Hauptnavigation
- 1: Presse.
- 1.1: Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk).
- 1.2: Archiv.
- 1.3: Sondermeldungen.
- 1.4: Podcast.
- 1.5: DGK-Gesundheitstipps .
Auszeichnungen / Qualitätssiegel


Service-Content
Gesundheitslinks
www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online
www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)
www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz
www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)
www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)
www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
Weitere Links finden Sie hier
Textanfang / Content

- Foto: BananaStock
Rotavirus-Impfung in Deutschland
Luxus oder Notwendigkeit?
(2.236 Zeichen)
(pgk) Weltweit – so Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – verursachen Rotaviren jährlich mehr als 138 Millionen Fälle von infektiöser Enteritis, also einer Darmkrankheit mit schweren Durchfällen. Mit etwa 400.000 bis 600.000 Todesfällen jedes Jahr sind diese Erkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren die dritthäufigste Todesursache in Entwicklungsländern. Aber wie sieht es in den Industrieländern aus? Wir haben wirksame Impfstoffe gegen Rotaviren – doch brauchen wir sie?
Neue nationale und internationale Studien brachten erstaunliche epidemiologische Erkenntnisse: Auch in Europa treten jährlich mehr als vier Millionen Erkrankungen auf, über 100.000 der betroffenen Kinder müssen in Kliniken behandelt werden. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 256.000 Kinder unter fünf Jahren; bei etwa 22.000 Kindern führt die Rotavirus-Infektion zur Krankenhauseinweisung.
Diese Zahlen liegen weit über den tatsächlich in Deutschland gemeldeten Rotavirus-Infektionen, die sich zwischen 38.000 und 67.000 Erkrankungen pro Jahr bewegen. Dies belegt, dass die gemeldeten Fallzahlen nicht die tatsächliche Belastung durch die Erkrankungen widerspiegeln.
55 Prozent der gemeldeten Erkrankungen treten bei Kindern unter fünf Jahren auf. Der höchste Erkrankungsgipfel wird im Alter von 6 bis 24 Lebensmonaten beobachtet. Bis zum zweiten Lebensjahr haben über 90 Prozent aller Kinder mindestens eine Rotavirus-Infektion durchgemacht, Mehrfacherkrankungen sind möglich. Rotaviren sind die häufigsten Erreger schwerer Durchfallerkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter. Auch durch größte Hygienemaßnahmen lassen sich Infektionen nicht vermeiden, denn das Virus ist sehr ansteckend, und für eine Übertragung reichen bereits 10 bis 100 Viren aus (zum Vergleich: bei Salmonellen sind es 100.000 Keime).
Hauptsymptome sind wässriger Durchfall (oft bis zu 20 Mal pro Tag), Erbrechen und Fieber, häufig verbunden mit heftigen Bauchschmerzen. Über 50 Prozent der Patienten zeigen darüber hinaus zusätzlich Atemwegssymptome wie Schnupfen oder Husten. Die Austrocknung aufgrund des großen Flüssigkeitsverlustes kann lebensbedrohlich werden und ist der Hauptgrund für eine stationäre Behandlung.
Eine medikamentöse antivirale Therapie gegen Rotaviren existiert nicht. Nicht zuletzt deshalb sind die Impfstoffe auch in Ländern wie Deutschland sinnvoll und kein überflüssiger Luxus. Die Grundimmunisierung mit den Schluckimpfstoffen kann ab der 6. Lebenswoche beginnen und sollte zwischen der 24. und 26. Lebenswoche abgeschlossen sein, um einen möglichst frühen Schutz zu erreichen.
Weitere Informationen im Internet auf www.dgk.de
Die neue HPV-Impfung - was bringt sie meiner Tochter?
Antworten auf häufig gestellte Fragen aus der Impfsprechstunde des DGK
(3.851 Zeichen)
Ist die HPV-Impfung für meine 13-jährige Tochter sinnvoll?
Ja. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt seit März 2007, alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren gegen humane Papillomviren (HPV) zu impfen. Die Impfung wirkt gegen die HPV-Typen 16 und 18, die für 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.
Wie bekommt man die HPV-Viren, die den Gebärmutterhalskrebs auslösen?
In den allermeisten Fällen infiziert man sich beim Geschlechtsverkehr, denn humane Papil-lomviren (HPV) werden hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) durch sexuelle Kontakte übertragen. Humane Papillomviren infizieren die Haut und Schleimhaut.
Übrigens infizieren sich mehr als 70 Prozent aller Menschen einmal im Laufe ihres Lebens mit HPV. Die meisten bemerken die Infektion aber gar nicht, weil sie über lange Zeit keine Symptome erzeugt und in der Regel vom Immunsystem so bekämpft wird, dass sie ausheilt. Wenn die Infektion aber weiterbestehen bleibt, kann sich nach Jahren Gebärmutterhalskrebs entwickeln.
Verursachen humane Papillomviren auch andere Krankheiten?
Ja. Bestimmte Typen des humanen Papillomvirus können auch andere Krebserkrankungen hervorrufen, etwa die sehr seltenen Tumoren der weibliche Scham (Vulvatumoren) sowie Penistumoren, Analtumoren (am After) und Tumoren im Mund- und Rachenraum. Andere, etwas harmlosere Virustypen verursachen Feig- oder Genitalwarzen, die bei Männern und Frauen vorkommen. Der zurzeit auf dem Markt befindliche HPV-Impfstoff schützt auch vor den Genitalwarzen, die von den Virustypen 6 und 11 verursacht werden.
Schützen Kondome vor einer HPV-Infektion?
Kondome bieten einen gewissen, aber keinen sicheren Schutz vor HPV, schützen jedoch sehr gut vor anderen Geschlechtskrankheiten und sind daher sinnvoll. Die HPV-Impfung wirkt zu fast 100 Prozent gegen die HPV-Typen 16 und 18, die für mehr als zwei Drittel aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind.
Warum wird die Impfung für junge Mädchen empfohlen?
Den effektivsten Schutz bietet die Impfung, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegeben wird, bevor eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) stattfinden kann. Doch da man sich mehrfach mit denselben Viren anstecken kann, weil nach einer durchgemachten Infektion kein dauerhafter Immunschutz besteht, kann die Impfung auch später noch sinnvoll sein und eine Zweitinfektion verhindern. Dies muss im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Wie wird der Impfstoff verabreicht?
Der Impfstoff wird intramuskulär gespritzt, üblicherweise in den Oberarmmuskel. Für die Grundimmunisierung sind drei Impfungen innerhalb eines halben Jahres nötig. Die einzelnen Dosen werden gemäß folgendem Schema gegeben: 0, 2, 6 Monate.
Bei welchem Arzt kann man sich impfen lassen?
Die HPV-Impfung kann beim Kinder- und Jugendarzt, in der gynäkologischen Praxis oder beim Hausarzt verabreicht werden.
Wird die Vorsorgeuntersuchung durch die Impfung überflüssig?
Nein! Auch wenn eine junge Frau geimpft wurde, ist es wichtig, dass sie regelmäßig an den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen teilnimmt. Jede Frau hat ab dem 20. Geburtstag An-spruch auf die jährliche Vorsorgeuntersuchung. Da die Impfung nicht vor allen Gebärmutter-halskrebs verursachenden Viren schützt, ist die Krebsfrüherkennungsuntersuchung nach wie vor von Bedeutung und sollte jährlich wahrgenommen werden.
Bezahlen die Krankenkassen die Impfung?
Alle Kassen in Deutschland übernehmen die Kosten der HPV-Impfung für Mädchen von 12 bis 17 Jahren, einige wenige auch bis 26 Jahre und manche auch vor dem 12. Lebensjahr. Einige Krankenkassen verlangen immer noch, dass die Patienten in Vorleistung treten und erstatten die Kosten (rund 500 € für die drei Impfungen) dann nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung zurück. In Kürze sollen jedoch alle Kassen die Impfungen direkt bezahlen.
Diese Impfungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Kinder und Jugendliche von 9 bis 17 Jahren (Stand: Juli 2007):
- 1 Auffrischimpfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphterie, Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Keuchhusten (Pertussis), am besten als Kombinationsimpfung
- Hepatitis-B-Grundimmunisierung (3 Impfungen), wenn nicht bereits im Kindesalter geimpft wurde
- Masern, Mumps, Röteln: Überprüfen, ob 2 Impfungen gegeben wurden
- Windpocken (Varizellen): falls noch nicht geimpft oder die Krankeit durchgemacht wurde
- Meningokokken C
- HPV (für alle Mädchen von 12 bis 17 Jahren)
Für spezielle Fragen steht Ihnen die Impf-Hotline des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. zur Verfügung, immer dienstags von 10 bis 12 Uhr unter der Tel.-Nr. 06421 / 293-188.
Oder besuchen Sie unsere Webseiten unter www.dgk.de
Lieber zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten
Kampagne zum Schulbeginn: Das Verkehrsunfallrisiko ist für Fußgänger viermal geringer
(2.019 Zeichen)
(pgk) Zum Schulbeginn rufen die Veranstalter der Kampagne „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ alle Erziehungsberechtigten zum Nachdenken über die Gefahren des Straßenverkehrs auf. Viele Eltern wollen ihre frisch gebackenen ABC-Schützen vor Unfällen bewahren und bringen sie deshalb mit dem Auto zur Schule. Manche tun dies nur mit halbem Herzen, denn sie wissen, dass frische Luft und etwas Bewegung ihren Kindern gut täte.
Eine Untersuchung des Bundesverbandes der Unfallkassen (seit Juli 2007: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) aus dem Jahr 2004 zeige: Das Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, sei für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die mit dem Elterntaxi zur Schule gebracht werden, um das Vierfache höher als bei ihren zu Fuß gehenden Mitschülern.
Der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS e. V.) will deshalb die Eltern ermuntern, ihre Kinder wieder öfter zu Fuß zur Schule zu schicken, und lädt sie ein, zusammen mit den Lehrern ihrer Kinder an der Kampagne „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" teilzunehmen. Diese Aktion wird vom Verband FUSS seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit den vier Bundesministerien für Umwelt, Verkehr, Gesundheit und Familie sowie dem Umweltbundesamt durchgeführt.
Tipps für Aktionen vor Ort und in den Schulen gibt es im Internet unter www.ZuFusszurSchule.de, einen Leitfaden zur Erstellung von Schulwegplänen unter www.Schulwegplaene.de. Faltblätter, Broschüren und Plakate erhalten Interessierte beim FUSS e.V., Exerzierstraße 20, 13357 Berlin, Tel. 030 / 492-74-73, Fax 030 / 7972, info(à)fuss-ev.de, www.fuss-ev.de
Für den sicheren Schulweg – besonders in der dunklen Jahreszeit – bietet das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) Kindergärten, Schulen und Eltern reflektierende Schutzvorkehrungen an, die Kinder über ihre Kleidung ziehen können. Das Motiv einer großen Hand mit besonders starker Rückstrahlkraft auf den Überwürfen macht deutlich „Ich will gesehen werden!“. Nicht nur auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten, sondern auch bei Gruppenausflügen kann somit für mehr Sicherheit gesorgt werden.
Bestelladresse:
Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Forum Unfallprävention
Stichwort: AKTION Strahlende Kinder
Im Kilian, Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Ansprechpartner: Klaus Afflerbach, Tel. 0 64 21 / 293 – 132,
E-Mail:
klaus.afflerbach(à)kilian.de
Quelle:
Pressemitteilung des FUSS e. V. vom 22.08.07

- Folgenschwer können Infektionen mit Kinderkrankheiten bei Erwachsenen sein - besonders während der Schwangerschaft.
Foto: Stockbyte
Nicht immer harmlos: Kinderkrankheiten bei Erwachsenen
Besonders schwangere Frauen, die in der Kinderbetreuung arbeiten, sollten Vorsorge treffen
(2.864 Zeichen)
(pgk) Mumps, Masern oder Röteln sind gefährlicher, als der harmlose Begriff „Kinderkrankheiten“ es vermuten lässt. Je älter eine infizierte Person ist, desto schwerer ist der Krankheitsverlauf und desto höher die Gefahr von ernsthaften Komplikationen. Kinderbetreuer in vorschulischen Einrichtungen sind dem Risiko einer Ansteckung weit mehr ausgesetzt als die restliche Bevölkerung. Infiziert sich eine schwangere Frau, kann dies zu dauerhaften Schäden beim Ungeborenen, aber auch zu Früh- und Fehlgeburten führen.
Röteln zeigen nur bei der Hälfte aller infizierten Kinder Symptome, zum Beispiel einen blass rosa Hautausschlag und erkältungsähnliche Beschwerden wie Schnupfen, Fieber und Kopfschmerzen. Schwangere, die nicht immun sind und sich anstecken, können das Virus auf das ungeborene Kind übertragen. Eine Infektion während der ersten drei Schwangerschaftsmonate ist besonders gefährlich und kann zur Fehlgeburt, späteren Frühgeburt oder Fehlbildung von Augen, Ohren, Herz und Gehirn führen.
Gerade für Frauen, die in der Kinderbetreuung arbeiten, ist es wichtig, überprüfen zu lassen, ob sie gegen diese Krankheiten immun sind. Die subjektiven Erinnerungen, ob man eine bestimmte Krankheit bereits einmal hatte, trügen oft. Beweis liefert hier nur eine Blutuntersuchung.
Vor jeder Neueinstellung (und bei bereits bestehendem Arbeitsverhältnis) in Kindertageseinrichtungen muss deshalb eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden. Dabei soll geklärt werden, ob Immunität gegen die genannten Krankheiten besteht und welche Impfungen nachgeholt beziehungsweise aufgefrischt werden müssen. Die Kosten für diese gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung und die notwendigen Impfungen trägt der Arbeitgeber. Ohne Untersuchung darf es zu keiner Einstellung in Kindergärten, Kitas oder Kinderheimen kommen. Falls der Arbeitnehmer die Untersuchung verweigert und bei fehlenden alternativen Arbeitsplätzen, kann dies sogar zur Kündigung führen.
Sicheren Schutz vor einer Ansteckung bietet ausschließlich das Impfen. So wird nicht nur die eigene Gesundheit geschützt, sondern auch einer Infektion von nicht immunen Kindergartenkindern und anderen Personen im eigenen Umkreis vorgebeugt.
Wichtige Hinweise für Schwangere in der Kinderbetreuung
- Impfungen gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken in der Schwangerschaft sind verboten (Lebendimpfstoffe), deshalb vorher Immunität überprüfen und wenn erforderlich impfen.
- Bereits vor einer Schwangerschaft eine Keuchhustenimpfung durchführen lassen (nur als Kombinationsimpfstoff mit Tetanus und Diphtherie verfügbar)
- Impfungen mit Totimpfstoffen, zum Beispiel gegen Kinderlähmung, Tollwut etc. sind nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel möglich, falls tatsächlich erforderlich.
- Bei Kontakt mit an Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken erkranktem Kind: innerhalb der ersten drei Tage Gabe von Immunglobulin (aber: Wirkung nicht garantiert).
- Bei fehlender Immunität gegen Mumps, Masern, Windpocken: Beschäftigungsverbot während der gesamten Schwangerschaft.
- Röteln, Ringelröteln: Beschäftigungsverbot bis zur 20. Schwangerschaftswoche.
- Cytomegalie: Beschäftigungsverbot der Betreuung von Kindern bis zum vollendeten 3. Lebensjahr, Desinfektion der Hände vor dem Essen, Kontakt zu Urin und Speichel meiden.
Quelle:
www.gesundheitsamt-bw.de

- Trotz, Schüchternheit oder Anzeichen von Mutismus? Wenn Kinder unerklärliche Sprachblockaden und Kommunikationstörungen haben, sollte man dem beharrlichen Schweigen auf den Grund gehen. Foto: PhotoDisc
Und plötzlich herrscht Schweigen
Weshalb spricht ein Kind nicht, obwohl es sprechen kann? / Mutismus ist heilbar
(pgk) In vertrauter Umgebung spielt es mit seinen Geschwistern und den Eltern, lacht und tobt. Kommt jedoch eine Person unvermittelt hinzu, ändert sich das Verhalten schlagartig: Plötzlich kommt dem Kind kein Wort mehr über die Lippen, es schweigt, schaut weg, „klinkt“ sich völlig aus. Kennen Sie das auch von Ihrem Nachwuchs? Eventuell ist Ihr Kind von Mutismus betroffen, einer Kommunikationsstörung, an der in Deutschland nach Schätzungen von Experten 6.000 bis 10.000 Menschen leiden. Besonders häufig tritt Mutismus im Kindesalter auf. Einer Studie aus dem Jahre 2001 zufolge liegt die Zahl der Fälle von selektivem Mutismus bei 7 Kindern von 1.000. Das Phänomen ist etwa doppelt so häufig wie Autismus, mit dem Mutismus nicht selten verwechselt wird.
Der Begriff leitet sich vom lateinischen „mutus“ für „stumm“ ab und beschreibt das beharrliche, angstbedingte Schweigen eines Menschen, das sich im Laufe der Zeit verstärkt und schließlich kaum noch willentlich gesteuert werden kann. Ein Defekt der Sprachorgane oder des Gehörs als Ursache liegt dabei nicht vor.
Wenn Kinder in bestimmten Situationen oder gegenüber manchen Personen völlig verstummen, hat das also nicht immer mit Trotz, Unerzogenheit oder momentaner Schüchternheit, zu tun, sondern könnte Anzeichen eines Mutismus-Syndroms sein. Von den Eltern werden Kinder mit Mutismus oft fälschlicherweise als schüchtern oder lustlos begriffen: Im vertrauten Umfeld der Familie, der Geschwister und enger Freunde reden die Betroffenen ganz normal und gelöst, jedoch sobald auch nur der Verdacht besteht, dass jemand anderes mithört oder ein Dritter sieht, dass der Mund bewegt wird, verfällt der Mutist in Schweigen.
Mögliche Ursachen des Mutismus
Man unterscheidet den „totalen Mutismus“ – Betroffene sprechen überhaupt nicht – und den wesentlich häufigeren „selektiven Mutismus“ (auch elektiver Mutismus), wenn Betroffene nur bestimmten Menschen gegenüber bzw. in bestimmten Situationen schweigen.
Die Diagnose ist nicht ganz einfach, und häufig wird Mutismus als zu behandelndes Syndrom nicht erkannt, missverstanden oder geringgeachtet. Dabei sind - wenn die Kommunikationsstörung früh erkannt wird - die Heilungsaussichten gut.
Selektiver Mutismus ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern eines der möglichen Symptome einer „Sozialangst“.
Einige der Hauptursachen des selektiven Mutismus sind:
- angeborene (genetisch bedingte) Schüchternheit bzw. Gehemmtheit des Kindes
- innerfamiliäre Probleme
- Sprachentwicklungsstörungen oder Sprachauffälligkeiten des Kindes (es schweigt, weil es sich seiner (unvollkommenen) Stimme/Sprache schämt)
- Angststörungen, insbesondere „soziale Phobie“ (sich verstecken möchten, nicht im Mittelpunkt stehen wollen, Angst vor unbekannten Personen oder Situationen)
Folgen und Komplikationen
Die gesamte sprachliche, kognitive, soziale und emotionale Entwicklung ist vom mutistischen Verhalten betroffen. Dies hat Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung, die Ich-Identität und das Selbstbewusstsein. Der Betroffene hat Schwierigkeiten in der Schule, der Ausbildung oder im Beruf und wird teilweise von anderen Leuten gemieden.
Behandlung
Der Mutismus bedarf einer multifaktoriellen Therapie, die mehrere Aspekte berücksichtigt. Experten auf diesem Gebiet gibt es kaum. Die Behandlung erfolgt meist sprach-, psycho- und familientherapeutisch und/oder psychiatrisch. Bei mutistischen Jugendlichen und Erwachsenen kann eine zusätzliche pharmakologische Behandlung mit Antidepressiva angezeigt sein.
Fachleute sagen, dass die Erfolgschancen umso größer sind, je früher man eingreift. Ansonsten kann sich das Störungsbild stärker manifestieren, sich über Jahre halten und bis ins Erwachsenenalter hineinziehen. Eltern, die bemerken, dass ihr Kind Kommunikationsprobleme hat, sollten daher den Weg in die Praxis eines erfahrenen Kinder- und Jugendarztes nicht scheuen.
Mutismus bei Kindern
- Bei folgenden Merkmalen des Kindes sollten Eltern wachsam sein:
- Das Kind spricht in bestimmten Situationen nicht, zu Hause und mit vertrauten Personen spricht es aber.
- Zu Hause ist das Kind sehr ausdrucksfreudig, kommunikativ und redet teilweise extrem viel (Nachholbedarf).
- Das Kind hat Schwierigkeiten, von sich aus Interaktionen zu beginnen (z. B. Begrüßung, Abschied, Dank, Fragen).
- In der Schule wird das ausgeprägte Schweigen oft mit guten schriftlichen Leistungen kompensiert.
- Das Kind scheint die es umgebende Welt im Vergleich zu den Altersgenossen sorgfältiger zu beobachten und wahrzunehmen, es hat aber oft Schwierigkeiten, die eigenen Gefühle auszudrücken.
Was können Eltern tun?
Besteht das Schweigen anhaltend länger als vier Wochen, sollte eine sprachtherapeutische Untersuchung des Kindes veranlasst werden. Dazu ist eine Heilmittelverordnung über Sprachtherapie nötig, die von Kinderarzt oder HNO-Arzt ausgestellt wird. Selektiver Mutismus fällt unter die Sprachentwicklungsverzögerungen; dies muss auf der Verordnung angegeben sein. Die Therapie wird von den Krankenkassen bezahlt und von Sprachtherapeuten (Logopäden, Sprachbehindertenpädagogen oder Atem-, Sprech- und Stimmlehrern) durchgeführt. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Eltern, Erziehern/Lehrern und evtl. Psy-chotherapeuten ist zu empfehlen.
Was sollten Eltern von Mutisten beachten?
- Das Schweigen nicht persönlich nehmen!
- Das Nicht-Sprechen als aktives Handeln erkennen, das – irgendwann einmal – seinen Zweck für das Kind/den Jugendlichen erfüllt hat.
- Das Schweigen kann von den Betroffenen nicht bewusst unterlassen werden, da es über Jahre hinweg entwickelt und aufrechterhalten wurde.
- Nicht ständig zum Sprechen auffordern oder gar drängen. Jede Aufforderung zum Sprechen erhöht den Druck auf das Kind und die Angst vor dem nächsten Sprechanlass.
- Stellen Sie das Kind nicht in den Mittelpunkt, behandeln sie es ganz normal.
- Grenzen Sie das Kind nicht aus.
- Die letztendliche Entscheidung, ob und wann das Schweigen aufgegeben wird, trifft der Betroffene selbst! Die Aufgabe der Eltern und des Umfelds besteht darin, zu begleiten, die Kompetenzen zu fördern, sich in Geduld zu üben und verstehen zu lernen.
Quellen und weitere Informationen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
-psychotherapie: (S)elektiver Mutismus ( ICD 10 - F94.0)
www.uni-duesseldorf.de
Mutismus Selbsthilfe Deutschland e. V.:
www.mutismus.de
StillLeben e.V.:
www.selektiver-mutismus.de
Und plötzlich Schweigen – Mutismus bei Kindern, Kind & Gesundheit 4/2007, S. 12-13

- Foto: Scott Bauer (US Department of Agriculture)
Honig — Balsam für die Haut
Kinderärzte setzen medizinischen Honig für die Wundheilung ein
(pgk) Honig ist seit Jahrtausenden als Heilmittel bekannt, seine entzündungshemmende Wirkung kommt in der Kosmetik (Honig macht spröde Lippen weich) und als Hausmittel bei Infekten, zum Beispiel in heißer Milch, zum Einsatz.
Bereits seit einigen Jahren setzen Ärzte in der Bonner Universitäts-Kinderklinik einen speziellen medizinischen Honig zur Wundpflege ein. „Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestoßen, und die Wunde heilt rascher“, erklärt Wundpflegespezialist Kai Sofka. „Selbst Wunden, die über Jahre partout nicht heilen wollten, lassen sich mit dem Produkt in den Griff bekommen - und das oft innerhalb weniger Wochen", sagt Sofka. Außerdem bereitet der Verbandswechsel den kleinen Patienten weniger Schmerzen, weil sich die Umschläge leicht entfernen lassen, ohne die neu gebildeten Hautschichten zu verletzen.
Der Medizinhonig hat noch weitere nützliche Effekte: „Normalerweise riechen manche Wunden unangenehm - eine enorme Belastung für den Patienten. Der Honig hilft auch hier, indem er geruchsmindernd wirkt“, erklärt Sofka.
Auch das zunehmende Problem der Antibiotika-Resistenz in Krankenhäusern scheint mit dem Medizinhonig vom Tisch: Er macht selbst multiresistenten Keimen den Garaus. Andererseits entwickeln - nach bisheriger Erkenntnis - Bakterien keine Resistenz gegen die im Medizinhonig enthaltenen Antiseptika.
Krebskranke Kinder profitieren besonders von der heilenden Wirkung des Honigs, da die Medikamente, die sie einnehmen müssen (Zytostatika), die Wundheilung bremsen.
Der Honig, der in Bonn und in mehr als 20 weiteren deutschen Kliniken in der Wundversorgung zum Einsatz kommt, ist ein hochspezialisiertes Medizinprodukt, das nur unter fachlicher Aufsicht eingesetzt werden sollte. Der Hersteller verwendet zwei verschiedene, ganz spezielle Honigsorten und macht sie durch Bestrahlen keimfrei. Deshalb ist von einer Selbstbehandlung mit naturbelassenem Honig, der Bakterien und Sporen enthalten kann, dringend abzuraten.
Honig kann, wie alle naturbelassenen Lebensmittel, Allergien auslösen oder verstärken. Kinder unter einem Jahr sollten überhaupt keinen Honig bekommen. Es besteht die Gefahr – vor allem in den ersten sechs Monaten – an Säuglingsbotulismus zu erkranken, ausgelöst durch den Erreger Clostridium botulinum, der im Honig vorkommen kann.
Das Risiko ist zwar äußerst gering, sollte sich aber ein Säugling infizieren, ist trotz intensivmedizinischer Behandlung mit bleibenden Schäden zu rechnen. Deshalb ist es am besten, ganz auf Honig zu verzichten. Denken Sie auch daran, „versteckten“ Honig wegzulassen und nicht nur den Honig im Tee. Stillende Mütter sollten ihre wunden Brustwarzen nicht mit Honig pflegen, auch auf dem Schnuller hat Honig nichts zu suchen, bis das Baby älter als ein Jahr ist.
Quellen:
Honig hilft bei Problemwunden, Pressemitteilung der Universität Bonn,
www. uni-bonn.de
Forschungsinstitut für Kinderernährung
Robert Koch-Institut: Fallbericht Säuglingsbotulismus, in:
Epidemiologisches Bulletin 37/1998
Schinkhof/Christen: Säuglingsbotulismus, in:
Pädiatrie hautnah, 07/2006

- Kinder sind keine kleinen Erwachsene, sie brauchen auch oft andere Medikamente, wenn sie krank sind. Derzeit wird in der EU-Länder eine Verordnung umgesetzt, wonach Arzneimittel künftig auch an Studien mit Kindern getestet werden müssen. Foto: imagesource
Medikamente müssen auch auf Kinder abgestimmt sein
EU-Verordnung wird derzeit umgesetzt / Künftig Symbole auf den Verpackungen
(2.977 Zeichen)
(pgk) Bei der Verabreichung von Medikamenten werden Kinder noch immer oft wie kleine Erwachsene behandelt; passende Pillen für die Kleinen gibt es kaum. Das soll sich bald ändern. Seit Ende Januar bereits ist die neue EU-Verordnung über Kinderarzneimittel in Kraft, die für mehr Sicherheit bei Kindern sorgen soll. Danach sind pharmazeutische Unternehmen in der Europäischen Union verpflichtet, Medikamente auch in Studien mit Kindern zu prüfen.
Etwa die Hälfte aller Präparate, die kranke Kinder erhalten, ist nach Schätzungen von Fachleuten nicht speziell für ihre Altersgruppe geprüft und zugelassen. So bekommen kranke Kinder bislang meist Medikamente von Erwachsenen einfach in geringerer Dosierung. Doch die richtige Menge zu finden, ist auch für den Arzt nicht immer einfach. Außerdem reagiert der Stoffwechsel von Kindern manchmal anders: Die Kleinen vertragen nicht alle Wirkstoffe und nehmen diese anders auf als Erwachsene. Die Behandlung eines Schnupfens mit Nasentropfen für Erwachsene oder die Gabe von ätherischen Ölen beispielsweise kann bei Kleinkindern Vergiftungen oder Atemstörungen zur Folge haben. Kinder sind eben nicht einfach kleine Erwachsene.
Mit der seit wenigen Monaten geltenden Verordnung soll erreicht werden, dass verstärkt Arzneimittel für Kinder und Jugendliche entwickelt und für die Anwendung bei dieser Patientengruppe eigens zugelassen werden. Dazu gibt es für pharmazeutische Unternehmen eine Kombination von verschiedenen Verpflichtungen und Anreizen.
So muss ein Zulassungsantrag für ein neues Arzneimittel künftig die Ergebnisse klinischer Studien mit Kindern und Jugendlichen enthalten, es sei denn, das Arzneimittel ist für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen grundsätzlich nicht geeignet. Die Anforderungen an die klinische Prüfung sind in einem Forschungs- und Entwicklungsprogramm, dem pädiatri-schen Prüfkonzept, niederzulegen. Jedes Prüfkonzept muss dann einem eigens dafür bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) als Zulassungsbehörde eingerichteten Aus-schuss aus Wissenschaftlern der EU-Mitgliedstaaten zur Billigung vorgelegt werden.
Auf der anderen Seite verspricht die Verordnung den pharmazeutischen Unternehmen als Ausgleich für diese neuen Anforderungen Anreize und Vergünstigungen in Form von verlän-gerten Patentschutzfristen bei der Vermarktung der Arzneimittel. Auch bei Arzneimitteln, die bereits auf dem Markt sind, können solche Vorteile eingeräumt werden, wenn ihre Anwend-barkeit bei Kindern und Jugendlichen nachträglich mit einem pädiatrischen Prüfkonzept belegt wird.
Die Umsetzung in der Praxis wird sich erfahrungsgemäß erst allmählich vollziehen. Doch für Verbraucher wie für Ärzte hat die neue Verordnung eine ganz praktische Hilfe parat: Arzneimittel, die speziell für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen zugelassen wurden, tragen in Zukunft ein besonderes Erkennungs-Symbol auf der Verpackung. Der Aufdruck auf der Packung soll auf einen Blick anzeigen, für welche Altersgruppe ein Medikament zugelassen ist, wobei es voraussichtlich insgesamt fünf Altersgruppen geben wird.
Bis Anfang nächsten Jahres sollen entsprechende einheitliche Symbole entwickelt werden. Danach haben die Pharmaunternehmen zwei Jahre Zeit, ihre Packungen und die Packungsbeilagen anzupassen.
Grundsätzlich bleibt es aber ratsam, dass sich Eltern vor einer Behandlung ihrer Kinder mit Arzneimitteln immer von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen sollten – gerade und auch, wenn es „selbstverordnete“ Präparate sind.
Quellen:
Bundesgesundheitsministerin, 23. Januar 2007, Pressemitteilung: Mehr Sicherheit für Kinderarzneimittel, in:
www.bmg.bund.de/
EU-Verordnung über Kinderarzneimittel im Amtsblatt der Europäischen Union vom 27.12.2006:
http://eur-lex.europa.eu/
EU-weit sichere Arzneimittel für Kinder, Kommentar des Vorsitzenden der Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter bei der DGKJ; Prof. Dr. Hannsjörg W. Seyberth, zur neuen europäischen Verordnung für Kinderarzneimittel
www.dgkj.de/
EU-Verordnung über Kinderarzneimittel: Mehr Sicherheit, Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 5 vom 2.2.2007, Seite A-226-8, in:
www.aerzteblatt.de
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Wasserpfeife – keine coole Alternative zur Zigarette
Das bei Jugendlichen zunehmend beliebte Shisha-Rauchen ist gesundheitsschädlich
(2.462 Zeichen)
(pgk) Sie heißt je nach Herkunftsregion Shisha, Boory, Narghile, Arghile, Hookha, Goza, oder Hubble-Bubble. In Deutschland kennt man sie auch einfach als Wasserpfeife – in städtischen Szenekneipen wird sie von jungen Menschen als angeblich harmlose Alternative zur Zigarette gern konsumiert. Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, spricht von einem starken Trend, der inzwischen in ganz Deutschland verbreitet sei, nicht nur in Großstädten.
Aktuelle Studien haben ergeben, dass auch junge Menschen, die nie eine Zigarette rauchen würden, zur Wasserpfeife greifen, weil sie die gesundheitlichen Risiken nicht kennen oder unterschätzen. Die Zahl der Zigarette rauchenden Kinder und Jugendlichen nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. 2001 waren noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Raucher, im Frühjahr 2007 sank die Zahl auf 18 Prozent. Allerdings fördert die erste bundesweite Zählung von jugendlichen Wasserpfeife-Konsumenten einen Wert von 14 Prozent dieser Altersgruppe zutage.
Shisha-Lokale werben mit einem „Wohlfühl-Image“ für die Wasserpfeifen. Nicht nur in Gaststätten, sondern auch in den eigenen vier Wänden werden Wasserpfeifen geraucht. „Holen Sie sich den Orient nach Hause“, fordert ein Internet-Shop seine Kunden auf. Auf den Abbildungen des Wasserpfeifentabaks im Internet oder auch in den Schaufenstern der Shisha-Lokale werden die Tabakprodukte manchmal ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Warnhinweise angeboten. Dabei hätte der Hinweis „Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit“ für manche Shisha-Raucher vermutlich Neuigkeitswert.
Die wenigsten Konsumenten wissen, dass auch Shisha-Rauchen gesundheitsgefährdend ist. Ein Grund für das harmlose Image der Wasserpfeife könnte sein, dass sie – anders als in den arabischen Ländern – in Europa fast immer mit aromatisiertem Tabak geraucht wird. Die Geschmacksrichtungen gefallen offenbar besonders den jugendlichen Konsumenten: Apfel, Kirsche, Lakritze oder Minze – das Angebot ähnelt dem im Bonbonladen. Als „Alcopops zum Rauchen“ bezeichnen daher Suchtexperten den fruchtig aromatisierten Shisha-Tabak.
Die oft unterschätzen Gefahren, die vom Wasserpfeiferauchen ausgehen, sind:
- Die Nikotinaufnahme ist beim Wasserpfeiferauchen deutlich höher als beim Zigaretterauchen. Der durch das Wasser gekühlte Rauch wird tiefer inhaliert als Zigarettenrauch. Außerdem ist die Dauer des Rauchens verschieden: Eine Zigarette wird vier bis fünf Minuten geraucht, eine Wasserpfeife 50 bis 60 Minuten.
- Wegen der hohen Nikotinaufnahme ist die dadurch verursachte Suchtgefahr entsprechend hoch.
- Der Shisha-Rauch enthält neben Nikotin auch große Mengen Teer und Kohlenmonoxid sowie in kleineren Anteilen andere Schadstoffe (Arsen, Chrom, Nickel), die zu Tumoren und Verschlechterung der Lungenfunktion führen können. Die Kohlenmonoxidkonzentration im Blut von Wasserpfeifenrauchern ist mindestens genauso hoch wir bei Zigarettenrauchern.
- Wird eine Wasserpfeife von mehreren Personen geraucht, ohne das Mundstück auszuwechseln, besteht Infektionsgefahr (zum Beispiel mit Herpes, Hepatitis oder Tuberkulose)
- Wird die Wasserpfeife unzureichend gereinigt, besteht die Gefahr von Pilzinfektionen.
- Das im Wasserpfeifentabak in großen Mengen vorhandene Glycerin, das als Feuchthaltemittel benötigt wird, wandelt sich bei Erhitzung in Acrolein um, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.
Quellen:
Wasserpfeife: orientalisch – modisch – gesundheitsgefährdend, in: Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Dogenprobleme,
www.sfa-ispa.ch/
Wasserpfeife außer Kontrolle, Pressemitteilung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg vom 04.07.2007, in:
www.berlin.de
Studie „Förderung des Nichtrauchens bei Jugendlichen 2007“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, in:
www.bzga.de
Ausgewählte Fragen und Antworten zu Wasserpfeifen, in: Bundesinstitut für Risikobewertung,
www.bfr.bund.de
BUCHTIPP
Oaa, der Löwe, und Turbo, der Marienkäfer
Ungleiche Freunde mit gleichen Vorlieben
(1.037 Zeichen)
(pgk) Was schmeckt gut? Da sind sich der große Löwe und der kleine Käfer auf
Anhieb einig. Zum Beispiel Gemüse mit „guuutem“ Olivenöl. Oder frisch geknackte Nüsse. Dazu Apfelsaft mit Wasser. Dass das auch gesund ist, darüber verlieren sie kein Wort. Und die täglichen Gewohnheiten? Kein Problem. Zum Beispiel der Mittagsschlaf. Oaa macht sich dafür auf dem Sofa lang und Turbo auf der Lehne.
Ein Schrecken führte die beiden am Morgen zusammen. Oaa lädt Turbo daraufhin gastfreundlich zum Frühstück ein. Neugierig aufeinander verbringen sie den Tag mit Arbeiten, Spielen, Sporteln und Kochen. Dabei haben sie jede Menge Spaß und entdecken Gemeinsamkeiten. Aber plötzlich scheint alles vorbei zu sein. Nur eine schnelle Rettungsaktion kann das Unglück verhindern. Oaa und Turbo beschließen, die Geschichte ihres ersten gemeinsamen Tages aufzuschreiben.
Herausgekommen ist ein harmonisches Buch, das ohne erhobenen Zeigefinger angenehm beiläufig Gesundheit, Wohlbefinden und Umgang mit Fremdem thematisiert. Ein Bilderbuch für alle Menschen ab 2 Jahren.
Barbara von Stackelberg
Oaa & Turbo
VERLAG im KILIAN, 2005, 36 Seiten
ISBN 978-3-932091-85-8
€ 12,90
Erhältlich im Buchhandel, im Internet oder direkt über den Verlag.
V.i.S.d.P.
Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.
Redaktion:
Andrea Ulrich (verantwortl.)
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. med. Sigrid Ley-Köllstadt
Gerolf Nittner
Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:
Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion pgk
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93 -140
Telefax: 0 64 21 / 2 93 -740


