DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 36, Ausgabe 7/8 - 2002 Themen: Impfschutz, Impfkalender, Muttermilch, Allergieschutz, Keuchhusten, gesunde Ernährung, nierenkrank, Sehvermögen
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Deutsches Grünes Kreuz, Impfschutz, Impfkalender, Muttermilch, Allergieschutz, Keuchhusten, gesunde Ernährung, nierenkrank, Sehvermögen
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Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

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www.rki.de
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 36, 7/8 - 2002

Impfschutz im Säuglings- und Kleinkindalter
Neuer Impfkalender, Stand Juli 2002 (
4.391 Zeichen)
(pgk) Masern, Mumps und Co. werden oft verharmlost, denn sie gelten noch immer als normale Kinderkrankheiten, die alle einmal durchleben müssen. Doch: Sie können Kindern auch heute noch das Leben kosten oder zu bleibenden Gesundheitsschäden wie Krampfanfällen, Gehirn- und Hirnhautentzündung, Lungenentzündung oder Taubheit führen.
Gegen Kinderkrankheiten und ihre Komplikationen ist noch kein Kraut gewachsen. Impfungen ermöglichen jedoch dem Immunsystem, sich auf ungefährliche Art mit den Krankheitserregern auseinander zu setzen und für die Zukunft dagegen zu wappnen. Schutzimpfungen sind daher die wirkungsvollste Krankheitsprophylaxe überhaupt.

Alle Impfungen sind in Deutschland freiwillig und liegen in der Entscheidungskompetenz des Einzelnen. Doch nur wer ausreichend über Schutzimpfungen informiert ist, kann eine richtige Entscheidung für sich und seine Kinder treffen.
Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) erhalten alle Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, (mit inaktiviertem Impfstoff = IPV), Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B. Diese Impfungen können mit einem Sechsfachimpfstoff verabreicht werden, und zwar im vollendeten 2., 3., 4. und 11. bis 14. Lebensmonat. Insgesamt sind also vier Impfdosen für die Grundimmunisierung notwendig.



Impfschutz für Säuglinge und Kleinkinder

 

 

 

ab vollendetem 2. Lebensmonat

vollendeter 11. –14. Lebensmonat

 

 

Impfungen gegen

Impfungen gegen

 

  • Diphtherie

 

 

  • Masern

 

 

  • Tetanus

 

 

  • Mumps

 

 

  • Pertussis

 

 

  • Röteln

 

 

  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

 

 

  • Grundimmunisierung Poliomyelitis

 

 

  • Hepatitis B

 

Diphtherie, Tetanus, Hib,

 

Pertussis, Polio, Hepatitis B abschließen

 

 


vollendetes 4.-5. Lebensjahr:
Auffrischimpfung gegen Diphtherie und Tetanus (Td-Impfstoff)


 
Neben der Sechsfach- gibt es auch Fünf-, Vier- und Dreifachkombinationen. Für alle Kombinationen, die auch eine Pertussiskomponente enthalten, gilt dasselbe Impfschema. Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sollten nach der Empfehlung der STIKO vorzugsweise Kombinationsimpfstoffe verwendet werden.

Ist das Kind zwischen 12 und 15 Monate alt, wird die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) fällig. Auf diese Weise soll der frühstmögliche Impfschutz erreicht werden.
Steht die Aufnahme in eine Kindereinrichtung an, kann die MMR-Impfung auch früher gegeben werden, jedoch nicht vor dem neunten Lebensmonat, da persistierende mütterliche Antikörper sonst die Impfviren neutralisieren könnten.
Wird die Erstimpfung vor dem zwölften Monat gegeben, muss die zweite Impfung, die dem Schließen von Immunitätslücken dient, bereits im zweiten Lebensjahr erfolgen. Laut Impfkalender sollte sie am besten zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat gegeben werden. Wurde dies versäumt, ist die zweite Impfung aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt möglich. Der Mindestabstand zwischen der ersten und zweiten Impfung beträgt vier Wochen.

Im vollendeten vierten bis fünften Lebensjahr ist dann die erste Diphtherie-Tetanus- Auffrischimpfung fällig. Da Kinder in diesem Alter häufig Verletzungen wie Schürfwunden haben, dient diese Impfung vor allem dazu, für einen ausreichenden Schutz vor Wundstarr-krampf zu sorgen.

Impfkalender (Standardimpfungen) für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), Stand Juli 2002:


Impfkalender
 
   
Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sollten vorzugsweise Kombinationsimpfstoffe verwendet werden. Impfstoffe mit unterschiedlichen Antigenkombinationen von D/d, T, aP, HB, Hib, IPV sind bereits verfügbar. Bei Verwendung von Kombinationsimpfstof-fen sind die Angaben des Herstellers zu den Impfabständen zu beachten.

A Auffrischimpfung: Diese sollte möglichst nicht früher als 5 Jahre nach der vorhergehenden letzten Dosis erfolgen.
G Grundimmunisierung aller noch nicht geimpften Jugendlichen bzw. Komplettierung eines unvollständigen Impfschutzes
S Standardimpfungen mit allgemeiner Anwendung = Regelimpfungen

a) Zu diesen Zeitpunkten soll der Impfstatus unbedingt überprüft und gegebenenfalls vervollständigt werden.
b) Ab einem Alter von 5 bzw. 6 Jahren wird zur Auffrischimpfung ein Impfstoff mit reduziertem Diphtherietoxoid-Gehalt (d) verwendet. c) Antigenkombinationen, die eine Pertussiskomponente (aP) enthalten, werden nach dem für DTaP angegebenen Schema benutzt. d) Wurde die Impfung bereits direkt nach der Geburt durchgeführt, so lautet das Impfschema: 0, 1, 6 Monate.

* Abstände zwischen den Impfungen mindestens 4 Wochen; Abstand zwischen vorletzter und letzter Impfung mindestens 6 Monate ** Mindestabstand zwischen den Impfungen 4 Wochen
*** jeweils 10 Jahre nach der letzten vorangegangenen Dosis
**** jährlich mit dem von der WHO empfohlenen aktuellen Impfstoff
***** Impfung mit Polysaccharid-Impfstoff; Wiederimpfung im Abstand von 6 Jahren


Muttermilch gibt optimalen Allergie-Schutz
Die Zahl der Kinder, die auf irgendetwas allergisch reagieren, wird immer größer (4.755 Zeichen)

 
(pgk) Bereits jedes dritte Kind in Deutschland ist Allergiker. Studien zeigen, dass die Ernährung im Säuglingsalter eine wichtige Rolle dabei spielt, ob eine Allergie ausbricht. Den besten Schutz bietet eine möglichst sechsmonatige Stillzeit oder zumindest eine allergenarme oder hypoallergene Spezialnahrung. Das minimiert selbst bei gefährdeten Kindern das Allergierisiko in den ersten Lebensjahren um bis zu 50 Prozent.

Wenn Eltern oder andere nahe Verwandte an Allergien leiden, leben Kinder mit einem größeren Risiko, früher oder später selbst eine Allergie gegen bestimmte Stoffe zu entwickeln. Damit eine solche gar nicht erst ausbricht, sollten Eltern eines gefährdeten Kindes im ersten Lebensjahr besonders auf die Ernährung achten, da sie eine Allergie fördern oder verhindern kann.

Studien aus Finnland und Australien belegen, dass das Immunsystem des Babys im ersten Lebensjahr noch nicht voll entwickelt und daher sehr empfindlich ist. Mit dem Essen und Trinken gelangen körperfremde Stoffe, so genannte Antigene, über die Darmschleimhaut in den Organismus. Diese können gegebenenfalls eine Nahrungsmittelallergie auslösen. In etwa vier von fünf Fällen verschwindet diese Allergie im Laufe der Kindheit wieder. Was bleibt, ist jedoch das Risiko, in späteren Jahren an Heuschnupfen oder Neurodermitis zu erkranken. Um das Risiko zu senken, sollte Babynahrung daher möglichst wenig Allergene enthalten. Aufschluss über eine mögliche Allergie-Karriere kann ein Labortest geben, der auch für Säuglinge geeignet ist. Hierbei wird dem Kind mit nur einem Picks Blut abgenommen, das dann im Labor getestet wird. Der Labortest gibt Auskunft darüber, auf welche Allergene das Immunsystem reagiert und liefert außerdem Hinweise auf mögliche zukünftige Allergien.

Sechs Monate lang stillen: Muttermilch ist der beste Schutz vor Allergien für das Baby: Muttermilch deckt den Nährstoffbedarf des Säuglings in dieser Zeit ideal ab. Darin enthaltene Vitamine, Mineralien und Spurenelemente unterstützen die Funktion des noch nicht voll entwickelten Immunsystems. Antikörper in der Muttermilch, die so genannten Immunglobuline A, legen sich wie ein Schutzmantel über seine noch nicht ausgereifte und daher sehr durchlässige Darmschleimhaut. So verhindern sie weitgehend, dass der Körper Allergene aufnimmt. Wissen Eltern von eigenen Nahrungsmittelallergien, sollte die Mutter während der Stillzeit auf entsprechende allergieauslösende Speisen verzichten.

Gute Nachricht für Mütter, die nicht so lange stillen können: Allergie-gefährdeten Kindern sollten zur Vorbeugung künstliche Babykost, so genannte hypoallergene oder HA-Produkte, gegeben werden. Studien haben nachgewiesen, dass die Gabe von hypoallergener Säuglingskost das Allergierisiko um 50 Prozent senkt. Diese allergenarme - nicht aber allergenfreie - Säuglingsnahrung aus dem Fläschchen wird auf Basis von Kuhmilch hergestellt. Bei ihr wird das tierische Eiweiß bei der Herstellung durch ein spezielles Verfahren mit Hilfe von Verdauungsenzymen in kleine Bruchstücke aufgespalten. Dadurch lösen sie seltener eine Allergie aus.

Ab etwa dem sechsten Monat reicht Mutter- oder Säuglingsmilch alleine nicht mehr aus, um das Kind mit genügend Energie, Eiweiß und anderen wichtigen Nährstoffe wie Eisen zu versorgen. Beikost steht nun auf dem Speiseplan: Langsam zufüttern, am besten mit Karottenmus, geschabtem Apfel oder zerdrückter Banane. Fertig gekaufte Babynahrung ist zwar praktisch, enthält aber meist eine Vielzahl von - zudem oft versteckten - Zutaten. Prinzipiell kann jeder Bestandteil des Breichens oder Saftes eine allergische Reaktion auslösen. Daher sollte man neue Nahrungsmittel am besten eines nach dem anderen in wöchentlichen Abständen einführen. Tritt eine allergische Reaktion wie Magen-Darm-Beschwerden oder Hautausschlag auf, lässt man das Nahrungsmittel wieder weg. Dabei sollte auch bedacht werden, dass nicht jede Form von Bauschschmerzen oder Hautveränderungen durch Nahrungsmittel ausgelöst werden.

Wichtig bei der selbst zubereiteten Beikost: Alles, was das Baby in den ersten sechs Monaten zu sich nimmt, sollte man abkochen. Auch wenn der Vitamingehalt gekochter Speisen etwas geringer ist, sind sie insgesamt besser verträglich. Rohkost ist nichts für allergiegefährdete Säuglinge.

Häufige Allergieauslöser sind: Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Soja, Nüsse, Getreide oder Zitrusfrüchte. Diese Lebensmittel sollte ein allergiegefährdetes Kind im ersten Lebensjahr nicht bekommen. Ansonsten gilt: In kleinen Mengen ausprobieren und im Zweifelsfall weglassen.
Wenn wichtige Nahrungsmittel über einen längeren Zeitraum weggelassen werden, sollte man sich fachkundig beraten lassen, damit keine Mangelerscheinungen auftreten und eventuell wichtige Spurenelemente ersetzt werden.


Jugendliche: 'ganz unfrisch'
Keuchhusten kann lebensbedrohlich sein (1.821 Zeichen)

 
(pgk) "Bist du noch ganz frisch, Mann?", tönt es laut, wenn Jugendliche sich streiten. Bezogen auf ihren Impfschutz müssten die meisten mit "Nein" antworten. Vier Impfungen sollen zwischen dem 9. und 17. Geburtstag aufgefrischt werden, raten Impfexperten am Robert Koch-Institut: gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Keuchhusten. Dank Kombi-Impfstoff geht das mit einem einzigen "Piks". Aber nur die wenigsten Teens erhalten ihn.

Besonders groß sind die Impflücken beim Keuchhusten. Der ist jedoch alles andere als harmlos. Bis vor gut zehn Jahren erkrankten vor allem Säuglinge und Kinder. Für Säuglinge können die mit dem Keuchhusten einher gehenden Erstickungsanfälle lebensbedrohlich sein. Die Atmung setzt aus, das Kind kann sterben. Da bei den Betroffenen oft der typische Husten ausbleibt, sollte man auf auffällige Atempausen achten.

Mittlerweile sind es immer mehr ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an Keuchhusten erkranken. Ihr Anteil an der Gesamtzahl stieg von wenigen Prozent im Jahre 1990 auf nun schon mehr als 60 Prozent an. Die Keuchhusten-Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Oft wird erst dann die richtige Diagnose gestellt, wenn zum chronischen Husten heftige Hustenanfälle bis zu 30 Mal am Tag, Schleimerbrechen und Atemnot hinzu kommen. Die Hustenattacken sind manchmal so heftig, dass kleine Gefäße im Auge oder Gesicht platzten und zu bluten beginnen. Komplikationen sind Lungenentzündung, Krampfanfälle oder Keuchhusten- Enzephalopathie, eine Gehirnerkrankung.

Auch wenn der Krankheitsverlauf bei Jugendlichen und Erwachsenen nur selten lebensbedrohlich ist, Folgeschäden, wie zum Beispiel Herzmuskelschwächen schränken das weitere Leben ein. Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Berlin empfiehlt daher bei den 9- bis 17-Jährigen eine Pertussis-Auffrischimpfung.


Kinder sehen anders
'Augen auf' im Straßenverkehr (1.757 Zeichen)

 
(pgk) Im vergangenen Jahr verunglückten laut Angaben des Verkehrsministeriums 10.106 Kinder im Straßenverkehr, 33 davon starben. Der mögliche Grund: Kinder reagieren langsamer als Erwachsene, weil sie langsamer sehen.

Das Blickfeld von Kindern ist etwa ein Drittel kleiner als das Erwachsener. Statt 150 Grad können sie nur 120 Grad einsehen. Dadurch erkennen sie seitlich näher kommende Fahrzeuge erst wesentlich später.
Auch das Umstellen des kindlichen Auges von Nah- auf Fernsehen und zurück dauert länger. Kinder haben zudem mangels Erfahrung Schwierigkeiten, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Kinder unter vier Jahren können oft noch nicht einmal ein stehendes von einem fahrenden Auto unterscheiden.

Die Sehentwicklung eines Kindes verläuft im ersten Lebensjahr rasant, die Entwicklung der Feinabstimmung der Sehschärfe findet jedoch noch während der gesamten Vorschulzeit statt. Ein Kind, das im Vorschulalter von einem Augenarzt als normalsichtig beurteilt wurde, kann jedoch auch später noch Fehlsichtigkeiten, wie zum Beispiel Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit entwickeln, die eine Korrektur notwendig machen. Deshalb sollten Eltern ihr Schulkind in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern beim Lesen- und Schreibenlernen aufmerksam beobachten. Schwierigkeiten beim Lernen müssen nicht unbedingt bedeuten, dass ein Kind eine Lernschwäche hat, sondern können auch ein Hinweis darauf sein, dass das Kind einfach schlecht sieht.

Kinder sollten sofort augenärztlich-orthoptisch untersucht werden bei sichtbaren Auffälligkei-ten der Augen, wie Augenzittern, Hornhauttrübungen, grau-weißlichen Pupillen, großen lichtscheuen Augen oder bei Lidveränderungen. Auch wenn Sie sich einer Sache nicht sicher sind, fragen Sie Ihren Augenarzt.


Das kommt in die Tüte
Gleich zum Schulstart auf gesunde Ernährung achten (2.078 Zeichen)

 
(pgk) Kleine Kinder mit orangefarbenen Kappen, blinkend neuen Ranzen auf dem Rücken und riesengroßen, bunten, prall gefüllten Tüten im Arm, unter deren Gewicht sie scheinbar zusammenzubrechen drohen - nach den Sommerferien sind sie wieder überall zu sehen: die stolzen "ABC-Schützen".

Die frisch gebackenen Schulkinder sind oft bestens ausgerüstet. Der Inhalt der spitzen Schultüte allerdings lässt gesundheitlich gesehen oft zu wünschen übrig. Eltern, Großmütter und Tanten versuchen meist, ihrem Nachwuchs den ersten Schritt in den so genannten Ernst des Lebens so üppig wie möglich zu versüßen. Bonbons, Schokolade oder Kekse lassen Kinderaugen leuchten, aber oft auch bald die OP-Lampe des Zahnarztes. Dabei gibt es gute Alternativen zum "Schlappfood", die nicht nur die Zähne der Kids gesund erhalten.

Zunächst können auch ausgefallene Malstifte, lustige Mäppchen, Lupen, Knetgummi, Hörspiel-Kassetten, Bücher, die erste Armbanduhr, Stofftiere oder das "Meine Schulfreunde" - Buch die Tüte füllen, ohne dass es enttäuschte Gesichter gibt.
Zum anderen kann man die traditionelle Zückertüte ebenso mit zuckerfreiem, zahnfreundlichem Naschwerk bestücken. Ihre Süße erhalten solche Produkte durch Zuckerersatz- oder Zuckeraustauschstoffe. Zahnfreundliche Süßwaren enthalten so wenig Frucht- oder andere Säuren, dass selbst sie keine Zahnschäden verursachen können. Obst, Studentenfutter und zuckerfreies Kaugummi sind da besser geeignet. Zudem gibt eine ausgewogene Ernährung Energie und Ausdauer und fördert die geistige Leistungsfähigkeit. Daran sollten sich Schulkinder von Anfang an gewöhnen.

Die Note 1 erhalten kerniges Vollkornbrot mit Wurst oder Käse, Obst, Gemüse und Milchprodukte. Sie verschonen Zähne und geben dem Körper verbrauchte Energie zurück.

Hinweis: Die größte Schultüte ist nicht unbedingt die beste: überladen sollte man sie daher nicht. Erich Kästner, der 1905 eingeschult wurde, berichtete beispielsweise, seine Schultüte sei so groß wie er selbst, prall gefüllt und so schwer gewesen, dass er damit stolperte und der Inhalt auf dem Schulweg landete.


Mit Kleinkind auf Tropenreise
'Muss das wirklich sein?' (2.945 Zeichen)

 
(pgk) "Muss das wirklich sein?" ... diese Frage stellt Dr. Werner Schultheis als erste. Er ist Leiter der Tropenmedizinischen Untersuchungsstelle der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, GTZ. "Alle raten zunächst einmal ab, denn kleine Kinder sind extrem anfällig für Infektionen. Zudem bedeuten fremdes Klima und Umgebung einen großen Stressfaktor für sie", sagt der Mediziner im Gespräch mit dem Deutschen Grünen Kreuz.
Urlaub steht für Entspannung und Erholung. So soll es sein. Erkrankt aber das Kind im Ausland, wird das für Kind und Eltern zur Qual. Daher ist es viel vernünftiger, in tropische Gefilde zu reisen, wenn Kinder etwas größer und nicht mehr so infektgefährdet sind. Ab einem Alter von vier oder fünf Jahren erleben Kids den Urlaub zudem viel intensiver. Von Globetrotter-Urlauben im umgebauten Kleinbus rät Schultheis eindringlich ab.

Das A und O: Gute Vorbereitung

Was soll Eltern geraten werden, die allen Warnungen zum Trotz die Reise antreten wollen oder müssen? Zunächst einmal muss genügend Zeit vor der Abreise sein, um eine ausführliche Beratung durchführen zu können etwa über den notwendigen Impfschutz. Das sei das A und O, um ein Mindestmaß an Schutz zu gewährleisten, so Schultheis.

Tipps für das Essen
Eine ausführliche Ernährungsberatung gehört zum Beratungsprogramm reiselustiger Eltern: Kinder - und auch Erwachsene - sollten in tropischen, sehr warmen Ländern nur gekochte oder gebratene Nahrungsmittel und Schälobst wie Bananen oder Orangen essen. Besser verzichtet man in den Urlaubswochen auch auf Vitamine aus Salaten, denn diese können mit Fäkalien gedüngt und ein Tummelplatz für Amöben, Bakterien und Wurmeier sein. Ebenfalls tabu ist Eis. Bekommt das Kind trotzdem Durchfall, müssen die Eltern dringend darauf achten, dass es nicht austrocknet. Elektrolytpulver - im Bedarfsfall in abgekochtem oder industriell abgefülltem Wasser aufgelöst - gehört in jede Reiseapotheke.

Nach der Geburt Mutter und Kind Zeit lassen
Stillkinder haben zwar ein geringeres Risiko, eine Magen-Darm-Infektion zu bekommen. Grundsätzlich rät Schultheis jedoch davon ab, zu früh mit einem Baby zu verreisen. Mutter und Kind müssen sich zunächst aneinander gewöhnen, vier bis sechs Wochen sollte der Säugling vor seiner ersten Reise schon sein - und die sollte auch nicht ausgerechnet in die Tropen gehen

Tipps für den Strand

Beim Urlaub am Meer ist es günstig, am Strand eine große Decke auszubreiten, auf der das Kind spielen kann. Denn in den ersten Monaten schiebt es sich alles Greifbare in den Mund - und das sollten nicht gerade Sand, Muscheln oder Ähnliches sein. Zarte Kinderhaut muss besonders sorgfältig vor intensiver Sonneneinstrahlung geschützt werden: Ein leichtes Baumwollhemd mit Ärmeln, Sonnenhut und ein gutes Sonnenschutzmittel sind unabdingbar. Gefahr für die Kleinen besteht auch durch vermehrtes Schwitzen und zu geringe Flüssigkeitszufuhr.


NEUES AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG:
Krafttraining hilft nierenkranken Kindern (812 Zeichen)

 
(pgk) Bei Kindern und Jugendlichen mit Nierenerkrankungen kommt es häufig zu Schädigungen von Knochen und Muskulatur. Durch gezieltes Training könnte dies verhindert und damit die Lebensqualität der Patienten erhöht werden, so das Ergebnis einer Studie von Sabine Kruppa vom Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Universität zu Köln. Insbesondere Sportarten mit höherem Krafteinsatz würden sich zum Schutz vor dem Verlust von Knochenmineral anbieten. Deshalb sollten Sportarten zum Kraftaufbau Bestandteil des Therapieplans sein.
Nierenkranke Kinder und Jugendliche leiden auch unter geminderter Muskelkraft. Ursache sind der krankheitsbedingte Bewegungsmangel und veränderte Muskelstoffwechsel. Auch eine derartige Muskelschwäche könnte natürlich durch mehr Bewegung ausgeglichen werden, so Kruppa.


Stundenlanges Surfen schadet Sehvermögen (1.149 Zeichen)
 
(pgk) Jedes vierte "Cyberkid" in den USA leidet bereits am so genannten "computer vision syndrome" (CVS). Das ist das Ergebnis einer Studie der University of California, Berkeley, die der Entwicklung von Augenproblemen bei Kindern mit stundenlanger Computer-Nutzung nachging. Für die Studienleiterin Pia Hoenig von der Binocular Vision Clinic lassen die Resultate den Schluss zu, dass langes Computer-Starren Augenprobleme bei Kindern fördert. Betroffen davon seien etwa 25 Prozent der 37 Millionen US-Kinder.

CVS betreffe vor allem jene Kinder, bei denen die ersten Gehversuche mit ersten Computer-Erfahrungen einher gingen. Kinder seien empfindlicher als Erwachsene und somit sei das Risiko, CVS zu entwickeln, höher. Dafür kommen mehrere Gründe in Betracht: Kinder kennen keine Selbsterfahrung und sitzen oft stundenlang ohne Pause vor dem Computer. Kinder ignorieren Augenprobleme wie Brennen oder Tränen. Computer-Arbeitsplätze sind oft nicht kindgerecht, sondern an die Bedürfnisse von Erwachsenen angepasst. Empfohlen werden daher regelmäßige Augenuntersuchungen, die noch vor dem Kindergartenalter regelmäßig durchgeführt werden sollten.


V.i.S.d.P.
 
Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:
Michaela Berg (verantw.)
Dipl. Biol. Heike Thiesemann-Reith
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. oec. troph. Karin Uphoff
Dr. med. Sigrid Ley

Abdruck honorarfrei
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