DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 39, Ausgabe 11/12 - 2005 Themen: Kinder, Erkältung, Grippe, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Halsweh, Impfung, Schutzimpfung, Pneumokokken, Impfempfehlungen, STIKO, dick, erstes Kind, Fett-Gen, Geburt, Sch
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 39, 11/12 - 2005

Erkältung oder Grippe?
Wenn Husten, Schnupfen, Kopf- und Halsweh kommen
(3.939 Zeichen)

(pgk) Mit dem nasskalten Wetter beginnt die Hochsaison für Grippe- und Erkältungsviren. Herbst und Winter bringen oft Husten, Schnupfen und Halsschmerzen mit sich. Laufende oder verstopfte Nase, Niesanfälle und gestörter Schlaf – vor allem kleineren Kindern können Schnupfenviren ziemlich zu schaffen machen.

Meist infizieren sich die Kleinen mit Viren, die eine harmlose, aber lästige Erkältung verursachen. Der Arzt spricht dann von einem grippalen Infekt. Anzeichen einer Erkältung sind Schnupfen und Niesen, Husten, Halsschmerzen, leichte Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Abgeschlagenheit, gerötete und tränende Augen sowie eine Temperaturerhöhung bis zu 39 Grad Celsius (°C). Eine Erkältung ist meist von kurzer Dauer und hält selten länger als eine Woche an. Man kann sie selbst kurieren, wenn keine schwereren Krankheitszeichen hinzukommen. Was hilft: trotz Schnupfen an die frische Luft, viel trinken, für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen, Dampfbäder oder Inhalationen, bei Fieber Bettruhe, bei älteren Kindern eine Schwitzkur mit heißem Bad und heißem Tee, anschließend zwei Stunden warm zugedeckt ins Bett. Nasentropfen sind vor allem für Säuglinge mit verstopfter Nase sinnvoll, weil Babys praktisch nur über die Nase atmen. Es dürfen jedoch nur für Säuglinge bestimmte Nasentropfen sein.

Wenn das Krankheitsbild oder der Krankheitsverlauf von einer typischen Erkältung abweicht oder auch hohes Fieber und starke Kopfschmerzen auftreten, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Wie dringend ärztliche Hilfe benötigt wird, hängt von der Symptomatik ab. Hält der Schnupfen über längere Zeit an oder tritt er in kurzen Abständen immer wieder auf, ist es ebenfalls ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Ein möglicher allergischer Schnupfen muss anders behandelt werden als einer, der durch einen Infekt ausgelöst wird. Da es keine wirksame Behandlung des virusbedingten Schnupfens gibt, können nur die Symptome gelindert werden.

Wenn Husten, Schnupfen, Kopf- und Halsweh kommenDie echte Grippe (Influenza) wird durch so genannte Influenzaviren hervorgerufen. Sie ist anfangs manchmal schwer von einer Erkältung zu unterscheiden, weil sie sich mit ähnlichen Anzeichen wie ein Infekt ankündigt. Typisch sind jedoch der schlagartige Beginn mit schwerem Krankheitsgefühl, Mattigkeit und Abgeschlagenheit, rasch ansteigende Körpertemperatur bis 40 °C über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen, rasch auftretende, heftige Kopf- und Gliederschmerzen, Schmerzen im Brustbereich sowie starker trockener Husten, teilweise Übelkeit und Erbrechen. Das charakteristische Erkältungssymptom – der Schnupfen – tritt wenn überhaupt erst später auf. Eine Virusgrippe kann besonders bei Kindern mit Asthma oder Diabetes sehr ernst werden. Gleiches gilt auch für Kinder, deren Immunsystem ohnehin schon durch andere Krankheiten geschwächt ist. Hier ist immer ein Arzt hinzuzuziehen.

Die Impfung gegen Influenza wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut bereits seit langem für ältere Menschen und chronisch Kranke empfohlen. Für Kinder mit Vorerkrankungen oder Abwehrschwäche stellt die Influenza aber ebenfalls im schlimmsten Fall eine tödliche Bedrohung dar. Die Impfempfehlung gilt daher nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, HIV-Infektionen oder Leukämie. Diese Erkrankungen schränken die Leistungsfähigkeit des Immunsystems stark ein. Gefürchtete Komplikationen einer Influenza sind nicht nur schmerzhafte Mittelohrentzündungen, sondern auch langwierige Lungen- und Herzmuskelerkrankungen. Die Impfung ist für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat möglich.

Angst vor der Vogelgrippe unbegründet

An der normalen Grippe sterben jedes Jahr auch in Deutschland mehrere Tausend Menschen – im vergangenen Jahr 15.000 bis 20.000. Das sind meist ältere Menschen über 60 Jahre, oder Menschen mit einer anderen Grunderkrankung. Die Vogelgrippe hat dagegen bis jetzt 61 Menschen weltweit gefordert. Das Virus springt bisher nur in extrem seltenen Fällen auf Menschen über, nämlich wenn ein sehr enger Kontakt zu infiziertem Geflügel bestand. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bisher noch nicht bekannt. In Deutschland stellt die Vogelgrippe für die Menschen gegenwärtig keine Gefahr dar. Die normale Grippeimpfung hilft zwar nicht gegen die Vogelgrippe oder gegen ein mögliches Pandemievirus, ist jedoch trotzdem sinnvoll, um die Todesraten an der „normalen Grippe“ zu senken.


Schutzimpfung gegen Pneumokokken
Neuerungen in den aktuellen Impfempfehlungen der STIKO
(3.081 Zeichen)

(pgk) Einmal im Jahr veröffentlicht die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) ihre aktuellen Empfehlungen. Neu in diesem Jahr: Die Impfung gegen Pneumokokken mit dem Konjugatimpfstoff ist nun auch für Kinder jenseits des vollendeten zweiten Lebensjahres möglich. Seit 2001 steht in Deutschland dieser Impfstoff zur Verfügung, der gegen sieben für Kleinkinder besonders gefährliche Pneumokokkentypen gerichtet ist. Der Konjugatimpfstoff ist jetzt von der europäischen Zulassungsbehörde (EMEA) für auch zwei- bis vierjährige Kinder zugelassen worden. Ein Viertel aller invasiven, in der Regel schwer verlaufenden, Pneumokokkenerkrankungen im Kindesalter betrifft genau diese Altersgruppe. Die STIKO empfiehlt zukünftig, ungeimpfte Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren, bei denen eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung vorliegt, mit dem Konjugatimpfstoff zu schützen.

Es sollten auf jeden Fall die Kinder geimpft werden, die zu bestimmten Risikogruppen gehören. Dazu zählen unter anderem Frühgeborene und Kinder mit Gedeihstörungen, aber auch Kinder mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, Erkrankungen der Atmungsorgane, mit Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselstörun-gen, mit Niereninsuffizienz oder nephrotischem Syndrom gehören dazu. Doch die Impfung muss auch Kindern, die nicht zu den oben genannten Gruppen gehören, nicht vorenthalten werden. In den USA ist die Impfung schon seit Jahren Bestandteil des Kinderimpfplanes.

Auch Erwachsene bei einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung durch bestimmte Grundkrankheiten, etwa Krankheiten der Atmungsorgane oder Diabetes mellitus, sollen übrigens gegen Pneumokokken geimpft werden. Dazu nimmt man dann aber einen Polysaccharidimpfstoff, der bei den Kleinen zwar noch nicht ausreichend wirksam ist, aber jenseits des dritten Lebensjahres einen guten Schutz verleiht. Für alle ab 60 Jahre gehört diese Pneumo-kokkenimpfung zum Standardimpfprogramm.

Hintergrund:

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind Bakterien, die schwere Infektionen verursachen und bei Säuglingen und Kleinkindern besonders gefährlich werden können. Weltweit sterben jährlich über eine Million Kinder unter fünf Jahren an einer durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündung. Die Übertragung der Bakterien erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. Pneumokokken besiedeln die Rachenschleimhäute. Die Keime werden aber meist erst dann zur Gefahr, wenn die körpereigenen Abwehrmechanismen wegen einer Virusinfektion oder chronischen Krankheiten geschwächt sind. In hohem Maße gefährdet sind außerdem Kinder in den ersten Lebensjahren: Ihr Immunsystem ist noch nicht in der Lage, eine Pneumokokkeninfektion ohne Hilfe abzuwehren. Lungenentzündung (Pneumonie), Mittelohrentzündung (Otitis media), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Hirnhautentzündung (Meningitis) können dann die Folge sein. Wenn der Erreger in die Blutbahn gelangt, kommt es auch zur gefürchteten Blutvergiftung (Sepsis).

Pneumokokkeninfektionen sind zwar mit Antibiotika behandelbar, aber trotz rechtzeitig eingeleiteter Therapie sterben 10 bis 20 Prozent der Kinder mit schweren Pneumokokkenerkrankungen. Eine Erklärung dafür ist, dass die Bakterien zunehmend unempfindlich, das heißt resistent gegen Antibiotika wie beispielsweise Penicillin werden. Um Kinder angesichts der wachsenden Resistenzraten vor diesen schweren Infektionskrankheiten zu schützen, sind vorbeugende, rechtzeitige Impfungen besonders wichtig.


Siehe auch:
Epidemiologisches Bulletin Nr.31, 5. August 2005 www.rki.de oder
www.dgk.de


Zu dick nach dem ersten Kind?
Das Fett-Gen ist schuld
(2.251 Zeichen)

Zu dick nach dem ersten Kind?(pgk) Während der Schwangerschaft ein paar Pfunde mehr auf der Waage? Das ist normal. Während der 40 Schwangerschaftswochen nehmen Frauen im Schnitt 12 bis 15 Kilogramm (kg) zu: 3 bis 4 kg für das Baby, je 1 kg für Gebärmutter, Fruchtwasser und Mutterkuchen, 500 Gramm für das zusätzliche Brustgewebe, 1 kg zusätzliches Gewebswasser und 4 kg zusätzliches Körperfett. Nach Auskunft der Deutsche Gesellschaft für Ernährung haben Schwangere jedoch nur einen 20 Prozent höheren Nährstoffbedarf als Nichtschwangere. Sie sollten sich möglichst vitamin- und mineralstoffreich, aber durchaus fettarm ernähren.

Nach der Geburt ihres ersten Kindes kämpfen viele Frauen mit erheblichem Übergewicht – sie sind noch durchschnittlich 10 kg schwerer als vor der Schwangerschaft –, während andere Frauen das Ausgangsgewicht, das sie vor der Schwangerschaft hatten, nahezu mühelos wieder erreichen. Wissenschaftler am Universitätsklinikum Essen fanden heraus, dass daran ein Fett-Gen schuld ist, das jede fünfte Frau in sich trägt. Es kann das Abnehmen nach der Geburt erheblich erschweren und für nachhaltig höheres Körpergewicht sorgen. Über ihre Forschungsergebnisse berichteten die Professoren Winfried Siffert, Institut für Pharmakologie, Norbert Müller, Institut für Transfusionsmedizin, und Raimund Erbel, Abteilung für Kardiologie, in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet. Sie untersuchten insgesamt 800 Frauen: Trägerinnen des „Ur-Gens“ mit einer Veränderung in einem so genannten „G-Protein“ – betroffen sind 10 bis 20 von hundert Schwangeren – wogen nach der Geburt ihres Babys erheblich mehr als vor der Schwangerschaft, und die Gewichtssteigerung war auch ein Jahr nach der Entbindung noch deutlich sichtbar. Frauen, die diese Gen-Veränderung nicht aufwiesen oder diese nur von einem Elternteil geerbt hatten, waren deutlich leichter.

Doch es gibt Möglichkeiten, die Veranlagung auszutricksen. Wer Sport treibt, bleibt verschont: Lange Spaziergänge mit dem Kind, Rückbildungsgymnastik, Joggen oder Fitnessclub bieten sich hier an. Auch wenn Mütter sich häufig müde und gestresst fühlen, sollten sie ihre Sporttermine wahrnehmen – mindestens zwei Stunden in der Woche. Sie werden sich danach frischer und gelassener fühlen.

Um die überflüssigen Pfunde los zu werden, empfiehlt es sich Fettes, Süßes und Alkohol zu meiden, die Lebensgewohnheiten allmählich umzustellen und regelmäßig das Gewicht zu kontrollieren. Jede dritte Übergewichtige schafft es mit Motivation und Konsequenz zurück zum Normalgewicht. Das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Zuckerkrankheit nimmt dann wieder deutlich ab.

Quelle:
A. Gutersohn, C. Naber, N. Müller, R. Erbel, and W. Siffert. G protein beta3 subunit 825 TT genotype and post-pregnancy weight retention. Lancet 355 (9211):1240 - 1241, 2000.


Sprachentwicklung bei Kindern
Warum will ein Säugling sprechen lernen?
(2.330 Zeichen)

(pgk) Etwa jedes fünfte Kind im Vorschulalter leidet an Sprachstörungen. Gründe für die Verzögerung der Sprachentwicklung können neben Hörstörungen, Sehstörungen, Wahrnehmungsschwäche des Tast- und Lagesinns, eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, motorische Unreife, familiäre Anlage zur Sprachschwäche, frühkindliche Hirnschädigung, mangelnde sprachliche Anregung, ungünstiges soziales Umfeld oder eine allgemeine Entwicklungsverzögerung sein.

Normalerweise sollte die Sprachentwicklung mit etwa vier bis fünf Jahren abgeschlossen sein. Kinder verfügen bis dahin nicht nur über große Wortschatz- und Grammatikkenntnisse, sondern können sich mit Hilfe der Sprache auch altersentsprechend souverän verhalten. Allerdings entwickelt sich jedes Kind individuell und ist daher auch in seiner Sprachentwicklung einzigartig. Von einer Sprachentwicklungsstörung spricht man, wenn sich ein Kind im Vergleich zu seiner Altersgruppe in seinem Spracherwerb und seinem Sprachverständnis zu spät, aber auch zu langsam und unvollständig entwickelt. Oft gehen Sprachentwicklungsstörungen mit Konzentrations- oder Wahrnehmungsstörungen und Verzögerungen der allgemeinen Entwicklung einher.

Bei Kindern, die unter einer verzögerten Sprachentwicklung leiden, wird eine umfassende Entwicklungsabklärung empfohlen. Diese sollte eine Untersuchung des Spielverhaltens, der kognitiven Entwicklung, der Motorik, Neurologie und der Entwicklung des Sozialverhaltens beinhalten.

Ist Sprache angeborener Instinkt oder Lernprozess? Die deutsche Sprachentwicklungsstudie in Berlin will nun endlich für umfangreiches Datenmaterial sorgen. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig geförderte Projekt begleitet seit einigen Jahren 250 Kindern beim Erlernen der Sprache. Die Versuchspersonen in Strampelhosen werden mit Mikrophonen belauscht, Elektroden zeichnen ihre Hirnströme auf, psychologische Tests enthüllen ihr Weltverständnis. Dabei zeigt sich, die Probanden in Windeln lernen viel schneller, als Forscher und Eltern ihnen zutrauen. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Rund sechs Prozent aller Kinder haben Sprachentwicklungsstörungen. Gestützt auf die neuen Befunde haben die Forscher für sie Hilfen entwickelt, die auch schon den ersten Praxistest bestanden haben.

Quelle:
Sprachentwicklung: Warum will ein Säugling sprechen lernen?:38. Pädiatrischer Fortbildungskurs, Obergurgl 2005

Adresse:
Deutsche Sprachentwicklungsstudie
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Lindenhof des Krankenhauses Lichtenberg
Gotlindestraße 2-20
10365 Berlin (Lichtenberg)
PD Dr. Henrike Hultsch & Jeannine Kattner
E-Mail: kontakt(à)glad-study.de
Tel. 030 / 55 18 51 71
Fax 030 / 55 18 51 72
Internet: http://glad-study.de/


Erst das Baby – dann der Blues
„Heultage“ und Depressionen nach der Geburt
(2.266 Zeichen)

Mutter mit Säugling auf dem Arm(pgk) Kaum ist der neue Erdenbürger auf der Welt, beginnen für viele Frauen trübe Tage. Die Sorgen um das Wohlergehen des Babys, Zukunfts- und Versagensängste, tiefe Traurigkeit und dunkle Gedanken überschatten Freude und Mutterglück. Das seelische Tief, das etwa 70 Prozent aller Wöchnerinnen wenige Tage nach der Geburt zu schaffen macht, wird als Babyblues bezeichnet.

Betroffene Frauen sind extrem reizbar, weinen häufig, fühlen sich elend und überfordert. Oft wird die Seelenkrise auch von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen begleitet. Der Babyblues ist jedoch eine völlig normale und meist harmlose Erscheinung. Nach wenigen Tagen ist der Spuk in aller Regel von selbst wieder vorbei. Schuld an den „Heultagen“ sind das einmalige Erlebnis der Geburt, die hormonellen Umstellungs-prozesse und die ersten, aufregenden Tage mit dem winzigen Baby.

Im Gegensatz zum harmlosen, kurzzeitigen Babyblues können aber auch ernsthafte psychische Störungen nach der Geburt vorkommen. Etwa jede sechste bis siebte Frau, die ein Kind geboren hat, leidet in den ersten Wochen oder Monaten nach der Geburt unter einer postpartalen Depression (PPD). Die PPD kann jederzeit im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes auftreten. Die Symptome, die sich oft schleichend entwickeln, sind: anhaltende Müdigkeit, Traurigkeit, inneres Leeregefühl, Ängste, extreme Reizbarkeit und manchmal sogar Selbstmordgedanken. Erscheinungsform, Dauer und Schwere unterscheiden sich von Frau zu Frau. Fest steht jedoch: Ohne Unterstützung und Hilfe schaffen es die meisten Frauen nicht, die Depression zu überwinden. So schnell wie möglich sollten sich betroffene Mütter an Profis wenden. Gynäkologe und Hebamme können bei der Suche nach Psychotherapeuten, Psychiatern oder Selbsthilfegruppen behilflich sein.

Die postnatale bzw. postpartale Psychose, die Wochenbettpsychose, gilt als die schwerste, aber seltenste Form der nachgeburtlichen Krise, in deren Verlauf die betroffene Mutter den Kontakt zur Realität verlieren kann. Sie kommt bei 1 bis 3 von 1.000 Müttern vor. Die postnatale Psychose entsteht vorwiegend in den ersten zwei Wochen nach der Entbindung, kann sich aber auch aus einer Depression entwickeln.

Ganz wichtig ist es, die eigenen Energiereserven aufzuladen, durch regelmäßige Pausen und babyfreie Zeiten. Hobbys, Sport, kreative Beschäftigungen und Treffen mit guten Freunden können für glückliche, unbeschwerte Stunden sorgen. Auch Entspannungsübungen helfen vielen Betroffenen.

Mehr über dieses Thema und weitere wertvolle Tipps und Anlaufstellen finden Sie im nächsten Ratgeber aus Ihrer Apotheke/ Ausgabe 11 B/2005 (15. November 2005)


Gesunde Sünde
Wie viel Schokolade ist wirklich gut?
(3.096 Zeichen)

(pgk) Vollmilch oder Zartbitter, gefüllt oder pur, als feiner Überzug beim Kuchen oder zu Pralinen verarbeitet... Schokolade gibt es in tausenderlei Varianten. Jeder Deutsche, vom Kleinkind bis zum Greis, verzehrt pro Jahr etwa acht Kilo dieser köstlichen Mischung aus Kakaobutter, Zucker und Milch. Der zarte Schmelz ist für viele Menschen Seelenfutter, Belohnung oder besondere Wonne. In der Winterzeit, wenn es früh dunkel wird, greifen viele Menschen zur schokoladigen Waffe gegen das Stimmungstief.

Und das soll auch noch gesund sein? Entgegen der allgemeinen Auffassung, dass alles was gut schmeckt, eigentlich schlecht für uns ist, zeigen einige Forschungsergebnisse, dass Schokolade ein wahrer Cocktail aus potentiellen Schutzsubstanzen sei. Kakaoprodukte wurden im 19. Jahrhundert noch in Apotheken verkauft. Ihre Inhaltsstoffe wirken nämlich anregend und stimmungsaufhellend. Dass sie wundersam positive Effekte auf die Psyche haben kann, lässt sich nicht bestreiten. Was ist nun wirklich dran an der Schokolade?

Studien zeigen zwar, dass Kakaoprodukte einen (wenn auch leichten) blutdrucksenkenden Effekt haben. Tipp: Zartbitter hat einen besonders hohen Kakaoanteil. Bitterschokolade biete außerdem Rauchern einen gewissen Schutz vor Herzinfarkten. Der Verzehr von 40 Gramm schwarzer Schokolade mit einem Kakaoanteil von 74 Prozent verbessere einer Studie am Universitätsspital Zürich zufolge die Funktion der Gefäßinnenwände sowie den so genannten antioxidativen Status.

Wer sich in Büchern über Schokolade informiert, stößt dort fast immer auf die These, dass Schokolade vor Karies schütze. Die meisten Autoren berufen sich dabei auf Vincent J. Paolino, einen amerikanischen Zahnmediziner. Er stellte fest, dass in der Kakaobohne Fluor und Tannin enthalten sind. Beides sind Stoffe, die die Zähne stärken. Daraus den Schluss zu ziehen, dass Schokolade den Zähnen gut tue, ist allerdings völlig verkehrt. Schokolade besteht zum größten Teil aus Zucker. Und selbst bittere Schokoladen, die vermehrt Kakaobestandteile enthalten, weisen immer noch einen hohen Zuckeranteil auf.

Wahr ist, dass in Schokolade Stoffe wie Koffein, Anamid und Polyphenole enthalten sind, die das zentrale Nervensystem stimulieren, das Glücks- und Lustempfinden anregen und im Ruf stehen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Um jedoch eine wirksame Konzentration dieser Stoffe zu erreichen, müssten ganze 20 Kilogramm Schokolade auf einmal verspeist werden. Diese Menge wäre dem Glücks- und Lustempfinden gewiss nicht zuträglich.

Zudem müssen die „Schokoholics“ wissen, dass der regelmäßige Genuss von Praline, Schokoriegel oder Tafelschokolade direkt auf die Hüfte geht: Bei einem Gehalt an 35 Prozent Fett und bis zu 50 Prozent Zucker ist eine 100-Gramm-Tafel Milchschokolade eine Energiebombe von etwa 550 Kalorien. Somit ist es ratsam, lieber weniger Schokolade zu essen, die dann aber wirklich zu genießen. Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose oder erhöhten Blutfetten sollten beim Genuss von Schokolade noch zurückhaltender sein.

Tipp für den bunten Weihnachtsteller

Im Adventskalender oder im Nikolausstrumpf darf für die Kleinen Schokolade dennoch nicht fehlen. Eltern sollten nicht allzu viel Bedenken haben. Dort, wo Kindern erlaubt wird, einen Riegel Schokolade zu essen, brauchen sie nicht heimlich die ganze Tafel aufzufuttern. Strategien und Vorbildfunktion der Erwachsenen für einen maßvollen Umgang mit Schokolade und Süßigkeiten sind langfristig sicher die besseren Alternativen als die Entwicklung kalorienarmer Schokoriegel.

Quellen:
Chocolate is very good for you. Arts. I. The Lancet, 7th August 1999.

Stimulating thoughts: caffeine and food. Chan W. British Nutrition Foundation, Nutrition Bulletin 85, Volume 23, 226 - 233.
Chocolate and Cocoa Health and Nutrition Edited by Ian Knight, Blackwell Science, 1999.
Morrissey, R. (1986): "Subchronic effects of feeding graded levels of cocoa butter to rats", in: Nutr. Resch., 6, 319-326.


Nur ein winziger Stich ...
Spendenaktion „Kinder für Kinder gegen Malaria“
(1.880 Zeichen)

(pgk) Die meisten Kinder in den Entwicklungsländern sterben an Krankheiten, gegen die es an sich heutzutage einen Impfschutz gibt: Pneumokokken, Diphtherie, Hepatitis B, Keuchhusten, Masern, Tetanus und Tuberkulose. Aber auch die Malaria tötet - mehr als Aids: Jedes Jahr sterben eine Million Kinder unter fünf Jahren an Malaria, 90 Prozent davon auf dem afrikanischen Kontinent. Frühestens in etwa fünf Jahren ist mit einem Impfstoff zu rechnen. Das bis heute am weitesten verbreitete Mittel Chloroquin ist in den meisten Ländern Afrikas wirkungslos geworden, da der Erreger der Krankheit Resistenzen dagegen entwickelt hat. Doch die neuen Medikamente sind entweder nicht erhältlich oder für die arme Bevölkerung unbezahlbar. Insektizide wirken oft nicht mehr gegen die Malaria übertragenden Stechmücken. Zudem mangelt es schon an der Basis: Es gibt viel zu wenig Moskitonetze, die die dämmerungs- und nachtaktiven Blutsauger abhalten könnten. Und dabei kostet ein solches Netz nur 3 Euro.

Doch es wird etwas unternommen: Die Weltgesundheitsorganisation WHO will beispielsweise 100.000 unterernährte Kinder im Niger mit Malaria-Medikamenten versorgen, um eine weitere Sterbewelle in dem afrikanischen Land zu verhindern. Die Malaria-Saison hat dort gerade begonnen. An keiner anderen Infektion sterben im Niger so viele Kinder unter fünf Jahren wie an Malaria, so die WHO. Die Hungerkrise hat die Situation noch verschärft.

Kinder fuer Kinder gegen MalariaAuch das Deutsche Grüne Kreuz e. V. ist nicht untätig: Seit Herbst 2004 wurden insgesamt fast 38.000,- Euro gesammelt. Damit können mehr als 12.500 Kinder in Afrika künftig sicher unter einem Moskitonetz schlafen, ohne Angst vor Malaria haben zu müssen. Das ist dem großartigen Engagement von mehr als 6.000 Schülern und ihren Lehrern zu verdanken, die sich an der Spendenaktion für Schüler „Kinder für Kinder gegen Malaria“ beteiligt haben. Nun soll die Kampagne bundesweit weitergeführt werden. Mit Ihrer Spende können wir noch mehr Kindern helfen. Nur ein winziger Stich kann töten, eine kleine Spende kann Leben retten.

Das DGK hat folgendes Sonderkonto eingerichtet:

Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort: Malaria
Commerzbank Kassel
BLZ: 520 400 21
Konto-Nr.: 28 80 2 35 00


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Ursachen der Lese-Rechtschreib-Störung auf der Spur
Studie soll Erklärungsmodelle auf neurobiologischer Basis testen
(3.682 Zeichen)

(pgk) Schreiben- und Lesenlernen müssen alle Kinder. Doch für viele bleibt die Welt der Buchstaben trotz aller Bemühungen ein Labyrinth, in dem alles durcheinander geht. Jetzt wollen Forscher den neurologischen Ursachen der Legasthenie oder auch Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) auf den Grund gehen.

Schätzungen zufolge haben rund fünf Prozent der Kinder eines Jahrgangs mit einer Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) zu kämpfen. Da die Probleme häufig über die Schulzeit hinaus bestehen, schätzen Experten, dass in Deutschland insgesamt drei bis vier Millionen Menschen an Lese-Rechtschreib-Schwäche leiden. Menschen mit LRS sind nicht weniger intelligent als andere. Trotzdem werden sie mangels Förderung nicht nur in der Schule, sondern auch im späteren Berufsleben oft benachteiligt.

Treten Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens auf, kann das viele Gründe haben. Im Einzelfall ist eine sorgfältige Prüfung zahlreicher Faktoren aus dem Umfeld des betroffenen Kindes erforderlich. Ereignisse im schulischen Umfeld wie Lehrerwechsel, Umstellung in der Lehrmethode oder im familiären Umfeld, zum Beispiel Scheidung, Streit in der Familie, könnten Ursache für Lese- und Schreib-Probleme sein. Ganz wesentlich ist es auszuschließen, dass beim betroffenen Kind eine generelle Minderbegabung vorliegt oder physische Beeinträchtigungen gegeben sind wie beispielsweise Schwerhörigkeit oder Sehschwäche. Häufig kommen mehrere ganz individuelle Faktoren als Ursachenbündel zusammen.

Die Ursachen für die Lese-Rechtschreib-Schwäche sind vielfältig. Das zentrale Problem von Kindern mit LRS: Ihnen gelingt die exakte Zuordnung von Buchstaben und Lauten nicht richtig. Sie lassen Buchstaben oder Wörter aus, fügen andere hinzu oder vertauschen ähnlich klingende Buchstaben und lesen oder schreiben langsamer.

Doch wie die Störung genau entsteht und welche Ursachen der LRS zugrunde liegen, ist für die Wissenschaft nach wie vor offen. Bei vielen Betroffenen gibt es wohl eine genetische Veranlagung für die LRS. Das heißt, das Risiko für LRS kann vererbt werden. Die neurobiologische Forschung hat gezeigt, dass oft Teilleistungsstörungen des Gehirns für die Probleme verantwortlich sind. Grundlegende Verarbeitungsprozesse, die an der Differenzierung und Verarbeitung von Sprachklängen – phonologische Bewusstheit – beteiligt sind, erfolgen eingeschränkt oder fehlerhaft. Einige Studien berichten auch immer wieder, dass die neuronale Verarbeitung optischer oder akustischer Reize gestört ist und es somit in der Konsequenz zu den Lese- und Rechtschreibproblemen kommen soll.

Eine Studie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) vergleicht jetzt erstmals die derzeit aussagekräftigsten Ursachenmodelle auf neurobiologischer Basis. Die Forscherinnen Carolin Ligges und Mireille Trautmann wollen die Modelle – phonologisch, auditiv und visuell – hinsichtlich ihrer Plausibilität mit den Mitteln der Neurobiologie vergleichen. „Dazu werden wir untersuchen, welche Gehirnaktivitäten in bestimmten Situationen bei Kindern mit und ohne Lese-Rechtschreib-Störung zu beobachten sind“, so Trautmann. Den verschiedenen kognitiven Verarbeitungsprozessen, auf die sich die drei Ursachenmodellen beziehen, lassen sich jeweils bestimmte Gehirnregionen zuordnen.

Mit Hilfe der funktionalen Magnet-Resonanz-Tomographie und des EEG wollen die Forscherinnen prüfen, welche Hirnregionen bei der Lösung von Sprach-, Ton- und Musteraufgaben bei Kindern mit LRS anders aktiviert werden als bei Kindern ohne LRS. Anhand dieser Verarbeitungsdefizite sollen Rückschlüsse gezogen werden, in welchem Bereich die Ursachen für eine Störung liegen. Ligges und Trautmann hoffen damit auf wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung von Therapieverfahren.

Für die Studie werden die beiden Wissenschaftlerinnen 50 Kinder im Alter von 11 bis 12 Jahren mit LRS und 50 mit einer normalen Lese-Schreib-Fähigkeit untersuchen.

Ansprechpartner:
Dr. Carolin Ligges,
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 0 36 41 / 93 54 76
E-Mail: carolin.ligges(à)med.uni-jena.de
Dipl.-Psych. Mireille Trautmann
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 0 36 41 / 93 54 76
E-Mail: mireille.trautmann(à)med.uni-jena.de


MELDUNGEN

„Stillfreundliches Krankenhaus“
WHO/UNICEF-Initiative präsentiert sich mit neuem Internetauftritt
(984 Zeichen)

(dgk) Die WHO/UNICEF-Initiative hat ihre Internetseite für werdende Eltern, junge Familien, Fachbesucher, Presse- und Medienvertreter www.stillfreundlich.de aktualisiert und erweitert. Die Besucher erwartet ein vielfältiges und neues Informationsangebot. Um der WHO/UNICEF-Initiative in Deutschland ein Gesicht zu geben, werden nun auch einzelne Personen vorgestellt, die die Initiative tragen, zum Beispiel der Vorstand, die Gutachterinnen, aber auch viele prominente Fürsprecher, wie die TV-Moderatorin Eva Hermann, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis oder Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsredakteur beim WDR.

Neben aktuellen Meldungen erfahren beispielsweise werdende Eltern mehr über die besonderen Leistungen eines Stillfreundlichen Krankenhauses, finden Adressen aller Stillfreundlichen Kliniken und auch der Krankenhäuser, die eine Zertifizierung durch Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF anstreben.

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die
WHO/UNICEF-Initiative, Gisela Meese (Geschäftsführerin): Tel. 02 21 / 3 40 99 80
Weitere Informationen im Internet unter www.stillfreundlich.de


Kinderregenjacken nicht ungefährlich?
Wenn es draußen stürmt und regnet...
(1.407 Zeichen)

(pgk) ... sollten Kinder trotzdem an die frische Luft – dann eben warm eingepackt mit Regenjacke und Gummistiefeln. Doch nicht alle Regenhüllen fördern die Gesundheit, im Gegenteil: Die Zeitschrift Ökotest hat nun Regenjacken getestet und in 4 von 14 Produkten gesundheitsschädliche Fluorchemikalien gefunden. Elf der getesteten Jacken erhielten zudem eine erhöhte Konzentration von hormonell wirksamen Weichmachern. Giftige organische Zinnverbindungen fanden sich in allen Produkten. Die Stoffe dienen wahrscheinlich dazu, die feuchten Regenjacken vor Schimmel zu schützen. Sechs Regenjacken sind erheblich mit den bedenklichen Schwermetallen Cadmium, Blei oder Chrom belastet. Diese stecken oft in den Farben. Blei fand sich in einer Jacke in stark erhöhter Konzentration.

Für die Imprägnierung von Regenjacken wurden bislang häufig Perfluoroktansäure (PFOA) und Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) verwendet. Deren schädliche Eigenschaften aber sind inzwischen bekannt und untersucht, Hersteller ersetzen sie daher durch Abkömmlinge. Im Fall der Kinderregenjacken werden neuerdings etwa Perfluordecan-, Perfluorhexan- und Perfluornonansäure eingesetzt. Sie gehören ebenfalls zu den perfluorierten Substanzen und sind laut Umweltbundesamt mit den PFOA nah verwandt. Außerdem wird Perfluorbutansulfonsäure verwendet. Alle vier müssen ebenfalls als problematisch eingestuft werden. PFOA und PFOS etwa lösen bei Ratten Missbildungen aus, vermutlich auch bei Menschen. Diese Stoffe sind im Körper schwer abbaubar, beeinträchtigen die Entwicklungs- und Fortpflanzungsfähigkeit und können Blasen- und Prostatakrebs auslösen.

Quelle: Ökotest, November 2005


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