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Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
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pgk, Jg. 40, 9/10 - 2006
Neue Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
Pneumokokken und Meningokokken als Standardimpfungen im Impfplan für Säuglinge und Kinder
(3.603 Zeichen)
(pgk) Gegen die häufigsten Erreger schwerer bakterieller Infektionen im Kindesalter, Pneumokokken und Meningokokken, werden jetzt alle Kinder standardmäßig geimpft. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, STIKO, in ihren aktuellen Impfempfehlungen, die im Epidemiologischen Bulletin 30/2006 veröffentlicht wurden. Neben eitriger Hirnhautentzündung (Meningitis) ist auch die Sepsis (Blutvergiftung) eine gefürchtete Erkrankung, die durch diese
Erreger verursacht wird.
Foto: Imagesource
Pneumokokken rufen neben Sepsis und Meningitis auch lokal begrenzte Infektionen hervor, etwa Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündungen. Sie gehören zu den häufigsten Erregern einer Otitis media (Mittelohrentzündung) im Kleinkindalter. Besonders bedrohlich ist es, wenn der Erreger über das Blut auch andere Organe befällt oder eine Hirnhautentzündung verursacht. Dann kommt es nicht selten zu Todesfällen oder zu bleibenden Schäden wie Hörstörungen oder Entwicklungsverzögerungen. Die Häufigkeit ist stark altersabhängig, schwere Fälle sind in den ersten beiden Lebensjahren besonders häufig, aber auch ältere Kinder und Erwachsene können erkranken, besonders, wenn sie an einer chronischen Erkrankung leiden oder Menschen ab 60 Jahre, weil die Immunabwehr nachlässt. Weltweit sterben über eine Million Kinder unter fünf Jahren an einer durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündung. In Deutschland sind es in dieser Altersgruppe pro Jahr etwa 970 invasive – also sehr schwere – Pneumokokkenerkrankungen, dabei sind 680 der Krankheitsfälle durch die im Kinderimpfstoff enthaltenen Varianten verursacht. Um dies zukünftig zu verhindern, empfiehlt die STIKO daher nun für den Pneumokokken-Schutz mit Konjugat-Impfstoff allen Kindern unter zwei Jahre (siehe: www.dgk.de, Stichwort: Pneumokokken-Impfung. Der Konjugatimpfstoff steht in Deutschland bereits seit März 2001 zur Verfügung, wurde aber nur für Risikogruppen wie Frühgeborene oder Kinder mit Gedeihstörungen empfohlen. Die Wirksamkeit ist in klinischen Studien in den USA und in Finnland bei mehr als 37.000 Kleinkindern bewiesen worden. Für einen vollständigen Impfschutz sind vier Impfungen ab dem vollendeten 2. Lebensmonat zeitgleich mit den anderen im Säuglingsalter empfohlenen Impfungen vorgesehen. Auch Meningokokken (Neisseria meningitidis) können eine Blutvergiftung (Sepsis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen, die manchmal binnen weniger Stunden zum Tode führt. Dem RKI werden jährlich etwa 700 invasive Meningokokken-Erkrankungen gemeldet, davon werden etwa 175 Erkrankungen durch den Typ ausgelöst, gegen den sich der Impfstoff richtet (Serogruppe C). Die Impfung ist mit einer Dosis ab dem vollendeten 12. Lebensmonat empfohlen. Bislang war die Meningokokken-Impfung nur bei bestimmten Vorerkrankungen oder als Reiseimpfung empfohlen worden. Die Einführung einer zusätzlichen Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten (Pertussis) im Vorschulalter ist bereits Anfang des Jahres 2006 veröffentlicht worden. Da gegen Pertussis kein Einzel-Impfstoff mehr verfügbar ist, weist die STIKO in den Empfehlungen 2006 außerdem darauf hin, dass bei jeder Aufrisch-Impfung gegen Tetanus/Diphtherie die Notwendigkeit einer Pertussis-Impfung überprüft und gegebenenfalls ein Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis verwendet werden sollte. Die STIKO-Empfehlungen (Epidemiologisches Bulletin 30/2006) sowie die Begründungen zu den beiden neuen Standardimpfungen (Ausgabe 31/2006) sind abrufbar unter www.rki.de > Infektionsschutz > Impfen.
Wenn Kinder zu dünn sind
Suppenkasper: Manschen erlaubt!
(3.378 Zeichen)
(pgk) „Ich esse meine Suppe nicht. Nein, meine Suppe ess´ ich nicht“, schreit der Suppenkasper im Kinderbuch „Der Struwwelpeter“. Wenn es doch nur die Suppe wäre, werden sich viele Eltern denken, deren Kinder konsequent das Gesicht verziehen – egal, welche Leckereien auf dem Mittagstisch stehen.
Meist sind es Mütter, die sich Sorgen machen, wenn das Kind wenig isst und vielleicht auch wirklich dünn erscheint. Selten stimmt der Eindruck, und selten steckt hinter der Appetitlosigkeit eine Krankheit. Ob ein Kind wirklich zu dünn für seine Größe und sein Alter ist, verrät die Tabelle des Forschungsinstituts für Kinderernährung, Dortmund.
Empfohlenes Körpergewicht
Alter | Größe in Zentimeter | Gewicht in Kilogramm |
3 - 4 | 90 - 112 | 11,5 - 20 |
5 - 6 | 102 - 126 | 15 - 25,5 |
7 - 8 | 113 - 140 | 18,5 - 32,5 |
9 - 10 | 125 - 153 | 24 - 41,5 |
11 - 12 | 136 - 170 | 31 - 54 |
13 - 14 | 145 - 185 | 37 - 70 |
Gründe für Suppenkasperei gibt es viele. Kinder müssen mitunter erst lernen, Essen als eine „ganzheitliche, soziale und sinnliche Erfahrung“ zu erleben, wie es bei einer Fachtagung von Kindertagesstätten in Niedersachsen formuliert wurde. Damit das Essen zum positiven Erlebnis wird, sollten die Rahmenbedingungen stimmen.
So brauchen Kinder zum Essen eine gemütliche Atmosphäre und einen passenden Stuhl. Das Auge isst mit: Eine ansprechende Tischdekoration regt den Appetit an. Fernseher und Radio gehören nicht dazu! Schön ist es, wenn alle Familienmitglieder am Tisch sitzen und Eltern und ältere Geschwister eine Vorbildfunktion abgeben. Spaß macht das Essen auch, wenn kleine Gäste mit am Tisch sitzen. Die Stimmung sollte freundlich und ruhig sein. Achten Sie auf regelmäßige Essenszeiten. Für Kinder spielt Routine eine wichtige Rolle. Unregelmäßige Essenszeiten können auf den Magen schlagen.
Auch Gespräche mit dem Kind entspannen die Situation. Spielchen wie „Ein Löffelchen für Mama“, Drohungen oder Versprechungen haben dagegen beim Essen nichts zu suchen. Versuchen die Eltern, beim Essen Zwang auszuüben, wird das Kind oft trotzig und will erst recht nicht essen. Aus dem Essen wird ein Machtkampf. Grundsätzlich sollte kein Kind gezwungen werden, seinen Teller leer zu essen.
Kinder haben – wie Erwachsene auch – Vorlieben und Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel und auch unterschiedlich starken Appetit. Lassen Sie Ihr Kind bei der Wahl der Speisen mitbestimmen. Eine Mahlzeit pro Woche darf es selber aussuchen. Kinder sollten kleine Portionen bekommen, die nicht zusammengemischt werden, so dass das Kind sieht, was es isst. Größere Kinder dürfen sich selbst nehmen, was auf dem Tisch steht und was sie mögen. Kinder sollten sobald wie möglich selber essen, auch wenn sie ein bisschen matschen wollen und dabei eine „Schweinerei“ entsteht – es liegt an den Eltern, für eine abwaschbare Umgebung zu sorgen. Nutzen Sie den Spieltrieb Ihres Kindes aus und gestalten Sie Essen als Erlebnis. Kinder lieben Finger food, auch lustige Clowngesichter aus Gemüse sorgen für Abwechslung.
Essen gibt es nur zu den Mahlzeiten und nicht ständig zwischendurch. Eltern sollten zwischen den Mahlzeiten konsequent bleiben. Häufig machen Eltern den Fehler, ihren appetitlosen Sprösslingen bei jeder Gelegenheit einen Happen in den Mund schieben zu wollen. Diese Kinder sind sicher bei den Mahlzeiten satt. Schon Kleinkinder spüren sehr gut, ob sie hungrig sind oder satt. Beim Überfüttern geht das natürliche Hungergefühl verloren.
Dyskalkulie: Diagnose und Therapie
Rechenschwache Kinder sind nicht dumm
(2.818 Zeichen)
(pgk) Zählen, abziehen, teilen und malnehmen: Rechnen macht Spaß – wenn man es kann. Zu einer Quälerei wird es für die rund fünf Prozent der Schüler, die nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO unter der so genannten Dyskalkulie, der Rechenschwäche, leiden. Ihnen fehlt die Fähigkeit, hinter den Zahlen die Menge zu sehen – und damit das mathematische Verständnis, das eigentlich schon im Vorschulalter ausgeprägt sein sollte.
Dyskalkulie-Kinder lernen Zahlen und ihre Reihenfolge auswendig. Sie addieren und subtrahieren durch Auf- und Abzählen mit Fingern und „Luftfingern“. Sie sehen widersprechende Ergebnisse nicht, verknüpfen wahllos Größenangaben und verstehen Textaufgaben nicht. Die Lehrer halten den Schüler für unwillig, faul, wenig begabt und unkonzentriert. Und das Kind glaubt, es sei „doof“. Viele der Kinder kompensieren die Lernschwäche auch durch Auswendiglernen und Fleiß. Die Schwäche wird nicht erkannt, so dass ein Besuch des Gymnasiums nicht ungewöhnlich ist.
Dyskalkulie ist eine Entwicklungsverzögerung des mathematischen Denkens. Genetische Faktoren spielen bei der Entstehung von Dyskalkulie – wie auch bei Legasthenie, der Lese- und Rechtsschreibschwäche – eine entscheidende Rolle, sagt der Humangenetiker Dr. Tiemo Grimm vom Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie (BVL). Auch das Lernumfeld oder das Elternhaus können die Entwicklung der Rechenschwäche begünstigen. Dyskalkulie kann zu Ängsten oder Depressionen führen. Häufig leiden die Kinder unter Kopf- und Bauchschmerzen.
Diagnose
Schon im Kindergarten und in den ersten zwei Schuljahren sollten Pädagogen auf Anzeichen der Rechenschwäche achten, denn bereits dann werden die Fundamente für ein mathematisches Verständnis gelegt. Ob ein Kind unter Dyskalkulie leidet, lässt sich mit Tests, die wie Klassenarbeiten aufgebaut sind und ausschließlich auf das Ergebnis zielen, nur unzureichend feststellen. Ein spezieller Test, der von der Humboldt-Universität in Berlin und dem Zentrum für Therapie der Rechenschwäche Berlin entwickelt wurde, baut auf der Methode des „lauten Denkens“ auf. Damit lassen sich falsche und umständliche Rechenwege ermitteln.
Therapie
Eine Rechenschwäche lässt sich weder durch Schule noch durch klassische Nachhilfestunden beheben. Keine Lösung sei jedenfalls das Wiederholen der Klasse, darauf weist der BVL hin. Hilfe verspricht eine individuelle Lerntherapie über ein- bis zweieinhalb Jahre – neben einem speziellen Hausaufgabenprogramm, Elternbetreuung sowie Lehrer- und Arztgesprächen. In dieser Zeit lernen die Kinder nachträglich in kleinsten Schritten einen korrekten Mengen- und Zahlbegriff.
Ein Symptomfragebogen ist im Internet unter www.arbeitskreis-lernforschung.de hinterlegt. Außerdem findet man auf diesen Seiten Adressen von Einrichtungen, die Eltern und Kindern weiterhelfen.
Damit kleine Wehwehchen nicht groß werden
Schürfwunden und kleine Schnitte richtig behandeln
(3.953 Zeichen)
(pgk) Aaaauuuuuu! – schon wieder ist das Knie aufgeschlagen. Das tut zwar weh, ist aber kein Weltuntergang, auch wenn das Geschrei kleiner Unglücksraben mitunter so klingen mag. Ob das Kind zum Arzt muss oder die erste Hilfe von Mami oder Papi genügen, entscheidet natürlich die Art der Verletzung.
Eine Schürfwunde ist – medizinisch gesehen – eine oberflächliche Wunde mit unscharfen Wundrändern. Gleich nach dem Sturz bildet sich ein Netz von durchsichtigen Fasern auf der Wunde, die sie vor weiterer Verunreinigung schützt.
Die blutende Wunde sollte vorsichtig mit einem sauberen Tuch abgetupft werden. Auswaschen sollte man die Wunde nicht unbedingt, denn durch das Wasser könnten Keime in die Wunde gelangen. Sind kleine Wunden verunreinigt, dann lassen sie sich mit dreiprozentiger Wasserstoffperoxidlösung ausspülen. Danach sollte die Wunde mit einer Jod-Lösung aus der Apotheke desinfiziert werden. Nicht geeignet sind Wundpuder, Blätter oder Pflanzenstängel, ebenso wenig Honig. Honig hat zwar eine desinfizierende und wundheilende Wirkung, handelsübliche Sorten enthalten allerdings auch Bakterien-Sporen.
Ist die Wunde getrocknet, dann halten Salben die Wundränder geschmeidig. Heilungsfördernd sind Salben mit Dexpanthenol, Kamille oder Ringelblume. Sinnvoll ist auch ein weiches, luftdurchlässiges Pflaster.
Achtung: Schürfwunden können andere Verletzungen wie Knochenbrüche, Gelenk- oder innere Verletzungen verdecken. Wenn das Kind starke Schmerzen beim Bewegen des verletzten Armes oder Beines hat, wenn es über Bauchschmerzen oder Kreislaufbeschwerden klagt, ist der Gang zum Arzt angebracht. Ein Arzt sollte auch gefragt werden, wenn die Wunde nach zwei bis drei Tagen nicht heilen will, wenn sie gerötet ist, warm wird und anschwillt, schmerzt und pocht, eitert, nässt. Bildet sich gar ein roter Streifen, der auf eine Ausbreitung über die Lymphbahnen hinweist: Sofort zum Arzt!
Kleine Schnitte heilen in der Regel genauso problemlos aus wie Schürfwunden. Schnitte weisen glatte Wundränder auf. Der Körper wird mit der Wunde am besten fertig, wenn die Wundränder direkt nebeneinander liegen. Besteht ein Spalt, dann muss der Körper diesen überbrücken, es bildet sich eine Narbe. Man kann versuchen, kleinere Schnitte mit einem Heftpflaster zu schließen. Schnitte, die länger als ein Zentimeter sind, weit auseinander klaffen oder tief sind, werden vom Arzt genäht oder geklammert. Blutet die Wunde stark und kann sie auch mit einem Druckverband nicht gestillt werden, dann ist dies ebenfalls ein Fall für den Arzt.
Bei jeder noch so kleinen Wunde besteht außerdem die Gefahr einer Infektion mit Wundstarrkrampf-Bakterien (Tetanus). Heute noch enden 30 bis 50 Prozent der Fälle tödlich. Das Bakterium Clostridium tetani kommt fast überall vor und vermehrt sich schnell in sauerstoffarmer Umgebung. Es scheidet bei der Vermehrung Gift aus, das zu einer Entzündung im Körper führt. Entlang der Nervenbahnen gelangt das Gift ins Gehirn. Nach 3 bis 60 Tagen kommt es zu äußerst schmerzhaften Krämpfen der Muskulatur. Sie beginnen im Gesicht und breiten sich auf den Körper aus. Auch eine Atemlähmung ist möglich. Weitere Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, beschleunigte Atmung und schneller Herzschlag.
Ein sicherer Schutz ist die Impfung, der zehn Jahre hält. Bei einer Verletzung wird schon nach fünf Jahren wieder geimpft. Dabei gleich an die Diphtherie- und eventuell Keuchhustenauffrischung denken – mit einem Kombinationsimpfstoff. Ausführliche Informationen zu den Impfungen finden Sie auf der Internet-Seite des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. www.dgk.de, Stichwort: Impfen.
Zur Erstversorgung von Wunden gehört in jede Hausapotheke:
- Wund- und Heilsalbe, Gel gegen Verbrennungen (meist in Kombination gegen Insektenstiche erhältlich)
- Mittel zur Desinfektion von Wunden
- Sortiment an Verbandmitteln mit Mullbinden, sterilen Kompressen, Pflaster, Fixierpflaster, Einmalhandschuhen, Schere, elastische Binden zur Ruhigstellung von Gelenken
Foto: PhotoDisc
Tipps zum Kinderschuhkauf
Am gesündesten für Kinderfüße ist Barfußlaufen
(3.006 Zeichen)
(pgk) Weil sie barfuß auf Naturböden laufen, haben Naturvölker die gesündesten Füße. In unseren Breiten zwingen uns jedoch klimatische Bedingungen, Schuhe zu tragen. Verpackt in Schuhe sind Füße zwar geschützt, gleichzeitig werden aber gerade die kleinen Fußmuskeln zur Untätigkeit gezwungen. Mit Unebenheiten kommen sie gar nicht mehr in Kontakt. Folge: Mangels Beanspruchung verkümmern die Muskeln, das Fußgewölbe verliert seine Stützen.
Der Fuß geht aus der Form und degeneriert zum Hohl-, Platt- oder Spreizfuß mit Krallenzehen, der bei Belastung schmerzt. So wird eine „architektonische“ Meisterleistung der Evolution ruiniert. 40 Prozent der Menschen haben Probleme mit ihren Füßen. Bereits Kinder leiden an funktionellen oder strukturellen Deformierungen der Füße.
Derlei Schäden sind meist die traurigen, weil vermeidbaren Folgen falscher Kinderschuhe, weil diese zu kurz oder zu schmal sind. Zudem wachsen Kinderfüße schneller als man denkt: in drei Monaten um rund eine Größe. Die Deutsche Schuhindustrie hat in Zusammenarbeit mit führenden Kinderärzten und Orthopäden ein System zur bestmöglichen Vorsorge entwickelt: Das WMS(Weiten-Maß-System)-Gütesiegel, das auch für ‚weit-mittel-schmal’ steht. Schuhe, die dieses Gütezeichen tragen, sind funktions- und fußgerecht und entsprechen den Proportionen des Kinderfußes genau.
Vor jeder Anprobe eines neuen Schuhs sollte geprüft werden, ob er über die korrekte Innenlänge verfügt. Ein Fuß- und Schuhmessgerät hilft dabei. Damit die Zehen ausreichend Raum haben, sollte ein neuer Kinderschuh innen etwa 12 mm länger sein als der Fuß.
Der Schuh muss zudem einen festen Halt am Fuß haben. Rund um die Schuhöffnung darf kein Finger mehr hinein passen. Drücken Sie mit Daumen und Zeigefinger seitlich im Vorderfußbereich den Schuh zusammen. Der Schuh sollte weder schon am Fuß anliegen, dann ist er zu schmal, noch sollte zu viel Spielraum sein, dann ist der Schuh zu weit. Ein zu weiter oder nicht fest am Fuß sitzender Kinderschuh führt dazu, dass der Fuß beim Laufen nach vorn in die Spitze rutscht. Damit werden trotz korrekter Innenlänge des Schuhes die Zehen wie in einem zu kurzen Kinderschuh gestaucht.
Wichtig bei Kinderschuhen sind zudem eine sehr flexible Laufsohle, die ein gutes Abrollen des Fußes ermöglicht, ein flexibler Schaft, kein ausgeformtes Fußbett, ein geringes Gewicht, Atmungsaktivität, Strapazierfähigkeit sowie pflegeleichtes Obermaterial.
Noch ein Tipp: Lassen Sie Ihr Kind in neu gekauften Schuhen erst einmal einige Stunden in der Wohnung laufen. Manchmal kann sich dabei herausstellen, dass sich das Kind in den Schuhen doch nicht ganz wohl fühlt. Die Schuhe sind dann noch ohne Gebrauchsspuren, und ein guter Fachhändler wird sie problemlos umtauschen, wenn Sie die Schuhe in Originalverpackung und mit Kassenbeleg zurück bringen. Wenn es die Temperatur zulässt und sie sicher sein können, dass keine Verletzungsgefahr besteht, sollten Eltern ihre Kinder zu Hause oder im Sand auf einem gepflegten Spielplatz barfuß laufen lassen.
Foto: imagestateMELDUNGEN
Heilen Wunden tatsächlich besser „an der Luft“?
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(pgk) Bei kleinen Wunden wenden viele Eltern gerne die erprobte Verhaltensweise an, die Wunde erst zu säubern, anschließend die Blutung zu stillen und dann Luft an die Wunde zu lassen, damit sie schnell heilt. Es ist jedoch ein Ammenmärchen, dass Wunden an der Luft am besten heilen.
Die intuitive Vorstellung, die Wunde müsse trocknen, dann sei alles gut, ist irrig – im Gegenteil, nur solange sie feucht ist, können die Enzyme und Hormone, die für die Heilung sorgen, sich frei bewegen und ihr nützliches Werk tun. Eine Reihe von Studien kam zu dem Ergebnis, dass Wunden, die feucht gehalten und bedeckt werden, schneller heilen. Auch verminderte sich die Zahl der Entzündungszellen deutlich schneller, als bei Wunden, die der Luft ausgesetzt waren. Die besten Ergebnisse erzielte man, wenn man die Wunde über fünf Tage feucht und bedeckt hielt. Früher bestanden Bedenken, dass es in der feuchten Kammer eher zu Infektionen kommt; doch diese Befürchtungen sind inzwischen widerlegt. Tipp: Wegen der schnelleren Heilung sollte man deshalb auch Brandblasen oder Blasen, die durch Reibung am Fuß entstehen, auch keinesfalls öffnen und austrocknen.
Der erste kleine Schorf hilft zwar die Blutung zu stoppen, und harter Schorf schützt die Wunde vor Schmutz, aber er behindert auch die Heilung und fördert die Narbenbildung. So grausam zusätzlich die Entfernung des Schorfs auch klingen mag, so ist es im Grunde doch eine gute Idee. Wenn eine neue Haut über die Verletzung wachsen will, muss sie sich unter diese Kruste schieben. Die feste Kruste sorgt aber für eine mechanische Barriere und hindert die Hautzellen zu wandern.
Ein weiterer, verbreiteter Fehler ist die Verwendung antibiotischer Salben, sagt Dr. Mark Davis, Professor für Dermatologie an der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota. Diese Salben halten eine Wunde zwar feucht, können jedoch zu allergischen Reaktionen führen. Vaseline, zweimal täglich appliziert, wirkt wunderbar.
Harte Landung für fliegende Engel
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(pgk) „Engelchen flieg!“ ist bei kleinen Kindern ein sehr beliebtes Spiel. Die Eltern halten das Kind an den Händen fest, nehmen Anlauf und ziehen das Kind dann weit hoch. Ganz harmlos ist das Spiel nicht: Ist das Kind auf einen solch himmlischen Flug nicht vorbereitet, kann es schnell zu einer Verrenkung kommen. Im schlimmsten Fall rutscht aus dem Ringband am Ellenbogen das so genannte Radiusköpfchen heraus (Radiusköpfchen-Subluxation).
Im Fachjargon heißt die Verletzung Chassaignac-Lähmung, im Volksmund auch „Sonntagsarm“. Es handelt sich dabei um keine echte Lähmung. Das Kind bewegt lediglich den Arm wegen der Schmerzen nicht mehr und hält ihn im 45-Grad-Winkel vor den Körper.
Bei einer solchen Verletzung muss das Kind sofort zum Arzt. Dieser bringt durch einen ziehenden Handgriff das Radiusköpfchen wieder in Position. Die Behandlung tut nicht zusätzlich weh, und auch die Schmerzen am Arm lassen sofort nach. Nur wenn das Radiusköpfchen längere Zeit ausgerenkt bleibt, ist es möglich, dass das Einrenken nicht gelingt. Dann muss für drei Tage eine Gipsschiene angelegt werden.
Zu einem „Sonntagsarm“ kann es auch kommen, wenn die Eltern das Kind zum Beispiel bei einem Spaziergang vor einem Sturz bewahren wollen und es am Arm hochziehen oder ein Kind sich nach hinten wirft oder plötzlich fallen lässt. Betroffen sind meist Kinder im Alter von einem bis vier Jahren, selten auch Fünf- und Sechsjährige. Kinder, die einmal betroffen waren, erwischt es oft wieder.
Um die Verrenkung zu verhindern, sollten Eltern ihre Kinder beim Herumwirbeln besser unter den Achseln fassen.
Der richtige Schulranzen: Weniger ist mehr!
(1.576 Zeichen)
(pgk) Bücher, Hefte, Ordner, Trinkflaschen: Wenn der Schulranzen „ordentlich“ gepackt ist, bringt er oft ein paar Kilo zuviel auf die Waage. Die Faustregel: Grundschüler sollten nicht mehr als 10 bis 15 Prozent ihres Körpergewichtes auf dem Rücken tragen. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass es erst bei 15 Prozent zu Veränderungen der Gangart kommt. Bei 18 Prozent wird das Kind so zusammengedrückt, dass die Atmung eingeschränkt wird.
Manchmal tragen Kinder wochenlang Sportschuhe oder dicke Bücher mit sich herum, obwohl sie diese Dinge nur selten benötigen. Das oberste Prinzip beim Ranzenpacken lautet jedoch: „Weniger ist mehr“. Das richtige Packen des Ranzens will gelernt sein. Schwere Bücher gehören auf jeden Fall an die Rückenseite und alles, was nicht täglich im Unterricht gebraucht wird, kann oft auch im Klassenzimmer deponiert werden oder gleich zu Hause bleiben. Gerade Schulanfänger benötigen nicht viel, am Anfang reichen Holzbuntstifte in den wichtigsten sechs Farben, Bleistift, Radiergummi und Spitzer, Lineal und an Heften nur das, was der Lehrer auf die Liste geschrieben hat.
Trotzdem sollten Eltern sich gerade zu Beginn der Schulzeit jeden Tag die Zeit nehmen, um mit dem Kind gemeinsam die Schultasche zu packen. Am besten gleich nach den Hausaufgaben und anhand einer festen Checkliste, auf der etwa genau steht, was ins Mäppchen und was in welchen Hefter gehört In einem stabilen Ranzen bekommt kein Heft Eselsohren. In regelmäßigen Abständen sollte man zudem den Ranzen gemeinsam mit dem Kind reinigen und von überflüssigen Sammelsurien befreien.
Bundesweite Aufklärungskampagne zum Start der „Läusesaison“
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(pgk) „Läuse-Alarm“ heißt die neue Kindergarten-Aktion des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. und Mosquito®. Bundesweit können Erzieherinnen und Erzieher kostenlos eines von 3.000 Paketen zum Thema „Läuse im Kindergarten“ anfordern. Es enthält neben Informationsflyern und Broschüren eine Arbeitsmappe mit Spielen und Ausmalbildern für die Kinder, einen Elternvortrag zum Thema „Läuse im Kindergarten“ sowie Läuse-Shampoo, Waschmittel und ein Umgebungsspray. Die enthaltenen Produkte und Materialien rund um das Thema Läuse geben Eltern und Erzieher einen Überblick darüber, welche Maßnahmen im Umgang mit den Kopfläusen der Kinder sinnvoll sind.

NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)
Die meisten Mütter mit Typ-1-Diabetes stillen ihre Kinder
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(pgk/DDZ) Die Zeiten, in denen das Stillen bei Frauen mit Diabetes noch problematisch gesehen wurde, sind lange vorbei. Heutzutage wird Diabetikerinnen das Stillen über einen längeren Zeitraum sogar ausdrücklich empfohlen. Muttermilch ist die beste Form der Säuglingsernährung. Unter anderem fördert sie die Entwicklung der kindlichen Immunabwehr und verringert die Wahrscheinlichkeit einer späteren Diabetes-Erkrankung.
Im Vergleich zu Kindern, die mit Flaschennahrung gefüttert werden, haben gestillte Kinder auch ein geringeres Risiko für späteres Übergewicht. Für die Mutter hat das Stillen ebenfalls Vorteile: Die niedrigen Östrogenspiegel während der Stillzeit wirken sich günstig auf den Glukose- und Fettstoffwechsel aus. Hierdurch sinkt oft der Insulinbedarf der Mutter.
Ein Studienteam um Elisabeth Mathiesen vom Universitäts-Hospital in Kopenhagen ist der Frage nachgegangen, wie viele Diabetikerinnen heutzutage ihre Kinder stillen. Hierfür interviewten die Wissenschaftler 102 Frauen mit Typ 1 Diabetes. Die Interviews wurden jeweils am fünften Tag und vier Monate nach der Geburt geführt. Mehr als die Hälfte der Kinder wiesen direkt nach der Geburt Komplikationen auf wie Gelbsucht durch eine Unreife der Leber, Atemschwierigkeiten durch eine Unreife der Lunge oder Infektionen. Trotzdem begannen fast alle Diabetikerinnen (insgesamt 86 Prozent), ihre Kinder zu stillen. Vier Monate nach der Geburt lag die Stillrate immerhin noch bei 54 Prozent. Von den restlichen Müttern ernährten 14 Prozent ihre Kinder teilweise mit Muttermilch, 32 Prozent stillten gar nicht. Das interessante Resultat: Diese Ergebnisse sind in etwa vergleichbar mit den Stillraten in der Allge-meinbevölkerung. Die Hauptgründe für das Abstillen waren allgemeine Probleme wie ungenügender Milchfluss. Die Tatsache, dass die Mutter Diabetikerin war, spielte keine Rolle.
Bei Müttern mit Diabetes „gewöhnt“ sich das noch ungeborene Kind während der Schwangerschaft an die zu hohen Blutzuckerspiegel und reagiert mit einem Anstieg der Insulinherstellung. Nach der Geburt – wenn der Glukosespiegel wieder normal, aber der Insulinspiegel noch erhöht ist – können Unterzuckerungen auftreten. Eine weitere aufschlussreiche Beobachtung der vorliegenden Studie war, dass es bei den gestillten Kinder weniger häufig zu Unterzuckerungen kam. Insgesamt hatten 22 Prozent der Kinder aus dieser Gruppe schwere Unterzuckerungen, die mit einer intravenösen Glukosegabe behandelt werden mussten. Bei den Kindern, die nicht gestillt wurden, lag der Anteil mit 40 Prozent deutlich höher.
Fazit: Frauen mit Typ-1-Diabetes stillen ihre Kinder heutzutage genauso häufig wie Nicht-Diabetikerinnen. Die Möglichkeit zum Stillen ist durch den Diabetes nicht eingeschränkt. Auch die Qualität der Muttermilch, die nach wie vor die beste Säuglingsnahrung ist, wird nicht beeinflusst. Diabetikerinnen können und sollten stillen – davon profitieren sowohl das Kind als auch die Mutter.
Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung
Quelle: Stage E, Nørgård H, Damm P et al. Long-Term Breast-Feeding in Women With Type 1 Diabe-tes. Diabetes Care 2006; 29:771-774
Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de
Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf
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