DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 40, Ausgabe 5/6 - 2006 Themen: DGK, Zahn, Kinder, Eltern, Zahnpflege, TV, Fernsehen, Medienkonsum, Schulnoten, dumm, faul, giftiges Klassenzimmer, Konzentrationsschwäche, Schadstoffe, Schimmelpilze
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 40, 5/6 - 2006

Richtige Zahnpflege von Anfang an
Eltern sollten Zähneputzen ihrer Kinder überwachen und Zähne nachputzen!
(2.151 Zeichen)

(pgk) Zahnpflege von Anfang an. Das ist die wichtigste Regel für Eltern, damit die Zähne ihrer Kinder gesund und schön bleiben. Denn Milchzähne sind nicht nur für die Zerkleinerung der Nahrung wichtig. Sie sind auch für die Sprachbildung von großer Bedeutung und wichtige Platzhalter für die bleibenden Zähne.

Die ersten Milchzähne lassen sich etwa ab dem sechsten Lebensmonat in der Mitte des Unterkiefers sehen. Dann sollte auch die Zahnpflege beginnen. In dieser Phase sollten Eltern die Zähne des Babys einmal am Tag mit einer kleinen, weichen Kinderzahnbürste reinigen. In Absprache mit dem Zahnarzt kann gegebenenfalls auch bereits eine fluoridhaltige Kinderzahnpaste (500 ppm = 0,05 Prozent Fluoridgehalt) sinnvoll sein. Es sollte jedoch nur eine erbsengroße Menge an Kinderzahnpaste verwendet werden, weil Kinder einen Großteil davon verschlucken. Um das Herunterschlucken nicht zu fördern, eignet sich eine Kinderzahnpaste ohne Frucht- oder Bonbongeschmack am besten. Auch ein Zahnarztbesuch ist in dieser Phase bereits sinnvoll.

Ab dem zweiten Lebensjahr sind fast alle Milchzähne da und sollten jetzt zweimal täglich gereinigt werden. Durch das Vorbild und die Anleitung der Eltern lernen Kinder frühzeitig die tägliche Mundhygiene. Kreisende Bewegungen sind zur Reinigung der Zahnflächen für Kinder besonders gut geeignet. Eltern müssen das Zähneputzen bei ihren Sprösslingen auf jeden Fall überwachen und die Zähne bis zum Grundschulalter nachputzen. Dies gilt besonders für die Backenzähne. Denn die können Kinder mit der Zahnbürste noch nicht gut erreichen. Gerade in den feinen Vertiefungen (Fissuren) der Backenzähne können sich aber Kariesbakterien besonders gut festsetzen.

Bei Kindern mit den ersten bleibenden Zähnen und bei Jugendlichen ist es sinnvoll, die Kauflächen der Backenzähne zu versiegeln. Dabei trägt der Zahnarzt einen speziellen Lack auf diese besonders gefährdeten Stellen auf, der die Zähne vor Säureangriffen und damit vor Karies schützt.

Werden Zähne von Anfang an richtig gepflegt und die regelmäßigen Zahnarztbesuche zweimal im Jahr eingehalten, stehen die Chancen gut, dass die Zähne ein Leben lang gesund bleiben.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.rundum-zahngesund.de, der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V.

Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem AlterDie Broschüre „Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem Alter“ erhalten Sie gegen Zusendung eines mit € 1,45 frankierten DIN-A5-Rückumschlages an:

Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Stichwort Zahn-Broschüre
Schuhmarkt 4
35037 Marburg


Je mehr TV, desto schlechter die Schulnoten
Macht Fernsehen dumm und faul?
(2.819 Zeichen)

(pgk) Wer als Kind viel vor der Glotze hockt, wird als Erwachsener kaum Karriere machen. Was Experten und Hirnforscher schon seit längerem vermutet haben, wurde nun durch zahlreiche Untersuchungen bestätigt: Ein übermäßiger Medienkonsum wirkt sich offenbar negativ auf Intelligenz und Bildung aus. (Eine Übersicht aller aktuellen Studien finden Sie im Pressedienst 'das gesunde Kind' (pgk), Jg. 39 9/10 - 2005).

Kinder mit eigenem Fernsehgerät gucken nicht nur öfter in die Röhre, sondern schneiden laut Studien in Tests zum Lese- und Mathematikverständnis erheblich schlechter ab als Mitschüler, die den Familienapparat mit Eltern und Geschwistern teilen müssen.

Vor allem für die Buben gilt: Je öfter sie am Bildschirm kleben, desto mieser werden ihre Noten. Hirnforscher machen dafür unter anderem einen „Verdrängungseffekt“ verantwortlich: Das im Unterricht Gelernte könne sich dann nicht im Gedächtnis festsetzen, wenn es direkt am Nachmittag von Fernsehbildern überlagert wird.

Unter der ständigen Berieselung mit bewegten Bildern leidet aber nicht nur die Intelligenz, sondern auch die körperliche Fitness. Kinder, die oft in die Flimmerkiste starren, treiben weniger Sport und neigen außerdem dazu, mehr Chips und Süßes zu futtern. Das kann schnell zum Übergewicht führen – und aus molligen Kindern werden häufig dicke Erwachsene.

Der Bildschirm eignet sich auch nicht als „Babysitter“, Belohnung oder Mittel gegen Langeweile. Kinder unter zehn Jahren sollten möglichst nicht alleine fernsehen. Krimis, Reality-TV, Mehrteiler und auch die Nachrichten sind grundsätzlich für jüngere Kinder nicht geeignet. Nach den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sollten Drei- bis Fünfjährige täglich höchstens eine halbe Stunde fernsehen, Sechs- bis Neunjährige eine Stunde und Zehn- bis Dreizehnjährige maximal 90 Minuten. Achten Sie darauf, dass die Sendung rechtzeitig zu Ende ist – bis zum Schlafengehen sollte noch mindestens eine halbe Stunde Zeit bleiben, damit die Eindrücke verarbeitet werden können.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 6 A/2006 (1. Juni).


Giftiges Klassenzimmer
Konzentrationsschwächen durch Schadstoffe in Schulen
(1.628 Zeichen)

(pgk) Schimmelpilze, Feinstaub und Kohlendioxid, aber auch polychlorierte Biphenyle (PCB)1 , die nicht nur das Nervensystem schädigen, sondern auch die Schleimhäute und das Immunsystem beeinträchtigen und langfristig Tumore begünstigen können, Flammschutzmittel in Computern oder Weichmachern in PVC-Fußbodenbelägen, die schwere allergische und toxische Reaktionen auslösen können – all diesen Giften sind bundesweit viele Menschen täglich ausgesetzt, besonders Schüler.

Schätzungen zufolge sind mindestens 10.000 öffentliche Gebäude in Deutschland allein mit PCB verseucht, darunter viele Schulen. Betroffen seien in Deutschland mehr als 5.000 Schulen, die hauptsächlich in den 60er- und 70er-Jahren gebaut wurden. Schadstoffe in Klassenzimmern können nach Ansicht von Dr. Frank Bartram, Umweltmediziner und Vorstandsmit-glied der Interdisziplinären Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED) bei Kindern zu Konzentrations- und Lernstörungen führen: „Plötzliche Leistungsknicke und Aufmerksamkeitsdefizite sind häufige Folgen.“

„Kinder sind besonders betroffen, da ihr Nervensystem und ihre Entgiftungssysteme noch nicht ausgereift sind“, betont Bartram. Die Belastung durch giftige Chemikalien an Schulen, aber auch im Wohnumfeld der Kinder habe in den vergangenen Jahren zu einer Zunahme von Gesundheitsstörungen wie Allergien, Konzentrationsmängeln und Lernstörungen geführt. „Das ist nicht hinnehmbar“, so Bartram, „hier muss der Gesetzgeber endlich tätig werden und einen vorsorgenden Schutz unserer Kinder vor gefährlichen Chemikalien gewährleisten.“

Um Schüler und Lehrer vor Schadstoffen in Klassenzimmern schützen zu können, müssen Schulen künftig besser auf gefährliche Chemikalien hin untersucht werden. Dies fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Interdisziplinäre Arbeitskreis Umwelt und Gesundheit Rhein-Main und die IGUMED.

Quelle:
Pressemitteilung des BUND Bundesverbandes vom 20.03.2006: Schadstoffe im Klassenraum schwächen Lern- und Konzentrationsfähigkeit
siehe: www.bund.net

1 Die PCB-Anwendung wurde in Deutschland Ende der 70er-Jahre beschränkt. Seit 1983 ist die Herstellung vollständig eingestellt. Seit den späten 80ern dürfen in Deutschland auch keine PCB-haltigen Stoffe mehr in den Verkehr gebracht werden. Da die meisten Schulgebäude jedoch schon mehr als 20 Jahre alt sind, rechnen die Experten damit, dass es trotz des Verbots zu weiteren Krankheitsfällen kommt.


Gehüpft wie gesprungen
Geschickte Kinder sind sicherer
(1.917 Zeichen)

(pgk) Jedes Jahr verunglücken in Deutschland rund 1,7 Millionen Kinder, mehr als 540.000 von ihnen im Heim- und Freizeitbereich. Damit gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken von Kindern. Mehr als die Hälfte aller tödlichen Unglücke ereignen sich in der Freizeit, beim Sport, zu Hause oder in der Schule.

Ein Gutachten im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. hat nun gezeigt, dass hohe körperliche Aktivität zwar einerseits mit Unfallgefahren einhergeht, andererseits aber motorische Erfahrungen grundlegend für die Unfallverhütung sind. Das heißt: Je bewegungserfahrener das Kind, desto weniger unfallgefährdet ist es. Einziges Problem: Kinder, die viel Sport betreiben, können dazu neigen, Routinesituationen zu unterschätzen, und daher zu verunglücken. Ungeschickte Kinder hingegen laufen eher Gefahr, in alltäglichen Situationen falsch zu regieren.

80 Prozent aller Unfälle bei Kindern im Vor- oder Grundschulalter passieren dort, wo man sie nicht vermuten würde: Beim einfachen Laufen zum Beispiel, wenn Kinder über ihre eigenen Füße stolpern, beim Zusammenprallen mit Spielgefährten oder bei anderen eigentlich simplen, aber von den Kindern nicht beherrschten Bewegungsabläufen, also bei leichten „motorischen Handlungen mit geringem oder sehr geringen Schwierigkeitsgrad“. Beim Ballspiel, häufigste Unfallursache, gibt es Geschlechterunterschiede: Mädchen verletzen sich häufig beim Volleyball, Jungen dagegen eher beim Fußball.

Doch generell gilt: Kinder, die sich viel bewegen, verbessern dadurch ihre motorische Fähigkeiten, besonders die Koordination. Sie gewinnen dadurch nicht nur an körperlicher Sicherheit, sondern schulen außerdem ihre Wahrnehmung – den Tastsinn, den Bewegungs- und den Gleichgewichtssinn bis hin zum Sehen und Hören. Bewegungsmangel hingegen führt zu Haltungsschwächen, Kreislaufproblemen, Übergewicht und – nicht zuletzt – zu mangelndem Selbstbewusstsein.

Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass durch eine gezielte Bewegungsförderung in Kindergärten und Schulen die Unfallzahlen tatsächlich deutlich gesenkt werden konnten. Die Förderung muss sich aber an den jeweiligen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder orientieren.

Quelle:
Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. 13.03.2006

Geschickte Kinder sind sicherer Foto. imagestate


Ursula von der Leyen neue Schirmherrin der „Stiftung für das behinderte Kind“
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(pgk) Die „Stiftung für das behinderte Kind“ (www.stiftung-behindertes-kind.de) bemüht sich um die Förderung von Früherkennung, Vorsorge und Frührehabilitation von Behinderungen im Kindesalter. Die Einführung der allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen und der Ausbau genetischer Beratungsstellen in der Bundesrepublik Deutschland zählen in der Vergangenheit zu den Erfolgen ihrer Arbeit. Gegründet wurde die Stiftung am 12. Juni 1967 in Bad Godesberg. Der Anstoß zur Einrichtung einer solchen Institution kam vorwiegend aus dem Kreis der Förderer des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK). Die diesjährige Arbeit der Stiftung beschäftigt sich unter anderem mit Menschen, die mit dem Down-Syndrom geboren werden.

Die Schirmherrschaft hat nun die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ursula von der Leyen übernommen. „Je früher wir Krankheiten erkennen und behandeln können, desto größer ist die Hoffnung dieser jungen Menschen auf ein normales Leben. Die Stiftung für das behinderte Kind hat auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet“, sagt Ursula von der Leyen.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Kleinkinder lernen Wörter für interessante Gegenstände leichter
(1.921 Zeichen)

(pgk) Beim Lernen sind Kleinkinder sehr wählerisch: Welche Wörter sie als erstes lernen, hängt von ihren Interessen ab. Sie prägen sich bereits im Alter von zehn Monaten Namen von Gegenständen leichter ein, wenn diese bunt sind und zusätzlich noch spannende Geräusche von sich geben. Das haben Forscher der Temple University in Philadelphia bei einer Studie herausgefunden.

Ältere Kinder nutzen dagegen eine andere Strategie zum Lernen: Für sie sind Hinweise und Informationen, die sie von einer Bezugsperson erhalten, wichtiger als der Gegenstand selbst.

Im ersten Teil ihrer Arbeit zeigten Shannon Pruden und ihre Kollegen von der Temple-Universität in Philadelphia Kleinkindern im Alter von zehn Monaten verschiedene Gegenstände und sprachen ihnen gleichzeitig deren Namen vor. Einige der Objekte waren bunt, machten Geräusche oder besaßen bewegliche Teile, während andere in gedeckten Farben gehalten waren und eher unauffällige Formen hatten. Im zweiten Teil der Studie testeten die Forscher dann, welche Wörter die Kinder behalten hatten und welche nicht.

Die bunten, spannenden Gegenstände fesselten sofort die Aufmerksamkeit der Kinder, während die anderen Objekte lediglich kurz zur Kenntnis genommen wurden, beobachteten die Forscher. Das spiegelte sich auch in den folgenden Sprachtests wider: Die Kleinen lernten und behielten Namen der bunten Dinge sehr viel besser als die der anderen. „Die Kinder kleben im Geiste eine Art Namensetikett auf die interessantesten Objekte, die sie sehen“, erklärt Hauptautorin Pruden.

Hingegen spielte es für die Kleinkinder praktisch keine Rolle, was die Person sagte oder tat, die ihnen den Gegenstand zeigte. Solche sozialen Informationen, zu denen beispielsweise die Blickrichtung, eine verbale Beschreibung eines Objektes oder erklärende Gesten gehören, sind für ältere Kinder aber die wichtigste Quelle für neue Wörter. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Kinder sich in ihr Gegenüber hineinversetzen können und dabei sozusagen dessen Wortschatz anzapfen, beschreibt Co-Autorin Kathy Hirsh-Pasek den Mechanismus. Zu einer solchen abstrakten Leistung sind Kinder im Alter von zehn Monaten jedoch noch nicht fähig, so dass sie zu einer anderen Lernmethode greifen müssen, so die Forscher.

Quelle:
Shannon Pruden, Kathy Hirsh-Pasek, Roberta Michnick Golinkoff, Elizabeth A. Hennon: The Birth of Words: Ten-Month-Olds Learn Words Through Perceptual Salience. in: Child Development, März/April 2006, Bd. 77, Nr. 2, page 266

Kleinkinder lernen Wörter für interessante Gegenstände leichter Foto: MEV


Die Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND informiert

Optimales Ausgangsgewicht – ausgeglichene Zunahme
(3.161 Zeichen)

(dgk) Die Notwendigkeit der ausgewogenen Gewichtszunahme in der Schwangerschaft wird von vielen Frauen unterschätzt. Sie betrachten die Schwangerschaft als die Zeit, in der sie essen können, was und wie viel sie möchten. Die meisten Frauen haben in dieser Zeit spe-zielle Vorlieben für und auch Aversionen gegen bestimmte Nahrungsmittel. Denen dürfen sie auch folgen. Bei der Auswahl der Nahrungsmittel sollte aber der Faktor Qualität im Vordergrund stehen, nicht die Menge.

Für die Gewichtzunahme in der Schwangerschaft gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Empfehlungen. Danach sollte sich die Schwangere am eigenen Body-Mass-Index (BMI) vor Beginn der Schwangerschaft orientieren. Diesen errechnet man wie folgt:

Körpergewicht geteilt durch Körpergröße² = BMI


Für die optimale Gewichtszunahme gelten folgende Richtwerte:

BMI vor/mit Beginn der Schwangerschaft:

BMI unter 19,8
(Untergewicht)

> Gewichtszunahme von 12 bis 18 kg

BMI zwischen 20 und 26
(Normalgewicht)

> Gewichtszunahme von 11 bis 16 kg

BMI zwischen 26 und 29
(Übergewicht)

> Gewichtszunahme von 7 bis 11 kg

BMI über 29
(Adipositas)

> Gewichtszunahme von 7 kg


Das Ausgangsgewicht der Schwangeren hat Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Untergewicht vor und eine geringe Gewichtszunahme während der Schwangerschaft können beispielsweise mit einer Wachstumsverzögerung sowie einem verringerten Geburtsgewicht einhergehen. Auch starkes Übergewicht führt häufig zu Problemen während der Schwangerschaft. Eine Diät wird in dieser Zeit allerdings nicht empfohlen. Vielmehr ist in diesem Fall eine intensivere Überwachung durch den behandelnden Arzt / Ärztin angezeigt.

Neben den Risiken für das Ungeborene birgt Übergewicht in und nach der Schwangerschaft auch langfristige Risiken für die Mutter. Wer während der Schwangerschaft mehr als 22,5 kg zu- und diese anschließend auch nicht wieder abnimmt, hat, laut einer Studie mit finnischen Brustkrebspatientinnen, ein dreifach höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Bereits nach einer Zunahme von 18 kg ist dieses Risiko um 40 Prozent erhöht.

Doppelte Portion?

Der Energie- und Nährstoffbedarf erhöht sich während der Schwangerschaft nur um ca. 250 bis 300 kcal pro Tag, das entspricht einem Käsebrot. Die Schwangere sollte also keinesfalls für Zwei essen, dafür aber doppelt so gut. Denn wichtig ist vor allem, den erhöhten Bedarf an Nähr- und Mineralstoffen sowie an Vitaminen mit einer gesunden und vollwertigen Ernährung auszugleichen. Verzehren Sie frisch zubereitete Speisen sowie fünf Portionen Obst und Gemüse täglich („5 am Tag“). So erhöht sich die Nährstoffdichte in der Nahrung, aber nicht ihre Menge.

Die Gewichtszunahme verteilt sich auf Mutter und Kind

Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft verteilt sich auf die Mutter und auf das ungeborene Kind. In den ersten vier Monaten „wächst“ fast nur die Mutter: Sie nimmt im Durchschnitt 7,5 kg durch den Aufbau von Gebärmutter, Drüsengewebe der Brust, Blutmenge, Wasser und Fett zu. Das Blutvolumen im Körper steigt, um das Kind ausreichend zu versorgen. Die Gewebe lagern Speicherwasser ein, unter anderem um akute Blutverluste auszugleichen und um sicher zu stellen, dass die Frau nach der Geburt stillen kann, ohne viel zu trinken. Das sollte sie trotz dieser „Einrichtung der Natur“ natürlich tun.

In der zweiten Schwangerschaftshälfte betrifft die Gewichtszunahme von etwa 5 kg den Fetus (das ungeborene Kind): Die Plazenta (Mutterkuchen) wächst, die Fruchtwassermenge steigt und der Fetus erreicht gegen Ende der Schwangerschaft ein Gewicht von etwa 3.400 Gramm.

Eine höhere als die empfohlene Gewichtszunahme ist also für Mutter und Kind weder nötig noch gesund. Das Kind selbst verlangt nicht nach mehr.

Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND.

Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) informiert ab sofort regelmäßig in der Deutschen Gesundheits-Korrespondenz (dgk) zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“.

Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.

Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


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Michaela Berg (verantwortl.)
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. med. Sigrid Ley


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