DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 42, Ausgabe 3 - 2001 Themen: Schmerzen, Schmerztherapie, Radfahrer, Alkohol, Hören, Hörtherapie, Pneumokkoken, Psychotherapie, Ernährung, Sehen, Meningokokken, Arthrose, Pneumokokken
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Deutsches Grünes Kreuz, Schmerzen, Schmerztherapie, Radfahrer, Alkohol, Hören, Hörtherapie, Pneumokkoken, Psychotherapie, Ernährung, Sehen, Meningokokken, Arthrose, Pneumokokken
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 42, 3 - 2001

'Keine Angst vor Schmerzen' (1812 Zeichen)
 

Neue Broschüre zur Schmerztherapie


(dgk) Kein Patient muss unnötig an Schmerzen leiden, darauf weist das Deutsche Grüne Kreuz hin. Mit den Möglichkeiten der modernen Schmerztherapie können die Beschwerden zumindest auf ein erträgliches Maß verringert werden. Die Schmerzen müssten allerdings möglichst frühzeitig, effektiv und ganzheitlich behandelt werden, damit sie nicht chronisch werden. Viele Betroffene berichten jedoch von einer wahren Ärzte-Tournee, bevor sie die richtige Therapie bekommen. Das liegt nach Einschätzung des DGK in erster Linie an mangelnder Information bei Patienten und Angehörigen.

In der Neuauflage ihrer Informationsbroschüre zur Schmerztherapie beschreibt die Gesundheitsorganisation deshalb die Entstehung von Schmerzen, erklärt die Grundlagen der Schmerztherapie, stellt die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten vor und gibt Ratschläge zur aktiven Unterstützung der ärztlichen Maßnahmen. Dabei wird auf neue Behandlungsansätze, z. B. die Therapie mit einem Schmerzpflaster, ebenso eingegangen wie auf Entspannungsmethoden und Selbsthilfeangebote. Zurzeit leiden in Deutschland rund 7,5 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Etwa 600.000 von ihnen benötigen eine spezielle Schmerztherapie. Zu den häufigsten Beschwerden gehören Rücken-, Gelenk-, Rheuma- und Nervenschmerzen sowie Schmerzen durch Osteoporose, Gefäß- und Tumorerkrankungen. Für die Betroffenen bedeuten sie eine große seelische und körperliche Belastung, die die Lebensqualität so stark einschränkt, dass viele Patienten sogar an Selbstmord denken.

Die Ausgabe 2001 der Broschüre "Keine Angst vor Schmerzen" kann mit einem adressierten und mit 1,50 DM frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 1207, 35002 Marburg.


Promillegrenze für Radfahrer? (555 Zeichen)
 

(dgk) Radfahrer, die unter Alkohol-Einfluss stehen, verunglücken öfter und schwerer. Dies ergab eine aktuelle amerikanische Studie. 124 schwer oder tödlich verunglückte Radfahrer wurden daraufhin untersucht, ob sie zum Zeitpunkt des Unfalls mehr als 0,2 Promille Alkohol im Blut hatten. Bei den Schwerverletzten waren das immerhin neun Prozent, bei den tödlich Verunglückten sogar fast ein Viertel. Zum Vergleich: Bei Kontrollen auf der Straße hatten nur drei Prozent von 342 Radfahrern einen erhöhten Alkoholgehalt im Blut.


Enge Verbindung zwischen Hören und Sehen (1568 Zeichen)
 

(dgk) Zwischen den Sinnesleistungen Hören und Sehen gibt es offensichtlich enge Verbindungen. Wussten Sie beispielsweise schon...


... dass man etwas Tönendes deutlicher und schneller sehen kann? Wenn aus der gleichen Richtung auch ein Geräusch kommt, kann man ein sichtbares Ereignis schneller und deutlicher wahrnehmen. Das haben Wissenschaftler der Universität San Diego, USA, herausgefunden. Vor allem im Straßenverkehr ist dies wichtig. Demnach wäre es sinnvoll, wenn Warnsysteme nicht nur ein optisches, sondern auch ein akustisches Signal abgeben würden. Gutes Hören, gegebenenfalls mit Hörgeräten, wird hierbei natürlich vorausgesetzt.

... dass viele Kinder, die mit einer Hörschädigung geboren worden sind, auch Sehprobleme haben? Eine Studie des Kinderkrankenhauses "Child Development Centre" in der englischen Grafschaft Derbyshire zeigt, dass 44 Prozent der 108 untersuchten hörgeschädigten Kinder Sehprobleme haben. Bei einigen Kindern wurden auch Augenanomalien festgestellt. Nun wurde angeregt, künftig bei allen hörgeschädigten Kindern auch Sehuntersuchungen durchzuführen. Denn gerade hochgradig Schwerhörige sind bei der Kommunikation auf das Absehen vom Mund angewiesen, um die Lautsprache zu verstehen.

... dass blinde Menschen Gehörtes schneller verarbeiten als sehende? Forscher in den Vereinigten Staaten gehen jetzt davon aus, dass Blinde beim Hören zusätzlich auch jenen Teil des Gehirns einsetzen, der bei Sehenden die visuellen Reize verarbeitet. Damit hätten sie sozusagen einen doppelten Hörsinn.


Fettreiche Ernährung fördert Heißhunger (863 Zeichen)
 

(dgk) Amerikanische Forscher haben im Rahmen eines Wissenschaftskongresses in San Francisco neue Erkenntnisse über die Entstehung von Übergewicht vorgestellt. Sie entdeckten einen Teufelskreis aus fettreicher Ernährung und Gewichtsproblemen.


Die amerikanischen Forscher warnten im Rahmen des Kongresses vor dem übermäßigen Verzehr von fettreichen Lebensmitteln wie z. B. Hamburgern, Schweinebraten und fettreichem Käse. Sie stellten fest, dass fettreiche Mahlzeiten das Verlangen nach noch mehr Fett ankurbeln und Heißhunger fördern. Schuld daran sei der Anstieg von Triglyceriden, d. h. bestimmten Fetten, im Blut. Diese aktivieren Gene im Gehirn, die für die Entstehung von Heißhunger verantwortlich sind. Zusätzlich sorgen sie dafür, dass das mit der Mahlzeit aufgenommene Fett schnell ins Fettgewebe eingelagert wird.


DGK schaltet Telefon-Hotline zu Hirnhautentzündungen (553 Zeichen)
 

(dgk) Meningokokken beherrschen zur Zeit die Schlagzeilen der Medien. Wie gefährlich sind die Bakterien wirklich? Wie viele Menschen erkranken in Deutschland durch Meningokokken? Wie kann man sich davor schützen?

Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) bietet ab 8. März 2001 eine Telefon-Hotline, unter der alle Fragen zu Hirnhautentzündungen und Meningokokken beantwortet werden. Die Hotline ist in den nächsten Wochen täglich von 14 bis 15 Uhr unter 0 64 21 / 2 93 – 1 96 zu erreichen.


Arthrose: Wenn die Gelenke schmerzen... (1534 Zeichen)
 

Neue Broschüre des Deutschen Grünen Kreuzes


(dgk) Rund 90 Prozent aller Deutschen leiden im Alter unter Verschleißerscheinungen in den Gelenken – unter Arthrose, einer echten Volkskrankheit. "Oft beginnt der Gelenkverschleiß sogar schon ab dem 30. Lebensjahr," sagt Dr. Wolfgang Bolten, Chefarzt der Horst-Schmidt Kliniken in Wiesbaden.


Bei einer Arthrose verringert sich der Knorpelüberzug im Gelenk immer mehr, so dass normale Bewegungen erschwert oder nicht mehr möglich sind. Wird das Fortschreiten der Erkrankung nicht frühzeitig verhindert, reiben irgendwann die Knochenenden bei jeder Bewegung schmerzhaft aufeinander, es entstehen Entzündungen und massive Bewegungseinschränkungen – letzter Ausweg ist dann meist die Implantation eines künstlichen Gelenks.

Arthrose ist bis heute eine unheilbare Erkrankung. Allerdings kann man mit einfachen Mitteln einer weiteren Verschlechterung des Leidens entgegenwirken. Tipps dazu (und natürlich noch einiges mehr über Arthrose) enthält die Broschüre "Arthrose – wenn die Gelenke schmerzen...", die das Deutsche Grüne Kreuz soeben neu aufgelegt hat. Die Broschüre kann gegen einen adressierten und mit drei Mark frankierten DIN-A5-Rückumschlag beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 1207 in 35002 Marburg bezogen werden.

Zudem ist unter der Rufnummer 0 64 21/29 32 90 ein Beratungstelefon eingerichtet worden. Jeden Mittwoch zwischen 16.00 und 20.00 Uhr stehen Experten für Ratschläge und nützliche Tipps rund um das Thema Arthrose zur Verfügung.


Schmerzen besser im Griff mit Psychotherapie (612 Zeichen)
 

(dgk) Rückenschmerzen sind erfolgreicher zu behandeln, wenn die Therapie durch einen Psychologen begleitet wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Zwar bleiben Medikamente und Krankengymnastik erste Wahl, der dadurch erzielte Effekt hält aber durch die Psychotherapie länger an. Das Resultat führt Studienleiter Marcus Schiltenwolf darauf zurück, dass die Patienten während der Gesprächstherapie lernen, den Schmerz besser zu bewältigen. Hilfreiche Methoden sind zum Beispiel Biofeedback oder autogenes Training.


'Pneumokokken-Erkrankungen im Kindesalter' (3736 Zeichen)
 

Pressegespräch des Deutschen Grünen Kreuzes


(dgk) Die Häufigkeit von Pneumokokken-Erkrankungen und der neue Pneumokokken- Konjugat-Impfstoff für Kinder waren die Hauptthemen des Expertenworkshops "Pneumokokken-Erkrankungen im Kindesalter". Die Ergebnisse des Workshops stellte das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) in einem Pressegespräch am 20. Februar 2001 in Frankfurt vor.

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind Bakterien, die schwere Krankheitsbilder wie Hirnhautentzündung (Meningitis), Lungenentzündung (Pneumonie) und Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen und besonders für Kinder unter zwei Jahren, aber auch noch bis zum 5. Lebensjahr, gefährlich werden können. Zusätzlich sind Pneumokokken die häufigste Ursache der bakteriellen Mittelohrentzündungen bei Kindern. Der neue Impfstoff ist gerade in dieser Altergruppe wirksam und ist ab März in Deutschland verfügbar.

Dr. med. Sigrid Ley informierte über die Ergebnisse einer im Januar vom Deutschen Grünen Kreuz durchgeführten Ärztebefragung. Über 1.000 Kinderärzte und Allgemeinmediziner gaben unter anderem Auskunft über ihre Erfahrungen mit Pneumokokken-Infektionen in ihrer Praxis und ihre Einstellung gegenüber neuen Impfstoffen. Mehr als 95 Prozent der befragten Pädiater und Allgemeinmediziner geben an, dass für sie in ihrer täglichen Praxis die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) bindend sind.

Privatdozent Dr. med. Horst Scholz vom Institut für Infektiologie, Mikrobiologie und Hygiene am Klinikum Buch, Berlin, wies darauf hin, wie wichtig eine präventive Impfung ist, um schwere Infektionen mit Pneumokokken zu verhindern. Trotz rechtzeitiger antibiotischer Therapie sterben in Deutschland über acht Prozent der Kinder, die an einer Pneumokokken- Meningitis erkrankt sind, ca. 30 Prozent tragen bleibende neurologische Schäden davon, die Hälfte davon ertaubt.

Der Impfstoff enthält sieben Pneumokokken-Typen. Er schützt in Deutschland schätzungsweise vor 80 Prozent der Pneumokokken-Infektionen bei Kindern unter zwei Jahren, bei der Pneumokokken-Meningitis sogar 88,4 Prozent. Dies zeigen Daten, die durch eine Studie in der Zusammenarbeit aus Robert Koch- Institut (RKI), NRZ und der "Erfassungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland" (ESPED) erhoben und von Privatdozent Dr. med. Ralf-René Reinert, Technische Hochschule Aachen und Leiter der "Abteilung Pneumokokken" am Nationalen Referenzzentrum für Streptokokken (NRZ), vorgestellt wurden.

Für einen breiten Einsatz des Impfstoffes spricht zusätzlich der Punkt, dass auch in Deutschland immer mehr Pneumokokkenstämme gegen Antibiotika resistent werden. Besonders die Makrolidresistenz hat in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich zugenommen (Abb. 1) und mit einer weiteren Steigerung der Rate ist in der nächsten Zeit zu rechnen. Durch die Impfung kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden.



Für Kinder geeignete Impfstoffe sind für die gesamte Welt von Bedeutung. Laut Prof. Dr. med. Sieghart Dittmann, langjähriger Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sterben jährlich über eine Million Kinder unter fünf Jahren weltweit allein an einer durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündung. Besonders in den Entwicklungsländern stellen Pneumokokken-Infektionen ein Problem dar, aber auch in den Industriestaaten werden immer wieder schwer verlaufende Erkrankungen registriert. In den USA wird die Pneumokokken-Impfung seit einiger Zeit für alle Kinder unter zwei Jahren empfohlen. Der Impfstoff wurde noch in zahlreichen weiteren Ländern zugelassen, bisher liegen aber dort, wie in Deutschland auch, keine offiziellen Empfehlungen vor.

 

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