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Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
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pgk, Jg. 40, 11/12 - 2006
Pneumokokken-Impfung rettet Kinderleben (2.391Zeichen)
(pgk) Weltweit sterben zwei Millionen Menschen an Pneumokokken-Erkrankungen, mehr als die Hälfte davon sind Kinder unter fünf Jahren. In Deutschland sind es jährlich etwa 19 Kinder, weitere 38 leiden lebenslang unter den Folgen. Das haben Schätzungen aufgrund der in Kinderkliniken erhobenen ESPED-Daten ergeben (Erhebungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland); diese bildeten die Grundlage für die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission: Alle Kinder zwischen 2 und 24 Monaten sollen jetzt routinemäßig gegen Pneumokokken geimpft werden.
Foto: Banana Stock
Jedes Jahr erleiden über 400 Kinder unter fünf Jahren eine schwer verlaufende Pneumokokkeninfektion, 170 davon eine Hirnhautentzündung. Lebensbedrohend sind auch die Blutvergiftungen, wobei Bakteriengifte den Körper überschwemmen, die Blutgerinnung stören und Organsysteme schädigen. Das ist noch nicht alles: Bei weiteren 40.000 kleinen Patienten setzen sich die Pneumokokken in der Lunge fest, es kommt zur Lungenentzündung, die in etwa einem Drittel in der Klinik behandelt werden muss. Die Zahl der Kinder, die an einer Pneumokokken-Mittelohrentzündung erkranken, übersteigt diese Zahl noch um ein Vielfaches: In 300.000 bis 600.000 Fällen sind die Erreger Ursache für schmerzhafte, eitrige Infektionen des Mittelohrs. Pneumokokken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und siedeln sich im Nasen-Rachen-Raum an. Bis zu 50 Prozent der Menschen sind zumindest vorübergehend Träger dieser Keime. Für gesunde Erwachsene ist dies zunächst kein Problem. Eine schwache Abwehrlage bei dem Betreffenden lässt die Keime aber dann doch zum Krankheitserreger werden. Für Säuglinge und Kleinkinder haben Pneumokokken ganz grundsätzlich ein großes Gefährdungspotential, denn ihr Immunsystem ist gar nicht in der Lage, diese Bakterienart ohne fremde Hilfe abzuwehren. Deshalb ist für sie eine frühzeitige Impfung so wichtig. Die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) empfiehlt jetzt für alle Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat die Schutzimpfung mit dem seit 2000 verfügbaren Konjugat-Impfstoff. Die Impfung schützt sicher vor den „invasiven“, also den besonders schweren Krankheitsverläufen: Meningitis, Blutvergiftung und Lungenentzündung. In den USA ist die Impfung übrigens seit Jahren Standard. Dort beobachtet man zudem, dass sich eine so genannte Herdimmunität aufbaut. Mit dem Konjugatimpfstoff geschützte Kinder geben die Keime nicht weiter, deshalb erkranken auch immer weniger Menschen – gerade Ältere, die selbst oftmals nicht geimpft sind. Ein weiteres Beispiel dafür, wie wirksam Impfungen individuell schützen und außerdem ein immenser Beitrag zur Gesundheit der Gesamtbevölkerung darstellen: Kinder können gesund groß werden, Erwachsene gesund alt werden.
Antibiotika kindgerecht dosiert
Neue Darreichungsform: Antibiotikum im Trinkhalm verbessert Therapieerfolg
(2.571 Zeichen)
(pgk) Viele Eltern kennen diese Situation: Der Kinderarzt stellt eine bakterielle Infektion, zum Beispiel eine Mittelohrentzündung (Otitis media) bei ihrem Kind fest. Ein Antibiotikum wird verschrieben. Was für die Mediziner Routine ist, löst bei vielen Eltern gemischte Gefühle aus.
Foto: imagesource
Antibiotika haben oft ein schlechtes Image: viele Menschen lehnen sie ab und haben mehr Angst vor den vermeintlichen Nebenwirkungen als vor der eigentlichen Krankheit. Doch dies ist ein Irrtum! Richtig eingesetzt und exakt dosiert sind Antibiotika ein Segen für die Patienten. Infektionskrankheiten wie Salmonellose oder Scharlach bekommt man dank dieser Medikamente seit Jahrzehnten in den Griff. Unersetzlich sind Antibiotika zum Beispiel bei Lungen- und Hirnhautentzündung, vielen Hals-Nasen-Ohren-Infektionen, eitriger Mandelentzündung und schwerer Bronchitis.
Ein Antibiotikum wird normalerweise über fünf bis sieben Tage eingesetzt. Auch wenn die Beschwerden schon früher abklingen, sollte das Medikament unbedingt über den verordneten Zeitraum eingenommen werden. Wichtig ist dabei nicht nur die Dauer der Therapie, sondern auch die Regelmäßigkeit. Die Krankheit könnte ansonsten erneut ausbrechen oder der Erreger resistent gegen das Antibiotikum werden. Doch fast jedes dritte Kind bekommt von seinen Eltern das verordnete Antibiotikum nicht regelmäßig verabreicht, wie eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) ergab. Der Grund: Eltern neigen dazu, das Antibiotikum abzusetzen, sobald das Kind gesünder wirkt.
Schon die Dosierung des Antibiotikums bereitet vielen Eltern Probleme: Tabletten sind für kleine Kinder meist nicht geeignet, flüssige Zubereitungen lassen sich nur kurz lagern. Daher müssen oft Trockensäfte selbst angemischt werden, wobei unterschiedliche Fehler gemacht werden können. Ein weiteres Problem auch bei der korrekten Verabreichung von Antibiotika ist in vielen Fällen der ausgeprägt bittere Geschmack: Die Säfte werden von Kleinkindern oft nicht vollständig heruntergeschluckt und teilweise oder insgesamt wieder ausgespuckt. Dadurch stimmt die Dosis nicht mehr. Kinderärzte fordern deshalb schon lange kindgerechtere Dosierungsformen.
Seit kurzem gibt es eine neue und einzigartige Darreichungsform, welche die genannten Fehler bei der Einnahme zu vermeiden hilft: ein Antibiotikum im Trinkhalm. Das Antibiotikum befindet sich als geschmacksneutral ummanteltes Granulat in Inneren des Röhrchens. Den Halm in das geeignete Lieblingsgetränk des Kindes stellen, Kappe ab und fertig. Beim Aufsaugen der Flüssigkeit wird das Medikament schon mit dem ersten Schluck vom Patienten unbemerkt eingenommen. Medizinische Studien zeigen, dass die neue Technologie von Kindern sehr gut angenommen wird, besonders von kleinen Patienten unter vier Jahren. Ein abweisend zusammengepresster Mund, Zank, Geschrei und Tränen gehören damit der Vergangenheit an. Uns das rettende Antibiotikum kommt dorthin, wo es hingehört: in den Magen.
Zu klein für diese Welt?
Wachstumsstörungen
(2.492 Zeichen)
(pgk) Tobias ist 14 Jahre alt und mit seinen 150 Zentimetern erheblich kleiner als viele seiner Freunde. Schon im Kindergarten und in der Grundschule war er immer der Kleinste. Mit seiner geringen Körpergröße kam der selbstbewusste Junge zwar gut klar, aber dennoch bemerkte ein Arzt erst, als Tobias 13 war, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmte.
Tobias leidet unter einem Wachstumshormon-Mangel: Das körpereigene Hormon Somatotropin (STH, somatotropes Hormon) kann nicht oder nicht ausreichend produziert werden. Meist ist eine solche Störung angeboren, in seltenen Fällen erworben. Doch die fehlende Substanz lässt sich ersetzen – damit kleinwüchsige Kinder die Chance zu einer normalen Entwicklung bekommen: Mit einer Wachstumshormon-Therapie, bei der das fehlende Hormon einmal täglich unter die Haut gespritzt wird.
Einen Teil der fehlenden Körpergröße wird Tobias damit sicher noch aufholen können, doch dass er ebenso groß wird wie seine Schulkameraden, ist nicht mehr zu erwarten. Der Grund: Nach Eintritt der Pubertät schließen sich die knorpeligen Wachstumsfugen, so dass ein Aufholwachstum bis zur altersgerechten Größe nicht mehr möglich ist. Deshalb ist es wichtig, einen Wachstumshormon-Mangel möglichst früh zu erkennen. Je früher eine exakte Diagnose gestellt wird und eine umgehende Therapie begonnen werden kann, desto größer ist die Chance, dass sich das Kind körperlich vollkommen normal und altersgerecht entwickelt.
Das sollten Eltern wissen
- Kinder mit angeborenem Wachstumshormon-Mangel kommen nicht zu klein auf die Welt. Erst nach dem zweiten Lebensjahr kann ein Wachstumsdefizit in der Regel bemerkt werden. Bei den Vorsorge-Untersuchungen in der Praxis des Kinderarztes sollte das Symptom Kleinwuchs auffallen, da die Kinder hier regelmäßig gemessen und gewogen werden.
- Beim Kinderarzt gibt es Tabellen für Jungen und Mädchen, auf denen man altersentsprechende Normwerte für Größe und Gewicht ablesen kann. Wichtig ist nicht nur die absolute Größe, sondern auch die Wachstumsgeschwindigkeit in einem bestimmten Zeitraum. Diese ist in den verschiedenen Altersstufen sehr unterschiedlich.
- Kinder mit ausgeprägtem Wachstumshormon-Mangel werden ohne Behandlung nur etwa 130 bis 150 Zentimeter groß. Die Störung kann nicht nur die gesamte körperliche, sondern auch die psychosoziale Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.
- Die Wachstumshormon-Behandlung, der viele Untersuchungen vorausgehen müssen, ist die einzige Möglichkeit, das Problem ursächlich zu bekämpfen. Unter fachgerechter Anwendung und regelmäßigen Kontrollen kann das Wachstumshormon Somatotropin über Jahre hinweg als Ersatz für die unzureichende eigene Produktion eingesetzt werden.
- Umfassende Informationen über Wachstumsstörungen bekommen Eltern und Interessierte unter www.forumwachsen.de.
Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 1A/2006 (1. November 2006)
‚Gemeinsam gesund werden'
Rexrodt von Fircks Stiftung setzt sich für krebskranke Mütter und ihre Kinder ein
(3.165 Zeichen)
(pgk) Was passiert, wenn Mütter die Diagnose Krebs erhalten? Vielen Eltern ist es nicht möglich, mit ihren Kindern offen über Ängste und Sorgen zu sprechen. 150.000 Kinder in Deutschland sind jährlich neu betroffen – stehen im Schatten der sich überstürzenden Ereignisse, wenn die Erkrankung Krebs ein Elternteil trifft. Hier will die Rexrodt von Fircks Stiftung helfen. Ziel ist es, an Krebs erkrankten Müttern und ihren Kindern Unterstützung für einen heilsamen Umgang miteinander zu geben, damit beide, Mutter und Kind – und dadurch letztendlich die ganze Familie – die vielschichtigen Probleme der Krise besser lösen können. „Gemeinsam gesund werden“ ist ein innovatives Konzept für krebskranke Mütter und ihre Kinder zum Wiedererlangen von Kraft, Lebensfreude, Zuversicht und gegenseitigem Vertrauen.Das Stiftungsprojekt startete am 25. Oktober 2006 in der Klinik Ostseedeich in Grömitz. Seitdem können die ersten Mütter, die an Brustkrebs erkrankt sind, im Anschluss an ihre Ersttherapie gemeinsam mit ihren Kindern die Rehabilitation in der Klinik Ostseedeich in Grömitz durchführen. Das Besondere dieser Maßnahme ist, dass die Patientinnen neben der klassischen Rehabilitation in Gesprächen und durch Vorträge von erfahrenen Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten für die Sorgen und Ängste ihrer Kinder sensibilisiert und sie selbst in ihrer Mutterrolle in dieser Krise gestärkt werden. Das Kind erlebt in diesem „geschützten Raum“, dass es nicht allein ist mit einer Mutter, die Krebs hat. Es lernt Ängste und Sorgen zu äußern, auch Fragen zu stellen und Wege kennen, die es ihm ermöglichen, eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Auch die Väter sind an einem Wochenende zu einem Vortrag eingeladen. Viele Krankenkassen unterstützen das Projekt.
Übrigens: Annette Rexrodt von Fircks war Mutter von drei kleinen Kindern, als sie im Alter von 35 Jahren die Diagnose Brustkrebs im fortgeschrittenem Stadium erhielt. Die Buchautorin und Initiatorin der gleichnamigen Stiftung ist nominiert für den Titel „Frau des Jahres 2006“. Die Frauenzeitschrift BILD der FRAU verleiht in diesem Jahr zum ersten Mal einen Award für sozial engagierte Frauen, die durch Mut, Menschlichkeit und Einsatz überzeugen. Annette Rexrodt von Fircks ist eine der fünf Frauen, die für die „Goldene Bild der Frau“ nominiert sind. Die Preisverleihung findet am 16. November 2006 in Berlin statt. Kai Pflaume wird die Sendung moderieren. Weitere Informationen hierzu in der Ausgabe Nr. 38 „Bild der Frau“. Annette Rexrodt von Fircks ist zuvor am 1. November 2006 Gast der ZDF Sendung „Volle Kanne“ (9.05 – 10.30 Uhr) und am Donnerstag, 23. November, ab 21.00 Uhr im MDR in „Hauptsache Gesund“ zu sehen.
Beratungs- und Spendenaktion in Apotheken
Seit Mai unterstützt eine vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) initiierte Beratungs- und Spendenaktion in Apotheken das Projekt. Spender erhalten in den Apotheken nicht nur ein Spendenbändchen und Informationen zur Stiftung, sondern auf Wunsch auch umfangreiches Material zum Thema Brustkrebs. Apotheken, die sich auch noch an dieser Aktion beteiligen wollen, können (Rückmeldeformular zum Download:
Weitere Informationen unter:
apothekenaktion_gemeinsam_gesund_werden
www.gemeinsam-gesund-werden.de/
www.rvfs.de / Telefon: 02102 / 528549
Wir freuen uns über jede Spende: |
Schlechtwetterspiele oder raus an die frische Luft
Kinder brauchen auch im Winter Bewegung
(3.303 Zeichen)
(pgk) Wenn es draußen herbstlich stürmt, regnet, schneit oder matschig ist, wird es vielen Kindern schnell langweilig, sie lümmeln sich aufs Sofa und greifen zur Fernbedienung. Dass viel Bewegung wichtig ist für eine gesunde Entwicklung, ist für Eltern nichts Neues. Wenn der Bewegungsapparat trainiert wird, regt das die Blutzirkulation und den Stoffwechsel an. Kinder brauchen die Bewegung an der frischen Luft, um ihre Abwehrkräfte zu stärken. Die trockene, staubige Heizungsluft in den Wohnungen schädigt die Schleimhäute in Nasen- und Rachenraum. In der frischen Winterluft können die Schleimhäute wieder Feuchtigkeit aufnehmen, sich regenerieren und dadurch Infekte besser abwehren. Das Immunsystem braucht kontinuierliche Reize, um den Stoffwechsel zu mobilisieren und die körpereigene Abwehr zu verbessern. Kinder mit einer geschwächten Immunabwehr rutschen leicht von einer Erkältung in die nächste.
Also: Raus an die frisch Luft! Wenn Eltern mit gutem Beispiel voran gehen, lassen sich auch die Kinder nicht gleich von jedem Regenschauer abschrecken. Kindern macht schlechtes Wetter an sich nicht viel aus. Bewegung auch und gerade bei Regen- oder Schneewetter stärkt das Immunsystem und härtet ab. Es ist keine Frage des Wetters, sondern immer eine Frage der Kleidung. Mit Gummistiefeln und Regenjacke gerüstet kann man prima in der Matsche buddeln, im Sand spielen, Stauseen graben und durch Pfützen springen.
Gemeinsame Ausflüge ins Eislaufstadium, in den Zoo, in ein „Museum zum Anfassen“ oder ein ausgiebiger Waldspaziergang tun der gesamten Familie gut. „Entdecker-Spiele“, mit größerem Kindern zum Beispiel „Ich sehe was, was du nicht siehst...“, bei einer Wanderung regt Denkvermögen und Kreativität. an. Eine kleine Lehrstunde können Kinder im Wald erleben, der ganz anders aussieht und klingt als im Sommer. Aber auch der Spielplatz um die Ecke lädt Kinder im Winter mit Schaukel und Rutsche zum Toben ein – selbstverständlich in warmer Thermohose und mit dicken Handschuhen. Zum Trainieren der Schwerkraft, zur Steigerung der Geschicklichkeit, des Koordinationsvermögens und des Gleichgewichtssinns taugen die Spielgeräte auch bei schlechtem Wetter.
Doch auch an ganz miesen Tagen gibt es Möglichkeiten, die für gute Laune und vor allem Bewegung sorgen. Michaela Berg vom Deutschen Grünen Kreuz e.V. hat hierfür ein paar Spielideen für drinnen zusammengestellt: |
Sportverletzungen und Sportschäden im Kindesalter nehmen zu
Training oft nicht kindgerecht
(2.035 Zeichen)
(pgk) Experten beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin warnen: Immer häufiger verletzen sich Kinder beim Sport. Neben Knochenbrüchen und anderen Akutverletzungen nimmt auch die Zahl der orthopädischen Sportschäden zu.
Eine der gefährlichsten Sportarten bei Mädchen ist das Reiten. Immer wieder kommt es zu schweren Verletzungen, Brüchen bis hin zu Querschnittslähmungen. Bei den Jungen steht das Fußballspielen immer noch an erster Stelle der verletzungsträchtigsten Sportarten. Ebenso kommt es beim Inline-Skating, Skate- und Snowboardfahren, BMX- und Mountainbikesport leider nicht nur zu Prellungen und Knochenbrüchen, sondern auch zu schweren Verletzungen – darunter nicht selten Schädel-Hirn-Trauma mit bleibenden Schäden oder sogar tödlichem Ausgang.
Die meisten Verletzungen ließen sich vermeiden, wenn die Kinder Schutzkleidung trügen. „Seit Einführung der gesetzlichen Helmpflicht für Radfahrer sind in einigen Regionen der USA und Australiens die schweren Kopfverletzungen um bis zu 90 Prozent zurückgegangen,“ so Professor Dr. med. Ingo Marzi, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie an der Universität Frankfurt. Leider gelten Helme gerade bei den am meisten gefährdeten Kindern als „uncool“, auch weil Eltern und Trainer selber nicht mit gutem Beispiel vorausgingen, beklagt Marzi.
Neben der Verletzungsgefahr besteht für Kinder auch ein erhöhtes Risiko von Sportschäden, die Professor Dr. med. Rüdiger Krauspe, Direktor der Orthopädischen Klinik der Universität Düsseldorf, für vermeidbar hält. Sportschäden entstehen, wenn ein intensives Training keine Rücksicht auf das wachsende Skelett nimmt. Auch ohne Sport komme es bei einigen Kindern in unterschiedlichen Lebensabschnitten zu Verknöcherungsstörungen. Krauspe nennt hier schmerzhafte Durchblutungsstörungen in der Fußwurzel (Morbus Köhler), am Kniegelenk (Morbus Osgood Schlatter) oder auch an Wirbelsäule (Morbus Scheuermann) und Hüfte (Morbus Perthes). Von ehrgeizigen Eltern und Trainern würden diese Beschwerden oft als normale Folge des Trainings fehlgedeutet. Diese Unkenntnis kann laut Professor Krauspe bleibende Schäden am Skelett zur Folge haben. Beide Mediziner raten deshalb dazu, Kinder, die intensiv Sport betreiben, von einem Orthopäden mit sportmedizinischer Zusatzqualifikation betreuen zu lassen.
Tagesmütter – mit dem Blick für Sicherheit
(2.195 Zeichen)
(pgk) Die Kindertagespflege durch so genannte Tagesmütter ist eine gesetzlich anerkannte Betreuungsform und gleichrangig mit der Kinderbetreuung in Einrichtungen wie Kindertagesstätten, so teilt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Handbuch Kindertagespflege mit.
Eine der möglichen Varianten ist die Betreuung von Kindern im Haushalt einer Tagesmutter. Dort dürfen bis zu fünf Kinder gehütet und versorgt werden. Die Anzahl der Kinder kann allerdings durch landesrechtliche Voraussetzungen oder individuelle Bedingungen eingeschränkt werden. Für die Kindertagespflege in der Wohnung der Tagesmutter ist eine Erlaubnis des zuständigen Jugendamtes erforderlich: Zunächst wird die Sachkompetenz und Persönlichkeit der Betreuungsperson überprüft und bewertet. Außerdem wird festgestellt, ob die Räumlichkeiten geeignet sind. Im Handbuch ‚Kindertagespflege’ vom Bundesfamilienministerium sind die entsprechenden Anforderungen benannt. Einzelheiten können im Internet unter www.handbuch-kindertagespflege.de nachgelesen werden. Neben einer anregungsreichen Ausgestaltung, ausreichendem Platz und Schlafmöglichkeiten für Kleinkinder wird auf unfallverhütende und gute hygienische Bedingungen hingewiesen. Tagespflegepersonen sollten zudem Möglichkeiten des Spielens in der Natur, in Wald- und Parkanlagen bieten können.
Nach Auffassung des Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) sollte die Tagesmutter für derartige Ausflüge von Kindergruppen allerdings gerüstet sein. Eine tragbare Erste-Hilfe-Ausstattung sollte ebenso zum selbstverständlichen Begleiter werden wie reflektierende Schutzumhänge und reflektierende Klackarmbänder für jedes Kind. Damit werden die Kleinen von anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig wahrgenommen.
In jeder Lebensphase machen Kinder große und kleine Entdeckungsreisen. Kindliche Neugier, Bewegungsdrang und Experimentieren mit Gegenständen sind Ausdruck einer wichtigen natürlichen Entwicklung. Vor diesem Hintergrund haben Tagesmütter im Bereich Risikomanagement viele Aufgaben zu bewältigen. Das Forum Unfallprävention im DGK bietet Tagesmüttern eine Übersicht zu empfehlenswerten Schutzvorkehrungen im Haushalt an. Unter dem Stichwort „Tagesmutter“ kann dieser Flyer kostenfrei gegen Einsendung eines mit 0,55 EUR frankierten und rückadressierten Standard-Briefumschlags angefordert werden.
Adresse:
Deutsches Grünes Kreuz e.V.,
Forum Unfallprävention
Stichwort: Tagesmutter
Im Kilian, Schuhmarkt 4
35037 Marburg
MELDUNGEN
Bitter, bitter – und deshalb sicher
Kühlerfrostschutz kann tödlich sein
(1.471 Zeichen)
(pgk) Väterchen Frost kündigt sich bereits an. Es ist also Zeit,das Auto winterfest zu machen. Diese Botschaft wird von vielen Autobesitzern beherzigt, will man doch technische Schäden zum Beispiel am Kühlsystem oder Unfallrisiken durch ungeeignete Bereifung vermeiden. Wer sich sorgsam um sein Fahrzeug kümmert, sollte auch beim Umgang mit Kühlerfrostschutz-Substanzen verantwortungsvoll handeln.
Hauptbestandteil handelsüblicher Frostschutzmittel ist Ethylenglykol. Diese chemische Substanz ist als gesundheitsschädlich eingestuft. Beim Einatmen, bei der Aufnahme durch die Haut und bei Augenkontakt kann es zu empfindlichen Reizungen kommen. Am gefährlichsten ist jedoch ein Verschlucken des Frostschutzmittels. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schon Anfang 2005 mitteilte, endeten Vergiftungen mit Ethylenglykol in einigen Fällen tödlich.
Um Vergiftungsrisiken zu minimieren, sollten Frostschutzmittel vor allem für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Auf ein Umfüllen der Substanz in andere Behältnisse wie Gläser oder Flaschen sollte unbedingt verzichtet werden, um die Verwechslungen mit anderen Flüssigkeiten auszuschließen. Schon beim Kauf von Frostschutzmitteln kann der sorgsame Autofahrer auf Sicherheit setzen. Einige Hersteller von Frostschutzmitteln haben der Flüssigkeit den Bitterstoff Bitrex zugesetzt. Dieser sorgt aufgrund seines extrem bitteren Geschmacks dafür, dass Kinder die giftige Substanz schon beim kleinsten Schluck meist sofort ausspucken. Damit kann das Vergiftungspotenzial auf ein Minimum reduziert werden. Frostschutzmittel, die über den Bitterstoff verfügen, erkennt der Verbraucher an entsprechenden Hinweisen auf der Verpackung.
Schützende Hände auf dem Weg in den Kindergarten
(1.911 Zeichen)
(pgk) Schon morgens früh sind sie vielerorts unterwegs. Sogar für kürzeste Entfernungen kommen sie zum Einsatz und das fast täglich: Eltern-Taxis. Viele Mütter und Väter transportieren ihre Kinder mit dem Auto in den Kindergarten oder in die Schule in der Überzeugung, ihre Kinder so vor Unfallrisiken zu schützen.
Die meisten Kinder laufen und bewegen sich jedoch gerne. Auf dem Fußweg zum Kindergarten oder zur Schule eröffnen sich den Kindern wichtige Erlebnis- und Erfahrungswelten, die für die motorische und kognitive Entwicklung bedeutsam sind. So wird das räumliche Vorstellungsvermögen und die Wahrnehmung von Entfernungen, Zeit und Geschwindigkeit trainiert. Diese Erlebniswelt des kleinen Straßenverkehrsteilnehmers benötigt aber einen sichereren Rahmen. So ist es ratsam, die Kinder anfänglich zu begleiten, eine feste Route zu vereinbaren und wichtige Verhaltensregeln zu verabreden. Für zusätzliche Sicherheit in der Dämmerung sorgen reflektierende Klackarmbänder und Sicherheitsdreiecke zum Umhängen. Aufgrund der Rückstrahlkraft dieser reflektierenden Schutzvorkehrungen werden Personen schon in einer Entfernung von 160 bis 300 Metern wahrgenommen. Gewährleistet ist diese leuchtende Leistung, wenn die reflektierenden Produkte der Europäischen Norm EN 13356 entsprechen.
Das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) bietet Kindergärten und Schulen reflektierende Schutzvorkehrungen im Set für zehn Kinder (10 Reflex-Überwürfe und 20 Klackbänder) an. Das Motiv einer großen Hand mit besonders starker Rückstrahlkraft auf den Überwürfen macht deutlich „Ich will gesehen werden!“. Nicht nur auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten, sondern auch bei Gruppenausflügen kann somit für mehr Sicherheit gesorgt werden.
Preise: Set (10 Kinder) bestehend aus 10 Überwürfen und 20 Klickarmbändern: 153,- € incl. Porto, Verpackung und MwSt., zzgl. Nachnahmegebühr 6,50 € / Reflex-Set-Einzeln (1 Kind) bestehend aus einem reflektierendem Überwurf und zwei Klackarmbändern: 20,40 € incl. Porto, Verpackung und MwSt., zzgl. Nachnahmegebühr 6,50 €
Bestelladresse: Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Forum Unfallprävention
Stichwort: AKTION Strahlende Kinder
Im Kilian, Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Drei Tage Fortbildung in Pädiatrischer Pneumologie
29. Jahrestagung der GPP, 22. bis 24. März 2007, München
(800 Zeichen)
(pgk) Vom 21. bis 24. März 2007 findet im Hörsaalzentrum des Klinikums München-Großhadern die 29. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP) statt. Tagungsleiter Prof. Dr. Matthias Griese, Dr.-von-Haunersches Kinderspital München, erwartet zu diesem Kongress 300 bis 400 Pädiater aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Durch sein umfangreiches Programm bietet der GPP-Kongress hervorragende Möglichkeiten zur praktischen und theoretischen Weiterbildung auf allen Gebieten der pädiatrischen Pneumologie. Die wissenschaftlichen Sitzungen bearbeiten die Entwicklung auf ausgewählten klinisch-pneumologischen Feldern wie auch in der Grundlagenforschung dieses Fachgebiets. Das ausführliche Tagungsprogramm findet sich ebenso wie alle organisatorischen Hinweise, die Möglichkeit zur Online-Anmeldung oder Zimmerreservierung per Download-Formular auf der Homepage www.gpp-congress-2007.de.
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Studie: Zeichentrickfilme lindern Schmerzen
(1.266 Zeichen)
(pgk) Kinder, die beim Blutabnehmen Zeichentrickfilme sehen, spüren den Schmerz weniger als Kinder, die von einem Elternteil beruhigt werden. Kinder, die weder abgelenkt noch beruhigt werden, fühlen die größten Schmerzen. Dies ist das Ergebnis einer italienischen Studie der Universität Siena.
Für die Studie teilten Wissenschaftler um Dr. Carlo Bellieni 69 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren in drei Gruppen ein. Dann wurde den Kindern Blut abgenommen. Die Trickfilmgruppe bewertete die Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 100 mit im Durchschnitt 8 Punkten. Durchschnittlich 17 Punkte gaben die Kinder ab, die von der Mutter beruhigt mit Liebkosungen oder beruhigende Gesten wurden. Bei 23 Punkten lag die Bewertung der Kinder, die die Prozedur alleine und ohne Filme durchstanden.
Warum Zeichentrickfilme die Schmerzempfindlichkeit bei Kindern reduzieren und besser sind als tröstende Worte der Mutter, erklären die Forscher so: Es ist möglich, dass auch die Mütter Ängste beim Arztbesuch haben, die sie dann auf ihre Kinder übertragen, die davon zusätzlich gestresst werden. Vielleicht lenken aber auch die Geräusche und Bilder der Filme die Kinder mehr ab als das bekannte Gesicht der Mutter. Trotz des Ergebnisses betonen die Wissenschaftler, wie wichtig die Anwesenheit der Eltern bei medizinischen Eingriffen ist. Auch wenn die Eltern die Schmerzen nicht wesentlich verminderten, gäben sie den Kindern doch das Gefühl, nicht alleine in einer beunruhigenden Situation zu sein.
Quelle: Carlo Valerio Bellieni, Duccio M Cordelli, Morena Raffaelli, Beatrice Ricci, Guido Morgese, and Giuseppe Buonocore: Analgesic effect of TV watching during venipuncture. Archives of Disease in Childhood., Aug 2006; doi:10.1136/adc.2006.097246
Wenn Bello aufmerksam lauscht
Hunde können Kinder beim Lesenlernen unterstützen
(1.369 Zeichen)
(pgk) Das ist das Ergebnis eines Modellprojekts an verschiedenen US-amerikanischen Schulen. Dabei machten an Leseschwäche (Legasthenie, Dyslexie) leidende Schüler erstaunliche Fortschritte, wenn sie den Vierbeinern regelmäßig aus einem Buch vorlasen. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, dass im Gegensatz zu Lehrern oder Mitschülern ein Hund das lesende Kind nicht bewertet. Er sitzt da, guckt freundlich und hört geduldig und interessiert zu. Das Kind muss nicht befürchten, von ihm kritisiert oder gar ausgelacht zu werden. Mittlerweile gibt es sogar eine Organisation, die ‚Reading Education Assitance Dogs’, deren Mitglieder ihre Hunde zur Verfügung stellen.
Foto: imagestate
Das moderne Verfahren der „Hundevorlesungen“ macht man sich nun auch in Deutschland zunutze: Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wurde ein neues Projekt zur Leseförderung ins Leben gerufen. Leseschwache Schüler sollen dort künftig einmal wöchentlich Hunden vorlesen, um damit ihre Schwellenängste beim lauten Lesen abzubauen. Schüchterne Kinder fassen durch den Umgang mit einem Hund mehr Vertrauen in ihr eigenes Können und gewinnen an Selbstbewusstsein, so die Diplom Sozialpädagogin Andrea Dunkel, die das Projekt betreut. So profitieren sowohl Kind als auch Hund von der „Zusammenarbeit“, denn für den Vierbeiner ist es natürlich ein ausgesprochenes Vergnügen, eine Extra-Portion Zuwendung zu bekommen.
Weitere Informationen:
Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen
an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Waterloostraße 8
30169 Hannover
Tel: 0 511/ 12 67 308
Fax: 0 511 / 12 67 208
www.akademiefuerlesefoerderung.de
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