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pgk, Jg. 38, 7/8 - 2004
Allergien bei Kindern kann man vorbeugen
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(pgk) Gibt es Faktoren, die den Ausbruch von Allergien bei Kindern begünstigen oder eher verhindern? Darauf gab es bisher kaum wissenschaftlich fundierte Antworten. Diese Lücke hat das Aktionsbündnis Allergieprävention (abap), eine Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, nun geschlossen: Auf Basis von mehr als 300 gesicherten wissenschaftlichen Untersuchungen hat abap konkrete Tipps zur Vorbeugung von Allergien zusammengestellt.
Kaum eine Erkrankungsgruppe hat in den vergangenen Jahrzehnten derart an Bedeutung zugenommen wie die Allergien. Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland kann bereits über eigene leidvolle Erfahrungen berichten. Von diesem Negativtrend bleiben auch Kinder nicht verschont. Es gibt heutzutage kaum noch Kindergartengruppen oder Schulklassen, in denen nicht mehrere Allergiker zu finden sind. Die Ursachen dieser Entwicklung sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Dennoch gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, die aufzeigen, welche Risikofaktoren es für Allergien gibt, und wie man Allergien, vor allem bei Kindern, vorbeugen kann.
Finger weg vom Glimmstängel
Die erste Regel ist: Rauchen Sie keinesfalls in der Schwangerschaft. Mütter, die auch in der Schwangerschaft den Griff zum „Glimmstängel“ nicht lassen können, bringen nicht nur Kinder mit einem niedrigeren Geburtsgewicht zur Welt, sondern auch mit einer höheren Allergiebereitschaft. Sichern Sie dem Kind auch nach der Geburt ein rauchfreies Wohnumfeld: Kinderärzte gehen davon aus, dass Passivrauchen im Elternhaus für etwa 5 bis 15 Prozent der Asthmaerkrankungen im Kindesalter verantwortlich ist.
Um Allergien vorzubeugen, sollten Kinder zudem bis zum Ende des vierten Lebensmonats ausschließlich gestillt werden. Ein frühes Zufüttern von Beikost (vor dem vierten Lebensmonat) kann ein möglicher Risikofaktor für die Entwicklung von Allergien sein. Deshalb sollte darauf verzichtet werden.
Ein weiteres Risiko sind Schimmelpilze: Sporen in der Raumluft stehen im Verdacht, Allergien zu fördern. Daher ist es wichtig, Wohnräume gut zu lüften und hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.
Schutz aus der Babyflasche
Kinder aus Familien, in denen schon mehrere Personen eine Allergie haben, gehören zur Risikogruppe. Für sie gelten noch weitere Empfehlungen:
So kann es sinnvoll sein, dass die Mutter in der Stillzeit auf Erdnüsse, Zitrusfrüchte und Hühnereiweiß verzichtet. Sie sollte dies aber auf jeden Fall mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberaterin absprechen.
Kann ein Risikokind nicht gestillt werden, so sollte es keine normale, sondern speziell aufgearbeitete, so genannte „hydrolysierte“ oder „hypoallergene“ Säuglingsnahrung bekommen. In dieser Nahrung ist das Milcheiweiß in Bruchstücke gespalten. Je kleiner die Bruchstücke, desto geringer ist das allergene Risiko. Vor allem die so genannten „extrem hydrolysierten Caseinformula“ haben sich in Studien bewährt.
Tiere und Allergien
Das Wohnumfeld sollte möglichst allergenarm sein, das heißt die Belastung durch Haus-staubmilben und Tierhaare sind zu reduzieren. Vor allem Haare von Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen oder anderen Nagetieren stehen im Verdacht, Allergien zu begünstigen. Bei „Bello“ ist das anders: Hundehaare lösen sehr wahrscheinlich nicht nur keine Allergien aus, möglicherweise ist Hundehaltung sogar schützend. Eine übertriebene Hygiene und we-nig Kontakt der Kinder mit Gleichaltrigen scheint sich deutlich negativ auszuwirken und Al-lergien eher zu fördern.
Unter www.allergiepraevention.de gibt es weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Allergie und Allergievermeidung.
SPEZIAL: EINSCHULUNG
Reif für die Schule?
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(pgk) Nach den Sommerferien beginnt für viele ABC-Schützen in Deutschland der Ernst des Lebens. Während sich die Kleinen auf ihren ersten Schultag freuen, stellt sich für viele Eltern im Vorfeld die bange Frage, ob ihr Kind der Schule wirklich schon gewachsen ist. Denn für einen erfolgreichen Schulstart müssen die Erstklässler nicht nur ein gewisses Alter mitbringen. Wichtig für die Schuleignung sind auch ihre geistige, emotionale und soziale Entwicklung.Foto: MEV
Alle Kinder, die vor dem 1. Juli ihren sechsten Geburtstag feiern, erhalten automatisch einen Einschulungsbescheid. Ist es zu diesem Zeitpunkt dem Schulbeginn körperlich und seelisch noch nicht gewachsen, kann es „zurückgestellt“ werden. Es besucht dann weiterhin den Kindergarten oder die Vorschule. So ist es gesetzlich vorgeschrieben.
Den Eltern sollte die Entscheidung nicht allein überlassen bleiben. Schon bei der U9, der ärztlichen Vorsorgeuntersuchung mit fünf Jahren testet die Arzt die Schulfähigkeit des Kin-des. Auch Lehrer haben eine Menge Erfahrung mit Schulanfängern und führen Einschulungstests durch, die dabei helfen, den Entwicklungsstand eines Kindes zu erkennen. Jedes Kind wird zudem noch einmal beim Gesundheitsamt schulärztlich untersucht.
Hinweise auf den Entwicklungsstand geben folgende Punkte:
- Kann das Kind die Lehrerin und die anderen Kinder verstehen und wird es selber verstanden?
- Kann es sich über einen längeren Zeitpunkt konzentrieren?
- Ist der Umgang mit Schere, Stift und Papier feinmotorisch gut möglich?
- Erkennt das Kind Farben und Formen?
- Kann es Unterschiede feststellen, zum Beispiel ob ein Gegenstand größer oder kleiner als ein anderer ist?
- Kann es sich eine Aufgabe eine Zeitlang merken?
- Kann es eine Situation erfassen und entsprechend reagieren, zum Beispiel nicht einfach im Unterricht loszuplappern, ohne sich zu melden?
- Zeigt es Interesse daran, etwas zu erlernen, zum Beispiel Buchstaben oder Zahlen ?
- Wie geht es mit neuen Situationen um?
Seien Sie beruhigt: Kaum ein Kind wird jedes einzelne Kriterium auf dieser Liste erfüllen. Die Begeisterung und Neugier der meisten Kinder auf die Schule überzeugen in vielen Fällen von ganz allein. Bei Zweifeln an der Reife Ihres Kindes können Sie mit anderen Eltern, der Kindergärtnerin oder den künftigen Lehrern Ihres Kindes sprechen. Auch ein Besuch bei der Psychologischen Beratungsstelle der Stadt kann Ihnen weiterhelfen. Hier werden ebenfalls (in der Regel kostenlose) Einschulungsuntersuchungen durchgeführt. Ein solcher Test findet an zwei Tagen für jeweils eineinhalb Stunden statt.
Der Ernst des Lebens beginnt
Tipps für eine gesunde Schultüte
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(pgk) Die Tradition, den Schulanfang der Kinder mit Gebäck und Früchten zu versüßen, kann bis in die Antike zurückverfolgt werden. Im Mittelalter erhielten Kinder zur Einschulung Brezeln, Feigen, Rosinen und Mandeln. Heutzutage ist es die bunte Schultüte, die meist prall gefüllt ist mit Süßigkeiten. Aber es geht auch gesünder.
Für die meisten Eltern (und selbstverständlich nach Ansicht aller Kinder) darf ruhig etwas Süßes drin sein. Doch eine bis an den Rand mit Schokolade und Bonbons gefüllte Schultüte ist des Guten zu viel. Alternativen bieten: Obst, Studentenfutter, zuckerfreies Kaugummi oder anderes zahnfreundliches Naschwerk lassen Kinderaugen ebenfalls leuchten und eben nicht bald die OP-Lampe des Zahnarztes.
Außerdem ist es schöner, wenn in der Tüte auch ein paar Überraschungen stecken: witzige Radiergummis oder Anspitzer, glitzernde Aufkleber, ein paar Sammelkarten aus der aktuellen Trend-Serie, bunte Stifte, ein hübsches Haarband, ein peppiger Schlüsselanhänger, ein kleiner Wecker für den Hausaufgabenplatz, vielleicht ein Buch für Leseanfänger oder sogar eine bunte Zahnbürste.
Praktisch: Eine gut schließende Trinkflasche mit der passenden Brotbox für die Pause passt auch in die Schultüte.
Tipp: Wenn Sie alle Gegenstände hübsch verpacken, macht das Auspacken am meisten Spaß. Stopfen Sie die Spitze der Tüte ruhig mit Papier aus oder legen Sie als unterste Schicht ein etwas größeres Geschenk quer. Dann wird die Tüte auch nicht so schwer.
Für den Schulalltag gilt: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist gerade für Kinder sehr wichtig. Ein nicht allzu kalorienreiches, leichtes Schulfrühstück ist eine ebenso sinnvolle Ergänzung des täglichen Speiseplans wie frisches Obst. Kerniges Vollkornbrot mit Wurst oder Käse sowie Obst und Gemüse sind gut für die Zähne und geben Kraft für den ganzen Tag. Schoko- und Müsliriegel sind als Pausenbrot nicht geeignet, weil sie sehr viel Zucker enthalten.
Hausaufgaben mit Familienanschluss
Der erste Arbeitsplatz
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(pgk) Mit der Einschulung beginnt auch die Hausaufgabenzeit. In der Schule wird in einer sorgfältig vorbereiteten Umgebung und mit geeigneten Spiel- und Lernsituationen gearbeitet. Auch die Hausaufgaben werden auf das Alter und die Leistungsfähigkeit des Kindes abgestimmt.
Viele Eltern schaffen für den Arbeitsplatz zuhause einen Kinderschreibtisch samt Stuhl an. Geeignet sind stabile und gut verstellbare Möbel (mit TÜV/GS-Siegel), die mehrere Jahre lang mitwachsen. Sie können diese Investition aber auch noch eine Weile hinausschieben: Im Kinderzimmer geht durch die Möbel Platz fürs Spielen verloren. Und Ihr Kind darf seine Hausaufgaben vorerst ruhig noch am Ess- oder Küchentisch machen, wenn es dort gut sitzen kann. Voraussetzung ist ein fester Platz, an dem es in Ruhe und ohne Störungen lernen kann.
Später ist allerdings ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz wichtig. Der hilft Haltungs- und Wirbelsäulenschäden vorzubeugen. Zu einem solchem gehört beispielsweise ein höhenverstellbarer Stuhl, der auf die Größe des Kindes und die Tischhöhe ausgerichtet werden kann und den Rücken des Kindes wirksam stützt. Idealerweise steht der Tisch so am Fenster, dass das Licht bei einem Rechtshänder von links auf die Schreibfläche einfällt und bei einem Linkshänder von rechts.
In der ersten Klasse haben viele ABC-Schützen es lieber, wenn sie beim Arbeiten in Mamas oder Papas Nähe sind. Allerdings sollte es im Raum friedlich zugehen. Geschwisterlärm, lautes Radio- oder Fernsehgedudel machen das Konzentrieren schier unmöglich.
Achten Sie darauf, dass die Hausaufgaben vor einem längeren Spielnachmittag erledigt sind. Abends machen oft Müdigkeit und Konzentrationsprobleme einen Strich durch die Rechnung.
Auch wenn Sie zu Beginn ein Auge auf das Heft des Sprösslings halten und ihm bei den Aufgaben noch helfen, sollten Sie ihn frühzeitig zum selbständigen Arbeiten anhalten. Würdigen Sie gute Leistungen bei den Hausaufgaben stärker als Sie schlechte tadeln. Abwechslungsreiche, konzentrationsfördernde Spiele können eine sinnvolle Ergänzung sein. Motivieren Sie Ihr Kind, indem auch Sie immer wieder lesen und schreiben, denn Sie sind Vorbild für Ihr Kind.
Cooles Outfit, trotzdem rückenschonend?
Der richtige Ranzen
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(pgk) Für die Kinder ist meist einzig und allein das Aussehen ausschlaggebend. „Cool“ und möglichst bunt soll er sein. Der Schulranzen. Wichtig ist aber auch, dass der Ranzen rückenfreundlich und „verkehrssicher“ ist.
Schulärzte stellen bei Reihenuntersuchungen zunehmend Haltungsschäden bei Kindern fest. Ein Grund dafür sind nach Auskunft von Dr. Dietmar Krause, Rückenexperte beim Deutschen Grünen Kreuz (DGK), zu schwere und schlecht sitzende Ranzen. Dies belaste die junge Wirbelsäule und könne zu Rücken- und Kopfschmerzen führen. „Durchschnittlich 5,5 Kilogramm (kg) wiegt das Material, das Kinder bis zur vierten Klasse täglich bewältigen. Hauptschüler schleppen fast 8 kg, Gymnasiasten gar 12 kg täglich“, so Krause. Kein Wunder, wenn Schüler in Bussen ihren Ballast mit hörbarem Knall auf den Boden werfen, transportieren sie doch eine Gepäckmenge, für die sich ein berufsmäßiger Bote angemessen bezahlen lassen würde.
Der ideale Ranzen ist leicht und dennoch stabil, formbeständig und standfest – diese Eigenschaften bieten derzeit vor allem „Leichtschulranzen“ aus Kunststoff mit eingebautem Tragegestell. Sie bieten für Schulanfänger die größte Sicherheit bei niedrigem Gewicht. Eine Schultasche sollte ohne Inhalt in den ersten beiden Schuljahren nicht mehr als 1,2 kg wiegen, später nicht mehr als 1,5 kg.
Achten Sie beim Kauf eines Ranzens darauf, dass er groß genug ist für einen DIN-A4-Ordner - wegen der Lastenverteilung am besten hochformatig oder quadratisch, nicht wesentlich breiter als die Schulterpartie des Kindes, die Oberkante mit den Schultern abschließend. Eine sinnvolle Aufteilung innen und auch ein Extrafach fürs Pausenbrot sind von Vorteil. Auch die Farbe ist nicht nur für Kinderaugen wichtig: Er soll auffällig sein, mit rückstrahlenden und fluoreszierenden Teilen an Vorder- und Seitenwänden. Das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) oder die DIN-Nummer 58 124 garantieren die Erfüllung der Mindestanforderungen in Sachen Sicherheitsausstattung. Breite, gut gepolsterte, leicht verstellbare Tragegurte und eine verstärkte Rückenwand, die am unteren Ende gepolstert ist, sind rückenschonend.
Der bepackte Ranzen sollte nicht mehr als zehn Prozent des Körpergewichts des Kindes wiegen. Daher noch ein wichtiger Tipp für Eltern: Sorgen Sie dafür, dass die Tasche nicht täglich mit sämtlichen Büchern, Atlanten oder Ordnern und nichtschulischem Inventar wie Gameboy oder Spielsachen gefüllt ist. Gerade in den ersten Schuljahren ist es ratsam, das Kind dazu anzuhalten, den Ranzen jeden Tag neu zu packen und auf überflüssige Dinge zu verzichten.
So gerüstet, steht dem Schulanfang nichts mehr im Weg.
Buchtipp: „Was für den Rücken gut ist“
aus der Reihe „KILIAN mini“
Dietmar Krause/Helga Freyer-Krause
VERLAG im KILIAN; € 5,-- ; ISBN 3-932091-47-7
MELDUNGEN
Babynahrung nicht keimfrei?
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(pgk) In Babynahrung können zum Teil Besorgnis erregende Mengen an Krankheitserregern enthalten sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der Nottingham Trent University. Wie das Fachblatt „New Scientist“ berichtet, fand sich in einigen untersuchten Packungen sogar der Erreger einer lebensbedrohlichen Meningitis-Erkrankung.
Carol Iversen und ihre Kollegen nahmen über 200 Proben von 110 verschiedenen Produkten aus sieben europäischen Staaten, den USA, Südkorea und Südafrika. Die Stichproben wurden auf verschiedene Bakterien hin untersucht. Dabei zeigte sich, dass acht von 82 Babymilchprodukten und zwölf von 49 Breiprodukten Magen-Darm-Bakterien enthielten.
Die Hersteller von Babynahrung garantieren dem „New Scientist“ zufolge nicht für die Sterilität ihrer Produkte. Eltern und Krankenschwestern betrachteten dies jedoch als selbstverständlich. Um die Belastung durch Keime möglichst gering zu halten, empfehlen Experten, Babynahrung nicht im Vorhinein zuzubereiten und nur im Kühlschrank aufzubewahren.
Hüftdysplasien
Frühe Diagnose verhindert Folgeschäden
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(pgk) Etwa vier Prozent aller Babys leiden unter einer angeborenen Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Nur durch frühzeitige Diagnose und Behandlung lassen sich ernste Folgeschäden vermeiden. Darauf macht der Ratgeber aus Ihrer Apotheke aufmerksam.
Bei der Hüftdysplasie handelt es sich um eine Reifungsstörung. Die in knorpeliger Form angelegte Hüftpfanne verknöchert nicht rechtzeitig, das Beckengewebe bleibt zu weich und kann daher den Hüftkopf nicht festhalten: Der Oberschenkel rutscht allmählich aus seinem natürlichen Lager heraus. Springt der Hüftkopf gänzlich aus der Pfanne, sprechen Mediziner von einer Luxation – das Gelenk ist ausgerenkt.
Deutliche Hinweise auf eine Hüftluxation bei Kindern sind Hinken, ein „Watschelgang“ und ein ausgeprägtes Hohlkreuz. Die Oberschenkel bleiben verkürzt. Im Erwachsenenalter drohen vorzeitige Arthrose und schwere Behinderungen.
Als Risikofaktoren sind neben erblicher Veranlagung eine ungünstige Position im Mutterleib vor der Geburt, zum Beispiel Steißlage, beengte Verhältnisse in der Gebärmutter wie etwa bei Zwillingen, Missbildungen der Wirbelsäule oder Beine oder neurologische Erkrankungen bekannt.
Um Schäden zu vermeiden, werden seit 1996 die Hüften aller Babys bei der so genannten U3 etwa in der fünften Lebenswoche routinemäßig per Ultraschall untersucht. Damit kann eine Reifungsstörung im Becken so frühzeitig erkannt werden, dass sich ein Ausrenken der Hüftgelenke praktisch hundertprozentig vermeiden lässt. Bei frühzeitiger Therapie ist eine vollständige Heilung innerhalb weniger Monate möglich.
Mehr über dieses Thema sowie wertvolle Tipps zum Wickeln, Tragen und Hinlegen des Kindes lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/Ausgabe 8 A/2004, die am 1. August 2004 erscheint.
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Dumm durch Sofa?
Studie: Chemikalien schädigen Gehirnentwicklung von Kindern
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(pgk) Bestimmte Chemikalien in Polstern und Möbeln schädigen nach einer neuen Studie des Umweltverbandes World Wildlife Fund (WWF) die Gehirnentwicklung von Kindern.
Synthetische chemische Substanzen beeinträchtigen die Intelligenz von Kindern und können die Gehirnentwicklung und Motorik von Kindern schädigen. Beobachtet wurden weltweit bereits Auswirkungen wie geringere Gedächtnisleistung, verminderte visuelle Wahrnehmung, weniger entwickelte Bewegungsfähigkeit sowie geringere Intelligenzquotienten durch chemische Einflüsse. In dem am 2. Juni 2004 vorgelegten WWF-Bericht „Gefährdung unserer Kin-der“ wird nicht ausgeschlossen, dass auch das gehäufte Auftreten von Autismus oder des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (ADS) bei Kindern mit den Chemikalien zusammenhängen könne.
Ein amerikanisches Wissenschaftlergremium schätzt, dass zehn Prozent aller neurologischen Verhaltensstörungen vollständig oder teilweise durch Chemikalien verursacht werden, zum Beispiel die mittlerweile in vielen Ländern verbotenen polychlorierten Biphenyle (PCB) sowie die noch vielfach eingesetzten bromierten Flammschutzmittel, die sich in Videos, Fernsehern, Computern, Polsterbezügen, Autositzen und Möbeln befinden.
Aus der Studie des WWF geht zudem hervor, dass 70 Prozent der meist genutzten Chemikalien bisher nicht oder nur unzureichend auf ihre Effekte auf Gehirn und Nervensystem getestet wurden. Sie bergen daher ein unbekanntes Risiko für die kindliche Entwicklung. Obwohl die Gefahren bekannt seien, gebe es für die meisten der 70.000 Chemikalien auf dem Markt nicht genügend Sicherheitsinformationen, kritisierte die Organisation.
Weitere Informationen:
Dr. Ninja Reineke, WWF- Chemikalienexpertin, Fachbereich Meere und Küsten
Tel. 04 21 / 6 58 46 – 15 oder E-Mail: reineke(à)wwf.de
Kirsten Andrä, WWF-Pressereferentin, Fachbereich Meere und Küsten
Tel.: 04 21 / 6 58 46 – 18 oder E-Mail: andrae@wwf.de
Nicht zu früh aufs Töpfchen
Schritt für Schritt zu sauberen Hose
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(pgk) Viele Eltern sind mächtig stolz darauf, wenn ihre Kleinen besonders früh trocken sind. US-Pädiater haben aber in einer Studie gezeigt, dass es nicht viel bringt, mit dem Toilettentraining anzufangen, bevor die Kinder 27 Monate alt sind.
Im zweiten Lebensjahr kann das Kind durch die Ausreifung des Rückenmarks seine volle Blase spüren, aber noch nicht kontrollieren. Es beginnt langsam zu erkennen, ob etwas „in die Hose“ gegangen ist. Die Fähigkeit, den Harn tagsüber bewusst zurückzuhalten, erlangen Kinder normalerweise zwischen 24 und 48 Monaten. Die nächtliche Blasenkontrolle etwa ein halbes Jahr später. Die Sauberkeit beim Stuhlgang zu erlernen geht meist kurze Zeit voraus. Erst etwa im Alter von sechs Jahren ist die Blasenkontrolle komplett ausgereift und das bewusste Ingangsetzen des Harnlassens möglich.
Der Abschied von der Windel fällt Mädchen leichter als Buben. Der beste Zeitpunkt für das Topf-Training ist der Sommer, da zu dieser warmen Jahreszeit auch mal auf die Windel verzichtet werden kann. Die Grundvoraussetzung ist jedoch, dass das Kind seinen Darm und seine Blase kontrollieren kann. Ein verfrühtes Toilettentraining bringt keine Vorteile, wie eine amerikanische Studie aus dem Jahre 2003 zeigt.
Nathan Blum und Kollegen vom Universitätskinderkrankenhaus in Philadelphia hatten die Eltern von 378 Kleinkindern bis zu 19 Monate lang immer wieder zu ihren Erfahrungen mit dem Toilettentraining befragt. Das Ergebnis: Kinder, die schon vor dem 27. Monat an das Pöttchen gewöhnt wurden, machten noch genauso lange in die Windeln wie ihre Altersgenossen, die bis zu diesem Monat noch frank und frei drauflos machen durften. Sie brauchen durchschnittlich ein Jahr, bis ganz auf Windeln verzichtet werden kann. Gewöhnt man die Kinder aber erst ab ihrem 27. Monat ans Töpfchen, lernen sie es in durchschnittlich sechs Monaten.
Der Studie zufolge waren Mädchen insgesamt etwas früher trocken als Buben. Sie hatten es im Schnitt schon mit knapp drei Jahren geschafft, Buben benötigten drei Jahre und zwei Monate. Frühes Toilettentraining schade den Kindern zwar nicht, so Blum, aber es sei für Kinder und Eltern frustrierend, weil es so lange dauere.
Jedes Kind braucht seine Zeit zum Sauberwerden. Eltern können ihr Kind dabei unterstützen und es zur Selbstständigkeit ermuntern. Sauberkeitserziehung ist aber kein Wettbewerb! Jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo, welches durch forcierte Sauberkeitserziehung nicht beschleunigt werden kann. Am besten beginnt man damit, wenn das Kind von sich aus entsprechende Signale setzt. Dies kann zum Beispiel sein, wenn das Kind mitzuteilen beginnt, dass es gerade in die Windel gemacht hat. Oder aber, wenn es Interesse zeigt, die Mutter oder den Vater auf die Toilette zu begleiten. Wenn der Gang zum Töpfchen erfolgreich war, ist es ganz wichtig, das Kind zu loben. Bei kleinen Pannen in der Anfangsphase sollten Sie lieber schweigen, als Enttäuschung zu zeigen oder gar zu schimpfen.
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