DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 41, Ausgabe 4 - 2000 Themen: Lärm, Hören, Gehör, Impfungen, Impfen, Alterssichtigkeit, Akupunktur, Uralub, Schmerz, Frauen, Künstliche Gelenke, Rheumamedikamente, Grüner Star, Glaukom
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Deutsches Grünes Kreuz, Lärm, Hören, Gehör, Impfungen, Impfen, Alterssichtigkeit, Akupunktur, Uralub, Schmerz, Frauen, Künstliche Gelenke, Rheumamedikamente, Grüner Star, Glaukom
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Forum Schmerz

 

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Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

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Altern in Würde (AiW)

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Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 41, 4 - 2000

Jeder macht Krach (1468 Zeichen)
 

Selbst aktiv für Ruhe sorgen


(dgk) Jeder ärgert sich hin und wieder über Lärm. Die Bohrmaschine des Nachbarn, das dröhnende Autoradio an der Ampel oder der laute LKW mit schepperndem Anhänger, immer wieder nervt uns der Krach. Ein eigens ausgerufener "Tag für die Ruhe - gegen Lärm" wird am 12. April erneut auf dieses Problem hinweisen. Doch wer macht sich schon bewusst, für welchen Lärm er selbst verantwortlich ist? Der Deutsche Arbeitsring für Lärmbekämpfung gibt hierzu folgende Tipps:


- Nicht mehr Lärm machen, als unbedingt erforderlich.
- Das Recht anderer auf Ruhe beachten.
- Kinderspielsachen (Knackfrösche, Schreckschusspistolen) auf Lautstärke überprüfen.
- Immer wenn es ratsam ist, Gehörschutz tragen.
- Beim Rasenmähen, Heimwerken usw. überprüfen, ob es auch leisere Arbeitstechniken und -geräte gibt.
- Beim Kauf auf lärmarme Produkte achten.
- Freizeitaktivitäten mit großem Lärm meiden.
- Auf dauernde Musik- oder Fernsehberieselung verzichten.
- Unnötige Strecken mit dem Auto vermeiden.
- In regelmäßigen Abständen das Gehör von Fachleuten überprüfen lassen.

Auch das Deutsche Grüne Kreuz empfiehlt, dem eigenen Gehör mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die unterschiedlichsten Lärm-Erlebnisse können im Lauf der Jahre dazu führen, dass das Gehör nachlässt. So rangiert Lärmschwerhörigkeit seit Jahren unter den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten. Die Hörminderung kann in jedem Lebensalter beginnen, doch tatenlos hinnehmen sollte man sie nicht. Ein Hörtest schafft Klarheit.


Wer nicht fragt, bleibt dumm... (2364 Zeichen)
 

Dritte, überarbeitete Auflage von Schutzimpfungen im Dialog erschienen


(dgk) Darf ein Kind mit einer Hühnereiweißallergie gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden? Können Impfungen gefährliche Krankheiten, z. B. Aids, übertragen?


Rund ums Impfen gibt es viele Fragen, die Eltern und Ärzte beschäftigen. Abgesehen davon, dass das menschliche Immunsystem eine komplizierte Angelegenheit ist, sind auch die Einzelheiten der Impfstoffherstellung für den Laien kaum durchschaubar. Wer kennt schon den Unterschied zwischen Impfstoffen, die auf Hühnerfibroblastenzellen hergestellt werden, und solchen, die auf Hühnerembryonen gezüchtet werden? Für Menschen mit einer schweren Hühnereiweißallergie, die bei Kontakt mit Eiweiß beispielsweise eine dicke Lippe bekommen, ist der Unterschied wichtig. Ein solcher Betroffener sollte auf die Impfung gegen Gelbfieber verzichten, da die Viren bisher in Hühnerembryonen vermehrt werden, und Reste des Hühner-eiweiß im Impfstoff enthalten sein können. Der gleiche Allergiker kann aber ohne Probleme gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden. Denn diese Impfviren werden auf Hühnerfibroblasten vermehrt, und die Impfstoffe sind frei von Hühnerprotein.

Durch die modernen Herstellungsmethoden ist auch die Übertragung von Krankheitskeimen ausgeschlossen. So gibt es heute keinen Impfstoff mehr, der aus dem Blut erkrankter Menschen gewonnen wird, wie es vor 15 Jahren noch beim Hepatitis-B-Impfstoff der Fall war. Früher stellte die Inaktivierung sicher, dass mögliche noch vorhandene Hepatitis-B-Viren und andere Keime abgetötet wurden und der Impfstoff auch damals sicher war. Heute kommen Impfstoffe gar nicht mehr in Kontakt mit Hepatitis-Viren, so dass ein Risiko hier bereits prinzipiell ausgeschlossen ist.

Inzwischen werden die Impfkeime oder auch nur Teile von ihnen mit Hilfe von Zellkulturen vermehrt. Zur Anwendung kommen dabei menschliche oder tierische Zellen und sogar Hefezellen. Die meisten dieser Zellkulturen werden bereits seit Jahrzehnten im Labor benutzt und behördlich überprüft, entsprechend genau kennt man ihre Eigenschaften und kann sich sicher sein, dass nicht plötzlich Krankheitserreger mit in den Impfstoff geraten. Zusätzlich wird vor Freigabe jede Herstellungs- und Abfüllcharge eines Impfstoffes genau kontrolliert. So wird sichergestellt, dass in Totimpfstoffen keine lebenden Keime mehr vorhanden sind und in Lebendimpfstoffen (z. B. Masern) keine Fremdkeime.

Die häufigsten und interessantesten Fragen zum Thema Impfen beantworten die beiden Impfexpertinnen Dr. Ute Quast und Dr. Sigrid Ley in ihrem Buch Schutzimpfungen im Dialog, das gerade in der dritten, neu überarbeiteten Auflage im Verlag im Kilian erschienen ist. Es wendet sich sowohl an Ärztinnen und Ärzte als auch an interessierte Laien.

Ute Quast, Sigrid Ley, Schutzimpfungen im Dialog, Verlag im Kilian, 252 Seiten, DM 32,00.


Korrektur der Alterssichtigkeit (2051 Zeichen)
 

(dgk) Es gibt ein Alter, ab dem scheinen die Buchstaben immer kleiner zu werden. Im Allgemeinen tritt die Alterssichtigkeit (Presbyopie) im fünften Lebensjahrzehnt auf. Die Sehkraft in die Nähe nimmt meist bis zum ca. 65. Lebensjahr kontinuierlich ab. Für Menschen, die wegen Kurzsichtigkeit schon lange eine Sehhilfe tragen, stellt sich mit fortschreitender Sehschwäche die Frage, mit welchen Hilfsmitteln die Fehlsichtigkeit korrigiert werden soll. Die Möglichkeiten sind heutzutage vielfältig. Eine operative Korrektur von Kurzsichtigkeit kann erwogen werden - dann benötigt der Patient aber noch immer eine Sehhilfe für den Nahbereich. Gebräuchlich sind auch das Tragen von je einer Nah- und Fernbrille im Wechsel oder einer Bifokalbrille, also einer Fernbrille mit eingeschliffenem Nahbereich. Kosmetisch wesentlich ansprechender sind die Brille mit Gleitsichtgläsern und die Kombination von Brille für den Nah- und Kontaktlinsen für den Fernbereich. Und seit einigen Jahren ist auch die Anpassung von Bi- oder Multifokal-Kontaktlinsen (Mehrstärkenlinsen für alle Sehbereiche) machbar.


Solche Mehrstärkenlinsen sind in verschiedene Sehzonen eingeteilt. Die jeweils "richtige" Schärfe entsteht durch das Zusammenspiel von Linse, Tränenfilm, Auge und Gehirn. Sie sind aber kein hundertprozentiger Ersatz für eine Brille. Auch der Umgang mit den Linsen (einsetzen, reinigen) muss berücksichtigt werden, und es gibt immer wieder Phasen eingeschränkten Tragekomforts. Beispielweise während einer Erkältung, bei Heuschnupfen oder bei starkem Gegenwind. Außerdem kann die Eingewöhnungszeit mehrere Wochen betragen. Teilweise ist mit Kontrasteinbußen zu rechnen, so dass zum Beispiel Autofahren in der Dämmerung gefährlich sein kann.

Dennoch werden Mehrstärkenlinsen von immer mehr Trägern als Schritt in eine neue Freiheit empfunden: Klare Sicht ohne ständige Brillensuche und ohne Anheben der Brille. Besonders geeignet sind Mehrstärkenlinsen für Menschen, die in verschiedenen Blickrichtungen und Distanzen arbeiten, aber auch für Sport und Freizeit.


Schmerzen - Frauen leiden anders (1891 Zeichen)
 

(dgk) Ob Rücken, Gelenke oder Nerven: Jeder Mensch empfindet Schmerzen anders. Wie Schmerzen wahrgenommen werden, hängt entscheidend von der körperlichen, psychischen und sozialen Situation der Betroffenen ab. Dass Art und Stärke des Schmerzerlebens offenbar auch vom Geschlecht beeinflusst werden, fanden jetzt Forscher der Universität Illinois (USA) heraus.


Bei Versuchen mit Mäusen konnte Professor Jeffrey Mogil feststellen, dass weibliche und männliche Tiere eine unterschiedliche Schmerzwahrnehmung haben. Weibliche Tiere empfanden Schmerz intensiver als männliche. "Es gibt wirklich Unterschiede in der Reaktion auf Schmerz", sagt Mogil. "Diese Erkenntnis sollte die Brandmarkung von Menschen aufheben, die schmerzsensibel sind." Die Ergebnisse sind für Mogil Anlass darauf hinzuweisen, dass Schmerzen in jedem Fall ernst zu nehmen sind und keinesfalls Ausdruck mangelnder Willenskraft bei den Patienten. Dr. Rod MacQueen, Canberra (Australien), fordert deshalb, dass sich aufgrund der Ergebnisse "unsere Sicht von den harten und schwachen" Patienten ändern muss. Jeder Patient hat ein Recht darauf, dass seine Schmerzen ernst genommen und behandelt werden.

Doch leider hat sich diese Erkenntnis in Deutschland offensichtlich noch nicht durchgesetzt. Wie könnte sonst erklärt werden, dass lediglich zehn Prozent der chronisch Schmerzkranken adäquat behandelt werden. Gerade bei Krankheiten wie Rheuma, Arthrose und Osteoporose ist die notwendige Bewegungstherapie oft nur durch den Einsatz starker Schmerzmittel wie den Opioiden möglich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Opioide zur Therapie chronischer Schmerzen, weil es sich dabei um Medikamente handelt, deren Wirksamkeit auch bei dauerhafter Anwendung nicht nachlässt und die keine Organschäden, z. B. an Leber und Niere, verursachen. Das Opioid mit der längsten Wirkungsdauer ist zurzeit das 3- Tage-Schmerzpflaster.


Akupunktur 'mit links'? (1135 Zeichen)
 

Fundierte Ausbildung statt Crash-Kurs für Ärzte gefordert


(dgk) Der Trend zu alternativen Heilverfahren hält an. Deshalb "liebäugelt" auch so mancher niedergelassene Arzt mit der Vorstellung, seinen Patienten die breite Palette der Akupunkturbehandlung anzubieten. Doch wo lernt man schnell und fachmännisch den Umgang mit den heilsamen Nadeln? Gerade hierin liegt das Problem. Denn die in Deutschland verlangten Qualitätskriterien, um eine kunst- und fachgerechte Akupunktur durchzuführen zu können, sind nach Ansicht des Klinikleiters des Deutschen Akupunkturzentrums in Bad Aibling, Dr. Rainer Pawelke, unzureichend. Hier könne nur ein Zweitstudium der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die notwendige Qualität garantieren. Sowohl "Crash-Kurse" mit 140 Stunden (A-Diplom) als auch mit 340 Stunden (B-Diplom) reichten, so Dr. Pawelke, nicht aus, um die große Bandbreite der Akupunkturbehandlung fundiert zu erlernen und anzuwenden. Das Mindeste sei eine 1 000 Stunden-Ausbildung in Theorie und Praxis. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 35.000 Ärzte, die mit einem A-Diplom Akupunkturleistungen für Kassenpatienten erbringen - mit einer sicherlich oft ungenügenden Therapiequalität.


Gesunde Ferien (819 Zeichen)
 

(dgk) Das Wetter wird milder, die Sonne scheint - Zeit, sich Gedanken über den Sommerurlaub zu machen. Denken Sie bei der Reise aber auch an die Gesundheit von Ihnen und Ihrer Familie!


Einen Überblick über die wichtigsten Gesundheitsfragen rund um das Reisen gibt das neue Büchlein Kompass für Gesunde Ferien, das der Verlag im Kilian in der Reihe Kilian mini herausgegeben hat. Praktische Checklisten helfen bei der Urlaubsvorbereitung. Die beiden in der Reisemedizin erfahrenen Autorinnen geben Tipps zum Reisen mit dem Auto, Flugzeug und dem Bus, die bereits die Fahrt zum Urlaubsort erleichtern. Die Ratschläge zum Verhalten am Reiseziel sorgen dafür, dass Sie sich im Urlaub wohl fühlen. Das Buch wendet sich an alle Reisenden und berücksichtigt auch Fernreisende, Kinder, Senioren und Reisende mit Vorerkrankungen.

Sigrid Ley, Heike Thiesemann-Reith:
Kompass für gesunde Ferien
Verlag im Kilian, 116 Seiten, 9,90 DM.


Sind Frauen die besseren Ärzte? (1321 Zeichen)
 

(dgk) Obwohl die Zahl der Medizinstudentinnen stetig steigt, sind Ärztinnen zumindest in den Universitätskliniken nach wie vor unterrepräsentiert. Das liegt vor allem daran, dass Frauen - im Gegensatz zu den meist rein berufsorientierten Männern - eine "Gesamt-Lebensqualität" anstreben, d. h. sie versuchen, Familie und Kinder mit ihren beruflichen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Dabei tritt der Beruf, zumindest eine Zeitlang, in den Hintergrund. Während dessen sind ihre männlichen Kollegen auf der Karriereleiter schon ein gutes Stück weiter geklettert. Was die Qualifikation der Frauen für den Arztberuf betrifft, haben sie - so das Resümee der Psychiaterin Therese Augsburger aus Zürich nach einer Befragung von 500 Medizinstudienanfängern - gegenüber ihren Berufskollegen allerdings eindeutige Vorzüge: Die typisch weiblichen Eigenschaften wie zuhören können, ganzheitliches Denken, Sensibilität und Einfühlungsvermögen erleichtern die Entwicklung einer partnerschaftlichen Beziehung zwischen Ärztin und Patient - ein nicht zu unterschätzender Faktor für den Heilungsprozess. Und da Frauen während des Studiums durchaus eine Menge Ehrgeiz und Fleiß entwickeln, um die notwendigen fachlichen Voraussetzungen zu erlangen, muss man sich fragen: Sind die "Göttinnen in Weiß" vielleicht doch die besseren Ärzte?


Künstliche Gelenke dürfen nicht überbeansprucht werden (925 Zeichen)
 

Gelenkersatz nur für "normalen Gebrauch" geeignet


(dgk) Wer ein künstliches Gelenk bekommen hat, muss übermäßige Belastungen vermeiden. Hüft- oder Kniegelenke aus Stahl sind nur ein Ersatz, der mit den natürlichen Knochenverhältnissen nicht zu vergleichen ist. Das unterstrich in einem Interview mit dem Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" Professor Dr. Dieter Wessinghage, Regensburger Experte für Gelenkersatz. Wer sich mit seinem neuen Gelenk so wohl fühlt, dass er die gewonnene Freiheit durch mehr Bewegung nützen möchte, dem empfiehlt Professor Wessinghage Schwimmen als idealen Sport. Aber auch andere Bewegungen ohne abrupte Stopps und Drehungen wie zum Beispiel
Fahrrad fahren könnten mit künstlichen Gelenken absolviert werden. Wessinghage: "Nutzen Sie Ihre künstlichen Gelenke für den normalen Gebrauch, damit Sie möglichst lange etwas davon haben." Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 120.000 Gelenke und 40.000 Kniegelenke durch mechanische Prothesen ersetzt.


Rheumamedikamente: Wirksam, oft aber tödlich (2579 Zeichen)
 

(dgk) Unerträgliche Schmerzen in den Gelenken oder Muskeln: Schätzungsweise 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der Volkskrankheit Arthrose, einem Leiden, das trotz aller Bemühungen der Wissenschaftler bis heute nicht heilbar ist. Alleiniges Ziel der Therapie ist daher, die quälenden Schmerzen der Betroffenen zu lindern.


Ärzte verordnen dazu die so genannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), die zuverlässig wirken, jedoch zu einer großen Zahl schwerwiegender Komplikationen führen können. Eine neue Studie, die dieser Tage in der Fachzeitschrift "Pain" veröffentlicht wurde, zeigt, dass einer von 1.200 Patienten, die über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten mit einem solchen NSAR behandelt wurden, an schweren Blutungen des Magen-Darm-Traktes oder anderen Komplikationen stirbt. Nichtsteroidale Antirheumatika fordern damit drei Mal mehr Tote pro Jahr als beispielsweise Gebärmutterhalskrebs oder Hautkrebs.

Studienleiter Dr. Martin R. Tramèr, Anästhesist an der Universitätsklinik in Genf, analysierte die Daten von rund 250.000 Rheumapatienten aus insgesamt 49 Studien, Verlaufsbeobachtungen und Fallbeschreibungen. "Viele Ärzte wissen, dass nichtsteroidale Antirheumatika Magengeschwüre auslösen können, die Magenblutungen und in einigen Fällen sogar den Tod zur Folge haben", so Dr. Tramèr. Trotzdem würden NSAR zu häufig verordnet, insbesondere bei Menschen mit arthritischen Beschwerden. Alleine in Deutschland werden in jedem Jahr rund 960 Millionen Tagesdosen solcher Schmerzmedikamente (Diclofenac, Indometacin, Ibuprofen und Piroxicam) an Rheumapatienten verschrieben. Nicht eingerechnet ist dabei der Verbrauch der freiverkäuflichen Acetylsalicylsäure.

Nach einer Untersuchung von Dr. Wolfgang W. Bolten, Chefarzt der Rheumaklinik Wiesbaden, liegt die Zahl der NSAR-bedingten Todesrate in Deutschland mit jährlich 1.100 bis 2.200 Fällen auf einem ähnlichen Niveau wie in der jetzt in Großbritannien publizierten Studie. Laut Bolten werden in jedem Jahr 10.700 Patienten als Notfall in eine Klinik eingeliefert, weil sie wegen ihrer Rheumamedikation einen Magendurchbruch, Magengeschwüre oder -blutungen erlitten haben.

"Von der gesetzlichen Krankenversicherung wird in jedem Jahr fast eine Viertelmilliarde DM für gastrointestinale NSAR-Nebenwirkungen investiert", so Bolten. "Neue Rheumamedikamente mit geringerem gastrointestinalen Risiko, so genannte COX-2 spezifische Inhibitoren, beispielsweise mit dem Wirkstoff Rofecoxib, könnten zur Lösung eines auf Bevölkerungsebene gravierenden Qualitätssicherungsproblems beitragen."


Bei Grünem Star droht die Erblindung (1204 Zeichen)
 

(dgk) Der Grüne Star (Glaukom) ist eine der gefährlichsten Augenerkrankungen. Das Tückische am Glaukom ist, dass die Betroffenen meist lange Zeit überhaupt nichts von der Erkrankung bemerken und auch nicht wahrnehmen, wie sich ihr Gesichtsfeld immer weiter verengt. Wird der Grüne Star aber nicht frühzeitig erkannt und behandelt, droht den Betroffenen möglicherweise die völlige Erblindung. Mehr als 500.000 Menschen in Deutschland sind bereits am Grünen Star erkrankt, fast 5 Millionen Deutsche über 40 Jahre sind gefährdet, denn sie leben mit einem zeitweise oder ständig zu hohen Augeninnendruck, der wichtigsten Ursache des Grünen Stars.


Wie kann man den Grünen Star frühzeitig erkennen und wie lässt sich das Fortschreiten der Krankheit wirksam aufhalten? Das sind nur zwei der wichtigsten Fragen, die Dr. Günter Gerhardt in der Sendereihe "ZDF-Gesundheit!" am Dienstag, dem 02. Mai 2000 von 11.35 bis 12.00 Uhr, beantworten wird.

Ab 12.00 Uhr, also direkt im Anschluss an die Sendung, stehen acht namhafte Experten aus der Augenheilkunde allen Zuschauerinnen und Zuschauern telefonisch für eine individuelle Beratung zur Verfügung. Die kostenlose Service-Telefonnummer hierfür lautet 0130 / 50 20.

 

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