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pgk, Jg. 37, 9/10 - 2003
Gefährliche Masernpartys (1.840 Zeichen)
(pgk) An Diphtherie sterben nur noch Wenige, Pocken sind völlig verschwunden, Polio hoffentlich in einigen Jahren ebenso. Alles dank ausreichender Durchimpfungsraten.
Nach Schätzungen der WHO sterben jedoch jedes Jahr weltweit etwa eine Million Menschen an den Folgen einer Masernerkrankung. In den Entwicklungsländern gehören die Masern zu den häufigsten Ursachen für Erblindungen. Schweden und Finnland sind dank konsequenter Impfprogramme vom Virus befreit. In Deutschland erkranken noch immer jährlich viele Menschen an Masern. Hierzulande ist jedoch niemand verpflichtet, sein Kind impfen zu lassen.
Modern sind sogar "Masernpartys", die in Kinder- oder Krabbelgruppen veranstaltet werden, damit sich Kinder anstecken, um die Krankheit "gesund" und auf natürlichem Wege durchzumachen. Daher kommt es häufiger zu lokalen Masern-Ausbrüchen. Nach der Statistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten des Robert-Koch-Instituts gab es in Deutschland im Jahr 2001 mehr als 6.000 und im Jahr 2002 mehr als 4.600 gemeldete Masernfälle.
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Es handelt sich vielmehr um eine ernst zu nehmende Viruserkrankung, die meist mit Husten, Schnupfen und Fieber beginnt. Der typische Hautausschlag tritt erst ein paar Tage später auf. Zu diesem Zeitpunkt ist die Ansteckungsgefahr am größten. Masern enden nicht immer glimpflich. Ein Fünftel der Kinder bekommt eine Lungen- oder Mittelohrentzündung, manche eine Bindehaut- oder Gehirnentzündung, die mit Folgeschäden einhergeht. Weltweit sterben laut WHO tausende Menschen an Masern. Bleibende Schäden gibt es bei etwa 5,6 Millionen.
Masernpartys, bei denen sich nicht geimpfte Kinder an maserninfizierten Spielgefährten anstecken sollen, sind daher unverantwortlich und risikoreich. Nicht immune Erwachsene sind besonders gefährdet, weil die Komplikationsrate bei ihnen viel höher ist als bei Kindern. Besser ist es, die Kinder vorbeugend gegen Masern impfen zu lassen. Impfungen belasten den Körper weit weniger als eine Krankheit und verlaufen in der Regel ohne gesundheitliche Folgeschäden.
Indianer kennen keinen Schmerz
Wenn der Schuh drückt, merken Kinder es oft nicht (3.322 Zeichen)
(pgk) Barfuß im Sand: in den Sommerferien oft kein Problem. Doch die natürlichste und gesündeste Art und Weise der Fortbewegung - barfuss laufen - ist im Herbst nicht mehr möglich. Dann drücken die Schuhe wieder.
Zu groß, zu klein, zu steif, zu schwer, zu ausgetreten oder zu luftundurchlässig - die Hälfte aller Kinder trägt schlechtes Schuhwerk. Und das kann krank machen: Fußbeschwerden und -deformationen wie Senk-, Spreiz- oder Plattfüße sind nur einige der zahlreichen Folgen falscher "Treter". Funktionsminderungen des Haltungsapparates, muskuläre Defizite, Nackenschmerzen, Gelenk- und Rückenschäden bis hin zu Bandscheibenvorfällen, chronischer Veneninsuffizienz sowie Gleichgewichts- und Koordinationsschwierigkeiten - die Liste der möglichen Folgeschäden von unpassendem Schuhwerk in der Kindheit ist lang. Zu kleine oder zu große Schuhe hemmen den natürlichen Bewegungsdrang der Sprösslinge und führen damit auch zu Beeinträchtigungen der Gesamtentwicklung des Kindes.
Das Problem: Kinder haben nicht so leicht Schmerzen, da ihre Füße noch weich und verformbar sind, und merken daher nicht, wenn Schuhe zu eng geworden sind. Sie können zum Beispiel Schuhe tragen, die vier Nummern zu klein sind, ohne dies mitzuteilen.
Ein Kinderfuß kann in einem Jahr zwei bis drei Nummern wachsen. Schulkinder legen ein bis zwei Schuhgrößen im Jahr zu. Eltern sollten deshalb etwa alle drei Monate und bei jedem Schuhkauf die Füße - Länge und Breite - ihrer Kinder messen. Der richtige Schuh sollte so breit sein, dass die Zehen nebeneinander liegen und nach oben und zur Seite bewegt werden können. Er ist gut einen Zentimeter größer und passt sich der Form und Bewegung des Fußes an, nicht umgekehrt. Fußbett und Einlagen braucht ein gesunder Kinderfuß nicht.
Tipps:
- Schuhe nachmittags einkaufen, denn dann sind die Füße dicker als morgens.
- Am besten sind weiche, biegsame und rutschfeste Sohlen. Das Obermaterial sollte luftdurchlässig sein. Insgesamt sind leichte Treter "schweren Klötzen" vorzuziehen, denn die belasten unnötig Gelenke und Wirbelsäule. Eine festere Kappe nur an der Fußsohle allerdings hält den Fuß gerade und stabilisiert das Fußlängsgewölbe. Von Vorteil sind Klettverschlüsse, Schnürsenkel oder Schnallen, mit denen man die Weite des Schuhs variieren und für den richtigen Halt sorgen kann. Zudem sollten die Schuhe vor Kälte, Nässe, Schmutz und Verletzungen schützen und atmungsaktiv sein. Gute Kinderschuhe haben eine Sohle aus Krepp, Gummi oder mit Luftpolstern, die einen harten Aufprall abfedern und die Fersenkante schonen.
- Auch wenn es im Herbst nicht mehr so oft möglich ist: So viel wie möglich barfuß laufen, Hüpfen und Springen. Dabei werden Muskeln und Gelenke gestärkt, das Herz-Kreislaufsystem wird angeregt und die Durchblutung gefördert. Und gesunde Füße stabilisieren Knie und Rücken, die Gelenke und Bandscheiben werden vor Fehlbelastungen geschützt.
- Second-Hand-Schuhe? Wenn sie gut erhalten sind, ist gegen sie nichts einzuwenden. Sie dürfen keine schiefen Sohlen oder ausgebeultes Leder haben, sollten wirklich optimal passen und die oben genannten Kriterien erfüllen. Ausgetretene Latschen gehören in den Müll.
Hintergrund:
In Deutschland tragen etwa die Hälfte aller Kinder im Kindergartenalter zu kleine Schuhe. Das hat eine umfassende Fußmess-Aktion ergeben, die in Sommer bundesweit in Kindergärten, Kindertagesstätten und Schuhfilialen vorgenommen worden ist. Dabei sind die Füße von insgesamt 12.000 Kindern vermessen worden.
In Kooperation mit der Abteilung für Biomechanik der Universität Tübingen sollen weitere Untersuchungen folgen, um die bislang gewonnenen Erkenntnisse differenzierter betrachten zu können. Ab September wird die Aktion auch auf Grundschulen ausgedehnt und über einen Zeitraum von zwei Monaten fortgeführt.

Foto: PhotoDisc
Keuchhustenerreger entschlüsselt
Bordetella pertussis tötet jährlich Hunderttausende (1.432 Zeichen)
(pgk) Keuchhusten ist eine durch Bakterien (Bordetella pertussis) ausgelöste Infektionskrankheit, die bei Säuglingen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann. Jährlich erkranken nach Angaben der WHO weltweit zwischen 20 und 40 Millionen Menschen daran, 200.000 bis 400.000 sterben.
Typisch sind neben allgemeinen Krankheitssymptomen stakkatoartige Hustenanfälle und ein mehrwöchiger Krankheitsverlauf. Zu den gefürchteten Komplikationen zählen Atemstillstand bei Säuglingen und Lungenentzündung. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika, die aber nicht befriedigend ist, weil sie meist zu spät beginnt. Die Prophylaxe durch die neuen, besser verträglichen Impfstoffe, so genannte azelluläre Pertussisimpfstoffe, ist ausdrücklich empfohlen. Der Impfschutz ist zeitlich begrenzt und sollte im Jugendalter noch einmal aufgefrischt werden.
Das gesamte Genom des gefährlichen Bakteriums Bordetella pertussis ist nun von einem internationalen Forscherteam entschlüsselt worden. Mit der über vier Jahre andauernden Untersuchung durch Forscher der University of Cambridge, Forschungseinrichtungen in den USA und in Deutschland sollen neue, wirksamere Medikamente gegen die Krankheit entwickelt werden. Auch für die Weiterentwicklung von Impfstoffen können die Erkenntnisse wertvoll sein.
Die insgesamt 3.800 Gene des Keuchhustenerregers wurden entschlüsselt. Auch die Gene der "Verwandten" sind inzwischen untersucht. B. parapertussis verursacht beim Menschen Husten, während B. bronchiseptica Atemwegsinfektionen nur bei Tieren hervorruft. B. parapertussis verursacht mildere Krankheitsverläufe. Einen Impfstoff gibt es nicht.
Hallo, Onkel Doc!
Der Besuch beim Kinderarzt (2.501 Zeichen)
(pgk) Viele Kinder haben Angst vor dem Mann oder der Frau im weißen Kittel, weil sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Aber auch für Eltern und alle anderen Beteiligten stellt der Gang in die Kinderarzt-Praxis oft eine Herausforderung und Stress dar. Einige Tipps, die helfen können:
- Zu Hause oder im Kindergarten sollte versucht werden, die Kinder spielerisch mit den Themen Arzt, Krankenhaus und Rettungsdienst vertraut zu machen. Dies nimmt den Kindern die Angst vor dem Ungewissen. Sie könnten sich beispielsweise medizinische Spielzeug-Geräte anschauen und ausprobieren, auf dem Bett oder einer Trage liegen und sich gegenseitig verbinden. Diese Erfahrungen sind sehr wichtig für Kinder und helfen, die Angst zu nehmen.
- Erklären Sie nicht zuviel und versprechen Sie nicht, dass es nicht weh tun wird. Bleiben Sie bei der Wahrheit. Es kann auch hilfreich sein, von der eigenen Angst als Kind vor der Spritze zu erzählen sowie von der Erfahrung, dass es dann meist doch gar nicht so schlimm war.
- Beim Besuch: Das Kind sollte Kleidung tragen, die leicht aus- und wieder anzuziehen ist. Bei Kleinkindern Ersatzwindeln und eventuell Handtuch nicht vergessen!
- Nehmen Sie das Lieblingsspielzeug mit!
- Notieren Sie zu Hause in Stichwörtern, wie die Krankheit Ihres Kindes bisher verlief: Wann haben Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Fieber begonnen? Wie hoch ist das Fieber? Messen Sie die Temperatur dafür regelmäßig morgens, mittags und abends.
- Bei starken Schmerzen kündigen Sie vorher telefonisch an, dass Sie mit einem eventuell weinendem und schreiendem Kind kommen und fragen Sie nach Wartezeiten. Notieren Sie sich auch Ihre Fragen, etwa über die Ernährung Ihres Kindes. In der Aufregung beim Arzt vergessen Sie sonst leicht, was Sie alles von ihm wissen wollten.
- Falls Sie vermuten, Ihr Kind habe eine ansteckende Krankheit: Rufen Sie vorher an und warnen Sie die Sprechstundenhilfe. Sie sagt Ihnen, wie Sie vermeiden, dass andere Kinder im Wartezimmer angesteckt werden.
- Hat Ihr Kind Durchfall, bringen Sie die letzte Windel mit. Oder beschreiben Sie genau die Farbe von Stuhl und Urin.
- Ärzte verwenden oft unverständliche Fachausdrücke. Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie nach!
- Und: beim Kinderarzt notieren, was er rät. Zu Hause hat man oft alles schon wieder vergessen.
- Denken Sie daran, schon beim ersten Mal im Quartal die Chip-Karte mit in die Praxis zu nehmen.
Sie sollten den Kinderarzt sofort aufsuchen, wenn folgenden auffällige Symptome vorhanden sind:
- das Baby viel mehr oder weniger schläft
- das Baby oder Kleinkind mehr schreit
- das Kind weniger trinkt als gewohnt
- bei Fieber von mehr als 39 Grad Celsius
- bei wiederholtem Erbrechen oder Durchfall
- bei Appetitlosigkeit oder Apathie
- bei Hautausschlägen.
Grundsätzlich gilt, dass Sie den Kinderarzt lieber einmal öfter besuchen sollten als einmal zu wenig. Wenn Fieber länger als drei Tage andauert, sollte unbedingt nochmals eine Abklärung erfolgen.
Foto: MEV
Gesunder Rücken kann sehr entzücken
Haltungsfehler entstehen bei Kindern schnell - und bleiben oft ein Leben lang (2.390 Zeichen)
(pgk) In der Schule, vor dem Fernseher, vor dem Computer, sitzen, sitzen, sitzen... Der Körper ist jedoch nicht zum langen Sitzen geschaffen. Er braucht Bewegung und ausgewogene Belastung. Bekommt er diese nicht, erschlaffen und verkürzen sich die Muskeln. Das Ergebnis sind Fehlhaltungen, die zu Rückenschmerzen führen und später den gesamten Bewegungsapparat beeinträchtigen können. Die "Bewegungsmuffel" von heute füllen morgen die Warteräume der Orthopäden: Ein Drittel der deutschen Gesamtbevölkerung leidet unter chronischen Rückenbeschwerden.
Bei dem Gemeinschaftsprojekt "Kid-Check" der Orthopädischen Uniklinik Homburg, der Saarbrücker Zeitung und der Technischen Biologie, Bionik und Sportwissenschaft der Universität Saarbrücken wurden Haltungs- und Bewegungsanalysen bei mehr als 400 Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 16 Jahren durchgeführt. Getestet wurden die Dehnfähigkeit der Beinmuskulatur (Muskelverkürzungen), die Kraft der Bauchmuskulatur, die Körperhaltung sowie die Symmetrie der Wirbelsäule. Bislang wurden die Daten von etwa 300 Kindern und Jugendlichen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Kinder Haltungsschwächen oder sogar -schäden aufwiesen. In den wenigsten Fällen war dies den Jugendlichen oder ihren Eltern bewusst.
Eine verbreitete Fehlhaltung ist das Hohlkreuz, auch Hohlrücken oder Hyperlordose genannt, das durch eine Schwäche der Bauch-, Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur und einer Verkürzung des Quadrizeps, der vorderen Hüftbeuger und unteren Rückenmuskulatur entsteht. Bei 84 Prozent aller bei Kid-Check untersuchten Kinder konnte eine deutliche Verkürzung der Hüftbeuger festgestellt werden, 11 Prozent wiesen eine zusätzliche Verkürzung der
Oberschenkelmuskulatur, 30,3 Prozent eine mangelnde Dehnbarkeit der rückwärtigen Oberschenkelmuskulatur auf, und bei 45 Prozent der Untersuchten konnte eine Schwächung der Bauchmuskulatur gefunden werden.
Haben Sie Kinder, die nur mit schlaffem Rücken vor dem Computer und vor dem Fernseher hängen? Dann ist die Internetseite der Universität Saarbrücken www.uni-saarland.de/fak8/bi13wn/kidcheck/index.htm genau das Richtige für Sie! Dort finden Sie viele effektive und einfache Dehn- und Kräftigungsübungen, die Sie gleich zusammen mit Ihren Kindern in die Tat umsetzen sollten. Denn im Kindes- und Jugendalter kann eine Haltungsschwäche erfolgreich behoben werden - und auch Ihr Rücken wird es Ihnen danken!
Ob Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates oder Haltungsschäden bestehen, wird auch bei der J1, der kostenlosen Vorsorgeruntersuchung für Jugendliche im Alter von etwa 13 Jahren, erhoben. Diese Untersuchung wird leider immer noch nicht ausreichend genutzt - zum Nachteil vieler Jugendlicher.
MELDUNGEN:
Konzertierte Aktion in Bayern soll Impflücken schließen (1.761 Zeichen)
(pgk) Im Öffentlichen Gesundheitsdienst des Freistaats Bayern sollen künftig Impfaktionen verstärkt in den Mittelpunkt rücken - mit dem Ziel, die Akzeptanz von Impfungen in der Bevölkerung zu verbessern. Dies war Konsens eines Round-Table- Gesprächs im Juli 2003, an dem neben Vertretern des Bayerischen Staatministeriums für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz, des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, des Kinderzentrums der Ludwig-Maximilians-Universität München auch das Deutsche Grüne Kreuz e.V. (DGK) teilnahm.
Das DGK hat im Mai 2003 die 1. Nationale Impfwoche organisiert und mit Medienarbeit begleitet. So wurde mit großem Erfolg der Impfgedanke gefördert und verankert. Zu den bundesweit fast 10.000 Aktionspartnern zählten auch zahlreiche niedergelassene Ärzte, Apotheker und Gesundheitsämter in Bayern. Auf die guten Erfahrungen der 1. Nationalen Impfwoche soll nun aufgebaut werden und im Herbst dieses Jahres eine öffentlich wirksame Kampagne im Freistaat starten.
Impfschutz ist in allen Altersgruppen notwendig. Deshalb ist zunächst eine Impfaufklärungsaktion in Schulen geplant. In Zukunft sollen aber auch Impfaktionen in Senioreneinrichtungen stattfinden, weil gerade ältere Menschen häufig nicht ausreichend vor gefährlichen Infektionskrankheiten geschützt sind . Den Gesundheitsämtern kommt insofern eine herausragende Rolle zu, als sie die Möglichkeit haben werden, beispielsweise in Schulen die Zielgruppe direkt anzusprechen. Das DGK wird dabei mit oben genannten Ministerien und Institutionen sowie Pädiatern und Allgemeinmedizinern kooperieren und die Aktion medienwirksam begleiten.
Trotz den in Bayern langsam steigenden Durchimpfungsraten bestehen noch regionale Impflücken, die es zu schließen gilt. So sind nicht in allen Landkreisen die Impfraten befriedigend, beispielsweise in Coburg, wo 2002 mehr als tausend ungeimpfte Kinder zum Teil schwer an Masern erkrankten. Aufklärungsarbeit ist also kontinuierlich nötig und sachliche Information unabdingbar.
Allergie-Diagnostik: Ein paar Tropfen Blut ersparen den Haut-Test (688 Zeichen)
(pgk) Immer mehr Deutsche leiden an Allergien. Zunehmend sind Kleinkinder betroffen. Mit einem neuen Test lässt sich jetzt leichter herausfinden, welcher der vielen Stoffe aus der Umwelt der Auslöser ist. Mit dem Phadisym-Verfahren kann auch der Hausarzt schnell erfahren, ob ein Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Blütenpollen schuld an Hautausschlag, Triefnase oder asthmatischen Beschwerden sind. Der Arzt muss nur eine kleine Blutprobe entnehmen und in einem Labor untersuchen lassen. Vor allem für Kinder ist die Allergie-Testung aus dem Blut optimal, weil ihnen damit quälende Haut-Tests erspart bleiben. Vor allem besteht auch bei einer starken Überempfindlichkeit für das Kind keine Gefahr. Je schneller die Diagnose desto früher kann eine wirksame Therapie begonnen werden.
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Musik bringt Gehirn auf Trab (1.379 Zeichen)
(pgk) Kinder, die ein Instrument erlernen und dafür regelmäßig üben, haben ein besseres Wortgedächtnis als jene, die keinen Unterricht haben. Das berichtet die Psychologin Agnes Chan von der Universität in Hongkong im Fachmagazin Neuropsychology (Bd. 17, Ausg. 3).
Chan und Kollegen verglichen das Gedächtnis von 90 Jungen zwischen 6 und 15 Jahren. 45 Jungen waren Mitglieder im Schulorchester und erhielten bereits ein bis fünf Jahre Musikunterricht. Die andere Hälfte spielte kein Instrument.
Das Forscherteam gab den Jungen Listen mit Wörtern, von denen sie sich möglichst viele einprägen sollten. Dabei stellte sich heraus, dass die Nachwuchsmusiker deutlich mehr Wörter behalten konnten als ihre "unmusikalischen" Schulkameraden. Ihr Gedächtnis war darüber hinaus umso besser, je länger sie Musik-Unterricht erhalten hatten. Ein Jahr nach dem ersten Test wiederholte Chan die Übung. Mittlerweile hatten 12 Jungen das Orchester verlassen und 17 Schüler mit Musikunterricht begonnen. Es zeigte sich, dass die Neueinsteiger bei den Gedächtnistests deutlich besser abschnitten als zuvor. Das Gedächtnis jener, die aus dem Orchester ausschieden, hatte sich weder weiter- noch zurückentwickelt.
Musik trainiert die Fähigkeiten des gesamten Gehirns, so das Ergebnis der Forscher. Möglicherweise fördert dabei das Musizieren bestimmte Hirnareale besonders, die dann andere Bereiche des Gehirns bei ihren Aufgaben unterstützen. Dies könne man vergleichen mit einem joggenden Sportler, dem die gewonnene Kraft in den Beinen nicht nur beim Laufen, sondern auch bei anderen Sportarten wie etwa Tennis hilft.
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