DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 39, Ausgabe 9/10 - 2005 Themen: Kinder, Gesunder Pausensnacks,Schule, Hausaufgaben, Stress, Lernfrust, TV, Fernsehen macht dumm, Entwicklung, Linkshänder, Schreiben, Rückenschmerzen, Gymnastik, Bauchmuskelt
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 39, 9/10 - 2005

Gesunde Pausensnacks für die Schule
Frischekick für die Stulle
(3.793 Zeichen)

(pgk) Brote schmieren, Gemüse schnitzeln und Obst schneiden. Die Mühe lohnt sich, wenn die Kinder ihr Pausenbrot nicht wieder mit heimbringen oder es in den Müll werfen sollen.

Schulkinder brauchen viele Nährstoffe, damit sie gut lernen und wachsen können. Umfragen haben ergeben, dass 10 bis 25 Prozent der Schüler morgens ohne Frühstück aus dem Haus gehen, obwohl gerade diese erste Mahlzeit für Schulkinder besonders wichtig ist.

Wenn in der Pause nichts in den Magen kommt, werden Kinder durch Hunger vom Unterricht abgelenkt, sind müde oder quengelig. Wenn sie dann heim kommen, schlingen sie heißhungrig das Mittagessen hinunter. Das ist schlecht für die Nerven und macht dick. Denn meist wird zudem noch zu viel Süßes gefuttert. Umso wichtiger ist es deshalb, dass das zweite Frühstück nicht zur zweiten Wahl wird.

Das tägliche Pausenbrot sollte am besten ein Vollkorn-, Mehrkornbrot oder -brötchen sein, dünn bestrichen mit Butter, Margarine oder Frischkäse und belegt mit fettarmer Wurst oder Käse. Kinder im Schulalter benötigen für den Aufbau von Zähnen und Knochen eine tägliche Aufnahme von 900 bis 1.200 Milligramm Calcium. Besonders reichlich vorhanden ist Calcium in Käse und anderen Milchprodukten.
Außerdem: Salatblätter, Tomaten- oder Gurkenscheiben zwischen den Brotscheiben sehen nicht nur bunt und lecker aus, sondern geben dem Kind noch zusätzliche Nährstoffe mit auf den Weg. Nüsse oder Trockenfrüchte versüßen das Pausenbrot und sind ebenfalls gesund.

Auch die Verpackung macht’s: In bunten Brotboxen bleibt das Pausenbrot appetitlicher und länger frisch als in Butterbrotpapier und wird nicht zwischen Schulbüchern zerknautscht. Gibt man dem Frühstückchen dann auch noch einen Namen, wie etwa Räuberbrot, Hexenstulle oder Mega-Maxi-Mampf-Burger begeistert es bestimmt.

Fünf Portionen Obst und Gemüse sind für den täglichen Bedarf an Vitaminen, Ballaststoffen, Mineral- und sekundären Pflanzenstoffen angemessen. „Gemüsemuffel“ lassen sich durchaus ansprechen, wenn zum Beispiel die Paprikaschote in appetitliche Happen geschnitten ist. Oder servieren Sie den gesunden Snack als Spießchen mit Zahnstochern: Käsewürfel mit Trauben, Kirschtomaten mit Mozzarellastückchen oder bunte Gurken-Möhren-Paprika-Spieße.

Zu jedem Snack gehört etwas zu Trinken. Das löscht den Durst und lässt das Pausenbrot besser rutschen. Milch und Milchprodukte (Joghurt, Dickmilch, Quark) sind für Kinder täglich wichtig – besonders aufgrund des hohen Calciumgehalts. Zu jeder Mahlzeit: ausreichend Mineralwasser, Fruchtschorlen oder nicht bzw. wenig gesüßte Frucht- oder Kräutertees. Fruchtsäfte enthalten viel Zucker, weshalb sie am besten mit Mineralwasser verdünnt werden. Milch zählt übrigens zur Kategorie der Nahrungsmittel. Colagetränke, Kaffee und schwarzer Tee sind aufgrund ihres Koffeingehaltes hingegen nicht für Kinder geeignet.

Süßigkeiten, wie Schokoriegel und Bonbons, Nuss-Nougat-Creme, Kuchen oder Marmelade sollten nicht tabu sein, aber auf keinen Fall täglich auf dem Speiseplan stehen, denn sie enthalten viel Zucker und Fett. Joghurt oder Quark mit Früchten sind tolle Alternativen, die ganz nebenbei auch noch viel Eiweiß und Calcium liefern. Für Pommes, Pizza und Ähnliches gilt ebenfalls, dass sie nur gelegentlich konsumiert werden sollten.

Mit ein wenig Aufwand können Sie Ihrem Kind beibringen, wie es sich später einmal selbst gesund ernährt. Je früher die Gewöhnung an vollwertige und gesunde Ernährung desto bes-ser wird sie zur Gewohnheit.

Gesunder PausensnackWeitere Informationen zum Thema Gesunder Pausensnack enthält das Faltblatt “Gesunder Pausensnack: Fit für den Schultag”, das Interessierte mit einem adressierten und mit 0,55 € frankierten DIN-A6 lang-Rückumschlag kostenlos anfordern können bei: Deutsches Grünes Kreuz e.V., Stichwort Pausensnack, Postfach 1207, 35002 Marburg.


Hausaufgaben ohne Stress
Feste Regeln gegen Lernfrust
(1.847 Zeichen)

(pgk) In vielen Familien gibt es nach der Schule Krach. Da wird gemeckert, gezankt und geweint - alles nur, um den ungeliebten Hausaufgaben zu entgehen. Der nachmittägliche Schulstress am Schreibtisch ist nicht nur für die Eltern ein Problem, er belastet auch die Kinder. Körperliche Anzeichen sind zum Beispiel unspezifische Bauchschmerzen. Häufig blicken die Kinder ratlos in ihre Hefte und wissen nicht, was genau sie tun sollen. Viele Eltern sitzen dann daneben, sagen die Aufgaben vor oder spielen „Ersatzlehrer“. Hilfestellungen werden nicht immer fachgerecht geleistet, sind oftmals sogar lernpsychologisch ungeschickt.

Zunächst jedoch ist es wichtig, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, feste Lernzeiten (nicht gleich nach dem Mittagessen!) und Ordnung am Arbeitsplatz zu organisieren. Die Aufgaben sollten in kleine Portionen aufgeteilt werden. Immer zuerst eine leichte Aufgabe in Angriff nehmen, denn Erfolg motiviert, und das Gehirn ist danach auch für schwerere Aufgaben bereit.

Wichtig ist, Lernpausen einzulegen und nicht zu lange an einem Stück zu arbeiten. So entsteht ein Rhythmus von Anspannung und Entspannung. Auch die richtige Körperhaltung trägt zum Erfolg bei: Bei aufrechtem und entspanntem Sitzen wird das Gehirn besser durchblutet und ist aufnahmebereiter.

Gerade jüngere Kinder haben noch nicht das Durchhaltevermögen, sich länger konzentriert mit einer Sache zu be-schäftigen. Hier ist eine verstärkte Kontrolle durch die Eltern gefragt. Allerdings sollten sie den Kindern die Aufgaben nicht abnehmen: Bei Fragen sollten die Eltern versuchen zu helfen, nicht aber die gesamte Hausaufgabenzeit bei den Kindern verbringen. Diese Angewohnheit führt dazu, dass die Kinder Angst vor Misserfolgen entwickeln. Sie trauen sich alleine nichts mehr zu, da sie spüren, dass die Hausaufgaben nicht ihren eigenen Leistungen entsprechen.

Feste Regeln gegen LernfrustFoto: DGK


Zahlreiche Studien bestätigen: Fernsehen macht Kinder dumm
Häufiger TV-Konsum bremst die Entwicklung
(3.881 Zeichen)

(pgk) Wer als Kind viel fernsieht, erreicht als junger Erwachsener einen schlechteren Schulabschluss als jene, die seltener „glotzen“. Neue Studien bestätigen zudem: Je früher Kinder vor dem Fernsehgerät hocken, desto schwächer sind ihre späteren Lernerfolge. Und: Kinder mit einem Fernsehgerät in ihrem Zimmer haben durchschnittlich schlechtere Noten als Gleichaltrige ohne eigenen TV-Anschluss.

Ein zu früher und zu häufiger Fernsehkonsum hat, da sind sich die Experten einig, einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Kinder. Denn der passive Fernsehkonsum verführt die Kinder zu körperlicher Inaktivität. Die American Academy of Pediatrics macht ihn für das Übergewicht und die Zunahme von Typ-2-Diabetes mellitus bei Kindern zumindest mitverantwortlich. Außerdem ist es durchaus plausibel, dass Kinder, die viel fernsehen, eher zu Aggressionen neigen, wenn man bedenkt, dass US-Kinder bis zum Abschluss der Grundschule im Durchschnitt 8.000 Morde gesehen haben. Außerdem neigen fernsehkonsumierende Kinder zur sexuellen Frühreife und kommen früher in Kontakt mit Alkohol, Tabak und anderen Drogen.

Drei in den Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine (159, 2005, 614 ff.) vorgestellten Studien bestätigen nun eine oft geäußerte, aber bislang nicht belegte Vermutung, dass sich der TV-Konsum nicht nur schädlich auf die Gesundheit, sondern auch auf die Bildung von Kindern auswirkt.

Robert Hancox von der University of Otago in Neuseeland hat etwa 1.000 Probanden der Geburtsjahrgänge 1972 und 1973 über Jahrzehnte beobachtet. Im Alter von 5, 7, 9, 11, 13 und 15 Jahren waren sie nach ihrem täglichen Fernsehkonsum befragt worden, jetzt erkundigte sich Hancox nach ihrer Ausbildung. Das Ergebnis: Jene, die als Kinder am meisten vor dem Fernsehgerät gehockt hatten (mehr als drei Stunden pro Tag), hatten öfter keinen Schulabschluss, während die mit dem niedrigsten TV-Konsum in der Kindheit später die häufigsten Universitätsabschlüsse aufweisen konnten – unabhängig vom IQ und von den sozio-ökonomischen Gegebenheiten.

Dina Borzekowski von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore stellte in einer weiteren Studie fest, dass Kinder mit eigenem Fernsehgerät nicht nur öfter in die Röhre sehen, sondern in Mathe-, Lese- und Verständnistests auch deutlich schlechter abschnitten als Gleichaltrige ohne eigenes TV. Ein eigener Computer dagegen wirkte sich vorteilhaft auf die Entwicklung der Kinder aus.

Frederick Zimmerman von der University of Washington in Seattle schließlich fand in einer Langzeitstudie heraus, dass sich häufiger Fernsehkonsum vor allem in den ersten drei Lebensjahren negativ auf die spätere Lese- und Mathefähigkeit der Heranwachsenden auswirkte.

Auch deutsche Wissenschaftler stellten bereits Ende 2004 fest: Computerspiele und Fernsehkonsum macht Kinder dumm – vor allem Jungen. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen (KFN) machte für den Leistungsabfall des Gehirns den Botenstoff Dopamin verantwortlich. Er bewirke immer neue Glücksgefühle beim Computerspielen, hieß es. Das vorher Gelernte könne sich dann nicht im Gehirn festsetzen, wenn es von Fernseh- und Videobildern ständig überlagert wird. Die Spielebranche wies den Vorwurf empört zurück.

Fakt ist jedoch, dass immer mehr Kinder immer länger vorm Bildschirm sitzen. Die Folgen sind klar: Weniger Zeit für Hausaufgaben und Lernen. Von der Belastung der Augen und der fehlenden Bewegung einmal ganz zu schweigen.

Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. rät daher zu einem gemäßigten Konsum von Filmen oder Computerspielen. Bis zu einer Stunde täglich ist akzeptabel. Hausaufgaben sollten auf keinen Fall vor dem Fernseher gemacht werden. Bilder und Ton lenken viel zu sehr ab. Das Gehirn kann sich so die Inhalte des Lernstoffes nicht lange merken, das Büffeln war umsonst. Eine Stunde vor dem Schlafengehen sind Fernsehen oder Computer ebenfalls tabu.

Bewegung an der frischen Luft ist allemal gesünder als fernsehenBewegung an der frischen Luft ist allemal gesünder als fernsehen. Foto: imagestate

Lesen dazu auch unter: www.dgk.de

Quellen:

Robert J. Hancox, MD; Barry J. Milne, MSc; Richie Poulton, PhD: Association of Television Viewing During Childhood With Poor Educational Achievement. Arch Pediatr Adolesc Med. 2005; 159: 614-618.
Dina L. G. Borzekowski, EdD; Thomas N. Robinson, MD, MPH: The Remote, the Mouse, and the No. 2 Pencil. The Household Media Environment and Academic Achievement Among Third Grade Students. Arch Pediatr Adolesc Med. 2005; 159: 607-613.
Ariel R. Chernin and Deborah L. Linebarger: The Relationship Between Children’s Television Viewing and Academic Performance. Arch Pediatr Adolesc Med. 2005; 159: 687-689.
Chernin and Linebarger: The Relationship Between Children's Television Viewing and Academic Performance. Arch Pediatr Adolesc Med 2005; 159: 687-689.
Frederick J. Zimmerman, PhD; Dimitri A. Christakis, MD, MPH: Children’s Television Viewing and Cognitive Outcomes. A Longitudinal Analysis of National Data. Arch Pediatr Adolesc Med. 2005; 159: 619-625.


Linkshänder: Unterstützen – nicht umschulen
Früh genug das richtige Schreiben lernen
(3.824 Zeichen)

(pgk) „Das mach ich doch mit links!“ Bis vor einigen Jahren ging das gar nicht so einfach: Wer linkshändig schrieb und werkelte, sollte sich mit allen Mitteln umgewöhnen. Heutzutage weiß man, dass dies sogar schadet.

Im frühen Japan konnte sich ein Mann scheiden lassen, wenn er entdeckte, dass seine Frau Linkshänderin war. Albert Einstein, Franz Kafka, Friedrich Nietzsche, Hans Christian Andersen, Johann Wolfgang von Goethe, Albrecht Dürer, Caspar David Friedrich, Leonardo da Vinci und Paul Klee waren es. Heutzutage ist hierzulande etwa jeder dritte Schüler Linkshänder. Wissenschaftler vermuten sogar, dass bis zu 50 Prozent der Menschen von Natur aus linkshändig sind. Die „Linken“ werden daher mittlerweile in Kindergärten und Schulen toleriert, eine Umschulung ist nicht mehr notwendig.

Hauptsächlich die linke Hand zu benutzen ist kein Manko oder gar als Krankheit zu werten, sondern angeboren. Die Händigkeit ist eine Erbanlage wie Augenfarbe oder Geschlecht, bestimmt wird sie durch die unterschiedliche Seitendominanz im Gehirn.

Die beiden Hälften des Gehirns (Hemisphären), durch einen Balken voller Nervenstränge verbunden, steuern über Kreuz den Körper. Die Nervenbahnen überkreuzen sich im Bereich der oberen Halswirbelsäule. Die Folge: Jede Hirnhälfte steht jeweils mit der gegenüber liegenden Körperseite in Verbindung. Die dominante Gehirnhälfte ist verantwortlich für die Händigkeit: Bei Rechtshändern ist die linke Seite des Gehirns dominant, bei Linkshändern die rechte.

Wird ein Linkshänder trotzdem gezwungen, die rechte Hand zu benutzen – was früher gang und gäbe war – ist die stärkere Hirnhälfte in ihren Funktionen gehemmt. Und die schwächere Seite wird dauernd überfordert. Linkshänder umzuschulen ist also ein massiver Eingriff in die Hirntätigkeit. Die Folgen sind gravierend und können das ganze Leben negativ beeinflussen: Sie reichen von feinmotorischen Störungen, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen bis hin zu negativen Veränderungen der Persönlichkeit.

Schreibenlernen: Die rechte Hand darf nicht stören

Ob ihr Kind Links- oder Rechtshänder ist, können aufmerksame Eltern in der Regel schon im Krabbelalter feststellen. Mit welcher Hand das Kind spontan greift, gibt den entscheidenden Hinweis.

Mit fünf oder sechs Jahren können viele Kinder schon ihren Namen schreiben und zeigen viel Interesse schreiben zu lernen. Bevor sie sich eine falsche Schreibhaltung angewöhnen, ist es daher schon in diesem Alter sinnvoll, ihnen vorsichtig und möglichst in spielerischer Form die richtige Haltung zu zeigen, denn häufig führen Linkshänder ihre Hand falsch oder verkrampft. Sie können das eben Geschriebene nicht sehen und verwischen beim Schreiben mit Tinte oft die Buchstaben. Außerdem neigen viele Linkshänder anfangs zu Buchstabenumkehrung oder sogar zu totaler Spiegelschrift, da sie instinktiv von rechts nach links wahrnehmen und schreiben. So geht es richtig:

    • Das Papier sollte etwas links von der Mitte vor dem Kind liegen und im Uhrzeigersinn leicht nach rechts gedreht sein (ca. 30 Grad).
    • Der Stift wird locker mit leichtem Zangengriff zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten, wobei er am Mittelfinger nur anliegen sollte und die Hand unterhalb der Zeile liegt.
    • Die Hand liegt nicht abgeknickt oberhalb, sondern unter der Zeile, die gerade beschrieben wird. Das Stiftende weist zum linken Unterarm.
    • Die rechte Hand darf nicht „im Weg“ sein. Sie soll das Blatt in Schreibhöhe am rechten Rand festhalten und bei Bedarf nach oben oder unten ausweichen.
    • Auf der linken Seite benötigt das Kind Armfreiheit, dort sollte daher kein Rechtshänder sitzen.
    • Das Licht soll von vorn oder von rechts einfallen.


Was Linkshändern außerdem das (Schul-)Leben erleichtern kann, sind spezielle, seitenverkehrt konstruierte Gegenstände, zum Beispiel Schere, Lineal, Bleistiftspitzer und Füller.

Adressen:
Erste Deutsche Beratungs- und Informationsstelle
für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder,
Sendlinger Str. 17, 80331 München,
Tel. / Fax: 0 89 / 26 86 14,
Internet: www.lefthander-consulting.org,
E-Mail: info(à)lefthander-consulting.org
sowie in der Deutschen Linkshänderseite:
www.linkshaenderseite.de.


Häufigkeit von Rückenschmerzen nimmt zu
Gymnastik und Bauchmuskeltraining auch für Kinder
(2.427 Zeichen)

(pgk) Rückenschmerzen gehören zu den führenden Gesundheitsproblemen in Deutschland, wie mehrere Studien der vergangenen Jahre belegen. Mehr als 80 Prozent der Deutschen leiden unter Rückenschmerzen, darunter auch zunehmend Kinder und Jugendliche, was besonders erschreckt.

Nach einer emnid-Umfrage zur Rückengesundheit vom Juni 2004 haben zwei Drittel der Bevölkerung im Alter über 14 Jahren zumindest zeitweise Rückenschmerzen – und zwar 23 Prozent mindestens einmal im Monat (1998: 14 Prozent), 11 Prozent einmal pro Woche (1998: 10 Prozent) und 16 Prozent täglich (1998: 6 Prozent). Überdurchschnittlich zugenommen hat die Häufigkeit von Rückenschmerzen bei 14- bis 29-Jährigen.

Schwere Schulranzen, schlechte Haltung, wenig Bewegung: Durch ständiges Sitzen – sei es am Schreibtisch, auf der Couch, im Bus, vor dem Fernseher, Computer oder in der Schule – verharren die meisten von uns lange Zeit in belastender Position und das vielfach noch auf ungenügendem Mobiliar. Die Folge sind Rückenprobleme bzw. Haltungs- und Bewegungsschäden.

Gezieltes Training der Bauchmuskulatur und eine gute Beweglichkeit könnten bei Kindern Rückenschmerzen vorbeugen, so eine aktuelle britische Studie, die im British Journal of Sports Medicine (39, 2005, 137) veröffentlicht wurde. Sport, Bewegung und Übungen wie Rumpfbeugen seien für alle Kinder wichtig – nicht nur im Kampf gegen die Pfunde, sondern auch zur Stärkung des Halteapparates, so Studienleiterin Dr. Michelle A. Jones.

In der Studie wurden Jugendliche mit häufigen Rückenschmerzen im Vergleich zu Jugendlichen ohne Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule untersucht. Danach hat etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen zumindest gelegentlich Beschwerden. Die Zahl der Betroffenen steige demnach seit etwa 20 Jahren deutlich an. Häufig sind die Schmerzen durch eine schwache Bauch- und Rumpfmuskulatur bedingt. Auch könnten viele Kinder auf Grund mangelnder körperlicher Betätigung ihre Wirbelsäule und Hüften nur eingeschränkt bewegen. Die Wissenschaftler bestätigten die Bedeutung von Gymnastik und Bauchmuskeltraining als präventive Maßnahme gegen Rückenschmerzen.

Dass bereits viele Kinder und Jugendliche Erfahrungen mit Rückenschmerzen haben, belegen auch Untersuchungen aus Finnland, Schweden, der Schweiz und Australien. Bei 18-Jährigen beträgt die Prävalenz bereits über 50 Prozent. Mit zunehmenden Alter kommt es immer häufiger zu unspezifischen Rückenschmerzen.

Quelle:
M Jones et al.: Biological risk indicators for recurrent non-specific low back pain in adolescents. British Journal of Sports Medicine March 2005; 39(3): 137-40


„Mama, mein Bauch tut so weh!“
Auf der Suche nach Ursache und Ausmaß der Beschwerden
(1.661 Zeichen)

(pgk) Kinder klagen häufig über Bauchschmerzen. Oft ist es für Eltern schwierig, Ursache und Ausmaß der Beschwerden zu ergründen und entsprechend zu handeln. Da die Kleinsten ihren Bauch intensiv als Mitte wahrnehmen, klagen sie oft auch über Bauchweh, wenn tatsächlich vielleicht der Hals schmerzt. Weil ihre Körperwahrnehmung noch nicht vollständig entwickelt ist, wird der Schmerz automatisch in den Bauchraum verlagert.

Möglich ist beispielsweise, dass eine Magen-Darm-Infektion mit Durchfall und Erbrechen im „Anmarsch“ ist, dass es sich einfach um banale Blähungen handelt oder dass die „köstliche Kombination“ aus reichlich Eis, Limonade und Kartoffelchips den kindlichen Verdauungstrakt schlichtweg überstrapaziert hat.

Manchmal verstecken sich aber auch Seelenkummer oder das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit hinter wiederkehrenden Bauchschmerzen. So kann die Trennung der Eltern bei Kindern ebenso auf den Magen schlagen wie der Streit mit der besten Freundin. Auch Schwierigkeiten in der Schule führen oft dazu, dass Bauchschmerzen zu Dauerbegleitern werden.

Wichtig ist deshalb, dass Eltern den kleinen Patienten immer ernst nehmen, ihn genau beobachten, nach möglichen Ursachen und weiteren Krankheitssymptomen fahnden.

Bei heftigen, plötzlich auftretenden Schmerzen, bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden gehört der Nachwuchs umgehend in die Praxis des Kinderarztes. Gleiches gilt, wenn zu den Bauchschmerzen Symptome wie Fieber, Erbrechen oder Schmerzen beim Wasserlassen hinzukommen. Starke, plötzlich auftretende Beschwerden, eventuell im Kombination mit Fieber, Durchfall und kaltem Schweiß, können auf eine Blinddarmentzündung hinweisen.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 10 A / 2005 (1. Oktober/2005).

Mama, mein Bauch tut so weh!Foto: imagesource


MELDUNGEN

Eine Stunde Rennen rettet den Tag
(1.496 Zeichen)

(pgk) Amerikanische Forscher der Tarleton State University in Stephenville, US-Staat Texas, empfehlen Schulkindern mindestens eine Stunde Sport pro Tag für Gesundheit und Zufriedenheit. Wichtig sei aber eine schrittweise Steigerung der körperlichen Aktivitäten bei den zunehmend ans Sitzen gewöhnten Kindern. Die Studie wurde im Juni 2005 in der Zeitschrift Journal of Pediatrics (Bd. 146, Nr. 6) veröffentlicht.

Das Team aus 13 Wissenschaftlern konnte anhand von Daten von mehr als 850 Studien einen positiven Einfluss von Sport auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern bestätigen. So wurden unter anderem Körperfett- und Eiweißwerte gemessen sowie die Herzfunktion von Schulkindern untersucht. Diese waren im Durchschnitt drei bis fünf Tage die Woche 30 bis 45 Minuten täglich ohne Unterbrechung mittelstark bis stark körperlich aktiv. Das heißt, sie sprangen Seil, spielten Fuß- und Basketball oder bewegten sich in einem zügigen Tempo fort.

“Es gibt einen klaren Beweis, dass sportliche Aktivität in den vergangenen 10 bis 20 Jahren dramatisch abgenommen hat“, sagte der Studienleiter Robert M. Malina. Grund sei die Technologische Revolution der 1980er-Jahre, die Kindern mehr sitzende Tätigkeiten ermögliche. Je mehr Bewegung, desto besser – natürlich bis zu einem gewissen Limit, betonte sein Kollege William Strong vom Medical College of Georgia in Augusta. Dabei sollten den Kindern nach Ansicht der Forscher verschiedene Sportarten angeboten werden, damit sie sich nicht langweilen.

Quelle:
William B. Strong, Robert M. Malina et. al.: Evidence Based Physical Activity for Schoolage Youth. Journal of Pediatrics, June 2005,
Volume 146, Number 6


Oft ohrenbetäubend: Kleinkinder-Spielsachen
(1.648 Zeichen)

(pgk) Viele Spielsachen mit Akustikeffekten rauben nicht nur Eltern die Nerven, sondern sind vor allem zu laut für das Gehör von Kleinkindern. Schon eine Quietschente am Ohr eines Babys kann zu Hörschaden führen.

Richtige Krachmacher: Nah ans Ohr gehalten erreicht manches Spielzeug einen so hohen Schallpegel, dass das Gehör auf Dauer schwer geschädigt werden kann. Die Geräuscheffekte einiger Kinderspielzeuge seien lauter als ein Sturmgewehr der Bundeswehr. Einige Quietschenten erreichen zum Beispiel schon Lautstärken wie bei einem Rockkonzert. Eine Rassel ist mit 93,5 Dezibel lauter als ein vorbeifahrender Zug. Eine Trillerpfeife belastet die Ohren mit 126 Dezibel ebenso stark wie ein vorbeifliegender Düsenjet. Besonders gefährlich sind kurze, sehr laute Geräusche, die ein Knalltrauma auslösen können. Wer Spielzeug verschenken will, sollte es beim Kauf testen: Wenn die Geräusche schon aus einiger Entfernung nerven, lassen Sie das Spielzeug im Regal!

Nach Angaben der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) in Marburg gibt es in Deutschland rund 500.000 behandlungsbedürftige Hörstörungen bei Kindern. Experten gehen davon aus, dass künftig rund zehn Prozent der Jugendlichen lärmbedingte Hörstörungen aufweisen werden. Ursachen seien neben lauter Musik auch laute Knalle etwa von Spielzeugpistolen oder Silvesterknallern. Es gebe aber auch angeborene Hörschädigungen.

Zur Früherkennung kindlicher Hörstörungen verlangen Experten zudem flächendeckende Überprüfungen der Hörleistung bei Neugeborenen. Daneben gelte es, stärker als bisher Innenohrschädigungen als Folge von Infektionen oder Lärmeinwirkungen in frühester Kindheit zu verhindern.


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