DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 41, Ausgabe 9 - 2000 Themen: Influenza-Impfstoff, Optimismus, Lebenslust, Lungenkrebs-Risiko, Ex-Raucher, Phantomschmerz, Operation, Restless-Legs-Syndrom, Antibiotika, Erkältung, Nacken,
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Influenza-Impfstoff, Optimismus, Lebenslust, Lungenkrebs-Risiko, Ex-Raucher, Phantomschmerz, Operation, Restless-Legs-Syndrom, Antibiotika, Erkältung, Nacken, Schulter, verspannungen, Kopfschmerzen. Büroarbeit
skip_nav

Suche

 

Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Presse / Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) / 2000 - Jahrgang 41 / dgk, Jg. 41, 9 - 2000
Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 41, 9 - 2000

Der Influenza-Impfstoff - kein Lotteriespiel, sondern Fleißarbeit (2572 Zeichen)
 

(dgk) Influenza-Viren verändern sich ständig, um das Immunsystem auszutricksen: Auch ein Mensch, der bereits einmal die Virus-Grippe hatte, kann wieder erkranken, wenn er sich mit einem veränderten Virusstamm ansteckt. Menschen mit erhöhtem Risiko sollten sich daher jedes Jahr impfen lassen.


Die ständigen Veränderungen der Influenza-Viren halten auch die Forscher auf Trab, die die Impfstoffe entwickeln. Weil es sehr viele verschiedene Virusstämme gibt und immer neue entstehen, kann eine Impfung nicht gegen alle gleichzeitig wirken. Statt dessen kommt jedes Jahr ein neuer Impfstoff auf den Markt, der immer gegen drei bestimmte Stämme gleichzeitig schützt. Ausgewählt werden diejenigen Stämme, die in der kommenden Grippesaison am häufigsten auftreten werden. Diese Entscheidung muss früh genug fallen, damit genügend Zeit bleibt, die Impfstoffe herzustellen.

Die Zusammensetzung des Impfstoffes ist jedoch kein Lotteriespiel: In mühevoller Kleinarbeit tragen Spezialisten der Weltgesundheitsorganisation zusammen, welche Stämme in welcher Häufigkeit während der Grippesaison gerade in Umlauf sind. Die Daten stammen von den jeweiligen nationalen Referenzzentren, in denen Rachenabstriche von Patienten mit Influenzaverdacht ausgewertet werden. Hierzu wird dort das Erbgut der Influenza-Viren untersucht und mit den bereits bekannten Stämmen verglichen.

Diese Untersuchungen werden weltweit durchgeführt - am Ende entscheidet die Weltgesundheitsorganisation, gegen welche drei Stämme der Impfstoff der nächsten Saison gerichtet sein soll. Dabei gibt es zwei Empfehlungen: eine für die Nordhalbkugel und eine für die Südhalbkugel, die sich in der Regel unterscheiden, denn die Grippewellen laufen über die beiden Halbkugeln entsprechend ihrer verschobenen Jahreszeiten um etwa ein halbes Jahr versetzt ab.

Um immer einen aktuellen Schutz gegen Influenza zu besitzen, sollten sich alle Personen mit erhöhtem Risiko jedes Jahr impfen lassen. Empfohlen wird die Influenza-Impfung allen Menschen ab 60 Jahren sowie Patienten, die bereits durch chronische Krankheiten vorbelastet sind. Aber auch bestimmte Berufsgruppen, die viel mit Menschen umgehen, wie beispielsweise Bankangestellte im Schalterdienst oder Kindergärtnerinnen, haben ein höheres Risiko zu erkranken. Für medizinisches Personal gibt es gleich zwei Gründe, sich impfen zu lassen: Es kann durch Patienten angesteckt werden, aber auch selbst zur Infektionsquelle für die Patienten werden, die ja oft zu einer Risikogruppe gehören.


Lebenslustige leben länger (1270 Zeichen)
 

(dgk) "Das wird schief gehen, bei mir klappt so etwas ja doch nicht!" Kennen Sie solche Gedanken? Wenn ja, sollten Sie sie ganz schnell aus Ihrem Herzen verbannen, wenn Sie noch lange leben wollen. Denn: Pessimisten sterben früher.


Bedenkenträger und Miesmacher erwarten immer das Schlimmste und verkürzen mit dieser Haltung ihr Leben unnötig. Amerikanische Wissenschaftler sehen einen klaren Zusammenhang zwischen der Lebenshaltung und der Lebenszeit. Sie untersuchten das Schicksal von rund 800 Patienten, die 30 Jahre zuvor einen zwischen Optimismus und Pessimismus differenzierenden Fragebogen ausgefüllt hatten, und stellten hierbei fest: Unter Berücksichtigung des Alters, Geschlechtes und der Lebenserwartung erhöhten zehn Punkte mehr auf der Pessimismus-Skala das Risiko zu sterben um 19 Prozent. Psychologen liefern hierfür vier mögliche Erklärungen: 1. Die Schwarzseher erleben aufgrund ihrer Passivität mehr Negatives als Optimisten. 2. Sie halten sich nach dem Motto "Alles zwecklos" weniger konsequent an medizinische Verordnungen. 3. Sie sind häufiger depressiv. 4. Ihr Immunsystem funktioniert weniger gut als das von Optimisten. Fazit: Menschen mit einer lebensbejahenden Hal- tung, die nicht immer gleich den Teufel an die Wand malen, haben mehr vom Leben.


Lungenkrebs-Risiko bei Ex-Rauchern (938 Zeichen)
 

(dgk) Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs ist bereits seit den 50er-Jahren bewiesen. Unklar war bisher, ob der Zeitpunkt des Aufhörens das Risiko beeinflusst, an Lungenkrebs zu erkranken. Eine aktuelle Studie aus England brachte es jetzt auf eine einfache Formel: Je früher man mit dem Rauchen aufhört, desto geringer ist das Krebsrisiko.


Wer im mittleren Lebensalter mit dem Rauchen aufhört, verringert bereits deutlich sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Diejenigen, die noch früher aufhören, können es sogar um mehr als 90 Prozent reduzieren. Die Forscher sind sicher, dass die Sterblichkeitsrate in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts erheblich vermindert werden könnte, wenn Raucher ab sofort ihre Finger von den gefährlichen Glimmstengeln ließen. Lungenkrebs ist die häufigste Todesursache unter den jährlich 340.000 Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland.


Hirnveränderung erklärt 'Phantomschmerz' nach Amputation (3206 Zeichen)
 

(dgk) Bis zu 40 Prozent der Patienten mit Arm- oder Beinamputationen leiden unter teilweise kaum erträglichen Phantomschmerzen. Auch bei Darm- oder Brustamputationen können noch lange nach der Operation Schmerzen in dem nicht mehr vorhandenen Körperteil auftreten. Bisher vermutete man chemische Veränderungen im Rückenmark als Ursache. Jetzt konnten amerikanische Wissenschaftler erstmals beweisen, dass das Wachstum neuer Hirnverknüpfungen an den Phantomschmerzen schuld ist.


Wie das Magazin "Bild der Wissenschaft" meldet, konnten Neurowissenschaftler um Neeraj Jain und Sherre L. Florence von der Vanderbilt University in Nashville an erwachsenen Affen, die eine Rückgratverletzung erlitten hatten oder aus therapeutischen Gründen ein Körperglied amputiert bekamen, das Wachstum neuer Nervenzellen nachweisen. "Bis vor kurzem lautete die vor-herrschende Meinung, dass diese Art regenerativen Wachstums in erwachsenen Hirnen sehr unwahrscheinlich ist", berichtet Jain. Die Forscher konnten zeigen, dass im Hirnstamm für das Gesicht zuständige Nervenzellen ihre Leitungsbahnen auch in Richtung Hand-Bereich hatten wachsen lassen und dort einige Verknüpfungen herstellten. Zwar waren diese nicht zahlreich, reichten aber aus, um viele Nervenzellen zu aktivieren, die früher für die inzwischen amputierte Hand zuständig gewesen waren. "Hoffentlich werden diese neuen Erkenntnisse Wege aufzeigen, die Phantomglieder-Gefühle zu stoppen oder umzukehren", so Jain, "denn im Laufe der Zeit fühlen sie sich immer echter an."

Der Phantomschmerz ist die dramatischste und gleichzeitig rätselhafteste Form neuropathischer Schmerzen: Weil das Nervensystem falsch funktioniert, tritt ohne körperliche Ursache ein Schmerz auf, der sich mit einfachen Schmerzmitteln kaum bekämpfen lässt. Damit sich im zentralen Nervensystem durch dauerhafte Schmerzimpulse keine Gedächtnisspur einbrennt, sind oft starke, opioidhaltige Medikamente notwendig. Zur Therapie werden Opioide ausschließlich in Form so genannter retardierter Präparate eingesetzt. Dabei wird der Wirkstoff kontrolliert in gleichmäßig kleinen Mengen an den Körper abgegeben. Dies kann beispielsweise mit Hilfe eines fentanylhaltigen Schmerzpflasters geschehen, das seinen Wirkstoff über eine Kontrollmembran drei Tage lang durch die Haut direkt ins Blut abgibt. Die direkte Aufnahme ins Blut ist für den menschlichen Körper schonender und man braucht weniger Wirkstoff, um denselben Effekt zu erzielen wie bei Tablettengabe. Zusätzlich hat diese Anwendung den Vorteil, dass der Patient mit einem Pflaster drei Tage nicht mehr an seine Schmerzmedikamente zu denken braucht. Dadurch wird er unabhängiger und kann seinem Alltag wieder normal gestalten.

Der Vorteil von Opioiden ist, dass sie bei Höherdosierung auch stärker wirken. Das bedeutet, dass starke Schmerzen nicht "tapfer ertragen" werden müssen. Im Gegenteil: Es sollte immer soviel Schmerzmedikation gegeben werden, wie nötig ist, um möglichst Schmerzfreiheit zu erreichen. Opioide verlieren weder bei Langzeitanwendung ihre Wirkung noch führen sie zu Organschäden. Deshalb werden sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Behandlung starker chronischer Schmerzen empfohlen.


Helfen Antibiotika bei Erkältung? (1588 Zeichen)
 

(dgk) 70 Prozent der Erkältungen werden von Viren verursacht, so eine finnische Studie. Antibiotika nützen somit nur in wenigen Fällen und sollten bei Erkältung zurückhaltend verschrieben werden.


"Mit Doktor dauert eine Erkältung sieben Tage, ohne Doktor eine Woche." Ärzte sollten sich diese Volksweisheit zu Herzen nehmen und Antibiotika zurückhaltender verschreiben als bisher üblich - das sagen zumindest die Ergebnisse einer finnischen Untersuchung über die "gewöhnliche Erkältung". Denn Antibiotika helfen nur gegen Bakterien, eine gewöhnliche Erkältung wird jedoch laut dieser Studie zu fast 70 Prozent von Viren verursacht.

Trotzdem erhalten - zumindest in den USA - bis zu 60 Prozent aller Patienten mit Erkältung Antibiotika. Auch in Deutschland dürfte die Praxis kaum anders aussehen. Es sind aber nicht nur die Ärzte, die zu schnell mit Antibiotika bei der Hand sind, überzeugt werden müssen auch die Patienten, die diese Medikamente von ihrem Arzt verlangen. In einer aktuellen Untersuchung mit rund 250 Eltern erkälteter Kinder und ebenso vielen an Erkältung erkrankten Erwachsenen, verlangten 30 Prozent der Eltern und die Hälfte der Erwachsenen vom Arzt ein Antibiotikum.

Nicht nur angesichts wachsender Kosten im Gesundheitswesen, sondern auch und besonders eingedenk zunehmender Antibiotika-Resistenzen sollten in Zukunft ansonsten gesunde junge Erwachsene keine Antibiotika zur "Behandlung" einer Erkältung erhalten.
Übrigens: Auch ein Scheinmedikament (Placebo) bewirkt bei 77 Prozent der Patienten mit akuter Nasennebenhöhlenentzündung eine wesentliche Verbesserung.


Bei jedem Zehnten zuckt's in den Beinen (966 Zeichen)
 

(dgk) Eine amerikanische Umfrage im US-Bundesstaat Kentucky, an der rund 1800 Personen teilnahmen, hat ergeben: Zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden am so genannten Restless-Legs-Syndrom.


Hinter dem Begriff Restless-Legs-Syndrom verbirgt sich eine neurologische Erkrankung, die sich vorwiegend in den Ruhephasen, also abends und in der Nacht, durch ein Kribbeln und Zucken in den Beinen äußert. Drei Prozent der 18- bis 29- Jährigen, zehn Prozent der 30- bis 79-Jährigen sowie 19 Prozent der über 80- Jährigen gaben an, dass das Syndrom an fünf Nächten im Monat oder öfter auftritt. Die Häufigkeit bei Männern und Frauen war annähernd gleich.
Experten gehen aufgrund dieser Umfrageergebnisse von einem hohem Vorkommen des Restless-Legs-Syndroms in der Gesamtbevölkerung aus. Sie vermuten außerdem einen Zusammenhang der Erkrankung mit einem verminderten Allgemeinbefinden, z. B. durch Rauchen, Bewegungsmangel oder Diabetes.


Schulter und Nacken - Problemzonen von Büromenschen (1214 Zeichen)
 

(dgk) Wie eine repräsentative Umfrage zeigt, leiden viele Deutsche körperlich unter ihrer Arbeit. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.


Nicht nur körperlich schwere Arbeiten können die Gesundheit beeinträchtigen. Auch im Büro lauern Gefahren für den Körper. Wie die Gesundheitszeitschrift "Apotheken Umschau" in einer repräsentativen Umfrage des Gfk-Institutes unter 2.500 Deutschen erfuhr, klagen 44,9 Prozent der Befragten, die überwiegend oder teilweise am Bildschirm arbeiten, über daraus resultierende gesundheitliche Beschwerden. Verspannungen in Schulter und Nacken plagen 23,5 Prozent und Kopfschmerzattacken führen 18,6 Prozent auf den Job zurück. In beiden Fällen sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. 16,6 Prozent der Befragten beklagten trockene, brennende oder müde Augen. Diese Be-schwerden nehmen mit dem Alter der Bildschirmarbeiter zu. Große Bedeutung kommen auch immer wiederkehrenden Rückenschmerzen zu: 13,4 Prozent aller Befragten litten darunter. Überraschend: Beamte und Angestellte sind drei Mal so oft betroffen wie Freiberufler und Selbstständige. Die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm: 27 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage gingen 1999 auf diese Leiden zurück.

 

Fusszeile / Impressum