DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 42, Ausgabe 6 - 2001 Themen: Augen, Grüner Star, Nabelschnurblut, Hören, Hörgeschädigte, Schmerz, Opioide, Kopfschmerzen, Selbstbehandlung, Brustkrebs, Passivrauchen, Gallensteine, Allergi
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Deutsches Grünes Kreuz, Augen, Grüner Star, Nabelschnurblut, Hören, Hörgeschädigte, Schmerz, Opioide, Kopfschmerzen, Selbstbehandlung, Brustkrebs, Passivrauchen, Gallensteine, Allergie, Milben, Stammzellen
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 42, 6 - 2001

Augenkrankheit Grüner Star: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung? (4271 Zeichen)
 

(dgk) Britische Mediziner untersuchten, wie unerwünschte Begleiteffekte von Glaukom-Medikamenten den Behandlungserfolg beeinträchtigen können.


Das Glaukom, im Volksmund auch besser als Grüner Star bekannt, ist eine gefährliche Augenerkrankung, die im schlimmsten Fall bis zur Erblindung führen kann. Allein in Deutschland sind rund eine Million Menschen davon betroffen. Ursache der Erkrankung ist meist ein zu hoher Druck im Inneren des Auges. Hält dieser Überdruck für längere Zeit an, werden die empfindlichen Fasern des Sehnervs zerstört und immer größere Teile des Gesichtsfelds gehen unwiederbringlich verloren.

Das Risiko, ein Glaukom zu bekommen, steigt mit dem Alter. Spätestens ab dem 40. Lebensjahr sollte daher jede Frau und jeder Mann zumindest einmal jährlich eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt vornehmen lassen. Zwar müssen die Kosten für diese Vorsorgeuntersuchung in Höhe von ca. 30 Mark in der Regel selbst getragen werden, doch sollte der Erhalt des gesunden Augenlichts diese Investition wert sein. Denn nur durch eine frühzeitige Behandlung des Grünen Stars lassen sich größere Schäden vermeiden. Im Vordergrund der Therapie stehen dabei Medikamente, die auf die eine oder andere Weise den Augendruck senken sollen. Meistens werden diese Präparate als Augentropfen verabreicht.

Viele Augenärzte klagen jedoch über ein schwerwiegendes Problem bei der Glaukom- Therapie: Die Mitarbeit der Patienten lässt oft zu wünschen übrig. Häufig werden die Tropfen einfach vergessen, entweder weil das Einträufeln selbst als lästig empfunden wird oder weil danach unangenehme Begleiterscheinungen auftreten. Doch diese Nachlässigkeit kann Folgen haben. Denn nur eine konsequent durchgeführte und dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks kann das Fortschreiten des Glaukoms stoppen.

Britische Wissenschaftler haben daher nun an 141 Patienten untersucht, wie es um die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen der gebräuchlichsten Glaukom- Medikamente bestellt ist. Am häufigsten werden heute immer noch Betablocker, wie z. B. Timolol oder Betaxolol, verordnet. Eigentlich stammen Betablocker ursprünglich aus der Herz-Kreislaufmedizin. Es verwundert daher nicht, dass sie unter Umständen Herzrhythmusstörungen und Atemwegsprobleme hervorrufen können, selbst wenn sie nur lokal am Auge verwendet werden. Insbesondere für ältere Menschen könnten Betablocker daher nicht ungefährlich sein, warnen die britischen Forscher. Sie raten dazu, vor dem Einsatz von Betablockern unbedingt die Herz- und Lungenfunktionen des Patienten zu überprüfen.

Aber auch modernere Glaukom-Medikamente sind offenbar nicht frei von Nebenwirkungen. So senkt der Wirkstoff Brimonidin zwar den Augendruck gut, 41 Prozent der Versuchspersonen beklagten aber, dass sie davon müde und schläfrig würden. Die Forscher sprechen darüber hinaus von so genannten "kardio- respiratorischen" Begleiteffekten durch Brimonidin. Darunter sind insbesondere Asthma und Bronchitis-ähnliche Verkrampfungen der Lungen zu verstehen. Eine weitere Studie aus Großbritannien kommt sogar zu dem Schluss, dass Brimonidin bei mehrmonatiger Anwendung oft eine schmerzhafte Augenhautentzündung (Uveitis) verursachen kann. Insofern ist es vielleicht nachvollziehbar, wenn Glaukom-Patienten eigenmächtig ihre Behandlung unterbrechen oder gar absetzen.

Am besten schneidet nach Meinung der britischen Experten noch der Wirkstoff Latanoprost ab. Damit werde nicht nur der Augeninnendruck sehr effektiv gesenkt, Latanoprost weise darüber hinaus im Vergleich zu den anderen getesteten Glaukom- Arzneien die beste Verträglichkeit auf. Da Latanoprost nur einmal täglich angewendet werden muss, erleichtere dies den Patienten zusätzlich die Einnahme.

Sicherlich gilt also auch für die Glaukom-Therapie mit Augentropfen die alte medizinische Weisheit: "Keine Wirkung ohne Nebenwirkung". Um aber den Grünen Star wirksam zu bekämpfen, müssen die betroffenen Patienten die Behandlung in der Regel lebenslang konsequent durchhalten. Durch ein Glaukom-Medikament auftretende Nebenwirkungen sollten daher niemals dazu führen, die Therapie einfach abzubrechen, sondern Anlass sein, gemeinsam mit dem Augenarzt nach besser verträglichen Alternativen zu suchen.


Liebe macht blind (1415 Zeichen)
 

(dgk) Liebe macht blind. Das Sprichwort kennt jeder. Tatsächlich sind bestimmte Gehirnregionen nicht nur für das Glücksgefühl zuständig, sondern auch für die eingeschränkte Denkleistung bei Verliebten.


Dieses Phänomen wurde im Rahmen einer Doktorarbeit am University College in London an 17 Freiwilligen, "unsterblich" verliebten Personen, untersucht. Der Schweizer Hirnforscher Andreas Bartels hat mittels funktioneller Kernspintomographie vier kleine Regionen der Gehirns aufgespürt, die beim Anblick des oder der Geliebten aktiviert werden. Diese Areale sind Wissenschaftlern bereits bekannt: Sie werden auch nach Einnahme von Drogen wie Kokain aktiv oder bei einem erfolgreichen Spiel. Interessanterweise zeigten sich aber gleichzeitig mehrere Gehirnregionen beeinträchtigt, die für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und kognitive Leistungen verantwortlich sind. Für Bartels ist es deshalb nicht weiterverwunderlich, dass Liebende mitunter ein eingeschränktes Denkvermögen zeigen. Zwei Hirnareale, die bei Angstgefühlen eine wichtige Rolle spielen, sind "ausgeschaltet", sowie eine Region, die bei depressiven Menschen überaktiv ist. Einigen wenigen Gehirnregionen, die ausbalanciert aktiviert oder deaktiviert sind, verdanken wir also das größte aller Gefühle. Übrigens: Die Teilnehmer waren nicht frischverliebt, sondern lebten seit mindestens zwei Jahren in einer glücklichen Beziehung.


Stammzellen aus Nabelschnurblut: Chance für werdende Mütter (3561 Zeichen)
 

(dgk) Bei einem mittlerweile fünfjährigen Patienten, der an akuter lymphatischer Leukämie erkrankt war, ist an der Kinderpoliklinik des Klinikums der Universität München erstmals in Bayern Nabelschnurblut erfolgreich transplantiert worden. Der Junge musste im Frühjahr 2000 in die Hochrisikogruppe eingestuft werden, da die herkömmliche Zytostatika-Therapie keine ausreichende Wirkung gezeigt hatte. Um einen Rückfall zu verhindern, wurden schließlich Stammzellen aus dem Nabelschnurblut eines neugeborenen Geschwisterchens transplantiert. Der kleine Patient ist ein Jahr nach dem Eingriff wohlauf.

Bei der Behandlung der bösartigen Erkrankung der weißen Blutkörperchen des Jungen zeichneten sich für die Ärzte an der Kinderpoliklinik in der Pettenkoferstraße rasch außergewöhnliche Probleme ab: "Die herkömmlichen Medikamente, Zellgifte oder 'Zytostatika', sprachen nicht in dem notwendigen Maß an", berichtet Dr. Monika Führer, die behandelnde Kinderärztin. "Der Junge gehört zu der kleinen Gruppe von kindlichen Leukämie-Patienten, die allein mit Medikamenten, die die Zellteilung hemmen, nicht gesunden können. In der vorbereitenden Kortisonphase, aber dann auch noch nach jenen dreißig Tagen, nach denen normalerweise das Knochenmark frei von Lymphoblasten sein sollte, fanden sich immer noch Reste dieser Tumorzellen, so dass wir den kleinen Patienten im Frühjahr 2000 in die Hochrisikogruppe einstufen mussten. Eine Knochenmarktransplantation musste also zwingend in die Therapie eingeplant werden."

Da die Mutter des Patienten bereits zu Beginn der Erkrankung schwanger war, rückte eine Nabelschnurbluttransplantation - als Alternative zur zunächst vorgesehenen Knochenmarktransplantation - prinzipiell in den Bereich des Möglichen. Denn wie seit geraumer Zeit bereits bekannt ist, enthält die Nabelschnur ebenso wie das Knochenmark einen relativ hohen Prozentsatz an Blutstammzellen (Zellen, aus denen der Körper lebenslang alle Zellen des Blutes bilden kann), so dass sich unter bestimmten Voraussetzungen hier ein Ausweg bietet, soweit kein passender Knochenmarkspender zur Verfügung steht. Das Nabelschnurblut Neugeborener hat gegenüber Knochenmark und anderem Spenderblut den Vorteil, dass seine Zellen immunologisch unreif sind. Daher fallen potentielle Abwehrreaktionen geringer aus.

Unmittelbar nach der Entbindung wurden in einem Speziallabor die exakt 36,5 Milliliter Blut, die der Nabelschnur entnommen werden konnten, mittels einer Stammzell- Selektion gereinigt, um die Gefahr von Unverträglichkeitsreaktionen noch weiter zu minimieren. Die Transplantation selbst verlief in Form einer rund einstündigen Transfusion völlig reibungslos. Der Patient nahm das Blut seines Geschwisterchens - eines kerngesunden Jungen - ohne jede Komplikationen an und konnte nach den üblichen Nachuntersuchungen und -behandlungen rechtzeitig zu Weihnachten 2000 nach Hause entlassen werden. "Er kommt regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen und entwickelt sich zu einem für sein Alter völlig normalen Jungen. Wenn nicht noch unvorhersehbare Komplikationen eintreten sollten, können wir ihm erlauben, im Spätsommer in den Kindergarten zu gehen", freut sich Frau Dr. Führer.

Für werdende Eltern und andere Interessierte bietet das Deutsche Grüne Kreuz in Marburg eine spezielle Informationsbroschüre zum Thema Nabelschnurblut an. Diese kann gegen Einsendung eines mit DM 1,50 freigemachten DIN-A5-Rückumschlags beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 1207 in 35002 Marburg angefordert werden.


Hörgeschädigte möchten aktiv mitgestalten (2169 Zeichen)
 

100 Jahre Selbsthilfe der Schwerhörigen und Ertaubten


(dgk) "Wer hörgeschädigt ist, neigt eher zum sozialen Rückzug. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Schwerhörigen-Bewegung nun schon seit hundert Jahren besteht." Dr. Harald Seidler, Präsident des Deutschen Schwerhörigenbundes, weiß, wovon er spricht. Er ist selbst seit seiner Kindheit hörgeschädigt. Ging es vor hundert Jahren zunächst nur darum, einen Gottesdienst so zu ge-stalten, dass auch schwerhörige Menschen alles verstehen konnten, so werden heute selbstbewusst ganz andere Ansprüche formuliert. "Unser Ziel ist, aktiv mitzuwirken", so Dr. Seidler. Mit dem nötigen Sachverstand und der Kompetenz, die nur Betroffene haben können, erarbeitet der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) eigene Vorstellungen, wie die Situation schwerhöriger Menschen verbessert werden kann. Man geht damit gezielt an die Öffentlichkeit und beteiligt sich an der Gestaltung von Gesetzen.

So hat man sich für ein Neugeborenenscreening eingesetzt. Alle Kinder sollen nach der Geburt auf Hörschäden untersucht werden. "In Deutschland gibt es jährlich über 700.000 Geburten", so Dr. Seidler, "davon sind 3.500 hochgradig hörgeschädigte Kinder zu erwarten." Bei rechtzeitiger Diagnose und Versorgung mit Hörgeräten ist die Entwicklung dieser Kinder zum Hörsinn und zur Lautsprache möglich. Unter anderem fordert der DSB in Diskotheken Warnhinweise, dass man dort sein Gehör schädigen kann. Auch auf Silvesterknallern sollte vor den Gefahren für das Gehör gewarnt werden.

Der diesjährige Kongress des Deutschen Schwerhörigenbundes stand unter dem Motto: "100 Jahre Selbsthilfe der Schwerhörigen und Ertaubten. Soziale Rehabilitation und Integration in Gegenwart und Zukunft." Er fand am Pfingstwochenende in Berlin statt. Schirmherr war Wolfgang Thierse, der Präsident des Deutschen Bundestages. An Pfingsten 1901 entstand unter dem Engagement von Margarethe von Witzleben die erste Selbsthilfegruppe hörgeschädigter Menschen. An diese Anfänge der Schwerhörigen- und Ertaubten-Selbsthilfe erinnerte der DSB während des Kongresses. Vor allem aber ging es um Gegenwart und Zukunft.


Starr vor Schmerzen - manchmal helfen nur noch Opioide (2885 Zeichen)
 

(dgk) Die meisten Menschen reagieren auf starke Schmerzen "wie gelähmt" - jede unnötige Bewegung wird vermieden, um so weiteren Schäden vorzubeugen und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Doch manchmal führt diese an sich natürliche und wichtige Reaktion auf Schmerz auch in eine Sackgasse - nämlich dann, wenn sich der Schmerz chronifiziert. Die Folgen sind dramatische Einbußen an Mobilität, Depressionen und Verlust an Lebensqualität.

Chronische Schmerzen - bei älteren Menschen sind häufig Erkrankungen des Bewegungsapparates die Ursache. Herta G., 53, beispielsweise leidet unter Arthrose in den Kniegelenken. Da ihr jede Bewegung weh tut, vermeidet sie inzwischen weitgehend sämtliche Aktivitäten, den Besuch bei ihrer Freundin, die im zweiten Stock wohnt, ebenso wie den Einkauf im Supermarkt zwei Straßen weiter. Doch gerade dieser Bewegungsmangel schadet ihren Knien und verschlimmert die Schmerzen. Denn nur durch ausreichend Bewegung wird der Knorpel, der im Bereich der Gelenke die Knochen überzieht, mit den notwendigen Nährstoffen versorgt. In Experimenten mit Tieren wurde nachgewiesen, dass allein durch die Ruhigstellung eines Gelenks eine Arthrose entstehen kann. Doch bevor die notwendige Therapie mit Bewegungsübungen eingeleitet werden kann, müssen erst die Schmerzen auf ein erträgliches Maß heruntergeschraubt werden. Nicht selten kommt es vor, dass so genannte Nichtopioidanalgetika wie Paracetamol oder schwache Opioide wie Tramadol die Schmerzen nicht ausreichend bekämpfen. In diesen Fällen hat der Arzt noch die Möglichkeit, starke Opioide wie z. B. Fentanyl oder Morphin zu verordnen.

Wichtig bei der medikamentösen Therapie: Das Schmerzmittel sollte nicht nach Bedarf, sondern nach einem festen Zeitplan eingenommen werden. Dies sichert gleichmäßig hohe Wirkstoffspiegel und verhindert das erneute Auftreten von Schmerzen. Deshalb sind möglichst lang wirkende, retardierte Präparate zu bevorzugen. Das Schmerzmittel wird dabei nur langsam an den Körper abgegeben. Die längste Wirkdauer entwickelt zurzeit ein Membranpflaster, das den Wirkstoff Fentanyl enthält. Das Fentanyl-Pflaster muss nur alle drei Tage gewechselt werden. Dadurch wird die Aktivität und Mobilität der Patienten deutlich gesteigert.

Hat man dem Schmerz "den Stachel gezogen", können nun auch physikalische Therapie-Maßnahmen wie Kräftigungsgymnastik, Wärmeanwendungen und krankengymnastische Übungen eingesetzt werden, um die Funktionalität der Kniegelenke von Frau G. zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Der Schlüssel einer erfolgreichen Therapie chronischer Schmerzen liegt nämlich, da sind sich die Experten einig, in dem mehrgleisigen Behandlungskonzept aus medikamentösen, physiotherapeutischen und psychotherapeutischen Maßnahmen. Denn wer lernt, mit seinen Schmerzen besser umzugehen, leidet weniger.


Diagnose Brustkrebs - was nun? (2601 Zeichen)
 

Der große Erfolg der Telefon-Hotline Brustkrebs offenbart hohen Beratungsbedarf


(dgk) Wenn es um die Früherkennung von Brustkrebs geht, ist die Verunsicherung der Frauen in Deutschland derzeit sehr groß. Dies ist ein erstes Ergebnis eines bundesweiten Beratungstelefons zum Thema Brustkrebs, das vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg eingerichtet wurde. Mitverantwortlich für diese unerfreuliche Situation sind vor allem Meldungen, die Zweifel an der tatsächlichen Aussagekraft der derzeitigen Vorsorgeuntersuchungen, wie z. B. der Mammographie und deren Auswertung, durch die Ärzte wecken.

Ähnlich häufig beschäftigte die Anruferinnen der Zusammenhang von Hormonen und Brustkrebs. Auch hier bedarf es offensichtlich noch verstärkter Aufklärung durch die Ärzte. Tatsache ist, dass von den 46.000 Frauen, die in Deutschland jedes Jahr neu an Brustkrebs erkranken, mehr als zwei Drittel an einem Tumor leiden, dessen Wachstum von den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Gestagen maßgeblich beeinflusst wird. In der Mehrzahl handelt es sich um Frauen nach den Wechseljahren, bei denen der Tumor oft auch erst sehr spät entdeckt wurde, so dass sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen bilden konnten. Lange bestanden dann nur geringe Chancen auf Besserung.

Doch inzwischen gibt es auch für diese Frauen neue Hoffnung. Dazu beigetragen hat vor allem die Entwicklung neuer Medikamente, die das Enzym Aromatase dauerhaft und damit wirkungsvoller als bisher blockieren. Die Aromatase nimmt eine Schlüsselstellung bei der Bildung von Östrogen im Körper ein. Durch moderne Aromatase-Inaktivatoren (Bsp. Aromasin) wird sie lahmgelegt und der Östrogenspiegel sinkt. Das Ergebnis: Das Tumorwachstum wird gestoppt, in manchen Fällen bildet sich die Geschwulst sogar wieder zurück. Studien zeigen, dass sich dadurch die Überlebensrate von Brustkrebs-Patientinnen deutlich steigern lässt.

Aromasin wird vor allem dann eingesetzt, wenn herkömmliche Therapien, z. B. mit Tamoxifen, nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Was man noch tun kann, wenn eine bestimmte Behandlung versagt hat, war dann auch eine Frage, mit der sich die Experten an der Brustkrebs-Beratungs-Hotline des Öfteren konfrontiert sahen.

Aufgrund der bisher überaus positiven Resonanz wird das Deutsche Grüne Kreuz das Beratungstelefon Brustkrebs auch in den nächsten Monaten fortführen. Unter der kostenlosen

Rufnummer 08 00 / 0 11 21 17

stehen die Experten immer am zweiten und vierten Mittwoch jeden Monats in der Zeit von 17.00 bis 19.00 Uhr für Fragen zur Verfügung.


Ab ins Eisfach mit Teddy & Co. (2751 Zeichen)
 

Minustemperaturen töten Hausstaubmilben ab


(dgk) Kuscheltiere - kein Kind möchte sie missen. Doch Teddy und Co., die zur Schlafenszeit auch als treue Bettgenossen unverzichtbar sind, können winzigkleine Untermieter haben: Hausstaubmilben. Der Kot von Hausstaubmilben wiederum ist als wichtiger Allergie-Auslöser bekannt. Experten raten daher, Stofftiere und Puppen von Zeit zu Zeit für eine Nacht in die Tiefkühltruhe zu verbannen, die "Kälte-Therapie" töte die Hausstaubmilben ab.

Diese Maßnahme allein reicht natürlich nicht aus, um einer Hausstaubmilben-Allergie Herr zu werden. Vorab gilt es, sich Gewissheit zu verschaffen, ob die heuschnupfenähnlichen Beschwerden wie Augentränen oder -jucken, eine laufende Nase, Niesanfälle, in schwereren Fällen auch Husten, Atemnot und ein allergisches Asthma bronchiale, wirklich vom Kot der Hausstaubmilben hervorgerufen werden. Treten solche Symptome das ganze Jahr über auf und sind besonders nachts sowie morgens nach dem Aufstehen stärker, deutet das zwar auf eine Milben-Allergie hin. Zur genauen Diagnose sollte man sich aber in jedem Fall an einen Allergie- Spezialisten, einen Allergologen, wenden.

Der Allergologe wird nach dem Krankheitsverlauf sowie bekannten Allergien innerhalb der Familie des Patienten fragen und dann einen Haut- oder Allergie-Labortest anordnen. Letzterer erfordert lediglich eine einmalige Blutentnahme und ist schon allein aus diesem Grund für die Patienten eine beliebte Alternative gegenüber dem Hauttest. Aufgrund seiner Zuverlässigkeit und Genauigkeit wird er aber auch von den Ärzten geschätzt. Denn beim Allergie-Labortest wird mittels moderner Verfahren der Anteil an Antikörpern (Immunglobulin E) im Blut gemessen. Immunglobulin E bildet sich als Reaktion auf die körperfremden Substanzen, auf die das Immunsystem eines Allergikers empfindlich reagiert.

Wird eine Allergie gegen Hausstaubmilben diagnostiziert, gilt es zum einen Milbenwachstum und Allergenproduktion im Haus zu vermindern; vor allem der Hauptlebensraum der Milbe, die Matratze, sollte mit einem speziellen Schutzbezug (Encasing) versehen werden. Zum anderen können Medikamente helfen, die Symptome zu mildern. Die wenigsten Betroffenen wissen außerdem, dass eine Hyposensibilisierung, wie man sie zum Beispiel aus der Behandlung von Heuschnupfen kennt, auch bei einer nachgewiesenen Hausstaubmilben-Allergie in Betracht gezogen werden kann.


Ausführlichere Informationen zu dem speziellen Thema "Allergien bei Kindern" enthält eine neue Broschüre des Deutschen Grünen Kreuzes. Sie kann gegen einen mit 1,50 DM frankierten und adressierten DIN-A5-Rückumschlag angefordert werden bei: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort "Allergie", Postfach 12 07, 35002 Marburg.


Vorsicht bei der Selbstbehandlung von Kopfschmerzen (1936 Zeichen)
 

(dgk) Kopfschmerzen kennt wohl jeder. Mehr als die Hälfte aller Deutschen leidet zumindest gelegentlich darunter, Frauen häufiger als Männer.


Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Institutes hervor. Der Leidensdruck und die Angst vor dem Verlust eines Arbeitstages führen meist zur Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln. Kommt dies häufiger vor, sollte ein Grundsatz unbedingt beachtet werden: Viel hilft nicht immer viel. Denn die ständige Einnahme von Medikamenten kann wiederum selbst Kopfschmerzen auslösen. Nach den Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sollten deshalb höchstens an zehn Tagen pro Monat und maximal drei Tage hintereinander Schmerzmittel eingenommen werden. Dabei macht es nach einer aktuellen Bewertung internationaler Experten keinen Unterschied, ob es sich um Kombinationspräparate mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein handelt oder um Medikamente mit nur einer Substanz. Dies entkräftet den in Deutschland weit verbreiteten Vorwurf, dass Kombinationspräparate Hauptverursacher für Schmerzmittel-Kopfschmerz sind. Wie bei allen Medikamenten kommt es auf den sachgerechten Gebrauch an. Dass Kombinationspräparate bei richtiger Anwendung sehr effektiv sind, hat das amerikanische Kopfschmerz- Konsortium in seinen neuen Therapieleitlinien bestätigt. Nach Sichtung aller verfügbaren Studien stufte das Gremium aus Experten der wichtigsten Fachgesellschaften die Kombinationspräparate als Medikamente der ersten Wahl für Patienten mit Migräne ein. Zurzeit läuft in Deutschland eine umfangreiche Untersuchung, um die Erkenntnisse mit Daten zu bestätigen, die in der Bundesrepublik erhoben wurden.

Weitere Informationen zum Thema sowie Kontaktadressen enthält ein vierseitiger Faxabruf, der unter der Nummer 0190/66 11 97 (0,81 DM /Min.) beim Deutschen Grünen Kreuz angefordert werden kann.


Diäten sind oft Ursache für Gallensteine (1036 Zeichen)
 

Ein Grund, warum Frauen häufiger Gallensteine haben


(dgk) Acht bis zehn Millionen Menschen in Deutschland, so schätzen Experten, haben Gallensteine. Zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Eine der möglichen Ursachen können Frauen nicht beeinflussen: das Hormon Östrogen. Es kann die Kristallisation von Gallensäuren zu Steinen fördern. Einen zweiten Grund, auf den Frauen aber durchaus Einfluss haben, nennt die Gesundheitszeitschrift "Apotheken Umschau": häufige Diäten. Frauen versuchen weit häufiger als Männer, ihr Gewicht durch Hungern zu senken. Bei strengem Fasten aber wird weniger Gallenflüssigkeit benötigt. Der Rest bleibt länger in der Gallenblase, wird dickflüssiger und es kommt zur Kristallisation - Ausgangsbasis für die gefürchteten Steine. Weitere Risikofaktoren für Gallensteine sind Diabetes mellitus, Leberzirrhose, Schilddrüsenunterfunktion und Fettstoffwechselstörungen. Die Gründe dafür sind weitgehend ungeklärt, ebenfalls die Tatsache, warum es familiäre Häufungen gibt.


Passivrauchen bedroht die öffentliche Gesundheit (2123 Zeichen)
 

(dgk) In diesem Jahr stand der Weltnichtrauchertag am 31. Mai unter dem Motto "Second hand smoke: Let's clear the air". Die Weltgesundheitsorganisation WHO will damit die Öffentlichkeit für die Risiken des Passivrauchens sensibilisieren.


In Deutschland wurde das Thema mit dem Slogan "Rauchfreie Luft für freie Bürger" aufgegriffen. Der so genannte Nebenstromrauch enthält unzählige Schadstoffe, die eindeutig in Zusammenhang mit dem Auftreten von Lungenkrebs und Herzerkrankungen zu bringen sind. "Harmlosere" Irritationen kennt jeder vom Besuch einer verrauchten Kneipe: Augenbrennen, Husten und Kopfschmerzen.

Dem Passivrauchen werden aber auch gefährlichere Krankheitsbilder wie Asthmaanfälle und andere Atemwegserkrankungen gerade bei Kindern zugeschrieben; ebenso wird der plötzliche Kindstod in einigen Fällen mit den Schadstoffen des Tabakrauchs in Verbindung gebracht. WHO-Generaldirektorin Dr. Gro Harlem Brundtland wies außerdem auf die zunehmende Zahl durch Tabakrauch geschädigter Frauen hin, von denen nur eine Minderheit selbst raucht. Die Tabakindustrie verharmlose die Gefahren des Rauchens und damit auch des Passivrauchens, in dem sie durch der Werbung "milde" oder "leichte" Zigaretten mit Begriffen wie Gesundheit, Fitness, Schönheit und Schlanksein in Verbindung bringe. Das erhöhte Risiko von Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs, Blasen-, Bauchspeicheldrüsen- und Gebärmutterhalskrebs durch Rauchen und Passivrauchen spricht dagegen eine andere Sprache. Bei Frauen treten zudem Herz-Kreislauf- Erkrankungen unter der gleichzeitigen Einnahme von Kontrazeptiva besonders häufig auf. Das Einatmen der Giftstoffe aus dem Tabakrauch während der Schwangerschaft kann später zu Gehirntumoren und Blutkrebs bei den Kindern führen.

Der Schutz des Nichtrauchers hat demnach gesundheitspolitisch höchste Bedeutung und sollte beispielsweise durch Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, am Arbeitsplatz und in der Gastronomie gefördert werden.


Weitere Informationen sind erhältlich auf den Webseiten der WHO:

http://tobacco.who.int
http://www.who-nichtrauchertag.de

 

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