille und Kontaktlinsen zu korrigieren. Aber: Brillen- und Linsenträger sind bei starker Fehlsichtigkeit praktisch blind, wenn sie ihre Sehhilfen absetzen. Bei sehr hohen Dioptrienzahlen kann es durch Dicke, Gewicht und die hohe Brechkraft der Brillengläser zu Problemen kommen, wie zum Beispiel Bildgrößenveränderungen und Verzerrungen. Bei Linsen können Unverträglichkeiten auftreten. In Deutschland entschlossen sich daher 1999 schätzungsweise 20.000 Fehlsichtige zu einem Lasereingriff, um ihre Brille oder die Kontaktlinsen loszuwerden. In den USA sind es noch mehr: In den vergangenen Jahren verdoppelten sich die Patientenzahl auf mehr als eine Million.

Fast jede dritte Laseroperation in Deutschland beruht heute auf der LASIK (Laser-in- situ-Keratomileusis)-Methode. LASIK bedeutet soviel wie "Schnitzen" der Hornhaut mittels Laser. Die Methode wird seit Mitte 1993 angewandt und kontinuierlich verfeinert. Sie ist bei einer Kurzsichtigkeit bis minus zehn Dioptrien, einer Weitsichtigkeit bis plus drei Dioptrien und bei Stabsichtigkeit bis minus drei Dioptrien möglich.

Was noch vor Jahren als unausgereift und gefährlich angesehen wurde, ist heute wissenschaftlich anerkannt. Trotzdem sollte man die Vor- und Nachteile abwägen, bevor man sich zu einer solchen Operation entschließt. Denn es handelt sich um einen chirurgischen Eingriff, der eine künstliche Verletzung am Auge verursacht und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Schwere Nebenwirkungen können nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden und Langzeiterfahrungen liegen bislang noch nicht vor.

So funktioniert es: Bei der bislang üblichen Methode, der PRK (photorefraktive Keratektomie) beschießen die Ärzte die schmerzsensible Hornhautkuppe, also die Oberfläche der Hornhaut mit Laserlicht. Bei einer LASIK-Operation wird hingegen das darunter liegende Gewebe behandelt.

Zunächst wird ein dünnes Scheibchen (Lamelle) der obersten Hornhaut mittels eines computergesteuerten "Hobels" teilweise abgetrennt und wie ein Buchdeckel weg geklappt. Der Laser korrigiert die verschiedenen Unebenheiten im Inneren der Hornhaut (Hornhautstroma), die für die Fehlsichtigkeit verantwortlich sind, und modelliert die Hornhaut so neu. Das Stroma der Hornhaut wird mit dem so genannten Excimer-Laser, der mittels Verdampfung Gewebe abträgt, nach vorheriger Berechnung individuell geschliffen. In der Regel wird die Hornhaut dabei abgeflacht, das heißt die Brechkraft wird verringert. Dadurch kann eine Fehlsichtigkeit, meist eine Kurzsichtigkeit, ausgeglichen werden. Zum Schluss klappen die Operateure das "Hornhaut-Deckelchen" wieder zurück und drücken es an. Es saugt sich selbst fest und muss nicht angenäht werden.

Durch lokal betäubende Augentropfen spürt der Patient höchstens einen leichten, kurzen Druck. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten. Im Vergleich zu einer PRK bilden sich weniger Narben. Da die Hornhautoberfläche nicht zerstört wird, heilt beim LASIK-Verfahren die Hornhaut viel schneller und schmerzloser als bei der herkömmlichen Laserprozedur von außen. Außerdem hat der Patient auch nach der Operation keine Schmerzen. Üblicherweise kann der Eingriff ambulant durchgeführt werden. In der Regel werden beide Augen an zwei aufeinander folgenden Tagen, auf Wunsch auch beide Augen in einer Sitzung operiert. Wichtig ist nur, dass das behandelte Auge noch einige Tage danach nicht gerieben werden darf, sonst kann die Lamelle verrutschen.

Die ersten Sehtests ohne Brille finden direkt nach der Operation statt. Von den ehemals schwach Kurzsichtigen geben bis zu 95 Prozent an, mit dem Ergebnis der LASIK sehr zufrieden zu sein. Grundsätzlich gilt: Die Chance, keine Brille mehr tragen zu müssen, ist umso größer, je geringer die Fehlsichtigkeit ist. Wer allerdings zum Beispiel an einem Grünen Star, an Diabetes oder Rheuma leidet, darf nicht operiert werden. Das gilt auch, wenn eine Schwangerschaft vorliegt.

MERKE: Bei allen Verfahren kann es zu Narbenbildungen, Augeninfektionen, erhöhter Blendungsempfindlichkeit und Bildverzerrungen kommen. Ebenso sind Unter- und Überkorrekturen möglich, zum Beispiel wenn der Laser zu viel oder zu wenig Hornhautgewebe abgetragen hat. Fehlkorrekturen können eventuell einen zweiten Eingriff erforderlich machen. In seltensten Fällen kann es zu einer Verschlechterung der Sehschärfe kommen. Das Risiko, an einem solchen Eingriff zu erblinden, ist nahezu ausgeschlossen. Trotz aller Fortschritte ist eine hundertprozentige Präzision noch nicht möglich - die Physiker erforschen derzeit, wie man beim Lasern das Auge noch exakter vermessen und dadurch noch genauer operieren kann. Die neueste Methode ist die Aberrometrie, ein Verfahren zur exakten Analyse der Eigenschaften des Auges, die eine maßgeschneiderte Korrektur möglich machen soll.

Laseroperationen werden von den Kassen nicht generell übernommen, nur in Ausnahmefällen und nur zu einem Teil. Eine Operation kostet pro Auge etwa 4.000 Mark.

Hinweis für die Redaktion:

Kontaktadresse
: Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR) e.V., Am Brand 1, 82299 Türkenfeld, Telefon 0 81 93/ 9 38 78-2, Fax (0 81 93) 9 38 78-4, im Internet:

www.vsdar.de

Weitere Internet-Adressen
:
Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. informiert Sie hier über Wissenswertes und Interessantes rund um das Auge:

www.augeninfo.de

Das Lasik-Forum bietet aktuelle Informationen, eine Suchmaschine und Antworten auf alle mögliche Fragen über Refraktive Chirurgie. Der Betreiber des LASIK-Forums ist der VSDAR:

www.vsdar.de/forum/index.html


Ein Prominenter mit Diabetes: der König mit den neun Zehen (3057 Zeichen)
 

(dgk) König Friedrich August, den Starken, kostete der Diabetes einen Zeh. Mit regelmäßiger Fußpflege und einem gut regulierten Blutzuckerspiegel können Diabetiker heute solche gravierenden Folgen des Diabetes verhindern.


Die Neujahrsnacht im Jahre 1727. Noch vom Opium benebelt blickt Friedrich August I., Kurfürst von Sachsen und König von Polen, auf seinen linken Fuß. Es fehlt der große Zeh - einfach abgeschnitten. Zur Amputation hatte sich der Chirurg Johann Friedrich Weiß entschlossen, denn das Leben des Königs hing am seidenen Faden, die königliche Zehe war bereits abgestorben und schwarz verfärbt. Die Operation war erfolgreich und der König erholte sich rasch. Seinem Retter dankte er mit einer goldenen Schnupftabaksdose mit den Überresten des königlichen Zehs. Leider ist nicht überliefert, ob der Arzt von dieser Gabe wirklich angetan war, doch wissen wir, an welcher heute weit verbreiteten Krankheit der König litt: an Diabetes mellitus. Das bedeutet soviel wie "Süßer Durchfluss", benannt nach dem Hauptsymptom dieser Krankheit, Zucker im Urin.

In vorindustrieller Zeit war Diabetes selten. Der Alltag der meisten Menschen war von schwerer körperlicher Arbeit geprägt, übergewichtig waren nur die Reichen. Doch heute nehmen viele, ob arm oder adelig, stets eine überwiegend sitzende Position mit reichlicher Nahrungszufuhr ein. Das begünstigt den Ausbruch des Typ-2-Diabetes, dem 95 Prozent aller Diabetiker zuzurechnen sind. Zu den knapp fünf Millionen Diabetikern allein in Deutschland kommt nach Schätzungen eine noch einmal so große Zahl von Betroffenen, die von ihrer Krankheit nichts ahnt.

Bei Diabetikern des Typs 2 reagieren die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf das Insulin der Bauchspeicheldrüse, das den Energielieferanten Glucose in die Zellen schleust: Die Glucose bleibt im Blut und wird schließlich über die Nieren ungenutzt mit dem Harn ausgeschieden.

Heute weiß man, des Königs "vierzehiger Fuß" war eine typische Folge seiner Erkrankung. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker führt zu schweren Schäden an Geweben und Organen, weil sich dieser Zucker wahllos im Körper ablagert. Beim so genannten "diabetischen Fuß" ist die Nervenfunktion gestört und außerdem oftmals die Durchblutung verschlechtert. So können sich schon kleine Druckstellen unbemerkt zu Geschwüren entwickeln. Sogar heutzutage kommt es in Deutschland noch zu 28.000 diabetesbedingten Amputationen pro Jahr.

Gute Fußpflege ist deshalb für Diabetiker besonders wichtig. Tägliche Inspektion der Füße, regelmäßige Fußbäder und anschließende Massagen sind wohltuend und helfen den Füssen, ihre im wahrsten Sinne des Wortes "tragende" Rolle ein Leben lang auszufüllen.

Es gibt noch viele Möglichkeiten, das Leben mit Diabetes angenehmer zu gestalten. Das kleine Buch "Gut leben trotz Diabetes" verschafft Diabetikern und allen, die vorbeugen wollen, einen anschaulichen Überblick über Präventionsmöglichkeiten und einen besseren Umgang mit der Krankheit. Es ist in der Reihe Kilian mini erschienen und kostet 9,90 Mark/€ 5,-- (D), ISBN 3-932091-77-9.


Bei Kombis sagt die Niere nicht ade (1799 Zeichen)
 

Schmerzmittel stehen zu Unrecht im Verdacht, Nieren zu schädigen


(dgk) In den vergangenen Jahren erschienen immer wieder Berichte, dass die Einnahme koffeinhaltiger Schmerzmittelkombinationen zu Schäden an der Niere führt. Eine internationale Expertenkommission um Prof. Dr. Dr. Alvan Feinstein, Yale Universität, New Haven (USA), konnte diesen Zusammenhang nicht bestätigen. Die Kommission hatte für ihre Untersuchung alle verfügbaren wissenschaftlichen Daten analysiert.


"Die in der Vergangenheit aufgetretenen Nierenschäden können eindeutig dem früher ebenfalls enthaltenen Wirkstoff Phenacetin zugeschrieben werden", darauf weist Dr. med. Jan-Peter Jansen, Schmerztherapeut aus Berlin hin. Der Wirkstoff wurde bereits 1986 verboten und in den meisten Schmerzmitteln durch Paracetamol ersetzt. "Nierenschäden entwickeln sich jedoch selbst bei grob missbräuchlicher Anwendung von Phenacetin erst innerhalb eines Zeitraumes von 20 Jahren. Mit Spätschäden muss also weiter gerechnet werden."

Bei Verbrauchern besteht gegenüber den heute verwendeten Kombinationsschmerzmitteln trotzdem noch die Angst vor ernsten Nebenwirkungen. "Die Verunsicherung bei Patienten ist verständlich, da die Handelsnamen erhalten blieben, obwohl sich die Zusammensetzung geändert hat. Moderne Kombinationsmittel mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein verursachen nach heutiger Kenntnis bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Nierenschäden. Im Gegenteil, das Koffein hat sogar eine nierenschützende Wirkung", so Jansen. Diese Beobachtungen werden auch von der Expertenkommission bestätigt. Die dort vertretenen Nierenspezialisten hatten selbst in der Praxis noch keinen Nierenschaden beobachtet, der auf phenacetinfreie Kombinationsmittel zurückzuführen war. Warum sich der Mythos von den "bösen" Kombis weiter hält, wird im Nachhinein wohl schwer nachzuvollziehen sein.


Schmerz lass nach - rechtzeitige Therapie für ein schmerzfreies Leben (3209 Zeichen)
 

(dgk) "Ein Indianer kennt keinen Schmerz". Diesen Satz mussten wir uns schon als Kinder anhören. Da hieß es: Zähne zusammenbeißen, drei Mal pusten, morgen Regen, übermorgen Sonnenschein und dann war meist wirklich alles vorbei. Doch was ist, wenn der Schmerz selbst nach drei Tagen Traumwetter nicht vergeht?


7,5 Millionen Menschen in Deutschland haben dauernd Schmerzen - zum Beispiel im Kreuz, in den Gelenken oder Nerven. Normalerweise ist Schmerz ein Symptom für eine ihm zu Grunde liegende Krankheit oder Verletzung. Doch chronischer Schmerz hat diese Warnfunktion verloren. Er ist selbst zur Krankheit geworden. Die Betroffenen leben mit Schmerzen, die nicht mehr abklingen, dauernd bohren, stechen, brennen und das Leben zur Hölle machen. Die Folgen des mehr oder weniger tapfer ertragenen Schmerzes: Bewegungseinschränkung, Schonhaltung, Muskelverspannung, gestörter Schlaf, seelischer und körperlicher Druck bis hin zur Arbeitsunfähigkeit - der Teufelskreis dreht sich unaufhörlich. Viele werden notgedrungen zu "Stubenhockern" und ziehen sich in die eigenen vier Wände zurück, lustlos und depressiv, denn der Schmerz zehrt oft an den Nerven. Zu den wesentlichen Merkmalen eines chronischen Schmerzpatienten gehört die Angst vor jeglicher Aktivität, die möglicherweise Schmerzen verursacht, aber auch die Angst vor der Diagnose und vor Nebenwirkungen von Medikamenten.

Gründe genug, um schnell und wirksam etwas zu unternehmen. Die Medizin ist heute in der Lage, mehr als 90 Prozent der Patienten mit chronischen Schmerzen mit gutem Erfolg behandeln zu können, wenn denn von allen - Ärzten wie Betroffenen - die Möglichkeit dazu frühzeitig und konsequent ergriffen würde. Die mangelnde Bereitschaft, starke Schmerzen auch mit Hilfe von starken Schmerzmitteln wie den Opioiden zu lindern, ist sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten gegeben. Viele handeln zögerlich, weil sie befürchten, "süchtig" zu werden. Doch bei sachgerechter Anwendung ist diese Sorge unbegründet. Laut Deutschem Grünen Kreuz gibt es längst Präparate, die kontinuierlich kleine Mengen des Wirkstoffs ins Blut abgeben. Dadurch wird ein gleichmäßiger Wirkstoffspiegel mit andauernder Schmerzlinderung erzielt. Eine aufputschende Wirkung und somit eine psychische Abhängigkeit werden so vermieden. Die Medikamentengabe sollte außerdem nach einem festen Zeitschema erfolgen, um den Wirkstoffspiegel konstant zu halten. Aus diesem Grund sind besonders langwirkende Substanzen von Vorteil. Inzwischen gibt es Darreichungsformen wie beispielsweise das Fentanyl-Schmerzpflaster, welche die Schmerzen bis zu drei Tagen lindern.
Eine rechtzeitige und wirksame Therapie verbessert nicht nur die Laune und Lebensqualität, sondern macht andere medizinische Maßnahmen wie die Krankengymnastik erst möglich. Unser Tipp: Finden Sie sich auf keinen Fall mit den Schmerzen ab und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über eine für Sie maßgeschneiderte Behandlung.

Ausführliche Informationen enthält die Broschüre "Keine Angst vor Schmerzen", die mit einem adressierten und mit 1,50 DM frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden kann beim Deutschen Grünen Kreuz, Stichwort: Schmerzen, Postfach 1207, 35002 Marburg.


Fatigue bei Krebspatienten (2925 Zeichen)
 

Chronische Erschöpfung schränkt Lebensqualität und Erwerbsfähigkeit ein


(dgk) Jährlich erkranken in Deutschland etwa 350.000 Menschen an einem Tumor. Viele Krebsarten lassen sich mittlerweile gut behandeln, wobei Nebenwirkungen der Therapie zwangsläufig auftreten. So unterschiedlich die Schicksale, die Diagnose und die Therapie auch sind, eines haben zwischen 60 und 90 Prozent der Betroffenen gemeinsam: Sie leiden ganz außerordentlich an einer starken andauernden Müdigkeit. Für dieses Krankheitssymptom ist in der Medizin der Begriff "Fatigue" (sprich fatieg) eingeführt worden. Fatigue bezeichnet einen Zustand chronischer Erschöpfung, der sich in vielfältiger Weise - von Mensch zu Mensch unterschiedlich - äußern kann und manchmal auch nach der erfolgreichen Behandlung des Tumors weiter bestehen bleibt.


In einer Gesellschaft, in der Schnelligkeit, Mobilität und Anpassungsfähigkeit zu einem Anforderungsprofil an den modernen Menschen verschmolzen sind, können für Fatigue typische Erscheinungen wie Antriebslosigkeit, Ermattung bei den einfachsten Tätigkeiten (beispielsweise beim Treppensteigen oder Telefonieren) und Niedergeschlagenheit zu einer regelrechten Behinderung werden. Die Fatigue schränkt deutlich die Erwerbsfähigkeit ein. Dies zeigt eine Patientenbefragung: 71 Prozent sind wegen der Erschöpfung jeden Monat mindestens einen Tag arbeitsunfähig, 31 Prozent müssen krankheitsbedingt der Arbeit eine Woche pro Monat fern bleiben, und 28 Prozent der Befragten mussten ihre Arbeit ganz aufgeben.

Ursache der Fatigue ist in den meisten Fällen eine Blutarmut, die sich im Zuge der Krebserkrankung entwickelt hat: entweder durch den Tumor selbst oder durch die Tumorbehandlung, die Chemo- oder Strahlentherapie. Blutarmut, auch Anämie genannt, entsteht durch einen Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten), deren Aufbau von einem spezielle Nierenhormon - dem Erythropoetin - angeregt wird. Der für die Diagnose einer Anämie wichtigste Laborwert bei einer Blutuntersuchung ist der Hämoglobinwert (Hb). Das Hämoglobin, auch Blutfarbstoff genannt, ist der Teil der roten Blutkörperchen, der in der Lage ist, den Sauerstoff zu transportieren. Liegt dieser Wert unterhalb der Norm (bei Frauen liegt der Hb-Wert zwischen 12 bis 16 g/dl und bei Männern zwischen 14 bis 18 g/dl), ist eine Behandlung angezeigt. Denn nur eine ausreichend hohe Zahl an roten Blutkörperchen (mit dem entsprechenden Hämoglobin) ermöglicht es, genügend Sauerstoff aufzunehmen und den Körper optimal zu versorgen.

Für die Korrektur der Blutarmut und damit die Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit können Vitamin- und Eisenpräparate verabreicht werden. Um die Bildung der roten Blutkörperchen anzuregen, eignet sich auch die Gabe des Hormons Erythropoetin. Klinische Studien zeigen, dass bei Patienten, die regelmäßig Erythropoetin erhielten, der Hämoglobinwert anstieg und sich die Lebensqualität - nach Selbsteinschätzung der Betroffenen - deutlich verbesserte.


Ohne Greifhand wird der Mensch zum Tier (2114 Zeichen)
 

Schmerzbehandlung bei Verschleiß der Gelenke durch Arthrose


(dgk) Seitdem die Menschen auf zwei Beinen stehen, haben sie die Hände zum Erkunden ihrer Umwelt frei. Die Entwicklung der Greifhand bedeutete in der menschlichen Evolution einen entscheidenden Fortschritt. Wir können unendlich viele Dinge mit unseren Händen tun, wobei dem Daumen mit seinem rundum beweglichen Grundgelenk (Daumensattelgelenk) eine besondere Rolle zukommt.


Versuchen Sie doch mal, eine ganz normale Tätigkeit wie das Halten einer Tasse ohne Verwendung Ihres Daumens auszuführen! Dieses kleine Experiment zeigt, wie wichtig die Funktionsfähigkeit des Daumensattelgelenks für unser Wohlbefinden ist. Jedoch leiden besonders Frauen ab der Lebensmitte oftmals an den Folgen eines übermäßigen Verschleißes dieses Gelenks (Rhizarthrose).

Erste Anzeichen einer solchen Erkrankung sind heftige Schmerzen beim Öffnen von Flaschen und Gläsern mit Schraubverschluss oder bei Heimwerkertätigkeiten wie dem Lösen von fest sitzenden Muttern. Beim Auftreten solcher Sympto-me sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen und Ihre Beschwerden beschreiben.

Um weiterhin aktiv am Alltag teilnehmen zu können, brauchen Arthrose-Patienten eine wirksame Schmerzbehandlung. Die meisten verschriebenen Arthrosemittel, so genannte "nichtsteroidale Antirheumatika", wirken sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend, schlagen jedoch vielen Menschen auf den Magen. Unter Umständen führt dies sogar zu lebensbedrohlichen Erkrankungen, beispielsweise Magengeschwüren. Eine gute Alternative bieten die als COX-2 Hemmer bezeichneten Medikamente, die den Schmerz und die Entzündung genauso gut bekämpfen, dabei aber viel verträglicher für den Magen sind.

Falls Sie persönliche Fragen zum Thema Arthrose haben, können Sie die Arthrose- Experten des Deutschen Grünen Kreuzes immer mittwochs von 16 Uhr bis 20 Uhr unter der Nummer 0 64 21 / 29 32 90 telefonisch erreichen. Eine Informations- Broschüre zum Thema Arthrose erhalten Sie gegen Einsendung eines adressierten und mit 3 Mark frankierten DIN-A5-Rückumschlages an: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort "Arthrose", Postfach 1207, 35002 Marburg.


DGK-Hotline: Expertenrat bei Brustkrebs (274 Zeichen)
 

(dgk) Bitte beachten: Das Beratungstelefon des Deutschen Grünen Kreuzes zum Thema Brustkrebs - jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat, in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, unter der kostenlosen Rufnummer 08 00 / 0 112 117 - ist nur noch bis einschließlich September besetzt.


Kostenlose Impfberatung im Internet (1110 Zeichen)
 

(dgk) Ab dem 10. September beantwortet das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) unter www.dgk.de einen Monat lang kostenlos im Internet Fragen zu Schutzimpfungen. Es gibt seit kurzem neue Impfempfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) die diesmal weitreichende Änderungen enthalten. Seine Beratungen beginnt das DGK mit der Pneumokokken-Impfung, zu der es nicht nur neue Empfehlungen gibt, sondern auch einen neuen Impfstoff. Ihre Fragen können Sie an pneumokokken(à)kilian.de senden. Eine Antwort wird Sie innerhalb von 48 Stunden erreichen. Auch Ärzte können diesen Dienst unter aerzte.pneumokokken(à)kilian.de für Spezialfragen nutzen.

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind Bakterien mit einer Kapsel aus zuckerähnlichen Molekülen. Erwachsene mit Immunschwäche, Senioren und kleine Kinder sind durch Pneumokokken-Infektionen besonders gefährdet. Sie können an Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Nasen-Nebenhöhlenentzündung, Hirnhautentzündung oder sogar Blutvergiftung erkranken. Neuerdings können auch Kinder unter zwei Jahren gegen Pneumokokken-Infektionen geimpft werden.


Wechseljahre: Hormone gegen die Beschwerden (3501 Zeichen)
 

(dgk) Hormone haben einen regelnden und steuernden Einfluss auf die Tätigkeit des Organismus des Menschen und seiner Organe. Bei der Frau bilden seit Beginn der Pubertät die Eierstöcke, die weiblichen Keimdrüsen, weibliche Geschlechtshormone - Östrogene und Gestagene: Dadurch wird das Mädchen zur Frau. Diese selbst produzierten Hormone, auch Botenstoffe genannt, steuern dann nicht nur den monatlichen Regelzyklus der Frau, sie sind auch an vielen anderen Vorgängen im Körper beteiligt: Fruchtbarkeit, Schwangerschaft, Heranwachsen des Kindes in der Gebärmutter und Geburt. Im so genannten Klimakterium, den Wechseljahren, sinkt der Hormonspiegel wieder und damit meist auch die Stimmung sowie die Lebensqualität. Allmählich stellt der Körper die Selbstproduktion der Hormone ein, die Frau wird unfruchtbar.

Die typischen Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Schwindelanfälle und Schlafstörungen, die eben auf die verminderte Hormonproduktion zurückgehen, sind bei jeder Frau unterschiedlich ausgeprägt. Viele Frauen leiden sehr darunter. Die Lebensqualität kann so stark eingeschränkt sein, dass die Teilnahme am normalen Leben nicht mehr möglich ist.

Die wirksamste Möglichkeit, die Symptome der Wechseljahre schnell zu lindern, ist die Hormonersatztherapie, die das Defizit an normalerweise körpereigenen Wirkstoffen wieder ausgleicht. Klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen kann so wirksam entgegen gewirkt werden. Die meisten Frauen fühlen sich bereits kurz nach Beginn der Therapie wieder ausgeglichen, ausgeruht und belastbar. Hitzewallungen sind deutlich reduziert oder sogar gänzlich verschwunden. Es stellt sich wieder ein ausreichender, erholsamer Schlaf ein. Die depressive Stimmung klärt sich wieder auf, Lebensqualität und Lebenszufriedenheit kehren wieder zurück.

Viele Frauen scheuen sich aus Angst vor Nebenwirkungen trotzdem, Hormone zu nehmen. In den vergangenen Monaten hat sich insbesondere eine Diskussion um Brustkrebs entwickelt. Doch sind sich die Frauenärzte weitgehend einig: Die Hormonersatztherapie erhöht bei einer Einnahme von weniger als fünf Jahren das Brustkrebsrisiko nicht. Sollte bereits ein Tumor bestehen, so wächst dieser häufig schneller, kann jedoch auch deutlich früher diagnostiziert werden - insbesondere wenn unter der Hormonersatztherapie regelmäßig eine Krebsvorsorgeuntersuchung durchgeführt wird.

Die Vorteile der Hormonergänzung liegen auf der Hand: Sie gleicht den in den Wechseljahren auftretenden Östrogenmangel aus. Mit der Hormonbehandlung wird dem Körper lediglich wieder zugeführt, was er vorher selbst in ausreichender Menge hergestellt hat.

Mittlerweile sind verschiedene Präparate und Darreichungsformen auf dem Markt, angefangen von Tabletten zur oralen Einnahme, Spritzen über Pflaster und Gel bis hin zur lokalen Therapie, etwa mit Vaginaltabletten. Es gibt die Hormonersatzpräparate als Einzelsubstanzen und als Kombinationen. Zu beachten ist, dass Frauen, die ihre Gebärmutter noch haben, niemals nur mit Östrogen allein behandelt werden dürfen. Wenn diese Frauen Östrogene nehmen, sollten sie zusätzlich ein Gestagen verschrieben bekommen. Das Gestagen schützt vor Gebärmutterschleimhautkrebs, wie mehrere Studien zeigen konnten. Wichtig ist, dass jede Frau eine differenzierte, individualisierte Therapie, ihr ganz persönliches Rezept zusammen gestellt bekommt. Ist der Hormonhaushalt wieder richtig ausbalanciert, sind Beschwerden meist wie weggeblasen.


Ausstellung in Rom: Oliviero Toscani 'enthüllt' Osteoporose (1081 Zeichen)
 

Bundesgesundheitsministerin Schmidt übernimmt nationale Schirmherrschaft


(dgk) Vier bis sechs Millionen Deutsche leiden an Osteoporose, dem Knochenschwund. Um nachdrücklicher auf die Behandlungsmaßnahmen und vor allem die Möglichkeiten der Prävention aufmerksam zu machen, hat das Deutsche Grüne Kreuz e.V. (DGK) die internationale Kunstausstellung "Osteoporosis - revealed by Oliviero Toscani" initiiert. Sie wird zum Weltosteoporosetag am 20. Oktober 2001 in Rom eröffnet. Die nationale Schirmherrschaft für die Ausstellung, die in Deutschland im Juni 2002 zu sehen sein wird, hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt übernommen. Mit dem Partner für dieses Projekt, der International Osteoporosis Foundation (IOF), hat das DGK auch einen Risikocheck herausgegeben, mit dessen Hilfe das persönliche Osteoporoserisiko leicht ermittelt werden kann.

Der Test kann beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 1207, 35002 Marburg, gegen Einsendung eines mit 3 Mark frankierten und adressierten DIN-A5-Rückumschlages angefordert werden (Stichwort: Osteoporose). Mehr über die Ausstellung und ihre Reiseroute finden Sie in Kürze im Internet unter www.dgk.de.


Pflege weicher Kontaktlinsen - Spucke allein hilft nicht (3107 Zeichen)
 

(dgk) Seit etwa zwei Jahren erfreuen sich Kontaktlinsen einer wachsenden Beliebtheit. Etwa 2,8 Prozent der deutschen Bevölkerung tragen nach letzten Analysen weiche oder harte Kontaktlinsen statt Brille. Fast zwei Drittel davon benutzen weiche Kontaktlinsen. Dieser Trend wird besonders durch die Popularität der so genannten Tages-, Wochen- oder Monatslinsen, Einweglinsen im Austauschsystem, unterstützt. Junge Leute schätzen den Komfort der Linsen bei Freizeit und Sport.


Weiche Kontaktlinsen haben den großen Vorteil, dass sie angenehm zu tragen sind. Ihr Kunststoff besteht zu 40 bis 60 Prozent aus Wasser und enthält Nährstoffe aus der Tränenflüssigkeit, die allerdings ein guter Nährboden für Mikroorganismen sein können.

Zu den typischen Verunreinigungen auf Kontaktlinsen zählen die so genannten Jelly Bumps. Das sind undurchsichtige, weiße, punktförmige Ablagerungen, die vor allem auf hochhydrophilen Kontaktlinsen vorkommen. ("Hydrophil" heißt "wasserfreundlich" und bezeichnet die Weichlinse als flüssigkeitshaltige Kontaktlinse.) Wie es zu diesen aus Lipiden, Proteinen, Muzinen und anderen Stoffen bestehenden Mischablagerungen kommt, ist noch ungeklärt. Sicher aber ist, dass sie auch die Gesundheit des Auges beeinträchtigen können, wenn sich auf ihnen Mikroorganismen wie beispielsweise Pilze anlagern.

Gründliche und sinnvolle Reinigung und Desinfektion tut daher Not, damit der Tragekomfort hoch und die Verträglichkeit uneingeschränkt bleibt. Eine falsche und unzureichende Pflege ist gefährlich und für die Mehrheit aller Komplikationen bei Linsenträgern verantwortlich. Von der Industrie werden zum einen Produkte mit Wasserstoffperoxyd, zum anderen Desinfektionslösungen ohne Wasserstoffperoxyd angeboten.

Bei Produkten mit Wasserstoffperoxyd ermöglicht das Desinfektionsmittel eine zeitaufwendige Reduzierung der Keime in etwa sechs Stunden. Der Kontaktlinsenträger sollte die so behandelten Linsen vor dem Einsetzen ins Auge neutralisieren, ansonsten kommt es zu Irritationen. Hartnäckige Ablagerungen vermag das Peroxyd nicht zu lösen, daher sollte zusätzlich einmal wöchentlich eine Säuberung der Linsen mit speziellem Enzymreiniger und anschließender Spülung mit Kochsalzlösung erfolgen.

Bei Desinfektionslösungen ohne Wasserstoffperoxyd gilt: Bei Benutzung von Nicht- Peroxydsystemen kann es zu allergischen Reaktionen an Lidern, Bindehaut oder Hornhaut kommen. Treffen Pflegemittel ohne Peroxyd im Auge auf andere Chemikalien (Antibiotika, Hormone), kann das zu Wechselwirkungen führen, die gesundheitliche Probleme der Augen nach sich ziehen.

Es ist nicht ratsam, Pflegemittel ständig zu wechseln oder unterschiedliche Marken miteinander zu kombinieren. Bei Schnäppchen sollte man auf Qualität und Produkte gleicher Hersteller achten. Wer sich genauer über das richtige Pflegemittel oder über das Wechseln des Pflegeproduktes informieren möchte, sollte sich vom Augenoptiker beraten lassen. Harte Linsen lassen sich übrigens mit einem Minimum an Pflege reinigen. Es reicht das Abspülen mit Leitungswasser und Ablegen in einem desinfizierenden Aufbewahrungsmittel.


Rechtzeitig an die Grippeschutzimpfung denken (1323 Zeichen)
 

(dgk) Bald wird es wieder kühler und nasser. Die typischen Jahreszeiten für Erkältungskrankheiten stehen vor der Tür. Während einem kleinen Schnupfen oder einer leichten Erkältung häufig mit Hausmitteln und Medikamenten leicht beizukommen ist, wird eine Grippe, eine Influenza, schnell gefährlich. Mögliche Folge einer Nicht-Behandlung: Es kann zu einer Bronchitis oder einer Lungenentzündung kommen, auch das Herz kann in Mitleidenschaft gezogen werden.


Einen einfachen Infekt erkennt man an häufigem Niesen oder einem Kratzen im Hals. Grippe-Patienten hingegen fühlen sich ganz plötzlich sehr krank. Weitere Symptome sind Fieber von mehr als 38,5 Grad, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Eine triefende Nase gehört nicht unbedingt dazu.

Mit einer rechtzeitigen Grippeschutzimpfung kann vorgebeugt werden. Da die Grippe- Viren sich ständig wandeln, sollte im September oder Oktober geimpft werden. Bis der Impfschutz wirkt, dauert es dann etwa zwei Wochen. Empfohlen wird die Vorsorge vor allem für Risiko-Patienten: Menschen mit Asthma und chronischer Bronchitis, Patienten mit Herzschwäche und Diabetiker. Auch medizinisches Personal oder Menschen, die in öffentlichen Gebäuden, Großbüros oder ähnlichem arbeiten und Personen im Alter von über 60 Jahren können sich leicht anstecken.

 

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