DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind, pgk, Jg. 42, 7/8 - 2008
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Pressedienst das gesunde Kind, pgk, Jg. 42, 7/8 - 2008: Babyschwimmen - Rotaviren schwimmen mit, Kinderhaut braucht starken Sonnenschutz, Tipps für eine gesunde Schultüte, Pipi in der Matratze, Nikotin gefährdet die Gehirnentwicklung., Flip-Flops nicht den ganzen Tag tragen, Informationen zu Cytomegalie, neue Vorsorgeuntersuchung wird bezahlt
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 42, 7/8 - 2008

Babyschwimmen ist in – Rotaviren schwimmen mit
Rotavirus-Schluckimpfung schützt Säuglinge
(3.634 Zeichen)

Schreiendes Baby
Babys sind ein Häufchen Elend, wenn sie spucken, Bauchweh und Durchfall haben. Oft sind es Rotaviren, die für diese Beschwerden verantwortlich sind. Eine Schluckimpfung schützt Säuglinge. Foto: Stockbyte

(pgk) Es gluckst und planscht im Becken, wohliges Prusten allenthalben: Schon die Kleinsten sind ganz in ihrem Element. Auf spielerische Weise können beim Babyschwimmen Bewegungsabläufe trainiert werden.

Naturgemäß denken die Eltern nicht daran, was alles im Badewasser so mitschwimmt. Anders die Wissenschaftler des GSF – Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit (Helmholtz-Gemeinschaft). Sie haben bei mehr als 2.000 Säuglingen festgestellt, dass offenbar ein erhöhtes Risiko von Infektionen, speziell von Durchfallerkrankungen und Mittelohrentzündungen, besteht, wenn Babys im ersten Lebensjahr Babyschwimmkurse besuchen. Daher empfehlen mittlerweile viele Kinderärzte, Babys vor dem ersten Schwimmbadbesuch gegen Rotavirus-Infektionen impfen zu lassen. Denn Babys schlucken nun mal ziemlich viel Wasser beim Planschen.

Babys sind ein Häufchen Elend, wenn sie spucken, Bauchweh und Durchfall haben. Krankheitserreger gibt es zahlreiche, die diese Beschwerden verursachen, die Rotaviren allerdings sind am häufigsten. Dabei sind Infektionen fast unvermeidbar, denn die Viren trotzen praktisch jeder Hygiene. Am häufigsten trifft es Säuglinge und Kleinkinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, ausgerechnet bei ihnen sind die Krankheitsverläufe auch am schwersten. Der hohe Verlust von Wasser und Salzen aufgrund des Durchfalls – manchmal bis zu 20 Mal am Tag über zwei bis sechs Tage – kann rasch zum Austrocknen beim Säugling führen, Erbrechen und Fieber tun ein Übriges.  

Auch den Eltern wird einiges abverlangt, nicht nur in der intensiven Pflege ihres Kindes, die meist auch bei einem Klinikaufenthalt des Kindes weiterhin nötig ist, da das Pflegepersonal diese nicht leisten kann. Etwa ein Drittel der Familien muss bei einer Rotavirus-Erkrankung eines Kindes Arbeitsfehltage einreichen, wenn ein Klinikaufenthalt notwendig wird, sind es sogar 48 Prozent. Je nachdem, wie schwer die Krankheit verläuft, müssen bis zu fünf Fehltage eingeplant werden. Dies wurde kürzlich in einer deutschen Studie untersucht, bei der retrospektiv bei niedergelassenen Kinderärzten und in einer Klinik Daten erhoben wurden.

Rotavirus-Schluckimpfstoffe sind seit 2006 in Deutschland erhältlich, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie europäische und deutsche Fachgesellschaften fordern, dass die Impfung in bestehende Impfpläne integriert wird. So etwa in den kürzlich veröffentlichten Leitlinien der ESPID (Europäische Gesellschaft für pädiatrische Infektionskrankheiten) und der ESPGHAN (Europäische Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung). Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DAKJ) spricht sich bereits seit 2006 für eine generelle Rotavirus-Impfung aller Säuglinge aus. In einigen europäischen Ländern ist die Umsetzung bereits Realität: in Österreich, Belgien, Luxemburg und Finnland. Derzeit existiert noch keine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission, die Sächsische Impfkommission empfiehlt seit Januar 2008 die Impfung aller Babys ab sechs Wochen. Zwei oder drei Impfstoffgaben sind notwendig, je nachdem, welcher Impfstoff verwendet wird.

Rotavirus-Schluckimpfstoffe bieten ein hohes Maß an Wirksamkeit und Sicherheit. So wird eine schwere Rotavirus-Gastroenteritis – je nach verwendetem Impfstoff zu 95,8 bzw. 98 Prozent verhindert, eine Klinikeinweisung bis zu 100 Prozent. Frühgeborene sollen generell – gemäß ihrem chronologische Alter – alle Impfungen erhalten, wenn auch unter guter Beobachtung. Die Rotavirus-Schluckimpfung macht hier keine Ausnahme und kann Frühgeborenen ebenfalls verabreicht werden. Wirksamkeit und Verträglichkeit sind mit der bei Reifgeborenen vergleichbar.

Wichtig ist, mit der Impfung sehr früh zu beginnen, schon mit sechs Lebenswochen. Die ganze Impfserie selbst sollte außerdem abgeschlossen sein, wenn das Baby ein halbes Jahr alt ist. Der früh einsetzende Schutz lässt die Kinder sicher durch die ersten beiden Lebensjahre kommen, wenn Rotaviren für sie am gefährlichsten sind.

Quellen:
LISA-Studie, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit;
Pädiatrische Rotavirusgastroenteritis – Symptome und Häufigkeit. M. Borte et al. Pädiatrische Praxis 71, 249-258; Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition. Vesikari et al. Vol 46: S38-48


Ab in den Schatten!
Kinderhaut braucht besonders starken Sonnenschutz
(2.161 Zeichen)

Kinder in den Schatten!
Foto: A. Renkawitz

(pgk) Endlich Sommer, endlich Wärme, endlich Sonne. Vor allem Kinder genießen es jetzt, draußen zu sein, nach Herzenslust zu spielen, zu laufen und zu toben oder im Wasser zu planschen. Doch gerade für den Nachwuchs haben die wärmenden Sonnenstrahlen ihre Schattenseiten: Die energiereichen UV-Strahlen können schädlich wirken, wenn zuviel davon auf die Haut kommen. Jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Risiko, als Erwachsener an Hautkrebs zu erkranken.
 
Zudem ist Kinderhaut um ein Vielfaches dünner und empfindlicher als die Erwachsener, und Kleinkinder haben noch keinen Eigenschutz der Haut, der bei Älteren durch die Pigmentierung und eine Verdickung der Hornschicht entsteht. Der Eigenschutz bildet sich erst ab dem dritten Lebensjahr. Kinderhaut muss also besonders gegen zu starke Sonnenbestrahlung geschützt werden.

Der Sonnenschutz unserer Kleinen verlangt daher besondere Beachtung.
Hier sind wichtige Tipps zum richtigen Umgang mit der Sonne:

  • Bis zum vollendeten dritten Lebensjahr sollten Sie Ihr Kind überhaupt nicht der Sonne aussetzen. Säuglinge und Kleinkinder gehören in den Schatten.
  • Auch im Schatten sollen Säuglinge Kleidung und eine Kopfbedeckung tragen. Unbedeckte Stellen können zusätzlich mit Sonnencreme geschützt werden.
  • Das Regendach des Kinderwagens ist übrigens kein idealer Schattenspender, denn darunter staut sich die Hitze. Besser ist ein beweglicher leicht montierbarer Sonnenschirm. Ein T-Shirt und ein leichtes Baumwollhütchen sind das richtige Outfit für die heißen Sommertage.
  • Vorsicht mit Babyöl: Es fördert die Lichtempfindlichkeit der Haut!
  • Nackte Haut, z. B. beim Plantschen im Wasser, muss besonders gut geschützt werden: Verwenden Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Auch bei bedecktem Himmel ist Eincremen notwendig, da trotz Wolken bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen die Erde erreichen.
  • Kinder gleich nach dem Planschen oder Baden abtrocknen, da Wassertropfen auf der Haut wie ein Brennglas wirken. Anschließend erneut eincremen, auch wenn Sie wasserfeste Creme benutzen!
  • Wahl des richtigen Sonnenschutzproduktes: Nehmen Sie keine Gels, diese wirken austrocknend. Wählen Sie ein Mittel mit hohem Lichtschutzfaktor, am besten 50. Lassen Sie sich von Ihrem Hautarzt oder Apotheker beraten.
  • Kinder wie Erwachsene etwa eine halbe Stunde vor Sonnenexposition eincremen, denn die Schutzfilter brauchen Zeit, um ihre Wirkung entfalten zu können.

Falls doch mal was schiefgeht: Säuglinge und Kleinkinder mit Sonnenbrand gehören zum Arzt!


Tipps für eine gesunde Schultüte
Der richtige Start für die ABC-Schützen nach den Sommerferien
(2.799 Zeichen)

Kind mit Schultüte
Foto: MEV

(pgk) Nach den Schulferien werden sie wieder das Straßenbild beleben: die stolzen ABC-Schützen, für die mit dem Eintritt in die Schule der „Ernst des Lebens“ beginnt. Die frisch gebackenen Schulkinder sind meist schon bestens mit Utensilien für den Start ins Schulleben ausgerüstet. Der Inhalt der traditionellen Schultüte zum ersten Schultag allerdings lässt – gesundheitlich gesehen – oft zu wünschen übrig.

Eltern, Großmütter und andere Verwandte versuchen häufig, dem Nachwuchs den Schulanfang so üppig wie möglich zu versüßen. Bonbons, Schokolade oder Kekse lassen Kinderaugen leuchten, sind aber nicht unbedingt gesundheitsförderlich – vor allem nicht für die Zahngesundheit.

So startet auch dieses Jahr die Zahnärztekammer Niedersachsen ihre Aktion „Zahngesunde Schultüte“ und empfiehlt Eltern, beim Füllen der Schultüte auf Süßes zu verzichten und gegebenenfalls aus dem umfangreichen Angebot von zahnfreundlichen Waren auszuwählen.

Alternativen zu süßen Leckereien sind beispielsweise:Obst, zum Beispiel Äpfel oder Trockenobst

  • zuckerfreie Müsliriegel
  • Nüsse (beispielsweise als „Studentenfutter“)
  • Vollkorngebäck, Laugengebäck, Reiscracker

Außerdem ist es schön, wenn in der Schultüte auch ein paar Überraschungen stecken:

  • ein paar Sammelkarten aus der aktuellen Trend-Serie
  • glitzernde Aufkleber
  • ein hübsches Haarband
  • ein peppiger Schlüsselanhänger
  • Hörkassetten oder -CDs
  • ein Gutschein für eine gemeinsame Unternehmung (Kino-, Museums- oder Zirkusbesuch oder ein Tag im Erlebnispark)
  • die erste Armbanduhr
  • ein weiches Stofftier/Kuscheltier
  • ein Ball
  • ein Springseil
  • Straßenmalkreide
  • ein Geschicklichkeitsspiel
  • Knetgummi
  • ein Fotoalbum für Schulerinnerungen

Nützliches für die Schule kann natürlich ebenso in der Schultüte zu finden sein:

  • ein Federmäppchen
  • eine gut schließende Trinkflasche mit der passenden Brotbox für die Pause
  • ein Buch für Leseanfänger
  • ein Malbuch
  • eine bunte elektrische Zahnbürste
  • Sportkleidung
  • bunte Lichtreflektoren für Schulranzen oder Anorak (die schützen im Straßenverkehr, zu beziehen auch im DGK-Shop unter www.shop.dgk.de/)
  • ein Buch oder eine Kassette zum Thema Schule
  • ein Verkehrszeichen-Memory
  • Stifte, Radiergummi, Spitzer und andere Schulutensilien mit schönen Motiven
  • Mal- und Bastelpapier, Glitzerkleber oder weitere Bastelmaterialien (basteln schult die Feinmotorik und erleichtert das Schreibenlernen)

Hintergrund
Der Brauch, Kindern zum ersten Schultag Schultüten zu überreichen, wird seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland gepflegt; außerhalb des deutschen Sprachraums ist diese Tradition weitgehend unbekannt.
Um 1810 entstand in Sachsen und Thüringen diese Tradition, den Kindern ihren Schulbeginn zu versüßen: Große spitze Tüten wurden von den Eltern mit Naschwerk, Obst und Nüssen gefüllt und den Kindern später in der Schule übergeben. Die Schultüte war zunächst nur in den größeren Städten und unter den wohlhabenden Gesellschaftsschichten bekannt.
Mit der Zeit dehnte sich der Brauch auch auf die ländlichen Gebiete aus. Nach den beiden Weltkriegen waren Schultüten nicht immer und überall mehr üblich, da in vielen Familien das Geld dafür fehlte.
Ab etwa 1950 setzte sich dann die oft noch recht spärlich gefüllte Schultüte wieder durch.


Pipi in der Matratze!
Praktische Tipps für Eltern
(1.783 Zeichen)

Lächelnder Junge
Foto: Eyewire

(pgk) Familien mit Kleinkindern kennen das: Die Kleinen fühlen sich schon zu groß, um mit Windel zu schlafen, aber während der Nacht geschieht das Malheur. Auch wenn Eltern in Eile oder verärgert sind, sollten sie verständnisvoll reagieren, denn Geduld und Zuwendung sind wichtig. Um die elterliche Nervenbelastung zu begrenzen, gibt es einfache Tipps:

Bettwäsche aus Mikrofaser trocknet zwar schnell, ist aber für Kinderbetten nicht geeignet. Besser ist Baumwollbettwäsche. Synthetisch sollte während der „halbtrockenen“ Monate nur die Füllung der Bettdecke sein. So sind mit Hohlfasern gefüllte Decken, so genannte Allergiker-Betten, nicht zu voluminös und obendrein hygienisch.

Mit Kautschuk oder Polyurethan gummierte kleine Baumwollunterlagen auf der Matratze saugen Urin auf und lassen ihn nicht in die Matratze durchsickern. Weil Gummimatten einer gesunden Schlafumgebung aber nicht förderlich sind, kann zwischen Spannbetttuch und Matte beispielsweise eine doppelt gelegte Molton-Auflage gelegt werden. Das ganze Paket aus Kinderbettwäsche, Gummimatte und dünner Decke passt im Falle des Malheurs in eine 6-kg-Waschmaschinenladung, kann bei 60 Grad Celsius oder mehr gewaschen werden und trocknet rasch auf der Leine oder im Wäschetrockner. Am besten, man hat die ganze Ausstattung doppelt parat, falls die Wäsche am Abend noch nicht trocken ist.

Manchmal geraten trotz Gummimatte Pfützen auf die Matratze. Was dann? Moderne Oxidationsmittel-Sprays oder Geruchskiller-Sprays übertünchen nur, sie beseitigen aber nicht den Urin. Der Fleck kann mit verdünnter Lauge aus Feinwaschmittel ausgetupft und trocken gerieben werden. Ein ganz frischer Fleck darf auch mit Speisesalz bestreut werden, das die Feuchtigkeit bindet und danach abgesaugt wird. Eine Nachbehandlung mit verdünnter Essigessenz ist bei beiden Methoden empfehlenswert. Anschließend die Matratze wenden, damit sie durch den Lattenrost trocknen kann.

Unangenehme Gerüche können auf diese Weise nicht entstehen. Fleckenränder auf der Matratze sind allerdings trotz aller Bemühungen unvermeidlich.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Nikotin gefährdet die Gehirnentwicklung

Rauchen in der Schwangerschaft hat negativen Einfluss auf Kinder bis ins Jugendalter
(2.136 Zeichen)

gefüllter Aschenbecher
Foto: mev

(pgk) Nikotin beeinträchtigt nicht nur die Entwicklung des Ungeborenen, wenn werdende Mütter rauchen, hat das Auswirkungen bis ins Jugendalter der Kinder. Das belegen neuere Untersuchungen aus den USA, die damit bisherige Erkenntnisse untermauern.

Wie die Auswirkungen von Nikotinkonsum aussehen, hat die US-Studie anhand von Gehirnen Jugendlicher mit Hilfe eines speziellen bildgebenden Verfahrens untersucht. An der von Leslie Jacobsen von der Yale University School of Medicine und einem Kollegenteam durchgeführten Studie nahmen 33 Jugendliche teil, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht hatten und von denen 25 selbst schon zum Glimmstängel griffen, sowie 34 Teenager, deren Mütter Nichtraucherinnen waren, von denen aber bereits 14 selbst rauchten. Ergebnis: Sowohl bei den Heranwachsenden, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchten, als auch bei denjenigen, die selber rauchten, zeigten sich Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns. Betroffen waren vor allem Nervenleitungen, die Hörsignale verarbeiten.

In anderen Experimenten hatte Jacobsen zuvor bereits festgestellt, dass die Aufmerksamkeit im visuellen und auditiven Bereich bei Jugendlichen leidet, wenn deren Mütter während der Schwangerschaft oder wenn sie selbst rauchten. Dabei waren Jungen besonders von Hördefiziten betroffen.

Es ist schon seit längerem bekannt, dass Nikotin in der Schwangerschaft die Entwicklung des Zentralen Nervensystems des Ungeborenen negativ beeinträchtigt – auch beim Passivrauchen. Nikotin hemmt die Ausbildung von Nervenzellen und führt zu fehlerhaften Verschaltungen. Außerdem verringert Nikotin die Anzahl der Zellen im Gehirn drastisch. Zusätzlich ist die Suchtgefahr für diese jungen Menschen außergewöhnlich hoch, da ihre Nervenzellen eine funktionelle Nikotinabhängigkeit entwickelt haben, sagen Neurologen. Das Risiko für Langzeitfolgen bei Kindern und Jugendlichen sei erhöht, wenn werdende Mütter rauchen. So könne nicht nur die Entwicklung der Sprechfähigkeit langsamer verlaufen, auch Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten und das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) könnten auftreten.

Ärzte empfehlen Schwangeren dringend, nicht zu rauchen oder wenigstens eine schrittweise Entwöhnung bis spätestens Ende der 24. Schwangerschaftswoche vorzunehmen. Danach bilden sich im Ungeborenen Rezeptoren aus, über die das Nikotin seine gefährliche Wirkung besonders stark ausüben kann.

Quellen:
Teenage smokers risk badly wired brains, New Scientist Jan. 2008; 197: 10, Issue 2637, Opens external link in new windowwww.newscientist.com/
 
Mord an Nervenzellen: Nikotin unter Tatverdacht, Opens external link in new windowwww.springer.com/

C. Wessels, G. Winterer, Nikotin und Gehirnentwicklung, Zeitschrift „Der Nervenarzt“,  Volume 79, Number 1 / Januar 2008, Opens external link in new windowwww.springerlink.com/


Studie: Flip-Flops nicht den ganzen Tag tragen
(1.360 Zeichen)

(pgk) Flip-Flops sind bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt, sollten aber aus gesundheitlichen Gründen nicht den ganzen Tag getragen werden. Sie erhöhen aufgrund des mangelnden Haltes das Verletzungsrisiko. Auch beim Radfahren rutschen Flip-Flop-Träger leicht vom Pedal und drohen zu stürzen.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte hat eine Studie an der Auburn-Universität (USA) nachgewiesen, dass Flip-Flop-Träger ihre Art zu gehen derart verändern, dass Schmerzen vom Fuß bis zur Hüfte entstehen können. Die 39 Mädchen und Jungen, die an der Studie teilnahmen, machten kürzere Schritte, und ihre Fersen kamen mit geringerer Stärke auf dem Boden auf als bei jungen Leuten in Sportschuhen, die die Vergleichsgruppe bildeten. Mit den Flip-Flops hoben die Probanden ihre Zehen während der Schwung-Phase des Beines kaum an, was ein stärkeres Abwinkeln des Fußes und eine kürzere Schrittlänge erforderlich machte.

Bei dauerhaftem Tragen drohen Schäden an Füßen, Knöcheln und Beinen. Die Wissenschaftler wollten aber Flip-Flops nicht gänzlich verteufeln: Gegen kurzfristiges Tragen der bunten Schläppchen, zum Beispiel am Strand, sei nichts einzuwenden.

Eltern von Kindern, die gerne Flip-Flops tragen, sollten gelassen reagieren und kein kategorisches Verbot aussprechen. Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke e. V.) rät, dem Kind genau zu erklären, warum es in bestimmten Situationen, z. B. beim Radfahren, keine Flip-Flops tragen soll. Konkrete, anschauliche Beispiele seien besser verständlich als der pauschale Hinweis auf eine unbestimmte Gefahr. 


MELDUNGEN

Wichtige Informationen zu Cytomegalie

(1.393 Zeichen)

(pgk) Cytomegalie ist die häufigste Virusinfektion in der Schwangerschaft, dennoch ist sie vielen unbekannt. Etwa die Hälfte der schwangeren Frauen hatte noch keinen Kontakt zu dem Cytomegalie-Virus (CMV) und könnte sich während der Schwangerschaft erstmals infizieren. Tatsächlich geschieht dies jedes Jahr bei fast 3.500 Frauen, 1.500 Kinder stecken sich bereits im Mutterleib an. Davon erleiden ca. 500 Wachstumsverzögerungen, Gehirnentzündungen, Leber- und Milzvergrößerung, Schwerhörigkeit und Augenschäden. Ungefähr 40 Kinder sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen einer CMV-Infektion in der Schwangerschaft.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

- Internet
Ausführliche Informationen zu Cytomegalie finden Sie unter:
Opens external link in new windowwww.dgk.de/cmv

- Individuelle Beratung durch Experten
Ihre persönlichen Fragen rund um das Thema Cytomegalie beantworten Ihnen unsere Experten per E-Mail: cmv(à)dgk.de

Presse-Service
Gerne vermitteln wir interessierten Journalisten den Kontakt zu Experten.
Eine Pressemappe mit Basisinformationen finden Sie unter Opens external link in new windowwww.dgk.de/cmv

- CMV-Broschüre
Opens external link in new windowCMV-BroschüreDie Broschüre „Cytomegalie & Co. – Häufige Virusinfektionen in der Schwangerschaft“ mit allem Wissenswertem zum Thema können Sie gegen einen mit € 1,45 frankierten DIN-A5-Rückumschlag anfordern unter:

Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Stichwort CMV
Schuhmarkt 4
35037 Marburg


- Podcast
Carola Bartels hat sich während der Schwangerschaft mit dem Cytomegalie-Virus infiziert. Im Gespräch mit Prof. Dr. med. Klaus Friese erzählt sie aus dem Alltag mit ihrer kleinen Tochter: Opens external link in new windowwww.dgk.de/podcast


Eine Untersuchung mehr
Die Kassen zahlen eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung für Kinder von 34 bis 36 Monaten
(1.395 Zeichen)6

(pgk) Eltern können ihre dreijährigen Kinder ab 1. Juli zusätzlich auf Kassenkosten vom Kinder- und Jugendarzt untersuchen lassen. Die neue sogenannte U7a-Untersuchung schließt eine Früherkennungslücke zwischen der U7, die für Zweijährige gedacht ist, und der U8, die im Alter von dreieinhalb bis vier Jahren in Anspruch genommen werden kann.

Die U7a dient unter anderem der möglichst frühzeitigen Erkennung von Sehstörungen und deren Risikofaktoren. Es werden körperliche Untersuchungen durchgeführt, bei denen geprüft wird, ob die Entwicklung altersgemäß ist und ob Auffälligkeiten bestehen (Untersuchungen der Körpermaße, der Haut, der Bauch- und Brustorgane, der Wirbelsäule und von Nase, Mund und Ohren). Der Arzt oder die Ärztin kontrolliert, ob die Schutzimpfungen vollständig sind und ob Über- oder Untergewicht vorliegt. Zudem wird durch Fragen an die Eltern ermittelt, ob gehäuft Infektionen aufgetreten sind, das Sprachverständnis altersgemäß ist oder ob Auffälligkeiten im Verhalten beobachtet wurden, wie zum Beispiel ausgeprägte nächtliche Schlafstörungen.

Bis zur Vollendung ihres fünften Lebensjahrs haben Kinder damit Anspruch auf insgesamt zehn Untersuchungen (U1 bis U9). Die beiden anschließenden Untersuchungen U10 und U11 werden nicht von allen Kassen übernommen. Die nächste „Kassenleistung“, die J1, wird erst wieder mit 12 bis 14 Jahren fällig.

Tabelle Kinder-Vorsorgeuntersuchungen

Anmerkung zur Tabelle:
Die Untersuchungen U10, U11 und J 2 werden nicht von allen Krankenkassen bezahlt. Die anderen sind Kassenleis-tungen.


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