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pgk, Jg. 38, 9/10 - 2004
Kinder für Kinder gegen Malaria
Zum Start der bundesweiten Schulaktion des Deutschen Grünen Kreuzes
(3.540 Zeichen)
(dgk) Die Schulferien sind vorbei. Nun startet sie: Die bundesweite Schulaktion 2004/05 „Kinder für Kinder gegen Malaria“ des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) für die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Laut WHO sterben jährlich 1,5 bis 2,7 Millionen Menschen an Malaria. Hauptbetroffene sind wie so oft die Kinder. In Afrika ist es besonders dramatisch: Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind an der durch Moskitos übertragenen tückischen Tropenkrankheit, jedes Fünfte noch vor seinem fünften Geburtstag. Gründe: Insektizide wirken nicht mehr gegen die Malaria übertragenden Stechmücken, die Erreger werden resistent gegen Medikamente, neue Präparate sind für die Betroffenen unerschwinglich. Fliegenklatschen, wie sie hierzulande momentan zu Hauf benutzt werden, sind leider nicht besonders praktisch, da die dämmerungs- und nachtaktiven Moskitos erst dann kommen, wenn die Kinder schlafen.
Der beste Schutz gegen die Blutsauger, die die tödliche Malaria übertragen, ist ein Moskitonetz. Noch besser ist es, wenn dieses mit insektenabwehrenden Mitteln behandelt ist. Das schützt die Kinder, die unter dem Netz schlafen, besser, aber sogar diejenigen, die in der Nähe schlafen und kein Netz haben.
Alljährlich macht der Afrika-Malariatag am 25. April auf diese Probleme aufmerksam. „Roll back Malaria“, die Malaria zurückdrängen, nennt sich die 2000 initiierte Aktion der WHO, des Kinderhilfswerks UNICEF, des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP) und der Weltbank (www.rbm.who.int). Das Thema für 2004 lautet „Kinder für Kinder gegen Malaria“.
Auch das Deutsche Grüne Kreuz e.V. (DGK) schließt sich der Kampagne an und ruft daher zu einer bundesweiten Schulaktion auf, an der sich nicht nur Schulklassen, sondern auch zahlreiche Gesundheitsämter und Institutionen beteiligen können, die als „Paten“ Schülern das Thema näher bringen werden. Die Aktion endet am Welt-Malaria-Tag 2005, dem 25. April.
Ziel: Eine Million afrikanische Kinder bekommt ein imprägniertes Moskitonetz. Etwa drei Euro kostet ein solcher „Schutzschirm für die Nacht“.
Mit kreativen Ideen sollen Kinder Alt und Jung davon überzeugen, Geld für das WHO-Projekt zu spenden. Die Krankheit Malaria kann beispielsweise im Biologie-Unterricht thematisiert werden. Aber auch Eltern, Verwandte und Bekannte, Medien und die Bevölkerung sollen für die Probleme der Kinder auf dem afrikanischen Kontinent sensibilisiert werden. Unter den mitwirkenden Schulen werden zahlreiche Preise verlost.
- Das DGK hat umfangreiches Informationsmaterial vorbereitet und stellt dieses auf der Internetseite www.dgk.de zum Download bereit. Auch der Anmeldebogen ist dort zu finden.
- Unter dem Motto „Kinder fragen – Experten antworten“ können Schülerinnen und Schüler Fragen, die im Zusammenhang mit dem Thema aufgeworfen werden, per E-Mail an malaria(à)kilian.de an ein dreiköpfiges Experten-Gremium schicken.
- Das online-Malaria-Bilderquiz ermöglicht den jüngeren Schülern einen spielerischen Einstieg. Die Datei kann auch ausgedruckt und zu einem richtigen Spiel gebastelt werden. Weitere Spiele stehen ebenfalls zum Download bereit.
- Das Plakat und Anzeigenfolder (Spendenaufruf) zum Download finden Sie hier.
Tipp für Jungjournalisten: Das DGK hat für Schülerzeitungen zusätzlich einen Publizistikpreis ausgeschrieben. Das Thema des Artikels sollte entweder auf die Problematik der gefährlichen Infektionskrankheit Malaria eingehen oder über ein entsprechende Aktion an der jeweiligen Schule berichten. Möglich sind auch Features und Reportagen. Einsendungen sind per E-Mail an malaria(à)kilian.de zu richten. Zu gewinnen gibt es Büchergutscheine und eine Veröffentlichung der besten Beiträge auf der DGK-Homepage. Ab sofort kann jedermann für das Projekt „Kinder für Kinder gegen Malaria“ spenden. Das DGK hat folgendes Sonderkonto eingerichtet:
Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort Malaria
Commerzbank Kassel
BLZ: 520 400 21
Konto-Nr.: 28 80 2 35 00
Nähere Informationen: Deutsches Grünes Kreuz e.V. Stichwort Malaria 2004 Schuhmarkt 4 Im Kilian 35037 Marburg Tel. 0 64 21 / 2 93 – 1 20 Fax: 0 64 21 / 2 93 – 7 20 Ansprechpartnerin: Anke Rabenau E-Mail: anke.rabenau(à)kilian.de
Lernen mit Hochgenuss
Projektwoche „Gesunde Ernährung“ an Schulen – positive Effekte auf Ernährungsverhalten?
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(pgk) Jedes vierte Schulkind kommt morgens ohne Frühstück in die Schule. Etwa fünf Prozent der Schüler nehmen weder ein Frühstück noch ein Pausenfrühstück ein, so eine Studie1 des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) an Dortmunder Gesamtschulen. Im Vergleich zu früheren Untersuchungen habe sich die Situation sogar verschlechtert, erklärt Privatdozentin Dr. Mathilde Kersting vom FKE. Die Bedeutung der richtigen Ernährung als eine der wichtigsten gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen würde aber zunehmend erkannt, so die Expertin.
Viele Schulen greifen beispielsweise das Thema gesunde Ernährung in Projektwochen auf und vermitteln den Schülern theoretische und praktische Kenntnisse über Lebensmittel und Nährstoffe. In einer Projektwoche der Hellweg-Grundschule in Hamm wurde zum Beispiel in der Arbeitsgruppe „Obst“ alles Wissenswerte über Äpfel zusammengetragen, der „Star“ unter den Apfelsorten durch Verkostung gewählt und das Haltbarmachen von Obst in Form von Marmelade praktisch erfahren.
Der Glanzpunkt der Woche war der Aktionstag, an dem auch Eltern und andere Interessierte teilnahmen. Bei einem Geschmackstest-Parcours wurde an neun Stationen Marmelade verkostet. An einem anderen Stand wurde beckers bester Früchte-Snack angeboten, eine Obst-Zwischenmahlzeit in flüssiger Form. Früchte-Snack wurde in Anlehnung an die Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. entwickelt und wird von der Deutschen, EU-geförderten Gesundheits-Initiative „5amTag“ (www.5amTag.de) empfohlen. Der Früchte-Snack enthält einen naturbelassenen, gemusten Apfel sowie je nach Geschmacksrichtung weitere Obst- oder Gemüsesorten. Er ist daher reich an Ballaststoffen und sättigt länger als Saft. „Besonders die Sorten 'Kirsche' und 'Pfirsich-Maracuja' schmeckten den Schülern“, berichtet Dieter Corzilius, Klassenlehrer an der Hellwegschule.
Corzilius hatte erstmals für eine Projektwoche um Unterstützung der Industrie gebeten und gute Erfahrungen gemacht: „Die zur Verfügung gestellten Informationen und Sachmittel waren eine Bereicherung für die Projektwoche“, bewertet der Lehrer. Die Ernährungssituation der Kinder an der Hellweg-Schule schätzt Corzilius als gut ein: „Die Eltern unserer Schüler achten auf gesunde Ernährung“, meint er. In benachbarten, stadtnäheren Schulen, könne die Situation eine andere sein. Projektwochen zur gesunden Ernährung können das Essverhalten hier positiv beeinflussen, vermutet Corzilius. Aktuelle Untersuchungen hierüber wären nicht zuletzt für die Lehrer von großem Interesse.
- Weitere Informationen zum Thema Gesunder Pausensnack enthält das Faltblatt „Gesunder Pausensnack: Fit für den Schultag“, das Interessierte mit einem adressierten und mit 0,55 € frankierten DIN-A6 lang-Rückumschlag kostenlos anfordern können bei:
Deutsches Grünes Kreuz e.V., Stichwort Pausensnack, Postfach 1207, 35002 Marburg.
Quelle:
1 M. Kersting et al.: Mahlzeiten, Lebensmittelverzehr und Nährstoffzufuhr von Schülern bei Ganztagsunterricht. Ernährungsforschung 40 (1995), S. 145-154.
Unbedenklich, aber unschön!
Wachstumsstreifen oder Striae bei Jugendlichen
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(pgk) Im Sommer werden sie sichtbar - ob unter dem modischen bauchfreien T-Shirt oder ober- und unterhalb der Badehose: „Schwangerschafts- oder Dehnungsstreifen“ und das auch schon bei Jugendlichen.
Schwaches Hautbindegewebe kann unter Umständen bei erhöhter Belastung reißen. Normalerweise geschieht dies bei Hormoneinfluss während der Schwangerschaft und bei Übergewichtigen, die an Körpermasse rasch zunehmen. Was viele nicht wissen: Auch bei Jugendlichen in der Pubertät, die schnell wachsen oder Leistungssport betreiben, ansonsten aber eher schlank oder zierlich gebaut sind, können solche unschönen Risse (Striae distensae, distendo = ausdehnen) entstehen. Die Haut kommt einfach nicht mit. Diese Anpassungsvorgänge des Körpers im Jugendalter führen zu den so genannten Pubertätsstreifen. Betroffen sind nicht nur Mädchen mit schwachem Bindegewebe, sondern auch Jungen.
Durch Gewichtszunahme entweder hormonell vermindert oder als Zeichen von mechanischer Belastung der Haut bei exzessiver, schneller Gewichtszunahme (Bodybuilder) verliert die Haut an Elastizität. Die starke und meist schnelle Dehnung des Gewebes – häufig in Verbindung mit einer Bindegewebsschwäche – lässt die Haut, bzw. die Muskelfasern im Unterhautgewebe reißen. Bei Mädchen vor allem im Bauchbereich, an den Oberschenkeln, Hüften und Po, aber auch Brüsten und Oberarmen. Jungs sind oft an Oberschenkeln und im Lendenbereich (lumbosakral) betroffen. Striae sind erst bläulich rot und erhaben, später nach und nach flach und gelblichweiß.
Aber auch eine längere, hoch dosierte Einnahme von Kortisontabletten, eine längerfristige lokale Anwendung von Kortisoncremes oder eine körpereigene Überproduktion von Kortison wie beim Morbus Cushing können Ursachen für die Bildung von Striae distensae sein.
Vorbeugen kann man dem leider nicht. Insgesamt können die Striae distensae durch ärztliche Behandlung nur wenig beeinflusst werden. Besserungen des Hautbildes konnten vereinzelt durch Anwendung von speziellen Cremes erreicht werden.
Bei der Behandlung gilt es eine bessere Durchblutung des Gewebes anzuregen – und das regelmäßig. Betroffene mit Übergewicht sollten darauf achten, langsam abzunehmen und langfristig ihr Gewicht zu halten. Mit einer gezielten Zupf- und Knetmassage kann man beispielsweise zusätzlich ein wenig vorbeugen. Dabei nimmt man sanft ein wenig Haut zwischen Zeigefinger und Daumen und lässt diese wieder los. Kaltes Abbrausen, Trockenbürstenmassagen mit einem Luffa-Handschuh oder Öle, die die Durchblutung fördern und somit die Wirkung einer Massage verstärken helfen ebenfalls. Für Betroffene gilt: Beim Sonnenbad einen hohen Lichtschutzfaktor benutzen.
Auch für Laserbehandlungen gilt, dass sie meist nicht den gewünschten Erfolg bringen. Zur Beruhigung: Es handelt sich bei den Striae nicht um eine Krankheit. Die Haut ist an den Stellen mit den Streifen nicht gefährdet oder anfälliger für äußere Einflüsse. Es ist ein rein kosmetisches Problem.
Foto 1:
Tiefe striae distensae bei neurodermitis diffusa aus der Diasammlung der Städtischen Kinderklinik München Harlaching
Chefarzt Prof. Dr. R. Roos
Mit freundlicher Genehmigung von
pädiatrie in bildern © Thomas Rautenstrauch
Foto 2:
striae distensae bei 15- jährigem Jugendlichen,
Oberschenkel Innenseite.
Mit freundlicher Genehmigung von
pädiatrie in bildern © Thomas Rautenstrauch
Foto 3:
striae distensae in der Achselhöhle
Mit freundlicher Genehmigung von
pädiatrie in bildern © Thomas Rautenstrauch
Schule beginnt – auch für rheumakranke Kinder
Elternberater der Deutschen Rheuma-Liga helfen weiter
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(pgk) Es trifft nicht nur alte Menschen: Das Knie schwillt an, plötzliches Fieber, schmerzende Gelenke – so kann sich Rheuma im Kindesalter bemerkbar machen. 16.000 Kinder leiden alljährlich an entzündlichen Gelenkerkrankungen.
Auch in der Schule kann die Krankheit für sie zum Alptraum werden. Lehrer und Mitschüler wissen meist nichts über kindliches Rheuma, die Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA). Die Kinder werden als Drückeberger, Außenseiter und Sonderlinge abgetan, wenn sie aufgrund ihrer eingeschränkten Beweglichkeit nicht am Sportunterricht teilnehmen oder keine Treppen steigen können oder wegen Schmerzen oder Klinikaufenthalten fehlen. Oft fällt auch das Schreiben oder lange Sitzen schwer.
„Rheumatische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sind eingreifend und langwierig“, weiß Claudia Grave, Bundeselternsprecherin der Deutschen Rheuma-Liga. Die dauerhafte Behandlung erfordert von den Kindern ein außerordentlich hohes Maß an Selbstdisziplin.
- Das Projekt „Eltern helfen Eltern“ unterstützt die Familien mit einem bundesweiten Beratertelefon und Elternkreisen vor Ort. Vom 13. bis 25. September 2004 können sich Eltern zudem im Internet-Forum Rat holen: www.rheuma-liga.de.
- Zur Information für Lehrer hält die Deutsche Rheuma-Liga ein Faltblatt bereit. Eltern können sich Rat und Hilfe bei den zahlreichen Elternkreisen holen oder den direkten Draht wählen zum bundesweiten Beratungstelefon, auf Wunsch wird auch gerne zurückgerufen.
Eltern-Rheuma-Telefon
Silvia Batzilla | Tel. 0 93 71 / 6 68 07 48 |
Angelika Kapp | Tel. 0 30 / 67 89 24 03 |
Dittlind Schubert | Tel. 0 51 41 / 93 17 48 |
Dr. Patricia Vöttiner-Pletz | Tel. 0 77 25 / 91 77 97 |
Babette Wegehaupt | Tel. 0 42 1 / 3 90 98 98 |
Zwischen Schwangerschaft und Wochenbett
Hebammen im Einsatz
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(pgk) Sie sind Fachfrauen für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett: die Hebammen. Für werdende Mütter ist die Hebamme eine wichtige Begleitperson, die ihr zur Seite steht, sie berät und versorgt. Mehr als 14.000 freiberufliche und fest angestellte Hebammen kümmern sich in Deutschland um Mutter und Kind.
Eine wichtige Aufgabe ist die Schwangerschaftsvorsorge. In Deutschland können werdende Mütter wählen, ob sie die Vorsorgeuntersuchungen nur bei einem Arzt, nur bei einer Hebamme oder bei Hebamme und Arzt im Wechsel in Anspruch nehmen. Wie der Gynäkologe kontrolliert die Hebamme vorsorglich den Blutdruck, macht bei Bedarf einen Abstrich, ertastet Lage und Größe des Ungeborenen, überwacht seine Herztöne und vieles mehr. Ultraschall-Untersuchungen müssen allerdings von einem Arzt durchgeführt werden.
Die Hebamme berät bei Fragen zur richtigen Ernährung, zu körperlichen Veränderungen, zum Ablauf der Geburt und leistet vor allem Geburtshilfe, wenn es soweit ist. Egal ob in der Klinik oder im Geburtshaus – laut Gesetz muss bei jeder Geburt eine Hebamme anwesend sein – und das kann auch „die eigene“ sein. Während der Wehen überwacht sie den Geburtsverlauf, überprüft Lage und Herztöne des Kindes, unterstützt die Gebärende beim Entspannen und Atmen und hilft ihr schließlich, das Kind so sanft und stressfrei wie möglich zur Welt zu bringen.
Auch für die Nachsorge ist die Hebamme da. Bis zum zehnten Tag nach der Geburt kommt sie auf Wunsch täglich bei der jungen Familie vorbei, um sich vom Wohlbefinden von Mutter und Kind zu überzeugen. Heilt der Nabel gut ab? Verheilt die Naht nach einem Dammschnitt richtig? Zudem bieten Hebammen Rückbildungskurse an und sind bis zum Ende der Stillzeit Ansprechpartnerinnen bei allen Fragen rund ums Stillen. Kein Wunder, dass sich zwischen frisch gebackener Mutter und Hebamme oft ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt.
Werdende Mütter sollten sich schon etwa ab der 16. Schwangerschaftswoche auf die Suche machen: Je länger sich Hebamme und Mutter kennen, desto besser ist die Unterstützung.
Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 9B/2004, der am 15. September 2004 erscheint.
Kind verschwunden – der Alptraum aller Eltern
Etwa 50.000 Kinder werden pro Jahr vermisst
(2.418 Zeichen)
(pgk) Ein Kind kommt nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause. In den meisten Fällen hat dieses einen harmlosen Grund: Der Bus weggefahren, die Zeit vergessen, einen Umweg gelaufen, einen Freund getroffen, die Zeit verquatscht. Spätestens wenn auch diese Möglichkeiten erschöpft sind und das Kind immer noch nicht erschienen ist, fällt es Eltern immer schwerer, ruhig zu bleiben. Quälende Fragen schießen ihnen durch den Kopf: „Was ist geschehen?“, „Ist etwas Schlimmes passiert?“, „Was soll ich nur tun?". Eltern können sich derart aufregen, dass sie regelrecht handlungsunfähig sind.
Wichtig aber ist hierbei: Handeln!
Untätiges Warten erhöht jedoch das Gefühl des Ausgeliefertseins und steigert die Angst. Kostbare Zeit geht verloren. Es kann helfen, jemanden zu rufen, der in dieser quälenden Zeit zur Seite steht und der aktiv werden kann, wenn die Sorge um das Kind Mutter und Vater zu überfluten beginnt. Bei längerem Wegbleiben des Kindes ist es wichtig, das Wohnviertel gut abzusuchen, nach Möglichkeit mit Freunden und Bekannten. Hilfreich ist auch, sich Gedanken zu machen, ob in den vergangenen Tagen etwas Ungewöhnliches beim Kind zu beobachten war. Vielleicht zeigte es eine Verhaltensänderung oder machte eine Ankündigung, die auf das Verschwinden hinweisen könnte. Dazu sollten auch Freundinnen und Freunde des Kindes befragt werden.
Rudi Justen, der Landesbeauftragte der Opferhilfsorganisation „Weißer Ring“ sagte anlässlich des Tages der vermissten Kinder im Mai 2004: „Meistens sind die Kinder einfach weggelaufen, was immer das heißen mag. Furchtbar sind die schlimmen Fälle, die übrig bleiben.“ Und das ist eine hohe Zahl: Etwa 50.000 Kinder werden pro Jahr vermisst. Davon bleiben ungefähr 1.000 Kinder endgültig verschwunden, teilt das Bundeskriminalamt mit.
Kann das Kind nicht gefunden werden und bleiben die Umstände ungeklärt, unbedingt die Polizei benachrichtigen und Kontakte mit Anlaufstellen knüpfen, die Hilfe bieten!
Tipps:
- Seien Sie als Eltern nie überfürsorglich. Das schränkt Kinder zu sehr ein und verhindert die Entwicklung zur Selbstständigkeit.
- Klare Grenzen sind wichtig. Fragen wie „Was ist ein Fremder?“ oder „Was ist unnatürlich?“ müssen geklärt sein.
- Kleine Kinder nie unbeaufsichtigt lassen. Größere sollten ihre Adresse und Telefonnum-mer wie auch die Notrufnummern kennen, und immer Bescheid sagen, mit wem und wohin sie gehen.
- Bringen Sie dem Kind bei „Nein“ zu sagen, besonders bei Fremden.
Hilfreiche Adressen:
„Elterninitiative vermisste Kinder“ www.vermisste-kinder.de
Hotline Tel.: 0 700 - vermisst oder 0 700 – 83 76 47 78
„Weißer Ring e.V.“ www.weisser-ring.de
Opfernotruf Tel.: 0 18 03 – 34 34 34
Kostenlose Informationsbroschüre „Kriminalitätsopfer brauchen Hilfe“
Bestellung unter folgender Anschrift:
Weißer Ring e.V., Info Service, Weber Str. 16, 55130 Mainz
MELDUNG
Weichmacher in Scoubidou-Bändern
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(pgk) Die dünnen, bunten Plastikschnüre zum Basteln und Spielen sind bei Kindern, Jugendlichen und sogar bei Erwachsenen total angesagt. Bärbel Höhn, Ministerin für Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen (NRW), warnt: Der Kunststoff enthält gefährliche Weichmacher.
Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium hat 16 dieser ursprünglich aus Frankreich stammenden Knüpfbänder, so genannte Scoubidou-Bänder untersuchen lassen. Ergebnis: Die Bänder enthalten bis zu 35 Prozent Weichmacher. „Viel zu viel“, sagt Höhn. Spielzeug für Kinder unter drei Jahren darf keine Weichmacher enthalten. Für das Spielzeug älterer Kinder gibt es bislang keinen Grenzwert. Die Europäische Union soll das jetzt ändern. Spielzeug für jedes Alter soll danach höchstens 0,1 Prozent Weichmacher enthalten. Dieser Grenzwert müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden, fordert die Ministerin.
Weichmacher sind chemische Substanzen (Phthalate), die den Kunststoff geschmeidig machen: Scoubidou-Bänder lassen sich so ganz einfach knoten, flechten und ziehen. Kinder basteln daraus Anhänger, Freundschaftsbändchen, Tiere oder Taschen. Die Plastikschnüre sind hohl: Viele Kinder verwenden sie daher auch als Strohhalm oder kauen darauf herum. Speichel kann die Weichmacher heraus lösen.
Diese haben aber, wenn sie in den Körper gelangen, Auswirkungen auf den Hormonhaushalt von Männern und Jungen, da es das Gleichgewicht der Hormone durcheinander bringt. Phthalate können dem männlichen Körper vorgaukeln, Hormone zu sein. Der Körper stellt seine eigene Produktion dann so um, dass sie den künstlichen Stoff ergänzt – und so gerät der Hormonhaushalt aus den Fugen.
Wegen dieser Wirkung stehen Phthalate schon lange im Verdacht, für die zunehmende Unfruchtbarkeit der Männer zumindest mit verantwortlich zu sein. Darauf wies bereits 2002 eine Studie der Universität Erlangen hin.
Die Flechtbänder werden die meiste Zeit über in der Hand gehalten und haben aufgrund ihrer Form keinen großflächigen Kontakt mit der Haut. Es ist daher recht unwahrscheinlich, dass beim Flechten Weichmacher und zinnorganische Verbindungen über die Haut aufgenommen werden. Allerdings werden die Bänder manchmal in den Mund genommen, um sie straff zu ziehen. Und da liegt die Gefahr: Scoubidou-Bänder sollten weder gelutscht, gekaut oder als Strohhalm verwendet werden. Die Plastikstrippen sind nichts für kleine Kinder.
Hersteller und Händler sollen Bastelschnüre ohne Weichmacher anbieten, fordert Verbraucherschutzministerin Höhn. Kindern und Eltern rät sie derweil zu Alternativen: Basteln mit Wolle, Bast oder bunten Perlonschnüren. Wer von Scoubidou-Bänder nicht lassen will, sollte sie wenigstens einige Tage auslüften. An der Luft gasen die Schnüre allmählich aus. Sie riechen dann nicht mehr so streng. Ob sich auch die Weichmacher verflüchtigen, ist allerdings äußerst fraglich.
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Motorik-Modul: Eine Studie zur Fitness und körperlicher Aktivität
Bundesweite Untersuchungen im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheits-Surveys des Robert Koch-Institutes
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(pgk) Auf Stangen balancieren, Liegestütze machen, hüpfen oder auf einem Bein stehen – klappt das noch? Wie fit sind Kinder und Jugendliche wirklich?
Die sportlich-körperliche Leistungsfähigkeit ist unter anderem neben dem Gesundheitsverhalten, der Ernährung, Unfällen, der Befindlichkeit, Umwelteinflüssen und psycho-sozialen Faktoren ein wichtiger Gesundheitsaspekt. Doch derzeit können weder zuverlässige Aussagen über die Gesundheit noch über die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen getroffen werden. Auch über den Zusammenhang zwischen Motorik und anderen Gesundheitsdaten von Heranwachsenden liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Verschiedene Studien weisen jedoch darauf hin, dass die körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen stetig abnimmt.
Am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin wird derzeit der bundesweite Kinder- und Jugendgesundheits-Survey (KIGGS) durchgeführt, mit dem erstmals repräsentative Daten zur gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erhoben werden. Ein Teilbereich der Studie dient der Erfassung von Motorik und Sportverhalten der Heranwachsenden. Das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe ist Partner des RKI und beteiligt sich unter der Leitung von Professor Dr. Klaus Bös und Dr. Annette Worth mit dem Motorik-Modul (MoMo) an dem auf fünf Jahre angelegten bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheits-Survey.
Bis 2006 wird das MoMo-Testteam durch ganz Deutschland reisen und aus der Gesamtstichprobe des Kernsurveys des RKI (18.000) insgesamt 4.500 repräsentativ ausgewählte Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren motorisch testen und zur Sportaktivität befragen. Jedes für das Motorik-Modul ausgewählte Kind vertritt 300 Kinder seines Alters. Bei Koordination und Ausdauer repräsentiert jedes Kind sogar 800 Altersgenossen.
Eine Studie in diesem Umfang und mit bundesweit vergleichbaren Daten ist in Deutschland einmalig und dient auch dazu, zukünftig eine Ausgangsbasis für weitere Beobachtungen der gesundheitlichen und motorischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu schaffen.
Die Karlsruher Forscher haben im ersten Testjahr bereits etwa 1.200 Kinder unter die Lupe genommen. „Wir stellen fest, dass die körperlichen Grundfertigkeiten von Kindern und Jugendlichen dramatisch abnehmen“, sagt Professor Dr. Klaus Bös. So habe sich die motorische Leistungsfähigkeit von Heranwachsenden in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren um etwa zehn Prozent verschlechtert. Festgestellt werden könne ein „gesundheitsbedrohender Bewegungsmangel“. Immer mehr Kinder würden übergewichtig oder fettleibig. Dieser Trend habe sich in den vergangenen Jahren in den USA entwickelt und sei nun zunehmend auch in Europa zu beobachten.
„Bislang sind groß angelegte Gegenmaßnahmen nicht möglich, weil uns die wissenschaftliche Grundlage fehlt“, so Bös. Die bisherigen Untersuchungen könnten nicht miteinander verglichen werden. Ziel der Karlsruher Studie seien daher repräsentative Ergebnisse.
MoMo wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und läuft in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung (Wiesbaden). Weitere Kooperationspartner sind der Europa-Park (Rust), Daimler Chrysler, die Schleicher Stiftung und das DRK Karlsruhe.
Weitere Informationen zum Motorik-Modul sind über das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe (TH)
im Internet unter www.ifss.uni-karlsruhe.de
oder per E-Mail an
NEUES VON DER STIKO
Aktuelles von Windpocken, Keuchhusten und Co.
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(dgk) Die wesentlichen Änderungen zuerst: Alle Kinder im zweiten Lebensjahr sollen ab sofort gegen Windpocken (Varizellen) geimpft werden. Und die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) sollen in Zukunft alle Erwachsenen erhalten, die engen Kontakt zu Neugeborenen und Säuglingen haben.
Hintergrund der Entscheidung für die Aufnahme der Varizellen-Impfung in den Kinder-Impfkalender sind neue Erkenntnisse über die Komplikationsraten bei Windpocken. Nach Angaben des Mediziners Professor Peter Wutzler von der Universität Jena kommt es jede Woche zu 744 Windpocken-Fällen mit Komplikationen (5,7 Prozent), jeden Monat zu 460 Krankenhauseinweisungen und jedes Jahr zu 21 Todesfällen durch Windpocken in Deutschland. Auch der Schutz von Schwangeren und ungeborenen Kindern vor Windpocken war für die STIKO ein Argument, jetzt eine allgemeine Impfempfehlung gegen Varizellen auszusprechen, denn Windpocken können wie die Röteln beim ungeborenen Kind schwere Fehlbildungen auslösen.
In Deutschland sollen künftig Kleinkinder zusammen mit der ersten Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung den Varizellenschutz bekommen, also im Alter von 11 bis 23 Monaten, berichtet Professor Christel Hülße, Mitglied der STIKO und ehemalige Direktorin des Landesgesundheitsamtes Mecklenburg-Vorpommern. Zudem sollen – wie bisher – alle Kinder und Jugendlichen von 9 bis 17 Jahren, die noch keine Windpocken hatten, geimpft werden.
Auch der Keuchhusten (Pertussis) wird verstärkt bekämpft. Heute sind zunehmend Jugendliche und Erwachsene davon betroffen, denn schon etwa zehn bis zwölf Jahre nach durchgemachter Krankheit oder der letzten Keuchhustenimpfung kann man erneut erkranken. Er-wachsene oder auch die älteren, unzureichend geimpften Geschwister stecken dann häufig die völlig ungeschützten Säuglinge an, und für sie ist die Infektion lebensgefährlich. Sie husten nicht, wie es typischerweise bei älteren Kindern gesehen wird, sondern drohen zu ersticken. Die neue Impfempfehlung für alle engen Kontaktpersonen von Säuglingen soll einen Schutzwall bilden, in dem die Babys weitestgehend von den Erregern abgeschirmt werden. Dagegen geimpft werden sollen deshalb alle Frauen mit Kinderwunsch. Falls die Impfung nicht vor der Schwangerschaft erfolgte, sollte sie möglichst wenige Tage nach der Geburt nachgeholt werden. Auch andere enge Kontaktpersonen eines Säuglings sollten ebenfalls über einen adäquaten Immunschutz verfügen. Das heißt der Vater, Geschwister, Tagesmütter, Babysitter und gegebenenfalls die Großeltern sollten möglichst spätestens vier Wochen vor der Geburt des Kindes geimpft werden.
Neben diesen beiden umfangreichen Neuerungen wurden die STIKO-Empfehlungen in meh-reren kleineren Punkten aktualisiert. Besonders wichtig ist: Es gibt kaum chronische Krankheiten, die eine Impfung ausschließen. So wird zum Beispiel die Impfung gegen Grippe (Influenza) jetzt explizit für Patienten mit Multipler Sklerose empfohlen. Damit setzt die neue Empfehlung jahrelanger Unsicherheit ein Ende.
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Redaktion:
Michaela Berg (verantwortl.)
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. med. Sigrid Ley
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Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion pgk
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93 -140
Telefax: 0 64 21 / 2 93 -740

