DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jahrgang 42, Ausgabe 12 - 2001 Themen: Milben, Allergie, Hören, Krebs, Syphilis, Einkaufsstress, Thrombose, Osteoporose, Frau, Sehen, Augen, Stress, Kopfschmerzen, Zitronensaft
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Deutsches Grünes Kreuz, Milben, Allergie, Hören, Krebs, Syphilis, Einkaufsstress, Thrombose, Osteoporose, Frau, Sehen, Augen, Stress, Kopfschmerzen, Zitronensaft
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 42, 12 - 2001

Die Feinde in meinem Bett: Milben mögen es mollig (5194 Zeichen)
 

Auch in Kleidung leben kleine Monster - Kuscheltiere auf Eis legen


(dgk) Allergien sind zur Volkskrankheit geworden. Fast 70 Prozent der Allergiker in Deutschland leiden an einer Allergie gegen Hausstaubmilben, dicht gefolgt von Pollen, Nahrungsmitteln und Tierhaaren. Besonders belastet sind diejenigen, in deren Familie es gehäuft zu Allergien kommt.


Neben der erblichen Veranlagung bei Allergien wird ein Zusammenhang mit Umweltschadstoffen vermutet. Insbesondere im häuslichen Umfeld kann das Immunsystem des Menschen mit belastenden Allergenen konfrontiert werden: Hausstaubmilben, Tierhaare und Schuppen sowie seltener Schimmelpilze, die sich vielfach in der Wohnung befinden, können zu geröteten Augen, Niesen, Husten, Hautausschlägen und asthmatischen Beschwerden führen. Die heftigsten Symptome verspüren Allergiker zu Beginn der Heizperiode im Herbst, Pollenallergiker im Frühjahr und Sommer bei feuchtwarmer Witterung. Besonders starke Beschwerden bis hin zu Asthmaanfällen mit Atemnot treten sehr oft im Schlafzimmer morgens nach dem Aufwachen oder beim Bettenmachen auf.

Merke: Hausstaub-Allergiker reagieren in der Regel nicht wirklich auf "Staub" - da mag die geplagte Hausfrau noch so sehr putzen. Auslöser von allergischen Reaktionen ist vielmehr in den meisten Fällen der Kot der Hausstaubmilben. Die winzigen Spinnentierchen kommen bis zu einer Höhe von etwa 1800 Meter über dem Meeresspiegel in jedem Haushalt vor - da braucht sich keiner zu schämen. Staubsaugen kann sogar die Exkremente so richtig aufwirbeln.

Die Brutstätte der Milben sind Matratzen, textile Polstermöbel und Teppiche. Glatte Böden sind bei Milbenallergie günstiger als Teppichboden, da der Staub und damit der darin enthaltene Kot der Milben feucht gewischt werden kann und so beim Reinigen nicht aufgewirbelt wird. Ledermöbel sind unproblematisch. Auch Alltagskleidung ist eine wichtige Quelle der Plagegeister. Bevorzugter Lebensraum der winzigen Monster ist jedoch das Bett, da hier optimale Vermehrungs- Temperaturen zwischen 25 bis 30 Grad herrschen und die relative Luftfeuchtigkeit auf bis zu 80 Prozent steigen kann. Die von jedem Menschen abgeschilferten Hautschuppen bieten ihnen die nötige Nahrung. Milben lieben zudem Staubfänger wie Vorhänge, Plüschtiere, Kissen oder getrocknete Blumen, hassen jedoch kalte, trockene Luft.

Eine gezielte Sanierung der Wohnung ist zwar wirkungsvoll, doch oft nicht durchführbar. Die Befreiung von den Haus- und Bettgenossen, auf die man liebend gern verzichtet, kann allerdings auch mit einfachen Tricks wie dem Aufenthalt von Textilien in der Waschtrommel vollzogen werden. Milben sterben aber erst bei einer Temperatur von etwa 58 Grad. Dies ist sowohl beim Bettzeug als auch bei der Kleidung zu beachten. Niedrigere Waschtemperaturen erfordern einen milbenabtötenden Waschzusatz. Spezielle Matratzenbezüge (Encasings) können verhindern, dass Milben Kontakt zum Menschen bekommen. Diese Bezüge werden sogar häufig von den Krankenkassen bezahlt, wenn eine symptomatische Allergie besteht.

Für Kuscheltiere gilt: Generell sagt das Gütesiegel von Spielzeug leider wenig über die Schadstoffe und erst recht nicht über eventuell enthaltene allergieauslösende Stoffe aus. Beim Kauf von Plüschtieren bringt es daher wenig, auf das CE-Zeichen (Communauté Européene) zu achten. Dieses garantiert nur, dass das Produkt den gültigen europäischen Sicherheitsnormen entspricht. Vertragen die Kuscheltiere der Kleinen keine heiße Temperaturen, hilft gegen Milbenbefall auch ein zwei- bis dreitägiger Aufenthalt in der Polaratmosphäre der Gefriertruhe, eingewickelt in eine Plastiktüte. Ihrem Kind können Sie erzählen, dass Teddy auf Urlaub am Nordpol ist. Ein solche Säuberungsaktion für Plüschtiger und Co. sollte einmal im Monat erfolgen. So sorgen Sie dafür, dass sich die Milben aus dem Staub machen.

Tipp: Läuft Ihnen das ganze Jahr über die Nase? Nehmen Ihre Beschwerden zu, wenn Sie sich im Haus aufhalten? Erste Anzeichen für einen Dauerschnupfen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und frühzeitig einen allergologisch geschulten Arzt aufsuchen. Die ständig gereizten und geschwollenen Schleimhäute sind für Infektionen besonders anfällig und der zugeschwollene Nasen-Rachen-Raum stört die Belüftung der Ohrtrompete und begünstigt Mittelohrentzündungen. Geschwollene Nebenhöhlen verursachen Kopfschmerzen. Die Immunabwehr wird geschwächt. Man fühlt sich müde und abgeschlagen. Häufig genügt es, wenn Sie dem Arzt erzählen, wann, wo und wie die Beschwerden auftreten. Mittels verschiedener Testverfahren, wie beispielsweise dem Hautpricktest oder dem Allergie-Labortest, kann er spezifisches Immunglobulin E (vom Körper gebildete Abwehrstoffe gegen allergieauslösende Substanzen) nachweisen. Der Labortest erfordert lediglich einen Piks zur Blutentnahme und ist daher insbesondere bei Kindern der Test der Wahl. Die "Spezifische Immuntherapie" (früher auch Desensibilisierung genannt) kann die Empfindlichkeit gegen Hausstaubmilben herabsetzen. Dabei wird der Körper sehr langsam an die allergieauslösende Substanz gewöhnt. Diese Behandlung wirkt als einzige gezielt gegen die Ursache der allergischen Erkrankung und kann vom Spezialisten heute mit immer größerem Erfolg durchgeführt werden.


Experten beraten telefonisch zum Thema Hören (406 Zeichen)
 

(dgk) Unter den kostenlosen Rufnummern 0800 / 0112 112 und 0800 / 0112 113 stehen jeden Mittwoch zwischen 14 und 16 Uhr Experten für alle Fragen rund ums Hören zur Verfügung. Den Beratungsdienst übernehmen Hörakustiker und HNO- Ärzte. Die Hören-Hotline ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Grünen Kreuzes, der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) und des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte.


Die Geschwisterinitiative: Neue Hoffnung für kleine Krebspatienten (1901 Zeichen)
 

(dgk) Stammzellen: Sind sie wirklich die medizinische Wunderwaffe der kommenden Jahre? Die Diskussion um dieses Thema ist nach wie vor aktuell. Während die Forschung an embryonalen Stammzellen weiterhin umstritten ist und beispielsweise von den Kirchen aus ethischen Gründen abgelehnt wird, gibt es eine weitere, zumeist unbeachtete Stammzellquelle: Stammzellen aus Nabelschnurblut.


Nabelschnurblut enthält Vorläuferzellen von Knorpel, Knochen, Muskeln sowie von Nerven und Leber. Besonders häufig findet man in ihm aber Stammzellen des blutbildenden Systems, so dass eine Stammzell-Transplantation aus Nabelschnurblut bereits heute eine sehr wertvolle Alternative zur Knochenmarktransplantation sein kann. So ging Anfang Juni die Rettung eines fünfjährigen Jungen durch seinen neugeborenen Bruder durch die Presse. Man hatte dem an Leukämie erkrankten Kind Blut aus der Nabelschnur des Bruders transplantiert. Der Fünfjährige gilt heute als geheilt.

Diese spektakuläre Erfolgsgeschichte ist auch der Grundstein für eine Aktion, die dieser Tage bundesweit angelaufen ist: Die "Geschwisterinitiative". Sie will Kindern helfen, die an Leukämie, an Lymphomen oder an soliden Tumoren erkrankt sind. Ist die Mutter eines solchen kleinen Patienten erneut schwanger, so können die Stammzellen aus der Nabelschnur des gesunden neugeborenen Geschwisterkindes unter Umständen lebensrettend sein. Das auf die Lagerung von Nabelschnurblut spezialisierte Unternehmen Vita 34 aus Leipzig lagert das Blut in den genannten Sonderfällen kostenfrei ein und stellt es dem kranken Geschwisterkind im Bedarfsfall zur Verfügung. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) ist vom Nutzen einer solchen gerichteten Spende überzeugt und unterstützt deshalb diese Aktion.


Hinweis:

Interessierte Eltern können sich beim Deutschen Grünen Kreuz unter der Rufnummer 06421 / 293-162 oder im Internet unter
http://www.dgk.de informieren.


Syphilis und ihre lebensbedrohlichen Folgen (1522 Zeichen)
 

Erhebliche Zunahme in Berlin, Hessen und Baden-Württemberg


(dgk) Das Berliner Robert Koch-Institut veröffentlichte in der November-Ausgabe des Epidemiologischen Bulletin die bis zum August diesen Jahres eingegangenen Syphilis-Erkrankungsmeldungen. In Berlin, Hessen, aber auch in Baden-Württemberg lässt sich deutlich eine aktuelle Zunahme der gemeldeten Syphilis erkennen.


Insbesondere homosexuelle Männer in den Großstädten seien betroffen, so Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts. Er appelliert daher an die Ärzte in den betroffenen Regionen, "verstärkt auf verdächtige Symptome bei Patienten zu achten und bei den diagnostischen Überlegungen an die Möglichkeit einer Syphilis zu denken". Laut Infektionsschutzgesetz erfolgen seit 2001 die Meldungen aus den diagnostizierenden Laboratorien anonym, zuvor gab es Meldungen der behandelnden Ärzte. Daher sind die Meldezahlen der Vorjahre nur bedingt mit den aktuellen Daten vergleichbar.

Gefährdete Personen sollten konsequent Kondome verwenden. Bei verdächtigen Symptomen, die sich bereits wenige Tage nach der Infektion entwickeln, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Meist handelt es sich um ein schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle des Erregers, an den Genitalien, im Analbereich oder im Mund, und nach einigen Wochen treten Hauterscheinungen auf, oft an Hand- und Fußinnenseite. Eine unbehandelte Syphilis kann noch Jahre später zum Teil lebensbedrohliche Komplikationen verursachen, erhöht auch deutlich das Risiko, sich mit HIV zu infizieren und das Risiko, eine HIV-Infektion weiterzugeben.


Kommunikation von Arzt und Patient (3997 Zeichen)
 

Wenn der Schock der Krebsdiagnose überwunden ist: Kommunikation und
Information als Voraussetzung für eine adäquate Behandlung


(dgk) "Sie haben einen Knoten in der Brust. Wir müssen nachsehen, ob es sich um einen gutartigen oder einen bösartigen Tumor handelt." Noch bevor die endgültige Diagnose feststeht, trifft diese Aussage jede Frau wie ein Keulenschlag. Ob umschreibende Begriffe oder klare Worte vom behandelnden Arzt gewählt werden, die Nachricht löst einen unmittelbaren Schock aus und erfüllt die Betroffene mit Angst und Schrecken. Dass in einer solchen Situation kaum jemand einen klaren Kopf behalten kann und in der Lage ist, die wichtigen Fragen zu stellen, ist nicht verwunderlich. Der Diagnoseschock blockiert jede Form hilfreicher Kommunikation zwischen Patientin und Arzt. Aber gerade auf diese Kommunikation, auf die Bildung einer Teamwork-Beziehung, kommt es an.

Mit der Verständigung zwischen beiden Parteien ist es, glaubt man aktuellen Umfragen, nicht sehr gut bestellt, auch wenn der Patient grundsätzlich zufrieden ist. Laut einer EMNID-Studie wünschen sich 85 Prozent der befragten Patienten, dass ihr Arzt mehr mit ihnen spricht. Ausführliche Gespräche werden noch wichtiger, wenn es sich um lebensbedrohliche Krankheiten handelt. Vergessen sollte man aber nicht, dass Ärzte heutzutage oft unter starkem Zeitdruck und Stress stehen. Eine für Laien unverständliche Sprache hat meist mit dem sehr großen Informationsgefälle zwischen Arzt und Patient zu tun. Hinzu kommt ein noch immer durch Fernsehen und Kino gefestigtes Bild vom "Halbgott in Weiß", das zu einer Scheu auf Seiten der Patienten führt und ihn hindert, Fragen zu stellen sowie Sorgen und Ängste zu benennen.

Am Beispiel einer der häufigsten Nebenwirkung von Krebs und Krebstherapie wird diese falsche Scheu deutlich. Bei der krebsassoziierten chronischen Erschöpfung, die auch als Fatigue Syndrom bezeichnet wird, leidet der Patient an einem sehr starken Leistungsabfall, an quälender Mattigkeit und gelegentlich auch an Depressionen. Vor allem viele Krebs-Patientinnen geraten aufgrund ihrer Mehrfachbelastung durch Haushalt, Kinderbetreuung und Berufstätigkeit unter starken Druck. Das Gefühl, "nicht mehr voll zu funktionieren" oder "als Hausfrau, Gefährtin und Mutter zu versagen", stellt eine große Belastung für Frauen dar. Umso wichtiger ist es, den Arzt wegen eben dieser Symptome um Rat zu fragen und die Ursache zu klären.

Tipps für Gespräche zwischen Krebs-Patient und Arzt
:

  • Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Arzt in Ruhe vor. Notieren Sie sich Ihre Fragen.
  • Bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen Fachbegriffe zu erläutern und komplizierte Sachverhalte einfach zu erklären.
  • Beschreiben Sie vor und während der Therapie Ihrem Arzt alle körperlichen und psychischen Beschwerden.
  • Erkundigen Sie sich im Gespräch nach den möglichen Nebenwirkungen der Therapie wie Schmerzen, chronische Erschöpfung (Fatigue) und Übelkeit sowie entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten.
  • Fragen Sie Ihren Arzt nach Hilfsangeboten wie zum Beispiel Selbsthilfegruppen.


Weitere Informationen
:

  • Zum Thema Arzt-Patienten-Kommunikation hat die Deutsche Krebshilfe e.V. eine sehr hilfreiche Broschüre mit dem Titel "Teamwork. Krebspatienten und Ärzte als Partner" herausgegeben: http://www.krebshilfe.de
  • Zum Thema Fatigue / Chronische Erschöpfung bei Krebs kann beim Deutschen Grünen Kreuz die Informationsbroschüre "Was ist Fatigue? - Ein Ratgeber für Krebspatienten, die sich erschöpft und müde fühlen" gegen Einsendung eines mit € 1,53 frankierten Rückumschlages unter dem Stichwort "Fatigue" angefordert werden.
  • Eine Kurzfassung der Broschüre kann unter der kostenfreien Nummer 0800/0112 118 per Fax abgerufen werden.
  • Ein Patienten-Informationsfilm mit dem Titel "Wendepunkt Krebs - anders Leben mit Fatigue" kann ebenfalls beim Deutschen Grünen Kreuz gegen Einsendung von € 5 in Briefmarken für Porto und Versand unter dem Stichwort: Wendepunkt Krebs bestellt werden.


Anschrift
:
Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort: Fatigue/Wendepunkt Krebs, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg
(Bitte Absender nicht vergessen!)


Weihnachten beginnt im Kopf - wenn der Einkaufsstress krank macht (2927 Zeichen)
 

(dgk) Frieden und Besinnlichkeit - von diesen Werten ist heutzutage in der Advents- und Weihnachtszeit kaum noch etwas zu spüren: Einkaufszentren werden von Massen überrannt, die Parkhäuser sind überfüllt, entlang den Shopping-Meilen drängen sich hektische "Geschenkejäger". Weihnachten ist zu einem Stressfaktor geworden, der sogar krank machen kann. Denn stundenlanges Stehen in Warteschlangen drückt nicht nur die Stimmung, sondern sorgt für geschwollene Beine und Füße, Rücken- und vor allem Kopfschmerzen. Verantwortlich dafür sind neben dem Stress auch schlechte Luft, großer Lärm oder das Einkaufsgetümmel.


Gegen die wehen Füße helfen Fußbäder. Die Schmerzen in Kopf und Kreuz, die durch Muskelverspannungen entstehen, lassen sich manchmal mit Entspannungsübungen, Nacken-, Stirn- oder Schläfenmassagen wegzaubern. Ein italienisches Forscherteam stellte jedoch in einer Studie mit 400 Kopfschmerz- Patienten fest, dass schmerzlindernde Maßnahmen wie Massagen oder Kühlung nur selten Erleichterung bringen. Lediglich bei acht Prozent der Betroffenen zeigte sich eine spürbare Linderung, die Wirkung hielt dabei meist nur während der Behandlung an.

Wer keine Zeit für ausgleichende Pflegeminuten hat und sich nicht missmutig durch den Tag schleppen will, dem können einfache Schmerzmittel helfen. Insbesondere gegen Kopfschmerzen gibt es zahlreiche schmerzlindernde Substanzen, wie zum Beispiel Paracetamol, oder Kombinationspräparate aus verschiedenen Wirkstoffen. Aktuelle neurobiologische Studien belegen, dass die Behandlung von Kopfschmerzen mit der Kombination Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein effektiv und gut verträglich ist. Als Vorteil wird von Experten wie Dr. Bernd L. Fiebich vom Universitätsklinikum Freiburg genannt, dass die einzelnen Wirkstoffe sich in ihrer Wirkung ergänzen. Damit ist es möglich, die einzelnen Komponenten niedriger zu dosieren. Unerwünschte Nebenwirkungen, die mit steigenden Dosierungen meist zunehmen, lassen sich somit verringern.

Das Koffein einer Tasse Kaffee während des Einkaufs hat leider nicht den gleichen Effekt. "Da Kaffee nicht nur Koffein enthält, lässt sich schwer ein Vergleich ziehen. Es gibt dafür keine wissenschaftlichen Daten. Deshalb ist die koffeinhaltige Schmerztablette aus wissenschaftlicher Sicht vorzuziehen", so Fiebich.

Betroffene sollten aber darauf achten, nicht zu häufig Schmerzmittel einzunehmen, sondern sich lieber mal eine Pause gönnen. Deshalb noch ein Tipp: Wer sich wirklich ein sprichwörtlich "frohes Fest" bescheren möchte, sollte dem belastenden Rummel entsagen und rechtzeitig mit dem Geschenkekauf beginnen. So bleibt genügend Zeit und Ruhe für liebevoll ausgewählte Präsente und auch der Kopf kommt nicht unter Druck.

Weitere Informationen zum Thema sowie Kontaktadressen enthält ein vierseitiger Faxabruf, der unter der Nummer 0190/66 11 98 (0,42 € / Min.) beim Deutschen Grünen Kreuz angefordert werden kann.


Die Kunst des Sehens - Genie nur durch Sehfehler? (1878 Zeichen)
 

(dgk) Aus Anlass seines 150. Todestages zeigt das Museum Folkwang Essen bis zum 6. Januar 2002 die erste Retrospektive des Werkes von William Turner in Deutschland. Der englische Maler und Wegbereiter des Impressionismus malte Naturgewalten, Seestücke und Landschaften, Bilder so gelb wie Curry, in seinem Spätwerk zunehmend verschwommen und durchdrungen von rotem und orangefarbenem Licht. Letztlich verschwinden die Bildmotive hinter der malerischen Qualität seiner Lichtdiffusionen. Ähnliche Unschärfen auch bei Leonardo da Vinci: Seine späten Zeichnungen sind weniger detailliert, der feine Silberstift wurde durch rote und blaue Kreide ausgetauscht.


Bildende Kunst und Sehvermögen sind untrennbar miteinander verbunden. Doch bekannt ist: Albrecht Dürer schielte, Rembrandt und Tizian litten unter Altersweitsichtigkeit, Auguste Rodin litt an Stabsichtigkeit. Sind die großen Kunstwerke der Malerei möglicherweise durch Sehfehler entstanden? In seiner Studie "Der veränderte Blick" hat der britische Augenarzt und Kunstliebhaber Patrick Trevor-Roper die Zusammenhänge zwischen Sehfehlern und Gestaltungstechnik berühmter Künstler analysiert.

Bei Rodins Skulpturen vermuten Wissenschaftler den Einfluss seines Astigmatismus. Leonardo da Vinci benutzte breite Kreide, die er besser erkennen konnte, denn im Laufe der Jahre ließ sein Sehvermögen nach. Weiterhin wird vermutet, dass der impressionistische Maler Claude Monet möglicherweise nur deshalb so verschwommene Landschaften gemalt hat, weil er kurzsichtig war und an einer Linsentrübung durch den Grauen Star litt. Seine Brille legte er wieder zur Seite, da ihm seine mit der Sehhilfe gemalten Bilder nicht gefielen. Ähnliches lässt sich bei Turner vermuten: Auch er wollte die Welt lieber verschwommen sehen. Sein getrübtes Farbensehen und damit der Wechsel zu rötlich-braunen Tönen lag ebenfalls am Altersstar.


Zitronensaft gegen Thrombose? (1013 Zeichen)
 

(dgk) Zitronensaft schützt vor Thrombosen, das ergab eine Studie der Universität in Nagoya (Japan). Zur Hälfte mit Wasser gemischt, soll das saure Getränk auf langen Flügen das so genannte Touristenklasse-Syndrom abwehren, indem es die Blutzirkulation fördert. Der Versuch mit 13 Probanden ergab, dass 60 Milliliter Flüssigkeit versetzt mit 50 Prozent Zitronensaft die Bluttransfer in den Venen um durchschnittlich 19 Prozent beschleunigt. Um den Saft der Zitrusfrucht als Schutz vor einer lebensgefährlichen Thrombose zu nutzen, empfiehlt die Universität unmittelbar vor dem Flug und dann alle fünf Stunden ein Glas des sauren Cocktails.

Mediziner raten zudem bei längeren Flügen zu regelmäßiger Bewegung der Beine. Besonders gefährdete Fluggäste - mit Krampfadern und anderen Venenleiden - sollten viel trinken, beispielsweise Orangensaft oder MineraIwasser, und gegebenenfalls Thrombosestrümpfe tragen. Die Gefahr einer Reise-Thrombose besteht allerdings erst bei einer Flugdauer von mehr als sechs Stunden.


Europäisches Parlament aktiv im Kampf gegen Osteoporose (2342 Zeichen)
 

(dgk) Europaweit ist in den vergangenen drei Jahren die Zahl der durch Knochenschwund verursachten Knochenbrüche um etwa 25 Prozent gestiegen - ebenso haben die durch die Erkrankung ausgelösten Kosten um etwa 33 Prozent zugenommen. Osteoporose wird trotzdem immer noch verharmlost. Zu Unrecht: An den Folgen einer durch Osteoporose verursachten Hüftfraktur versterben fast genauso viele Menschen wie an einem Schlaganfall. Experten schätzen, dass sich die Zahl der Osteoporosepatienten in den nächsten zwanzig Jahren verdoppeln wird.


Diese erschreckenden Zahlen wurden auf einer Pressekonferenz in Brüssel vorgestellt. Der Report "Osteoporose in der Europäischen Gemeinschaft - Maßnahmen zur Prävention", der 1998 veröffentlicht wurde und neben Daten auch konkrete Maßnahmen und Handlungsanweisungen enthält, sollte drei Jahre nach Erscheinen auf seine Erfolge hin überprüft werden. Das Ergebnis: Verbesserungen waren in keinem Mitgliedsstaat festzustellen - im Gegenteil, die Situation der Erkrankten verschlechterte sich sogar deutlich.

Auf Initiative der International Osteoporosis Foundation (IOF) wurde daher eine Interessengruppe mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments gegründet, die der Osteoporose nun den Kampf ansagt. Ziel ist, den Knochenschwund so früh wie möglich zu diagnostizieren und Risikofaktoren zu erkennen - ähnlich wie es bei Herz- Kreislauf-Erkrankungen geschieht. Die Kosten für solche Maßnahmen, beispielsweise einer Knochendichtemessung, werden in der Bundesrepublik bislang nämlich erst nach dem ersten Knochenbruch bezahlt - also dann, wenn es bereits zu spät ist. Ebenso ist geplant, eine europaweite Datenbank aufzubauen, damit Fortschritte im Kampf gegen die Osteoporose besser kontrolliert werden können.

Deutsche Europaparlamentarier in der Interessengruppe des Europäischen Parlaments sind Karin Jöns und Dr. Angelika Niebler.

Zum Thema Osteoporose können eine Informationsbroschüre und ein Risikotest der IOF gegen Einsendung eines mit € 1,53 frankierten und adressierten DIN-A5- Rückumschlags zusammen angefordert werden bei: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort "Osteoporose", Postfach 1207, 35002 Marburg.

Expertentelefon
:
Das Deutsche Grüne Kreuz hat zudem ein Expertentelefon eingerichtet, das an jedem Freitag in der Zeit von 16 Uhr bis 20 Uhr unter der Rufnummer 06421/29 31 94 geschaltet ist.


Schlau ist nur die Frau - Weiblichkeit sorgt für mehr Intelligenz (1580 Zeichen)
 

(dgk) Schlechte Nachrichten für alle Männer: Der Mensch verdankt seine Intelligenz dem weiblichen Geschlecht. Zu diesem Schluss kamen Humangenetiker der Universität Ulm bei der Untersuchung der Erbanlagen. Dabei stellte das Team um Professor Dr. Horst Hameister Unterschiede bei der Verteilung der Intelligenz-Gene auf den X- und Y-Chromosomen beim Menschen fest. Während sie auf den weiblichen X-Chromosomen viele dieser Gene fanden, konnten sie auf dem Y- Chromosom, das nur bei Männern vorhanden ist, keine Gene feststellen, die für die Entwicklung von Geisteskraft bedeutend sind.

Der Grund ist logisch: Dass auf dem X-Chromosom Gene liegen, die für die Entwicklung jeder einzelnen Tierart verantwortlich sind, ist seit langem bekannt. Für die Entwicklung eines neuen Spezies spielt insbesondere die Partnerwahl eine entscheidende Rolle. Das lehrt uns schon Charles Darwin. Da generell das Weibchen für die Wahl des Partners verantwortlich ist, liegt es an ihr, wie der Nachwuchs beschaffen ist.

Im Tierreich ist dieser Selektion die ungeheure Vielfalt und Schönheit der Natur zu verdanken. Bei den Menschen hängt es somit ebenfalls von den Frauen ab, ob die Nachkommen intelligenter werden oder nicht. Denn auch hier gelten die gleichen Regeln der sexuellen Selektion wie bei den Tieren. Der Vorteil bei den Zweibeinern: "Mit einer überragend ausgebildeten Intelligenz gelingt es nicht nur, für viele Frauen attraktiv zu sein und mit ihnen Nachkommen zu zeugen; die selben Gene verleihen auch im Überlebensrespektive im täglichen Existenzkampf Erfolg," erläutert Hameister.

 

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