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pgk, Jg. 42, 9/10 - 2008
Wachstumsschmerzen: Wenn das „Großwerden” schmerzt
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- Foto: MEV
(pgk) Schmerzen während des Wachstums werden bei Vorschul- und Schulkindern oft nicht richtig ernst genommen. Doch eingebildet sind sie nicht, nur schwer zu erkennen. Meist beginnen die Attacken abends, wenn das Kind schlafen soll. Es weint und beteuert etwa 10 bis 15 Minuten lang, dass es Schmerzen in den Knien, Fußgelenken oder Armen habe. Diese Phase dauert etwa zwei Wochen. Dann ist für ein halbes Jahr wieder Ruhe mit dem „Kindertheater“. Ist das eine Masche oder ein ernst zu nehmendes Problem?
Diagnose braucht Erfahrung
Viele Lehrbücher erwähnen Wachstumsschmerzen gar nicht oder widmen den Beschwerden nur ein paar Zeilen. Dabei ist das Problem nicht selten. Ein Viertel bis die Hälfte aller Kinder zwischen fünf und zehn Jahren leidet immer mal wieder, oft zwei- bis dreimal im Jahr, während einiger Wochen daran.
Einziges Merkmal von Wachstumsschmerzen sind die Schmerzen vor allem der Arme und Beine, manchmal auch der Füße, wechselseitig links oder rechts. Weder Rötung noch Schwellung, Ausschlag oder Fieber treten dabei auf. Laboruntersuchungen bleiben negativ. Meist sind die Attacken abends oder nachts, selten tagsüber. Die Diagnose ist auch deshalb schwer zu stellen, weil die kleinen Patienten hinsichtlich der Schmerzstärke und des Schmerzortes nur selten sichere Angaben machen können.
Ursachen noch immer unklar
Die Ursache der Schmerzen beim Wachstum könnte die Dehnung der Sehnen und Bänder sein. „Die Sehnen und Bänder wachsen nicht so schnell mit, wenn der Körper sich nachts streckt und bei einem Schub um 0,2 Millimeter wächst”, meint hierzu Dr. med. Wolfgang Sohn, Allgemeinmediziner aus Schwalmtal. Als Therapie empfiehlt sich Wärme, zum Beispiel durch Massage, Moorsalben oder Infrarotbestrahlung. Wenn es besonders schlimm ist, können auch Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden. „Ganz wichtig ist auch die Zuwendung der Eltern”, rät Sohn. Nehmen Sie die Beschwerden des Kindes ernst. Trösten Sie es und lesen Sie eventuell eine Geschichte vor oder singen Sie zusammen, denn Ablenkung verringert den Schmerz.
Informationen zur Schmerztherapie und zum richtigen Umgang mit Schmerzen finden Sie unter
www.forum-schmerz.de im Internet.
Typische Anzeichen für Wachstumsschmerzen
- Tritt üblicherweise im Kleinkindesalter, manchmal bis in die Pubertät hinein auf
- Auftreten am Abend oder nachts, häufig nach ausgiebiger Bewegung tagsüber, niemals aber während der körperlichen Belastung selbst.
- Der Schmerz ist nicht exakt lokalisierbar, betrifft hauptsächlich die langen Röhrenknochen (z. B. Unter- oder Oberschenkel), selten die Gelenke
- Der Schmerz wandert oder wechselt die Seiten
- Die Schmerzdauer schwankt zwischen wenigen Minuten und einer Stunde
Quelle: nach Dr. med. Martin Lang, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin, Augsburg
Fluoridgabe im Kleinkindalter
Tabletten oder Zahncreme?
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- Foto: DGK
(pgk) Karius und Baktus, die beiden bösen Kobolde, kommen spätestens im Kindergarten zur Sprache. Doch was tun bis dahin? Wie schütze ich mein Baby? Bereits mit dem ersten Zahn entsteht die Gefahr von Karies.
Fluoride sind ein wichtiger Bestandteil der Kariesprophylaxe. Sie härten den Zahnschmelz und haben eine positive Wirkung auf die Zahnoberflächen. Dadurch können sich die Bakterien nur schwer dort anheften, vermehren sich weniger und der Zahnbelag entsteht langsamer. Als natürliche Spurenelemente sind Fluoride im Trinkwasser und in verschiedenen Lebensmitteln enthalten. Diese natürlichen Quellen reichen jedoch für die Deckung des Bedarfs nicht aus. Daher sind die Salze in fast allen Zahncremes enthalten. Die Schutzwirkung der Fluoride ist unbestritten, und daher sind sich Kinderärzte und Zahnärzte darin einig, dass bereits Säuglinge ausreichend damit versorgt werden müssen. Nur wie diese Versorgung aussehen sollte, darüber gibt es in der Fachwelt unterschiedliche Ansichten.
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt, von Geburt an bis ins Alter von drei Jahren Fluoride in Form von Tabletten oder Tropfen zu verabreichen (im ersten Jahr in Kombination mit Vitamin D zur Rachitisprophylaxe und für das Knochenwachstum). Diese frühe Gabe soll die Zahnhärtung bereits in der Phase des Zahnaufbaus unterstützen. Ab dem ersten Zahn sollte das Kind zusätzlich in die tägliche Zahnpflege eingewiesen werden. Dabei sollten Eltern ihren Kindern die Zähne entweder ohne Zahnpasta oder mit einer fluoridfreien Creme putzen, um Überdosierungen zu vermeiden. Bei den Allerkleinsten reinigt man die Zähne am besten mit einem feuchten Wattestäbchen. Sind schon mehrere Zähne vorhanden, können diese mit einer Kinderzahnbürste geputzt werden. Erst nach Absetzen der Tabletten sollen Kinder dann eine fluoridhaltige Zahncreme verwenden.
Zahnärztliche Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) raten dagegen dazu, keine Fluoridtabletten zu verwenden. Vor dem sechsten Lebensmonat ist aus Sicht der Zahnärzte keine Fluoridierung notwendig. Erst mit dem ersten Milchzahn empfiehlt sich täglich einmaliges Zähneputzen mit einem erbsengroßen Stück fluoridhaltiger Kinderzahnpasta, die nicht mehr als 500 ppm Fluorid enthält. Fruchtgeschmack ist unangebracht, da Kleinkinder die Zahnpasta so eher schlucken. Ab dem zweiten Lebensjahr sollten Eltern dem Kind zweimal täglich auf diese Weise die Zähne putzen. Die Zahnärzte begründen ihre Empfehlung mit Studien, die zeigen, dass eine lokale Behandlung von Fluoriden, also ein direktes Auftragen auf den Zahn, wirkungsvoller ist als eine Tablettengabe. Außerdem befürchten sie, dass durch die Verwendung von Fluoridtabletten die Gefahr einer erhöhten Aufnahme bestehe. Diese kann zu dem Problem der Dentalfluorose, weißlichen bis hin zu bräunlich-gelben Flecken im Zahnschmelz, führen.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass eine individuelle Fluorid-Anamnese des Kindes vom Zahnarzt erstellt wird. Stellt der Zahnarzt beispielsweise ein hohes Kariesrisiko fest, sind Fluoridtabletten weiter sinnvoll. Gehen Sie daher mit Ihrem Kind auch ruhig schon sehr früh und regelmäßig zum Zahnarzt. Zu Beginn passiert ja nichts Schlimmes. Und so erlebt es die Atmosphäre dort sehr unbeschwert und gewinnt Vertrauen, das für eventuell später auftretende Zahnprobleme wichtig ist.
Salmonellen lauern auch auf Schildkröten und im Stockbrot
Die bakteriellen Durchfallerreger sind für Kinder besonders gefährlich
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- Foto: DGK
(pgk) Salmonellen sind weit verbreitet, die Salmonellose zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. 90 Prozent aller lebensmittelbedingten Infektionen in Deutschland werden von Salmonellen verursacht. Weithin bekannt sind die Lebensmittel, die häufig mit Salmonellen besiedelt sind: Eier und Fleisch. Besonders begünstigt wird die Verbreitung der Salmonellen durch eine mangelhafte Kühlung von Lebensmitteln. Daher lauten die bekannten Vorsichtsregeln: Beim Einkauf die Kühlkette nicht unterbrechen, Mayonnaise nicht in die Sonne stellen, Fleisch durchgaren, die Küche sauber halten!
Doch auch lebende Tiere bergen eine Infektionsgefahr, die häufig übersehen wird. Rund zehn Prozent aller menschlichen Salmonellen-Erkrankungen sind auf direkten Kontakt mit Reptilien wie Schildkröten, Geckos oder Leguane zurückzuführen. Daher raten Kinderärzte Eltern von Kleinkindern, auf solche Haustiere zu verzichten. Denn Kinder unter fünf Jahre sind besonders gefährdet, da ihre Magensäurebildung noch nicht voll entwickelt ist und dadurch noch nicht so viele Keime im Magen abgetötet werden können.
Kinder sind auch deswegen stärker von einer Salmonellose betroffen, weil sie sich durch ihr Verhalten einem höheren Risiko aussetzen, schlicht weil sie öfter ihre ungewaschenen Finger oder ungesäuberte, eventuell kontaminierte Gegenstände in den Mund stecken.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist auf eine weitere, oft vergessene Gefahrenquelle hin: das gerade im Spätsommer in manchen Gegenden beliebte Stockbrot-Backen über dem Lagefeuer. Dabei wird Brot- oder Kuchenteig um einen Ast gewickelt und wie ein Würstchen über offenem Feuer „gegrillt“. Der Teig sollte besser ohne Eier zubereitet werden, rät das BfR, denn oft ist er zwar außen schon rabenschwarz, innen aber noch roh, wenn er gegessen wird.
Die ersten Symptome einer Salmonellenvergiftung treten meist 12 bis 36 Stunden nach der Ansteckung auf: plötzlicher wässriger Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber. Die Art und Heftigkeit der Beschwerden ist abhängig von der Zahl der aufgenommenen Keime. Aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes kann eine Salmonellose bei Kleinkindern sehr schwer verlaufen und sollte vom Arzt behandelt werden. Aber auch infizierte Erwachsene, denen eine Salmonelleninfektion oft nicht so schwer zu schaffen macht wie Kindern, sollten einen Arzt aufsuchen, damit eine sichere Diagnose gestellt werden kann. Dann kann der Rest der Familie sich besser vor einer Ansteckung mit der meldepflichtigen Infektionskrankheit schützen.
Quellen:
Kinder- und Jugendärzte im Netz: Salmonellen, Meldung vom 15.08.08
Bundesinstitut für Risikobewertung: Salmonellen und ihre Bedeutung als Krankheitserreger, Stockbrot-Teig lieber gleich ohne Eier zubereiten, Meldung vom 21.07.08
„Disco-Mucke“ macht durstig
Studie: Je lauter die Musik, desto größer das Verlangen nach dem nächsten Bier
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(pgk) Musik ist ein Lebenselixier für Kinder und Jugendliche. Am Wochenende ist vor allem für Teenager fast immer ein Discobesuch angesagt. Dass dabei die Musik animierend wirkt, ist bekannt. Doch was einerseits allgemein die Stimmung hebt, hat andererseits auch Nachteile: Denn Musik hat Einfluss auf das Trinkverhalten. Frühere Studien haben belegt, dass schnelle Rhythmen auch zu schnellem Trinken verleiten. Nun haben französische Wissenschaftler in einem Experiment nachgewiesen, dass auch die Lautstärke offenbar eine Rolle spielt: Je lauter ein Musikstück, desto mehr regt es dazu an, sein Glas schneller zu leeren und damit insgesamt auch mehr zu trinken. Sie zeigten, dass die Bereitschaft, Alkohol zu konsumieren, mit der Lautstärke der Musik zunimmt. Die Studienbeobachtungen fanden in Bars statt, doch dürften die Ergebnisse auch auf Diskotheken und andere Gastronomie-Unternehmen übertragbar sein.
Für ihr Experiment hatten die Wissenschaftler der Université de Bretagne-Sud um den Psychologen Nicolas Gueguen an drei Samstagen in zwei Bars einer westfranzösischen Stadt heimlich das Trinkverhalten von Besuchern beobacht und dieses protokolliert. Beteiligt waren 40 zufällig ausgesuchte, ausschließlich männliche Kneipengäste im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die jeweils ein Bier (0,25 Liter) bestellt hatten. In Abstimmung mit den Barbesitzern wurde die Lautstärke der Musik zwischen moderaten 72 Dezibel und lauten 88 Dezibel reguliert. Gespielt wurden Musikstücke aus der aktuellen Top-40-Liste.
Ergebnis: Es gab klare Unterschiede im Trinkverhalten: Während die Gäste bei leiser Musik durchschnittlich rund 15 Minuten für ihr Bier benötigten, tranken die Besucher bei lauter Musik ihr Glas in weniger als 12 Minuten leer. Und sie konsumierten insgesamt auch mehr.
Die Forscher liefern dafür zwei mögliche Erklärungen: Entweder erhöht die laute Musik den allgemeinen Erregungszustand der Gäste, was zu einer schnelleren Trinkgeschwindigkeit führt. Oder die Gäste trinken mehr, weil eine Unterhaltung bei hoher Lautstärke schwieriger wird. Das heißt, statt mit dem Nachbarn sprechen und soziale Kontakte pflegen zu können, greift man eben notgedrungen häufiger zum Glas.
Als Fazit ihres Experiments plädieren die Wissenschaftler dafür, Barbesitzer über den Zusammenhang zwischen Musik und Alkoholkonsum aufzuklären und sie dazu anzuhalten, keine übermäßig laute Musik in ihren Lokalen zu spielen, um die Gäste vor überhöhtem Alkoholkonsum zu bewahren. Inwieweit die Gastronomen diesen Appell befolgen, der gegebenenfalls einen Einnahmeverlust für sie bedeutet, ist eine andere Frage.
Quellen:
Nicolas Guéguen, Céline Jacob, Hélène Le Guellec, Thierry Morineau, and Marcel Lourel: Sound Level of Environmental Music and Drinking Behavior: A Field Experiment With Beer Drinkers, in: „Alcoholism: Clinical & Experimental Research“, online-Vorabveröffentlichung, Abdruck der Studie in der Oktoberausgabe (doi: 10.1111/j.1530-0277.2008.00764.x), Abstract:
www3.interscience.wiley.com/journal/
Lautstärke der Musik triggert Alkoholkonsum, in: Deutsches Ärzteblatt, 12. August 2008,
www.aerzteblatt.de/
per pedes in die Penne
Kinder sollten den Schulweg zu Fuß zurücklegen / Reflektoren schützen in der Dämmerung
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- Mit reflektierenden Überwürfen bringen junge Verkehrsteilnehmer zum Ausdruck: „Ich will gesehen werden!“ Foto: DGK
(pgk) Der 22. September ist jedes Jahr der „Zu Fuß zur Schule“-Tag – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. An diesem Tag werden Kinder aufgefordert, sich zu bewegen und zu Fuß zur Schule zu kommen. Auch Eltern und Lehrer sollen mitmachen und an diesem Tag das Auto stehen lassen. Außerdem können Schulklassen das Anliegen mit Aktionen unterstützen.
Zu Fuß zur Schule zu gehen hat einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern: Sie werden wacher, konzentrierter und ausgeglichener in der Schule ankommen. Sie können mit Freunden den Schulweg gemeinsam erleben und werden sozial kompetenter und selbstbewusster. Außerdem ist Bewegung gut gegen Haltungsschäden und Gewichtsprobleme, an denen heutzutage Mädchen und Jungen bereits im Grundschulalter leiden. Von „Eltern-Taxis“, mit denen Papa oder Mama den Nachwuchs in die Schule kutschieren, raten Experten daher ab.
Gehen die Kinder dagegen zu Fuß zum Kindergarten oder zur Schule, können sie das räumliche Vorstellungsvermögen und die Wahrnehmung von Entfernungen, Zeit und Geschwindigkeit trainieren. Diese Erlebniswelt benötigt aber einen sicheren Rahmen. So ist es empfehlenswert, die Kinder anfänglich zu begleiten, eine feste Route zu vereinbaren und wichtige Verhaltensregeln zu verabreden.
Für zusätzliche Sicherheit in der Dämmerung sorgen reflektierende Klackarmbänder und Sicherheitsdreiecke zum Umhängen. Die Rückstrahlkraft dieser reflektierenden Schutzvorkehrungen bewirkt, dass Personen schon in einer Entfernung von 160 bis 300 Metern wahrgenommen werden. Gewährleistet ist diese Leuchtleistung, wenn die reflektierenden Produkte der Europäischen Norm EN 13356 entsprechen.
Das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz bietet solche reflektierenden Schutzvorkehrungen mit dem Motiv einer großen Hand an. Das macht deutlich: „Ich will gesehen werden!“ Aber nicht nur auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten, sondern auch bei Gruppenausflügen kann damit für mehr Sicherheit gesorgt werden (Ein Reflex-Set-Einzeln für ein Kind, bestehend aus einem reflektierendem Überwurf und zwei Klackarmbändern, kostet 14,28 Euro inkl. MwSt plus
4 Euro Versandkosten, bei Nachnahme zzgl. 6,50 Euro).
Weitere Informationen auf:
www.shop.dgk.de, Sicherheitsset „Strahlende Kinder“
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Heile, heile Gänschen...
Einmal drauf gespuckt, schon wird’s besser / Warum Speichel als Medizin so wirksam ist
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(pgk) Spucke als Allheilmittel – das wusste schon die Oma, die dem Enkel nach einem Sturz ein wenig Speichel auf die Wunde rieb. Und so weiß heutzutage jedes Kind, dass Speichel anscheinend medizinische „Zauberkraft“ hat. Warum das tatsächlich so ist, haben jetzt niederländische Wissenschaftler herausgefunden. Eiweiße aus der Gruppe der Histatine sind offenbar des Rätsels Lösung.
Ein Forscherteam um Menno Oudhoff vom Amsterdamer Universitätszahnklinikum züchtete menschliche Zellen aus dem Mund in verschiedenen Gefäßen mit und ohne Speichel, fügte den Zellen kleine „Verletzungen“ zu und stellte fest, dass die Zellen im Speichelgefäß nach 16 Stunden fast vollständig wieder intakt waren. Bei den anderen Zellkulturen waren die Wunden dagegen zu großen Teilen noch unverheilt. Die Wissenschaftler untersuchten daraufhin jeden einzelnen Speichelbestandteil auf seine Fähigkeit, Wunden zu heilen. Dabei zeigte die Eiweißsubstanz Histatin (Histatin 1 und Histatin 2) die gesuchte heilende Wirkung. Von Teilen dieses Proteins (Histatin 5) wusste man bisher nur, dass sie eine pilzabtötende Wirkung besitzen. Offenbar aber hat Histatin aber auch positiven Einfluss auf die Heilung von Wunden.
Hintergrund der Untersuchungen war die Beobachtung, dass Wunden im Mund sehr viel schneller heilen als Wunden auf der Haut. Bei Nagern hatte man in der Vergangenheit festgestellt, dass diese in ihrem Speichel verschiedene Wachstumfaktoren enthalten, die Wunden schnell heilen lassen. Das könnte erklären, warum Tiere intensiv ihre Wunden lecken. Beim Menschen aber war bislang der Nachweis solcher Substanzen sehr viel schwieriger, weil diese hier nur in einer 100.0000-fach niedrigerer Konzentration vorkommen. Die Identifizierung des Wundheilstoffes Histatin im menschlichen Speichel gelang den niederländischen Wissenschaftlern nun mittels eines Hochleistungs-Flüssigchromatographie-Verfahrens.
Damit erhält die Redewendung „Sich seine Wunden lecken“ nun auch für den Menschen berechtigte Bedeutung. Allerdings sollte man bedenken, dass sich in der Mundflora und damit im Speichel gegebenenfalls auch Bakterien befinden, die der Gesundheit eher abträglich sind. Ob da dann die Spucke immer so günstig ist, ist also nicht grundsätzlich gesagt.
Die Forscher hoffen indes, dass aufgrund ihrer Speichel-Erkenntnisse in Zukunft neue Medikamente für die Behandlung von chronischen Wunden, wie sie zum Beispiel häufig bei Diabetes-Patienten auftreten, entwickelt oder Heilungsprozesse von Brandverletzungen und frischen OP-Wunden durch die Histatin-Wirkstoffe im Speichel wirkungsvoll unterstützt werden können.
Quellen:
Menno J. Oudhoff, Jan G. M. Bolscher, Kamran Nazmi, Hakan Kalay, Wim van 't Hof, Arie V. Nieuw Amerongen, and Enno C. I. Veerman, Histatins are the major wound-closure stimulating factors in human saliva as identified in a cell culture assay, published online before print July 23, 2008 (as doi: 10.1096/fj.08-112003),
www.fasebj.org/
MELDUNG
So schützen Sie Ihr Baby vor Allergien
Zweite Auflage der DGK-Broschüre zur Allergievorbeugung bei Säuglingen
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(pgk) Babys sind besonders gefährdet, eine Allergie zu entwickeln, denn sie reagieren sehr empfindlich auf allergene Substanzen in ihrem Umfeld. Für Kinder, deren Eltern oder Geschwister Allergiker sind, gilt das ganz besonders. Doch die erbliche Veranlagung allein führt nicht zwangsläufig zu einer Allergie-Entwicklung. Erst ein zu früher oder häufiger Kontakt mit einem möglichen Allergen kann die Erkrankung auslösen. Unverändertes Kuhmilch-Eiweiß stellt hierbei die größte Gefahr für den jungen Organismus dar. Es ist in Milch und Milchprodukten enthalten wie auch in herkömmlicher Säuglingsmilchnahrung. Die beste Möglichkeit, Allergien bei Kindern vorzubeugen, ist deshalb das Meiden dieses Allergens. So haben verschiedene Studien in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Stillen oder eine wissenschaftlich geprüfte hypoallergene (allergenarme) Nahrung das Allergierisiko von Babys um die Hälfte senken können. Zudem sollten zusätzliche Nahrungsmittel erst nach einem halben Jahr in die Säuglingsernährung eingeführt werden. Die richtige Ernährung in den ersten Lebensmonaten spielt damit eine entscheidende Rolle, um Kinder vor Allergien zu schützen.
Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. veröffentlicht die Broschüre „Allergien vorbeugen – mit der richtigen Ernährung in den ersten Lebensmonaten“ bereits in der zweiten Auflage. Die überarbeitete und aktualisierte Broschüre gibt jungen Eltern wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, was beim Stillen oder der Auswahl der Säuglingsnahrung zu beachten ist. Außerdem liefert sie wertvolle Tipps, was Eltern außerdem tun können, um das Allergierisiko für ihr Kind so niedrig wie möglich zu halten.
Die Broschüre „Allergien vorbeugen – mit der richtigen Ernährung in den ersten Lebensmonaten“ kann gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten DIN-A5-Rückumschlags angefordert werden beim Deutschen Grünen Kreuz, Stichwort Allergievorbeugung, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.
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E-Mail: gerolf.nittner(à)kilian.de
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Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e. V.
Redaktion:
Andrea Ulrich (verantwortl.)
Gerolf Nittner
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. med. Sigrid Ley-Köllstadt
Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:
Deutsches Grünes Kreuz
Redaktion pgk
Im Kilian / Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 293 -140
Telefax: 0 64 21 / 293 -740

