DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 40, Ausgabe 7/8 - 2006 Themen: DGK, Zahn, Kinder, Eltern, Zahnpflege, Kinder, Masern, Impfen, Keuchhusten, Kindergarten, Infektionskrankheiten, Hören, Ohren, Hörschäden, Jugendliche, Fieber, Fissurenversieg
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Deutsches Grünes Kreuz, Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 40, Ausgabe 7/8 - 2006 Themen: DGK, Zahn, Kinder, Eltern, Zahnpflege, Kinder, Masern, Impfen, Keuchhusten, Kindergarten, Infektionskrankheiten, Hören, Ohren, Hörschäden, Jugendliche, Fieber, Fissurenversiegelung, Zahn, Zähne, Kinderzähne, Karies, Rotaviren, Kindertagespflege, Tagesmütter, Sicherheit, Mutter, Schwangeschaft, Zeenager-Schwangerschaften, Verhütung, Aufklärung, Kroschke Stiftung für Kinder, Förderpreis, Hitze, Sonne, Auto, Tiere, Magic-Mushrooms, Drogen, EU-Drogenexperten, Zauberpilze, Leben, leichtgläubiger
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www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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das gesunde Kind
pgk, Jg. 40, 7/8 - 2006

Kinder, Kokken, Keuchhusten
Eltern informieren sich im Kindergarten über Infektionskrankheiten
Gelungener Auftakt des Pilotprojektes im Ruhrgebiet
(1.814 Zeichen)

23 Mütter und 2 Väter kamen zur Auftaktveranstaltung(pgk) 23 Mütter und 2 Väter kamen zur Auftaktveranstaltung des Pilotprojektes „Kindergarten – (k)eine Zeit für Infekte“ des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. am 21. Juni in den Katholischen Kindergarten St. Georg in Duisburg. Foto: DGK

Der Kinderarzt Dr. med. Jens Niklas hielt einen Vortrag über die häufigsten Infektionskrankheiten im Kindergartenalter und stand den Eltern für Fragen zur Verfügung. Und die waren vielfältig: Nicht nur die Masern, die aus aktuellem Anlass – schließlich verzeichnet man derzeit den größten Ausbruch seit Einführung der Meldepflicht in Nordrhein-Westfalen und speziell in Duisburg – fanden großes Interesse, auch viele andere Infektionen wie Pneumokokken, Meningokokken, Keuchhusten oder Windpocken bereiten den Eltern Sorgen. Immer wieder stellen Eltern auch die bange Frage nach den Nebenwirkungen von Impfungen. Jens Niklas berichtete hier aus seiner jahrzehntelangen Praxiserfahrung: „Wirklich schwere Impfschäden habe ich noch nicht gesehen.“ Und mit den modernen Impfstoffen sind, das zeigt auch die Statistik, Impfkomplikationen sehr selten geworden. Die schweren Reaktionen, die man von der Pockenimpfung oder der BCG-Impfung gegen Tuberkulose kennt, gehören der Vergangenheit an. Alle Impfstoffe im Kindesalter sind heute außerdem frei von Konservierungsmitteln.

Weitere Info-Nachmittage wird es in Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Bottrop, Münster, Duisburg, Bocholt und Essen geben. Geplant ist eine Ausweitung der Veranstaltungsreihe, denn eines ist bereits nach der Auftaktveranstaltung klar: Informationsbedarf und Interesse der Eltern sind groß. Als positiver Nebeneffekt zeigt sich, dass die Eltern jetzt auch zum eigenen Impfausweis greifen und die doch häufig bestehenden Impflücken aufspüren!

Kindergarten – (k)eine Zeit für InfekteDas Deutsche Grüne Kreuz e. V. organisiert die Veranstaltungen und stellt das Informationsmaterial – Broschüre, Poster und PowerPoint-Vortrag – zur Verfügung.

Interessierte können sich die Broschüre auch im Internet unter www.dgk.de herunterladen oder sie mit frankiertem Rückumschlag (1,45 €) anfordern:

Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Schuhmarkt 4
35037 Marburg


Arme Ohren!
Hörschäden bei Kindern und Jugendlichen nehmen zu
(2.078 Zeichen)

(pgk) In Zukunft werden mehr Jugendliche mit lärmbedingten Hörschäden zu kämpfen haben. „Wenn nicht gegengesteuert wird, braucht in einigen Jahren jeder zehnte Jugendliche ein Hörgerät“, erklärt Helmut Heckenstaller von der Techniker Krankenkasse (TK) Bayern.

Die Ursachen für die Hörminderungen: zu laute Musik über tragbare Audio-Geräte, in Discotheken und auf Pop-Konzerten. Längere und zu laute Beschallung kann unser Gehör irreversibel schädigen. Zwar werden in Discotheken teilweise Ohrstöpsel an der Theke verkauft, doch nur ein Bruchteil der Discobesucher benutzt sie. In Bayern gibt es deshalb seit März den DJ-Führerschein, und Discothekenbetreiber können sich zum Thema Lärm und wie er sich aufs Hören auswirkt, schulen lassen. Die Aktion und der DJ-Führerschein haben inzwischen auch in anderen Bundesländern Anklang gefunden.

Zu laute Musik aus MP-3-Playern und Discmen ist ebenfalls ein Problem. Zwar gab es in Europa schon vor der Klage gegen Apple wegen seines zu laut einstellbaren iPods eine EU-Richtlinie zur maximalen Lautstärke tragbarer MP-3-Player. Dennoch können die Geräte gehörschädigend laut eingestellt werden. So ist bei 105 DB schon nach 25 Minuten eine Lautstärkebelastung erreicht, die man seinen Ohren nur innerhalb einer ganzen Woche zumuten darf. Eltern sollten also ihre heranwachsenden Sprösslinge über die gehörschädigende Wirkung zu lauter Musik informieren.

Vier Prozent der 6- bis 7-Jährigen leiden laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) an einer so genannten Hochtonschwerhörigkeit, die durch laute Knalle verursacht wird. Hochtonschwerhörigkeit bedeutet, dass man den Schall in den hohen Frequenzen nur noch eingeschränkt wahrnehmen kann. Knallfrösche, Spielzeugpistolen oder Trillerpfeifen beispielsweise können zu einer dauerhaften Hörminderung führen, je nachdem, wie nahe am Ohr sie benutzt werden. Hörminderungen beeinträchtigen die Kommunikations-, Kontakt- und Lernfähigkeit von Kindern. Beim Kauf von Spielzeug können Eltern auf ein spezielles CE-Prüfzeichen achten: Mit ihm garantieren die Hersteller, dass das damit versehene Spielzeug nicht zu laut ist.
Stille herstellen

In unserer Umwelt und inzwischen auch in unseren Kinderzimmern wird es immer lauter – die Dauerberieselung nimmt zu. Die Ohren aber brauchen den Wechsel zwischen Stille und Geräusch. Deshalb gilt: Schalten Sie auch mal alle Außengeräusche ab. Nicht nur im Kinderzimmer.

FGH Hoertest                                                                     Foto: FGH


Wenn Kinder Fieber haben...
Was steckt dahinter? Was können Eltern tun?
(2.883 Zeichen)

Wenn Kinder Fieber haben...(pgk) Als Eltern kleiner Kinder werden Sie es sicher schon einmal erlebt haben: Das Kind wirkt „irgendwie verändert“, ist mürrisch, müde und matt: ein fieberhafter Infekt kündigt sich an. Einige Kinder äußern Bauchschmerzen und Übelkeit, manchmal auch verbunden mit Erbrechen. Bei anderen stehen Kopf- und Gliederschmerzen im Vordergrund. Beim nächsten fallen Husten und Schnupfen auf oder das Kind ist einfach quengelig, friert und hat keinen Appetit. Wird dann die Temperatur gemessen, stellt man häufig Fieber fest.

Foto: imagesource

Kinder leiden deutlich häufiger an Fieber als Erwachsene. Meist handelt es sich um eine Begleiterscheinung, ein Symptom einer Erkrankung, und eine Schutzreaktion des Körpers gegenüber der Infektion. Oft lässt sich nicht sofort erkennen, aus welchem Grund ein Kind einen Tag lang oder nur eine Nacht Fieber hatte. Hohes Fieber hingegen ist ein deutliches Krankheitszeichen, das ernst genommen werden muss. Von Fieber spricht man, wenn die Temperatur 38,5 Grad Celsius (°C) oder mehr beträgt. Bei einzelnen Kindern weisen aber bereits Temperaturen zwischen 38 °C und 38,5 °C auf eine Erkrankung hin. Morgens ist die Temperatur meist 0,5 °C niedriger als abends.

Was sollte man bei Fieber tun?

In den meisten Fällen, und besonders bei Kindern, helfen wärmeentziehende Wickel, zum Beispiel der klassische Wadenwickel. Dabei muss aber auf einen stabilen Kreislauf geachtet werden. In der Apotheke sind verschiedene fiebersenkende Medikamente erhältlich, auch ohne ärztliches Rezept. Bei kleinen Kindern empfiehlt sich die Gabe der fiebersenkenden Medikamente in Form von Zäpfchen, Saft oder auch Brausegranulat, weil Tabletten noch nicht geschluckt werden können. Auf diesem Wege kann die Substanz sehr schnell wirken und die Kinder können sich vor allem der Zäpfchen-Gabe nicht (so einfach) widersetzen.

Ältere Kinder lehnen hingegen häufig Zäpfchen ab. Zäpfchen können auch Stuhlgang auslösen. Dann ist es nicht sicher, ob die Verweildauer des Zäpfchens im Enddarm für die Aufnahme des Wirkstoffes ausreichte. Zäpfchen sollten möglichst nach dem Stuhlgang tief in den After eingeführt werden. Säfte haben den Vorteil, dass die Dosis dem Alter und Körpergewicht des kranken Kindes gut angepasst werden kann. Die Anwendung von Brausegranulat bietet sich eher für ältere Kinder an.

Für alle Wirkstoffe gilt: Sie werden in Abhängigkeit von Alter und Körpergewicht dosiert. Die entsprechenden Dosierungsangaben entnehmen Sie bitte der jeweiligen Packungsangabe oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wann zum Arzt?

Hält Fieber länger als 24 Stunden an, so sollten Sie mit Ihrem Kind den Arzt aufsuchen. Bei Säuglingen kann Fieber das einzige Symptom einer Erkrankung sein. Die Schwere der fieberverursachenden Krankheit kann sehr unterschiedlich sein. Das Spektrum reicht von einem einfachen Schnupfen, bis hin zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung. Deshalb sollte Fieber bei einem Säugling unbedingt immer von einem Arzt beurteilt werden.

Der Kinderarzt sollte ebenfalls unbedingt aufgesucht bzw. gerufen werden, wenn das Fieber länger als einen Tag anhält, das Fieber trotz Zäpfchen und Wadenwickel nicht sinkt, weitere Krankheitszeichen wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag u.s.w. hinzukommen, das Fieber mit einem Fieberkrampf einhergeht oder trotz wirksamer fiebersenkender Maßnahmen das Kind weiterhin deutlich beeinträchtigt ist.

Zu den häufigen Fieberursachen zählen:

  • Blasenentzündung
  • Blinddarmentzündung
  • Bronchitis
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Infekte der oberen Atemwege
  • Lungenentzündung
  • Magen-Darm-Infekte
  • Mittelohrentzündung
  • Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)
  • Virusinfektionen, wie z.B. bestimmte Kinderkrankheiten

In folgenden Situationen kann es jedoch möglich werden, dass das Fieber über das Normalmaß hinausgeht und einen Arztkontakt notwendig macht:

  • Wenn das Fieber beginnt, den Organismus zu schädigen oder zu gefährden (z. B. bei Fieberkrampf oder bei Austrocknung).
  • Wenn anhaltendes Fieber darauf hinweist, dass der Organismus nicht mit der Erkrankung fertig wird.
  • Wenn weitere Krankheitszeichen auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen.
  • Fieber bei Säuglingen auftritt, insbesondere vor dem 3. Lebensmonat,
  • Fieber zu anhaltender Trinkverweigerung beim Kind führt,
  • Fieber ohne erkennbare Ursache länger als drei Tage andauert,
  • hohes Fieber (bei Kindern: ab 40 Grad Celsius) länger als ein Tag andauert,
  • Fieber trotz Therapie mit Antibiotika andauert,
  • Fieber zu anhaltender Müdigkeit und Schwäche beim Kind führt (sog. „reduzierter Allgemeinzustand“),
  • keiner der vorherigen Punkte vorliegt, die Eltern dennoch beunruhigt sind.

 


Quellen:
Patientenleitlinie „Fieber im Kindesalter (Fieber bei Kindern)“, Medizinisches Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke, 1. Version 01/2006 www.patientenleitlinien.de/Fieber_Kindesalter/fieber_kindesalter.html
Elterninformationen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ): „Mein Kind hat Fieber!“, „Mein Kind hat ständig Infekte...“ www.dgkj.de/faltblaetter.html?&0=


Babys Bauch rund und gesund
Schutz gegen Rotaviren
(1.847 Zeichen)

(pgk) Babys und Kleinkinder trainieren in jeder Hinsicht: Sinnesorgane und Bewegungsabläufe und auch das Abwehrsystem, das ständig mit neuen Keimen konfrontiert wird. In erster Linie führen Infektionen der Atemwege sowie Durchfall die Eltern in die Sprechstunde des Kinderarztes. Kaum ein Kind bleibt von „Bauchweh“ verschont: Jedes zweite Kind leidet in den ersten zwei bis drei Lebensjahren an einer akuten Durchfallerkrankung.

Am häufigsten sind Rotaviren die Ursache von Brechdurchfällen. Auch hierzulande ist die Erkrankung kein Kinderspiel, da die Brechdurchfälle bei Babys sehr rasch zu einem bedrohlichen Wasser- und Mineralstoffmangel führen können. Bis zu 20 Attacken können innerhalb von 24 Stunden auftreten, oft sind die Durchfälle mit Fieber und Kopfschmerzen verbunden, nicht selten wird eine Klinikeinweisung nötig. Über 54.000 Erkrankungsfälle wurden im vergangenen Jahr beim Robert Koch-Institut registriert, die Anzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da längst nicht alle Fälle als Rotavirusinfektion erkannt und auch gemeldet werden.

Rotaviren sind hochansteckend, bereits zehn Viruspartikel genügen für eine Infektion. Die Erreger werden durch Schmierinfektion zum Beispiel von Kind zu Kind über Hände, Spielzeug oder Geschirr verbreitet. Und: Man kann mehrere Male auch kurz hintereinander durch Rotaviren erkranken, meist sind es Babys und Kinder in den ersten zwei bis vier Lebensjahren. Der Durchfall dauert bis zu neun Tagen an, schwere Verläufe treten meist bei Kindern unter zwei Jahren auf.

Mittlerweile sind zwei Rotavirusimpfstoffe in Deutschland zugelassen und werden in Kürze verfügbar sein. Beide Impfstoffe wurden in sehr groß angelegten Studien auf Wirksamkeit und Sicherheit überprüft. Es handelt sich um Schluckimpfstoffe, die Kinder ab der 6. Lebenswoche bekommen können. Damit kann nun ein hoher Schutz gegen schwer verlaufende Rotaviruserkrankungen erzielt und Klinikeinweisungen vermieden werden. Eine generelle Empfehlung der Impfung für alle Babys wird von der Ständigen Impfkommission nicht vor nächstem Jahr erwartet, grundsätzlich ist die Impfung aber entsprechend der Zulassung jederzeit möglich.


Fissurenversiegelung schützt Kinderzähne vor Karies
(3.032 Zeichen)

(pgk) Karies an den Kauflächen der Backenzähne ist bei Kindern laut der Zahnärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung im Institut der Deutschen Zahnärzte (ZZQ) die häufigste Kariesform. Die Kauflächen der Backenzähne sind oft mit feinen Vertiefungen durchzogen, so genannten Fissuren. Bakterien haben besonders leichtes Spiel, sich darin festzusetzen und den Zahn zu zerstören. Das passiert, wenn die Bakterien kohlenhydrathaltige Nahrung – vor allem Zucker – in Säuren umwandeln. Die Folge ist Zahnfäule, denn die Säuren lösen den Zahn dann gerade im Bereich der Fissur schnell auf.

Wenn die ersten Zähne in die Mundhöhle durchbrechen, sind die Fissuren der Kauflächen am stärksten gefährdet. Je tiefer und enger eine Fissur ist, desto schwieriger lässt sie sich reinigen und desto höher ist das Risiko. Bei Kindern werden diese Bereiche selbst bei guter Mundhygiene am schnellsten und stärksten kariös. Dies kann jedoch weitgehend durch eine Fissurenversiegelung verhindert werden. Dabei wird in die Vertiefungen der sauberen und gesunden Kauflächen von gefährdeten Zähnen ein dünnfließender Kunststoff geklebt. Diese dichte Versiegelung verhindert, dass Bakterien und Kohlenhydrate in die Fissur eindringen können: Die Eintrittspforten an den Kauflächen sind verschlossen. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien hat gezeigt, dass Kauflächenkaries durch diese vorbeugende Maßnahme deutlich vermindert werden kann.

Auch wenn sich eine Karies im Anfangsstadium befindet, kann eine so genannte erweiterte Fissurenversiegelung sinnvoll sein, vorausgesetzt, die Stelle kann minimalinvasiv entfernt werden und die Karies ist unterhalb des Zahnschmelzes nicht weiter fortgeschritten. Allerdings ist das Füllen dieser kleineren oder auch größeren Defekte aufwändiger, da in der Regel bereits mit einem zusätzlichen Kleber („Dentinbonding“) das Zahnbein (Dentin), die Schicht unter dem Zahnschmelz, zusätzlich versiegelt werden muss.

Zwar ist bei Kindern und Jugendlichen generell ein verbesserter Zahnstatus zu beobachten, jedoch tritt Karies an den Kauflächen vor allem der bleibenden Backenzähne immer noch gehäuft auf. Deshalb ist laut ZZQ besonders bei den bleibenden Backenzähnen eine Fissurenversiegelung zu empfehlen, wenn

    • stark zerklüftete Fissuren vorliegen und dadurch ein hohes Kariesrisiko besteht,
    • ein hohes allgemeines Kariesrisiko besteht,
    • Fissuren bereits eine Karies aufweisen, die noch nicht weiter fortgeschritten, sondern nur auf den Zahnschmelz (die äußerste Schicht des Zahns) begrenzt ist.

Liegt ein hohes Kariesrisiko vor, ist auch die Versiegelung der Kauflächen von Milchbackenzähnen, den vorderen, bleibenden Mahlzähnen oder von Fissuren an Schneide- und Eckzähnen sinnvoll.

Die Kosten für eine Fissurenversiegelung der ersten und zweiten bleibenden Backenzähne werden bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Weitere Informationen für Patienten enthält das Faltblatt „Fissurenversiegelung“ der Zahnärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung im Institut der Deutschen Zahnärzte(ZZQ), Postfach 410169, 50861 Köln, Universitätsstraße 73, 50931 Köln. Eine Broschüre zum Thema liegt auch für Behandler bereit. Alle Infos zum Download unter www.zzq-koeln.de.

Mehr zum Thema auch unter www.rundum-zahngesund.de, der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V., sowie in den Patienteninformationen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) auf www.dgzmk.de.


Kindertagespflege
Tagesmütter – mit dem Blick für Sicherheit
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(pgk) Der Versicherungsschutz von Kindern während der Betreuung durch eine Tagespflegeperson ist im Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK) geregelt. Für den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz sind zwei Bedingungen zu erfüllen: Die Tagespflegeperson muss gemäß § 23 Sozialgesetzbuch (SGB) VIII im Besitz einer Erlaubnis zur Kinderpflege sein. Der Betreuung des Kindes muss zudem die Vermittlung durch das Jugendamt voraus gehen. Dann besteht für die betreuten Kinder beitragsfreier Versicherungsschutz. Ereignet sich während der Tagespflege ein Unfall, hat das Kind Anspruch auf das gesamte Leistungsspektrum der gesetzlichen Unfallversicherung. Auch auf dem Weg von und zur Tagesmutter ist das Kind versichert.

Tagespflegepersonen müssen von den zuständigen Jugendämtern als geeignet anerkannt werden. Unter anderem müssen kindgerechte Räumlichkeiten, Sachkompetenz sowie der Nachweis des Erwerbs einschlägiger Fachkenntnisse nachgewiesen werden. Die Betreuung der Kinder findet vorwiegend in den privaten Räumen der Tagesmutter statt. Ausreichend Platz zum Spielen, Schlaf- sowie Spielmöglichkeiten im Freien sollten gegeben sein. Die kindgerechte und sichere Ausstattung der Wohnung ist eine Selbstverständlichkeit.

Das Forum Unfallprävention des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. hat in einer Übersicht empfehlenswerte Schutzvorkehrungen für den Haushalt zusammengestellt, die nicht nur für Tagesmütter hilfreich sind. Neben wirkungsvollen Sicherheitsartikeln, wie zum Beispiel Herdschutzgitter oder Steckdosenschutz, werden sichere Verhaltensregeln vorgestellt. So sollten Tagesmütter zum Beispiel auf Lauflernhilfen oder Tischdecken verzichten. Über diese Schutzvorkehrungen innerhalb der Wohnung hinaus, ist es außerdem wichtig, den sicheren Blick auch auf den Außenbereich zu richten. Dort sollten Regentonnen abgeschlossen und Gartenteiche durch mindestens ein Meter hohe Zäune abgesichert sein. Befinden sich Spielgeräte wie Wippen, Klettergerüste und Schaukeln im Außenbereich, müssen diese regelmäßig gewartet werden und über ein GS-Siegel für Geprüfte Sicherheit verfügen.

Die Übersicht zu „Schutzvorkehrungen für den Haushalt“ kann gegen Einsendung eines rückadressierten und mit 0,55 € frankierten Standard-Briefes kostenfrei bezogen werden.
Forum Unfallprävention, Stichwort: Schutzvorkehrungen
Deutsches Grünes Kreuz e.V., Schuhmarkt 4, 35037 Marburg


Teenager-Schwangerschaften: Bessere Aufklärung tut Not
(3.768 Zeichen)

(pgk) Die Zahl der Teenager-Schwangerschaften ist in den vergangenen Jahren gestiegen: von 9.490 im Jahr 1999 auf über 14.000 in 2004. Die Berichterstattung in den Medien darüber ist nicht selten mit einigem Unverständnis gegenüber den Jugendlichen und ihrer unzureichenden Empfängnisverhütung geprägt. Doch wo liegen eigentlich die Gründe dafür?

Informationen zu Sexualität und Verhütung finden sich leicht, auch speziell für Jugendliche. Es gibt Bücher, Zeitschriften und Websites, die Teenagern Wissenswertes dazu vermitteln. Überdies sind die Elternhäuser im Durchschnitt sehr viel offener gegenüber der Aufklärung ihrer Kinder geworden, die außerdem Bestandteil der Schul-Lehrpläne geworden ist.

Informationen zur Verhütung sind nicht teenagergerecht

Warum also werden immer mehr Teenager ungewollt schwanger? Ein Grund: Die ersten Male wird zu häufig gar nicht oder nur unzureichend verhütet. Unter anderem liegt das daran, dass Jugendliche zwar glauben, alles zum Thema zu wissen, bei genauerer Betrachtung aber sind ihre Kenntnisse über Sexualität, Fruchtbarkeit und Verhütung sehr lückenhaft. Das zeigen Erfahrungen von Expertinnen bei pro familia wie auch wissenschaftliche Studien.

Dieses Informations-Defizit entsteht unter anderem deshalb, weil „Aufklärung, wie wir sie praktizieren, oft zu schulmeisterlich ist. Es muss stärker die Sprache der Jugendlichen gesprochen werden, wir müssen uns stärker auf die Jugendlichen einstellen“. Dies erklärt die Gynäkologin Prof. Dr. Dr. Elisabeth Merkle, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Bad Reichenhall, und Sprecherin der Sektion Frauengesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. Und Jutta Franz, Vorsitzende des pro-familia-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, hat beobachtet: „Medien transportieren oft die Idee, Sex und Verhütung miteinander in Einklang zu bringen, sei ganz einfach. Dabei thematisieren sie nicht, welche Ängste, Schamgefühle oder auch materielle Hürden zu überwinden sind.“

Die etwas andere Aufklärungs-Website: Prädikat „pädagogisch wertvoll“

Es geht darum, die Lebens-, Gefühls- und Erlebniswelt von Jugendlichen anzusprechen, ohne sich anzubiedern. Eine Website – www.leilas-haus.de –, die dies seit einem Jahr in die Tat umsetzt, ist nun am 22. Juni 2006 mit dem Comenius-Prädikat „EduMedia-Siegel 2006“ als pädagogisch wertvoll ausgezeichnet worden: für zeitgemäßen Einsatz in der Sexualerziehung.

Comenius-Auszeichnungen erhalten moderne Bildungsmedien nach didaktisch und wissenschaftlich fundierter Begutachtung; verliehen werden sie von der Gesellschaft für Pädagogik und Information e. V. (GPI).

Ziel von www.leilas-haus.de ist es, junge Menschen, insbesondere Mädchen, mit dem Thema Verhütung vertraut zu machen. Mit der Comic-Figur Leila und ihren Erlebnissen begibt sich die Website in die Welt der Mädchen, bietet Interaktives und zeigt, dass man dem Thema mit Spaß, Feingefühl und nicht nur über die rein informative Schiene begegnen kann.

Web-Adressen zur Information für Jugendliche

Auf www.leilas-haus.de gelangt man in Leilas kleine Dachwohnung, die über der Frauenarztpraxis der Gynters liegt. Leila lebt in einer eigenen kleinen Comic-Welt und wird mit allen Freuden und Problemen konfrontiert, die im Leben eines Teenagers eine Rolle spielen. In Leilas Reich ist Platz für Themen rund um das Leben und die Liebe. Immer wieder gibt es themenbezogene Links in die Frauenarztpraxis der Gynters. Dort im Erdgeschoss kann man sich im ‚Wartezimmer’ auf unterhaltsame Weise an das sonst so sensible Thema Sexualität und Verhütung herantasten. Vom Partnerschaftstest bis hin zum Wissensquiz rund um den ‚Körper der Frau’ wird ausführlich informiert. Im ‚Behandlungszimmer’ gibt es konkrete Informationen zum ersten Frauenarztbesuch ebenso wie zu Fragen der Verhütung oder der Gesundheit.

www.loveline.de ist die Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) speziell für Jugendliche. Hier bekommen Jungen und Mädchen Informationen und Tipps rund um die Themen Erwachsenwerden, Liebe, Erotik und Verhütung.

www.profamilia/topic/F_uer_Jugendliche.de: Wie lange dauert Liebeskummer? Was kann man tun gegen die Angst vor dem ersten Mal? Was ist das beste Verhütungsmittel für mich? Ist es schlimm, lesbisch oder schwul zu sein? Was kann ich machen, wenn die Verhütung schief gegangen ist? Die Webseite von pro familia widmet sich solchen und weiteren Fragen.

 


MELDUNGEN


Kroschke Stiftung für Kinder schreibt Förderpreis aus
(1.446 Zeichen)

(pgk) Bereits zum sechsten Mal schreibt die Kroschke Stiftung für Kinder in diesem Jahr ihren Förderpreis „Beispielhafte Hilfe für Kranke Kinder“ aus. Schirmherrin des mit 7.500 Euro dotierten Preises ist in diesem Jahr die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.

Der Förderpreis, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, wurde 1996 auf Anregung des Kindernetzwerkes e. V. ins Leben gerufen und gilt als einer der attraktivsten Ehrungen und Auszeichnungen in dieser Kategorie. Der Preis spricht Initiativen, Elterngruppen, Verbände und Vereine an, die sich den Bedürfnissen kranker Jungen und Mädchen in selbstloser und aufopfernder Tätigkeit zuwenden. Die Bewerbungen können noch bis zum 31. August 2006 eingereicht werden. Die Stiftung verbindet mit dem Preis die Aufforderung an unsere Gesellschaft, die verdienstvolle Arbeit und den Einsatz solcher Initiativen stärker zu beachten und den ehrenamtlich Tätigen den Rücken zu stärken. Die Preisverleihung findet im Oktober dieses Jahres in Braunschweig statt.

Die Kroschke Stiftung für Kinder versteht sich als Anwältin der Kinder unserer Gesellschaft. Besondere Beachtung schenkt sie hierbei herzkranken, blinden und sehbehinderten Kindern. Damit Kinder gesund bleiben oder werden oder lernen, mit ihrer Krankheit zu leben, unterstützt die Kroschke Stiftung Begleitprojekte, die die Kinder und ihre Familien bestärken und ihnen neue Wege im Alltag aufzeigen.

Mehr Informationen und das Bewerberdatenblatt erhalten Sie unter www.kinderstiftung.de oder bei
Svenja Krüger, Kroschke Stiftung für Kinder, Daimlerstr. 20, 38112 Braunschweig, Tel.: 05 31 / 31 85 05, Fax: 05 31 / 31 82 25,
E-Mail: hartmann(à)kinderstiftung.de


Vorsicht Brutkasten!
Kinder und Tiere nicht im Wagen lassen
(1.133 Zeichen)

(pgk) In den heißen Tagen wurden vielerorts der Polizei wieder im Auto zurückgelassene Tiere gemeldet. Selbst bei teilweise geöffnetem Seitenfenster staut sich die Hitze im Wagen derart, dass es für Vierbeiner schnell lebensgefährlich werden kann. Das gilt selbstverständlich noch mehr für Kinder: So musste beispielsweise ein im aufgeheizten PKW zurückgelassenes Baby völlig überhitzt von der Feuerwehr und der Polizei gerettet werden. Bereits fünf bis zehn Minuten im sonnengeparkten Auto sind für ein Baby zu viel!

Die Temperatur in einem in der prallen Sonne stehenden Auto steigt im Durchschnitt pro Minute um ein Grad Celsius. Nach kurzer Zeit kann sie so bis zu 50 Grad erreichen. Gefördert wird der Backofeneffekt noch durch groß dimensionierte Windschutz- und Heckscheiben. Ohnmacht, Kreislaufkollaps und im schlimmsten Fall der Tod sind die möglichen Folgen. Babys und Kleinkinder sind besonders hitzeanfällig und fallen schneller in Ohnmacht oder kollabieren.

Grundsätzlich gilt: Kinder und Tiere bei Hitze nie im Auto zurücklassen. Wenn es gar nicht anders geht, das Auto im Schatten parken, die Fenster etwas geöffnet lassen und den Kindern und Haustieren viel zu trinken anbieten. Wer bei brütender Hitze im Auto eingeschlossene Kinder oder Tiere entdeckt, sollte unverzüglich Polizei oder Rettungsdienste alarmieren.


Kinder vor Sonne schützen
Baumwollhut und Schirm halten Sonne ab
(1.267 Zeichen)

(pgk) Während allerorts Menschen die Sonnenstrahlen genießen, kann die Hitze für den Nachwuchs zur Qual werden. Babys und Kleinkinder bis zwei Jahre sollten daher ausschließlich im Schatten bleiben. Das Regendach des Kinderwagens ist übrigens kein idealer Schattenspender, denn darunter staut sich die Hitze nur. Besser ist ein beweglicher leicht montierbarer Sonnenschirm. Ein langärmeliges T-Shirt und ein leichtes Baumwollhütchen sind das richtige Outfit für die heißen Sommertage. Optimal ist eine spezielle UV-dichte Kleidung für Kinder. Ein Moskitonetz über dem Kinderwagen schützt Ihr Kind zudem vor Mücken und anderen stechwütigen Insekten. Ausgedehnte „Sonnenbäder” für die Allerkleinsten sind verboten. Erst etwa drei Monate alte Babys dürfen sehr schonend an die Sonne gewöhnt werden. Lassen Sie auch Kleinkinder nur im Schatten krabbeln und immer Hose, Hut und T-Shirt tragen.

Und auch ältere Kinder gilt es, durch sonnendichte Bekleidung oder Sonnenschutzmittel zu schützen. Untersuchungen haben gezeigt, dass häufige Sonnenbrände im Kindesalter dazu führen, dass sich verstärkt Muttermale bilden und damit das Hautkrebsrisiko steigt. Vor jedem Ausflug ins Freie sollten daher Arme, Hände, Gesicht, Nacken und Ohren eingecremt werden. Am besten mit Lichtschutzfaktor (= UV-B-Schutz) 35 oder mehr und UV-A-Faktor 16. Lassen Sie sich von Ihrem Hautarzt oder Apotheker beraten. Falls doch mal was schief geht: Säuglinge und Kleinkinder mit Sonnenbrand gehören zum Arzt!


Berauschend gefährlich
EU-Drogenexperten warnen vor Zauberpilzen
(1.734 Zeichen)

(pgk) Viele junge Europäer experimentierten derzeit mit Pilzen, so genannte Magic Mush-rooms, die ähnliche Halluzinationen und farbenfrohe Sinneswahrnehmungen wie das Rauschgift LSD auslösen, teilte die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) in Lissabon mit. In Deutschland, Belgien und Frankreich hätten sogar mehr 15- bis 16-jährige Schüler in ihrem Leben schon mal diese Pilze ausprobiert als Ecstasy. In der EU liege die Erfahrung im Umgang mit beiden Stoffen bei null bis acht Prozent.

Die Zauberpilze führen zu verzerrter Wahrnehmung und beeinflussen in erheblichem Maße Stimmungs- und Denkvorgänge, wie es weiter hieß. Der Konsum könne überdies Panikattacken, Zittern und Erbrechen verursachen, warnte eine Studie anlässlich des internationalen Tages gegen Drogen am 26. Juni 2006. Immer mehr Krankenhäuser und Rettungsdienste müssen Patienten mit schweren psychischen Zuständen, wie Verwirrtheit, Gewalttätigkeit, Kontrollverlust und schwindendem Bewusstsein behandeln. Da Magic Mushrooms zahlreiche Inhaltsstoffe sowie einen stark schwankenden Wirkstoffgehalt haben, ist eine genaue Dosierung kaum möglich.

Pilze der Gattungen Kahlköpfe (Psilocybe), Sammethäubchen (Conocybe), Panaeolen (Düngerlinge) und Stropharien (Träuschlinge) mit halluzinogen wirkenden Inhaltsstoffen gedeihen auf allen Kontinenten in der Natur auf Wiesen und Weiden, bevorzugt auf Kuhfladen und Pferdeäpfeln. Sie lassen sich auch in Kulturen züchten. In Form von Zwergenkappen oder Sombrerohüten auf dünnen Stielchen schießen die Winzlinge bei warmem und feuchtem Wetter aus dem Boden. Waren die Zauberpilze zunächst fast nur in „Smartshops“ und an Marktständen in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich erhältlich, so nahm in den vergangenen Jahren das Internet die Rolle des bedeutendsten Vertriebswegs ein. Heute gibt es in der Europäischen Union zahlreiche Websites mit mehrsprachigem Absatzkanal und E-Commerce-Verkaufsstellen, die der Kundschaft die Pilze bis vor die Tür liefern.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Wer ein hartes Leben hatte, ist oft leichtgläubiger
(1.228 Zeichen)

(pgk) Es gibt Menschen, mit denen das Leben es nicht gut meint: Schwere oder chronische Krankheiten, Scheidung der Eltern, Ausgrenzungen in der Schule oder gar Misshandlungen machen eine Kindheit oder Jugend zu einer „schweren“. Andere finden keinen Ausbildungsplatz oder sind von Entlassung oder Mobbing bedroht.

Obwohl man annehmen könnte, dass ihr Schicksal sie im Laufe des Lebens hart und misstrauisch gegenüber anderen gemacht hat, ist meist das Gegenteil der Fall. Wie britische Forscher um Kim Drake von der University of Leicester herausgefunden haben, sind Menschen, die durch die harte Schule des Lebens gegangen sind, oft besonders leichtgläubig.

Wer aber eine behütete Kindheit hatte und sich als Erwachsener in sicheren Bahnen bewegt, ist oft sehr viel kritischer. Den Grund sehen die Forscher, deren Studie mit 60 Personen im Juni auf dem Festival of Postgraduate Research in der University of Leicester vorgestellt wurde, darin, dass vom Leben gebeutelte Menschen dem eigenen Urteil oft nicht mehr trauen. Darum können andere ihnen oft „ein X für ein U vormachen“. Menschen, die ihre Kindheit und Jugend unter widrigen Umständen verbracht haben, glaubten mit größerer Wahrscheinlichkeit Informationen, die nicht wahr sind, so Drake. Sie seien leichter zu beeinflussen und könnten leicht irregeleitet werden, was sich wiederum auf ihre späteren Lebensentscheidungen auswirkt. Und sie unterwürfen sich leichter einem Gruppendruck.

Quelle: Life's Harsh Lessons 'Make You More Gullible'-Study, University of Leicester (www2.le.ac.uk)


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