DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 41, Ausgabe 8 - 2000 Themen: Sehschwächen, Augen, Impfungen, Fuchsbandwurm, Heilungschancen, eingeschleppte Erkrankungen, Glaukom
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Deutsches Grünes Kreuz, Sehschwächen, Augen, Impfungen, Fuchsbandwurm, Heilungschancen, eingeschleppte Erkrankungen, Glaukom
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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 41, 8 - 2000

Unerkannte Sehprobleme (775 Zeichen)
 

(dgk) Vier von zehn alten Menschen haben Probleme, eine Zeitung zu lesen. Die Ursache sind nicht behandelte Sehschwächen. Dies ergab eine irische Studie, bei der Hausarztpatienten ab 75 Jahren befragt und untersucht wurden.


Demnach werden Sehschwächen im fortgeschrittenen Alter oft gar nicht erkannt. Fast jeder zweite Patient dieser Studie wurde an Augenarzt oder Optiker weiter überwiesen. Den meisten konnte dort auch geholfen werden. Ähnliche Ergebnisse brachte eine Untersuchung der Tübinger Augenklinik an Altenheimbewohnern. Dort konnte jeder Zweite trotz Sehhilfe keine Zeitung lesen. Wie sich zeigte, wären mit der geeigneten Brille fast alle dazu in der Lage gewesen. Fazit: Auch wer bereits mit einer Brille versorgt ist, sollte danach regelmäßig zum Sehtest gehen.


Liebe macht Impfungen besser verträglich (1304 Zeichen)
 

(dgk) Wenn Eltern ihr Kind während der Impfung liebevoll betreuen, reduziert das den Stress für die Eltern wie auch für das Kind erheblich.


Impfen ist wichtig. Doch manch eine Mutter denkt bestimmt schon mit Unbehagen an den nächsten Impftermin. Erst das Kleine festhalten und anschließend auch noch Geheul... Das muss aber nicht sein. Wenn Eltern und Kind entspannt an die Impfung herangehen, bleibt der Stress aus, so das Ergebnis einer amerikanischen Studie, die sich mit dem Einfluss elterlichen Verhaltens auf die Impfsituation befasste. Für die Studie erläuterten die Wissenschaftler einer Gruppe von Eltern, wie sie ihr Kind positiv beeinflussen und beruhigen können. Dann impften sie die Kinder und hielten die Reaktion von Eltern und Kind auf Video fest. Das Ergebnis: Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe - hier hatte vor der Impfung keine spezielle Beratung stattgefunden - zeigten sich sowohl die geschulten Eltern als auch deren Kinder wesentlich weniger belastet. Dies konnte auch anhand von körperei-genen Stress-Indikatoren der Kinder biochemisch nachgewiesen werden.
Das Fazit der Wissenschaftler: Besser vor der Impfung ein paar Minuten investieren und für eine angenehme und liebevolle Stimmung sorgen. Das schon bei allen Beteiligten Nerven und nimmt dem Kind die Angst vor dem Impfen.


Abschalten! Aber wie? (3366 Zeichen)
 

Natürliche Wirkstoffe aus der Kava-Wurzel bekämpfen den Stress


(dgk) Pflanzliche Präparate aus der Kava-Wurzel versprechen Hilfe bei körperlicher und psychischer Belastung. Was ist dran an der als "Anti-Stress-Wurzel" bezeichneten Naturarznei?


Hektik und Stress bestimmen zunehmend den Alltag. Zeitdruck, Probleme am Arbeitsplatz und Sorgen in der Familie belasten Körper und Seele und hinterlassen ihre Spuren: Immer mehr Menschen haben es inzwischen verlernt, abschalten zu können, sind reizbar und angespannt. Schon jetzt klagt jeder zehnte Erwachsene in Deutschland über schwerwiegende Angststörungen, oft als direkte Folge der körperlichen und psychischen Überlastung. Nicht wenige Betroffene suchen in ihrer Not einen Ausweg im Alkohol oder in Psychopharmaka, wie zum Beispiel Benzodiazepinen. Häufig schaffen sie sich damit jedoch nur neue Probleme mit Nebenwirkungen und Abhängigkeit.

Hilfe beim Durchbrechen dieses Teufelskreises versprechen nun pflanzliche Präparate, die aus der Kava-Wurzel gewonnen werden. In seiner Heimat Polynesien wird Kava schon seit vielen Jahrhunderten als natürliches Beruhigungsmittel eingesetzt. Jetzt erobert Kava zunehmend die Industrieländer. Was ist dran an dieser oft auch als "Anti-Stress-Wurzel" bezeichneten Naturarznei?

In der Tat stecken in der Wurzel des bis zu drei Meter hohen Kava-Strauches eine Menge hoch wirksamer Substanzen, die wissenschaftlich als Kavalactone oder - wegen ihre beruhigenden Wirkung - auch als Kavasedone bezeichnet werden. In verschiedenen Studien haben sich diese Kavasedone als wirkungsvolle, natürliche Alternative zu synthetischen Beruhigungsmitteln erwiesen. Sie lösen den Stress, entspannen und sind zudem gut verträglich - und vor allem führen sie nicht zur Abhängigkeit oder Gewöhnung.

"Bei 80 Prozent unserer Patienten stellten sich gute bis sehr gute Effekte ein", bestätigt Dr. Joseph Scherer, Kava-Experte und Ärztlicher Direktor der Klinik des Bezirks Oberbayern. "Vor allem die besonders bedrückenden Symptome Unruhe, Angstgefühl und Beklemmung sprachen deutlich auf die Therapie mit Kapseln eines Kava-Spezialextraktes an", schildert er seine Erfahrungen.

Voraussetzung für die volle Wirksamkeit und die gute Verträglichkeit sei allerdings auch die richtige Zubereitung des Kava-Extrakts. Vor allen Dingen käme es darauf an, dem Körper die Kavasedone so anzubieten, dass er sie optimal für seine Zwecke nutzen kann. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge zeichnet sich Kava in Form eines speziell entwickelten, dickflüssigen "Spissumextraktes" durch eine besonders gute Bioverfügbarkeit und einen sehr schnellen Wirkungseintritt aus. Kavasedonhaltige Spissumextrakte gibt es hierzulande rezeptfrei in Form von Kapseln ausschließlich in Apotheken.

Kava wirkt darüber hinaus wohl nicht nur stresslösend, beruhigend und entspannend, sondern soll auch das geistige Leistungsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit steigern. In einer wissenschaftlich kontrollierten Anwendungsbeobachtung konnten Sportbogenschützen ihre Trefferquote nach der Einnahme von Kava jedenfalls deutlich erhöhen.

Ausführliche Informationen zu den Eigenschaften von Kava enthält eine kostenlose Broschüre, die gegen Einsendung eines mit DM 1,50 freigemachten DIN A5 - Rückumschlags unter folgender Adresse angefordert werden kann: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort: Kava, Postfach 1207, 35002 Marburg.

Noch ein Tipp:

Wer sich nicht nur für die Wirkung von Kava auf das Allgemeinbefinden interessiert, sondern darüber hinaus auch mehr über die historischen Wurzeln dieser Arzneipflanze erfahren möchte, der sollte die EXPO in Hannover besuchen. Denn dort findet jeden Abend um 20.00 Uhr in Halle 13 am Stand der Südseeinselstaaten eine traditionelle polynesische Kava-Zeremonie statt.


Fuchsbandwurm: Heilung ist fast unmöglich (1164 Zeichen)
 

Experte warnt aber vor Panik: Infektionsrisiko ist sehr gering ist


(dgk) Die Infektion mit einem Fuchsbandwurm ist gefährlich, aber äußerst selten. Dieses Fazit zieht der Leiter des Institutes für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg, Prof. Dr. Matthias Frosch.


Der Fuchsbandwurm gelangt über den Kot des Rotfuchses in die Umwelt und kann über den Verzehr von Waldfrüchten auch in den menschlichen Körper geraten. Über die Zahl der tatsächlich Erkrankten gibt es nur grobe Schätzungen. Im besonders gefährdeten Baden-Württemberg zum Beispiel vermuten Ärzte jährlich 30 bis 50 neue Erkrankungen unter den gut 10 Millionen Einwohnern. Die Behandlung mit Medikamenten und durch chirurgische Eingriffe ist bis heute unbefriedigend. Wer gerne Waldfrüchte isst, sollte sie mindestens gut waschen, am besten aber erst nach Erhitzen essen. Wegen des Fuchsbandwurmes Wald und Wiese zu meiden, hält Prof. Frosch allerdings für übertrieben. "Es hat keinen Zweck, sich vor allen Gefahren schützen zu wollen, indem man das Haus nicht mehr verlässt - zumal bei einem derart geringen Risiko", so der Experte in einem Beitrag für die Apothekenzeitschrift "Gesundheit".


'Urlaubsfieber' einmal anders (2153 Zeichen)
 

Nach tropischen Reisen unbedingt einen Arzt aufsuchen


(dgk) Jedes Jahr werden zahlreiche Erkrankungen aus fernen Ländern nach Deutschland eingeschleppt. Daher die dringende Empfehlung an Tropenreisende: Wer engeren Kontakt zu Land und Leuten hatte, sollte sich nach dem Urlaub durchchecken lassen.


Wieder daheim! Die Koffer sind auf dem Dachboden verschwunden, die Filme zum Entwickeln gebracht und die Freunde haben schon den ersten Erlebnisbericht erhalten. Der Urlaub ist damit leider wieder einmal vorbei, nur die Mitbringsel erinnern noch an die schöne Zeit. Dass es allerdings auch Urlaubs-Mitbringsel der weniger schönen Art gibt, darauf weist das Deutsche Grüne Kreuz hin. Zusammen mit den Touristen überschreiten nämlich auch Viren und Bakterien, Würmer und andere Parasiten die Gren-ze nach Deutschland. Jedes Jahr werden rund 1.000 Malaria- Erkrankungen, 100 Typhusinfektionen und mindestens 1.500 Hepatitis-A-Infektionen offi-ziell gemeldet und es gibt eine große Dunkelziffer.
Tropenreisende, die engeren Kontakt zu Land und Leuten hatten, sollten sich daher nach der Rückkehr unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen.

Für Pauschalurlauber ist solch ein routinemäßiger Arztbesuch in der Regel nicht notwendig; sie halten sich nur wenige Wochen im Land auf und haben relativ wenig Kontakt zur Bevölkerung. Doch auch für sie gilt: Wer sich nach der Rückkehr unwohl fühlt, sollte dringend einen Arzt aufsuchen und ihn über seine Reise in Kenntnis setzen. Wichtige Warnsignale sind beispiels-weise Fieber, anhaltende Durchfälle mit Schleim- und Blutabgang sowie Leibkrämpfe, Erbrechen und Gelbsucht.

Auch wenn die Beschwerden bereits am Urlaubsort auftraten und dort schon mit einer Behandlung begonnen wurde, ist eine Nachuntersuchung ratsam, um die Diagnose zu bestätigen. Häufig wird im Ausland jedes Fieber als Malaria, jeder Durchfall als Amöbenruhr angesehen. Zudem ist es ganz wichtig, noch bis zu einem Jahr nach einer Reise in ein Malariagebiet bei jeder ungeklärten Erkrankung - speziell Fieber - einen Arzt aufzusuchen und ihn über die vorangegangene Reise zu informieren. Nur so kann er eine Malaria rechtzeitig erkennen und behandeln.


In Deutschland gemeldete eingeschleppte Erkrankungen (Auswahl)


Krankheit

1998

1999

(vorläufige Zahlen)

bis Juli 2000

(vorläufige Zahlen)

Shigellenruhr*

1.642

1601

337

Malaria

1.008

918

310

Typhus

76

109

27

Paratyphus*

61

84

19

Brucellose*

18

20

7

Lepra

5

6

1

Cholera

5

3

2

Hepatitis A**

3.869

3113

1007


* überwiegend im Ausland erworben (um die 80 Prozent) ** mind. zu 50 Prozent im Ausland erworben


Glaukom: Energieversorgung der Sehnervenzellen nicht kontinuierlich (4776 Zeichen)
 

(dgk) Das Glaukom, im Volksmund noch vereinzelt "Grüner Star" genannt, ist nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für Erblindung oder schwere Einschränkungen des Sehvermögens. Bei dem Leiden wird der Sehnerv irreparabel geschädigt und dies tückischerweise so schleichend, dass der oder die Betroffene es selbst oft kaum merkt, wenn er oder sie nicht regelmäßig zum Augenarzt zwecks Früherkennungsuntersuchung geht. Typischerweise kommt es zunächst in der Peripherie des Gesichtsfeldes zu Ausfällen; wird das Leiden nicht rechtzeitig erkannt oder nicht behandelt, droht schließlich eine zunehmende Einschränkung der Wahrnehmung bis hin - im extremsten Fall - zur Erblindung.


Die Ursache für diese Sehnervenschädigung glaubten die Ärzte seit mehr als einhundert Jahren zu kennen: erhöhter Augeninnendruck. Dieser ist mit einer kurzen und absolut schmerzlosen Untersuchung beim Augenarzt zu messen und sollte normalerweise nicht mehr als 20 oder 22 mm Hg betragen. Doch die Gleichung "Glaukom = zu hoher Augeninnendruck" gilt in dieser Einfachheit nicht mehr. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass bei vielen Betroffenen die Durchblutung des Sehnerven und der Netzhaut gestört ist - oder besser gesagt: die Regulation dieser Durchblutung.

Im Augeninneren gibt es normalerweise einen Regelmechanismus, der die Durchblutung der hochsensiblen Nervenzellen der Netzhaut und des Sehnervenkopfs sofort den veränderten Bedingungen anpasst. Kommt es beispielsweise zu einem Anstieg des Augeninnendrucks, verändert dieser Mechanismus, den man Autoregulation nennt, die Durchblutung über eine Gegenregulation der Gefäßdurchmesser so, dass eine ausreichende Sauerstoffversorgung dieser Nervenzellen (Ganglien) gewährleistet ist. Bei Glaukompatienten jedoch ist ausgerechnet diese Autoregulation oft gestört. Das führt dazu, dass die Sauerstoffversorgung nicht immer optimal ist - und ein Sauerstoffmangel hat gerade an Netzhaut und Sehnerv schnell fatale Folgen. Bleiben die Ganglien längere Zeit ohne ausreichenden Sauerstoff, sterben sie ab. Das Ergebnis ist eine Einschränkung der Sehkraft, die um so schlimmer wird, je mehr Ganglienzellen diesen Apoptose genannten Zelltod erleiden.

Einen Übeltäter, der oft mit einer gestörten Autoregulation einher geht, haben Ärzte inzwischen identifiziert: Es ist zu niedriger oder stark schwankender Blutdruck.

Während beim Internisten oder Hausarzt ein niedriger Blutdruck schon mal scherzhaft als "beste Lebensversicherung" bezeichnet wird, weil das Gegenteil, Bluthochdruck, für Herz und Gefäße schlimme Folgen haben kann, ist im Augeninneren ein zu niedriger Blutdruck alles andere als willkommen.

Ein zu niedriger Blutdruck bedeutet eine Minderversorgung der Netzhaut beim Glaukompatienten, da die Blutgefäße als Gegenregulativ nicht ausreichend erweitert werden. Steigt dann auch noch der Augeninnendruck an, der klassische Risikofaktor des Glaukoms, verschiebt sich das Gleichgewicht im Auge zwischen Augeninnendruck und dem Blutdruck in den Arterien, die Sauerstoff in das Auge "hineinpumpen" sollen, zugunsten des Augeninnendrucks - der Schaden wird noch größer, da noch weniger Blut und Sauerstoff den Sehnerv erreichen.

Besonders gefährdet durch Störungen der Autoregulation sind Glaukompatienten vor allem nachts, wenn es nicht selten zu Blutdruckabfällen kommt, die zu einem Sauerstoffmangel in den Ganglienzellen führen. Von dieser erst in jüngster Zeit erforschten Form des Glaukoms, bei dem der Augeninnendruck "normal", die Durchblutung aber vermindert ist, können auch schon relativ junge Leute betroffen sein.

Was kann aufgrund dieses neuen Bildes vom Glaukom als einer Krankheit mit meist kombinierter Ursache therapeutisch getan werden? Die reine Senkung des Augeninnendrucks, zu der herkömmliche Augentropfen oder die Glaukomchirurgie herangezogen wurden, ist logischerweise unbefriedigend, weil sie nur einen von (mindestens) zwei krank machenden Faktoren angeht. Sinnvoller erscheint die Gabe von Medikamenten, die eine so genannte Co-Regulation bewirken, also zwar auch den Augendruck senken, gleichzeitig aber die Durchblutung der Netzhaut und des Sehnerven fördern. Über diese Eigenschaft verfügen offenbar die Karboanhydrasehemmer, die in Deutschland seit rund drei Jahren im Handel sind. Untersuchungen in amerikanischen Kliniken haben gezeigt, dass sich nach Einträufelung dieses Wirkstoffes als Augentropfen verschiedene, im Labor messbare Kennzeichen der Durchblutung verbesserten. Mit dem Ansatz der Co-Regulation wird dem veränderten Verständnis vom Glaukom zur Zeit am ehesten Rechnung getragen. Die nahe Zukunft wird darüber hinaus möglicherweise die Entwicklung von Medikamenten erleben, die den Sehnerv grundsätzlich vor krankmachenden Einflüssen schützen können.

 

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